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Es seind aber die benanten Zwelff Artickel durch den Kaiser und die Fürsten des hailig reichs, mit grossem ernst gestelt, und müntlich fürgetragen worden. Der erst ward durch den Kaiser selbs angezaigt, dergestalt, Welcher den Christenlichen glauben, die halilg Trivaltigkait lestertt, die Kirchen Christi beraubet und schwachet, Der pfaltzgrapf. / Welcher wider das gebot oder verbott des Kaisers frewenliche handlet. Hertzog zu Schwaben, Welcher Frawen oder Jungkfrawen an iren eern enteert oder schwachet, Hertzog zu Baiern, Welcher Sigelbrüchig, mainaid und eerlosz erkant ist, Hertzog zu Francken, Der sainen aigen herrn verratet, und von im feldflüchtig wirt. Und also fortan andere herren mer. Wer sein Betgnossen zutod schlegt, oder zu todschlag ratet. Item welcher kirchen und clausen, witwen und waisen beraubt, das ir inen mit gwalt vorhelt, Item wer den andern onabgesagt und rechtliche erforderung, raubt, brent, und befedigt. Item welcher mit newerung des Reichs gesatz und ordnung verendern, und die strassen mit unrewig macht. Item welcher sein selbs, oder ains anderen Ee, verbrecher ist. Item welcher vom Adel erborn, und seines Adelichen stand nicht von seinen renttgilten und einkomen, und herrnsölden erhielte, sonder sich in kaufmanshandel unnd wucher begebe, Item das kainer, Er seiy denn von seinen von seinen vier Anherrn und Anfrawen her, recht edel erboren / Dise alle, so mit disen lastern befleckt, sollen das hoch eerlich ritterspil den Turnier meiden, und bey hoher straff gentzlich verbotten sain. Es seind auch jeder zeit bey allen Turniern, deren der erst zu Magdenburg anno .938. unnd der letst zu Wormbs anno .1478. nelich in sechszunddreissig gehalten worden. Die Erbristen und und Edlisten Fürstine, Gräfine, Freyin von Frawen, Jungckfrawen unnd wittiben stands, bey den Turniern gewesen, die helm und wappen helffen besichtigen, der schaw auftragen, Clainaten und gewinneter auszgeben unnd geschenckt, das lob und danck vereert, dei vortäntz mit inen gehabt. Das alles zuerhaltung Eer unnd tugend erdacht, fürgenomen und gehalten worden ist.

Es hat aber in die lenge auch nit besteen, und die ritterlich übung zu pflanzung nicht helffen wöllen, unnd wie dem die Juristen sagen, das in den Legibus der Kaiserlichen Fechtern clar verfaszt unnd aufgerichtet sein soll. Nemlich so alle Spil verbotten worden, so soll doch das ritterspil der kunst des fechtens, nicht allain menigclich unverbotten, sondern jederman frey erlaubt sein und plaiben. Welchs zu aufzauffung und pflantzung der ritterlichen übung dienet, aber mit grossem verwundern ist zuhören, das alle wellt stellet, wüetet und tobt, nach dem verbotnen, so kainen guten dienet, und das wenig, welchs manigclich lieben soll, lassen farn, und gantz aus der achtung komen. Damit dann gar nahent alle gute tugenden erloschen, wie dan in frids und kriegszeiten, laider offt gesehen wirt /

Es werden aber sonst allerlay newerfundenen künsten, als das verderblich geschosz aines ist, diser unser zeit gesehe, welcher sich die füsten und herren im krieg diszmals vast gebrauchen, durch welchs stück dise ritterliche kunst auch vast bekrenckt, und die tapfferen helden, seer vast inn abnemen komen sein. Dann durch dise strenge kunst, manchem küenen helden, sein lebenn haimlicher wais, von weittem her, abgestolen wirt, der sich sonst mit seinem ritterlichen gemüet, wol erettet, und ime ainen onsterblichen Namen des lobs hett machen mügen. Archidamus ersahe auff ain zeit, als Plutarchus schreibt Apoph. fol: 61., ainen Wurfzeug, so allererst aus Sicilia, komen was, da fieng er mit lautter stim an zuschreien, Bey dem Got Hercules, der männer