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Talk:Gladiatoria group

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Vienna Images Kunsthistorisches Museum WikiMedia Commons
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Kraków Images Biblioteka Jagiellońska Wiktenauer
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Wolfenbüttel Images Herzog August Bibliothek Herzog August Bibliothek
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Translation Benedict Haefeli Document circulated online
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Translation Hugh Knight The Gladiatoria Fechtbuch: A Fifteenth-Century German Fight Book
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Translation Dr. Jeffrey L. Forgeng Higgins Armory Sword Guild
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Vienna Transcription Carsten Lorbeer Index:Gladiatoria (MS KK5013)
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Kraków Transcription Kristian Babic, Robert Brunner, Marion Freundl, Alexandra Gießl, Barbara Kappelmayr, Julia Lorbeer, Carsten Lorbeer, Andreas Meier, Marita Wiedner Index:Gladiatoria (MS Germ.Quart.16)
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New Haven Transcription Dierk Hagedorn Index:Gladiatoria (MS U860.F46 1450)
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Wolfenbüttel Transcription Dierk Hagedorn Index:Wolfenbüttel Sketchbook (Cod.Guelf.78.2 Aug.2º)
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Paris Transcription Index:Cluny Fechtbuch (Cl. 23842)
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Transcription notes (Vienna version)

Die Handschrift

Die Fechthandschrift KK5013 ( früher HS P 5013 ) bildet mit einer Reihe von anderen Handschriften, wie zum Beispiel der in der Jagelonischen Bibliothek in Krakau liegenden Ms.germ.quart 16 oder dem Wolfenbütteler Kodex Guelf. 78.2 Aug. 2°, die Gruppe der „Gladiatoria“ Handschriften, die nach Martin Wierschin[1] bzw. Hans-Peter Hils[2] im Gegensatz zu den Handschriften aus der Lichtenauer Tradition stehen, da sie nicht von den dort verwendeten Glossen und Merkversen Gebrauch machen. Ein Vergleich zeigt, daß sie alle auf einen Archetypus zurückzuführen sind, keine von ihnen ist allerdings vollständig. So sind in der KK5013 nur Auszüge der Ms.germ.quart 16 zu finden, aber im Gegensatz zur Krakauer Gladiatoria enthält diese 4 fehlende Dolchtechniken ( 42v – 44r ).

Wie in der Ms.germ.quart 16 sind in der KK5013 Kämpferpaare abgebildet, die in der Regel eine Angriffs- und gleichzeit die Verteidungstechnik illustrieren. Der Text ergänzt das Stück mit einer detailierteren Erklärung. Die „Wiener Gladiatoria“ beschränkt sich auf Techniken, die in Plattenharnisch ausgeführt werden, wie Spieß, Kampf zum halben Schwert, Ringen, Dolch ( Degen ) und Haltetechniken. Die in Ms.germ.quart 16 aufgeführten Stücke mit dem Hakenschild, dem ungarischen Schild, dem Faustschild und der halben Stange sind nicht vorhanden.

Von der KK5013, die im kunsthistorischen Museum in Wien liegt, ist bekannt, daß sie im Besitz von Carl Schruff ( 1570 ) war, der als Schlosshauptmann von Ambrass in den Diensten von Erzherzog Ferdinand II von Tirol stand.

Sie unterscheidet sich dahingehend von der nach Hans-Peter Hils eingeordneten Leithandschrift Ms.germ.quart 16, daß sie weder in Bild noch Schrift ein einheitliches Bild abgibt. Die kolorierten Abbildungen sind von unterschiedlichen Zeichnern erstellt worden und unterscheiden sich sehr stark in Qualität und Detailreichtum. Die Fechterpaare auf den Seiten 7r, 11r, 11v, 28r, 28v, 31v, 49r und 49v sind sehr detailiert und aufwendig gestaltet. Eine weitere Variante liegt in der Ausführung noch sehr nahe an der Krakauer Gladiatoria, vorallem im Bereich der Stücke mit dem Spieß oder dem Halbschwert. Den Abschluß dieser Skala bilden zwei weitere Variationen, die sehr einfach und schnell angefertigte Zeichnungen umfassen.

Inhaltlich unterscheiden sich die Abbildungen nicht von denen der anderen Gladiatoria-Varianten, spiegeln aber die zur Entstehungszeit oder am Entstehungsort der Handschrift andere Mode wieder. Zum Beispiel trägt der links stehende Kämpfer auf 1v wadenhohe Stiefel und einen Falchion; im Gegensatz dazu ist der Fechter in der Ms.germ.quart 16 vollständig mit einem Plattenharnisch bekleidet und mit einem eineinhalb-händigen Schwert gegürtet. Sehr interessant ist, daß diese von allen anderen abweichende Bekleidung, der Tracht einer Figur auf einem Kirchenaltarbild (die "Große Domkreuigung") ähnlich sieht, das im Liebfrauendom in München hängt und aus der zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts stammt.

Ein weiteres abweichendes Modemerkmal sind die, in der Mehrzahl mit Zaddeln versehenen Zierärmel. Im Gegensatz dazu stehen die gerade abfallenden Ärmel in der Ms.germ.quart 16. Nur die Gruppe der sehr detailreichen Abbildungen in KK5013 weicht von diesem Muster ab und hält sich sehr genau an den Archetyp.

Bei der zeitlichen Einordnung helfen zeitgenössische Abbildungen wie zum Beispiel ein Altarbild[3] von Jan van Eyck, das auf den Zeitraum 1425 bis 1433 datiert wird oder der Entwurf einer Grabplatte[4] von Hans Multscher aus dem Jahre 1430.

Der unterhalb der ganzseitigen Abbildungen stehende Text, der in einer gut lesbaren Bastarda verfaßt ist, unterscheidet sich im Inhalt nur unwesendlich von der Krakauer Gladiatoria. Stellenweise wurde der Text allerdings vereinfacht bzw. gekürzt. So unterschlägt der Schreiber teilweise die in Ms.germ.quart 16 durchgängige Nummerierung der einzelnen Fechtstücke ( 6v ff ).

Die sehr unterschiedlichen Zeichenstile, das Vorhandensein einiger Seiten, die nur ein Schaubild enthalten ( 31v, 49r, 49v ) bzw andere vollständig leere Seiten ( 50r -52v ) legen die Vermutung nahe, daß die Handschrift über einen längeren Zeitraum entstanden ist und schlussendlich nicht fertiggestellt werden konnte. Es ist leider nicht bekannt von wem, bzw. unter welchen Umständen die Handschrift angefertig wurde.

Transkriptionsregeln

  • Das kleine a und o sieht in der Handschrift sehr ähnlich aus. Im Zweifelsfall wird deshalb der Buchstabe in dieser Transkription sinngemäß transkribiert, d.h. zum Beispiel van wird als von transkribiert.
  • Der Schreiber verziert oft n und m mit einer anschließenden Zierschleife ( siehe zu Beispiel 5v 1. Zeile, genamen ). Dies ist nicht mit einem Nasalstrich zu verwechseln, da der Buchstabe e vorhanden ist. Der Buchstabe wird nicht verdoppelt und einfach transkribiert.
  • Umlaute und Diphtonge werden, soweit möglich wie in der Handschrift verwendet wiedergegeben. Dabei wurde der Zeichensatz Mediaevum (http://www.mediaevum.de/mhd.htm) verwendet.
  • Der Schreiber fügt am Buchstaben l meist einen kurzen halbhohen Aufstrich an, dies wird aber ignoriert und als Buchstabe l transkribiert . ( 6r, 1.Zeile )
  • Stellenweise sind „m“ und „in“ sehr schwer zu unterscheiden, da der i-Punkt nicht oder schwer zu sehen ist. Deshalb werden Worte sinngemäß transkribiert.
  • ort ist auch als art geschrieben und wird auch als solches transkribiert.
  • Geht der Aufstrich über das Niveau des z wird es als tz transkribiert.
  • Sehr häufig sind auch Vokale und e, bzw. er zu finden, über denen eine Abbreviatur angebracht ist, die aber auch ein Umlautzeichen, ein Zierstrich oder eine Akzentuierung sein könnte. Hier wird diese als ê, , oder " transkribiert.

Beispiel von 8v, 1. Zeile


Transcription notes (Kraków version)

Beschreibung der Handschrift

Gegenstand dieser Transkription ist die Handschrift Ms.germ.quart 16, allgemein auch Gladiatoria[5] genannt, aus der Jagiellonischen Bibliothek in Krakau.
In der Beschreibung der Handschrift beziehen wir uns in großen Teilen auf die Ausführungen von Hans-Peter Hils[6] in seiner Publikation von 1985. Er hatte die vormals in der königlichen Bibliothek Berlin aufbewahrte und als Kriegsverlust geltende Handschrift in Krakau wiederentdeckt.

Die 58 Blatt umfassende Handschrift enthält je Seite eine farbige Illustration auf Pergament und einen dazugehörigen Text in einer Bastarda des 15. Jahrhunderts.
Die Foliierung wurde von späterer Hand eingefügt.
Im Zuge der Transkription wurde von uns ein damals offensichtlich übersehener Bindefehler erkannt. So konnten wir eine inhaltliche Lücke von zwei Blättern zwischen fol. 43 und 44 feststellen; hier fehlen das 22. bis 25. Stück im Degen (Dolch). Die fehlenden Stücke wurden von uns aus der Wiener Handschrift KK5013[7] ergänzt.

Schrift

Der Text ist größtenteils in einer gut lesbaren Bastarda geschrieben. Lediglich auf einigen wenigen Seiten wirkt die Schrift flüchtig, eventuell von einer anderen Hand niedergeschrieben (z.B. fol. 8r–v, 49v, 50r). Eine genauere Aussage bedarf einer paläographischen Untersuchung der Handschrift, auf die im Rahmen dieser Arbeit verzichtet wurde.

Verfasser

Wie bei vielen Handschriften ist auch bei Ms.germ.quart 16 der Urheber der Fechtlehre bzw. der Auftraggeber oder Schreiber zum gegenwärtigen Forschungsstand nicht feststellbar. In keinem der zugänglichen Manuskripte der „Gladiatoria“-Gruppe befindet sich eine Widmung, ein Wappen oder eine andere Form der Signatur, die Rückschlüsse auf den Urheber zuließen.

Nur von der Wiener Handschrift KK5013 ist bekannt, dass sie um 1570 in Besitz des Schlosshauptmanns von Ambras, Carl Schurff, war, der im Dienst Erzherzog Ferdinands II. von Tirol stand.

Datierung

Die Datierung der Handschrift wurde anhand waffenkundlicher Merkmale der Illustrationen vorgenommen. Hans-Peter Hils’ Einordnung in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde durch den Waffen- und Rüstungssammler Peter Schlegel bestätigt, der die Datierung auf 1435 bis 1440 eingrenzt:

„Die gepanzerten Kämpfer tragen einen Harnisch mit Tonnenrock [geschobene Schöße], wie er in dieser Zeit noch in Gebrauch war. Dazu passt auch der tief auf der Hüfte getragene ‚Rittergürtel‘, der zur Mitte des Jahrhunderts aus der Mode kommt. Typisch für die Darstellung dieser Zeit sind auch die fliegenden Zierärmel der Kämpfer.“[8]

Entstehungsgebiet und Sprache

Laut Hils ist die in Oberdeutsch/Bairisch verfaßte Schrift im bairischen Sprachraum[9] entstanden.
Damit lässt sich ihr Ursprung grob in den Bereich Altbayern, Tirol und Südtirol lokalisieren.

Beziehung zu anderen Handschriften

Von der „Gladiatoria“ existieren mehrere Versionen bzw. Abschriften.
Die Krakauer Version Ms.germ.quart 16 ist die umfangreichste und am aufwändigsten gestaltete in dieser Reihe und gilt somit als vermutlich älteste Fassung.
Die Wiener Handschrift KK5013 ist laut Hils wegen ihrer schlichteren Ausführung als Abschrift zu sehen.
Für die als Kriegsverlust geltende ehemalige Gothaer Handschrift Ms.membr. II 109 existiert lediglich eine Handschriftenbeschreibung,[10] und zu der Handschrift „T“[11] gar nur Beschreibungen von drei Einzelblättern.[12] Beide Schriften sind dennoch aufgrund ihres anzunehmenden Inhaltes zu dieser Gruppe zu zählen. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass es sich bei den beiden letztgenannten Handschriften um ein- und dieselbe handelt.

Auszugsweise Abschriften der „Gladiatoria“ finden sich in einer Vielzahl anderer Handschriften wieder, wie z.B.:

  • Wolfenbütteler[13] Kodex Guelf. 78.2 Aug. 2°
  • Cod. 862 (als Teilabschrift) ehemals Donaueschingen.[14]

Des weiteren nimmt Hils an, dass sowohl in den Handschriften von Jörg Wilhalm[15] als auch in denen von Paulus Hector Mair[16] Teile der „Gladiatoria“ wiederverwendet wurden.
Die Wiener Vindob. B 11093[17] ähnelt ebenfalls den „Gladiatoria“-Handschriften; ob sie unter selbige einzuordnen ist, bedarf einer genaueren Untersuchung.

Besonderheiten der Handschrift

Die „Gladiatoria“ bildet durch eine eigenständige Form der Darstellung und der Didaktik eine außerhalb der Lichtenauer-Tradition stehende Überlieferung einer Fechtlehre.[18]
Relativ ungewöhnlich ist das gemeinsame Erscheinen von Fränkischem (52r–54r) und Schwäbischem (49v–51v) Kampfrecht[19] in einer Handschrift. Lediglich noch in den Schriften Thalhofers[20] sowie im Codex Wallerstein[21] sind beide Kampfrechte nebeneinander dargestellt.
Selten wird in Handschriften eine konsequente Durchnumerierung der einzelnen Stücke wie hier vorgenommen („Merck das erste Stückh...“). Dadurch lassen sich inhaltliche Lücken, wie die der Blätter 43 und 44, leichter aufspüren. (In der Wiener Handschrift KK5013 wird dagegen die Numerierung nach den ersten Stücken nicht weitergeführt.)
Eine weitere Besonderheit ist ein didaktisches Hilfsmittel: In den Illustrationen und den Textabsätzen sind teilweise sowohl Aktion als auch Reaktion gleichzeitig dargestellt. So beschreibt z.B. auf fol. 1v der erste Textteil die Angriffstechnik des linken Kombattanten; der zweite Textteil, dessen Beginn durch einen Großbuchstaben gekennzeichnet ist, bezieht sich auf den rechten Kämpfer, der eine Verteidigung auf den vorher beschriebenen Angriff ausführt.
Eines solchen Hilfsmittels bedient sich unseres Wissens kein anderer Autor außerhalb der „Gladiatoria“-Handschriften; damit steht die Handschrift zumindest formal eigenständig neben der Liechtenauer-Lehre.


Transcription notes (New Haven version)

Annotations

This is the transcription of an Early High German illustrated manuscript from the first half of the 15th century. It belongs to the so-called Gladiatoria group. The original is located at Yale Center for British Art in New Haven, Connecticut. The mansucript used to belong to the Universitäts- und Forschungsbibliothek Gotha Herzogliche Bibliothek Gotha [supplement fromApril 2013 with reference to Cornelia Hopf, head of the manuscript departmant at the Forschungsbibliothek Gotha], where it was once archived under the number Ms. Memb. II 109. For a long time, it was considered to be missing; see also Hils, Leng.

The Gladiatoria group

Named after the Krakow manuscript Ms. Germ. Quart. 16, the Gladiatoria group consists of the following manuscripts:

  • Krakow, Biblioteka Jagiellonska, Ms. Germ. Quart. 16
  • Manuscript 'T', sold at an auction in Heidelberg as single leaves
  • New Haven, Connecticut, Yale Center for British Art (formerly Gotha, Forschungsbibliothek Schloß Friedenstein, Ms. membr. II 109)
  • Paris, Musée National du Moyen Age, CL23842 (formerly Donaueschingen, Fürstenbergische Hofbibliothek, Cod. 862)
  • Vienna, Kunsthistorisches Museum, KK 5013 (formerly P 5013)
  • Wolfenbüttel, Herzog August-Bibliothek, Cod Guelf. 78.2 Aug. 2o

The manuscript from Krakow is written in a more upright and more precise bastarda than the other two manuscripts from New Haven and Vienna – the only ones also to contain text passages. Additionally, the quality of the illustrations is superior to the other versions. E.g. the turf below the feet of the fencers shows flowers, grass and other plants, whereas in the other versions the fighters have to move on a barren, flatly coloured underground. The armour is depicted with more detail also.

The only information about the so-called Manuscript 'T' according to Hils are descriptions of three separately sold single leaves from an auction.

The New Haven manuscript which is transcribed here, is very similar to the Vienna version; both seem to originate from the same scribe, even the alignment of the text is partially identical. The writing is an accurate bastarda with hardly any corrrections and only infrequent abbreviations.

The codex from Paris is a compendium, and only the leaves 195r – 212v show an excerpt from Gladiatoria without text.

The Vienna manuscript ist very similar to the New Haven version, being only a bit more extensive – particularly concerning the dagger section.

The Wolfenbüttel codex Cod Guelf. 78.2 Aug. 2o offers only rough illustrations, coloured in a simple and flat manner, but no text – apart from some occasional remarks below the feet of the fighters and a single name on the mantling of a helmet (Johan Balder, f. 63r). This manuscript contains remarkably more techniques with the dagger than any other Gladiatoria version. Additionally, it features "Bloßfechten" and wrestling techniques as well as sword-and-buckler and staff fighting which do not occur in other Gladiatoria manuscripts. Since it also contains a war book and – in the very beginning – verses by Johannes Liechtenauer, it is most likely that it is a compendium from various different sources.

As Hans-Peter Hils already determined, the Codex from Vienna Cod. Vindob. B 11093 shows some similarities but does not belong to the group. Rainer Leng however adds this manuscript to the Gladiatoria complex, which I cannot verify. Admittedly, it deals with armoured fencers but the contentual differences are far too distinctive in order to come to that conclusion. (See also Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwerts, p. 201 f; Leng: Katalog ..., p. 22 – 34.)

The New Haven manuscript

As stated above, the present Yale version belonged formerly to the Universitäts- und Forschungsbibliothek Gotha Herzogliche Bibliothek Gotha, and was believed to be missing since World War II. According to Hils and Leng, the manuscript originally consisted of three separate parts bound together: the Gladiatoria part (1r – 43r), a fragment by Lope Felix de Vega Carpio, "El testimonio vengado" (45r – 55r) and a part with Spanish poems and French and Latin passages (57 – 100) (Leng, p. 23 f). In 2008 Leng still accounts parts one and three as missing (part two had already been restituted to Gotha in 1997). He surmises the manuscript to be identical to the manuscript 'T' which was sold at an auction by the antiquarian bookshop Dr. Helmut Tenner (see above). Considering the known number of leaves of the Gladiatoria part (1r – 43r) this assumption can be excluded for sure since the New Haven manuscript contains all of the 43 leaves. This assumption has been proven to be absolutely accurate, with the help of Hans-Peter Hils’ essay »Gladiatoria. Über drei Fechthandschriften aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts« (Codices manuscripti, Jahrgang 13/1987, Heft 1/2). [Supplement from April 2013.]

Parts of the manuscript are unfortunately lost due to clippping and croppping of the pages (possibly when it was assembled from its three parts mentioned above). This makes the text occasionally a little hard to read or to decipher at all. By comparison to the Vienna codex which has a very similar layout, several centimetres are missing, so even arms and legs of the fencers have been chopped off and other parts of the drawing are missing also. Furthermore, the text passages at the bottom of three leaves have been cut off entirely: foll. 3rv, 4rv and 7rv. I have added missing or illegible passages from the manuscripts from Krakow or Vienna.

Different from the Krakow version techniques with the long shield – along with either sword or club –, with sword and buckler or Hungarian shield and with the staff are missing in this manuscript. (The latter three consist of a single page in the Krakow codex anyway.)

Several different paginations and foliations occur throughout the entire manuscript, some of them old (contemporary?), some modern. However, none of them is particularly consistent or continuous. Leaf seven is considerably dirty on both front and back compared to the rest of the manuscript.

It is noteworthy that the suits of armour in all Gladiatoria versions are quite similar in most respects, particularly concerning the shape of the helmets, nevertheless there are a couple of distinctions. The present New Haven codex is the only one that features harnesses with a "Kastenbrust" breastplate, a fashion of armour popular in Germany in the middle of the 15th century: foll. 8v, 11r, 24v, 25r.

The transcription

The transcription follows the original as closely as possible. I have not dissolved the letter "v" in either "u" or "v". Abbreviations or other special characters remain mostly intact - considering the restraints of internet typography.

I am profoundly indebted to Christian Tobler and Jeffrey Forgeng without whose substantial help and support this project would not have been possible. Thank you very much.

Dierk Hagedorn, June 2009

Sources

Rainer Leng (compiler): Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters, Band 4/2, Lieferung 1/2 – 38. Fecht- und Ringbücher. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, 2008
Hans-Peter Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes. Peter Lang, 1985
Hans-Peter Hils: »Gladiatoria. Über drei Fechthandschriften aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts« (Codices manuscripti, Jahrgang 13/1987, Heft 1/2)
Martin Wierschin: Meister Johann Liechtenauers Kunst des Fechtens. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, 1965

Transcription notes (Wolfenbüttel version)

Annotations

This is the transcription of an Early High German illustrated manuscript, dated 1465 – 1480, that belongs to the so-called Gladiatoria group. It is located in the Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel with the number Cod. Guelf. 78.2 Aug. 2o. Since I cannot show the images this is a text-only version.

Die Handschrift

For general information about the Gladiatoria group see the transkription of the version of the Yale Center for British Arts.

The available manuscript is remarkable in more than one respect. It not only contains a conglomeration of the martial knowledge of the time – fighting with longsword or sword and buckler, wrestling and techniques for staff weapons – scattered throughout and in no homogenous order is an extensive version of the Gladiatoria complex. The first fechtbuch part of the manuscript contains no informative texts, although there is the according space below the fencers' feet. Only a couple of the Gladiatoria images have a very brief text that mostly is not the description of a specific technique but rather an indication for the correct order. The second part of the manuscript consists of a warbook with much more detailed annotations and descriptions.

What makes this manuscript most significant are the verses by master Johannes Liechtenauer – however without mentioning the master's name – which precede the fechtbuch on a folio that is not included in the regular folio numbering. This version written in Low German deviates occasionally slightly from the better known versions from other manuscripts. Thus this codex represents a link between the tradition of master Liechtenauer and the Gladiatoria group that follows a different line otherwise.

Next to a continuous folio numbering in the top right corner of the recto pages (2–157; fol. 1 seems to have been repaired, three folios without numbering precede) there are some more irregular numberings and markings:

  • Bastarda on 29r (d) and 112r (h)
  • Textura on the top in the middle of the recto pages: 41 (a), 42 (b), 43 (m), 44 (n), 45 (o), 46 (p), 47 (q), 48 (k), 49 (l), 50 (F), 61 (Cf), 62 (d), 63 (e), 64 (f), 65 (G), 66 (h), 67 (I), 68 (k), 69 (l)
  • Roman on fol. 74r in the right top corner (A)
  • foll. 79v – 108v: small, possibly contemporary page numbering at the top margin, continuous from 1 to 59
  • foll. 112r – 116r: additional folio numbering top right: 1 to 5 (the 2 is missing or damaged)

The transcription

The transcription tries to follow the original as closely as possible. I have not dissolved the letter "v" in either "u" or "v". Abbreviations, duplication characters or other special characters remain mostly intact - considering the restraints of internet typography.

Dierk Hagedorn, April 2010

Sources

Rainer Leng (Compiler): Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters, Band 4/2, Lieferung 1/2 – 38. Fecht- und Ringbücher. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, 2008
Hans-Peter Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes.

Transcription notes (Paris version)

Index talk:Cluny Fechtbuch (Cl. 23842)

References

  1. Martin Wierschin, „Meister Johann Lichtenauers Kunst des Fechtens“, München, 1965
  2. Hans-Peter Hils, „Meister Lichtenauers Kunst des langen Schwertes“, ISBN 3-8204-8129-X
  3. Altarbild in der Katedrale St. Bavo, Ghent
  4. Bayerisches Nationalmuseum Inv. Nr MA936
  5. Die erste Seite der Handschrift enthält den Stempel der königlichen Bibliothek Berlin und die Aufschrift „GLADIATO. RIA :~“ .
  6. Hans-Peter Hils, „Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes“, Frankfurt a. M., 1985
  7. KK5013, Kunsthistorisches Museum Wien
  8. Aus einem Brief von Peter Schlegel, August 2005
  9. Zur Verbreitung des Bairischen siehe Hermann Paul, „Mittelhochdeutsche Grammatik“, Tübingen, 1989, sowie Claus Jürgen Hutterer, „Die germanischen Sprachen“, Wiesbaden, 1999
  10. Handschriftenkatalog der Forschungsbibliothek Schloß Friedenstein Gotha, von Jacobs/Uckert 1838
  11. Die Handschrift wurde vom Antiquariat Tenner, Heidelberg, in Einzelblätter aufgelöst und verkauft.
  12. Auktionskatalog des Antiquariats Tenner vom Oktober 1958, Oktober 1963 sowie November 1964
  13. Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
  14. Derzeit befindet sich die Handschrift im Besitz des Antiquariats Dr. Jörn Günther, Hamburg, und steht zum Verkauf.
  15. Cod.I.6.2°.2, Cod.I.6.2°.3, Cod.I.6.4°.5 Universitätsbibliothek Augsburg; Cgm 3711, Cgm 3712 Bayerische Staatsbibliothek München
  16. Cod.icon.393 Bayerische Staatsbibliothek München; Cod.Vindob.10825/26 Österreichische Nationalbibliothek Wien; Mscr.Dresd.C93/94 Sächsische Landesbibliothek Dresden
  17. Österreichische Nationalbibliothek Wien
  18. Ob eine inhaltliche Übereinstimmung zu der Lichtenauerschen Lehre besteht, ist gesondert zu untersuchen und nicht Gegenstand dieser Arbeit.
  19. Reglementierte Form eines Gerichtlichen Zweikampfes, siehe Hils a.a.O., S210-212
  20. 78 A 15 Stiftung Preußischer Kulturbesitz; Thott 290 2° Königliche Bibliothek Kopenhagen; Cod.icon.394a Bayerische Staatsbibliothek München
  21. Cod.I.6.4°.2 Universitätsbibliothek Augsburg