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und andere liechtvertigkait, zu dem höchsten gebrisen und gelobet. Welches beelter kunig Teseus zu hertzen gefiert, und hat in bedenckung das dise ritterliche kunst und übung des fechtens zu fridlichen zeiten der jugent ein Eerliche und manliche ubung seye und aber in der not und geferlichkait dem vatterland zu eeren nutz und wolfart raichen und gedeihen mag, dem Probas glauben geben, und darauf selbs sambt etlichen der seinen vom hof des besten Adels, dise ritterliche kunst des fechtens zu lernen understanden, in welchem Probas hochbeflissen gewesen. Und hat sich also die Eerliche kunst des fechtens, ausz ursachen, das jeder dem vatterland, in der not zuhelffen dester künder und geschickter befunden wurd, dermassen so vast zugenomen. Das bemelter künig Teseus, etliche köstliche heuser zu der übung diser kunst, zu Athen und anderstwo in seinem Reich, nicht mit wenigen unkosten, reichlich gebauen hat. Welch dann ein anfang der lernung des fechtens in gemain gewesen ist. Es haben sich aber dise ding bey dem zehanden kunig der Athenienser Teseus genant, welcher nach der rechnung Ursperpensis, dreissig jar geregiert, ungefärlich anno .1224. vor der geburt unsers heilands Jhesu Christi, sich zugetragen und verlauffen, und von dannenher dise kunst welche die künig fundiert, und noch vil von küniglichen und fürstlichen geschlecht und gebluet, dasselbig inen selbst zu einer Adelichen übung, dem vatterland zu Eeren nutz und notturfft gebrauchen, auch billich ein Adeliges ritterpil warhafftig genent werden mag.

Was aber für fleis und reichlicher unkosten von den alten, auf die ritterliche kunst des fechtens gelegt, auch mit was ernst, und eerlichem ansehen die übung gehalten worden, zudem was für hohe personen sich diser kunst zu lernen underfangen, und das auch dise kunst allen landen und künigreichen zu zu gutem gewirckt haben, will ich auch erzelen und beschreiben.

Nachdem die menschliche Natur der plüende jugend nicht ruwen, odere feiren kan unnd aber dise ritterliche übung als ain manliche tugend, nicht allain in Grecia, sondern in aller Welt, grosslich gelobt, und in hohen eeren gehalten ward, So wurden in den Landen Grecie, und andern orten mere und besonders in der Landschaft Boecia, von dem starcken und weitberumbten fechtmeister Cercioni, plätz und ort, darauf man fechten, ringen, kampggen, und andere ritterspil üben solt, erwelt und gefreiet, die den namen Palestra von im empfangen, und dass die Lateiner noch zunennen im gebrauch haben. Denen haben nachgevolget die gewaltigen stet, Als Athen, Argis, Sparta, Corinthon, und andere Volcker mer, die ich umb geliebter kurtze willen zubeschreiben underlassen will. Nachdem aber die ritterliche kunst in Italia eingetretten, sind von den Römern gar künstliche grosse heuser, mit unseglichen kosten, wirklich erbauet, und Theatrum, das ist Schauheuser genant worden, under welchen verbauungen, der römisch Consul Staurus, welcher ein sollichen künstlichen Theatrum, der auff dreihundert und sechtzig marmolstainen seulen stunde, und hundert bar fechter darinnen fechten mochten, dem Got Jovis zu eeren erbauett, den preis erlanget hat. In welchen schauheusern dann die fechtmaister zu bequemlicher zeit, und sonderlich an den festtagen, darauff dann sollche übung des ritterspils, den Göttern zu eeren gestifftet war, zusamen kamen, und alda in übung des fechtens, ringens, lauffens, baides zu ross und fuss, hielten. Es wurde auch der übung des fechtens mit so einer eerlich ansehlichen züchtigen ordnung zugeschen, das sessiones, wohin jeder dem ritterspil zugesehen, namlich nach dem eer geadelt, oder in des rats ämbteren gewesen, sitzen solt, gemacht und geordnet wurden. Dann das römisch volck disen ritterspil dermasen geliebt und das zulernen und zubesuchen, so hochbeflissen gewesen, das sie ettwan mit so grosser antzal inn die Theatrum und schaufhauser zusamen kamen, das die bemelte geben unangesehen das sie