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Vorred.

Es were nur recht und billich, und hette mich auch für gut und ratsam angesehsen, Das Ich dises ritterliche Eerenbuch, Dieweil sich jede kunst bey allen verstendigen, mit gutem grundt selbst vertheidigen und versprechen kan, on alle vorred, von mir aussgeen lassen solte. Dieweil ich aber merck, sihe und briefe, das dise manliche kunst des fechten, wie ander künsten mer, so dem geliebten vatterland, als für nutzliche und eerliche, den menschen durch die gelerten geprisen, und zu lernen furgestalt sein, von denjhenigen, so aus faulkait und hinlessigkait, der gutten tugenden und kunsten nicht achten, auch dieselben zu lernen kain liebe noch naigung, nicht allain nit tragen, sondern dieselben vilmer aus unwissender frechen, faulen leichtvertigkait, mit verachtlichen schmachworten, besudeln, und belegen (wie ich dann die lange zeit, als ich dises Eerenwerck zusamen geordnet, selbst erfahren, und solches offtermalen mit verdruss hab horen mussen) Derhalben ich wider meinen willen verursacht und bewegt worden, das ich der Edlen ritterlichen kunst des fechtens, und allen gelibten Eerlichen vom adel und sonst, so sich der manlichen kunst, dem Eerliebenden vatterland zu eeren, nutz und wolfart gebrauchen, ein klaine vorred und vertheidigung vorher hab setzen und ordnen wollen. Daran mich auch neben anderer muse und arbait, so ich auf dises werck gelegt, der unkost gar nicht beschauen soll, Ongezweiffelter hoffnung, das dise vorredt, dem leser zu gutem verstandigen bericht reichen und gedeihen werde.

Es haben sich die alten und neuen Griechischen, Lateinischen und Teutschen historici, ob dem ritterspil des fechtens, in etlichen puncten und articulen, menlich aus mass grund und ursachen, auch zu welcher zeit, in was land und gelegenhait, und auch durch wen, sie anfanglich iren ursprung entpfangen, und hergeflossen sey, seer vast bemuehet, aber in der ursach und jartzal, auch ortt und gelegenhait, sie alle cast uberain stimmend, und zugleich bekommen, das dise ritterliche kunst des fechtens, der jugent von hohen und nidern standen, zu Eeren, zucht und anraitzung gutter manlicher tugend, auch zu schutz und erhaltung des vatterlands, sambt aller redlichkait, im anfang gefundiert, auch die zu lernen fürgenomen worden sey. Noch werden sie allain in dem, welcher der erst erfinder diser kunst zu benennen were ettwas misshellig und ungleicher meinung befunden.

Und wiewol etlich der gelerten sagen, das dise kunst des ritterspils, wie andere künsten mer, unn die menschen zukomen, seinen einfluss, begird ud lust, von oben herab, das ist von Gott und himlischer inflyentz des Gestirns haben muess, malchs dann auch wol zu glauben, Hineben sagen ainsstails, das Polux, welchen die Römer geeret haben, ein anfenger diser Eerlichen kunst gewesen sey. Andere wollen solchen erfindung und eer, dem Mercurio zuaignen. Es werden aber beide antzeignung aus der ursach, das nicht befunden wirt, was nutz und frucht sie in diser kunst geschaft, auch welche herren sie zu schueler gehabt, die kunst von inen gelernet und hinder inen verlassen haben, etwas tunckel und unlerhafftig befunden.

Aber der merentail derselben Historiographi, sagen und zeugen, das Probas, welcher berumbter fechter und lermaister Teseii des kunigs zu Athen in Griechenland in welchem raich die ritterliche kunst im anfang, und lange zeit hernach, vest geplüt hat, gewesen ist, der erst erfinder und aufrichter diser kunst gewesen sey. Dan diser Probas die ritterliche übung dem künig Teseii mit so schönen grüntlichen argumenten dem künigreich und vatterland auch allem ordentlichen wesen und redlichkeit, sambt allem was zu erhaltung der freiheit des vatterlands dienet, als ain hoch nützliche artzney wider die unnützen hinlessige faige faulhaitt