Wiktenauer logo.png

Page talk:Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens (Joachim Meÿer) 1570.pdf/459

From Wiktenauer
Jump to navigation Jump to search






Gründtliche Beschreibung / der freyen Ritterlichen vnnd Adelichen kunst des fechtens / in allerley gebreuchlichen Wehren / mit vil schȯnen vnd nutzlichen Figuren gezieret vnnd furgestellet.

Durch Joachim Meyer / freyfechter zu Straßburg /

ANNO M. D. LXX.

Mit Rȯmischer Keys. May. Freyheit /

Auff zehen Jar in keinerley gestalt nicht nach zu Trucken.


Dem Durchleuchtigen Hochgebornen Fürsten vnnd Herrn / Herrn Johann Casimir Pfaltzgrauen bey Rhein / Hertzogen in Bayern / meinem gnedigen Fürsten vnnd Herrn.

DUrchleuchtiger Hochgeborner Fürst / E. F. Gn. sehen mein ganz willige schuldige dienst / meines eussersten vermögens / vnderthenig zuuor bereit. Gnediger fürst vnnd herr / das die Ritterliche vnd Edel fechtkunst / jetziger zeit bey vilen etlicher massen in abgang gerathen / ist sonder zweiffel vnder andern / das die meiste vnnd fúrnemste Vrsach / Nemlich / das zu diser letsten zeit das schedliche Geschug auffkommen / vnd also gar yberhand genommen / das durch dasselbige / dem aller maňlichsten vnd dapffersten helden / sien Leben / biß weilen auch von dem aller geringsten vnd zaghaffsten / auch zu zeiten mit beyder der frevndt vnd seinde / schmertzen vnd bethawreb / vnuerfehenlich entzudet vnd geraubet wirdt.

Derhalbé zwr kein Wunder / das solliche freye Ritterlichen úbung nicht allein in abgang komen / sonder auch zum theil nicht ohne geringen nachtheil uhralter löblicher gewonheit / gliech in verachtung gerathen / Wo anderst solliche ermelte vrsach genůgsem / vnnd bey verstendigen Kriegsleuthen statt finden soll / fürnemlich / dieweil mit dem Geschútz / ohne andere Rüstung / Waffen ind Gewehr / nichts außgericht / je etwan / der gange Streitdurch solliche gebreuchlicht Waffen vnnd Handgewehr (wann das Geschútz fúrfallen der vrsach halben nicht zugebrauchen / wie das die erfahren Kriegßleuth bezeugen) auffgehalten muß werden.

Dieweil dem nun also / das bey vnd neben dem Geschütz / auch andere zum Kriegdienstliche Rústung / waffen vnd gewhr / jetziger zeit gleich sowol / als beyvnsern voreltern / von nóthen / vň aber /wie menigklichen bewust / nicht allein gute Rústung / Waffen vnd Gewehr / als Harnisch / Panzer / Swerdt / Helleparthen / Spiesse / vnd dergleichen zugehóre / sonder vil mehr einer täglichen übung / dieselbigen zu einem vortheil / vň des feindts abbruch vnd nachtheil / recht wol vnd geschicklich zugebrauchen / hierzu ganz vnd gar notwndig zu lehrnen sein will. Wie dann die tägliche erfahrung / das manchem seine Rústung / Waffen vnd Gewehr (wann er auch zum besten damit versehen / weißst sich aber nicht darein zuschicken / noch sich damit bedechtlich zu befendieren) mehr hinderlich / dann zur beschútzung seines Leibs vnd Lebens / erschießlich oder fúrstendig werden.

Vnd sich aber solche Ritterliche (wie auch alle andere Künst) schwerlich im aler rechtvn fruchtbarlich begreiffen vnd lehrnen lassen / so haben zwar verstendige vnd Adelmessige personen / bey allen Vólckern / vnd zu jeder zeit / sich dahin beflissen / das ihre auffwachsende jugent / neben andern freyen gůten vnd zut erbar vnnd Mannlicheit angehórigen Tugenden / auch in diser Ritterliché kunst / wie man allerhand Rústung vň Gewehr / beyde zu Roß vnd zu fůß / geschicklich gebrauchen solle / nach notturfft vnderricht werden móchten / wie sollichs die alte glaubwirdige geschicht Búcher aller Vólcker / fúrnemlich aber die Rómischen Historien / klar ind lauter vermelden vnd zuerkennen geben / darauß dann souil eruolgt / das bey sollichen Völdern vil dapffer Rittermessiger Helden vnd theüwre Beschirmer das Vatterlandts / auffkomen vnd erzogen worden / ist auch die nutzbarkeit angewendtes fleiß noch in der jugent / ehe dann sie das volkommen manliche alter erzeicht / herfür getrungen / wie dann sollichs fúrnemlich am Scipione Affricano erschienen / Nem=

lich das er / da er noch jung vnd bey xviij Jaren alt war / mit sonderlicher geschidligheit / die er auß sollicher Ritterlicher úbung erschópfft / seinen Vatter / den Burgermeister vnd óbersten Veldmarschald / in einer Schlacht / so mit Hannibale am waffer Ticinio geschehen / von feinden errettet vnnd bey Leben erhalten.

Das aber bey vnsern Voreltern vnnd alten Teutschen / ihre Jugent / neben andern guten Künsten / auch in Ritterlicher übing auffzuziehen im brauch gewesen sey / darff keins beweifens / dieweil solliches durch das werd selbs erwisen / am Tagligt / Dann nach dem die Rómer vermeinten / wei sie die ganz Welt bezwungen / vnnd als sichere Leuth / den wollústen mehr dann guten Künsten / Policey vnd Ritterlichen úbungen oblagen / vnnd dardurch das gantze Reyserthumb zuritter / allenthalban von seinden angefallen vnd zerrissen / seind vor allen Vólckern / die Ritterlichen Teutschen sollichs zu Retten / anzunemen / vnd wider auffzurichten / beruffen vnd erfordert worden.

Welches denn in keinen weg beschehen / wo nit die fúrtreiffenliche Teutschen / neben guter Policey / auch in allerhand Ritterspil vnnd Kriegs sachen geúbt vnd erfahren gewsen / wie dann and der großmeschtigen thaten vilervnüberwindlicher Teutschen Helden / als Pipini / Caroli Magni / Lodouici Pij vnd Henrici Primi zusehen / welche dann allwegen dermassen mit wolgeúbter Ritterschafft geziert / also das der jetzt vnnd hóchst gemelt lobliche Reyser Henricus primus / nach dem er durch seine RitterlicherTetsché / in einé gefahrlichen Streit oblaf ind Siglich triumphiert / ob jrer wol geordneten vnnd erúbten Ritterschafft sich nit allein verwvndert / sonder auch auß rechtem Keyserliche, gemúth dahin gedacht / wie dieselbigen nicht allein in sollichem Stand ( wie sie auff ihr May. auß fleiß derselbigen loblicher vordern kommen ) wesenlich erhalten / sonder auch weiter auff die nachkommen gereicht vnd geplantzt weren móchte / vnnd der=

halben die rechte Ritterschůl / nemlich der loblich Teutsch Turnier zu Maydenburg auffgericht / vň den nachkomenen denselben zuhalté also verlassen / welche Turnier noch beutigs tags / ob wol ermelte Turnier plátz / vileicht außweglichen vrsachen abgestelt / an vilenvnserer lobliché Teutschen fürtsten hóffen / nicht ohne sondern Rhům noch gehalten weren / alles zu dem ende / damit junge angehende / hoch vnd lobliche fürsten / Grauen / Herrnvnnd der Rittermássige Adel / zu Roß vnnd fůß / zu allen Ritterlichen gescháfften erúbt / vnnd wie man zusagen pflegt / gehetzt vnnd gewetzt wurden / Damit sie in der zeit der noth / dem gemeinen Vatterland desto fúrstendiger / auch ihr selbs Leib vnd Leben umd souil besser retten / auffhalten / vnnd dagegen dem feind stattlichen abbruch thůn móchten / seytemal allwegen der erúbte dem vhnerúbten uberlegen.

Dieweil daň gnediger fürst vnd Herr / mein Gemúth vnd Meinung dahin auch gesiňet / das ich ja mit dem geringen Talent / den der Allmechtig mit gnedilich mitgetheilt / dem gemeinen Vatterland mein schuldige deinst erzeigen mócht / vnd ich dann ( ohne rhům zumelden ) de lóbliche Ritterliche kunst des fechtens / nicht allein uon künstlichen berúmpten Meistern erlernet / sonder auch nun ebenlange Jar getriben / vnndd darinnen etliche junge fürsten / Grauen / Herrn / vnd vom Adel vnderwisen / vnd dann von ihr F. G. G. vnd vesten / zu mehrmalen gnedig vnd günstig ersucht worden / das ich die gemelte lobliche fechtkunst in ein gewisse ordnvnd verfassen / vnd dieselbig durch den Truck offentlich publiciern / vnnd vilen Leuthenvnserer Nation zu nutz ans liecht komen lassen wolt / so hab ich sollichem gnedigem vnd günstigem ansuchen / mich lenger nicht sollen ider letzen / vnd hab also im namen / vnnd durch Vatterliche verleyhungde Allmechtigen / das ich in angezogener loblichen Kunst in vilen Jaren mit müh vnd arbeit erlernet vnd erfahren / zusamen getragen / vnnd in die aller verstendilchste ordnung so mir jmer möglich / in disem

Tractat begreiffen / der tróstlichen Hoffnung / es soll damit vilen Personen / hohes vnd niders Stands / so zu der Kunst des fechtens Lieb / Luft vnd Willen haben / zu gůt vnd wol gedienet sein / inn erwegugn / das meins wissens (ohne jemandts verkleinerung zu melden ) dergleichen in teutscher Sprach nie aus gangen.

Das aber / Gnediger fürst vnd Herr / E. F. G. ich eben dises Werd vnderthenigklich zu dedicieren mich vndernommen / des hab ich zwar allerhand erhebliche vrsachen / fürnemlich aber dise. Erstlich das es sich mit E. F. G. dermassen ansehen laßt / dasvnser Teutsche Nation auff dieselbige ( als einem sondern hertzhaffté fürsten ) ein tróstlcihs zuuersichtiglichs auffleben billich haben solle / Dann wie Mannlich /fürstlich vnd Großmutig / E. F. G. sich noch also bey jungen Jaren / in den abgelauffenen beschwerlichen frantzósischen Heerzügen bewisen vnnd erzeigt / dauon wüst ich ( auß Relation ansehenlicher Leuth ) weitleuffige anmeldung zu thůn / Zum andern / dzich in keiné zweiffel letz / E. F. G. were neben deren wol angelegten studijs vnd ander güten künsten / darzu E. F. G. von deren fúrgelichten Herren Vatter / dem Durchleuchtigsten Hochgebornen fürsten vnnd Herrn / Herrn Friderichen Pfalggrauen bey Rein / des heiligé Römischen Reichs Ertz Trudsessen / vň Churfürsten / Hertzogen in Bayern rc meiné gnedigsten Herrn / mit hóchsté fleiß fürstlich erzogé / auch in dieser loblichen Kunst des fechtens vnderwisen / vnd deren nicht wenige Erfährung haben / vň derhalben von diser meiner gleich wol ringfúgigen / aber doch getrewen vň fleissige arbeit / auß hohe beywonendé fürstlichen verstand / gedig vň zum besten weren zujudiciern wissen / auß disen vň andern mehr erhebliché vrsachen / billich disem meinem werd keiné andern Patroné / daň eben E. F. G. suchen sollen noch wóllen. Derenhalben gnediger fürst vnnd Herr / so ubergib E. F. G. ich dises

mein / durch lange erfahrung mit allé fleiß zusamen getragne arbeit / vnnd gründtilche beschreibung vnd erklerung der mehr angeregten Ritterlichen fechtkunst / vnderthnig vnd mit hóchstem fleiß / bittent E. F. G. wolte das mit allen Gnaden von mit auff vň aňemen / auch desselbigen (als das nun mehr E. F. G. eygé) hohen Patron / vnd meind gnediger fürst vnnd Herr sein vnnd bleiben / den Allmechtigen vom Hertzen bemútig bittent / er wólle E. F. G. sampt dem gantzen Churfúrstlichen Hauß der loblichen Pfaltz / in langwiriger frirdlicher Regierung / auch aller zeilichen vnd ewigen wolfahrt allmechtiglich erhalten. E. F. G. mich zu gnaden hiemit vnderthenig befehlend / Datum Straßburg den 24 fabruaruij / Anno 1570.

E. F. G.

Vndertheniger vnd gehorsamer
Joachim Meyer freyfechter vnnd Burger zu Straßburg.

Vorred and den Leser

DEmnach die freye Ritterliche úbung vnd fechtkunst / biß anher nicht sonderlich ans liecht komen / vnd doch alle andere freye kúnste zů diser zeit dermassen beschrieben / vnd am tag sich sehen lassen / das sie bey nahe auff das hóchste gestigen / ist solches ohne zweyffel auß zweyen vrsachen beschehen. Erstlichen darumb das solche Ritterliche kunst / mit der fauste angegriffen / vnd mit zůthůn des ganzen leibs erúbt / vnd also mehr durch erfahrung / dann auß den Búchern můß gelehrt werden / Vň hat zwar solche vrsach mich eben lang auffgehalten / vnd in erwgung der grossen múhe vnd vhnkostens / bey nahe gar zůruck gezogen / Jedoch seind mir vil ehrlichende leuth /neben andern beweglichen vrsachen / auch mit disen begegnet / vnd nemlich zům ersten / Das vnangesehen vň ob gleich vil gedachte kunst fúrnemlich durch die leibs úbung můß erlehrne werden / so seye dannoch gewiß vň war / das sie eben als wol als andere / vom lernenden vil besser / wann sie ihme neben gůter anweisung / in richtiger ordnung zůsamen gesetzt / fúrgeschrieben / vň fúr augen gestelt / ins gedechtnus eingebildet / volgends auch so vil bester ehe durch die leibs úbung kan gelehrt vnd ergreiffen werden / dann wan sie ihm also schlecht múndlich erzehle / vnd stucktweise gewisen wúrde. Zům andern / so werden hiemit die ingenta durch vilfalriges nach gedencken / solche zůbehalten / nicht also hart beschwerdt / vnd mógen die zeit / welche sie sonst mit múhe darüber músten verzehren / desto mehr zů andern jhrem studijs verwenden. Zům dritten / so kan sich hierauß dei auffwachsent jugent / nach dem sie von einem rechten Meister gelert / vň aber denselbigé nicht alzeit bey sich hat / erinnern / vnd táglich zů jhrer geordneten zeit úben / wirdt auch also das jenige so sie erlernt / nicht bald auß der achtunge gelassen / oder etwan gemeinlich den mehrer theil vergessen / wie dem pflegt zů geschehen / Darumb denn denselbigen / vnd sonderlich jungen Herten / vnd andern vom Adel / welchen fúr andern dise Ritterliche kunst zůgeeiget vnd zu lernen gebürt hiemit nicht wenig gedient vnd fúrdernus mage geben werden.

Die ander vrsach ist dise / Nemlich das sich solche Ritterliche Fechtkunst / schwerlich last in Búcher schreiben / oder mit Búchstaben verfassen / als die allein durch úbung des ganzen leibs ins werck múß gerichtet werden / Dise vrsach dieweil ich sie selbs erfahren / halt ich wie die verstendigen kónnen vrtheilen / fúr de meiste vň wichtigeste /

daň souil die erste belňger / múß ich wie menigklich bekeňen / dz ein jede kunst / wie oben gemelt / wan sie in gůter ordnunge fúrgeschriben / mit geringer múhe kan gewisen / vň vond den lernenden durch die leibs úbung / mit der hand auch eher dann sonst mag begriffen werden.

Vnd zweiffelt mir nicht / waň man dise kunst vorvnserer zeiten in verstendlicher gůter ordnunge beschriben vnd ans liecht gebracht hette / so were nicht allein die Edel kunst bey vilen nicht also gefalen / sondern auch viel mißbreuche so jetzt mit gewalt eingriffen / gentzlich verbliben / Derhalben ich in gůter hoffnung stehe / es werden sich vil redlicher gefellen vň junge Fechter / vnangesehen das mein schreiben bey elich wenig geachtet / herfúr thůn / vnd nicht allein desvnordenlichen lebens / fressens / sauffens / Gotslesterns / flůchens / hůrens / spilens / vnd alles dessen / dardurch bißher von vilen dise Adeliche kunst bemosget / wie denn dise Ritterlich kunst von manchem etwa nur zum schantedel aller vnzuchte vnd faulheite gebraucht worden / vnd solches neben vilen ehrliebenden leuthen / auch alle ehrliche fechter auff das hócheste beklagé / sich mit fleisse enthalten vň daruor húten / sondern vilgedachte dise kunst grúndlich zuuerstehn / vnd zu erfahren einen rechten erbarn ernst anwenden / sich des vnnútzen Bawren getresch entschlagen / vnd also aller Maňlichet zuchte vnd erbakeit befleissigen / auff das (waň sie solche kunst selbes recht vnd wol erlernt / vň ein ehrliches leben fúhren) volgends auch andern vnd sonderlich der jugent fúr zůstehn / vnnd hiemit zu dienen túchtig mógen erachtet werden. Wo ich denn sehen vnd spüren sol / das dises mein schteiben bey etlichen statt finden / wird mir mein gehabte múh / hiedurch nicht allein etwas erleichtert / sonder vil mehr solche nach meinem geringen verstand / weiter an tag zůbringen / angeretzt werden.

Vnd damit sich solche junge Fechter / dest besser in dises Bůch wissen zuschicken / will ich neben dem / das ich anfangs im ersten Capitel einer jedé der dreyen ersté Wehre / die ordnung in welcher dasselbige Wehr beschrieben / vnd aiso fúglich auch fúrgetragen vnd gelehrt kan werden / in einer kurzen Suma zůsamen gesetzt / vnd fúr augen gestelt / auch die gantze Fechtkunst / in einer kurtzen Sumarien / welche denn auch zů mehrem verstande dises Bůchs dienen wird / erzehlen / vnnd steht die gantze Fechtkunst fúr nemlich auff zweyen stucken / Das erste begreifft in sich dei Háuw vnd Stich / mit welchen Háuwen vnd Stichen du fúrhast deinen seinde zů letzen / vnd zů=

erlegen / Das ander stuck seind die Versetzen / das ist ein lehr / wie du solche gemelte Háuw / wo sie von deiné widerpart gegen dir herfúhret / oder auff dich gerichtet wurden / solt abwnden oder außschlagen. Nun vom ersten Haupstuck die Háuw belanger / solen wissen vnangesehen / wie vil háuw gesetzt vnnd gelehrt werden / doch eygentlich an ihm selber nich mehr daň vier vier Haupt vnd Principal háuw seind / auß welchen die andern alle jhrem vrsprung haben vnd nemen. Nemlich der Oberhauw/Zornhauw/Mitter oder Uberzwerch hauw / vň dervnderhauw / vnd kan also kein Hauw so seltzam auffbracht werden / der nicht in disen sey begriffen / dann ob wol vilerley namen der Háuw gebraucht werden / als Wechsel/Sturz/Schiel/Krumphauw vnd dergelichen / so werden sie doch nicht ausser den vieré volbracht / dieweil der Sturz an jhm selber nicht anders dann ein Oberhauw / allein also genandt / dieweil er sich im hauwen ob dem Haupt also ubersturzt / deßgleiché so wirdt auch der Wechsel darumb / daß das Schwerdt durch solhem Hauw von einer seiten zur andern abgewechselt / also geheissen / welcher ob es wol auch kan durch andere geschehen / so ist es doch durch disen Schlimmen hauw am füglichsten zůurrichten / Aber die vrsach allerley namé vnd Háuw / auch wie die zumachen seind / findest du in den beyden Wehren / nemlich Schwerdt vnnd sonderlich im Dusacken / auch vierten Capittel nach der lenge außgefüret.

Das ander Hauptstuck wird auff zwen weg volbracht / Nemlich zům ersten / also waň dein gegenfechter mit háuwen vnd stichen auff dich her tringet / das du jhm dieselbigen mit außgestrecktem dargebotte nem Gefeß oder Wehr / also aufffangest vnd abtragest / damit du eylendts vnnd behend ehe er soch von seiné gethonen streich od stich wider erholet / mit wider streiché gefast vnd fertig seyest. Zum andern werden auch solche deines wiederparts Háuw vnd Stich / die er auff dich herfúhret / eben mit dem ersten Hauptstuck / das ist mit gleichen widerstreichen abgewendet / vnd von dir wegk gehauwen / dann wann dein gegenmann mit einem streich von vberzwerch gegen dir herhauwet / so kanst du jhm denselbigen mit dem Oberhauw / eben so wol mit zůgehórigem außtretten / von oben nider zü grund dempffen / als jhn mit denselbigem auff den Kopff hauwen / hergegé waň er von obenhauwer / so kanst du jhm den mit einem Uberzwerché hauw außnemen / vnd von dir abweisen.

Auß disen zweyen Hauptstucken entspringet durch die Practick das dritte / das ich daň hierinnen die Mittel / oder Handarbeit genent habe / Dises dritte fasset die ersté zwey Hauptstuck im gebrauch der selbigen zusamen / also

nahet / ds bißweilen das Versetzen vnnd letzen in einem streich mit einander kan geschehen / Zům lesten folget weiter die Practick an ihr salbs / vnd lehrt wie man gemelte stuck gegen dem Mann recht vnd wol / ein jedes an sein gehóret ort solle in das werck richten /anschicken vnd brauché / derhalben waň du nun deiné gegenman mit gemelten stucké wilt angreiffen / so mústu denselbigen zůuoren ordenlich in etliche theil abtheilé / damit du dein stuckvnderschidlich nach vortheil kónnest von einem ort zů dem andern verwendé/ auch dieselbige wissest jhe nach dem er groß/klein/starck/schwach behend oder langsam ist / an zúschicken / damit aber solches dester baß in alweg móchte bedacht werden / find die Leger jin zú komen / welche dann an jhm selber im grund nichts anders seind / daň ein verweilung oder verhaltung der Wehr / an dem eussersten ort / dahin daň mit derselbigen / im auffzucken zům streich bist ankomen / das du ehe der hauw gantz volbracht / in mitte desselbigen noch platz habest dich zů bedencké / oder derselbigen hauw nach deinem ersten fúrhaben zů volfúhren / oder anderßwo hin zu verwendé nútzlicher sein werde / damit du also im Vor vnd Nach / kein zů fellige gelegenheit versaumest / sonder (nach ermanung des worts Indes) auff alle vortheil behendigklich bedacht sein kónnest / vnd daher find wie gesagt / die Leger oder Hútten entstanden.

Von disen jetzt erzelten zweyen Hauptstucken des fechtens / sampt derselbigen vmstende / finde nicht alleind die herwacht sent jugent / von jhren darzů berůffenen vnd erfahrené Fechtmesitern / jhe vnd alwegen mit hóchstem fleiß vnderrichtet worden / sondern es haben auch alle fúrtreffenliche Hauptleuth / bey allen vólckern jhr vnder jhn habende Kriegsleuth / in solcher úbung also ernstlich angehalten / das sie vnderweilen wo sie vor den Feinden mússig vnd still gelegen /jhre Kriegsleut selbs ( wie sie jhre rústung Wehrvnd waffen / nach vortheil fúhren / auch des feindes streich vň stich geschicklichen abtragé / vnd jhre hergegen recht anstellen sollen ) vnderwisen / wie dann solches außtrucklich von Hanibal gelesen wird / vnd diser vrsach halben ist nach bey kurtz verschinen Jaré einem jeden rechten Fechtmesiter seinen vbersolt in den Feltzúgen oder sonst gereicht wordé / wie nun die Fecht kunst ein fúrnemen stuck der Kriegs úbung / vnnd durch solche úbung / der lehrnent sein Meisterlich zu mehrem nachdencken aller hand vortheil zůgebrauchen angereitze wird / mit sampt andern vil mehr nutzungé so solche úbung mit sich bringet / die kúrtze halben hie zů melden vmgangé werden / also ist auch vber das ein Fechtgang ein

seine kurtze fúrbildung / wie es sich mit einem Heerzug gegé dem Feind zůuerhalten sey / welche fúglichauff solche weiß mit einander kóňen verglichen werdé / daň zů gleicher weiß / wie einem weisen verstendigen Kriegsherren von nóren / da ser mit gůter Kriegs rústung / sampt aller zůgehóre auff das statlichest gerúst vnd versehen / auch des feindes macht / Rústung vnd fúrnemen / auch wie es vmd den platz oder ort / an welchemsich derselbige auffhelt gaschaffen / durch gůte kundtschafft habe erfahren / Demnach das er zůuoren ( wie er sich gegen allerhand vhnnersehne zůfelle auffhalten / denen in die hart begegnen / vň den Krieg zu endt fúhren wólle ) wol bedacht habe / deßgleiché fúr sich selbes ratschlágig / in aller hand Practick / den feinde auß seinem vortheil abzůlocken vnd herauß zůreitzn / gaúbt vnd erfahren / alß daň auch fúrsichtig vnd manlich anzůgreiffen / damit er nicht erwaň ein fúrfallete gelegenheit / die jhm villeicht so bald nimmer werden mag / mit zůuil lang bedencke vnfruchtbarlich versaume / volgens auch ernstlich nachtrucken / vnd wo sein feinde weichen wurde / mit nacheylen nicht zůgeh sein / auff da ser das jhenige / so er zů voren durch sein geschiklicheit vnd manlicheit erlangt / nicht wider durch vnfúrsichtiges nachuolgen verliere / also soll er aller gelegenheit wol warnemen / damit er endtlich mit sig abziehen kónne.

Eben also sol auch ein jeder gůter Fechter ( waň er mit seiner Wehr versehen ) auch / aller vmdstend seines gegenfechters ( gleich wie auch der seinen ) wol acht nemen / denselbigen nicht onfúrsichtig in seinem vortheil angreiffen / sondern mit allerhand stuck prackticieren / wie er jn auß seinem vortheil ablocken / vnd herauß reitzen kóňe / vnd so bal der seinem vortheil ersihet / fúrsichtig / behend vnnd eilents angreiffen / Maňlich vnd bescheidenlich nachtrucken / vnd jn also mit mit aller hand stucken / zu allen theilen seines leibs / dermassen betrengen vň engstigé / da ser zu keiner fruchtbarlicher arbiet oder gegenwehr komen móge / als daň waň er sein fúrnemen geschaffer / fúrsichtiglich ( damit er nicht zů letst erst durch sicherheit schadé empfahe ) abziehe / waň es sich aber begebe / da ser etwan zůfelliger vrsach halben / zů seinem fúrnemen nicht komen móchte / so sol er dasselbige mal vor seinem gegen fechter nicht lang verharren / auff da ser sich nicht vergebens abarbeite / sonder schauwen wie er sich fúglich von jhm abziehen kónne / damit er sich zu einem frischen angriff wider erholen móge / vnd sich also dem mangel oder jhn zůuoren von seinem fúrnemen / abgehalten ) kúnstlich ferner zů begegnen / gefast machen / In dem allem sol er auch fleiß anwenden / wie er des ge=

gen fechter artim fechtem erkůndige / vnd seine sonderliche stuck nicht eigenrhums halben zůuil sehen lasse / sonder dieselben auff das geheimest bey jhm behalten / Also ist bey nahet schier kein stuck das einem Kriegsman zůstendig / nicht auch im Fechten nútzliché kóňé bedacht werden / dehalben ob solcher fúrgemelter vralter vólcker Hauptleuth exempel noch heutigs tags nóthig zůfolgen were / wil ich die erfahrne Kriegsleuth vrtheilen lassen.

Demnach ich mich der kunst zů ehren diß Werck / souil in meinem geringen vermúgen zů beschreiben vndernomen / hab ich fúrnemlich zum ersten auff die Háuw / als auff das rechte Hauptstuck alles Fechtens getrungé / Als daň zum andern hab ich den Maň gegen welchem du solche háuw vnd sich fúhren solt / mit seiner abtheilung fúr augen gestelt / Nachgohnde zům dritté habe ich / wie man die háuw gegen dem abgetheilté Maň / der daň auch nicht feyren wirdt / fúhren sol / durch mancher hand Exempel anzeigen wóllen / nich der meinun das man eben disen Dxemplen folgen músse / sondern vil mehr dahin gesehen / wie der lernent durch solche Exempel angefúhret vnd geúbet wurde / damit er als daň zůr zeit der not / die Háuw nach seiner gelegenheit vnd vermógen seines leibs selbs anschicken vnd fúren lernte / daň sich die Háuw / wie vnd waň man die hauwen sol / nicht also in ein sonderliche vnd gewisse form eintringen lassen / sonder můß hie allein der marckt / des keuffers lehrmeister setn.

Derhalben ist das mein rath / wann du den stilum diser kunst treffen wilt / das du zů forderst wie nun offt gemelt / erstlich die háuw oder stich fúr sich selbs / recht vň wol mit außgestrecken Armen / auch mit zůthůung des gantzen leibs krefften / gewaltig von dir hauwé lernest / des findest ein nútzliche form solche háuw anfang zůleren im Dusacken / durch vier Regel / im dritten Capittel fúrgeschrieben / waň du nun dieselbigen recht vň wol wie gesagt / kanst hauwen / so lerne als daň zum andern / dieselbige in vollem flug oder lauff / wider künstliché abzucken / vnd verfliegen zůlassen / damit du ein jeden hauw / waň er eben jetz antreffen soll ( vnd aber gewahr wurdest / da ser an disem Ort vnfruchtbar sein wurd ) noch in demselbigen flug / ehe ers recht gewahr wirdt / anderst wo hin verwenden kónnest / Waň nun solches geschehen / so bist du erst abgericht vnd túchtig gemacht / auff den platz zů thretten / vň anfangen solche háuw in der Practick / auch gegen deinem widerfechter ins werck richten zů lernen / Hie fangen sich an die háuw sich nach eines jeden art / natur /stercke / vnd vermógen zurichten / dann der schwache můß hie ein andern vortheil in háuwen suchen / dann der starcj / vnd so furt an der starck.

Waň nun also zwen / mit obgemelté háuwen zůsamé treffé / so geberé di zwey Hauptstuck / als hauwen vnnd versetzen / dieweil ein jeder licher mehr hauwen dann versetzen wolte / ein wunderbarlichen kampff / also das jetz diser dann jhener schlecht / bald jhener dann diser versetzt / kempffen also beyd mit gleichen stucken vmb das Vor / vnd obligen.

Welche Practick ob sie wol schwerlich zůuerfassen / Nemlich weň / od wohim / ein jeder hauw zů rechter zeyt angelegt vnd volbracht werden kan / so hab ich mich deß Vor vnnd nachs / durch alle stuck dermassen beflissen / Also das ich verhoff / es werde der fleisstge Leser nicht ein geringe anleitung zů der Practick haben kónnen / dieweil zwifachen den dreyen mitlen kein vnderscheid mag gefunden werden / nemlich zwischen Vor / Gleich / vnd Nach / dň jhe ( waň jren zwen mit Wehren zůsamen wóllen ) einer vnder jhnen Vor das ist zům ersten hauwen / darauß daň folgt das der ander nachhauwen wirdt / oder werden beyde zůgleich hauwen mússen / Nun harder / der den ersten streich thůn wil / wol zůbedencké ob er sich nicht etwan hiemit in ein gefahr gebe / vnd also ( wo er den vortheil hieriňen zůnemen nicht wuste ) in seinem eigene hauw gefangen vnf ereylt wurde / Deßgleichen hat es ein ander bedencken in den Nachháuwé / auch in andern vortheil mit den háuwen so zůgleich geschehen / damit sie nicht beyd ein ander treffen / wie vil geschicht / Derhalben hab ich ( wie gesagt) in allen háuwen vň stucken den vnderscheid mit fleiß vnd nach der lenge außgefúhret / vnd sonderlich gelehrt / wie man etliche háuw zům anreitzen / jhn damit auß seinem vortheil zů bringé / etliche zům nemen / das ist waň du jhn durch obgemelt anreytzen / zů einem hauw auffbracht / denselbigen mit einé gegenhauw abwendest / oder mit versatzung entpfangest / vnd daň zům dritten wtlich zům treffen brauchen soll / wie du solches im Dusacken vnd Rappier durch auß sehen wirst / vnd zwar so findt sich heiriňen erst die rechte kunst / vnd Practick / in welcher sich des menschen vernunfft / scharpffsinnigkeit / geschwinde bedachtlichheit / fúrsichtigkeit geschicklicheit / vnnd manlicheit sehen last / vnd herfúr thůt / dann hie scheid sich die kunst nach den personen / also das ein schlecht stuck / von einem bedechtlichen sinreichen / vil fruchtbarlicher ins werck gericht / dann von einem olbern / der besten eins gefochten wirdt.

Dieweil nin ein jeder / gleich wie er sonst anders dann der ander gesinnet / auch im Fechten anderst gebaret / so hat mich zwar fúr gůt angesehen / die háw auff allerley weiß ( beyde wie man die hauwen / vnd die gegen jhm gehauwen werden ) abwenden sol / zůhandlen / damit jhme ein jeder / er sey starck / schwach / behend oder langsam /

etwas jhme dienstlich / hierauß zů nemen habe / daň das Fechten ist eigentlich ein solche úbung / dardurch der Leib zů allerley behendigkeit die Wehr zů fúhren / abgericht wirdt / alsdann wann er darinnen erúbt / můß ers als dann im werck selber anschicken / vnnd die Wehr nach dem es die glegenheit erfordert / fúhren / jhe besser er dem nach hieriňen erúbt ist / jhe besser er einer jeden fúrfallenden gelegenheit wird begegnen kóňen. Was aber mehr fúr nutzbarkeit so zůr leibs geradigkeit vnd gesundheit auß solcher úbung erschópfft wirdt / wil ich den mehr verstendigen zů erkennen heim gestelt haben.

Was nun aber hieriňen nach dem Bůchstaben / form / zierlichheit nicht außgefúhret ist / wie es wol sein solte / das wólle mir der Leser eingedenck meines wol meynens / zů gůt halten / vnd also meinem gehabten fleiß vnd múhe / zům besten auffnemen vnd vermercken.

Inhalt des gantzen Bůchs.

Nemlich was /vnd wieuil Wehren darinnen gehandlet werden /

Erstlich das Schwerdt als ein fundament alles fechtens.
Der Dusacken.
Das Rappier.
Dolchen.
Ringen.
Halbe Stangen.
Helleparten.
Der lange Spieß.

Inhalt des ersten Bůchs vom Fechten im Schwerdt / vnnd was fúr Ordnung in beschreibung desselben gehalten / auch warauff diser Ritterlichen Kunst grundtfeste gelegen.

Dieweil ich mir die Kunst des Fechtens in disen Ritterlichen vnd Mannlichen Wehren, welche jetziger zeit bey vns Teutschen am meisten gebreuchlichsten, nach meinem besten verstand vñ vermógen auffs fleissigest vnd trewlichest zůbeschreiben fúrgenommen, vnd aber die erfahrung gibt vnd offenbar ist das, das Fechten im Schwerdt nit allein ein vrsprung vnd qúll alles andern Fechten, sonder auch fúr andern wehren das aller künstlichst vnd manlichste ist, derwegen hat mich notwendig vnd fúr gůt angesehen, von diser meinen eingang zůmachen, vnd auffs kurtzest, aber doch klárlich davon auff solche weiß zůhandlen, wie in andern künsten vnd übungen allen beschicht.

Erstlich jhre zůgehórende terminos vnd art zůreden, anzeigen, so von Meistern diser kunst mit sondern fleiß darumb erfunden, das man die heimligkeit vnd geschwindigkeit derselben desto kürtzer vnd ringer lernen vnd begreiffen móge. Nachmals solche terminos erkláren vnd auslegen / damit eigentlich jederman móge verstahn / was durch solche art zůreden verstanden sol werden.

Dann zům dritten die übung der kunst an ir selbst darzůthun, wie sie soll auß den erklerten hauwn vnd Legern ins werck gericht werden, auff das nit allein die Jugend so sich auff solche kunst zůbegeben willens, durch solche inen vnbekandte wort irrig gemacht vñ zůr ver=

achtung diser kunst verursacht würde / oder auch so mitten in der kunstr solcher wort gedacht / erst von nöten sie zů erkleren / welchs dan eim sehr verdrießlich zů lesen / sonder auch die erfarnen abnemen mógen / das die übung des Fechtens auß rechtem verstendigen grund ihr herkommen habe / vnd nicht an leichtfertigem Gauckelwerck gelegen / sintemal vnder solchem Gauckelwerck vnnd dem Fechten ein grosser vnderschaid ist / vnnd die Ritterliche kunst des Fechtens von allen weit erfarnen Kriegsleuten / insonderheit den Rómern in grossem werdt / Hiergegen aber die Gauckler / vor das vnwerdest losest gesindt / so auff der welt befunden / jhe vnd all weg gehalten worden.

Vnnd ist aber das Fechten im Schwerdt anders nichts dan ein übung / darin irer zwen mit dem Schwerdt zů samen streiten / im versatz / das einer den andern mit vorsichtigkeit vnd aller behendigkeit / künstlich / zierlich vnd manlich, im gebrauch desselben mit hauwen vnd anderer handarbeit oblige vn sige / auff das wo von nóten in ernstlichen sachen / einer durch solche úbung desto hurtiger vnd geschickter / vnd zůr beschútzung seines leibs desto fúrsichtiger sein móge.

Dises kan fúrnemlich in drey theil fúglich vnd wol getheilt werden / Nemlich in den Anfang / das Mittel vnd das Ende / welche drey theil in einem jeden stuck / welches du zů Fechten fúrnimest / sollen vn müssen eigentlich in acht gehabt werden / das du nemlich wissest mit was hauwen auß oder von den Legern du dein gegenpart angreiffen wollest / als dan so du in angriffen / wie du jhm ferner im Mittel mit der handarbeit / frey fliegent zů den Blóssen arbeiten / dein Vor so du im angriff ereilt zůerhalten.

Zům letsten wie du fúglich vnnd wol / wo nit mit seinem schaden doch ohn dein verletzung von jhm abziehen mógest.

Den Anfang / nun nene ich das zůfechten / wann einer gegen dem Man / den er vor sich hat / zůficht.

Das Mittel die bey arbeit oder handarbeit / wan einer im bundt oder lenger in seiner arbeit wider den gegenfechter verharret / vn im mit aller geschwindigkeit zůsetzet.

Das ende

den abzug / wie sich der Fechter von seinem gegenpart one schaden ab vn weg hauwen móge.

Das zůfechten im anfang geschicht auß oder von den Legern mit den hauwen / welche zweyerley seind / nemlich die Hauptleger vnd die Beyleger / so auß dem Hauptleger entspringen.

Der Haupleger seindt viere / der Tag oder Oberhůt / der Ochs / der Olber / vnd der Pflug. Der Beyleger achte / Zornhüt / Brechfenster / Lang ort / Schanckhůt / Einhorn / Schlüssel / Eisenport / Wechsel.

Der hauw aber so vil das Schwerdt belangt seind zweyerley art / welche beyde in gemein die gerade vnd verkehrte hauw genent werden. Die erste heissen die Haupt oder Principal hauw / auß welchen alle andere hauw ihren vrsprung haben / vnd deren seind vier / Ober / Vnder / Mittel / Zornhauw. Die andern werdé die bey oder darauß wachsende hauw geheissen / deren zwölff seind / nemlich / Schiel / Krum / Kurtz / Glitz / Brell / Einfach vñ Dopel / Blendt / Wint / Kron / Knichel / Sturtz / Wechselhauw / rc.

Auß disen beyden werden genomen die rechte Meisterhauw / welche darum also genent werden / das alle meisterliche vnd künstlich stuck im Schwerdt in solchen begriffen gemacht vnnd volbracht werden / nemlich Zorn / Krum / Zwerch / Schieler / Scheitelhauw / welche alle wie sie volbracht vnd gemacht werden sollen / wil ich in irer beschreibung so ich auff das zůFechten kom / vnd von den hauwen sag / klerlichen an tag thun.

Die Bey oder Handarbeit im Mittel begreifft die gröste kunst / vnd alle geschwindigkeit die im Fechten kan fúrlauffen. Den sie zeigt nit allein an / wie man das Schwerd anbinden / Winden / Wechseln / Verfúren / Nachreisen / Schneiden / Doplieren / Ablauffen sol lassen / oder wölcher gestalt man vmbschlagen / Schlaudern / Vorschieben / Absetzen / Zůcken vnd Rucken / Verstellen / Ringen / Einlauffen / Werffen vnd nachtringen soll.

Sonder helt auch in sich die Blóssungen / welche durch die außtheilung des Mans vñ Schwerdts muß verstanden werden / darzů denn auch das recht stehn vnd tretten gehórig / von welchem in seinem ort auch sol gehandelt werden.

Das abziehen am ende / fleußt auß dem Mittel / vnnd hat in der Practicken grossen nutz / derwegen zů ende eines jeden stucks / von darauff gehórendem Abzug / ordenlich soll bericht geschehen / vnd soll dises alles im ersten theil vom Schwerdt Fechten volricht werden / von Meisterstucken aber / vnd was zů mehrer behendigkeit zů diser Wehr dienstlich / damit diß Bůch bey den anfangenden Schülern / vnd demnach auch den mehr erfahrnen diser kunst nutzlich sein möchte / soll im andern theil weitleuffiger vnd gnugsamer bericht beschehen.

Solchen eingang aber / hat mich derwegen fúr gůt angesehen zů machen / damit diß Bůch einem jeden desto leichter zůuerstehn were / vnder sich darein wüste zůrichten / so er anfenglichen verneme / in was ordnung ich solche Ritterliche kunst wolt darthun / Will derwegen jetz im ersten Capitel von der theilung des Mans / als die am nútzlichsten ist am ersten zümelden / bericht thun / vnd wie derselbig in vier quatier außgetheilt wirdt / anzeigen.


Von dem Manns vnd desselbigen theilunge.

Cap. 1.

Wiewol die theilung des Mans auß welcher die Blósungen vnd Leger entstahn / zů vnd von welcher auch gefochten würdt / eingentlich zů der Mittel oder Handtarbeit gehóret / vnnd derowegen auch im inhalt dises Bůchs hievon meldung beschehen / jedoch hab ich dieselbe alhie zům ersten nit ohne sondere vrsach wollen setzen vn beschreiben. Den dieweil im Fechten vnd in allen stucken vnd künsten / es am ersten von nöten ist zů wissen / was das sey darumb es zů thun / vn derwegen darvon gehandelt würdt / hat sich zům ersten wóllen gebúren / hievon bericht zůthun / damit nit erst in dem Mittel oder Handarbeit so solcher Blósungen gedacht würt / von nóten davon zůschreiben / vnnd ich im lauff meines schreibens hindersich gezogen wurd.

Nun wirdt aber der Man abgetheilt in vier quatier oder theil / in das Ober vnd das Vnder / vnd der jedes in das Recht vnd Linck. Dises was vnd wie sie an inen selbs seind / darff nicht weitleuffiges beschreibens / dieweil der augenschein selbs solches gibt am menschen was an jme das oberste oder das vnderste / auch Recht vn Lincke theil sey. Doch zů mehrerm verstand was ich hiemit gemein / eklert das Bild zůr rechten in obgesetzter Figur.

Vnd ob schon dise nun erzelte vier theil des Mans gnugsam were / nach dem gebrauch der Alten Teutschen Fechter / bey welchen das Stechen so wol als das Hauwen zůgelassen / jedoch die weil bey vns Teutschen jetziger zeit / vn sonderlich in der Handarbeit mit den Winden / am meisten vnnd fúrnemsten nach dem Haubt gefochten wirdt / wil ich auch dasselbig wie den gantzen menschen in gemein / in die obgenante vier stuck abtheilen / Nemlich in das Ober so die Schei=

tel betrifft / vñ das Vnder so dem Kin vnd Halß zůstendig / vnd darumb das Rechte vnnd Lincke theil / welche gemeinlich wegen der Ohren / so beyden seitten zůstendig / das Recht oder Lincke Ohr genant werden.

Wiewol aber nicht ohne / das solche außtheilung etliche gar Kindisch duncken wurde / wie dan aller ding mehr tadler denn verbesserer / müssen es doch die gůthertzigen darfür achten / das diß fúrnemlich vnd allein darumb gemeldet / das auß diser teilung alle andere notwendige vnd zům fechten gehórige stuck / als auß einem qúl vnd brunnen entspringen vnd herfliessen. Den sintemal das fechten wie obgemelt nichts anders ist / dan so zwo Personen in gleichen wehren gegen einander Kempffen / wie einer den andern mit behendigkeit verletzen / oder sich fúrsichtigklich verteidigen vnd beschützen móge. Auch mein vornemen ist / wie den in allen andern wehren / solchs durch gewise stuck vnd kurtze begriff anzuzeigen vnd erkleren / hab ich nicht könen noch sollen hindergehn / solche teilung der Person alhie zůmelden / damit ob der gegenfechter auß einem oder andern theil zůfechten sich vermercke leßt / einer mit rechtmessiger versatzung / widerumb sich gefaßt zůmachen wißte. Oder ob jener auff einer oder andern seiten sich etwa mit einer Blósse erzeigen wurd / er sein streich auch auff ihn rechtschaffen mit vortheil anstellen könde. Dann je ein Man an deren vier orten einer / von wegen entdeckter Blósse getroffen / oder hinwider zůuerhütung dessen / sich in die Hůt oder versatzung muß legen.

Derwegen was volgends von den Legern / Hauwen vnnd Blósungen gelehrt / ist hie leichtlich abzunemen / das solches alles auß diser nun gnugsam beschreibung vn abtheilung des Mans herfleußt.

Von dem Schwerdt vnd seiner außtheilung.

Cap. 2.

Nach dem nun erklert / warumb es im Fechten zůthun / nemlich wie einer den andern etwa as einem theil seines leibs / Ritterlichen abbrechen oder hinwider seinen selbs verteidingen móge. Darauff auch die theil des menschen kürtzlich erklert / so ist weiter anzuzeigen von nöten / warum vn durch was mittel dasselbig gegen einander zůuolbringen / vnd wiewol dasselb der Tittel oder vberschrifft dises teils vor sich selbst deutlich auß weist / das als nemlich hierinne von nichts anders dan dem Schwerdt allein meldung geschehen sol / Dieweil aber dasselb nicht auff einigerley art vnnd weise allein geschicht / sonder bald mit der Kurtzen / bald mit der langen schneiden / bald mit der sterck / bald mit der schwech / wil sich gebüren nechstvolgendt von des Schwerdts gebreuchlichen vnnd zů diser Kunst gehörigen außtheilung auch etwas zůsagen.

Des Schwerdtes teil / was seine form vn Figur antrifft / sein Knopff / Ort / Creutz oder Gefeß / Hefft oder Bindt vn die Klinge / davon ohne not / was ein jeds / viler wort zůgebrauchen.

Die Kling hat widerumb zwo vnderschiedliche theilungen / derer erste ist in die stercke vn Schweche / die ander in die kurtze vnd lange schneide / das ist vorder vnd hinder.

Die Sterck des Schwerdts nennet man den theil vom Kreutz oder hefft / biß mitten in die klinge / die Schweche von der mitten biß and das ort oder endt derselben / dardurch die verenderung der stucke in Lange vnd Kurtze herwachsen.

Die Langeschneid ist die volle Widerschneid von den fingern hinauß / gerad gegen deinem widerpart / die Kurtze oder halbe schneide heist die so gegen dem daumé oder zwisché dem daumen vnd zeiger / oder ersten finger gegen den Fechter selbst gekeret / als ob es vmb gleichnus willen mit

andern wehren / also zů reden / der rucken am Schwerdt were / wie auß hie vorgesetzter Figur zůsehen.

Auß oberzelten theilungen des Schwerdts entspringen die rechte gantze theilung / welche im Fechten sehr nutzlich / nemlich das das Schwerdt abermals vnd ferner in gemein in vier theil getheilet vnd vnderscheiden / wie in hievor getruckter Figur zůsehen.

Der erst wirt genant / das Bindt oder Hefft begreifft in sich Knopff vnd Kreutz / zům einlauffen / Ringen / Greiffen / Werffen vnd anderer arbeit dienstlich.

Der ander die Sterck wie oberzelet / zům Schneiden / Winden / Trucken / vnnd anderm was auß der sterck gefochten nútzlich.

Der dritte theil ist das Mittel / wirt auß der sterck vnnd schwech vmb den halben theil zůgleich genomen / vnnd der wandelbaren arbeit / welche nach eines jeden gelegenheit alweg mag gebraucht werden / zůgeeignet.

Der vierte ist die Schweche zům durch wechseln / Schnellen / Schlaudern / vnd was dergleichen auß der Lenge gefochten gehörig / wie du denn solches alles folgends vil vnd gnugsam Exempel vnd stuck haben würst.

Von den Legern oder Hůten.

Cap. 3.

Si ntemal in allem Fechten / vm mehrers nutz vn verstands willen / deren so dise Ritterliche kunst zů lehrnen fúrhabens / recht vn billich drey fúrneme stuck sollen in acht gehabt werden. Erstlich warum es in dem Fechten zůthun / nemlich vmb den Man / dan wamit solle

gefochten werde theils alhie mit dem Schwerdt / vn aber bißher in den zweyen vorgehenden Capiteln / von beiden stucken gnusamer bericht geschehen / so erfordert alhie ferner die ordnug / das auch von dem dritten theil vnd stuck erklerung gethan werde / welches ist auff was weiß alles Fechten soll volbracht werden / das den fúrnemlich beschicht durch drey stuck / den Anfang das Mittel vnd Endt wie oben angezeigt. Demnach aber der Anfang durch zweyerley vnderschiedlich stuck sol vnd muß gemacht werden / nemlich auß vnd von den Legern / als auß dem die hauw ihren anfang nemen / sagen / wie vil seind erzehlen / vn wie sie volnbracht sollen werden / erkleren. Die Hůt oder Leger aber seind ein zierlich / aber doch nothwendig / stellung vnd geberd des gantzen leibs mit dem Schwerdt / in welche sich der Fechter so er / wie offt geschicht / ehe den sein gegenpart zů jhm kompt auff den platz / stellet vnd Legert / damit er nit vnversehens von im vbereilt vn verletzt / sonder er in hierauß erwarten in acht haben / vn alsbald er zů im kompt / mit vortheil vn gewisser geschwindigkeit angreiffen vn zůhauwen / vnd sich also gegen seinem widerpart Legern / das er ohn schaden zů jhm nit einhauwen köne / sondern entweders / so er nach seiner Blósse arbeitte / sich bloß geben müsse / vn er jhm also die vermeinte zůhabne Blóß mit einem zů oder abtritt entziehen / oder jhm auff das wenigst so er auß seinem vortheil hiedurch gereitzet / sein Kling außnemen / in verhindern / vnd ihn in seiner arbeit stecken köne. Die Leger oder Hůten aber / haben wie dan auch droben bemelt ihren vrsprung auß der theilung des Mans / den wie der Man in vier quatier Ober / Vnder / Recht vn Linck getheilt / so seind der Blóssen auch vier darauff der gegenfechter fúrnemlich zůtreffen / vnd wie vier Blósse / also seind auch gleichfals viereley Hauptleger oder Hůtten / darauß die andern alle herkommen vnd entspringen / als der Ochs / Pflug / Tag / vn Olber / die andern aber so hierauß entstehn / seind Zornhůt / Langort / Wechsel / Nebenhůt / Eisenport / Hengetort / Schlüssel / Einhorn / davon denn ordenlich vnd kurtzlich soll gehandelt werden.


Ochs.

Der Obertheil am Man wirt dem Ochsen zůgetheilt / vnd wie dasselbige zwey quatier hat / das Rechte vnd Lincke / also kan man auch das Leger des Ochsens in zwey theil / nemlich den Rechten vnnd Lincken abtheilen. Der rechte Ochs wirdt nun also gemacht / stehe mit deinem Lincken Fůß vor / halt das Schwerdt mit dem Hefft neben deinem Kopff / zůr Rechten Seiten in der hóhe / das dein vorder ort dem Man gegen dem gesicht stehe. Zům Lincken Ochsen schick dich disem zůgegen / nemlich trit mit dem Rechten Fůß vor / halt dein Schwerdt mit dem Hefft neben deinem Kopff zůr Lincken Seiten wie oben gemeld / so hast du beider Ochsen Hůt oder Leger / welches Leger in der Figur so mit dem Bůchstaben B verzeichnet ist / zůr Lincken furgebildet.

Pflůg.

Der vndertheil des Mans wirt dem Pflůg zůgeeignet / vn gleicher gestalt wie dieselbige zwey quatier oder zwo seiten die Rechte vn Lincke hat / also wird auch daher der Pflug der Rechte vnd der Lincke geheissen / seind beide an sich selbst nichts anders / dan ein stich von vnden auff / den rechten Pflug volbring wie folget. Steh mit deinem rechten Fůß vor / halt deine Wehr mit dem Hefft neben deinem vorgesetzten Knie wende die spitzen oder den ort dem Man ins gesicht / als wolstu in von vnden auff stechen / so bistu im Rechten Pflug / tritestu mit dem Lincken fůß fur / vnd thust im des gleichen / so ligestu im Lincken / vnnd ist also der Recht Pflug in obgedachter Figur zůr Rechten auch furgebildet.

Tag.

Die Hůt des Tags / welche man auch sunsten die Oberhůt nennet / wirt auff volgende weiß volbracht. Stehe mit deinem Linckest Fůß vor / halt dein Schwerdt hoch vber deinem Haubt / das das ort gerad vbers stehe / aller ding wie dich das Bilde zůr Lincken / in der Figur welche mit dem Bůchstaben B. gezeich=


net lehre / was dann also von oben herein gearbet wirdt / heißt alles auß dem Tag oder Oberhůt gefochten / darumb solch Leger der Tag genennet.

Olber.

Der Olber wirt meines erachtens von dem wort Alber / welches ist so vil als einfeltig genennet / sintemal auß disem Leger kein volkomlicher fertiger streich mag erlanget werden / man erhole sich dan nach des widerparts durch einen absatz entpfangenen streichs / eines neuwen / welches fúrwar einem Albern vnd einfeltigen menschen zů zůmessen / ohne bereidten gegenstreich auff sich schlagen zůlassen. Diser wirt also formiert / stehe mit dem Lincken fůß vor / halt dein Schwerdt mit dem ort vor dir außgestreckt auff die Erden / fúr deinen vorgesezten fůß / das die kurtze schneid oben / die Lange vnden stehe / so ligst du in diser Hůt recht / wie du solchers in gedachter Figur zůr Rechten sehen kanst.

Zornhut.

Die Zornhůt ist also genant das solch Leger zornig geberd erzeiget / wirt also gemacht. Stehe mit deinem Lincken fůß vor / halt dein Schwerdt auff der rechten Achsel / also das die Kling hindersich herab zům gefaßten streich hanget / vu ist alhier zůmercken / das alle stuck die auß der Hůt des Ochsens gebracht / auch auß dem Zornleger gefochten werden kónnen / allein das vngleiche geberde zů verführung des Mans in disem Quatier sich erzeigen / vnd jetzt dise / bald die andern gebraucht werden könen / besihe hievon die Figur so mit dem Bůchstaben E. verzeichnet.

Langort.

Steh mit deinem Lincken fůß vor / halt dein Wehr mit außgestrecken Armen / lang fúr deinem gesicht / das dein forder ort dem widerpart gegen seinem gesicht stehe / so ligstu in der Hůt des Langen orts / wie dich das Bild in der Figur so mit dem A. verzeichnet lehret.

Wechsel.

Dise Hůt wirt also volbracht / stehe mit deinem Rechten fůß vor / halt deine Wehr mit dem ort oder Schwech auff der Erden neben dir zůr seiten außgestreckt / das die kurtze schneid gegen dem Man stehet / wie du solches an dem Bild in der Figur so mit dem D. vermerckt sehen kanst.

Nebenhůt.

In dise Hůt schick dich also / Stehe mit dem Lincken fůß vor / halt dein Schwerde neben der Rechten / mit der Spitzen auff der Erden / das der Knopff vbersich / vnd die kurtze schneid gegen dir stehe.

Eisenport.

Was die recht Eysenport ist / wirstu hieunder im Rapier Fechten weitláuffgern bericht finden / Dan dieweil das stchen mit dem Schwerdt bey vns Teutschen auffgehaben / ist auch dise Hůt gentzlich abkommen vnd zů grundt gangen / brauchen es aber Heutigs tags die Italianer vnd andere Nationen / ist jetz im grund die Schranckhůt / vnd wird von den vnerfarnen als die von der Eisenport keinen bericht haben dafür gebrauchet.

Dieweil aber gleichwol ein vnderscheid darunder / hab ich die alle beide alhie kůrtzlich erkleren wollen / vnd wirt die Eisenport also gemacht / stehe mit deinem rechten Fůß vor / halt dein Schwerdt mit dem Hefft vor deinem Knie / mit stracken hangenden Armen / das dein orth vbersich auß dem Mane gegen seinem gesicht stehe / hat also dein Schwerdt vor dir zům schutz / wie eine Eisenethůr / dan wan du mit den fůssen weit stehest / also das der Leib vnder sich kompt / so kanstu alle hauw vnd stich darauß von dir abtragen.

Die Schranckhůt aber ist / wann du dein Schwerdt mit geschrenckten henden vor dir mit dem ort auff der Erden heltest / wie in volgender Figur deren Bůchstaben das F. ist / augenscheinlich zůersehen.


Hangetort.

Wie du das Hangetort in das werck richten solt / lehrt dich das Bild zůr Rechten in obgedachter Figur / allein das darinen die Arm nit gnügsam gestreckt hie angezeigt wirt / Derwegen schicke dich In gemelde Hůt also / stehe mit dem rechten Fůß vor / halt deine Wehr mit außgestreckten Armen vor dir / das die Klingen etwas vndersich gegen der Erden hange / diß Leger ist durchauß fast dem Ochsen gleichfórmig / allein das du im Ochsen die Arm strack in die hóhe empor heltest / hie aber gerad vor deinem Gsicht außgestreckt sein sollen / vnnd das Schwerdt gegen der Erden hangen lassest / darumb es denn auch das hengetort geheissen.

Schlüssel.

Der Schlüssel ist in der Figur welche mit dem Bůchstaben D. verzeichnet / also fúrgebildet / stehestu mit deinem Lincken fůß vor / vnd haltest dein Schwerdt mit dem Hefft vnd gecreutzigten henden vor deiner Brust / das die kurtze schneide auff dem Lincken Arm lige / vnd das ort gegen des Mans gesicht stehe / so wirt diß Leger oder Hůt recht gemacht.

Eynhorn.

Komm im zůfechten mit dem Lincken Fůß vor / flügel von beiden seiten auff / als wollestu dich in vorgenanten Schlüssel Legern / fahre mit geschrenckten henden vbersich zů deiner Rechten / das die spitz in der hóhe obersich her auß sehe / so heist es im Einhorn / vnnd stehest wie du in der Figur hie gegen mit dem E. gezeichnet am bildt zůr Rechten sehen kanst.

Vnd diß sey von den Namen der anzal der Leger oder Hůten / vn wie ein jedes ins werck gesetzt oder volbracht wird / kürtzlich vermeldet. Nach dem aber in allem Fechten / du Hauwest / Arbeitest / Versetzest / oder treibest fúr arbeit was du wóllest / nicht in einem Leger verharren / sonder alweg auß einem in das ander verfahren / vnnd eines in das ander verwandlen must / wil dir in sonderheit gebúren ein gůt fleissigs auffmercken zů haben / wie oberzeiten Leger eins auß dem andern ervolgen / welches ich dañ mit den Hauwen durch die Linien oder strassen etlicher massen mit wenig worten will erkleren.

Erstlich so du den odern oder Scheitelhauw thust findestu drey Leger / dann im anfang ligstu im Tag / im Mittel im Langenort / am endt im Olber / also hastu in der geraden Lini von ober herab von A vnd E drey Hůten oder Leger / fehrestu widerumb von vnden herauff mit geschrenckten hánden zůr versatzung / befindestu abermals drey Leger / Nemlich im anfang die Eysenport / im mittel das Hangentort / im endt vbersich in voller hóh das Einhorn / ziehest du dein Schwerdt mit dem hefft vor die Brust / das die halbe schneide auff deinem Lincken Arm ligt / so stehestu im Schlüssel / also kommestu im auff vnd abfahren in der Lini A. vnd E. auß einem Leger in das ander.

Der andern Linien so Schlim durch die rechte Lini herabwerts streichen seind zwo / eine die von dem rechten Ober quatier streichet / mit H. vnd D. bedeutet / die ander die von dem Lincken Obertheil zů dem Rechten vndertheil geht / im B. F. gezeichnet / Du hauwest nun durch welche du wilst / dan hieroben gemelten vnd alhier ichs kurtzlich widerholet haben wil / das alle Hauw vnd Leger auff alle beide seiten / Recht vnd Lincks volbracht werden kónnen / ob gleich vmb geliebter kürtze willen zům mehrerm theil dieselb nur auff eine art beschrieben / so kommestu erstlich oder anfangs in die Zornhůt / von welcher auch der Hauw den Namen bekommet / das er

der Zornhauw / vmb zornigs geberdt willen genennet / auff halben weg des Hauwes ins Langort / vnd am endt in den Wechsel. Zeihestu von dasien den streich wider herauff mit Langer schneid / so gehestu wider durch drey Leger / als im anfang gibt es die Nebenhůt / in der mit widerumb das Langort / vnnd im endt vbersich das Einhorn / Streichestu durch obermelten Lini eine / sey von welcher seiten es wolle / so kommestu auß dem Wechsel durch das Langort in die Zornhůt / auch kanstu im auffstreichen dein Schwerdt verwenden in das Hangentort / auß welchem so du ferner vbersich fahrest kommestu in die Hůt des Ochsens / also findestu alweg so offt du der gezeichneten Lini eine durchferest auff das wenigste drey Leger.

Es sol sich aber ein gůter Fechter nicht gewehnen / in seinem Legern lang zůwarten / sondern alß bald er seinen gegenmañ kan erlangen / denselben angreiffen / vnd sen vorgenommen stuck außFechten / Dann lang warten bedarff vil versetzens / auß welchem man langsam zů streichen kan kommen / wie vnden vom versetzen weiter gesagt.

Es sein auch die Leger sehr nutz / zů der stuck abtheilung / dann ob einer im Vorhauwen ohne gefehr in ein Leger kommet / kan er sich alßbald darauß erinnern / was fúr stuck darauß zůfechten. Als denn dienen sie nit allein zům zierlichen vnd füglichen abwechseln / auß einem Leger in das ander / sonder auch zůr verfúrung des Mans / vnd das er jrr gemacht wirdt / nicht wissen mag / was er auff dich Fechten soll / vnd letzlichen ist auch diß hierauß nutzlichen vnd gůt / das du deines gegenparts stuck leichtlich ersehen vnd kenen kanst / was er vngefehrlich auff dich Fechten wirt oder kan / vnd im also desto füglicher begegnen.

So viel sey gesagt von diser kunst anfang nemlich / dem zůfechten gegen dem Man / welches geschicht mit den hauwen durch die Leger. Jetzt volgt der gantzen kunst anderer Theil / so zů dem ersten noch gehörig / welches ist von den Hauwen.

Von den Hauwen.

Cap. 4.

Nun kompt das man zů der kunst vnd freien Ritterlichen übung selbst schreite / nemlich zů den Háwen / welche das eine rechte Hauptstuck im Fechté /wie solches anfangs gemeldet) seind / wie viel deren / was ein jeder sey / wie er gemacht vnd volbracht sol werden / ist nóttig hie etwas zůsagen / will allein hie den freundlichen Leser zů vorderst erinnert haben / Dieweil zwischen dem Schwerdt Fechten zů vnsern zeiten / wie bey vnsern vornfahren vnd vralten im gebrauch gewesen / ein grosser vnderscheid / das ich an diesem ort nur was jetzund gebráchlich vnd so viel zům Schwerdt gehórig von hauwen erzelen / so vil der alten gebrauch aber belangt / wie sie beide mit Hauwen vnd stechen scharpff gefochten / will ich in seinem gewissen vnnd sondern ort anzeigen.

Der Hauw aber so vie das Schwerdt jetzt belangt / sind zweierlei vnderschiedne art / als gerade vnd verkerte Hauw / die Gerade nenne ich so mit Langer schneid vnd außgestreckten Armen gegen dem Man gehauwen werden / deren sein vier Ober / Zorn / Mittel / Vnderhauw / auß disen dieweil die anderen alle herkommen / vnd keiner auff der welt so seltzam erdacht noch erfunden kann werden / der nit vnder deren einem füglich möchte begriffen werden / seind sie auch / vnnd billich / die Haupt oder Principal Hauw geheissen.

Die Verkerte Hauw seind die / wan man in den Hauwé die handt mit dem Schwerdt verkert also das man nicht mit voller oder Langer schneid / soder etwa mit halber schneid / flech / oder einer ecken den Man trifft / als da geschicht mit dem Glitz / Kurtz / Kron / Schiel / Krump / Zwerch / Brell / Blend / Windt / Knichel / Sturtz / Wechselhauw.

Dise dieweil sie auß den vier oberzelten Hauwen herkomen sein / werden sie darauß wachsende Hauw genannt.

Nun auß disen beiden komen vñ werden außgelesen fünff / so die Meisterhauw genandt werden / nit das wer dieselben wie Recht volbringen kann / als bald ein Meister dieser kunst zůnennen / sondern das aus denselben alle rechte künstliche stuck die einem Meister wol gezimmen zůwissen her gehen / vnd der sie recht Fechten vnd brauchen kann / fúr einen kunstreichen Fechter zůhalten / sintemal alle Meisterstuck in denselben verborgen / vnd man derer mit nichten kann entberen. Die seind der Zorn / Krump / Zwerch / Schieler / vnd Scheitelhauw.

Diese alle wie sie gemacht sollen werden / will ich ordenlich nach einander anzeigen / vnd erstlich von den Geraden Hauwen sagen / vnder welchen der erst der Oberhauw.

Oberhauw.

Der Oberhauw ist ein Gerader hauw stracks von Oben / gegen deines widerparts kopff nach dem Schedel zů / darumb er auch Schedelhauw genant wirt.

Zornhauw.

Der Zornhauw ist ein Schlimmer hauw von deiner Rechte Achsel / gegen deines widerparts lincken ohrs / oder durch sein gesicht vnd Brust / Schlims durch wie die zwo Linien / so durch die auffrecht Linien kreutzweiß vber einander sich schrencken anzeigen. Diß ist der sterckest vnder allen andern / als darinen alle krafft vnnd manligkeit des des Mans gegen seinem feindt im Kempffen vnnd Fechten gelegen / darumb er auch von den Alten Streithauw oder Vatterstreich genant vnd geheissen wirt. Von gedachten Lini findestu hernach / etc.

Mittel oder Uberzwerchhauw.

Der Mittel oder zwerchhauw kann fast aller ding wie der Zornhauw gemacht werden / allein ist diß der vnderscheidt / das wie der Zornhauw schlims vber ort / also dieser aber vberzwerch volbracht wirdt / wie zůsehen an der vberzwerch Linien mit beiden Bůchstaben G vnd C verzeichnet / solche Linie findestu hernach im Dusacken.

Underhauw.

Disen machstu also / Verhauw dich das du in Rechten Ochsen kommest (davon im nechst vorgehenden Capitel gesagt ist) vnd als bald du deinen gegenfechter erlangen kanst / so trit vnd hauw von Vnden vberzwerch nach seinem Lincken Arm / das du mit dem kreutz hoch vber deinem Haupt kommest / so hastu in volbracht. Davon besihe die kleinen bossen in der Figur mit dem B gegen der Lincken handt.

Schielhauw.

Schielhauw ist auch ein Oberhauw / aber darumb also genant das er gleich mit einer kleinen Schiele gehawen / wirt also gemacht / stell dich in die Hůt des Tags oder Zorns (davon im dritten Capitel) mit dem Lincken fůß vor / wirt auff dich gehauwen / so Hauwe hingegen / doch im streich verwende dein kurtze schneid gegen seinem streich / vnnd Schlag mit ebichter hand zůglich mit ihme hinein / trit mit deinem Rechten Fůß wol auff seine Lincke seiten / vnd nimm den Kopf geschwindt mit / so hastu jhm recht gethan / vnd stehest wie das grosser Bild in nechst gedachter Figur mit dem G gegen der lincken anzeiget.


Krumphauw.

Diser Hauw wirt also volbracht / stehe in der Zornhůt mit dem Lincken fůß vor / Hauwet dein gegen Man auff dich / so trit mit deinem Rechten fůß wol auß seinem streich gegen seiner Lincken seiten / Hauwe mit Langer schneid vnnd geschrenckten henden seinem hauw entgegen / oder zwischen seinen Kopff vnd Klingen / vberzwerch auff seine hendt / vnd laß die Kling wol vber seinen Arm vberschiessen / wie solches in der Figuren mit dem D an obern bossen zůr rechten Hand zůsehen.

Zwerch.

Zu der Zwerch schick dich also / stell dich im zůfechten in die Zornhůt zůr Rechten (davon in vorgedachte Capitel) das ist / setz deinen Lincken fůß vor / halt dein Schwerdt an deine Rechte Achsel / als ob du ein Zornhauw thun wolltest / Hauwet dan dein gegen Man auff dich von dach oder Oben / so Hauwe zůgleich mit halber schneid / von vnden vberzwerch gegen seinem hauw / behalt dein kreutz hoch ob deinem Haupt / damit dein Kopff versetzet sey / vnd mit dem hauw zůgleich trit wol auff seine Lincke seiten / so versetzestu vnd triffest mit einander wie die zwen bossen in der Figur mit dem H gegen der Lincken anzeigen. Wie du diese Zwerch zůr Lincken volbracht / also soltu sie auch gegen seiner Rechten in das weck richten / allein das du gegen seiner Rechten mit Langer schneide antreffen solt.

Kurtzhauw.

Diser ist ein heimlicher durchgang / vnd wirt also gemacht / wann man von Oben zů dir einhauwet / so stelle dich als woltestu mit dem Krumphauw / das ist mit halber schneide auff sein Schwerdt anbinden / vnderlaß es doch / vnnd fahr behend vnder seinem Schwerdt durch / schlahe mit halber schneid vnnd geschrenckten Armen

uber seinen Rechten arm zům Kopff / so hast sein Schwerdt mit Langer schneid auffgefangen / vnnd den Kurtzhauw volbracht / vnd stehest nach ende desselbigen / wie an den obern kleinern bossen zůr Lincken / das Bilde gegen der Rechten handt außweisset / welche Figur ist mit dem Buchstaben B verzeichnet.

Glützhauw.

Der Glützhauw wirdt dermassen volbracht / hauwet einer von Oben gegen dir zů / so schlag mit letzer oder ebichier handt gegen seinem streich / der Lincken obern Blóß zů / laß deinen Schwerdts klinge an seiner klingen mit ebichter fleche abritschen / das die kurtze schneidt im schwung vber die handt den Kopff treffe.

Prellhauw.

Diser ist zweyerley: Einer der Einfach / der ander der Doppel genandt. Der Einfache wirt also gemacht / Hauwet dein gegentheil auff dich von Oben her / so begegne seinem streich mit einer Zwerch / als bald es dan glitzt so zůck das Schwerdt vmb deinen Kopf / vnnd schlag von deiner Lincken mit außwendiger letzer flech / zů seinem Oher / aller ding wie das reosser Bild zůr Rechten hand in der Figur K außweißt / das das Schwerdt widerumb zů ruck abprelt / zůck es also im abpreleten schwung wider vmb deinen Kopf / Hauw mit der zwerch zůr Lincken / so ist er volbracht.

Den Doppeln mach also / als bald im zůfechten dein widerpart sein Schwerdt in die lufft bringt zůr arbeit / so stell dich in den Rechten Ochsen (davon im nechsten Capitel) zůcke das Schwerdt vmb dein Haupt / vnnd Hauw mit inwendiger flech von deiner Rechten starck wider seine klinge / das dir dein Knopf im schlag vnden an die spindel rühre / wie solchs an dem grossern Bild in der Figur I verzeichnet / gegen der Lincken handt zůsehen / im streich aber trit mit deinem rechten fůß wol vmb seinen Lincke / vnd so bald es glitzt oder růhret / so ruck es vbersich / reiß in des gegen der Lincken seiten gleich mit auß / vnd schlage behend außwendig mit ebichter handt wider


umb zů derselben Blóß hinein / nemlich mit letzer oder ebichter fleche / als wann es sich in einem widerprell also herte vmbprellt / so hastu ihn recht gemacht.

Blendthauw.

Bindt dem Mann von deiner Rechten an sein Schwerdt / windt im Bandt mit dem gehúltz oder Hefft vnden durch gegen seiner Lincken seiten / wann nun dein widerpart dem winden will nachwischen / so schnell geschwindt von deiner Rechten gegen seiner Lincken mit geschrenckten henden / die schweche zů seinem Kopff / das ist der vorder ort / windt behend wider durch / oder reiß auff deiner Lincken seiten mit halber schneiden auß / so hastu den Blendthauw volbracht / dieser Blendthauw wirdt auff vil wege gemacht. Daruon in Stucken weiter.

Windthauw.

Der Windthauw wirt volgender gestalt gemacht / Hauwet dein gegenpart auff dich von Oben / so Hauwe von Vnden mit gekreuzten henden / von deiner Lincken an sein Schwerdt / also das dein Knopff vnder deinem rechten Arm außsehe / vnnd so bald es gliitzt / so blad trit mit dem Linkcen fůß von ihme aus / wol auff dein Lincke seiten / zeuch dein Schwerdts knopff wider ab in ein runde / gegen deiner Lincken seiten herfür / das deine Lange schneid vber seinem Rechten Arm hinder seine klingen seinen Kopff im schwang rühret / oder vber seinen rechten Arm treffe / davon besihe das grosser Bild in gedachter Figur mit dem H gezeichnet zůr Rechten / vnd das demnach zůglich dein Schwerdt neben deiner seiten ausfliehe / vnnd Hauw behendt durch das kreutz wider dargegen / so ist er gemacht.

Kronhauw.

Dieser helt sich also / wann du im Pflug stehest / oder sonsten durch ein Leger (von welchem im vorgehenden Capitel gesagt ist) von Vnden auff zůstechest / vnnd dein widerpart von Oben auff dich Hauwet / so fahre mit vberzwerchem kreutz vbersich / fang ihme seinen streich in der lufft auff dein schilt oder kreutzstang / vnd als bald es glitschet / stoß den Knopff behnd vbersich / vnd schlag ihn mit der halben schneiden hinder seiner klingen auff den Kopff / so hastu den Kronhauw recht volbracht.

Kniechelhauw.

Dieser hat den Namen von dem Gliedt / nach welchem er gerichtet wirdt / den vollend also / wann du mit deinen henden hoch vber den Kopff nach dem ersten angriff / deinem gegenfechter vnder sein Schwerdt kommen bist / vnd seinen Kopff also zwischen beiden Armen heltet / so Hauw mit den Zwirchháuwen vnder seines Schwerts Knopff / vbersich nach seinen Kniecheln / oder zů den gelencken zwischen seiner Hand vnd Arm / helt er die hendt gar zů hoch / so Hauw mit obgemelten Zwirchhauwen von Vnden auff nach dem knópfflein bey den Elenbogen / so ist er gemacht.

Sturzhauw.

Ob wohl dieser Hauw ein Oberhauw ist / vnnd dafür geachtet das zwischen diesem vnd jenem ein geringer vnderscheidt sey / wirdt doch dieser darumb der Sturzhauw genant / das er im durchhauwen alweg oben vbersturzt / das die spitz dem widerpart gegen seinem gesicht kompt in Ochsen / vnd wirt den mehrertheil im gang oder zůfechten gebraucht.

Wechselhauw.

Der Wechselhauw ist nichts anders / dann vor dem Manne mit den háuwen von einer seiten zůr andern / von Oben zům Vndern vnd hinwieder abwechseln / ihn damit jrre zůmachen.

Schneller oder Zeckrůr.

Schneller oder Zeckrůr ist fast ein ding / welche eigentlich nit háuw seindt die gehauwen / sonder geschnelt werden / die werden volbracht in mitten oder voller arbeit / wann einer fůg hat / so nemlich von Oben oder auff beiden seiten / oder von Vnden gegen deinem gegenpart mit der flech oder eussern theil der klingen / das wehr last Schnappen oder in einem schwung oben oder vnder seiner klingen hinein schnellest.

Diß ist kurtzlich die eigentlich beschreibung der Háuw / wie sie im Fechten des Schwerdts ůblich / Dieweil

aber dieselb mit den streichen / treten vnnd Háuwen nur wie sie auff eine seiten vnnd art einfach gebraucht werden mógen / alhier beschrieben / vnd aber sie auff beiden seiten kónnen gefochten werden / hab ich den gůtherzigen Leser dessen alhier erinnern wóllen / das gleicher gestalt ein jeder aus den vorgehenden Háuwen wie er gesetzt / vnnd von einer seiten gemacht / also auch von der andern artig vnd füglich kann volbracht werden / darumb dann ich der selben weitleuffige widerholung vnnd ernewerte beschreibung / als vberflůssig gůtwillig übergangen.

Weil aber vmb vile der Háuw vnd ihrer verenderung móchte gefragt werden / warumb solches beschehe / so doch alles genugsam in den vier Hauptháuwen sampt dem Schielhauw / mit welchem die andere verkehrte háuw begriffen vnnd verstanden werden / will ich den liebhabenden Leser dieser kunst ermanet haben / das solche bißher erzelte zůháuw wol all in den fünff Meisterhauwen begriffen / als die aus denselbigen herwachsen / jedoch eigentlich von den erfahrnen dieser kunst / zů mehrer fleissiger vnnd nutzlicher ersuchung / vnnd von einander theilung der kunst darumb erfunden / vnnd mit ihren vnderschiedlichen namen benamset / damit die kunst die also in einander gewickelt verborgen / desto ehe vnd leichter begriffen / gefast vnd vnderschiedlich behalten werden köndt.

Vom versetzen ein nútzliche vermanung.

Cap. 5.

Nach dem das Fechté auff zweyen fúrnemen stucken berůhet / als nemlich zům ersten auff den Háuwen mit welchen du dein feindt begerst zůstillen / dann zům andern auff dem Versetzen / das ist wie du die Háuw so von deinem feindt auff dich gericht móchst abschaffen / krafftloß vnd die nichtsóllig machen solt. Wie du aber die Háuw volbringen vnd ins werck richten / ist hievor gnugsam erkleret / dieweil aber ein jeder Hauw so wol zůr gegenwehr deins feindts streich / damit abzůschaffen gebraucht wirt / als zůr verletzung seins leibs / haben die Háuw ohn mit lehrung der versatzungen nicht können gelehrt werden / derwegen wie du bißher gelehrt die Háuw

hauwen bistu zůgleich auch wie du die Háuw abtragen solt / gelert vnd vnderricht worden / dises ob es wol mit den Háuwé wie jetzt gehórt / nit kann abgesondert werden / will doch von nóten sein / hie von insonderheit mit vnderschiedlicher theilung zůhandlen. Merck derwegen anfenglich das des Versetzens zweyerley ist / das erste ist da du ohn allen sondern vortheil / gemeniglich nur aus forcht versetzest / in welchem du nichts anders thůst / dann mit deinem Wehr / so du deinem gegenfechter entgegen heltst die streich die von im beschehen aufffahest / auch nit begerest ihn zů beschedigen / allein benüget an dem / wie du ohn schaden von jhm abziehen mógest.

Wenn du aber zů disem versetzen mit gewalt vnnd vbereilen getrungen wurdest / so sihe doch das du dich mit abtritten endtledigest / vnd mit vortheil zům Vor wider kommen mógest / Von dieser versatzung nun / thůt auch Lichtenawer meldung da er spricht.

Vor versetzen hüt dich /
Geschichts dir not es mühet dich.

Mit welchem er das versetzen darumb nit gar will verbieten / nemlich das du nichts anders dann zůhauwen lehren solt / dañ wie es dein schad / wie droben gehört / wann du dich auff das versetzen wolltest gewehnen / dieweil es an dem zůuil / so du zů versetzen gedrungen wurdest / Also ist es nicht nutz so du mit streichen vberbolderst / gleichfals auch hingegen vnbedacht gleichsam mit zůgethanen augen hinwider mit seinen streichen zůglich hinein Hauwen wolltest / welches dann keinem Fechten / sonder vil mehr einem vnbesunnenen Bawren getrösch gleichfórmig.

Aber vmb mehrer nutz willens / will ichs Hauwen vnd versetzen so mit einem streich geschicht alhie abtheilen / vnd dich lehren allein wie du solche Háuw zů versatzung brauchen solt / welches dann auch auff zweierley weiß mag beschehen / Erstlich da du deines gegenparts streich zůuor abtregst / oder mit einem Hauw abweisest / darnach wenn du im die vorwehr genommen / mit einem Hauw seinem leib zůeilest.

Die ander Art zůuersetzen ist / da du dein widerpart in einem streich zůglich versetzest vnd verletzest / welches die alten fúrnemlich wie deñ billich loben / daher das sprichwort erwachsen / ein rechter Fechter versetzet nicht / sonder Hauwet man so Hauwet er auch / trit man so trit er auch / sticht man so sticht er auch.

Von ersten soltu nun wissen / das der Oberhauw alle andere Háuw als den Zorn / Mittel / oder Uberzwerch vnnd Vnderhauw / von Oben vndersich dempffet / auff diese weiß wann du jhm auß seinem Hauw springest / vnd zůgleich auff seinen Hauw in dem er herfleucht mit sterck Hauwest / damit du jhm so du anders recht antroffen / sein Wehr dermassen schwechst / das du den andern wol zů seinem leib Hauwen kanst / ehe er sich recht erholet. Wie nun der Oberhauw die andern streich alle von Oben nider dempfft / so würdt er von dem Zorn oder Uberzwerchhauw abgetriben / vnd nimpt auch der Vnder so er mit sterck geschicht / vnnd dem mit außtretten geholffen wirdt / die Oberháuw vbersich aus.

Wo aber zwen gleicher háuw mit jhren zůgeordneten tritten also zůsamen geschehen / das ein trit ein wenig vor oder nach dem andern / wie das auch augenblicks geschicht / so bringen sie ihre versatzung mit / diese versatzung aber ist begriffen in den ersten vnd geraden Háuwen / die ander versatzung aber ist / da du zůgleich versetzest vnd triffst / geschicht mit den verkehrten hauwen als den Schielhauw / Glütz / Kron / vnnd Zwirchhauw / wie solches denn volbracht / hastu Oben bey erklerung jeden Hauwes gehórt.

Dann solche verkehrte Háuw sind fúrnemlich darzů erfunden / das damit zůgleich versetzt vnd getroffen wirdt. Aber damit ich nichts hindergehe / so du zů mehrerm verstand vnd vnderweisung mócht gerathen / will ich ein Exempel des versetzens mit dem Zwirchhauw geben.

Schick dich in die Zornhůt / wirt denn auff dich von Oben her gehauwen / so trit mit dem Rechten fůß gegen deines widerparts seiten / vnd Hauw mit einer Zwirch das sit / kurtzer schneid vberzwerch zů gleich mit hinein / also das du sein Hauw auff die sterck deiner klingen / nahe bey deiner Kreutzstangen auffangest / vnd mit dem eussern theil deines Schwerdts sein Linck Ohr treffest / so hastu denn zůgleich versetzet vnd getroffen mit einander.

Was die andere Háuw mit welchen weder versetzt noch troffen wirt / als da ist der Kurtzhauw vnd Feler etc. werden eigentlich dem Fechten nit zůgerechnet / sonder nur per accidens oder zůfelliger weiß zůgegeben / den Mann damit zůuerfüren anzůreitzen / zornig zůmachen / vnd aus seinem vortheil zůtreiben / welches denn offtermals nicht ohn gefahr beschicht / kann derwegen damit kein versatzung auch nit beschehen.

Handtarbeit.

NAchdem bißher im ersten stuck des Fechtens / beide von den Legern vnnd Háuwen gnugsamer bericht gethan / vnd die also ferr kommen / das du dem Mann durch dieselben vnder das Schwerdt kommen / so erhebt sich erst der Rechte ernst vnd streit / wie du nemlich mit allerley Mittel arbeit als Verfúhren / Nachreißen / Wechseln / Doplieren / Nachtrucken / ihn dermaßen treibest / engstigest vnd zwingest / damit du den Preiß so als ein ziel dahin alle Fechter begeren / gesteckt / mit geschwinder arbeyt erreichen vnnd erhalten mógest.

Denn es mit nichten gnug wol vnd recht haben anfangen / wo du nit gleichfals auch fúrsichtiglich nachtruckest / daran dann die gröste kunst gelegen / vnd alles hie in diesem Capitel der Handtarbeit begriffen. Dieweil aber dasselbig auff mancherley art geschehen muß / deren jeder sein sonderlich wort vnd art zů reden hat / will von nöten sein / von demselben was sie seyen / wie sie volzogen werden sollen / klerlich bericht zůthun vnd zůuerstendigen.


Und steht zwar die ganze Handtarbeit vornemlich im Binden oder bleiben / Nachreisen / Schneiden / Umbschlagen / Umblauffen / Verfúren / Verfliigen / Absetzen / Versetzen / Zůcken / Doplieren / Verkehren / Schnappen / Felen / Zirckeln / Rinden / Winden / Durchwinden / Wechseln / Durchwechseln / Abschneiden / Hendtrucken / Vorschieben / Hengen / Außreissen / Sperren / Verstellen / Vbergreiffen / Einlauffen / rc.

Anbinden / Bleiben / Fülen.

HEist wann die Schwerdter an einander Rüren / Bleiben ist zweyerley / Erstlich wañ die Schwerdter an einander gehalten / zůsehen was der Mann will fechten / vnnd wo er seinen gegenman anzůgreiffen in willens. Darnach zům andern / welches mit streichen geschicht / wenn du dich stellest / als ob du zůckest einen streich zůerholen / vnd nur schlechts widerumb vmbschnelst / vnd mit kurtzer schneid wider dahinein kompst / dahin du zůuor mit Langerschneid gehauwen. Hie merck das wort fúlen welches soviel heist / als brüffen oder empfinden / damit du gewahr werden magst / ob er mit seinem Band hert oder weich an deinem Schwerdt ist / etc.

Nachreisen.

DIß ist ein sonder gůt Handtarbeit / vnd darin wol geübt vnd das wol weiß zů brauchen / mag billich ein Meister gelobt werden / vnd helt sich mit dem Nachreisen also / Wann du (so dein gegenfechter entweders mit seinem Wehr zů hoch vber oder vndersich / oder zů weit neben aus Hauwet) jhm zůr Blósse nacheilest / vnnd also sein Hauw zůuolfüren hinderst / welches denn fúglich kann vnd mag gegen die gebraucht werden / so mit ihren hauwen weit schweiffig vmb sich fechten / solches damit du es desto baß verstehen mógest / will ich dirs mit disem Exempel erkleren.

Wann einer gegen dir Fechtet / so nim war in welchem theil er sein Schwerdt fúhret / fúrt ers dann im rechten Ochsen / das ist im rechten Obern quatier / so soltu als bald vnnd in dem er sein Schwerdt von dannen auff die ander seiten zů Wechseln abnimpt / oder nur zům streich auffzeucht / daselbs behendiglich vnd mit list hinein Hau=

wen / vnd dich doch solcher hauw vnd stuck gebrauchen / auß welchn du gleich mit vnd als bald dein versatzung haben magst / Ficht er aber aus der Vnderhuten / so merck das du jhm (er Fecht von der Lincken oder Rechten seiten) als bald vnd in dem er aufffehrt / vnderhalb seinem Schwerdt listiglich mit der Langschneid nachfolgest / vnd der nechsten Blóß zů streichest.

Schneiden.

ISt vnder der Handarbeit auch der Rechten kern stuck eines / dann so du von deinem gegenpart mit behenden vnd geschwinden stucken vbereilet / kanstu ihn mit keinem andern stuck besser stecken vnd hindern / dann mit dem schnit / welches du dir dann auch in allen stucken als ein sonders hiezu erfunden kleinot / im vorrath behalten solt / Du must aber das Schneiden also volbringen / nach dem du deines widerparts Schwerdt mit dem Band empfangen / soltu daran verharren / zůfúlen ob er vom Bandt abgehn oder vmbschlagen wolt / als bald er vmbschlegt / so fahr jhm mit der Langen schneiden auff sein Arm nach / stoß ihn mit der sterck oder schilt im ruck von dir / laß fliegen / vnd ehe er sich erholen mag / so hauwe der nechsten Blóssen zů.

Umbschlagen.

HEist vom Schwerdt vmbschlagen / wann du von deiner Rechten gegen seiner Lincken angebunden / vom selben Bandt wider abgehest / zůr andern seiten vmbschlegest oder zů schnellest.

Ablauffen.

ISt / von welcher Handt du dem Mann an sein Schwerdt bindest / so verkehr in dem es riert dein Hand / vnd laß mit halber schneid vndersich ablauffen / vnd zůck vnder des dein Hefft vbersich in die hóh zům streich / vnd solches treib zů beiden seiten.

Verfúhren.

HElt sich also / wann du dich mit geberden erzeigest / als ob du deiner gegenpart zů einer Blóß zůfechten wóllest / thust es aber doch nit / sondern schlechst den streich zů einer andern Blóß hinein / zů der du am fůglichsten ohn schaden zůkommen vermeinest / vnd ob aber schon vilerlei stuck so dem verführen zůstendig / als der Schillerhauw mit dem gesicht / das Verfelen / Verfliegen / Wincken / Ablauffen /Verzuck / Zirckel vnd andere / auch dero wegen das Verführen nit allein mit dem Schwerdt / sonder auch mit den geberden mancherley hieraus entstehet / so seind doch dessen nit mehr art / als art vnd eigenschaft der Fechter seind / denn es richt sich durchaus nach eines jeden eigenschafft vnnd gewonheit im Fechten / als da der zornig / einander sitsam / dieser geschwindt vnd hurtig / jhender langsam fichtet / also auch das Verfúhren gleicher gestalt gebraucht vnd in das werck gerichtet wirt.

Verfliegen.

MUß also geschehen / wann du im zůfechten oder voller arbeit deines widerparts Blóß zůhauwest / er aber dein streich in der lufft zů empfangen dir entgegen fehret / das du jn nit lassest mit seiner Klingé an dein Schwerdt rúhren / sonder in der lufft solchen streich mit einem flug wider abzuckest / zů einer andern Blóß / welche arbet den gegen disen sehr nútzlich / o nur dein Schwerdt nachreisen vnd nit den leib zů verletzen begirig.

Absetzen.

DIeweil alle Fechtstuck / wie oben angezeigt / zwey ding erfordern nemlich hauwen / vnd die hauw mit dem Schwerdt abtragen oder versetzen / so merck das hie diese Handtarbeit das recht abtragen oder versetzen ist / mit welchem du nit allein die streich schlecht empfahest / vnd nit herwider hauwest / sonder auch zůgleich indem der absatz rühret zů seiner Blóß mit außtretten triffest / als kompstu im zůfechten in Wechsel / Hauwet er dir als dann

von Oben zů / so fahr vbersich mit Langer schneid gegen seinem streich / vnd trit zůgleich mit dem Rechten fůß gegen seiner Lincken vnnd setz jhm ab / gleich in dem es dann gliitzt / so verwendt die kurtze schneid / vnnd schnell jhm gegen seinem Kopff.

Schlaudern.

ISt nichts anders dann so du einen Hauw in einem Schlauder dem Mann zům Kopff fliegen last / als schicke dich in die Hůt des Olbers / vnd zeihe dein Schwerdt neben deiner Rechten zůruck durch / trit also in dem du dein Schwerdt zůrück zeuchst mit deinem Rechten fůß zů jm / vnnd Schlauder jhm deinen Hauw zům Kopff / Dieser Schlauderhauw sol eben daher fliegen wie ein stein auß einer Schlaudern geworffen wirdt / was aber sonst mehr von Schlaudern nötig / findestu in stucken hernach beschrieben.

Zucken.

MIt zůcken welches ein sehr gůt Handtarbeit ist / kanstu deinen gegenfechter meisterlich verführen / welches du also treiben solt / Nach dem du deinen Mann mit Langer schneiden angebunden oder eingehauwen hast / zů einer Blóß / so zůck behend wider vbersich als ob du auff die andere seiten hauwen wollest / fahr aber nit fort / sonder vollendt den Hauw mit kurtzer schneid behendt wider an den ort / von welchem du abgangen bist.

Doplieren.

ISt ein Hauw oder stuck doppel machen auff diese weiß / Hauwe erstlich von deiner Rechten zů seinem Ohr / als dann wann die Schwerdt zůsamen glitschen / stoß dein Schwerdts Knopff vnder deinem Rechten Arm durch / fahr zůgleich mit beiden Armen auff / vnd schlag ihn mit kurtzer schneiden hinder seiner klingen auff sein Kopff. Diese handtarbeit wirt derowegen Doplieren geheissen / dieweil dardurch ein Hauwe dopelt oder zwifacht volbracht wirt / erstlich mit Langer / denn mit halber schneidt.

Verkehren.

VErkehren ist / binde deinem widerpart gegen seiner Lincken an sein Schwerdt / vnnd stoß in dem es rúrt den Knopff vnder dein rechten Arm durch / entziehe jhm zůgleich dein Kopff wol auß dem streich gegen deiner Rechten / truck volgends sein Kling oder Arm mit geschrenckten henden von dir / vndersich damit du jhn zwingst das er nit mehr arbeiten kann / machst aber dir blatz nach deinem gefallen zů arbeiten.

Vmbschnappen.

VMbschnappen ist zweyerley / das eine / wann du wie jetzt bemelt jhm mit verkeren auff sein Arm oder Klingen kommen / so halt jm sein Klingen oder Arm / mit kreutzstangen steiff vnder dir / vnnd laß vnder des die klingen vmbschnappen seinem Kopff zů.

Das ander / so er aber dich mit verkeren vndersich getrungen hat / so weich jhm mit dem Lincken fůß gegen seiner Rechten / vnd greiff zůgleich mit dem Knopff oben vber sein rechten Arm / ruck den vndersich / vnd laß vnder seiner Klingen mit kurtzer schneid gegen seinem Kopff herfúr vmbschnappen / das dir dein hendt kreutzweiß vber einander kommen.

Fehlen.

FEhlen kann ein jeder wol / aber solches mit fúg vnd zů gelegner zeit nútzlich zůgebrauchen / weis allein ein wolgeúbter Fechter / Derowegen wiltu mit vortheil ein Fehlstreich thun / das du ein andern daraus erholen mógest / son nim war. Wann du zů einer Blós einhauwest / vnd dir dein widerpart versetzen will / das du den Hauw nit rüren sonder ablauffen last / vnd hauwest zů einer andern Blós zů / als zů einem exempel. Im zůgang komm in rechten Zorn / vnd als bald du jhn kanst erlangen / so trit vnd hauwe dem lincken Ohr zů biß an sein Schwerdt / in dem Hauw aber / ehe vnd denn es rúret / so erhebe den Knopff vnd laß die kling neben seiner Lincken fehl ablauffen / vnd zůck vmb den kopff / als dann hauwe jm zůr andern seiten / aussen vber sein rechten Arm zů seinem Kopff.


Zirckel.

WAnn du im Bandt vor dem Mann stehest / vnnd beide du vnd er die Schwerdter vber dem Kopff in den luͤfften führen / aber keiner vor dem andern sich Bloß will geben / so ist der Zirckel ein ausbúndige sonder gůte arbeit zů gebrauchen / welchen soltu also machen / Hauwe mit halber schneid vnd geschrenckten henden von Oben / neben seiner Rechten seiten fúr vber durch / das dein beide hendt ob dem Haubt bleiben / im Hauwen aber schrenck dein Rechte hand dapffer vber dein Linkce / damit du jhm das Recht ohr wol mógest mit halber schneid erlangen oder schúrpffen / wischt er als dann mit den Armen vndersich dem Schwerdt nach / so trit mit dem Rechten fůß wol beseits auff sein Rechte seiten oder hindersich zů ruck / vnd hauwe ein geraden Scheitelhauw zů seinem kopff.

Rinde.

DEr Rinde seind zweierley / Einfach vnd Doppelt / Einfache Rinde ist / wann du dein Schwerdt von deines gegenparts klingen oder Bloͤß in einem schwung vber dein Kopff abzuckest / vnd in der lufft last vmbfliegen / also das du ein runden Zirckel machest. Doppel Rinde ist diese / wann du also starck von seinem Schwerdt abzuckest / das es zweymal in vollem schwung vber deinem Haubt vmblaufft / zů jeder seiten einmal / welche Rind beide Einfach vnnd Doppel sehr dienstlich auch zům verführen seind / wie du solches in den stucken weitleuffiger sehen vnd erfahren wirst.

Winden.

DAs woͤrtlein Winden heißt auff gůt Teutsch Wenden / welche arbeit soll also gemacht werden / wann du von deiner Rechten an deines widerparts Schwerdt gegen seiner Lincken hast angebunden / so bleib am Bandt fest / vnd wende jhm das vordertheil deiner klingen einwerdts gegen seinem Kopff / vnnd wider heraus / doch das

du alweg vnder des wie bemelt / steiff an seinem Schwerdt mit dem Bandt bleibest / wie solches hie in disem Exempel zůsehen.

Hauwet einer von dach auff dich / so bindt von deiner Rechten mit einem Zwirch an sein Schwerdt / vnnd in dem es glitscht / so stoß dein Knopff vnder deinem rechten arm durch / vnnd wend also die kurtze schneidt in einem schnall einwerts gegen seinem Kopff / in disem allem aber bleib mit dem schnit hart an seinem Schwerdt / wirt er des schnals gewahr vnd versetzt / oder wirstu fúlen das er dir von Oben vom Schwerdt will niderfallen zů der Blóß so ruck den Knopff vnder deinem Arm wider herfür gegen deiner Lincken vbersich / vnnd schlag jhm wider mit kurtzer schneiden durch die Zwirch zů seinem Lincken ohr.

Durchwinden.

SO du mit einem Zwirchhauw angebunden / vnd wie hievor bemelt / die kurtze schneid gegen deines widerparts Kopff einwerts gewunden / so trit vnder des mit dem rechten Fůß zwischen dir vnnd jhm durch / gegen des Manns Rechten seiten / vnd wende zůgleich mit deinem Hefft vnder seiner klingen auff dein Lincke seiten durch / vnd fahr jhm mit deinem Knopff außwendig vber sein rechten Arm / trit mit dem rechten Fůß zů ruck / vnnd reiß zůgleich auff dein Rechte seiten vndersich aus / vnd schlag jn damit mit Langer schneid auff den Kopff / also hastu nit allein durchgewendt / sonder mit dem Knopff vbergreiffen.

Wechseln.

WEchseln will ein geübten Fechter haben / denn welcher ongeübt vnnd nit zů rechter zeit Wechselt / der saumet sich nur / vnd gibt sich ohn vrsach blos / wer aber im Fechten erfahren / vnd sich des Wechseln weiß zůgebrauchen / dm ist es ein kúnstliche arbeit / vnd gehört gegen diese zů Fechten / die nur nach dem Schwerdt vnd nit nach dem leib arbeiten / Das Wechseln aber ist mancherley / Wechseln im zůgang von einer seiten zůr andern / Wechseln vor dem angriff von einem Leger in das ander / Item im angreiffen gegen den Hauwe durchwechseln / also im zůfechten Hauw von deiner Rechten einen geraden Zorn oder Oberhauw / gegen deines widerparts Lincke sei=

ten / Hauwet er gegen dem Schwerdt vnd nit zům leib / so laß den ort sampt dem Hauw mit geschrenckten henden vnden durch wischen / trit vnd hauw zůr andern Ober Blóß lang hinein / sihe aber das du fúrsichtig seiest / das er dich im Nachreisen nit erhasche oder dir ansetze / gleichfals im zůgang komme in das Lang ort / vnd streck dasselbig lang von dir / Hauwet er gegen deinem Schwerdt / vnd will ausschlagen oder Winden / so laß den ort vndersich durch sincken / vnd arbeit jhm zůr andern seiten / wischt er jhm nach vnd will versetzen / so Wechsel wider durch / biß dir entweders ein Blós wirt oder dir sonst fúgliche arbeit zůschlehet / darnach du hauwen kónnest.

Abschneiden.

ABschneiden soltu also treiben / halt das Schwerdt mit ausgestreckten Armen lang von dir / oder sencke dich in die Hůt des Olbers / hauwet dann dein gegenmann mit langen Háuwen auff dich / so schneid dieselben mit Langer schneid von dir ab zů beiden seiten / so lang vnd vil biß du dein vortheil ersihest / das du zů anderer / dir mehr füglicher arbeit kommen mógest.

In disem Abschneiden ist das Nachreisen auch fein heimlich sampt dem Schnidt begriffen / darumb jhn den auch der Lichtenawer in einem Spruch verfasset da er spricht.

Schneidt ab die herten /
Von beiden geferten.

Das ist schneid die harten streich von dir ab von beiden seiten / aber von disem Abschneiden wirt hernach in den Exempeln / vnd andern Wehren mehr geschrieben.

Hendtrucken.

HEndtrucken vergleicht sich fast mit dem Schneiden auff die Arm / von welchen doben ist meldung gethan / sintemal nit anderst geschicht / denn mit dem Ober vnd Vnderschnidt / Als vberlaufft dich einer mit Bůffelschlegen / so vnderfahr jhm seine streich mit der Kron / oder sonst hoher versatzung / oder vndergehe jhn mit verhengen / vnd fang jhm sein Schwerdt auff deiner klingen fleche / vnd so du jhm vnder sein Schwerdt kommen / so hab acht

wenn er mit seinem streich von deiner Wehr wider vbersich abgeht / das du jhm mit der sterck deines Schwerdts nach volgest / vnd fallest jhm mit dem Schild von Vnden fúr die feust / das du sie jhm beide mit der sterck deiner Klingen fassest / stoß ihn mit dem Schild vbersich von dir / vnd Hauwe lang nach der Blósse.

Verschieben.

WAnn du im rechten Zorn stehest / vnd auff dich gehauwen wirt / so laß die Kling hinder dir hangen / vnd schich mit hangender Kling also vber dein Haupt vnder seine Kling / das du sein streich auff deine fleche empfangest / vnd dein Daumen den breiten weg auff deinem Schilt vndersich stehe / als dan magstu Winden oder sonst fúgliche arbeit / wie dichs am besten dunckt fúrnemen.

Hengen.

HEngen ist auß dem vorigen klar zůuerstehen / das mach also / Wan du im Pflug stehest / vnd dein widerpart auff dich Hauwet / so fahr mit deinem gefeß vbersich das die Kling etwas gegen der erden hang / vnnd empfach damit seinen streich auff deiner Klingen fleche / als denn arbeite mit Winden / der nechste Blósse zů.

Außreissen.

BIndestu einem von deiner Rechten / so verkehr im Bandt dein Schwerdt / vn reiß gegen deiner Lincken seiten auß / deßgleichen so ihr beide nahe bey samen im Bundt stehet / so befleißdich das du jhm mit dem Knopff von vnden zwischen die Arm kommen kónnest / vnd vbersich außreissen / oder hettestu jhm von Oben mit dem Knopff vber die Arm griffen / oder auff was weg das mag geschehen gewunden / so reiß vndersich auß / wie du denn hernach weiter im stuck hóren wirst.

Sperren.

MErck wann einer im Wechsel oder Hůt des Olbers fúr dir stehet / so fall jhm listiglich mit Langen schneid auff sein Kling / vnnd in dem es glütscht oder rührt / so verschrenck die Hendt / vnnd sperr ihn also das er nit außkommen mag / oder wann er vor dir auff streicht / so fall jhm mit geschrenckten Henden auff die Klingen vnd sperr ihn.

Verstüllen.

DAs verstüllen soltu also treiben / kompt dir einer fúr der mit allerley arbeyt zů den Vier Blóssen behendt arbeitet / vnd geschwindt solches vber dem Haupt machen will / so fall jhm mit dem schnit auff die Arm oder sein Schwerdt / vnd laß in nit wider abkommen / sondern wo er hin will / so volg im mit dem Schnit auff seinem Arm hart nach / vnd verstill im also sein lauff das er nit arbeiten móg / als bald du den dein gelegenheit ersehen / so stoß in mit dem Schnit von dir / vnd laß zůr nechsten Blóß einfliegen.

Vbergreiffen.

VBergreiffen ist also / Hauw von deiner Rechten zů seiner Obern Lincken Blóß / im Hauw aber greiff mit den Fingern vber das kreuz oder Schilt herauß / jedoch so behalt den Daumen an dem Hefft / vnnd mit der Lincken Handt erheb den Knopff / vnd schlag in mit hangeter Klingen vber oder hinder seiner versatzung auff den Kopff.

Einlauffen.

EInlauffen ist nichts anders denn einem vnder sein Schwerdt einlauffen / das beide Schwerdt zůsamen rúhren / Was ferner das Ringen vnd Werffen belangt / dieweil sich in stucken daß schicket davon verstendig zůhandlen / wil ichs auch biß dahin sparen / vnnd jetzt zům dritten theil meines Zedels schreiten.

Bißher hastu nun gúnstiger liber Leser nit allein gehórt / auff was weis du mit den Háuwen deinen gegenpart angreiffen / sonder auch durch was mittel du im ferner in der Handtarbeit ohn dein schaden zůckommen mógest / Dieweil aber solches nit genug wo nit zům dritten ein gůter abzug gemacht wirt / will ich dir in volgenden Capitel von dem abzichen rechte vnd klare anleitung geben.

Von dem Abzug.

Cap. 6.

OB schon wie man sagt / wol haben angfangé / einen fast der halbe múhe in allen dingen entlediget / so mag doch gleichwol ein böses endt alles / so zůuor wol vnnd gůt gemacht / zů nicht machen vnd verderben / wie den teglich zůsehen / dises nun damit es nit auch dir im Fechten begegnet / das du nach dem du wol angriffen vnnd sicher nach getruckt hast / mit schanden auff die letz erst bestehst / welcher dann wol zůuerhüten / will ich dir alhie wie der Abzug soll beschehen / eigentlich erkleren.

Da dañ sonderlich wol zůmercken / das du nach einem jeglichen gefochtenen sinck auff diese drey weis immer můst abziehen / entweders zů ersten vordem gegenman / oder zů letzt nach im / oder anch zůgleich mit ihm. Wiltu vor jhm Abziehen so befleiß dich / das du ihn zůuor mit stucken der massen engstigest vñ aufftreibest / das er müß in die höch zůr beschützung fahren / in dem er dann wil ersehen was du ferner arbeiten wollest / so streich als bald mit dem abzug Hauw durch / vnd fahr hin weg ehe vnd dann ers gewahr wirt.

Wóllestu aber nach jhm Abziehen / so merck das diß auff zweyerley weiß mag beschehen / erstlich wan du wartest auff des Mans abzug / also wann er abhauwet / das du im listiglich ober=

halb seiner Klingen mit deinem Abzug nachreisest. Zům andern wann du dich stellest mit geberden / als wóllestu vor jhm Abziehen / verhelst aber doch dein Hauw künstlich vnd verborgenlich zů ruck / damit wenn er dir nach eilet du ihn lassest fehlhauwen vnd verfallen / auff das du oberhalb seiner Wehr nach jhm zůr Blóß Hauwen mógest. So du aber zůgleich mit im Ab zůziehen willens / so schick dich das du mit außtretten alweg mit dem Hauw oberhalb seiner Klingen seyest / vnnd wann er von seiner Rechten abhauwet / du wol auff sein Lincke / wo er aber auff sein Lincke Hauwet / du auff sein Rechte außtrettest / vnd zůgleich mit jhm einhauwest.

Weil aber alle stuck solches mit sich bringen / wirstu an seinem ort so von stucken gehandelt / solches gnügsam wol können vernemmen.

Ein Ermanung von den Tritten.

Cap. 7.

ES móchte hie einen wunder nemen vnnd sonderlich den / der des Fechtens vnerfahren / das ich von den Triten bericht thůe / vnd vermeinen das daran nit vil gelegen wie einer trete vnnd ob schon was daran gelegen / das solches einen der Marckt wie man sagt / wol wurde lehren / aber hieran ist so vil gelegen / das wie es denn die erfahrung gibt / alles Fechten vergebens wie künstlich es geschehe / wo nit die Trit recht darzü gebraucht werden / daher denn auch die alten Fechter so diß alles wol erwegen vnnd erfahren / in ihrer zwölfften Regel setzen.

Wer Trit erst nach den Hauwen /
Darff sich seiner kunst wenig frewen.

Derwegen ein jeder streich sein eigen Trit můß haben / welcher zůgleich mit dem streich soll ge=

schehen / wiltu anderst etwas mit deinen stucken welcher du dich gebrauchest außrichten / den Trittestu zů frú oder zů spat / so ist es vmb dein stuck geschehen / vnnd bringest dich also selbst vmb deine Háuw / darumb so lerne du die Trit recht machen / damit deinem gegenfechter sein stuck nit wie er gern wolt / könne von stat bringen / sonder das du jhm das erdtrich oder platz gleich sam abstelest. Im angreiffen nun laß dich also mercken / vnnd stelle dich als woltestu grosse vn weite tritt thun / so du doch in der warheit mit den Fússen nahet bleibest / hergegen aber wañ er vermeinet du wollest gemach zů jhm tretten / so sey du geschwindt an jhm mit weiten tritten / vnd greiff ihn an / den es ist hier an sovil gelegen / das auch alle die so Fechten gelernt vnd dasselbig gebraucht / solches müssen bekennen.

Der Trit aber seind drey fúrneme vnderscheidt / Erstlich hindersich vnd fúrsich / was diese sein darff nit vil erklerens / wann nemlich einer zů oder vom Mann trit. Zům andern seind auch trit auff die seiten / welche werden durch den Triangel abgetheilt / memlich also. Stehe auff gerater Lini mit dem rechten Fůß vor dem gegenman / vnd trit mit dem Lincken hinder deim Rechten / gegen seiner Lincken / vnd diser ist der Einfach. Der ander so doppelt gemacht helt sich also / Trit wie vor mit dem rechten Fůß gegen seiner Lincken / folg denn mit dem Lincken hinder dem Rechten gegen seiner lincken etwas zůr seiten / vnnd dann zům dritten mit dem Rechten wider seiner Lincken zů. Zům dritte seind die gebrochne oder verstolene Tritt / die werden also volbracht / stell dich als woltestu mit dem einen Füß vortretten / ehe vnd den du in aber nider setzest / so trit wider mit im hindersich zůruck hinder den andern Fůß / Diese dieweil sie eigentlich in das Rappier gehóren / so will ichs daselbest hin sparen.

Vom Vor / Nach / Gleich vnd Indeß.

Cap. 8.

NAch dem bißher die rechte Hauptstuck des gantzen Fechtens im Schwerdt / wie vil jr seind / wie sie geheissen / gemacht vnd volbracht sollen werden / eigentlich in gůter ordnung erklert / so were nun an dem das du gleichsam auff den platz gefürt / solche stückle ins werck zůbringen.

Dieweil aber dein gegenpart gleichfals disen bericht haben mag / den du gefasser / vnnd dir solches alles auch kann begegnen / so ist von nöten das du zůuor wissest mit was gelegenheit du jme zůkommen mógest / Dann wie vil an der gelegenheit / vnnd sonderlich im Fechten gelegen / bezeigt die tágliche erfahrung / sintemal kein stuck es sey wie gůt es jimmer wolle / wol mag nútzlich gefochten werden / wo es nit angewendet wirt zů gelgner zeit.

So hab nun derwegen acht in allen dreyen theilen eines jeden stucks / nemlich im zůfechten oder angreiffen / im mittel oder handtarbeit / vnd hernach volgendt im abziehen auff das Vor / Gleich / Nach / vnd Indes / welcher brauch dir nit ein geringer behilff im Fechten sein wirt.

Das Vor wirt geneñet so du den Mann mit deinem Hauwen am ersten angriffen / vnd ferner dahin treibest das er zů seinem fúrnemen oder stuck nicht kommen kann / sonder mit versetzen sich engsten muß / damit er sich vor dir beschützen móge.

Das Gleich ist / wenn beide du vnd dein gegenpart eines sins zůgleich mit einander ewer háw volbringet / welches auch im wort Indes verfast ist.

Das Nach aber ist / wenn du von deinem gegenman wie oben angezeigt vbereilet würst / das du dein fúrnemen nicht magst volbringen / ist also zwischen dem Vor vnnd Nach ein stetes ab=

wechseln vnd verenderung / deñ jetzo bald dein gagenpart / bald wider du / dasselbig bekommest. Welcher aber das Nach hat / das ist / dahin getrungen / das er jmmer versetzen muß / sol des worts Indes wol eingedenck sein / vnd dessen nicht vergessen / dann dardurch muß er das Vor wider ereilen / will er anderst ohn schaden abziehen / wer aber darauff achtung nicht gibt / ob er sich schon hefftig brauchet / wirt er doch nimmer etwas gůts lernen Fechten.

Indes.

Das wort Indes haben vil verstanden sam het es sein vrsprung von dem Latinischen wórtle in Intus / vnd begreiffe das inwendig Fechten in sich / welches aus den Winden vnd dergleichen arbeit herkompt / aber das diß nit also sey / würstu folgends hóren.

Das wórtlein Intus was es bedeutet laß ich den Latinis bleiben / aber das wórtlein Indes ist ein gút Teutsch wórtlein / vñ hat in sich ein ernstliche vermanung zů behender bedechtlichkeit / das einer alweg vnd geschwindt besoñen sey / als wañ du erstlich in dem du zůr Lincken schlechst / zům andern auch zůgleich mit zůr Rechten die Blós sehest / Denn zům dreitten ebenso wol warnemest so du der ersehenen Blóß zůeiles / wo oder mit was stucken man dir zůkommen móge / auff das du dich nicht an deines widerparts Blósse vergreiffest / vnd des schaden nemest. Also ermanet dich das wórtlein Indes / das du ein scharpff gesicht habest / welches zůmal vil ersehen vnd warnemen / auch an deines gegenmans geberde gnugsam erlernen mógest / was fúr stuck er zů gebrauchen im sinn habe / vnd was dieselbige fúr Blósse mit sich bringen / vnd wo sie sich eróffnen werden. Dann in disen dingen allen welcher dich das wórtlein Indes ermanet / stehetalle kunst des Fechten (wie Lichtenawer sagt) vnnd wo du solches nit warnimst / bedacht vnd fúrsichtig alle Háuw führest / wirst leichtlich zů deinem schaden anlauffen / wie dann an allen Fechteren zůsehen / welche einen also vberpolderen vnd (wie man sagt) oben aus vnd nirgent an wóllen.

Anleitung auf die stuck / wie sie kónnen vnd sollen aus den bißhererklehrten stúcken gemacht werden.

Cap. 9

WEil diese bißher erzelte vnd erklerte stuck eigentlich nichts anders seind / denn ein anfang vnd Elemental daraus alle Fechtstuck des Schwerdts kónnen genommen werden / so ist von nöten das ehe vnd denn ich etliche stuck hierauß ziehe / zůuor anzeig auff was weiß dis sol beschehen / Wie du denn nun alle Bůchstaben wol must in dein gedechtnis vnd Memorj fassen / auch was eines jeden art vnd eigenschafft ist gründtlich wissen / so du ein recht wort wilt gantz schreiben / damit dir ddiesehierzu dienstlich vnd gehörige Bůchstaben ordenlich nach einander in die feder fliessen. Also soltu auch die bißher erklerte stuck wol fassen / vnd dir dermassen einbilden / das so offt du mit einem zů Fechten kommest / dir als dann diese fúrfallen / so dazumal von nóhten sein werden. Weil aber zů einem oder jeglichen wort nit alle Bůchstaben kónnen gebraucht werden / so ist auch vnmúglich alle nun erzelte stuck zůmal fórnemen wóllen in jeglichem stuck.

Derhalben soltu acht haben wie es die sachen erfordert / wie sich dein widerpart gegen dir stellet / auch warnemen wie die person / ob sie geschwindt oder langsam / groß oder klein sey / vnnd hiernach deine arbeit wissen zůgebrauchen vnnd jhm zůbegegnen. Sintemal ein jegliches gantz Fechtstuck wie oben angezeigt / in drey theil abgesondert ist / nemlich in das zůfechten Mittel vnd abziehen / vnnd diese drey theil der ordnung nach erklert / was in einem jeden warzunemen angezeigt / so mustu im zůgang durch die Leger erstlich etlich hauw brauchen / mit welchen du dein gegenpart am besten vermeinest anzugreiffen vnd zů vbereilen / vn wenn du denn im ersten theil an=

griffen vnd zů jhm / oder villeicht vnder sein Schwerdt komen bist / so mustu ferner noch mehr stuck haben / damit das gantze stuck vollendt werde / welches du denn aus dem andern theil diß Bůchs lernest / nemlich der Handtarbeit / auff das du jhn ferner zů allen vier Blóssen tringest / vnnd er dir zů keiner schádlichen arbeit kommen móge / oder dergleiche stuck wie du denn der alda überflússig gnug hast.

Vnd das du denn das stuck zů endt bringest / můstu letzlich mehr Buchstaben zů disem wort haben / vnnd ferner im dritten theil des Bůchs suchen / wie diß stuck möchte vollendt werden / vnd du ohne schaden kónnest abziehen / oder deinem gegenfechter ein letz lassen.

Derowegen so sihe das du in der Mittelarbeit jhn also trengest / das du ehe ers gewahr werde zům abzug kommest / wie denn in sonderlichen stucken vil davon gelehrt wirdt / oder jhn reitzest das er dir abhauwe / damit du jhm zůglich Oben vber sein Schwerdt mit austretten zůhauwest / vnnd fúglichen deinen abzug nehmen vnd holen mógest / solches damit du es gantz eigentlich verstehn mógest / will ich dir ein gantz stuck von allen dreyen dingen fúrstellen.

Im zůfechten komm in rechten Wechsel / hab acht so bald er sein Schwerdt auffzeucht zům streich / so streich behend vor jm vbersich durch / vnd Hauw mit einer Zwirch von deiner Rechten zůgleich mit jhm eyn / im Hauw trit wol auff sein Lincke seiten / fehrt er mit seinem Hauw gerad zů deinem Kopff / so triffestu jhm mit der Zwirch an sein linkc Ohr / merckest du aber das er nit gerad zů deinem Kopff Hauwet / sonder verwendt sein Hauw mit Langer schneidt gegen deiner Zwirch zůr versatzung / so Hauwe ehe es rürt mit langer Zwirch / behend zů seinem Rechten ohr / trit Indes mit deinem lincken Fus wol vmb zů seiner Rechten / jetz hastu angriffen aus dem Wechsel mit zweyen zwirchháuwen / zů beiden seiten gegen einander vber. Diß nimstu nun aus dem ersten theil / zů disem angriff / Ferner wiltu zůr Mittelarbeit tretten / so hilfft dir das ander

theil also / schlecht er von deinem Schwerdt vmb zůr andern seiten / so reiß jhm nach mit dem Schnit auff sein Arm / truck jhn mit der sterck deiner klingen / oder mit deinem Schilt in einem ruck von dir / in dem er vom stoß noch dammelt / vnd sich noch nit erholet hat / so fahr in eil also mit gekreuzigten armen auff / vnd schlag jhn mit kurtzer schneidt vber seim rechten Arm auff sein Kopff / vnd solches wie bemelt ehe er sich vom stoß erholet / wo er sich aber erhielte vnnd zůr versatzung auffwischte / so laß dein Schwerdt wider abfliegen / vnnd zwirch mit einem abtrit deines lincken Fůß zů seinem Lincken ohr / oder wo er nit abgehet oder vmbschlecht / sonder bleibt mit dem Schnit oder Langer Schneid darauff / so verkehr dein Schwerdt das dein halb schneidan sein komme / riß jhm also sein Schwerdt auß auff dein Rechte seiten / in dessen aber laß in der lufft vmbschnappen / damit deine hende hohe vber dein haupt wider kreutzweiß zůsamen kommen / als dann schlag jhn wie vor / ehe er sich vom riß erholet mit kurtzer schneid auff sein Kopff / volgendt trit mit dem Lincken fůß zů ruck / vnd Hauw ein vberzwerchen Mittelhauw / mit Langer schneiden von deiner Rechten zů seinem halß / vnd in dem es glützt / so ziehe zů seiner Rechten mit hohen streichen ab. Also sihestu nun wie jmmer ein stuck nach dem andern / der gelegenheit vnd notturft nach muß gebraucht vnd zůsamen gesetzt werden / biß das ein gantz Fechtstuck gemacht werde. Hie merck aber letzlichen / das auch gantze stuck nur mit zweyen oder dreyen streichen können vollendt werden / als da du mit dem ersten streich in eil angreiffst / vnd mit dem andern wider abhauwest / vnd in disen streichen entweders mit dem ersten oder letzten triffst / mit welchen es am füglichsten mag beschehen / oder da du es mit dreien Háwen volfürest / mit dem ersten nemlich angreiffst / den andern nachfolgest / wenn aber / vnd zů welcher gelegner zeit solches muß beschehen / ist hie on not davon zů sagen / der Marck wie man spricht / wirt dich solches selbst wol leren / nach dem du alle andere Fechtstuck hierin begriffen mit fleiß erlernest.


Wie man nach den vier Blóssen fechten sol.

Cap. 10.

DIeweil nun bißher günstiger Leser / alle zům Schwerdt Fechten dienstlich stuck meines erachtens dermassen erklert / also das ein jeglicher dem ernst sein wirt / solches neben fleissiger úbung zů erwegen / gnugsame anleitung alle nach gesetzte stuck zůuerstehn haben wirt / derhalben will ich nun ferner ein Leger nach dem andern / wie man sich darinen verhalten vnd au deren einem jeden Fechten sol / anzeigen / Zůuor aber dieweil alle deine Hauw vnd stuck / auff oder gegen die vier theil des Manns gericht werden sollen / hergegen du auch derselbigen von gemelten vier theilen gewertig sein must / ist derhalben nötig zům eingang des Fechtens auß den Legern / das ich von disem stuck eigentlichen bericht / welches ich durch folgende Exempel dargeben vnd setzen will / vnd erstlich:

Im zůfechten wann du kloffters nehe zům Mañ kommest / so streiche von deiner Rechten vor jhm auff / durch sein gesicht ein mal zwey drey / also das du im driten auffstreichen vor jm (doch das du mit deinm Linkcen fůß vor bleibest) in das Lang ort kommest / von dannen laß das vordertheil deiner klingen gegen deiner Lincken ablauffen / vnnd in dem dein klingen eben im vndersich sincekn ist / so ziehe vnder des dein hefft übersich / trit vnd hauwe den ersten von deiner Rechten gegen seinem Lincken ohr / als bald solcher Hauw antroffen / so bald zůck in einem flug wider ab / vnd hauwe den andern von Vnden vberecke gegen seinem Rechten arm / zů solchem hauw aber bleib mit deinem kreutz hoch vber deinem Kopff / vnd trit mit deinem Lincken fůß zůgleich mit solchem Vnderhauw / ein wenig gegen seiner Rechten zůr seiten aus zů jhm / vnd so dieser auch antroffen / soltu behendt dein Schwerdt wider vbersich rucken gegen deiner Rechten / vnd also von deiner Rechten zů seiner Lincken vndern Blósse hauwen / ehe das recht gerúrt oder

getroffen so zůck wider ab vmb dein Kopff / vnd hauwe den vierten schlims gegen seinem Rechten ohr / von dannen zwirch vmb vnnd zieh ab / Diese erste vier Hauw sollen behend vnnd geschwint von einer Blóß zůr andern sampt jhren tritten wolbracht werden.

Dieweil aber das Schwerdt oder dein schwerdts klingen / im herfúhren zům hauwen fúrnemlich auff dreyerley weiß antreffen vnd rúhren mag / als erstlich mit Langer davon jetzt gelert / demnach mit kurtzer / vnd letzlichen mit der flech / derhalben will auch von nóten sein / das du die kurtze schneide eben als wol wie zů voren die Lange / behendiglich zů allen vier Blóssenen fúhren kónnest / demnoch auch zům letzsten mit der flech / gleichwol als wie jetz gemelt mit halber schneide / frey fliegendt von einer Blóß zůr andern / nemlich mit der inwendigen flech zůr Rechten / vnd mit der auswendigen das ist letzer oder ebichter flech zů seiner lincken) schlagen.

Damit du aber solches dester geübter werdest / so soltu mit dem ersten hauw alwegen vmbwechseln / also wann du einmal deinen ersten hauw zůr Lincken obern Blóß / vnnd den andern zů seiner Rechten vndern Blóß / vnnd also fúrtan wie oben gelehrt (wie solches die ausserste ziffer in disem hiebey getrucktem Figürlein anzeigen) gehauwen hast / so soltu demnoch auch den ersten gegen seiner Lincken vndern / den andern gegen seiner Rechten obern / vñ dann fúrter wie die ander zal im gedachten Figürlein lehrt / darnach so hauwe den ersten zů seiner Rechten vnden / den andern zů seiner Lincken oben / vnd also fúrter wie dich die drit zal weist / zům letzten hauwe deinen ersten gegen seiner Rechten / vnd fúrter wie solches die inere zal außweisset / vnnd das alles lerne erstlich wie gemelt mit langer dañ mit halber schneid / vñ letzlich mit der fleche in das werck richten / wañdu nun solches wol kanst / so folget nu ferner das ander stuck / nemlich das du solche vier Blósse wissest vor solchen gelerte hauwen zů bewaren / vñ eintwederst die mit deiner schwerts klingen auffhaltest oder

welches besser mit gegen háuwen von dir abweisest / dises seind also die zwey Hauptstuck im Fech té / daraus alle ander stuck herfliessen vñ ist das Original / Ferner folget nun fúr das drit ein zůfellig stuck welches eigentlich zů redé die Practick heißt vñ ist / welche Practick ist diese / wañ du nun deine Háuw aus den Legern wol zů allen theilen des Mans fúhré kanst / welches das erste stuck im fechten so im Vor ins werck bracht werden muß / vnd aber dein gegenfechter ist gleich / vnd behend auch fertig mit dem andern stuck der versatzung / dir deine háuw im Nach abzůschaffen oder auff halten / damit du dein fúrgenommen ziel mit solchen Háuwen nicht erreichen kanst / Derwegen kompt nun das dritte stuck das ist die Practick genant / welches ist der list / vnd lehrt dich wie du dein Hauw wo du gewahr wirst / das solche an einem ort vergeblich oder vnfruchtbar seind / bald vnnd behendig von dannen ehe dann solcher Hauw antrifft wider abzuckest / oder fehl fúruber gehen lassest / vnd den einer andern Blóß zůfúhrest / will er daselbst auch versetzen / so zůck daselbst auch ab / vnd laß also verfliegen von einer Blós zůr andern / so lang vnnd vil biß du eine ereilen kanst zů treffen / Damit aber solches vom lernenden desterbas gemerckt vnd verstanden mag werden / will ich demselbigen zů gůt etliche exempel so meines erachtens einfeltig vnnd deutlich lehren / dargegen vnd setzen / aus welchen der gůtherzig Leser gnugsamen bericht / allerley beyfellige vñ verfúhrte stuck / so hievor in mitler arbeit erzelt / dieselbigen zůuerstehn nehmen kann / also:

Wann du im zůfechten wie vor gelert auffgestrichen / vnd dich zům streich erholet hast / so lasse den ersten vnd den andern hart antreffen wie oben / den dritten aber lasse nicht antreffen / sonder verzuck den behend ehe dann solcher trifft wider ab in eim flug zů ruck / auff das du den vierten dester geschwinder vnd eher antreffen kónnest.

Item triffe den ersten / vnnd verzucke den andern vnd den dritten in einem geschwinden flug /

vnnd lasse den vierten treffen / eben desgleichen trauwe den ersten vnnd den andern biß an die Blósse / vnd verzucke doch solches wider ab / vnd führe den der andern nechsten Blósse eine zů / in dieser verzuckung kanstu / vnd solt sie auch mit dem ersten angreiffen / aller ding wie hievor in der ziffer gelehrt abwechseln / nemlich das du jetz an dieser dann an einer andern abzuckest vnnd verfehlen lassest / vnd vnder des gleichwol fúrsorg vnd auffmerckens habest / wo er dir jrgendt zůr Blóß würde einfallen / das du jm bald von solchem verzucken mit dem Bandt an seinem schwerdt seyest / aus disem verzucken fleußt nun weiter das Ablauffen vnd Fehlen vnnd dergleichen / Also wann du ein hauw dieser obgedachten theilen des Mans eine zůführest / vnd aber in dem du gewahr würst / das er solchen Hauw versetzen / so zůckest du gleichwol nicht wider ab / sonder (auf das er deines vermerckens nicht gewahr werde) so lasse neben der selben seiten vollen fehl fúruber ablauffen / vnnd Hauwe jhm behende zů einer andern Blóß / ehe dann ers recht (was du fúhrest) innen wirt / Exempel:

So du dich durch das auffstreychen zům streich erholet hast / wie Oben gelehret / so trit vnnd hauwe von deiner Rechten hoch herein gegen seinem Lincken ohr / als bald er dem nach wischt so lasse behend dein klingen mit der halben schneide neben seiner Lincken vndersich sincken / vnnd ruck damit dein Knopff vnd Hefft vbersich / vnd hauwe jhm behend mit kurtzer schneide zů seinem Rechten ohr / also das dein hend in solchem hauw kreutzweiß kommen.

Item las den ersten gegen seinem Lincken ohr hart antreffen / den andern lasse behend auff vorige weiß neben seinem Rechten fehl furuber lauffen / vnnd triffe dieff zů seinem Lincken ohr / also magstu auch ( wo du den ersten mit jm hart eingehauwen hast ) behend darauff / auff beiden seiten ablauffen lassen / vnd demnoch zů der nechsten Blóß so die offen ist einfallen / dises alles so bisher gelehrt kanstu vberecke vnd kreutzweiß / auch gegeneinander einfach vnnd doppel / in das

werck richten / nach deinem gefallen vnd gelegenheit / weiter so lehre auch dein klingen in voller arbeit / erstlich mit Langer dann auch mit halber schneid / oder auch mit der flech / gegen seiner seiten zůr obern vnd vndern Blósse / in vollem flug behendiglichen zůsamen führen / also.

Im ersten angriff hauw ein Langen Oberhauw zů seinem Lincken ohr / in dem es glützt / so zůck beide hend vbersich / das dein Knopff vnder deinem Rechten arm im vbersich fahren durch gestossen werdt / vnnd hauwe behend mit Langer schneiden von Vnden auch zů seiner Lincken / trit in des mit deinem Lincken fus hinder deinen Rechten zů jhm / vnd komm mit deinem Hefft in solchem hauwen hoch vber deinem Haupt / Herwiderumb so hauwe den ersten einen Vnderhauw / mit einem zůtrit deines rechten Fůß / zů seiner vndern Blós mit Langer schneid / zůck behendt neben deiner Rechten wider vbersich / vnnd hauwe den andern von Oben auch zů seiner Lincken mit einem abtritt deines lincken Fus / hinder deinem Rechten zů jhm wie vor / auff das du hinder deiner kling verdeckt standest.

Item zuck mit halber schneid von dem Rechten ein hohen streich zů seiner Lincken / aber in der lufft verschrenck dein hend / vnd schlag mit halber schneide zů seinem lincken ohr / wie du solches an den zweyen obern Bilder zůr Lincken in der Figur so mit dem C. verzeichnet sehen kanst / zůck deine hende also kreutzweiß wider vbersich / vnnd schlag mit einer zwirch wider von Vnden zů seinem lincken Ohr / also auch herwiderumb Hauw die zwirch von Vnden zů seiner Lincken mit einem zůtrit / zůck behendt neben deiner Rechten vbersich / vnnd stoß in solchem auffzucken dein Knopff vnder dein rechten Arm durch / vnd schnell also mit geschrenckten henden wider von deiner Rechten Oben hinein zů seiner Lincken / auff diese weise schlag es auch mit der flech Vnden vnd Oben auff einer seiten zůsamen / das gehet zů beiden seiten / vnd merck wann du zůr Rechten vndern Blóß schlechst / es sey flech / lang oder kurtz / so kommen dein hend kreutzweiß / aber wann du

zu seiner Rechten obern Blósse schlechst / so kommen deine hende nicht alwegen kreutzweiß / hievon merck auff folgend Exempel.

Also im zůtritt schieß vor jhm durch / vnd schlag mit halber schneid / von deiner Lincken zů seinem rechten ohr nicht mit geschrenckten henden / sonder das dein Knopff gegen deiner Lincken aus steht / zůck behend wider vbersich gegen deiner Rechten / vnd verschrenck dein hende in der lufft / schlag jhm mit gekreutzigten henden zů seiner vndern rechten Blóß / von deiner Lincken / in dem allem schaw das du mit dem Kopff wol hinder deiner kling / mit zwifachen tritten gegen seiner Rechten außtreten bist / also kanstu auch mit flech vnd Langer schneid / von vnden vnnd oben / neben seiner Rechten zůsamen schlagen / wie ich dich nur vor gelert hab / das du die háw von einer Blóß zůr andern verzucken vnd trauwen solt / also soltu hie auff einer seiten / auch die vndern vnd obern Blóß zůsamen trauwen vnd verzucken / Nemlich wann du jhm also ein haw zůr obern Blósse führest / vnd merckest das er nicht hauwet / sonder deinem Schwerdt entgegen fehrt / das du als dann dein hauw nicht antreffen lassest / sonder dein klingen der vndern Blóß zůführest / wo er aber vnder des hauwen wirt / so fahr mit deinem Hauw fúrt doch gegen der sterck seiner klingen / Aus dieser arbeit erwachsen die winden am Schwerdt / nemlich wann du jhm an sein Schwerdt hast angebunden / von deiner Rechten gegen seiner Lincken / so bleib hart an seiner klingen / stoß dein Knopff jme vnversehens vnder dein rechten Arm durch / bleib also ferner an seinem Schwerdt / vnd ruck als dann dein Knopff wider herfür / vnd windt jhm die kurtz schneiden außwendig zům Kopff / also findestu auch dreyerley schneid vnd flech / Nemlich außwendige vnd inwendige Lange schneide. Item außwendige vnd inwendige kurtze schneide / deßgleichen inwendig vnd auswendige flech / vnd das auff beiden seiten.

Also verstehstu nun das das dritte stuck im Fechten davon oben gemelt nichts anders ist / dañ

ein rechte Practick / der zwey ersten Hauptstuck im Fechten / durch welche Practick gelehrt wirt / wie du solche nach zůfelliger gelegenheit / nemlich im ersten Hauptstuck die Leger vnnd Háuw verwandlen / ablauffen durchwechseln verfliegen vnnd fehlen lasset / damit dem versetzer vnnd abtrager solche Háuw entführet werden / desgleichen im andern Hauptstuck des versetzens / lert dich die Practick wie du jm deine versatzung entzuckest / jhm nachreisest / schnidest / truckest etc. Damit du jhn auch vmb seine háuw das er die vergebens / oder auff das wenigest zů seinem fúrgenomen ziel nicht volfúhre noch ende. Vnd ist das die summa aller Practick / nemlich das du erstlich deinen gegen gegenfechter durch die Leger / mit dem hauwen manliche vnnd ohn schaden / zů seinem nachtheil / mit was listigkeit vnnd behender verfúhrung das geschehen kann / angreiffest / vnnd nach dem du jhn als dann angriffen / jhne ferner mit obligender oder gleicher handtarbeit jhn also trengest / auff das du demnach zům dritten sicher nach deinem gefallen eintweders abziehest / oder wo er dir weichen múste / du jhm fúrsichtig nach folgest / wie ferner aber solche Practick sich erstrecke vnd auff wie vilerley arth dieselbigen beide in den namen vnd im Fechten gebraucht werden / findestu hievor im Capitel von der handtarbeit weitleuffiger beschriben / will derwegen nun fúrter das Fechten aus den Legern zů beschreiben furt fahren.

Auß den Legeren zůfechten.

Cap. 11.

SO vil nun aber die Leger belanget / so will ich nicht das mann in deren einem lang verharre / dann sie seind auch solcher vrsach halben nicht erfunden noch außgetheilt worden / sonder

darumb / auff das du wissen mógest / wann du dein Schwerdt zům streich auffzeuchst vnnd dir (dieweil du also im auffzucken die Bügen zů dir zeuchst) zů gehauwen wúrde / wie du als bald von dem eussersten ort (dahin du mit dem auffziehen deines Schwerdts ankommen bist) herwiderumb dein Schwerdt behendiglich gegen im herführen solt / als wie hie von der Hůt des Tags gehandelt wirt / welche Hůt sich durch den Oberhauw verursacht / Also wann du zům Oberhauw auffzeuchst (den zů thun) so wirt das eusserste ort dahin du mit solchem auffziehen kommest der Tag genant / wirt nun dir nicht bald (in dem du noch auffzuckest zům streich) darin gehauwen / so fahrestu mit deiné Oberhauw fúrt / das aber auch von den erfahrnen biß weilen in deren einem verharret wirt / ist dis die vrsach / nemlich das du nit allein kein hauw noch streich vnbedacht fúrnimest / sondern auch nach dem du schon zůr selbigen vorbedachten streich auffgezogen vnd dich erholet hast / vnd jetzt eben den streich her führen solt / das du an dem selbigen eussersten ort noch ein kleine vnd schier nur ein augenbliche weil verharré solt / aldo noch ferner zůbedencken / ob dein fúrgenomener streich zů volfúhren nútzlich sey / oder ob dir vnder des ein bessere gelegenheit fúrgefallen oder zůstendig worden were / auff das du denselbigé noch also am eussersten ort zů einem andern haw verwandeln / vnd das du demnoch den Oberhauw / zů welchem du auffgezogé hast / mit einer Zwirch vollendest / Dises ist die fúrnemste vrsach der erfindung der Leger / vnnd ist darumb dem der sich bisweilen in ein Leger Hůt legert / zů sehen was des andern fúrnemen sei (auff das er jm dester füglicher wisse in seinen eigen stucken zůfangen) solches nicht gewert / allein das er zůsehe vnd seines fúrnemen gewiß sei / dañ zů solchem warten gehóret kunst vnnd grosse erfahrung. Damit du nun ferner wisses haben mógest / wie vnd auff was weiß du dein Schwerdt von Tag / gegen deines gegenparts herfliegenden streichen brauchen solt / hab ich die volgende Exempel beide wann er hauwet / oder nicht hauwen will setzen wóllen.

Das erst stuck.

VNd erstlich wann du fúr deinen Mann kommest / vnd aldo durch auffstreichen oder sonst mit auffziehen (zu einem Oberhauw) mit deinem Schwerdt in die hóhe kommen werest / vnd er hauwet dir in dessen gegen deiner Lincken zům Kopff / so spring wol auß seinem Hauw gegen seiner Lincken / etwas zů jhm vmb / vnd schlag mit außwendiger flech gegen seinem herfliegenden streich / das du sein Schwerdt in die sterck antreffest / vnnd das also starck / auff das sich dein vordertheil deiner klingen in solchem schlag / úber seinem Schwerdt zů seinem Kopff einschwinge / welche dann gewis triffst / wann du mit jhm zůgleich schlechst / vnnd doch mit deinem Schwerdt oberhalb des seinen kommest / auff solchen Hauw er hab getroffen oder nit / so zůck dein Schwerdt wider übersich ab / vnd hauwe übereck dargegen über / von Vnden zů seinem Rechten Arm / in solchem Hauw trit mit deinem Lincken fůß wol aus gegen seiner Rechten / vnd bucke dich mit deinem Kopff wol hinder dein Schwerdts klingen / von dannen zůcke behend wider übersich / vnd wincke jhm mit kurtzer schneide zů seinem Lincken ohr / ersihestu das er jhm nach wischet / so lasse nicht antreffen sonder fehl ablauffen / vnd verschrencke bald dein hend in der lufft (die Recht über die Lincke) vnd schlag jhm mit kurtzer schneide dieff zů seinem Rechten ohr / als bald Zwirch vmb vnd ziech ab / vnnd merck hie / wann er dir auff deinen obgelehrten Vnderhauw / so behend nach folgen / vnnd so hart auff dem tach sein wúrde / also das du zů dem ablauffen nicht kommen kanst / so hab acht in dem er von deinem Schwerdt abzuckt / so folge jhm mit dein Schnit nach auff die arm / rc.

Das ander stuck.

HAuwet er dir aber von Vnden gegen deiner Lincken / so trit abermal gegen seiner Lincken aus / vnd hauwe mit Langer schneide Oben auff die sterck seines Schwerdts / als bald dein Schwerdt auff das seine rúhrt oder glitzt / so zůck dein Schwerdt wider übersich in die hóh / vnd schlag mit kurtzer schneid in einem schnall wider nider / mit fernerm vmbtretten gegen seiner Lincken zů seinem Lincken ohr / dieff hinein / das wirt er in solcher eil versetzen wollen / vnd dargegen übersich fahren / darumb hauwe behend mit Langer schneid / widerumb zů seinem Rechten or / in solchem vmbschlagen trit wol gegen seiner Rechten wie vor / vnd bleib gleichwol mit dem kreutz hoch vber deinem

Kopff / vnd merck als bald er vmbschlecht / so fall jhm mit dem Schnit abermal auff die Arm / will er den auch nit leiden / sonder will sich ledig arbeiten / so volg jhm (auff seinen Armen bleibent) nach / vnd wann ers am wenigsten versihet / so laß abfliegen einer andern Blóß zů / vnd hauw dich von jhm ab.

Das drite stuck.

HAuwet er dir aber zů deiner Rechten / wann du also in die Oberhůt ankommen bist / so trit behende mit deinem Linkcen fuß gegen seiner Rechten auß seinem Hauw / vnd falle jhm zůgleich mit Langer schneide / Oben auff die sterck seines Schwerdts / vnd in dem du also auff sein Schwerdt fellest / so stoß dein knopff vnder deinem Rechten arm durch / also das du jhm mit geschrenckten henden die kurtze schneid wol úber oder neben seinem Schwerdt zům Kopff schlagest / fehret er aber mit seinem Schwerdt übersich gegen seiner Rechten / so laß die halb schneide neben derselbigen ablauffen / vnd trit vnder des wol gegen seiner Lincken / zůr seiten aus / vnnd hauwe mit Langer schneid gerad von Oben zů seinem Kopff / zůch aber behend wider úbersich / vnd schlage mit einer Zwirch von Vnden zů seinem Lincken ohr mit einem abtrit deines Lincken fus / als dann hauwe dich von jhm ab / rc.

Das vierde stuck.

MErck wañ du also im zůfechten mit deinem Schwerdt in die hóhe kommest / in die Hůt des Tags / vnd wirst aldo gewahr das er dir nicht so eilends zůhauwet / also das du dein stuck im Vor wol anfangen kanst / so verschrencke deine hend ob deinem Kopff / (die Recht vber die Linck) also das es scheinet als woltestu im zů seinem gesichte stechen / trit vnder des mit deinem Rechten fús zů jhm / vnd zůck dein Schwerdt gleich mit / gegen deiner Lincken vmb deinen Kopff / vnd hauwe jhm also von deiner Rechten mit kurtzer schneide durch ein Zwirch / krefftiglich zů seinem Lincken ohr / zůck behend wider ab zů ruck / vnd trauwe jhm mit langer Zwirch gegen seiner Rechten vndern Blóß / laß aber nicht rühren / sonder verzuck in dem selbigen flug dein schwerdt wider vbersich / vnd laß zům dritten die kurtze schneid dieff gegen seinem Lincken ohr ablauffen / vnd schlage jhm demnoch mit geschrenckten henden die kurtz schneid zů seinem Rechten ohr dieff hinein / als bald solches trifft / so trit mit dem Lincken fůß zů ruck vnnd


Hauwe mit Langer schneide von Vnden gegen seinem Lincken arm / so stehestu wie das Bild zůr Lincken an den kleinern obern bossen gegen der Rechten handt / in der Figur G. anzeigt / hie mercke wann dir im abtretten ein solcher Vnderhauw nach deiner Lincken vndern Blósse gehauwen wúrde / so trit mit dem Lincken fůß zů jhm / vnnd fall jm mit geschrenckten henden vnd kurtzer schneide auff sein Schwerdt / steck jhm also den Vnderhauw wie solchs an dem andern Bild in obgedachten bossen gegen der Rechten handt zů sehen / Vnnd merck weiter / in dem er als dann sein Schwerdt wider zů jhm vbersich zeucht / so rucke dein Schwerdt also mit kreutzigten henden vollen gegen deiner Lincken / vnd in dem er wider herschlecht / so nimme jhm denselbigen herfliegenden Hauw mit deiner auswendiger flech / von deiner Lincken gegen seiner Rechten / überzwerch starck aus / also das dein Schwerdt oberhalb dem Kopff in vollem flug wider vmbfliege / vnd das sich deine hend in der lufft wider vbereinander schrencken dieweil aber dein Schwerdt also Oben vmbfleuget / so trit wol gegen seiner Rechten / bleib aber gleichwol mit den henden hoch / vnd laß die halb schneide durch ein Zürck neben seinem Rechten or (doch das dieselbige treffen oder anschürpffe) ablauffen / hauwe als dann mit einem abtrit lang nach / Diß stuck hab ich darumb so eigentlich beschriben dieweil sonst vil gůter stuck hieraus genomen vnd gefochten können werden / derhalben magstu es nich allein sol lernen / sonder dem auch ferner leissig nach dencken. Wie ich dir dan auf dise art noch ein stuck mit einem andern anfang setzen will / also.

Ein anders.

IM zůfechten so du in Tag oder Oberhůt kommest / so laß die klingen vor dir vndersich sincken wie vor / gegen deiner Lincken seiten / vnd zůck vmb dein Kopff / trit vnnd hauw einen vberzwerchen Mittelhauw / mit Langer schneid gegen seiner Lincken / zů seinem halß oder schlaff / als bald er riert / so zůck wider vmb den Kopff / vnd hauw den andern auch ein Mittelhauw vberzwerch von deiner Lincken gegen seiner rechten / auch dem halß zů / so bald es glützt so háuw den dritten ein hohen streich mit Langer schneid gerad von Oben / Diese drey Hauw aber sollen in einem flug bhendt auff einander gohn / Mag dir denn mehr blatz werden so erhebe dein Knopff gegen deiner Lincken vbersich / zůck also vmb den Kopff / vnd nim mit der flech oder kurtzer schneid / neben deiner Lincken von vnden durch sein Rechte / gegen deiner Rechten in einem riss vbersich aus / das dein kling in den lufft wider vmbflie=

ge / vnd hauwe mit halber schneid von Oben nider mit geschrenckten henden neben seinem Rechten ohr fúruber fehl / weiter kanstu jhn dann mit der kurtzen schneiden im fúruber lauffen erreichen / so laß treffen / vnnd hauw ein starcken Zornhauw zů seiner Lincken seiten nach / vnnd hauw dich folgend von jhm wegk / Diß ist zwar ein fast ernsthaft vnd starck stuck / das dir keiner bald so du das Vor hast / wirt wehren können.

Bruch auff das Leger oder Hůt im Tag.

Wirstu gewar das einer gern nach dem auffstreichen vber dem Haupt / ein wenig pflegt in der Hůt des Tags zů uerharren / so kom im zůfechten in die Hůt des Schlüssels / von dannen erhebe beide hend also kreutzweiß vber dein Haupt / vnd trit zůgleich mit dem Rechten fůß zů jhm / vnd im trit streich mit kurtzer schneid neben deinem Rechten schenckel durch des Mans scheidel Lini / starck von Vnden auff übersich durch / also das das schwert oberhalb deinem Haupt / widerumb von deiner Lincken zů seiner Rechten zů einem Vnderhauw verfliege / bleibe demnach mit den henden hoch in der versatzung / in dem es rürt so trit behend mit dem Rechten fůß zů seiner Lincken / vnd hauw mit kurtzer schneid dieff zů seinem Lincken ohr in einem schwung hinein / von dannen hauwe in einem lauff zwen Vnderhauw / folgends schlag mit einem Zwirchhauw zů seinem Rechten ohr / vnd trit In des zůgleich mit deinem Rechten fůß hinder deinen Lincken zůrück / so gehet die Zwirch desto dieffer / wann denn solches beschehen / so kanstu dich als bald von jhm hauwen.

Oder kompt dir einer fúr der bald hoch auffgehet / so hab acht in dem er aus der vndern Hůten auffgehet / so folg jhm mit zweyen starcken Vnderháuwen von beiden seiten behendt nach / aus was Hůten oder Leger du willst / als bald hauw behend von Vnden. Zům andern mit halber schneid behend in einem lauff von beiden seiten dieff zům Kopff / nach solchem binde jhm behend wider an sein klingen / geht er ab / so folge nach / bleibt er so Winde / reiß auß / vnd was dir fúr arbeit am nechsten werden mag.


Zornhůt.

KOmpstu im zůgang in die Zornhůt / so trit als bald du jhn erlangen kanst / vnnd hauw zů seinem Lincken ohr / ein geschwinden Zornhauw / welches er dann wehren mus / folgend hauw behend gegen vber zů seiner Rechten vndern Blóß ein Vnderhauw / also hastu nun angriffen / vnder des ehe vnd dann er sich erholt zů arbeiten / vnd die Arm zům streich ansich zeucht / so fall jhm mit dem Schwerdt vnden an sein arm / vnd hindere jhm also seinen lauff das er nicht arbeiten kann / ehe denn er aber dis recht gewahr wirt / so stoß jhn mit einem vnversehenen ruck von dir / das er gleich dummelt als wolt er fallen / vnnd schlag jhn dieweil zůr nechsten Blós / die du denn gewiß hast / erholt er sich aber vnd hauwet auff dich her / so sey du mit dem absatz oder Schnit wider da / vnd fall jhm gegen seinem streich an die kling / gehet er wider von der klingen ab / so schneidestu jhm wider auff die arm / bleibt er aber an deinem Schwerdt / so stoß jhm sein Schwerdt mit deinem schildt beyseits aus / vnd laß dein Schwerdt behendt wider der nechsten Blós zůfliegen / vnd von dannen behendt wider an sein Schwerdt / will er das Schwert nicht fangen lassen / so volg mit deinem Schwerdt aber nach auff seine Arm / damit zwingstu jhn nach deinem gefallen / Also soltu nun in allen stucken vom Schwerdt zům leib / vnd von dem leib zům Schwerdt / aber wo er dir zůcken oder verfliegen wolt / so nim den Schnit alweg zůhilff / denn wer den Schnit nit kann / wirt das auch mit nutz nicht Fechten / wo du jhn aber recht machen kanst / so zwingestu jhn wie du wilt / es were dann das er den Schnit selbst brechen kónde / deren wirstu wenig finden / wer aber den Schnit nit recht fúhren kann dem ist er bald gebrochen.

Stehestu im rechten Zornleger / vnd hauwet dein widerpart von seiner Rechten gegen deiner Lincken auff dich zů / so fahr mit verschieben vnder sein kling vber dein Haupt / vnd fang sein Hauw auff dein flech / das dein Daumen vnden standt / vnnd die kling neben deiner Lincken etwas gegen der erden vndersich hang / mit einem zůtrit deines Rechten fůß / in dem es aber glützt / so trit mit dem Lincken fůß auff sein rechte seiten / vnnd windt jhm die kurtze schneid vnder sein Schwerdt einwerts zům Kopff / wie die kleinen mitlern bossen in der Figur L. anzeigen wenn du nun gewunden / so behalt dein Schwerdt mit kurtzer an dem seinen / vnd reiß folgents mit dem Schwert gegen deiner Rechten vbersich auß / wie dich solches die mitlern kleinen Bidler in der Figur F. lehren / also das

sich dein hend noch ende des risses in der lufft verschrecken / schlag jn (doch das dein hendt in der hóh bleiben) mit inwendiger flech / zů seiner rechten vndern Blós / als bald er jhm aber nachwischet zůr versatzung / so laß nit rúhren / sonder zůck wider vbersich / vnd hauw ein glützhauw zů seinem Lincken ohr / in solchem streich aber laß die kling vber dein hand dieff ein schwingen / vnd ficht dich also mit geschwindigkeit von jhm wegk.

Hauwet dein gegentheil von Oben auff dich / so trit vnd hauw jhm von deiner Rechten / mit einem vberzwerchen Mittelhauw seinen herfliegenden streich mit langer schneid von dir wegk auch durch / das dir dein klinge wider vmbfliege mit halber schneide gegen seinem lincken Ohr / neben demselbigen las abermals ablauffen / vnnd zůck als bald von deiner Rechten gegen deiner Lincken wider vmb dein Haupt / trit vnnd schlag jhm mit ebicher letzer flech von deiner Lincken zů seinem Rechten ohr / vberzwerch durch die Mittellinien / wie solche an dem grossern Bidld in der Figúr A. zůr rechten Handt zů sehen.

Im fall er aber nit hauwen wolt / so stelle dich in rechten Zorn / treib vber dein fúrgesetzten schenckel also / Bleib mit deim lincken Fůß stehen / vnd hauwe von deienr Rechten schlims vber dein Linck bein in den lincken Wechsel / von dannen reiß mit kurtzer schneid wider vbersich durch die streich Linie / durch welche du von Oben her gehauwen hast / das dein Schwerdt wider an dein rechte Achsel komme / das thu denn ein mal oder drey / vnnd zům letzten wann du dein gelegenheit ersehen / so fahr mit kurtzer schneid in einem riß von deiner Lincken Oben vbersich in die lufft / vnd laß also vber dein Haupt in der lufft zů einem Vnderhauw nach seiner rechten vndern Blós vmbschnappen mit einem zwifachen zůtrit / vnd ehe dann solches recht griert / so schlag wider mit kurtzer schneid vber dein handt zů seinem Lincken ohr dieff ein / laß in solchem dein Knopff wol vbersich schnappen / so gehet es desto dieffer / zůck denn wider vmb / vnd trauwe jhm zůr Rechten ein Hauw / jedoch Zwirch bald wider mit einem abtrit zů seiner Lincken / vnd ziehe denn ab.

Im zůfechen verhauw dich in rechten Zorn / vnnd so bald dein gegenfechter auffgehet / so erheb dein hend in die hóh vber dein Haupt / vnnd las jhm den vordern ort gegen seinem gesicht schiessen / als woltestu stechen / zůck aber wider an dich / vnd schlag mit ebichter handt oder auswendiger flech / sampt einem abtrit von deiner Rechten vnden auff zů seinem lincken ohr oder arm / Hauwet er dann zůgleich von Oben mit dir ein / so zůck behend nach dem die Scherdt getroffen wider vmb / vnd schlag mit inwendiger flech / das dein hend kreutzweis kommen / vbereck zů seiner Rechten obern Blós dieff hinein / als denn ziehe wider an dich / als wollestu zů seiner Lincken hauwen /

thu es aber nit / sonder zůck vngetroffen wider ab / vnnd hauw also mit kurtzer schneid in einem Zirckel zů seinem rechten ohr / das die kurtze schneide an seinem ohr schúrpffe / vnd dein hend vnder des hoch vber deinem Haupte bleiben / aber in dem der Zirckel vmblaufft / so trit zů ruck vnd hauw ein geraden Scheidelhauw zů seinem Kopff / zůck den behend wider vbersich mit vberzwerchem kreutz / das ist / komm mit der Kron vber dein Haupt / von dannen Zwirch zů beiden seiten / den ersten zůr Rechten mit langer schneid / den andern zůr Lincken mit kurtzer schneid / das dein Daumen alweg vnden auff deinem schildt bleib / vnd zeich ab.

Regel.

WEnn du im Rechten oder Lincken Zorn stehest / vñ einer dir von vnden eintweder zůr rechten oder lincken Blóß zůhauwet / so hauw mit Langer schneid Oben darauff / vnd in dem es trifft so schieß jhm den ort auff seinem Schwerdt hinein zům gesicht / fahr in des auff mit den henden / vnd arbeit zů der nechsten Blóß / mit vor oder nach gehenden stucken.

Lincke Zornhůt.

KUmmestu im zůgang in die Lincke Zornhůt / so treib vber den rechten Schenckel / wie doben vber den Lincken / ein Hauw zwen drey / als dann tritt vnd hauw von deiner Lincken vndne auff durch sein Rechte / starck vbersich durch / das dein Schwerdt in der lufft wider zů einem Vnderhauw wider vmbfliege / gegen seiner Rechten / zůck als dann vmb den Kopff / vnnd hauw ein starcken Zwirchhauw zů seinem Lincken ohr / schnell fúrder kreutzweis vnnd vberzwerch zů allen vier Blóssen / auf seiner Lincken vber die hand / es sei Vnden oder Oben / das ist mit ebichter oder letzer handt / vnd auff sein Rechte mit inwendiger flech / das ist vnder der handt.

Der Ochs mit.

AUß disen bißher gelerten stucken / hoffe ich du habest genugsame anleitung / vnd bericht zů nemmen / wie du deine hauw vnd stuck gegen des Manns vier Blóssen anschicken / auch wie du bißweilen ein winden / Schnit / Item ein Ablauffen / Zirckel vnd ein verfliegen damit lauffen lassen solt / welches aber nicht allein auß disen in welchen solches erzelt / sonder sol auch von allen andern Legern den mehrertheil zůfechten verstanden werden. Derwegen dieweil der Ochs ein sonderlich gůt Leger dein widerpart anzůgreiffen / will ich in disem / wie du den Mann im Vor angreiffen / vbereilen / vnd dir zůuersetzen zwingen solt / ein kurtze lehr vnd regel geben.

Vnd merck fúr das erste / das du von einer jeden seiten vier fúrnemer angrif hast / nach außweisung der vier Haupt linien / wie solches anfangs des Capitels augenscheinlich zůsehen fúrgestelt / welche Lini sein die rechten strassen aller Háuw so von dir gegen deinem gegenfechter geführet vnd gehauwen werden.

Derhalben wann du mit dem Sturtzhauw gegen deinem Mann zůgehst / welcher Sturtz so du also den ort gegen dem Mann haltest vnd still heltest der (wie oben gelehrt) von wegen seines zeigenden stoß genant wirt / aus welchem du nun so bald dein gegen fechter erlangen / angreiffen kanst / es sey von Vnder oder Oben / schlims oder vberzwerch / wie solches die Lini zůgegen anzeigen / zů welcher Lini du nun von einer seiten angreiffest / gegen derselbigen soltu auch vberzwerch oder vbereck dargegen Hauwen / es sey mit Langer oder halber schneide / oder mit der flech / So du sie jhm Vor gewaltig vnd behend volbringest / zwingest du jhn das er dir andere arbeit ohn sein danck auch zůlassen mus / dann ob er schon dargegen zůfechten sich arbeitet / so bistu jhm doch schon auff dem hals / mit nachreisen / schneiden / trucken vnd dergleichen nach zůfolgen / damit du jhn zů keiner volkommenen arbeit kommen lassest / also seind auch bißher gelehrte stuck auff disen grund / beide im angreiffen vnd im nachfechten gerichtet / Exempel.

Wann du im zůfechten durch den Sturtz in die Hůt des Ochsens kommest / so hauwe (als bald du jhn erlangen kanst) einen gewaltigen Zornhauw von deiner Rechten schlims gegen seinem Lincken ohr / mit einem weiten zůtrit deines Rechten fůßes / als bald der Hauw immer rühret oder trifft / so bald zůcke wider vmb vnd hauwe dar=

gegen vber zů seinem lincken Arm / auch mit Langer schneide / zů solchem Hauw aber trit wol mit deinem Lincken gegen seiner Rechten / vnd nim dein Kopff wol mit beiseits aus / hinder dein klingen / in dem wirt er villeicht fertig sein / eintweders zůhauwen oder sonst sein Schwerdt fúrsich ausstrecken zů versetzen / Derhalben so laß dein klingen von seinem rechten Arm hinder dir abhangen / vnd zůcke dieweil gleichwol dein Heft vmb dein Kopff gegen deiner Rechten / vnd nime jhm sein klingen (er fúhre die im herhauwen / oder zů versatzung ausgestreckt) mit deiner Langen schneide oder flech / gewaltig vnd starck von deiner Rechten gegen seiner Lincken vberzwerch aus / also das du mit deiner klingen gantz durch brechest / vnnd laß also dein klingen in solchem außnehmenden lauff / in einem flug mit einer Zwirch wider Oben vmb deinen Kopff gegen seinem lincken ohr fliegen / von dannen zůck dein Schwerdt wider vmb dein Kopff / vnd hauwe mit außwendiger fleche / einen starcken eingeschwungenen streich / außwendig zů seinem rechten ohr / Wie du solchen flechstreich an dem grossern Bild zůr Rechten hand in der Higur K. fúrgemalt sihest / auch merck fleissig das du mit dem lincken Fůß in solchem streich wol auß / auff sein rechte seiten trettest / von solchen flechstreich oder Brellhauw zůcke dein Schwerdt hoch úber dein Kopff / behalt also die hendt in solcher hóhe / vnd laß die klingen vmbfliegen mit Langer schneid zů seinem rechten Arm / vnd doch nicht rühren / sonder Zwirch behendt mit einem abtrit deines rechten Fůß / gegen seinem lincken Ohr / vnd zeich ab. Dises stuck wann es dir schon gesteckt wúrde / so hast du doch (wie oben gelehrt) den Schnit im vorraht / mit welchem du dir wider blatz machen kanst / eintweder das stuck vollen auß zůfechten / oder ein ander stuck fúr zů nemen rc.

Item wann du deinen gegenman auß dem Ochssen im zůgang wie jetzt gelehrt / erlangen kanst / so zůck dein Schwerdt vmb dein Kopff / vnd schlage mit außwendiger flech von deiner Rechten / starck vnd gerichts vberzwerch zů seinem Lincken ohr / von dannen zůck abermal behendiglich vmb dein Kopff / vnd schlage mit außwendiger flech von der andern seiten / auch vberzwerch her gegen / nach disen zweyen Háuwen ficht nach gelegenheit was dich gůt dunckt. Also kanstu alwegen kreutzweiß vnd gegen einander angreiffen / wie auch fúrter auß fechten.

Auch kanstu bißweilen wann es die gelegenheit gibt / von einer seiten schlims / von der andern vberzwerch angreiffen / vnd das an einer seiten etwan mit langer / von der andern mit kurtzer oder flech dargegen. Zům letsten so merck auch wo dich einer in dieser Hůt vbereilen wúrde / also das du zů keinem stuck im Vor kommen kanst / so schiesse jm den vordern ort in sein gesicht / mit einem zůtrit in das Lang ort / vnd in solchem fúrtschieben so wende die Lange schneid gegen seinem herfliegenden Haw / als bald du den entpfangen / so winde an sein schwert der nechsten Blóß zů.


Einhorn.

ITem im zůfechten komme mit deinem lincken Fus vor / vnd streich mit kurtzer schneide von deiner Rechtenvbersicht / ein mal zwey durch sein gesicht / vnnd das dritemal bleib in dem Langenort / mit deinem Schwerdt vor dir außgestreckt aldo / wende die Lange schneid vbersich gegen deiner Rechten / also das dein Knopff vnder deinem rechten Arm durch / vnd dein hendt kreutzweis vber einander kommen / fahre also mit geschrenckten henden vbersich / so stehestu wie hievor vom Einhorn gesagt / von dannen hauwe ferner (doch das dein lincker Fůß alzeit vor bleibe) zwen Vnderháuw zůsamen / den ersten von deiner Rechten / den andern von deiner Lincken alle beide hart neben deinem leib vbersicht / also das deine hend mit dem andern Vnderhauw wider kreutzsweis wie vor kommen / Fahr also behend vbersich wider in das Einhorn / mit sochem auffliegen / erhebe deinen lincken Fus etwas vbersich / doch setze den bald wider nider / mit solchen geberden vnd Ceremonien reitzestu jn / das er dester ehe deiner lincken Blóß zůhauwet / in dem er aber herhauwet / so laß dein klinge vor dir vndersich sincken / vnd zůck gleich mit deinem schwert vmb dein Kopff / hauwe also mit Langer schneid vberzwerch von deiner Rechten (mit einem zůtrit desselben fus) gegen seinem herkommenen streich / also das du jhm sein streich auff die sterck deiner klingen von vberzwerch auffangest / als bald die Schwerdter zůsamen glützen / so spring mit deinem rechten Fůß noch ferner gegen seiner lincken vmb / vnd erhebe dein Schwerdt eilents ein wenig vbersich von seiner klingen / Dieweil du aber (wie gemelt) ein wenig vbersich fahrest / so stoß vnder des dein Schwerdts knopff vnder deinem rechten Arm durch / das dein hend kreutzweiß kommen / schnell aslo behendiglich mit der inwendigen flech oder kurtzer schneid (mit nechst gemeltem austrit gegen seiner Lincken) hidner seinem Schwerdt auff seinem Kopff / wie an den kleinern bossen zůr Lincken hand in der Figur C. zůsehen / damit Blóssestu deine Lincke seiten / will er derselbigen zů eilen / so thu nit mehr dann ziehe deinen Knopff vnder deinem rechten Arm wider herfür / vnd verwende dein Schwerdt in das Langort das die Lange schneid gegen seiner klingen gekehrt stand / so stehestu in gerader versatzung / wie solches die andern kleinern Bilder zůr Rechten in gedachter Figur außweisen / oder wann du jhn also mit geschrenckten henden die halb schneide einwerts gegen seinem Kopff geschrenckt hast / damit du dann dein lincke seiten bloß geben / ficht er dann (wie vor gemelt) derselbigen eilents zů / so behalt deine hendt also kreutzweis / vnd entziehe jhm dein Kopff wol gegen deiner Rechten / vnd schiesse jhm mit deiner klingen wol vber die seine / jhe neher bey seinem Schilt jhe

besser / reisse jhm also sein klingen gegen deiner Lincken auß / wie du in der Figur so mit dem D. verzeichnet / an den kleinern Bilder zůr Rechten hand sihest / vnd wann du mit solchem ausreissen nahet zů deiner Lincken kommest / so fahr mit den henden auff vnd schlag mit halber schneide vber dein hand / wider zů seinem lincken ohr dieff hinein / nach solchem komme jhm behend mit Langer schneid wider an sein Schwerdt / so stehestu im Langen ort demnach ziehe ab nach deinem gefallen.

Oder wann du also vor deinem gegenman in das Einhorn kommen bist / so merck in dem er herhauwet von Oben / so laß deine klingen vmb deinen Kopff verfahren / vnd bind jhm von deiner Rechten vberzwerch gegen seiner Lincken an sein Schwerdt / vnd als bald er von dem selbigen vbersich abgeht / so laß dein klingen wider vmb schnappen / also das dein Rechte hand vber die Lincke komme / vnd fall jhm mit kurtzer schneid vnd geschrenckten henden dieweil er noch also im auffahren ist / vornen fúr die Arm / wie an dem eussersten kleinen Bild in der Figur mit dem I. verzeichnet gegen der Rechten hand sehen kanst / stoß in also mit deinem Schilt gewaltig von dir gegen deiner Lincken zůr seiten aus / vnd hauwe behend dieweil er dummelt der nechsten Blóß zů / oder hal jn also mit nach folgen auff / biß du deinen vortheil haben kanst.

Item wann du also zů beiden seiten auff geflüglet / vnnd in die hóh zům Einhorn ankommen bist / hauwet er dein widerpart als dann von seiner Rechten gegen deiner Lincken zům Kopff / so trit abermal mit deinem rechten Fůß gegen seiner Lincken wol auß seinem streich / vnd falle jhm also (doch das deine hend kreutzweiß bleiben) mit kurtzer schneide Oben auff die sterck seines Schwerdts / Ddieseraufffall sampt gemeltem außtrit / sollen mit einander zůgleich gegen seiner herfliegenden klingen volbracht werden / vnd in dem die Schwerdter auff solche weiß zůsamen glützen / als bald laß die kurtze schneide wider von seinem Schwerdt ab vmbschnappen / vnd schlag jn mit solcher vber die hand auff sein Kopff / oder brich mit solchem aufffallen / gegen deiner Lincken vndersich durch / vnd zůcke demnach dein hefft wider vbersich vmb dein Kopff / hauwe mit einem außtrit mit Langer schneide nach. Auß disem Einhorn kanstu auch füglich vnd wol mit den Vnderhauwen vnd der Zwiirch angreiffen vnd Fechten / wie auch sonst vil gůter stuck / deren du selber weiter nach dencken solt.

Schlüssel.

DIse Hůt wirt darumb Schlüssel genant / dieweil auß disem Leger alle ander stuck vnnd Leger gebrochen werden können / dann ob solches wol aus andern auch geschehen kann / so mustu doch merh gewalts darzu brauchen / dann in disem / vnd wie ein Schlüssel ein klein Instrument ohn sondere mühe / ein groß starck Schloß darzu man sonst grossen gewalt haben müste / auff thůt / also werden vnd können auch auß disem schwachen Leger (darfür es angesehen wirt) alle andere stuck ohn sondere müh künstlich vnd zierlich gebrochen werden / vnd geschicht das ohngefehrlich auff solche weiß / Jim zůfechten schicke dich in diese Hůt / vnnd das eben auff solche form wie du dich ins Einhorn heivor gemelt gefochten hast / es legere sich dann dein gegenpart zůr Rechten oder Lincken / in der obern oder vndern Hůten eine / so stich jhm auß dem Schlüssel gerichts fúr dir hin zů seinem gesicht in das Langort / welchen stich er dir (ob er nicht getroffen werden will) wehren muß / von welcher seiten er dir den als dan außschlecht / so laß dein klingen mit willen den weg dahin er die mit seinem außschlagen hin gewisen hat / vmb deinen Kopff fahren / vnd hauwe jhm eben zů derselbigen seiten von welcher er dir außgeschlagen hat hinein / wischt er jhm aber nach / so magstu nit antreffen / sonder verfliegen lassen zů einer andern Blós / vnd ehe er sich des versicht dich gegen einer andern Blós von jhm wegk hauwen.

Zům andern legert sich aber dein widerpart nicht / sonder tringt auff dich mit háuwen / er hauwe als dann von Oben oder von Vnden / von Rechter oder von Lincker / so mercke in dem er herhauwet / so schiesse den Langenort fúr dir hin / abermal gegen seinem gesicht / vnd wende zůgleich in solchem fúrtschieben die Lang schneid gegen seinem herfliegenden hauw / wann du nun seinen hauw auff dein Lange schneide in die sterck empfangen hast / so bleib hart an seiner klingen / vnd winde behendiglich hinein / vnd außwerts zů seinem Kopff / geht er aber behend von deiner klingen ab / gegen der andern seiten zůhauwen / so hauwe oder schnelle jhm (dieweil er sein Schwerdt noch also herumb fúhrt) zů seinem Kopff oder Armen / eile demnach bald wider mit dem Band an sein Schwerdt vnd gedenck des Nachreises / Schneides /Ausreisses / Verführens alle zeit.

Was du aber vhngefehrlich aus dieser Hůt fúr stuck im Vor Fechten vnd dardurch angreiffen solt / das kanstu abnemen an dem stuck welches hievor zů einem bruch auff die Oberhůt / aus disem Schlüssel gesetzt ist.


Hangetort.

IM zůfechten so streich gewaltiglich von deienr Lincken übersich gegen seim gesicht durch / in einem raht ein mal zwey / vnd das dritte mal aber laß alwegen dein Schwerdt vor deinem gesicht verschwingen / oder verwende in das Hangetort / wie dich das Bild zůr Rechten hand in der Figur mit dem F. hie zů gegen lehrt / vnnd das thů ein mal etlich biß das du dein gelegenheit ersihest / mit einem stuck an zůgrieffen / hauwet er dein gegenpart aber vnder des (dieweil du also in dem Hangeten ort stehest) auff dich von Oben / vberzwerch / oder von Vnden oder auch nach deinen Fingern / gegen deiner Lincken zům Kopff / so trit bald mit deinem Lincken fůß hinder deinem Rechten / gegen seiner Lincken aus / vnd zůcke zůgleich in dem er hauwet / dein Schwerdt also hanget vbersich gegen deiner rechten Achsel / von derselbigen hauwe zůgleich mit jhm / in obgelehrtem trit gegen seiner Lincken zům Kopff / in solchem Hauw verzeihe dein knopff / starck zů deinem inwendigen Arm an die flechs / so schwingt sich dein kling dester gewaltiger zů seinem Kopff / behalt also dein knopff hart an deinem Arm / vnd reiß also mit ausgestreckter klingen gegen deiner Lincken vbersich aus / laß also in disem riß vmb deinen Kopff fliegen / vnd Zwirch gegen seiner Lincken starck hinein.

Hauwet er aber gegen deiner Rechten von Oben / so fange sein streich auff dein flache klinge / vnnd trit aus gegen seiner Rechten / oder bleib mit deiner klingen (in dem die Schwerdter zůsamen gerührt haben) an der seinen vnd winde jhm die kurtze schneide einwerts zů seinem Kopff / verwende behend mit dem Schwerdt aus dem winden in das Lang ort / also das du jhm sein nach arbeit mit Langer schneide von dir abweisest / ficht er dir aber vnder deiner klingen hinein zů deinem Rechten ohr / auff was weg das geschehe / so verwende abermal dein Schwert in das Lang ort / die Lang schneid vndersich / so setztu jhm also sein kling ab / dieweil du aber so absetzest / dieselbige weil trit auch mit deinem Lincken fus behendiglich gegen seiner Rechten / vnd stoß vnder des dein knopff (in dem der absatz gleich noch rührt) vnder deinen rechten Arm durch / erhebe also dein Schwerdt mit geschrenckten henden in die hóhe / vnd schlag behend mit halber schneid wider nider zů seinem rechten ohr / versetzt er solches / so las die klingen neben seiner Rechten ablauffen / vnd trit mit deinem Lincken fůß wider zů ruck / vnnd hauwe dieweil du abtrits einen gewaltigen Mittelhauw / vberzwerch zů seinem Lincken ohr oder armen / demnoch zieh ab / was weiter hieraus zůfechten / ist aus disem leicht ab zůnehmen.

Eisenport.

DIse Eiseneport ist eigentlich (wie oben gemelt) die Schranckhůt / aus welcher ficht also / Hauwet einer auff dich von Oben / so fahre also mit gekreutzigten henden auff / vnd fang jhm sein hauw auff di sterck deiner klingen / in dem er als dann sein Schwerdt von gemeltem Hauw von deiner klingen wider abnimpt / so hauwe jhm (dieweil er die Arm vbersich zeuhet) mit Vnderháuwen gewaltiglich nach seinen Armen zů / so bald er herab fellet so ficht jhm zům Kopff.

Item versetze seinen Oberhauw wie vor / vnnd in dem die Schwerdter auff einander glützen / so winde behendiglichen die kurtze schneid einwerts zů seinem Rechten ohr / vnnd winde demnach behende wider mit deinem knopff vnden durch / gegen seiner Lincken seiten vbersich / vnd hauwe mit einem abtrit lang gegen seiner Lincken zům Kopff. Wo er dir aber von Vnden Fechten wúrde / so fall mit Langer schneid oben auff sein Schwerdt in das Lang ort / Diese Eisenport oder Schranckhůt brich auß dem Schlüssel / nemlich stich jhm gegen seinem gesicht damit zwingestu jhn vbersich / als dann ficht jhm von Vnden (in dem er vbersich fehrt) nach.

Nebenhůt.

AUß dieser Nebenhůt soltu fúrnemlich die Krumpháuw Fechten / als hauwet dir einer der Blós zů / wann du in der rechten Nebenhůt dich verhaltest / so trit sprungs weiß mit deinem rechten Fus wol aus seinem hauw gegen seiner Lincken / vnd hauwe mit verschrenckten henden oberhalb hinder seiner klingen zům Kopff / zůck behend (wo du gegen deiner Lincken nicht ausreissen wilt) mit geschrenckten henden vbersich / vnd schlag mit der auswendigen flech starck vmb / von Vnden zů seinem Lincken ohr / wo er aber nicht hauwen wolt / so ficht auff solche weiß wie du in der Mittelhůt folgends gelert wirst.

Mittelhut.

Von diser Mittelhůt wirstu hernach im Dusacken bericht / derwegen wie du sie daselbs zů einer hand / also solt du sie hie zů beiden henden anschicken / Dann ob ich wol anfangs nit gesint wahr solche hie zů setzen / hab ich sie doch (dieweil auß keiner andern Hůt die Rosen füglicher gelehrt kann werden) nicht vmbgehn können / vnd merck wann dir einer fúrkompt / der sein Schwerdt vor jhm außgestreckt im Langen ort oder sonst in gerader versatzung fúhret / so fahr mit deiner klingen in einem Zürckel herumb / auß der Mittelhůt vmb die seinen kantz herumb / also das du mit deiner klingen gar nahet wider zů der ersten Mittelhůt ankomest / von dannen schwinge jhm die schwech gewaltiglich aussen vber seinen Armen zům Kopff / oder so er dir (in dem du also durch die Rosen vmb seine klingen fahren wurdest) dieweil von Oben nider zůr Blós einfallen wurde / so nime jhm sein kling mit halber schneide auß / nemlich wann du zům andern mal in die Mittelhůt ankomen bist / dan so geschwindt wirt er dir der Blóß als vnversehens nit zů eilen / du wirst in des mit der Rosen herumb komen / damit du zů gemeltem ausnemen noch zeit gnug komest / nach dem du jhm aber also aus genomen / so laß in der lufft ober deinem Kopff (jhn damit zů verführen) vmblauffen in einer rinde durch ein Zürckel / der nechsten Blós zů / &c.

Oder so du im zůfechten dich in die Mittelhůt zů deiner Lincken verhauwen hast / vnnd er dein gegen theil hauwet dir vnder des zů von Oben / so trit wol aus seinem hauw gegen seiner Rechten seiten / vnd wirffe jhm dein kurtze schneid oberhalb oder ausserhalb seinem Rechten arm zům Kopff / vnd laß dein klingen in solchem einwurff wol einschiessen / eintweders zů seinem Kopff oder vber seine beide Arm / demnoch zůck dein Schwerdt behendiglich wider vbersich / vnd hauwe jhm von deiner Lincken mit Langer schneid starck vbersich / gegen seinem rechten arm / von dannen ficht jhm fúrbaß zů auß Vor vnd Nachgehenden stucken / nach deinem gefallen / vnd dieweil im Langen ort auch fúglich die Rosen gefochten werden kann / will ich die vberigen stuck die ich zů setzen willens / im Langen ort vollens beschreiben / also.

Langort.

Langort ist bey den Alten eigentlich das Brechfenster genant worden / darumb das alle andere stuck daraus gebrochen werden kónnen / dieweil aber (was man bey einem gleichen aus disem Leger Fechten sol) gnugsam aus bisher gelehrten stucken abzunemen ist / will ich (dieweil das Langort ohne das das ende aller Bandt ist) etwas von demselbigen durch Exempel anzeigen.

Im zůfechten so binde deinem gegenman durch den Oberhauw an sein Schwerdt / vnnd merck als bald er von deinem Schwerdt wider vbersich fehrt so hauwe jhm in dem er mit seinen Armen im aufffahren ist / von Vnden zwischen sein beiden Armen zům kiinn / von disem stuck besihe die zwey obern kleinern Bilder / zůr Lincken hand in der Figur so mit dem Bůchstaben I. gezeichnet.

Item bind jhm an wie vor / vnnd als bald die Schwerdter im Band zůsamen růhren / so brich mit er Rosen zwischen dir vnd jhm vnden durch / vnnd wirff jhm die kurtz schneid auff der andern seiten hinein zům Kopff / oder nach dem du vom Band mit der Rosen vnden durch gebrochen hast / so reiss von der andern seiten mit der kurtzen schneid sein Schwerdt beseits aus / also das sich deine hend in der lufft vber einander schrencken / schlage jhm mit kurtzer schneid dieff vber zům Kopff.

Item bind jhme gegen seinem herfliegen hauw ahn / vnd so bald die klingen zůsamen rühren / so stoß dein knopf vnder deinem rechten Arm durch (auch trit vnder des wol gegen seiner Lincken seiten aus) vnnd fahr also mit geschrenckten henden vbersich / vnd hauwe jhm mit Langer schneid durch die Rosen von vnden beseitz hinder seinem Arm zům Kopff.

Item / merck in dem du dem Mann anbindest / so laß die Lincke hand vom Knopff / vnnd begreiff damit sein kling im Bandt zů der deinen / vnd das behend / demnach fahr mit deiner Rechten hand sampt dem Hefft / vnden durch vnd schlag also gegen deiner Rechten vbersich / wie du solches an den zweyen kleynern bossen zůr Rechten hand in der Figur H. sehen kanst / so nimstu jhm das Schwerdt.


Item bindet dir einer mit ausgestrecktem Schwerdt an das deine / so merck in dem die Band zůsamen rúhren / so Wechseln behendiglich vnden durch / vnd schnel jm die schwech flechlingen von der ander seiten zů seinem ohr / aus disem durchwechseln wirstu vil schóner stuck machen lernen / so du jhm fleissig nachtrachtest.

Item so du merckest das einer auff dich binden oder hauwen will / so fúhre dein Schwerdt gegen jhm her / als wwolltestdu auch anbinden / vnd merck aber in dem die klingen eben jetzt zůsamen rúhren sollen / so stoß behend dein knopff vbersich / vnd wende die klingen durch die Rosen von vnden auff / vnd fang jhm sein Hauw also auff dein Lange schneid / wie solches das kleiner Bilde in der Figur N. gegen der Rechten hand anzeiget / nach dem du jhm also sein Hauw (wie gemelt) entpfangen hast / kanstu das selbige stuck auff zwen weg vollenden / Erstlich also / in dem die Schwerdter zůsamen gerühret hand / so fahre vollen Vnden mit deiner klingen durch / vnnd reisse jhm die seine gegen deiner Rechten auß / vnd laß die hend abermal in der lufft vmbschnappen oder kreutzweis vbereinander schrencken / vnd hauwe jhm also mit kurtzer schneide starck zům Kopff / Dis ist ein Meisterlicher durchgang / der dir (so er anders von oben hauwet) nit fehlet / zům andern wann du jhm sein Schwerdt also entpfangen hast / so trit in dem die Schwerdter zůsamen gliitzen wol auff sein Lincke seiten / vnd hauw wider mit Langer schneid von aussen vber seinem Lincken arm zům Kopff / Dieser letste Hauw gehet vnversehens sehr geschwindt / sicher vnnd starck an.

Wechsel.

Wiewol ohne not den Wechsel in sonderheit zů setzen / dieweil doch sonst alle stuck aus disem fúglicher dann in keinem andern können gefochten werden / hab ich doch nicht vnderlassen wollen ein par stuck darinen zůsetzen / auß welchen du auch etliche sondere geschwindigkeit vermercken kanst / also.

Findestu einen in gerader Versatzung / oder wie vor vom Langen ort gesagt / so streiche mit halber schneide aus dem rechten Wechsel starck vbersich durch / ein mal zwey / das dritte mal aber streiche vnder seinem Schwert durch / vnd trit mit deinem Rechten fůß zů jhm / vnd schlage jhn mit der fleche oder kurtzer schneide gewaltig vnd hoch ein / zů seinem Lincken ohr / wie dir solches das kleiner Bild zůr Lincken in der Figur mit dem F. verzeichnet anzeiget /

damit zwingestu jhn das er gehlingen vbersich fehrt / als bald er solch es thůt / so lasse dein Lincke hand vom knopff ab / vnd laß dein klingen gegen seiner Rechten von Vnden auff in einer hand vmb schnappen / vnd setze jhm den vordern ort an sein Brust / greiff in des dein knopff wider an / wie du solches an den kleinern Bilder zůr Rechten hand mit dem F. hievor sehen kanst / stoß jhn also mit verkehrter hand von dir / laß als bald dein knopff wider ab / vnd dein Schwerdt vmb dein Kopff fahren / vnd hauwe lang mit angreiffung des knopffs nach / dergleichen stuck soltu gegen die welche gern einlauffen gebrauchen.

Item vermerckestu das dein gegenfechter gern vnd bald hoch aufffehrt / so streich abermal gewaltig vor jm auf / vnd als bald du gewahr wirst das er vbersich fehrt / so hauwe jhm dieweil er noch im auffziehen ist / vberzwerch von deiner Rechten gegen seinem lincken Arm / so bald der antrifft / so bald schlage widerumb mit inwendiger flech zů seinem Rechten ohr / in einem schwung gar dieff.

Brechfenster.

ISt eigendtlich der Oberhůt zůgetheilt / welche wirt allein im bundt (nach dem du dem Mann vnder sein Schwerdt komen bist) gebraucht / von der lenge aber dieweil du des Manns orthe vnd klingen noch fúr dir sihest / solt du der hůt müssig gehen / dann du bist niergen sicher darinen / aber so bald du dem Mann vnder sein Schwerdt komen bist / so ist es der fúrnemsten Hůten eine / der brauch dich also.

Wann du nun vnder des Manns Schwerdt komen / also das du dein Schwerdt vber deinem Kopff in gemeltem Brechfenster führen must / damit du dann beide deine Arm vnnd finger Blos dargibst / derhalben so bald er von Oben dir zů den fingern hauwet / so trit wol aus seinem streich / einer seiten zů / gilt gleich zů welcher es sey / vnd hauwe mit einer Zwirch gegen seinem herfliegenden streich / also wirstu jhm nicht allein sein Hauw nach bey deinem Schilt auff die sterck deiner klingen aufffangen / sondern (wo er anders sein Hauw vnabgezuckt volführen will) triffest jhn auch mit dem eusseren theil deiner klingen zůgleich sein Kopff / Hauwet er dir aber zů deiner Armen einem / so hauwe abermals von derselbigen seiten gegen welchem Arm er dir hauwen will / mit einer Zwirch von Vnden / vbersich gegen seinem herfliegenden Hauw / vnd merck fleissig in dem er sein Schwerdt

wider auffzeucht / so hauwe jhm dieweil mit Zwirchhauwen vbersich oder vberzwerch in sein Arm / als bald er wider herab felt / so fang jhm sein klingen wider auff dein vberzwerche klingen / oder schilt auff.

Zwircht er aber oder hauwet von Vnden / so hauwe jhm oben auff sein klingen / oder schauw das du jhm mit der Zwirch zů voren vnder sein klingen komest / wo er dir aber mit der Zwirch vnder die deine komen wehre / so laß dein klingen wol vber seiner abhangen / vnd truck die also mit deinem Schildt vndersich von dir / magst jhn also hinder seiner klingen mit halber schneid seinen Kopff erlangen / oder nach dem du jhm sein klingen vndersich von dir gestossen vmbschlagen / rc. auch kanstu jm vbergreiffen also.

Hauwet einer von Oben so hauwe demselbigen von deiner Lincken von Vnden entgegen mit Langer schneide / vnd in dem er sein Schwerdt wider von dem deinen abnimpt / vnd also mit seinen Armen vbersich fehrt / so greiffe dieweil mit deinen fingern vber dein kreutz in die klingen / vnd fahr jhm mit deiner klingen vber beide arm / wie du solches an den zweyen vnder Bildern in hienach getruckter Figur sihest / seiss also auff dein Rechte seiten aus / wiltu so magst du jhn werffen also / Trit mit deinem Rechten hinder seinen Rechten / vnnd faß jhn mit deiner kurtzen schneide bey seinem hals / vnnd stosse in des deinen knopff oberhalb deinem rechten Arm / gegen deiner Rechten von dir / wirff jhn also gegen deiner Lincken vber dein recht bein an rucken.

Item Zwircht dir einer zů deinem Lincken ohr / so fall jhm mit Langer schneid oben auff die mitte seiner klingen / in dem du aber also darauff fellest / so greiff mit deinen fingern obermal vber deinem kreutz in die klingen / vnd leg jhm die kurtz schneid hinder seiner klingen auff sein Kopff / davon besihe die grossern Bilder in jetzgedachter Figur / stoß also dein knopff von dir / auff das du jhn haltest das er nicht ledig werde / du habest jhn dann gewundt / reist er sich aber vnder deiner klingen herfür / so flog jhm behendiglich nach / vnd greiff jhm abermals vber sein beide arm wie vor / Oder in dem er her Zwircht / so fang jhm sein Zwirch auff dein hangete klingen / vnnd greiff mit deiner Lincken hand in sein Schilt vnd kreutz / winde jhm die von dir aus / wie dir solches die kleinern obern bossen auch in jetz gedachter Figur zůr rechten Handt anzeigen.

Und letzlich so mercke / so offt du mit einer Zwirch gegen einem Oberhauw anbindest / so winde jhm die kurtz schneid einwerts zům Kopff / her widerumb so dir aber einer also einwinden würde / so merck eben in dem er die kurtz schneid aus der Zwirch einwerts wendet gegen deinem Lincken ohr / so wende die Lang schneid vbersich gegen seiner klingen / so stehestu im alten Schilhauw davon oben gemelt / vnd triffestu jhn auff sein Kopff / das geht wie


die andern stuck all zů beiden seiten / dann er wende gegen deiner Rechten oder Lincken hinein / so blóst er sein ander seiten / derhalben kanstu jhm den Kopff mit gegen winden leichtlich treffen / dann wan er einwerts windet / so winde du auswerts / so triffestu vnd fehlet er / merck so du also einem einwindest / vnd wirst vnder des gewahr das er dir wie nechst gelehrt gegen winden will / so wende gleichwol furt / im winden aber reiss mit deiner halben schneide auff die seiten gegen welcher du eingewunden hast aus / laß dein klingen vmbschnappen / oder ficht ander stuck / Dieser winden seindt achterley welche hin vnnd wider in stucken gnugsam angeregt / was aber weiter von gemelten winden an einem andern ort weiter gehandelt werden.

Also bistu nun bißher in disen ersten vnd andern theils disses Schwerdt fechtens / eigentlichen vnderrichtet worden / beide von des Manns vnd denn auch von des Schwerdts theilung / folgents vom zůfechten / Mittelarbeiten vnd Abziehen / neben andern notwendigen stucken vnd lehren / sampt den Exempeln im andern theil so aus dem ersten gezogen / was ferner andere hie zů notwendige stuck belanget / wirstu im folgenden Bůch vom Schwerdt fechten gnugsam bescheidt finden / souil ich dißmal zůschreiben fúr hab.

Das dritte theil vom Schwerdt / in welchem der folgende Zedel mit vil schönen vnd geschwinden stucken erklert wirt / welchen dan ein kunst liebender Fechter mit nutz lesen und sich darinnen üben kann.

F. F. Zedel.

MErck wiltu kúnstlich Fechten lehrn /
 Solt du mit fleiß den Zedel hórn /
Ein Fechter sol sich halten fein /
 Kein Rumer / spiler / sauffer sein /
Auch nit Gottslestern noch Schweren /
 Vnnd sich nit schemen zů lehren /
Gottsfúrchtig / Zůchtig / darzů still /
 Sonderlich den tag er Fechten will /
Sey messig / erzeig den Alten ehr /
 Vnnd dem Weibs bild / auch weiter hór /
Aller tugendt ehr vnd manlichheit /
 Der solt dich fleissen alle zeit /
Auff das du dienen kónst mit ehren /
 Keyser / Kónig / Fürsten vnd Herren /
Auch nützlich seyest dem Vatterlandt /
 Vnd nicht der Edlen kunst ein schandt /
Indes / das wort / auch Schwech vnd Sterck /
 Das Vor vnd Nach auch fleissig merck /
Brieff Weich vnd Hert / das fühlen lern /
 Trit mit streich / es sey nach oder fern /

F. F. Zedel.

Die theilung halt in gůter hůt /
 Vor grossen zorn auch dich behůt /
Der Hůten vnd der Hauw nim war /
 Das jhr Bruch dir sey offenbar /
Ober / Zorn / Mittel / auch Vnder /
 Aus den treib all deine wunder /
Als Schieler / Scheidler / Krump / vnd Zwer /
 Vnnd was mehr stuck nach deim beger /
Schauw das der erst seyst auff dem Blan /
 Ehe sich dein Mann legt / greiff jhn an /
Indes nim war / versteh mich recht /
 Ihn triff / ehe er sein Leger schlecht /
Es kom dir fúr was Leger gůt /
 Im Nach jhn triffst aus freyem muth /
Dein Hauw führ gewaltig von deim leib /
 Zů den vier Blóß dein arbeit threib /
So du Krumphauwst / fahr auff behend /
 Geschrenckt den ort wirff auff sein hend /
Den Zürckel laß zůr Rechten růhren /
 Halt dein hend hoch / wilt jhn verfúhren /

Wann du jhm hauwest Krump zůr sterck /
 Durchwendt / Vberlauff damit merck /
Des knopffs verführen solt gedenken /
 Mit Zeckrur / Schnellen werft ihn krencken /
Mit krump trit wol / wilt du versetzen /
 Das vberschrenken thüt ihn letzen /
Krump zůn flechen wilt dich stercken /
 Wiet ihn schwechst / solt fleissig mercken /
Als baldts rührt vnd gliitzet Oben /
 Zůck ab zůr Blóß / wilt ihn betoben /
Auch so du recht durchiessen wilt /
 Krump / Kurtz / durchwechßle an sein Schilt /
Merck so er dich mit Krump wolt irren /
 Bleib am Schwerdt / recht den krieg thü fúren /
Mit Winden / Schneiden / vnd was mehr /
 Mit verfliegen laß dich nit zů ferr /
Auch schnell die schwech zům rechten dar /
 Zwifach schnellen / mit Schilt dich bewar /
Vnd deins Mans Schilt sterck verwindt /
 Indes stoß ab / vnd schlag geschwindt /
Den Schielhauw soltu weißlich machen /
 Mit Winden kanst ihn auch zwifachen /
Die Zwürch solt du auch halten werdt /
 Damit gantz wirt dein kunst im Schwerdt /
Dann alles was er ficht vom tag /
 Solchs dir die Zwiirch versetzen mag /


Im angriff treib die Zwiirch mit sterck /
 Verfúhren / Fellen / auch mit merck /
Zum Pflug vnd Ochssen sey behendt /
 Ihm trauw die Zwiirch bald wider endt /
Merck was fúr Zwiirch mitsprung wirt gfúrt /
 Auch fehlest mit / noch wúnschen rürht /
Doppel solt den Fehler machen /
 Deßgleichen Trit vnd Schnit zwifachen /
Vom Schwerdt zům Leib / damit verkehr /
 Zweymal oder Schnit in die Wehr /
Nachreisen ist außbindig güt /
 Mit Schneiden / Winden dich behnt /
Bey zweymal / oder darinnen /
 Verfliegen laß / damit begüne /
Vnd zů all vier enden treib die treffen /
 Die zůcken lern / wilt du sie effen /
Abschneiden / Schlaudern / bring auch mit /
 Die herten gfehrt weiß ab mit Schnit /
Verlaß dich nit zůuil auf d Kron /
 Du bringst sonst von ihr spot vnd hon /
Den Langen ort durch streich mit gewalt /
 Damit all harte gfert auff halt /
Sich thu all Hauw vnd stuck recht brechen /
 Ob du dich an deim part wilt rechen.
Die hengen thu weißlichen bringen /
 Greiff nit zůr vnzeit wiltu Ringen /

Wilt du auch wissen der Meyster kern /
 Zů allen stucken recht tretten lern.

Versetzest nit vil / ist desta freyer /
 Darvor verwarndt dich Joachim Meyer.

Eingang in das dritte Bůch.

Nach dem ich gůthertziger Leser bewilliget / disen meinen Fecht zedel welchen ich auß rechtem grunde der Alten zůsamen gesetzt / gebessert vn in ein rechte ordnung gebracht / hab ich den (damit meniglich dester mehr nutz darauß haben möcht) durch vil schóner vnd geschwinder stuck vnd Exempel auch etwas zů erkleren / vnnd den zů verstehn ein kleine anleitung geben wóllen / dañ sie dermassen reich von stucken / vn aller hand geschwindigkeit / also das wo du sie nach solcher anleitung erwigest / jhe lenger ihe mehr stuck hierauß erlernen wirst kónnen / dañ das die Reimen ohn außlegung nicht vil nutzen / ist offenbar an andern außgangenen Fechtbůchlein / vnd solt aber wissen das der erste theil solcher Reimen in meinem bishergelehrten Fechten gnugsam erklárt / derwegen an disem meinen anhab nemen / also.

Shauw das der erst seist auff dem Blan/
Ehe er sich Legert greiff ihn an.

Das ist / wann du mit einem Fechten wilt / so schauw das du der erst bey jhm seyest auff dem blatz / damit du dich in deim fúrgenomene stuck bey zeyt schicken mógest / als dann soltu mit Hauwen vnd in triten dermassen anhalten / das er nit zeit oder Blatz móge haben sich in ein Leger oder stuck zůschicken nach seinem gefallen / vnnd solt in also ehe vnd denn ers gewar wirt mit verborgenen tritten vbereilen / wie du denn solches in nachfolgenden Reimen / wie es zůwegen zůbringen gnugsam kanst abnemen.

In des hab acht / versteh mich recht/
Ihn Triff ehe er sein Leger schlecht.

Solches solt du also verstehn / wenn du im zůfechten bist / so hab acht wann er sich stelt als wöll er sich Legern/

so laß in nit Ruhen oder dazu komen / sondern ficht immer furt vor im durch / in dem er aber seines Legers wil acht vnd war nemen / so greiff ahn / stracks der nechsten Blós zů / vnd stelle dich als ob du starck hauwen wollest / laß aber fehl gahn / oder verfliegen / vnd greiff zů einer andern Blóß an / als bald du dann mit deiner klingen zům halben theil darinen / oder an sein Schwerdt komen bist / so feyre nit / sonder Zwirch oder schlag vmb / oder reiss aus / oder Schneid / oder Windt / oder threib was fúr arbeit dir mógen am füglichsten zů handen komen.

Fúr dich kein Leger kompt so gůt /
Im Nach jhn triffst aus freyem můth.

Hie móchte einer fragen wie solches zůuerstehn / dieweil sovil gůter Leger seindt / vnnd auch hin vnnd wider vil stuck aus denselbigen angezeigt vnd gelehrt worden / hierauff solt du mercken ob schon vil gůter Leger seind / vñ auch schóne vnd gůte stuck aus etlichen Legern gefochten werden kónnen / wie jhr denn etlich auch hierin angezeigt vnd begriffen / so lehrest du doch aus disen Reimen / das allweg besser sey es Leger sich einer gar nit / sintemal aus den Legern leichtlich dein gegenmann kann abnehmen / was fúr stuck du zůfechten im sinn habest / welches aber aus den háuwen nit mag also vermerckt werden / vber das lernestu hieraus wie du (wenn einer vor dir in einem Leger stehet) jhn treffen oder zůr Blós komen solt / welches alles durch das Nach mag zůwegen bracht werden / das versteh also / Wenn dein gegenfechter in einem Leger stehet / so hauw gegen vber zůr andern Blós / als bald er (dein hauw zůuersetzen) aus seinem Leger gehet / so zůck ehe es recht rúhrt (oder welches besser gar nit rührt) vmb den Kopff / vnd schlag eben zů disem theil oder quatier hinein / von welchem er dir zůbegegnen abgangen / aber auff das solches noch desto leichter sey / will ich dir des ein Exempel setzen / Nemlich so bald du im zůfechten merckest das er sich in die Zornhůt legert / so hauw von deiner Lincken gegen deiner Rechten vor jm durch / doch das du jm nit so nach seiest / im durchhauwen aber laß dein Schwerdt in der lufft vmbschiessen / sam du aus dem rechten Ochssen stechen wollest / ehe du aber solches recht zeigest / vnd mit geberden dich dazu schickest / so trit in eil / vnd hauw von Vnden zů seiner Lincken ein / das deine hend hoch bleiben / damit zwingestu jn das er dir eintweder auß seinem Leger versetzen / oder mit einem abtrit zůgleich einhauwen muß / hauwet er denn / so merck als bald die Schwerdter zůsamen rúhren / so zůck vmb den Kopff / vnd Hauw in einem schwung mit geschrecnkten henden die kurtz schneid zů seinem rechten ohr


ein / wie diese Figur außseiset / in disem angreiffen oder Fechten / welches gar ein lustig stuck ist / soltu der trit gar wol warnemen / vnd den leib den hauwen nach wol mit gehen lassen / wann du in einem ort truwest zůschlagen / denn dardurch kanstu ein gar bald verführen / must derowegen in solchem angreiffen jhm das erdtrich abstehlen / vnd im zůgang dich stellen als trettest du nahe vnd enge trit / ehe erß denn gewar wirt / so trittest du weit zům angreiffen / hergegen laß dich anfencklichen mit grossen tritten mercken / so es denn dein widerpart acht nimpt / vnd will dir mit ernst begegnen in eil dir vor zůkommen / so verhalt als denn dein trit vnd thu gemach / biß er sich vergebens verzabelt / in dem nimstu deines vortheils war / so bald du dein vorthel ersihest / so bistu in eil mit weiten triten bei jm.

Die Hauw führ gewaltig von dem leib /
Zu den vier Blós dein arbeit threib.

In disen Reimen wirt gelehrt wie du deine hauw gewaltig vnnd lang / zů allen vier enden das ist zů allen vier Blóssen frey fliegent / sampt dem Leib welchen du wol mit wie oben gemelt nehmen / führen solt.

So du Krumphauwst far auff behendt /
Geschrenckt / den ort wirff auff die hendt.

Die Krumphauw werden auff mancherley art gefochten / denn alle Hauw so mit geschrenckten oder gekreutzigten henden gehauwen / werden Krumphauw genent / daher denn auch der eine Schieler zůn Krumphauwen gezelt wirt / es gilt auch gleich sie geschehen mit halber oder gantzer schneid / wann du die hend kreutzweiß fúrest. Erstlichen aber merck wann dir einer von seiner Rechten von Oben stracks zům Kopff hauwet / so trit mit dem Rechten fůß / wol auß seinem streich auff sein Lincke / das du seinen streich in einem sprung auff seine lincke seiten erwischest / vnd Hauw mit geschrenckten henden von deiner Rechten gegen seinem Hauw / so komstu mit deiner Schwerdts klingen zwischen sein Haupt vnd Schwerdt auff sein halbe schneid / die dann gegen jhm stehet / in dem es rührt / so trit fúrbaß mit deinem Rechten gegen seiner Lincken seiten vmb vnnd versetz / oder transferier mit deiner klingen von seiner klingen / zwischen seinem Kopff vnd Schwerdt auff sein Arm / truck also mit geschrenckten henden in einem ruck sein Arm vndersich / vnder disen wirstu gewißlich ein Blóß finden zů welcher du hauwen

magst nach gelegenheit / vnd solt dich hiemit so bald du die Blóß ersehen nicht lang saumen. Ferner wann du im zůfechten zů deinem widerpart kommest / so schauw in dem er seine Arm auffzeucht zům streich / so verschrenck dieweil deinen hend in der lufft / vnd wirff jhm den ort das ist die schwech oder eussertheil deiner klingen auff sein hendt oder Arm / diß aber merck wie bemelt / sol geschehen in dem er zům streich auffzeucht / vnd ehe er damit fertig soltu jhm mit einer Zwirch schon wider an seiner klingen sein / denn solche stuck sollen fliegend vnd geschwindt zůgehen.

Den Zürckel laß zůr Rechten rúhrn /
Bhalt hoch dein hendt / wilt jhn verfúhrn.

Zürckel kompt auch auß den Krumphauwen / vnnd ist ein sonderlich gůt stuck zům verfúhren fúr andern / damit es nit lehr oder vergebens vnd vngerúhrt (wie ander verfúhrende stuck / als da ist Ablauffen Verfliegen vnd dergleichen ablaufft) sonder so man jn recht macht / trifft der Zürckel mit der halben schneid im fúrlauff sehr hart. Diß stuck aber treib also / wenn du (nach dem du mit dem ahngriff vnder sein Schwerdt komen) vor einem im bund stehest / vnd dein Schwerdt in der hóhe ob dem Haupt fúhrest / so bald er dir blatz lasset vnd dir nit nach deim Schwerdt bindt / sonder fúret sein Schwerdt mit dem ort auch hoch / so verschrenck dein hendt in der lufft / vnd Hauwe mit kurtzer schneid also geschrenckt von oben nider zů seinem rechten Ohr / das demnach dein klinge sie treff oder nit / neben seinem rechten arm furuber in einem zirckel herumb lauff / vnd behalt in dessen gleichwol die hend hoch vber deinem Haupt / so bald er dem Zirckel nachwischt / so trit mit deinem Lincken fůß wol auff sein rechte seiten auß / vñ Hauw mit Langerschneid hinder seiner klingen vber sein Rechten arm zům Kopff / nim den leib sampt dem trit wol auß / auff dein lincke seiten / mit deim Haupt auß seinem streich.

Ein gůt stuck auß dem Zürckel.

WAnn du wie vor bemelt in gleicher arbeti vor dem Mann stehest / so hab acht wenn dir die gelegenheit wirt / so trit mit deinem Lincken fůß auff dein lincke seiten beseits auß / vnd Hauw zůgleich mit dem trit ein Zirckel zů seinem Rechten fúruber / doch das es im furuber lauffen zůr Rechten anschúrff vnd treffe / vnd trit zůgleich in solchem Zirckel mit deinem rechten fůß zwischen dir vnd jhm auff sein Rechte seiten durch / vnnd im durchtreten Hauw ein Zwirchhaw von deiner Rechten gegen seiner Lincken vornen zům gesicht / wie du an den obern bossen in dieser Figur so mit dem K. verzeichnet sehen kanst / in des spring wol auß auff sein Rechte / vnd Haw jm lang nach zů seim Kopff.


Mit Krump trit wol wiltu versetzen /
Das vberschrencken thůt jhn letzen.

Solches soll also verstanden werden / wenn du Krump mit einhauwest / so trit zůgleich mit dem Hauw wol auß seinem streich / das du dein Kopff hinder deiner klingen auß seinem streich entziehest. Zům andern wenn du also mit einem Krumphauw an sein Schwerdt gebunden hast / das du behend (wo du gelegenheit darzu haben magst) vberschrenckest / folgends vmbschnappest / oder die schnellen nach seinem Kopff windest / oder ausreissest / oder lassest vberlauffen vnd dergleichen.

Ein fein stuck aus dem verkeren.

MErck im zůfechten hab acht / wenn dein widerpart fúr dir auffgehet / so trit vnnd Hauw von deiner Lincken mit kurtzer schneid vnd geschrenckten henden zů oder vber den Rechten arm / aber in disem Krumphauw trit wol zů jhm / verkehr dein Schwerdt / vnnd reiss vndersich auß / auff dein Rechte seiten / arbeitet er vbersich mit den Armen also das du jhn nit vndersich zwingen magst / so fahr mit dem knopff von inwendig zwischen sein beide Arm / laß dein Lincke hand vom Hefft / greiff damit dein Schwerdts klingen vnd reiss vbersich auß wie die Figur mit dem O. anzeiget. Des Bruch also / laß die Linckhand ledig also das er vergeblich außreißt / in des fahr seinem vbersich rucken nach / mit dem Schnit auff sein Arm / vnd laß jhn ferner zů keiner arbeit kommen noch ledig werden / du habst dann deinen vortheil ersehen / demnach so laß zůr nechsten Blóß fliegen.

Krump zůn flechen wilt dich stercken /
Wie du jhn schwechst solt fleissig mercken.

Solchs ist ein lehr wie du dem Mann sein herkommenden streich schwechen solt / diß soltu aber also treiben / im zůfechten hab acht wann dein gegenfechter dir von seiner Rechten zůhauwet / so trit wol auß seinem streich / vnd Hauw mit geschrenckten henden vnd Langer schneid auff die sterck seiner klingen in die flech / damit schwechest du


jhn also / das er sich kaum zů einem andern erholen mag / denn ehe er sich erholet kanstu jhm mit verwenden oder schnellen / auff seinem Kopff sein. Den Bruch aber soltu hierin also machen / Merckestu das dir einer mit einem Krumphauw begegnet / auff dein herkomenden streich dich zůschwechen / so Wechsel behend vdner seiner klingen durch / vnd arbeit jhm zů der seiten / von welcher er den Krumphauw her bracht hat.

Als bald es rúhrt vnd glützt oben /
Zuck ab zůr Blóß wilt jhn betoben.

Dise vers seind sehr notwendig zůmercken / sintemal sie dich ernstlich acht zůhaben vermahnen auff die fúrfallende Blóß / dann hie ist gewiß wann du der sachen recht nachgehest / das du so offt es rührt oder zwen streich oben zůsamen gliitzen / du vnden ein Blóß ereilen kanst / solches wirt dir nit fehlen / diß aber damit du es desto baß verstehn kónnest / so merck solchs durch diese nachfolgende exempel vnd stuck also.

Im zůfechten als bald du dir trauwest den Mann zúrlangen / so trit vnd Hauw mit jhm von deiner Rechten ein gewaltigen Oberhauw hinein / in dem es gliitzt so schlag behend vmb wider zů seinem Lincken ohr / vnnd trit vnder des mit deinem Lincken fůß hinder dein Rechten / so triffst du gleich zweymal / oder volbringest zwen streich auff einer seiten ehe denn er einen.

Deßgleichen Hauwet einer von Oben wie vor auf dich / so Hauw von deiner Lincken von Vnden gegen seinem streich / das du sein Oberhauw hoch in der lufft mit geschrenckten henden auff dein Schwerdt fangest / als bald es gliitzt / so Hauw mit dem vordern kurtzen ort / also mit geschrenckten henden von seinem Schwerdt / in einem Ziirckel zů seinem rechten Ohr / diß aber soll geschwindt schier zůgleich geschehen / also das in dem die klingen zůsamen rühren / auch gleich mit die halb schneid von Oben nider treffen.

Ferner stell dich im zůgang mit geberden sam du von Oben wollest Hauwen / so bald du aber vermerckest das er dem Hauw vbersich entgegen wischet / so verwindt dein Oberhauw in ein Vnderhaw / ehe denn es oben recht rühret / welches ein rechter fehler ist / vnd triffest jhm also das Linck ohr ehe ers gewahr wirt.

Letzlich Hauwet dein widerpart von Vnden / so fall mit deiner Langen schneid oben darauff / in dem es gliitzt so schlag behend der nechsten Blóß zů in einem flug / oder schlag mit der flech von seinem Schwerdt vmb / in einem gewundenen schnall auch der nechsten Blóß zů.

Wann du jhm Hauwest Krump zůr sterck /
Durchwendt / Vberlauff damit merck.

Wann du einem ein Krumphauw zůhauwest / vñd er hart widerhalt / also das du jhn mit vberschrencken oder anderer arbeit Oben nichts haben magst / so wend mit dem knopff vnden durch / vnd greiff mit demselben jm auff der andern seiten aussen vber sein klingen oder Arm / vnnd reiss vndersich / schlag jhn mit Langer schneid im riss auff sein Kopff / oder greiff mit dem knopff zwischen sein beide hend / wie in der Figur hievor getruckt an den zwen bossen gegen der Lincken hand zů sehen.

Bruch.

Hauwet einer ein Vnderhauw auff dich / so Hauw mit Langer schneid / das du dein hendt krum oder kreutzweiß habest / oben auff die sterck seiner klingen / in dem es dan gliitzt so schieb die kling gerichts fúr dir hin / vnnd im fúrtscheiben so winde die kurtze schneid in einem schnall vmb zů seinem gesicht oder auff sein Kopff / fehret er auff vnd wehrt dir dein schnall / so fahr auch auff / vnnd zůck vmb dein Kopff / vnd schlag jhm zů seiner vndern Blóß.

Des Knopffs verfúhrens solt gedencken /
Mit Zeckrur / Schnellen würst jhn krenken.

Ist souil / wenn du in einem Krumphauw einhauwest zů seiner Rechte / vnd er widerhelt oder versetzt hoch / so windt mit dem knopff vnden durch / vnd stelle dich mit geberden als wolstu wie vor gelehrt / mit dem knopff vbergreiffen / ehe vnd denn er sich solches versicht / so Schnell jhm die kurtze schneide daselbst wider hinein / zů welcher seiten du erst den Krumphauw gethan hast.

Item greiff im zůfechten dein gegenmann mit einem gewaltigen vberzwerch Mittelhauw / starck zům Lincken ohr an / zůck behend dein knopff vmb dein Kopff / vnd trauw jhm damit / als ob du jhm mit dem Knopff zůr andern seiten stossen wolst / vnd in dem er dir hie entgegen wischt den stoß zůuersetzen / so schnell jhn mit der kurtzen schneid wider zů seinem Lincken ohr / vnd im schnall trit mit deinem Lincken fůß zů ruck hinder dein Rechten / vnd Hauwe dich von jhm.

Auch so du recht durchschiessen wilt /
Krumb / Kurtz / Durchwechsel an sein Schilt.

Diß ist ein recht artig Meister stúcklein / wenn du im zůfechten bist so schick dich in rechten Zorn / als bald er sein Schwerdt in die lufft bringt / so Hauw ein freyen Oberhauw zů jhm / volfúhre den aber nit / sonder verschrenck in der lufft deine hend / das die Rechte hand vber die Lincke kom / vnd Hauw also mit kurtzer schneid Krump gegen seinem Hauw listiglich durch / in dessen trit wol mit einem zwifachen trit auff sein Rechte aus / vnnd Hauw mit Langer schneid zů seinem Rechten ohr / oder kom mit dem durchwechseln an sein Schilt gegen seiner Rechten / alda arbeit mit Winden / Schneiden vnd was dir fúr arbeit werden mag.

Ein stuck aus dem durchschiessen.

HAb im zůfechten acht / so bald dein gegenfechter sein Schwerdt zům streich auffziehet / so Hauw dieweil behend vnd listig vor jhm Krump durch (wie oben gemelt) damit du zů seiner Rechten aussen an seinen Schilt komest / vnd als geschwindt es nur rúhrt so winde jhm die kurtze schneid einwerts zům Kopff / vnnd ruck in solchem winden dein knopff wol vbersich / das die kurtze schneid dest dieffer kom / fehrt er dann auff zů versetzen / so laß dein kling wider vmbschnappen das dein Rechte hand wider vber die Lincke kome / vnd schnell jhm also im vmbschnappen wider vnden zů seinem Rechten ohr hinein / in solchem aber trit mit dem Lincken fůß wol auß auff sein Rechte / Zwirch dann bald wider mit einem abtrit zů seinem Lincken ohr dieff / vnnd wind an seinem Schwerdt dein kurtze schneid wider vnden heraus / zů seinem Lincken ohr / demnach Hauwe dich von jm / vnd solches alles soll durch das winden behendiglich volbracht werden.

Merck so er dich mit Krumpwolt irren /
Am Schwerdt recht bleib / den krieg thu führen /
Mit Winden / Schnieden vnd was mehr /
Mit verfliegen laß dich nit zů ferr.

Auß disen versen lernestu wie sich zůuerhalten sey / gegen dem der dir krump an dein Schwerdt bindt / es werden aber hie zů zwey stuck dienstlich vermeldet / nemlich das Bleiben vnd der Krieg / welches sich also halt / Wenn dir einer krump an dein Schwerdt bindet / so zůck nit bald ab / sonder bleib an seinem Schwerdt / zů fülen was dir fúr arbeit hie nótig sein werde / als wenn er abgieng das du Nachreisest / oder so er bleibt du windest / dann Winden Schneiden / Verkeren / Außreissen heist hie der krieg / dardurch jmmer einer dem andern sein stuck bricht / vnnd ein Bruch aus dem andern volget / dann wehret er dir eines so verursacht er dich oder hilfft dir zům andern / vnd kriegen also beide vmb das Vor / auch soltu mercken wenn dir einer mit Krumphauwen zůficht / das du gar nit verfliegen lassest von einer Blóß zůr andern / dann als bald du vom Krumphauw abgehest / so bistu jhm gantz bloß / wo er sich ein wenig weiß darein zůschicken.

Hieraus merck nun ein gůt stuck / Hauwet einer von seiner Rechten ein Krumphauw auff dich so setz jhm den Hauw mit Langer schneid vbersich ab von dir / in dem es gliitzt / so bleib mit dem Bandt an seiner klingen / winde in des dein knopff vbersich gegen deiner Lincken / vnnd die kling vndersich gegen seiner Lincken / die kurtze Schneid an sein Linck ohr / Diß aber alles soll zůgleich in einem trit zůgehn / so triffestu gewiß / ob er aber so gescheid wer vnd auch den Krumphauw in das Langort verwenden wúrde / so winde in einem schnall die kurtze schneid einwerts zů seinem Kopff / winde demnach behend mit dem knopff wider vnden durch auff dein Lincke seiten / greiff also mit dem knopff vber sein kling oder arm vnnd reiss aus / oder so dir das gewendt / so nim andere stuck so du hie am tüglichen ersihest fúr die hand.

Bald schnell die schwech zůr Rechten dar /
Zwifach schnellen / mit Schilt dich bewar.

Merck kom im zůfechten in rechten Wechsel / von dannen streich auff durch sein gesicht / das dein Schwerdt vber dein Haupt vmblauff in einder Rinde / trit mit deinem Lincken wol auff sein Rechte / vnd schlag mit der außwendigen flech von deiner Lincken gegen seiner Rechten / vberzwerch zům ohr / nim den Kopff wol mit / wie hievor gemelt / aber in dem es gliitzt / so stoß behend dein knopff vnder dein Rechten arm durch / vnd schnell jhm also mit

inwendiger flech in einem schnall / von vnden auff wider zů seinem rechten Ohr / in solchem winden bleib hart an seim Schilt mit deinem Schwerdt / vnd truck zůgleich hart von dir / helt er wider / so laß dein Schwerdt leiß auß / vnd zůck vmb den Kopff / schlag also mit außwendiger flech zů seinem Lincken / ein starcken Gliitzhauw vber dein hand / das dein knopff wol vbersich gang / so gehet der Hauw dester dieffer / windt mit dem knopffwider vnder deinem Arm durch / vnd schnell von inwendig hinder seiner klingen zům Kopff / bleib alwegen hart an seinem schilt vnnd windt in eyl wider herauß / so stehestu wider im Gliitzhauw wie vor / arbeit weiter waß du wilt / nach den vier Blóssen.

Item Hauwet einer ein Oberhauw auff dich von seiner Rechten / so Hauw auch ein Oberhauw / gegen seinem zůgleich mit jhm hinein / in dem es gliitz / so stoß in eil dein knopff vnder deinem arm durch / vnd schnell also wider einwerts zům Kopff / ehe das recht rúhret zůck deine beid Arm also geschrenckt vbersich gegen deiner Lincken / vnd reiss an seiner klingen vbersich vmb / schnell also wider mit außwendiger oder letzer flech zů seinem Lincken ohr von Vnden / wie nechst hie oben / Diß zwifach schnellen soll behendt zůgohn / vnd weil es ein sonderlich behendt stuck ist / hab ich dirs also eigentlichen dargeben / dann gewiß ist / wann du von einer seiten jhm an sein Schwerdt bindest / vnd bleibest hart daran / windest jhm also hinein vnnd außwerts in einem schnall / auff einer seiten Doppel zů dem Obern vnd Vndern theil seines Haupts / so hastu auff der andern seiten / wann er die schnellen versetzt / ein Blóß welche du rühren magst mit einem Zirckel / oder vmbschnall in einem flug / hierauß kanstu meins erachtens die winden wol merkcen vnd lehren.

Auch jhenes Schilt mit sterck verwindt /
In des abstoß vnd schlag geschwindt.

Das ist / wann dir einer das doppel Schnellen wehren wolt / vnd setzet dir ab / so fasse mit deinem schilt den seinen / gleich wie das kleiner Bild zůr Rechten in der Figur so mit dem I. verzeichnet / dem andern die Arm gefaßt hat / doch auff solche weiß das du die Linck hand nit vom hefft lassest / vnnd ruck jhm das Schwerdt in einem stoß von dir beseitz auß / laß in des die kurtz schneide vmbschnappen / dieff zů seiner andern Blóß gegen vber.


Ein anders.

HAuwet einer gewaltig Púffel auff dich / alos das du jhme mit solcher subteilen arbeit nit zůkommen kanst / so Hauw den ersten zůgleich mit jhm ein / vnd merck eben / in dem er sein Arm wider zů sich zeucht / so fahr jhm mit vberzwercher klingen an sein beide Arm von Vnden / vnd im vnderfahren / laß dein Lincke hand vom knopff vnnd begreiff dein kling in der mitte / wie die kleiner bossen in der Figur N. hievor getruckt zůr Lincken handt anzeigen / reiß jhm sein beide Arm mit deinem Schilt vnd kreutz beiseits auß / vnd im stoß oder riss laß dein Lincke hand ab / Hauw behendt nach es sey kurtz oder lang / Derhalben merck / wann du also ein dach büffler fúr dich bekommest / so schauw wie du jhme ein streich zwen versetzt / biß du die gelegenheit ersihest / das er im besten aufffahren ist zům streich / so vnderfahre jhme behendt sein Arm / vnd trit wol vnder jhn / so schlegt er sich selbst / mit den Armen in dein klinge.

Den Schielhauw soltu weißlich machen /
Mit winden kanst jhn auch zwifachen.

Der Schieler seind dreyerley / nemlich zwen Schielháuw / einer von der Rechten / den andern von deiner Lincken / welcher mit geschrenckten Henden / dem Krumphauw nit vnehnlich / wie oben bey den Krumphauwen gemelt. Der dritt ist ein Schieler mit dem gesicht / als do ich an ein ort sihe / mit sampt den geberden / sam ich dahin schlagen wolt / ich thú es aber nicht sonder schlag anderswo hinein.

Von disen schielháuwen bistu bißher im ersten theil gelehrt / vnd zů dem dieweil hin vnd wider in stucken davon gemelt wirt / ist vnnöthig insonders weiter dvon zů handlen / will derhalben allein von etlich Bruchen vnd dergleichen so hierauß genomen werden etwas sagen /

Bruch auff den Schiler.

Merck als offt dir einer ein Schielhauw / gegen deinem langen Hauw herfúret / so blósset er sein Rechte seiten / derhalben so laß ihn nit an dein Schwerdt kommen / sonder Wechsel vnden durch / vnnd Hauwe jhm zů seiner Rechten dem durchfahren nach von deiner Lincken lang hinein.

Bruch.

ITem Wechselt dir einer vnder deinem Schielhauw durch / zů deiner Rechten seiten / so bleib gleichwol mit dem ort gerichts vor seinem gesicht / vnd wende die Lange schneide gegen seiner klingen / laß in des dein knopff vnder dein Rechten arm durchgehen / vnd trit mit dem Lincken fůß wol auff sein Rechte seiten / so hat er vergebens durchgewechselt / dann du kommest jhm mit dem andern Schielhauw vnd geschrenckten henden auff den Kopff / laß als bald durch den Zirckel neben seinem Rechten ablauffen / vnd Zwirch zů seinem Lincken ohr.

Bruch auff den Pflug.

MErck wann dir einer fúrkompt in der Hůt des Pflůges / so greiff jn frölich an mit dem Schielhauw / so bald er aufffehrt / so arbeit jhm zů den vndern Blóssen / vnd fúrter zů allen vier enden.

Bruch auff das Lang ort.

Item stehet einer vor dir in das Langort / so stelle dich mit geberden sam du ein langen Oberhauw wolltest zů seinem Lincken ohr Hauwen / thů es nit / sonder verwende in der lufft / vnnd Hauwe ein starcken Schielhauw auff sein Schwerdt / in dem es gliitzt / so schieb den ort fúr dir hin zů seinem gesicht / das muß er versetzen / in dem er vbersich fehrt / so zůcke dein Schwerdt in einem fluge vmb dein Kopff / Hauwe mit gekreutzigten henden / die kurtz schneid vberzwerch zů seinem Rechté ohr / disen neñe ich den andern Schieler / laß die Linck hand wol vnder deinem rechten Arm vbersich gehen / so gehet die kurtz schneide dieff / zůck wider vmb dein Kopff / vnnd reiß jhm sein kling von deiner Rechten vberzwerch gegen seiner Lincken / mit der flech auß / das dein Schwerdt ober deinem Haupt widerumb fleuget / vnd laß jhm die kurtz schneide dieff einschiessen zů seinem Lincken ohr / als bald Hauw zwen Vnderhauw zů seiner Rechten vnd Lincken / in des Hauwe dich wegk.

Ein anders.

ITem kompt dir einer fúr / der gern von Oben lang auff dich bindet / oder seinen ersten streich lang von Tag auff dich fúhret / wann du dann nahte zů jhm kompst / so streich vor jhm durch / vbersich auff gegen deiner Lincken / das dein Schwerdt kling im sturtz vber deinem Haupt vmbschiesse / gegen seiner Lincken / trauwe jhm als woltestu also gegen seiner Lincken schlagen / so wirt er ohn zweiffel fertig sein vnd herhauwen / derhalben so laß in des dein Schwerdt ober deinem Haupt wider vmbschnappen / die recht handt vber die Linck / vnnd schlag also mit kurtzer schneid zůgleich mit seinem streich hinein zů seinem Rechten ohr / wie oben gelehret / machstu das recht vnnd triffst wol darzu / so triffstu gewis / versetzet ers aber vnd fehrt auff / wie dann so erß versetzen will aufffahren muß als bald zůcke vmb dein Kopff / vnd Hauwe jhme mit Langer schneide von Vnden vberzwerch zů seiner lincken Spindel / nahet vnder seinem knopff hinein zům knochel / vnder disen zweien Blóssen wirt dir eine werden / entweder das rechte ohr oder die Spindel / zůck dein gefeß wider vbersich vmb dein Kopff / vnn Hauwe ein starcken Langen hauw zů seiner Lincken zů seinem Kopff / in disem dritten streich trit wol mit deinen beiden füssen in einem zwifachen trit / vmb sein Lincke seiten / so gehet der Hauw wol an / das ist ein gůt ernst stuck / so du einen daheim suchen wilt.

Ein ander stuck auß dem Schielhauw.

IM zůfechten wann du schier bey jhn kommest / so stell dich sam du ein langé starcken Oberhauw thůn wóllest / in dem er aufffehrt dir zů begegnen / so verwende in der lufft die kurtze schneide von deiner Rechten gegen seiner Lincken / vnd rucke dein knopff vbersich / schlag jhn mit der kurtzen schneid vber sein Arm oder hendt / trit wol auff sein lincke seiten / laß also in einem Ziirckel fúruber vmblauffen / vnnd Hauwe lang nach zůr nechsten Blóß / oder ficht auß den Vnderháuwen zů jhm.

Den Schieler zwifachen.

ITem im antrit / so Hauwe gegen seinem hauw ein Schielhauw auff sein Schwerdt / von deiner Rechten / in dem es gliitzt / so verkehr dein Schwerdt an seiner kling / vnd ritsch also auff seiner kling gegen deiner lincken seiten auß / trit mit deinem Rechten fúrbas nach auch gegen seiner Lincken / laß dein kling vmb den Kopff fahren / vnn Hauwe den andern Schielhauw auch von deiner Rechten / dieff oben hinein hinder seiner klingen einen wie den andern behendt auff einander / hinein mit einem zwifachen trit / zwyfach zů seiner Lincken / das ist ein geschwindt stuck auff die langsamen Fechter / die doch die Arm weit von sich fúhren.

Oder so du den ersten Schielhauw volbracht / vnd also den andern auch herführen wilt / so schieb dein knopff in eil (dieweil du dein Schwerdt in der lufft fúrest) vnder deinem rechten Arm durch / vnnd Hauwe den andern mit geschrenckten henden auch zů seiner Lincken gleich wie vor / vnd nim dein Kopff wol gegen deiner Rechten.

Der drit Schieler ist ein verfúhrung mit dem gesicht.

IM zůfechten kom im auff streichen in die Hůt des Tags / so bald du jhn erlangen kanst / als bald wendt die kurtz schneid noch also in der lufft gegen jhm / stell dich mit deinem gesicht sam du mit dem Schielhauw zů seiner Lincken wolltest einhauwen / thů es nit / sonder laß den Schieler fehl neben seiner Lincken fúruber lauffen / vnnd arbeite jhm zů seiner Rechten / oder wincke jhm zů der Rechten / vnd schlag behendt wider zů seiner Lincken hinein / nim den leib wol mit / es ist schöne vnnd geschwinde arbeit / die sich nicht lest schreiben als mit lebendigem leib erzeigen.

Merck ein geschwindt stuck auß dem Schieler.

IN dem du schier zů jhm kommest / so flügele vor jhm auff / das du mit geschrenckten henden in das Einhorn kommest / im aufflúgeln erhebe dein lincken Fůß etwas vbersich / dem gewicht nach / das du mit geschrenckten henden hoch durch das Einhorn kommest / so stehest du als woltestu durch schiessen / als bald er sein Schwerdt auß

streckt / so Hauwe also mit geschrenckten henden / vnd kurtzer schneide von Oben nider gegen seiner Rechten / biß an das eussertheil seiner Schwerdts klingen / vnd ehe es rúhrt / wende dein kurtz schneid vmb / vnd schlag mit dem Schielhauw / das ist mit kurtzer schneid von deiner Rechten zů seinem lincken ohr / Arm oder gesicht / mit einem zůtrit deines rechten Fuses gegen seiner Lincken / so triffestu wie dich das grösser Bild gegen der Lincken handt in der Figur G. lehrt / vnd im treffen laß dein kling von seiner Lincken / ein wenig beiseits außlauffen / vnd stoß gleich auch mit dein Knopff vnder deinem rechten Arm durch / verschrencke also dein hendt / das dein halb schneide vor jhm wider vmb schnap / gegen seiner Lincken vber sein Kopff oder Arm / reiß also mit geschrenckten henden von deiner Rechten gegen deiner Lincken sein Schwerdt auß / oder schrenck jhm vber sein beide Arm / helt er wider das du nicht außreissen noch vberschrencken kanst / so laß vnden durchlauffen mit dem knopff / vnd greiff jhm vber sein rechten Arm / threib die ringen gegen jhm.

Vom durchwechseln.

Urchwechseln gehórt auff die / so also mit Schieler oder Krumpháuwen fechten / das merck also / streckt er sein hende nicht lang von jhm in seinen Hauwen / sonder behalt die im Fechten nahe bey sich / dem magstu frólich durchwechseln in der weite.

Item ficht er auß dem Winden / Verkehren / Krumpháuw / Schielháuwen / oder was der stuck mehr seindt / damit er sein streich verkürtzet / oder nicht lang von sich kan Fechten / wie es dann in solchen stucken geschicht / denen soltu auch durchwechseln (ehe dann sie jhre stuck zům halben endt bringen) zůr andern seiten / welche er mit solchen verkúrtzen Blóst / damit zwingestu jhn zůuersetzen / vnnd das er dir das Vor lassen muß.

Item ob schon einer weit vnd lang von sich ficht / mit Langer schneid / aber doch mehr zů deinem Schwerdt dann leib / dem soltu aber durchwechseln / zůr nechsten Blóß / vnd jhn mit seinen Háuwen verfallen lassen / Derhalben so fleiß dich was du fichtest / es sey mit langer oder kurtzer schneid / das du jhme fúrnemlich zůr Blóß / das ist zům leibe Hauwest / vnd ob es schon nicht alwegen kan sein / das du jhme den nechsten zům leibe hauwen magst / so soltu doch so bald er durchwechselt seinem Schwerdt nach zůr Blós einfallen / auch merck dise Regel in allen háuwen / so du mit der sterck deines Schwerdts sein kling rúhrest oder empfahest im band / als bald vnd gleich mit / in dem es noch glitzt / soltu zůgleich auch mit der schwech deiner klingen / das ist mit dem eussern theil zům Leib oder

nechsten Blós inhauwen / das also dein Schwerdt sein kling vnn leib zůgleich trifft / oder so bald dein sterck sein Schwerdt rúhret / so soltu noch also im zůsamen gliitzen / die schwech zůr nechsten Blóß wenden / mit Schnellen / schnappen vnd winden.

Ferner hald dich auch diser lehr / wann du solche stuck Fechten wilt gegen denen er dir durchwechseln kann / als nemlich dieweil du dein Schwerdt in der lufft fúhrest / zů einem Schielhauw oder Krumphauw. Item zům verschrencken / verfellen vnd was dergleichen ist / so bald du gewar wirst das er durchwechseln will / so verfall auß solcher arbeit in den langen schnit / das ist in das Langort der Blósse zů / die er dir geben wirt im durchwechseln / dann so offt er durchwechselt blóst er sich / vnnd in dem du ihme zůr Blóß durchreissest / so wardt mit der Langen schneide seines schwerdts / wo es dir zů nahe komen wolt / das du mit der sterck gegen ihme wendest / vnn gleich wol mit der kurtze schneide auff seiner Blóse bleibest / als bald du gerühret hast / so verharr nicht lenger / sondern laß behendt abfliegen von einer Blóß zůr andern.

Die Zwirch soltu auch halten werdt /
Damit ganz wirdt dein kunst im Schwerdt.

Die Zwiirch ist auch der fúrnemen Meisterstuck eins im Schwerdt / dann du solt wissen / wann die Zwirch nit wehre wie jetziger zeit im brauch ist / were es vmb das halb Fechten geschehen / sonderlich wann du vnder des Mannes Schwerdt darinnen bist / da du nicht mehr mit langen Hauwen durch kreutz Fechten kanst / ob ich schon vornen auch von den Zwirchen geschriben / sovil das wo einer Fechten kan / gnugsam verstand darauß fassen köndte / aber dierweil vil an der Zwirch (wie gesagt) gelegen / zů den ich auch grossen Meistern / sonder vil mehr den lehrnenden zůschreiben mir fúrgenomen / Derhalben ich die Zwirch hie nicht allein wider holen / sonder auch weitláuffiger davon schreiben / zůr lehr denen die solche kunst lieben.

Im zůfechten hab acht / ob der Mann auff dich von Tag / das ist von Oben angreiffen wil / so streich von dem rechten Wechsel auff / gegen des Manns gesicht / in dem er schlagen oder Hauwen will / so laß dein kling neben deiner Linken vmb den Kopff fahren / das dein flech vbersich stehe / vnd dein Daumen vndersich auff deinem Schilt / oder der Schilt auff deinem Daumen lige / trit mit dem Rechten fůß wol vmb sein Lincke seiten zů jhm / gleich mit

dem trit / Hauwe mit halber schneide von deiner Rechten seiten / gegen seinem Lincken ohr / das dein gehiltz sampt dem Daumen vnden hoch vber dem Haupt stehe zůr versatzung / also das wo er schlüge / du im sein streich auff die stercke deines Schwerdts empfangest / vnn zůgleich mit der eussern kurtzen schneid zwerch von vnden zů seinem Lincken ohr treffest / so bald die Schwerdter zůsamen rühren oder glützen / so schlag mit der langen Zwirch / das dein Daumen vnden bleib / vbereck zů seinem rechten Ohr tieff.

Zum andern merck / wann du mit einem Zwirchschlag zůgleich mit jme einhauwest oder anbindest / so bald such Oben vnd Vnden auff derselben seiten die Blóß / mit verkeren vnd wider vmbschnappen / oder Zwirchen Vberschrencken / Nachreisen / Schneiden / Hend trucken / Außreissen / dann als bald dir einer von Oben zůhauwet / so versetz jhm mit der Zwirch / in dem die Schwerdter zůsamen glitzen oder rühren / so verkehr schrenck vbersich die Blóß / vnnd ficht was dir fúr arbeit hie neben gemelt zů erst werden mag / Darumb spricht Lichtenawer recht in seinen verborgenen Reimen / Zwirch benimbt / Was von oben kümpt. Item Zwirch mit der sterck / Dein arbeit damit merck. Das ist alle Tach streich versetz mit Zwirch / oder wie ich sie hie meinen Reimen gesetzet.

Dann alles was da kompt von tag/
Die Zwirch solches versetzen mag.
Im angriff treib die Zwirch mit Sterck/
Verkehren / fehlen auch mit merck.

Hauwet einer auff dich von Tag / so Zwirch gegen seinem streich mit sterck / damit zwingestu ihn das er dester dieffer mit seinen Hauw zů thal fallen muß / in dem es glitzt so stoß dein knopff vnder deinem rechten Arm durch / verkehr also vnn truck vndersich / laß die kling als bald wider vmschnappen / die kurtz schneide in sein gesicht / doch das du im verkeren vnd vmbschnappen mit dem Schnit auff sein Armen bleibest.

Diß stuck gehet wol an wann du es in einer geschwinde machest / wischet er dir aber mit den Armen zůbehendt vbersich / so laß dein klingen vmbfahren vmb dein Kopff / das dein Lange schneid / vornen an sein Arm kome vberzwerch durch einen Vnderhauw / wie das kleiner Bild in der Figur I. zůr lincken hand außweist / aber laß die lincke hand nit vom Hefft / sonder stoß jhn von dir mit geschrenkten Henden.


Zům Pflůg vnd Ochssen bist behendt /
Ihm trauw den Hauw bald wider endt.

Der Reimen ist an im selber auch gar deutlich / wie auch die andern / Nemlich das du zů dem Ochssen vnd Pflůg / das ist zůr vndern vnd obern Blóß / zů Linck vnd Recht / behendiglich kreutzweiß vnd vbereck Zwirchen solt / zů allen vier theilen / wie mit andern Hauwen / so in den vier Blóssen hievor weitleuffiger gelehrt.

Merck was fúr Zwürch mit springen wirdt gefúhrt /
Auch fehlest mit / nach wúntschen rúhrt.

Merck im zůfechten / wann du zůr Lincken obern Blóß zwirchen wilt / so spring zů solcher wol auff/ vnd laß auch den knopff wol vbersich gehen / so gehet die Zwirch tieff zům Kopff / sonderlich wann du die geberdt also verstellen kanst / auch gleich vnversehens mit der Zwirch daher gesprungen bist / das er des sprungs nicht gewahr nimpt biß er geschehen / vnd die Zwirch getroffen hat ersicht ers aber vnnd wehret oder versetzet solches / so trit eilents mit dem Lincken fůß gegen seiner Rechten seiten / vnnd Zwirche jhm von deiner Lincken / mit gesenktem Leib zů seiner Rechten vndern Blóß / die hast du (wo er die erste zwirch versetzt hat) gewiß.

Item wann du also dem Mann in einem sprung hoch vnd tieff zůschlechst / mit der zwirch oder sonst einer flech / vnd last es aber nicht treffen / sonder neben seiner Lincken fehl lauffen / schlechst also in eil mit der Zwirch einer andern Blóß / so triffestu nach wunsch / dann ehe er sich besinnet die Zwirch zůuersetzen / so hastu anderst wo getroffen / wo du anders solches mit gantzen Leib führest / das ist die geberdt zů solchem stuck recht brauchest.

Doppel solt du den Fehler machen /
Deß gleichen Trit vnd Schnit zwifachen.

Der Fehler ist ein gůt stuck gegen den Fechtern die gern versetzen / wie auch die vorige stuck auß der Zwirch / als wann du einer Blóß zůhauwest / vnd merckest das er dem Hauwe nach / versetzen / so laß du den Hauw fehl fúrüber

lauffen / vnd schlechst einer andern Blóß zů / Doppel fehlen ist ein kunstreich stuck / vnnd gehöret ein geúbter Fechter darzů / aber ich will dir etliche stuck doppel vnnd einfach hieher setzen vnd beschreiben / darauß du allerley fehler wol lernen kanst.

Im zůfechten schick dich in die Zornhůt zůr Rechten / als bald er sein Schwerdt in die lufft bringt / so hauwe von deiner Rechten vmb dein Kopff / mit Langer schneid vnd außgestreckten Armen / zů seiner Rechten seiten fehl durch / also das die Zwirch gewaltig in der lufft wider vmbfleugt gegen seinem Lincken ohr / laß aber nit rühren / sonder zůck wider vmb den Kopff / vnd hauwe mit Langer schneide das sich die flech dapffer einschwing zů seinem Rechten ohr / jetz verkehr / schnap vmb laß verfliegen / vnd was dir fúr arbeit werden mag.

Item im zůfechten hauw ein langen Oberhauw / zů seiner Lincken obern Blóß / wann du mit dem Hauw oben in der Lufft schier an sein klingen rührest / so verwandle den Oberhauw in ein Zwirch / vnd schlag ihn mit der zwirch von Vnden zů dem Lincken ohr / oder Armen / Dises seind die rechten Fechtstuck / darauß vil feiner stuck gefochten werden.

Ein Fehler mit dem falschen Trit.

IM zůfechten hauwe einen hohen Oberhauw / vnd wann dein kling schier an sein Klinge rúhret /als bald verwandle den Oberhauw in ein Zwirch / vnd gleich mit der Zwirch trit mit deinem Rechten fůß zwischen dir vnd jhm beiseits durch / auff sein Rechte seiten / vnd hauw jhn vnder des durch solche Zwirch den ort zwischen seinen Armen zům Maul / wie du solches an den kleinern obern Bilder in hie nach getruckter Figur sehen kanst / als bald laß wider vmb schnappen / vnd schlag ihn mit kurtzer schneide vnd gekreutzigten Henden wider vmb zů seinem Rechten ohr / oder hauwe mit Langer schneide nach / doch spring mit solchem streich wol auff sein Rechte / beiseits auß.

Zwifach oder doppel fehlen.

ITem im zůfechté ehe du recht zů jhm kompst / so hauwe neben deiner Rechten durch / das dein Wehr vberschiesse im sturtz / trit fúrbaß mit dem rechten Fůß zů jhm / laß dein Schwerdt vmb den Kopff fahren / vnd zůck ein


hohen streich von dach in der lufft / aber verschrenck deine Hend / trauwe jhm mit der kurtzen schneiden zů schlagen / wischt er jhm nach vnd wil versetzen / so wend dein Hend wider vmb / vnd verwandle dein Krumpschneide in ein Zwirch / laß die Zwirch auch nicht rühren / sonder fúruber lauffen fehl / vnd schlag zůr andern seiner Rechten seiten / das ist doppel gefehlt / dise zwen fehler werden gleich in der lufft sam du windest vmb sein klingen in einem flug volbracht / doch kanstu abbrechen darinnen wann du wilt zůr versatzung oder in ein verwenden / so er dich erreichen würde / das du mit deinem stuck nit zů jhm kommen möchst / wann du jhn aber darzu getrungen hast / das er dir versetzen muß / so ist der doppel fehler sehr gůt / vnd gehet gar geschwindt zů. Item das heist auch doppelfehl wann einer doppel oder zweymal ablauffen lest / den Mann zůuerführen.

Ein anders auß dem doppel fehler.

IM zůfechten bring ein hohen streich von deiner Rechten vnd in der lufft / noch ehe dann es rühret / so verwende die kurtz schneide gegen jhm / sam du den Schielhauw wóllest hauwen / laß aber die kurtz schneide auch nicht rühren / sonder laß jhn einer behendt auch fehl lauffen / vnd schwinge jhm dein schwech zů seinem Rechten ohr / mit gekreutzigten Armen / laß behendt widerumb abfliegen / vnd fall jhme mit dem Schnit zůr nechsten Blóß / oder an sein Schwerdt / von dannen zům leib vnd auff die Arm.

Bruch auff die Zwirch.

MErck wann du mit einem von Oben bindest / oder gleich mit jhm einhauwest / so sihe ob er mit der Zwirch wöll vmbschlagen / in dem er vmbschlegt / so kome vor mit der zwirch vnder seiner klingen an sein halß / wie das grösser Bild in der Figur L. zůr Lincken hand anzeiget.

Item zwircht er von Vnden / das du darunder nicht kommen kanst / so fange sein Zwirch mit fúrschieben / an dein Schilt / vnd stoß dein knopff oberhalb deinem rechten Arm wol von dir / vnnd wendt jhm die Lange schneid aussen vber seiner kling von Vnden auff zům Kopff / wie das grösser Bild in der Figur N. zůr rechten hand außweiset.


Von Tritten.

AM treten ist vil gelegen / darumb schauw das du einem jeden streich sein trit gebest / dann wañ du jhme zůr Blóß hauwest / vnd tritst nicht mit dem fůß / von welcher seiten du gehauwen hast / so ist der Hauw kein nutz / wan du aber den Hauw nicht gantz sonder nur trauwest zůhauwen / so darffestu auch nicht gantz treten / sondern mit geberden nur stellen / sam du trettest / doch wirt dich solches die übung besser lehren / Zwifach trit mach also / wan du mit deinen Rechten zů seiner Lincken treten bist / erfordert dann dein stuck das du noch ferner herumb treten must / so trit mit dem Lincken fůß dem Rechten nach / hinder dein Rechten hinauß oder fúruber / ehe du dan den Lincken noch kaum setzest / kanst du mit dem Rechten fúrt treten / den Schnit zwifachen / merck diß nachvolgendt stuck / Hauwet einer auff dich von seiner Rechten / so Hauwe auch von deiner Rechten gegen seinem streich / doch mit kurtzer schneide vnd gekreutzigten Henden / in dem die Schwerdter rúhren / so trit in einem zwifachen trit mit dem rechten fůß behendiglich ferner vmb sein Lincke zů jhm / vnd fall mit Langer schneid vom Schwerdt ab / auff sein Arm / jetz schrenck vber / fehrt er vbersich vnnd wil den Schnit nit leiden / so folge jhm nach mit dem Vnderschnit in seine Arm / stoß ihn also mit deinem kreutz vnd schilt von dir ehe er sich erholt / Hauw nach. Das ist der recht alt Schnit / vnd gehúrt ein Meister darzu / Item wann du einem auff die Arm geschnitten hast von Oben / so magst jhm die schneide durchs Maul ziehen.

Vom Schwerdt zům Leib / damit verkehr/
Zweimal / oder Schneid in die Wehr.

Das ist die recht Glosse vber den vorigé Reimen / das aber sagt wind zweimal oder schneid in die Wehr / verstandt also / wann du vom Schwerdt auff sein Arm schneidest / soltu als bald verkehren / entwischt er dir dann vbersich / so soltu dein knopff / vnder deinem Arm wider herfür winden / so kehrt sich dein Schwerdt widerumb / In die Wehr Schneiden ist / wann dir das zweymal verkehren gefehlt / solt du zwifach nachreisen / mit dem Schnit auff den Armen bleiben / wehrt er das / so fall seiner kling zů mit dem Schnit / vnd schauw das du jhn ohn deei vortheil nit abkommen lassest / sondern reiss alwegen nach.

Nachreisen ist außbindig gůt /
Mit Schneiden / Winden dich behut.

Nachreisen ist vil vnd mancherley / vnd gehóret zů treiben mit grosser fúrsichtigkeit / gegen den Fechtern die da ohn alle kunst mit langen Hauwen vmb sich Fechten / die treib also / wann du im zůfechten zů jhm kompst / mit dem Lincken fůß vor / vnd dein Schwerdt im Tag heltest / Hauwet er auff dich von Oben lang zů deinem Kopff / so versetze jhm nicht / sondern schauw wie du jhm entfallest mit dem Kopff vnnd Schwerdt / vnder seiner klingen dieweil die noch in der lufft herfleuget / durch / gegen der andern seiten / das er der keins rühret / laß ihn also verfehlen / in dem er mit seinem Schwerdt vnd Hauw noch vndersich fellet gegen der Erden / so Hauwe jm listiglich vnnd behend in gemeltem durchtreten von Oben hinein zům Kopff vñ das ehe er sich erholet oder wider vbersich kompt / fehrt er aber so behend vbersich / also das er dir versetzet / so bleib hart auff seinem Schwerdt / vnd fúle eben / ob er starck ferner vbersich tringt / so laß dein Scwerdt behend vbersich doch leiß außgehen / trit vnnd schlag mit der Zwirch vmb zů seiner Rechten.

Item bindt einer auff dich von seiner Rechten / so hab acht wann er vmbschlegt / so folge jhm mit dem Schnit nach auff sein Arm zů seiner Rechten / Oder stehest du in der Hůt / vnd er fellet dir auff dein Schwerdt mit dem seinen ehe du auff kommest / so bleib also vnden an seinem Schwerdt / vnd heb vbersich / füle in dessen ob er dir dann auß der verzatzung ein Hauwe oder Winden machen wölle so laß jhn von deinem Schwerdt nicht kommen / sonder volge jhme daran nach / vnnd arbeite in des zůr nechsten Blóß / auch merck das Nachreisen ist / wann einer zů hoch vbersich fehret / das du jhme vnden in dem er auffzeucht zům streich Nachreisest / es sey mit Hauwen oder Schneiden / deßgleichen verfehrt er sich auch zů weit auff die seiten / so reiß jhme auch seiner Wehr nach zůr Blóß von Oben / in allem Nachreisen aber so hab acht wo er dir entgienge / das du die Lange schneide gegen seinem Wehr wendest / vnnd nimb des Schnits wol war / dann damit kanstu ihn zwingen auß aller seiner arbeit.

Bey zweimalen oder darinnen /
Verfliegen laß / damit begúne.

Das ist du solt acht haben / wann du jhm mit dem Schnit auffgesessen bist / das du jhn nit gleich ledig solt lassen / sondern einmal oder zwey mit dem Schnit nachvolgen / vnnd jhn damit an seiner arbeit vnd stuck verhindern / wann er sich dann am wenigsten versihet soltu listig jhme vnmercklich ehe ers gleich gewahr wirt / mit dem Schwerdt entfliegen / einer andern der nechsten Blóß zů / ist ein recht Meisterstůcklein / damit begine das ist.

Zů allen vier enden treib die treffen /
Die zůcken lern / wiltu sie effen.

Der vier Blóssenen můstu wol bericht sein / wilt du anderst etwas gewisses Fechten / dann du fichtest fůr háw vnd stuck so gůt sie wóllen / wann du nicht in einem jeden quatier weist ab zůbrechen / vnnd die fúrgenommene stuck zů mutieren / in andere fúglichere arbeit verwandelen / jhe nach dem er gegen dir ficht/ vnnd deinen stucken begegnet / dann es kan geschehen das du ein stuck dir fúrnimbst / einer Blóß zů / vnd aber er sich so gegen dir schickt das du ein andere nehere Blóß haben kanst / welche gelegenheit dir entgienge / so du dein fúrgenommen stuck also ohne auffmerckens anderer zůfelliger gelegenheit zůfechtest / darumb fleiß dich das du bald bedacht seyest / zů allen vier Blóssen frey fliegent zůfechten / Dieweil du der arten nur dreyerley hast zůhauwen vnd zůschlagen / als mit Langer vnd kurtzer schneide / vnnd mit der flech / von welchen alles Fechten zůsamen Componiret / nach den vier theilen das Manns gerichtet / auß welchen sich dann all andere zůfellige stuck als Zůcken / Doplieren / Ablauffen / geben / davon hievor gnugsam gehandlet.

Abschneiden / Schlaudern bring auch mit /
Die herten gefehrt weiß ab mit Schnit.

Wann du nun also deine stuck zů all vier Blóssenen lauffen last / wie hievor gelehret / so hab gleich auch mit achtung auff seinem lauff / das ist auff sein stuck / also das du jhme die nach gelegenheit steckest vnnd abschneidest / darumb so hindere vnnd schneide jhm sein stuck also lang ab / biß du dein gelegenheit ersihest zůr andern arbeit / Die

zwey gefert seind die streich von beiden seiten / wann du sie abschneidest / so schauw das du kein gelegenheit versehest / und schneid auch nicht zu weit von seinem leib / das er dir nicht durchgang.

Des Schlauderns aber nim war / so bald er eine seiten bloß gibt / so rausch von Unden auff mit der flech an seine ohren / schneid behend wider nider zur Blöß / vom Schlaudern besihe ferner das erste theil im Capitel von der Handarbeit.

Verlaß dich nicht zuvil auff d Kron /
Du hast sonst von jhr schad und hon.

Merck wann du mit uberzwerchem kreutz hoch uber deinem Haupt versetztest / das heist die Kron / wann du merckest das dir einer dein Oberhauw underlauffen will mit der Kron / so laß deinen Oberhauw nit gar rühren / sonder verzuck in dem Hauw / auff das er vergebens aufffehrt / und Hauwe mit Langer schneide / ein uberzwerchen Mittelhauw / zu seinen Armen oder Spindel / so du ihn lehmen wilt / Der halben als offt du merckest das einer gern hoch aufffehret zuversetzen / so stelle dich mit geberden sam du hoch woltest hauwen / thus aber nicht / sondern schlag behendt umb zur undern Blöß / mit der Zwirch / flech oder langer schneide / Summa wer dir krönen will dem mach ein Fehler.

Den Langen ort durch streich mit gewalt /
Damit all harte gefehrt auffhalt.

Standt mit dem Lincken fuß vor / unnd streich von deiner Rechten dem Mann durch sein gesicht / das die halb schneide vorgehet / ein mal oder vier behendt auff einander / so bald du jhn aufftreibest / so greiff jhn unden zu an / es sey mit Zwirch oder Langer schneid / und merck wann du also gegen jhm auffstreichest / so nim war / wan er von deiner Rechten auff dich Hauwet von Oben / so wend im auffstreichen dein Lange schneide gegen seiner klingen / und fang seinen Hauw in der lufft / in die sterck deines Schwerds / das dein kling etwas uberzwerch stande / dein ort gegen seiner Lincken ubersich auß / trit bald mit dem Lincken fuß zu seiner Lincken / und stoß dein knopff in des

under dein Rechten arm durch / schlag jhn mit der kurtzen schneide mit abrützten hinder seiner klingen zum Kopff / wie dich der boß zur Lincken hand in der Figur mit dem B. verzeichnet lehrt / trit gleich mit deinem Rechten fuß wol; gegen seiner Lincken / rucke den knopff behend wider herfür / das du mit deinem Schwerdt in der Zwirch standest / oder im hengeten ort.

Item streich vor jhm auff / und laß dein Schwerdt oben umbfliegen neben deiner Lincken / trit und Hauw von deiner Rechten / von unden gewaltig zu seinem Arm / versetzt er / so wind unden durch mit deinem hefft / und greiff mit deinem Knopff aussen uber seinen Rechten arm / laß dein lincke hand von dem Hefft / begreiff damit dein kling zu hilff der Rechten / schlag jhn mit Langer schneid auff sein Kopff / wie dich solches die bossen in der figur O. zur Rechten hand anzeigen.

Den Blendthau soltu lassen bröllen /
Umbwirff die Zwirch / fleiß dich des schnellen.

Streich den Langen ort in sein gesicht / trit und zucke dein Schwerdt umb den Kopff / und schlag mit inwendiger flech von deiner Rechten / zu seinem Lincken ohr / durch die mittel Lini / nim den Kopff wol mit / und windt behendt an seinem Schwerdt wider umb die außwendige flech / auch zu seinem Lincken.

Die hengen soltu weißlich bringen /
Greiff nicht zu unzeit wiltu Ringen.

Das ist so jhr beid einander eingelauffen seind / solt du dich des angreiffens gewiß machen / wann du anders ringen wilt / dann mit einem griff (so du fehlst) kanst du dich in gefahr geben / von welcher du dich ohn schaden kaum retten kanst.

Von disem Greiffen und Ringen / merck dise folgende exempel / under welchen das erste auß dem Oberhauw genomen.

IM zufechten / führe dein Schwerdt mit außgestreckter klingen vor her / das der vorder ort gegen seinem gesicht auß standt / als bald du jhn also erlangen kanst / so laß dein klingen von seinem gesicht gegen deiner Lin

cken vndersich sincken / zůck hiemit dein Schwerdt mit hangender klingen vmb deinen Kopff / vnd Hauwe in einem zůsprung / ein hohen vnd gewaltigen streich gegen seinem Lincken ohr / so bald der hauw getroffen / als bald zůcke dein Klingen gerad vbersich ab / vnd bleib also mit den henden hoch vber deinem Kopff / die Klingen aber lasse hiemit neben deiner Lincken seiten vndersich sincken / zů einem Vnderhauw gegen seinem Rechten Arm / vnderdeß sencke dich mit dem obern Leib eylents vndersich / vnd lasse dieweil deine Lincke Hand vorm hefft ab / vnd ergreiffe mit derselbigen dein Schwerdts klingen in der mitte / fahr jhm also von vnden auff / behendiglich (dieweil er mit seinem Armen dem ersten streich zůuersetzen hoch ist) an seine beide Arm / wann du jhm nun also seine Arm zwischen dein beide hend / mit der langen schneide deines Schwerdts auffgefangen hast / so winde mit gewaldt mit dem vordern ort aussen vber seine beyde Arm / ist er zů starck / vnd dringer vbersich / so bleibe gleichwol mit deiner klingen hart an seinen Armen / vnd wind mit dem Knopff vnden durch / greiffe mit demselbigen außwendig vber seinen Lincken Arm / vnd reiß mit gewalt vndersich auß / in dem du also mit deinem Knopff vndersich zů dir außreissest / so setze jhm dein vordern ort mit der Lincken hand vber seinen lincken Arm / innerhalb seinem rechten in sein gesicht / will er aber mit seinem Schwerdt weitter arbeiten / so ergreiffe jhm sein Rechte auch mit dem vordern theil deiner Klingen / vnd reisse vndersich / vnd schlag jhn mit deinem Knopff in sein angesicht.

Bruch.

WAnn du gewahr wirst / das dir einer mit seiner klingen aussen vber deine beide Arm winden will / so lasse dein Lincke hand von dem Knopff / vnd ergreiffe damit dein Schwerdts klingen in der mitte / fahre dieselbige weil mit deinem Knopff zwischen seine beide Arm / vnnd greiffe mit demselbigen / von inwendig vber seinen Rechten Arm / reiß also mit dem Knopff zů dir / vnd mit der klingen truck von dir / so nimst du jhm sein Schwerdt / Also folget immer ein Bruch auff den andern.

Ein Ander.

IM zůfechten fúhre dein Schwerdt mit außgestreckten Armen / außgestreckt vnd lang vor dir her / vnnd merck fleissig auff die gelegenheit / wann du die ersehen / so Hauwe abermals mit herumb gezucktem Schwerdt / ge=

waltig von Oben gegen seinem Lincken ohr / in dem der Hauwe trifft / so fahr auff mit beiden Armen / vnnd stoß dieselbige weil deinen Knopff vnder deinem Rechten Arm durch / lass hiemit dein Lincke hand eilents vom heffte / vnd greiffe mit derselbigen oberhalb deinem Rechten Arm wider an dein Schwerdts knopff / Stich jhm also hinder seinem Schwerdt gegen seinem gesicht / oder so du ein kurtz Schwerdt hast / so Stich jhm von Oben zwischen seinen beiden Armen hinein / vnd setze jhm den vordern ort an seine Brust / vnd trit mit dem Rechten fůß zůruck / stoß jhn also mit dem vorderen ort von dir / laß in dessen dein Schwerdt wider verfahren / vnd Hauwe von deiner Rechten vberzwerch zů seinem Lincken ohr / mit einem abtrit deines Lincken fusses / gantz durch / den letsten Hauwe zům abzůg von deiner Lincken durch sein Rechte / Oder wann du einem also zwischen seinen Armen / von Oben hinein gestochen hast / so lasse dein Lincke hand vom Knopff / vnnd ergreiffe mit derselbigen dein klingen / vnderhalb seinem Rechten Arm / wende mit derselbigen vbersich / vor seinem gesicht gegen seiner Lincken / vnd mit dem Knopff oder mit Rechter hand reisse vndersich / so nimstu jhm sein Schwerdt.

Ob du wol mit nach gedencken / vil Bruch aus den vorgehenden stucken erlehrnen kanst / so hieher dienstlich / will ich dir doch auch einen setzen also.

Fehrt dir einer mit seinem hefft oder beiden henden / also wie gelehrt hoch auff / so fahre mit der Kron auch hoch auff / also das er mit dem ort nicht ansetzen kann / komme hiemit auch noch neher zů jhm / vnd lasse die Rechte hand von deinem hefft / verkehr dieselbige / vnnd greiff damit zwischen seinen beiden Armen in sein hefft / ruck also mit verkehrter hand auff dein Rechte seiten / so nimstu jhm sein Schwerdt.

IM zůfechten so streiche mit außgestrecktem Schwerdt / von deiner Rechten starck vnd gewaltig vbersich / durch sein gesicht / als dann trit vnnd Hauwe mit Langer schneide / von deiner Rechten / von vberzwerch vbersich / mit einem zůtrit deines Rechten fusses gegen seinem Hals / als bald derselbige getroffen / so Hauwe den andern von deiner Lincken gegen seiner Rechten / auch vberzwerch von Vnden / aber in dem du disen Vnderhauw herführest / so lasse dein Lincke hand ab vom hefft / vnd ergreiff damit abermals dein klingen in der mitte / vnd winde jhm mit dem vordern theil deiner klingen / oberhalb seinem Rechten arm zům gesicht / fehrt er aber mit seinen Armen auff / vnd will versetzen / so bleibe mit der Rechten hand sampt dem kreutz hoch / vnd wechsele mit der Lincken hand sampt dem vordern ort von Oben herab / neben seinem Rechten Arm herumb / vnd fúhre dasselbige vorder

ort zwischen seinen beyden Armen hinein / vnd greiffe mit demselbigen / von inwendig vber seinen rechten Arm / truck also mit dem Knopff von dir / vnd mit der klingen reisse zů dir / so nimstu jhm abermals das Schwerdt.

Bruch.

MErck in dem der Vnderhauw gegen deiner Rechten antrifft / vnnd du den selbigen versetzt hast / so lasse dein Rechte hand vom Schwerdt / vnd greiffe mit derselbigen aussen vber seinem Lincken arm / in sein Schwerds Knopff / Reiß den zü dir / auff dein Rechte seiten / so nimstu jhm sein Schwerdt.

Ein ander stuck zům einlauffen.

WAnn du an einem gewahr wirst / das er dich mit einem hohen streich vbereylen / vnd hiemit einlauffen will / so fahre mit deinem hefft vnd offenen henden vbersich / fange jhm also seinem hauw in dein hefft / wie dir solches mit den obern bossen in der Figur O. zůr Lincken fúrgemahlet ist / als bald der hauw auff dein hefft trifft / so fahre mit dem kreutz von Oben zwischen seine beide Arm / trit hiemit zů ruck / vnd Reiß mit dem kreutz vndersich zů dir auß / Hauwe jhn mit solchem zůg auff den Kopff.

Werffen.

WAnn dich einer mit seinem Schwerdt vnderlauffen hat / also das jhr gar nahet zůsamen komen / so wirff dein Schwerdt hindersich von dir / auch bucke dich eylents vor jm vndersich / vnd ergreiff jm mit beyden henden beyde bein / zůck an dich/so fellet er an rucken / davon besihe die obern vnnd kleinern bossen / zůr lincken Hand in der Figur D.

ODer so jhr beyde so nahet zůsamen komen seind / vnd er führet sein Schwerdt ober dem Kopff / also das sein klingen ein wenig hinder jhm abhangt / so lasse dein Rechte hand vom Schwerdt / vnd fahr mit derselbigen aussen vber seinen Lincken arm / vnnd ergreiff damit sein Rechte hand bey dem glid / zůgleich in dem du jhm sein hand ergreiffest / so trit mit deinem Rechten fůß hinder seinen Lincken / zeuch jhn also mit der Rechten hand vberruck von dir / vnd stoß jhn mit der Lincken hand sampt dem Schwerdt / fúr die Brust / so fellest du jn vber dein fúr gesetzt bein an seinen rucken.

WAnn jhr also nahet zůsamen komen / so trit jhm mit deinem Lincken fůß zwischen seine beide bein / laß hiemit dein Lincke hand vom Schwerdt / vnnd wende jhm ein wenig den rucken / greiff vnder deß mit deiner / vom Schwerdt abgelassener Lincker hand / vnder seinen beiden Armen durch / vnd aussen vber seinen Lincken arm / mit der Rechten hand aber / sampt dem Schwerdt (oder wirff dasselbige von dir) greiffe aussen vber seinen Rechten arm / also das du mit deiner Rechten hand dein Lincke oberhalb seinen beiden Armen wider ergreiffest / trucke jhm alle beyde Arm zůsamen / auff dein Lincke achsel / hie zwischen trit auch mit dem Lincken fůß vornen fúr seine beide fůß / schwinge dich hiemit auff dein Rechte seyten / vnd in dem schwung bucke dich fúrsich vndersich / vnd wirff in fur dir nider.

Ein anders.

ODer in dem jhr durch einlauffen so nahet zůsamen komen seind / also das es zů rung gerahten muß / so trit mit dem Rechten fůß zwischen sein beide bein / laß die Lincke hand vom Schwerdt / vnnd greyffe mit den Rechten hand sampt dem Schwerdt vnder seinen rechten Arm durch / aussen vmb seinen leib / vnd mit der Lincken hand ergreyffe jhm von inwendig durch / seinen rechten Schenckel / jhe niderer jhe besser / vnd schauwe das du mit deinem Rechten fůß zwischen sein beyde bein wol durchgetretten seyest / auff das du mit demselbigen mit widersperren vnnd außrucken / dem wurff zů hilff komen könnest / erhebe jhn also in einem schwung / vnnd wirff jhn hinder dir auff seinen Kopff.

Ein anders.

VNderlaufft dir einer mit der Zwirch dein Schwerdt / so merck in dem er dir gegen deiner Lincken herzwircht / so versetze jhm solche Zwirch mit hangender klingen / vnd greiff mit der Lincken hand (die du dann vom Schwerdt ablassen solt) vnder deiner vnnd seiner klingen durch / außwendig vber seinen rechten Arm / fall jhm also mit derselben verkehrten Lincken hand an die gurgel / auch trit vnder des mit dem lincken fůß hinder seinen Rechten / wirff jhn abermals an seinen rucken.

Damit du aber den Ringen vnd Greiffen ein grund habest / so will ich dir die Hengen vnd Winden erlicher massen dar thun vnnd erkleren / auß welchen dann die Kampffstuck im kurtzen Schwerdt herfliessen vnnd erwachssen / vnd werden die Hengen zů zweyerley fúrnemen ins werck gericht / gebraucht / Nemlich zům ersten werden sie gebraucht

die hauw damit auffzufangen / vnd dieselbige auff der flachen klingen abritschen lassen vnd nachfechten / oder mit solchem verhengen dem Man vnder sein Schwerdt gehen / vnn darunder einwinden / vnd diese werden den mehrertheil auß dem Pflůg / oder von den Vnderhauwen zů wegen bracht vnd vollendet. Zům andern so werden sie auch gebraucht zům / ein / oder vberhengen / welche dann auß dem Oberhauw vnd von dem Ochsen hergebracht werden / welche beyderley Hengen verstand also.

Wie du auß dem Vnderhengen ein vnd auß winden solt.

IM zůfechten so kome mit deinem Lincken fůß vor / vnd streiche mit außgestreckten Armen vbersich / gegen seinem Schwerdt / also das in solchem vbersich streichen die halb schneid Oben stand / vnd vorgange / demnach wann dein vorder ort / in solchem vbersich streichen seinem (nemlich deines gegenmans) gürdel gleich kompt / vnd er dieweil eben herschlecht / so stosse eylents deinen Schwerdts knopff vnder deinem Rechten arm durch / vnd fare also mit gekreutzigten henden vbersich / gegen seiner Lincken / also das damit dein klingen ein wenig gegen seiner Rechten seiten hang / vnd schauwe das in solchem aufffahren / dein flache klingen auff dein Daumen zů ligen komme / fang also seinen hauw auff deine vberzwerche stehende flache klingen auff / also das in solchem auffangen vnd vndergehn / beyde Schwerdter in die stercke zůsamen rühren / vnnd dein Kopff vnder deinem Schwerdt bedeckt vnd wol bewart sey / so bald nun also sein hauw auff deine klingen rühret / so rucke deinen knopff wider vnder deinen rechten Arm / gegen deiner Lincken seiten herfür / vnd wende hiemit dein halbe schneide einwart hinder seiner klingen / vberzwerch vber seinen Kopff / in solchem einwinden aber / bleib mit deinem Schwerdt hart an dem seinen / auff das du fühlen könnest / wann er abgehn wölle / auch soltu deinen Kopff mit solchem einwinden wol aus von seiner klingen / gegen deiner Lincken seiten entziehen / wirstu aber in dessen gewahr / das er (dieweil du dich mit solchem einwinden etwas Blóssest) von Oben nider derselbigen zů eylen wólle / so trit mit deinem Lincken fůß behend gegen seiner Rechten seiten auß / vnnd stosse deinen knopff wider vnder deinem Rechten arm durch / vnnd fahr mit beiden Armen auff / wende jhm also die halbe schneide wider außwerts an sein Recht ohr / auff diese weiß kanstu auff der einen seiten mit der klingen vnder seinem Schwerdt / ein vnd außwerts Winden / auff der andern seiten aber / magstu mit dem Knopff vbergreiffen / Also / wann du jhm auff vorige weiß sein Schwerdt mit verhengen auffgefangen hast / so trit behendt in dem die Schwerdter noch zůsamen rühren / mit dem rechten Fůß ge=

gen seiner Lincken seiten / vnd greiff mit dem Knopff / außwendig Oben vber seinem Rechten arm hinein / vnnd reisse zů dir auß. Oder nach dem du jhm ein vnd außwerts gewunden hast / vnnd er mit den Armen hoch auff gefahren ist / so wind jhm mit dem knopff inwendig zwischen seinen beyden Armen hinein / vnd greiff also mit demselbigen von inwendig vber seinen Rechten arm / vnd reisse gegen deiner Lincken auß / wiltu so magstu dein Lincke hand vom hefft ablassen / vnd mit derselbigen in die mitte deiner klingen greiffen / demnach wie du mit der Rechten hand gegen deiner Lincken seiten zů dir zeuchst / also trucke mit deiner Lincken hand / gegen seiner Lincken von dir / auch magstu jhm auß allen Legern mit hangender klingen vnderschieben vnd versetzen / vnd also wie gelehrt / an seinem Schwerdt ein vnd außwahrts Winden / vnd das zů beiden seiten.

Wie du die einhengen vnd winden von Oben in das werck richten solt.

IM zůfechten fúhre einen gewaltigen hauw von Oben gegen seinem Lincken ohr / vnnd in dem dein hauw an sein Schwerdt rúhret oder glútzt / so stosse deinen Schwerdts Knopff abermals vnder deinem Rechten Armn durch / vnd henge jhm die klingen also mit gekreutzigten Armen / wol hinder seiner klingen hinein zům Kopf / oder nach dem du jhm also von Oben eingewunden hast / so henge jhm dein klingen wol vber seinen beyde Arm / vnnd reisse also mit deinem Schwerdt / gegen deiner Lincken seiten auß / so bald du aber in solchem hinein winden fühlest / das er deiner Blósse von Oben nider zů eilen will / so rucke deinen Schwerdts knopff abermals wider herfür / vnd fahr mit demselbigen wider hoch vbersich auff / vnd henge jhm die halbe schneid wider außwerths hinein zům Kopff / wehrt er dir solches / so winde behend mit deinem knopff vnden durch / vnd außwendig vber seinen rechten Arm hinein / reisse also abermals vndersich zů dir auß / oder greiffe jm auch inwendig zwischen seinen Armé hinein / fass jhm derselbigen einen von inwendig mit deinem knopf / vnd reiß zů dir abermals auß.

Item wan du einen Oberhauw auff deinen gegenfechter hinein fúrest / vñ er versetzt dir solchen mit der Zwirch / so merck als bald dein hauw auff seinen klingen rührt / so stosse deinen Schwerdts knopf (es sei vnder deinem Rechten arm oder nit) hoch vbersich / vnn hencke jm dein klingen vber die seine hinein zům Kopff / magst also hart auff seiner klingen bleiben / vnd hinein vnd außwerts winden / nach gelegenheit. Wehrt er dir solche winden vñ fehrt auff / so

winde (in dem er auffert) aber mit dem knopf vmb seine Arm / also kanst jm von allen seiten wie du jhm angebunden hast / mit gewalt aus vnd einwerts winden / letztlich soltu auch alwegen so offt du einwinden wilt / drei ding betrachté / nemlich zům ersten den haw / Zům andern das einwinden an jm selbs / mit welchem du treffen solt / Zům dritten den schnit / dan dieweil du dich mit dem windé blóssen must / so soltu mit dem Schwerdt hart an dem seinen bleiben / vff das wan er (dieweil du windest) nachfolgen oder abgen will / du jm mit dem schnit nachfolgest / vnd an seinem Schwerdt bleibest / vnd jme dasselbige mit dem schnit außfúhrest vnñ abwendest / oder (dieweil er abgeht) mit gedachtem schnitt der nechsten Blóß zů einfallest.

Ein gůter Bruch auff alle oberháuw.

IM zůfechten schicke dich mit deinem Schwerdt in den Lincken Wechsel / vnd merck (in dem er von Oben gegen dir herhauwet) so trit mit deinem Lincken fůß gegen seiner Rechten / oder auff dein Lincke wol zůr seiten auß / zůgleich mit solchem außtretten Hauwe mit Langer schneide vbersich / gegen seinem herfliegenden hauw / also das du in solchem vbersich hauwen / deinen Schwerdts knopf vnder deinem rechten Arm durch gestossen / vnd seinen streich also mit kreutzigeten henden hoch in der lufft / auff deine Lange schneide in die sterck / auff gefangen habest / in dem nun also die Schwerdter zůsamen rühren vnd glützen / so rucke deinen Schwerdts knopf neidlichen vnder deinem rechten arm wider herfür / damit sich das forter theil deiner klingen / durch solches herauß rucken / hinder seinem Schwerdt / vberhalb seinem Rechten arm hinein / vnd schlims durch sein gesicht wider herauß schwinge / in dem du aber den Vnderhauw also durch einen Oberhauw gegen seinem gesicht wider herauß windest / eben dieselbige weil / trit auch mit dem Lincken fůß ferner gegen der Lincken seiten auß zůruck hindersich / wie du dessen in der Figůr H. an dem grossern Bild zůr rechten Hand ein anzeigung hast / Hauwe jhn also im abtretten durch sein gesicht / wann nun dieser Vnderhauw sampt dem außtrit / vnnd herauß winden in einem huy behendiglichen gemacht vnd volbracht wirt / so geht es dir gewiß vnd wol an / auß disem Windhauw werden auch vil andere vnd schöne stuck genomen vnd zůwegen bracht.

Ende des Schwerdts.

Ordenliche Beschreibung und anweisung des fechtens im Dusacken/ darinn vil Mannliche und geschwinde Stucke/ durh welche die angehende Schüler zur behendigkeit/volgends im Rapier zufechten/ so vil deß besser mögen abgericht werden/in guter ordnung begriffen/ vnd nach einander fürgestellet.

Mit diser Mehr raich weit und lang /
 Dem hauw nach fürsich vberhang /
Mit deinem Leib/ darzu trit ferr /
 Dein háuw fúhr gwaltig vmb jn her /
Zu all vier enden/laß die fliegen /
 Mit geberden/ zucken/ kanst jn triegen /
In die sterck solt du versetzen /
 Mit der schwech zugleich jn letzen /
Auch náher solt du kommen nit /
 Dann dast jn langest mit eim trit /


Wann er dir wolt einlauffen schier /
 Das Vorder ort/treibt jn von dir /
Wer er dir aber glauffen ein /
 Mit greiffen/ Ringen / der erst solt sein /
Der sterck vnd schwech nim eben war /
 Indes / die Blóß / macht offenbar /
Im Vor/ vnd Nach/ darzu recht trit /
 Merck fleissig auff die rechte zeit /
 Vnd laß dich bald erschrecken nit.


Innhalt des Fechtens im Dusácken / vnd in was ordnung solches Fechten beschriben wirdt.

Das erst Capitel.

Uch dem biß her mit dem Fechten im Schwerdt der grundt gelegt / volgt nun ferner der Dusack / welcher feiné vrsprung auß dem Schwert nimpt / als auf der rechten quelle alles fechtens / beydes so zu einer vn beyden Hánden verzicht wirdt : Will derhalben denselbigen / als derbey vns Teütschne nachdem Schwerdt nicht allein am breuchlichsten / Sonder auch als ein anfange vñ grunt aller Wehr / so zu einer Sandt gebraucht werden / hieher setzen / vnd volgends mit allen vmbstenden / vnd zugehörenden stucken / der ordnunge nach handlen vnd erkláren.

Dieweyl aber der Dusack dem Schwert so nahe verwandt / Also / das der mehrer theil stuck / die im Schwerdt zu beyden hánden gebraucht / mit gar wenig enderung / im Dusacken mit einer hand gefochté werden / will ich in beschreinbung desselbigen / eben der ordnunge / so ich bißher im Schwerdt gehalten / allhie auch gántzlich volgen / Vnd derwegen / nach dem / hieuor im Schwerdt / von der theylunge des Manns / vmb welchen es zuthun / vnd von theylung des Wehrs genugsamen bericht geschehen / am aller ersten die Láger oder hütten / für vnd an die hand nemen / auch wie vil deren / vnd wie sie inns werck sollen gericht werden / erzelen.

Darnach aber / zum andern will ich die háuwe / vnnd wie sie sollen volbracht werden / der ordnunge nach setzen vnd handlen. Zum dritteen / will ich des Manns theylung / nach welchem jetzgedachte háuwe sollen gericht werden / Nemlich von der selbigen nutze vnd gebrauche / so

zuuor im Schwerdt / als hierzu dienstlich / gespart verbliben / damit nicht so zur sache gehörig / vnderlassen werde / vollends verrichten.

Zum vierdten / will ich ein notwendige nutzliche Lehr vnd vermenung vom Versetzen / vñ wie man die háuwe zu dreyerley nutz vnderschidlichen gebrauchen solle / hinan hencken / vñ letzlich / nach dem nun alle notwendige zum Dusacken fechten dienstliche stucke verhandlet / will ich ein Láger nach dem anderen fürnemen / vnd wie du auß der selbigen jedem / so du inn vollem fechten oder durch verhauwen inn deren eins kommen werst / fechten solt / durch mancher hand Krempel dargeben / auch wie die bißher gelehrte stucke zusammen zufetzen / das ein gantz fecht stuck darauß zumachen / richtig beschreiben.

Von den Lágern oder hútten vnd jrem gebrauche.

Das ander Capitel.

OBwol dise Láger / so im Dusacken gebráuchlich / auß dem Schwerdt jren vrspung nemen vnd haben / Auch denselbigen in berrachtung nicht vngleich angesehen werden: So haben sie doch nach enderung der Wehre einen vnderschidlichen gebrauch / beyde inn den namen / vnd darauß zu fechten.

Derhalben ich für notvendig geachtet / solche Láger nit weniger / den die hiuor im Schwerdt / der ordung nach zu setzen / vnd warzů sie insonderheit dienstlich vnd nutzlich mógen gebraucht werden / an Tag zu geben. Vnd erstlich so seind der Láger fünff: Nemlich die Zorn hút / der Stier / die Mittel hút / der Eber / vnd der Wechsel / welche / wie du sie zur Rechten anschicker / also solt du sie auch zur Lincken inns werck richten. Ferner hast du gerad vor dir vón vornen herab / durch die auffrecht scheittel Lin auch fünffe. Nemblich vnd zum ersten die Wacht / Zum andern den Schnidt / welches ist die versatzung / von oben / das lang ort / die Bastey auff zweyerley art / im wider auffahren / hast du das fünffte. Nemblich den Bogen welches ist die andere versayzung von vnden / wie du im Capitel vom Versetzen hóren wirst. Dieweil aber hernach die Láger / bey jren zúgeordneté Stucken in figuren fürgemalet werdé. Hat mich für gút angesehen / die meldung von Lágeren / wie du dich darein zuschicken daselbs hin / als da sie am fúglichsten neben anschawung der figuren beschhriben werden / zusparen: Wie den ein jdes Láger mit seinem sondern zeichen vermerckt / in nachgesetztem Register zufinden.

Will derhalben nun ferner von derselbigen nutz / vnd warzú sie dienstlich / zu beschreiben fortfaren. Vnd für das erste / ob ich wol nicht will / das du inn den Lágeren / auff des Manns angreiffen wartten sollest. Sondern also / bald du den Mann ereylen vnd erlangen kanst / ihn mit deinen stucken / deinem vortheyl nach angreiffen / vnnd dasselbige außfechten solst: So begibtes sich doch vil mal vnnd offt / das du on sondern schaden der dir darüber begegnen móchte / deine stuck jm Vor nicht kanst anheben / vil weniger mit nutz außfúhren. Derwegen auß notturfft eruolgt / das du dich in fürsichtigkeit / mit zierlichen doch ernstlichen geberden / in ein solch Láger schickest / in welches er dir ohn seinen schad en vñ nachtheyl nicht wol hauwen kónne / damit du dich in solchem Láger sicher nach deinem vortheyl jhn anzugreiffen vmb sehen / oder auff seine Háuwe zuwarten geschickt seyest. Zum andern seind sie auch darzu dienstlich / das du durch die Láger / alle deine stuck ordenlich abtheylest / damit so offt du dich / in ein Láger verhauwen / oder auch mir vbersich fahren in eins kommen wárest / bald wissen móchst vnd bedacht seyest / was

du auß demselbigen ort vnd Láger für stuck am fúglichesten gegen jm fechten sollest / auff das du mit lang bedncken / nicht gesaumpt werdest / Dann in allen Háuwen vñ stucken komest du jmmer auß einem Láger ins ander. Für das dritte solst du deines gegenparts fechten vnd was er wol für stuck auff dich treyben werde / auß seinen Lágern lehrnen erkennen / demnach leichtlich abzunemen / wann er sein Wehr / oben oder vnden in ein Láger gebracht hat / was er vngefáhrlich für stucke auff dich fechten werde. Weytter dieweyl man gewohnlich an Lágeren wie oben gelehrt / des gegenmanns fechten spüren oder mercken kan / So solst du für das vierdt wissen / das du in keinem Láger still zu ligen verharren / sondern jmmerdar von einem Láger inns ander abwechßlen / vnd solches nicht allein darumb / das du jn verfúhrest / sonder vil mehr jn damit jrr zu machen / auff das er nicht wissen móge / was für stuck auff jn gefochten / oder er auff dich / fechten solle. Daruon besihe im Rapier vom gebrauch der Hútten. Nun will ich volgends zu den Háuwen / welches das recht Háuptstuck im Fechten ist / fortschreyten.

Von den vier Háuwen / mit vier gúten Reglen / wie man die recht fúhren vnnd lehrnen solle / sampt erlichen angehenckten Kremplen.

Das dritt Capitel.

NAch dem die Láger oder Hútten mit jren anhangenden Nützen hieuor erklárt / kome ich nun ferner zum rechten Hauptstuck des Fechtens / vnd seind solches eben die Háuwe / so auß den Lágern entstehn / Derselbigen aber seind an jm selber nicht mehr dann vier / auß welchen die andern alle jren vrsprung vnd herkommen haben / wie hernach soll angezeigt werden. Dieweyl auch dise vier Háuwe der rechte Grund alles Fechtens / will ich dem gúthertzigen Leser zu dienste / dieselbigen nicht allein wie sie schlecht an sich selber gehauwen / sondern auch / wie sie auff mancherley weise nutzlich kónnen gelehrt vnd getriben werden / ordentlich erkláren / damit du sehen vnd erkennen mógest / wie jmer ein stuck auß dem andern erwachsse / vñ vrspringlich eins dem andern die bandbiete. Dieweil aber gedachte gedachte vier Háuwe on vorwissen vnd kundtschafft etlicher Linien so zu vnderzichtung der Háuwe dienstlich / nit artlich vnd eigentlich mógen gelehrt / vil wenigerr vom Lehrnenden verstanden werden / Will notwendiglich erfolgen / das ich dich zuuor solcher Linien / welcher massen die gestalt vnd geneñt werden / vnderrichte. Wie nun der Háuwe nicht mehr denn vier / also seind der Strassen oder


Linien / durch welche sie gehauwé werden / auch vier. Also zum ersté / die auffrecht Lini / durch welche der Oberhauw gefúhrt vnd gehauwen / vnd darumb Scheittellini genañt wirde / dieweil durch solche der Mañ in Linck vñ Reccht vnderscheiden wirt. Die andere 2 schlime oder hangende Lini / durch welche der Zorn hauw gefúhrt / wirdt von dem Zornhauw / die Zorn sonst auch strich Lini geheissen. Durch die dritte zwerch 3 oder mittel Lini / wirdt der Mittelhauw volbracht. Die vierdte 4 schlime auffsteigende Lini / weiset den vnderhauw seinen weg / gleich wie sie dem Zornhauw / von der anderen seyten / von oben herab den weg zeygt. Also das durch die Lini / durch welche die Zorn háuwe schlims von oben gehauwé / das durch dieselbigen auch die vnderháuwe vbersich gefúhrt werden. Wo du dir nun solche vier Linien / als ob sie mit dem Puncten inn welchem sich dieselbige vber einander schrencken / dem Künn gleich stúnden / (fürbildest) Also das die zwerch oder mittel Linien dem Mann vber beyden Achseln lligend herstreiche / so steht das Kreütz recht / vnd kanst also dann nicht allein die vier Haupt háuwe / sondern auch alle ander Háuwe sicher vnd wol darnach richten. Du solst aber hie nicht meinen / dz du die Háuwe nicht auch niderer oder hóher fúhren dórffest / denn die Linien außweysen / sondern ist allein dahin zuuerstehn / das du die Háuw erstlich dadurch fúhren vnd hauwen lehrnest. Zunm andern so merck auch das / wann dein gegnpart auff dich hauwet / vñ du wilt mit jm zugleich hauwen / so múst du deinen hauwe der Linien hóhe gleich fúhren / anderst bist du mit deinem hauwe nicht versetzt noch verwardt. Wañ du aber deinen hauw jm Vor gegen deinem Part fúhrest / vñ er deinem hauwe zu begegnen mit keinem streiche fertig ist / magst du alßdann vnder oder oberhalb seinem Dusácken zum Leybe hauwen / vnangesehen wa die Linien hinweysen / wie hernacher / in stucken gnúgsam gelehrt wirdt. Wz nun weytter den gebrauche vnd nutz der háuwe / vñ welcher oder wie sie ander brechen belangt / dauon will ich im vierdten Capitel hernach nach der lánge handlen / derwegen allhie fortfahren / vnd die háuwe durch jre obdemelt vier Linien / auff viererley weyse vnd art lehrnen hauwen / als die dir nicht eine geringe fürderung / die Stucke recht zu hauwen / vnd zuuerstehn sein werden.


Die erste Regel / wie du dei vier Háuwe einen jeden durch seine an / gehórige Lini / Erstlich halb / das ist biß ins lang orth / Zum andern / gantz durch die Lini / hauw in hauw / von einer seiten fúhren sollest.

STeh mit deinem lincken Fússe vor / halt deinen Dusácke im Stier / oder wie das grösser Bild gegen der lincken in hieuor getruckter Figur außweißt / trit vnd hauwe also gerad von obé durch die auffrecht Lini herab / biß auff den Punckten / auff welchen sich die linien vber einander schliessen / so stehst du mit außgestrecktem Arme im langen orte / daruon besehe das grosser Bild auch zur lincken in hie nach getruckter Figur / Von dannen laß ferner das vordertheil deined Dusáckens gegen deiner Lincken vndersich sincken vnd ablauffen / vñ zuck zugleich in dem dein vordertheil vndersich sinckkt / dein gehúltz also mit hangender Klingen vbersich / vnd deinen Kopff / zu einem streiche / Vnder deß / dieweil du deinen Dusácken auffzeuchst zu einem andern Hauwe / so zeihe zugleich auch deinen hindersten Fúß hernach / biß an den vorderen rechten / auff dz du zu deiné gezuckten hauwe / mit deiné rechté Fússe wider einen vólligen zútrit habest / hauwe also wider wie vor / durch die auffrecht Lini / doch nie ferner dann biß auff die schliessung der Lini / ins lang orth. Von dannen erman dich wider ferner zuhauwen / aber aller dinge wie vor / vnd solches treib einen hauw drey oder vier fürsich / so vil du nun der háuwe fürsich hauwest / also vil hauwe vñ trit solt du auch wider zu ruck hindersich hauwen wie du aber im vorigen fürsich hauwen / den hindersten Fúß hernach / biß zu dem vordersten / (auff das du mit dem vorderen weitter zútretten kónnest) gezogen hast / Also múst du auch / wann du im hauwen hindersich trettn wilt / in dem du auffzeuchst zum streich mit dem forderen biß zu dem hindersten zu ruck weichen / vnd wie du vor zu dem streich / mit dem rechten Fúß fürgetreten / also múst du jetz im hauwen mit dem hindersten vnnd lincken / zu ruck tretten / deßgleichen wie du bißher den Oberhauw / durch die auffrecht Lini / biß auff den Puncten gehauwen hast / also vnnd auff solche weiß solt du auch die andern Háuw durch jre gehörte Lini volbringen.

Nemblich dé Zornhauw / durch die schlime hangende Lini. Den Mittelhauw durch die vberzweg. Vnd den Vnderhauwe durch die vbersich steiget Lini / vnd das allwegen nicht ferner dann biß in die mitte dem Puncten gleich / alda laß wider gegen deiiner lincken ablauffen / vnd erhol dich mit vbersich zucken deines gehültz zu einem anderen deßgleichen hauw / dise háuw sollen dir darzu deinen / auff das du alle deine Háuwe (ehe dann sie gantz vollbracht) noch also auff halben weg lernest auff halten / vnnd in ein versatzung verwenden / damit du deines gegenparts háuwe in vollem lauff mit gleichen háuwé empfangen kónnest.


Zum andern / solt du gedachte Linien gantz durch hauwé / Also schick dich mit deim Dusácke zustehn / wie obé gelernet / von dañen hauw durch die auffrecht Lini mit außgestrecktem Arm / gang durch / vñ wende dein rechte Seiten dem hauw wol nach / gegen deiner lincken / also das dein Dusácken in solchem hauw / nebé deiner lincken zu ruck fürvber lauffe / Jn dem aber dein Dusácken nebé deiner lincken zuruck durchlaufft / so ziehe vnder deß auch zugleich dein gehúltz / neben deiner lincken vbersich vm den Kopff / biß in die wacht wider zum streich / so stehst du wie das Bild zur rechten in hie vorgetruckter Figur so mit dem Búchstaben B. verzeichnet anzeigt / zugleich in dein du dein Dusácken also wie gemelt auffzeuchst zum streich / solt du mit dem hindern Fúß hernach rucken / biß zu dem forderé / auff das du wider zu solchem hauw mit dem rechten fordern Fúß ein fúrtrit habest / aller ding wie nechst gelert. Trit also dann ferner mit dem rechten Fúß furt / vnd hauw auß der Wacht widerumb geradt von oben wie vor / gantz durch die auffrecht Lini / das treib auch ein hauw drey oder vier fürsich vnd hindersich auff das du jr wol geúbt wedest. Wie du nun den Oberhauw durch die auffrecht Lini volbracht / also vnd auff solche weiß / solt du auch die andern drey / gantz durch jre gehórende Lini hauwen / Damit du aber solliches (dieweil es eim vngeúbten schwer zuthun) dester daß vernemmen mógest / will ich dir den Vnderhauw auff was weiß er gantz durch die Linien zu hauwen sey / auch heiher setzen.

Also stand mit dem lincken Fúß vor / halt dein Dusácken in hieuor gemeltem Stier / alßdañ drit vnd hauwe mit langer schneid vberzwerchs von vndé der auffsteigenden Lini nach / durch sein Gesicht / Jn solchem hauw / verwende dein Hand in der lufft / das dein Daumen gegen deiner lincken sehe / vnd dein kurtz schneid in vollendung deß hauws / auff dein lincke Achssel kome / zu dem wendt dein rechte Seyté / wie oben auch gemelt / wol dem hauw nach / gegen deiner lincken / als bald du mit solchem hauw nahet zu der lincken Achssel ankomen bist / so zucke dein gehültz behendt wider zu eim anderen streich vberssich vmb den Kopff / vnd ruck dein lincken Fúß hernach biß au dem rechten / Alßdann hauw wider mit eins zútrit deines rechten Fúß von deiner rechten von vnden schlims vbersich / durch sein Gesicht / also das du mit deinem Dusácken zu deiner lincken Achssel kompst / wie vor / von dañen erholl dich wider mit einem andern hauwe / Solches treib dann fürter ein hauw drey oder vier hindersich vnnd fürsich wie du mit vorigen halben háuwen gethan hast. Wie du nun mit den halben háuwen hieuor gelehrt bist / deines gegenparts streich auffzufangen / Also lehrne jm seine mit disen durchháuwen ganz abweisen / vnd hinweg hauwen.

Die ander Regel / wie du die háuw durch ein Lini gegen einander treyben solt.

FVrs ander / nach dem du nun die vier háuw von deiner rechten / ein jeden / durch sein gehórende Lini halb vnd ganz wie jetz gelert / hauwé kanst / solt du demnach auch ein jede Lini vor beiden seiten gegen einander vber durch hauwé lernen / Also / stand mit dem rechten Fúß vor / doch mit den fússen nicht zu weit von einander / auff daß du zu dem ersten hauw ein fürtit haben mógest / als dann trit vnd hauw / von deiner rechten von oben durch die auffrecht Linie / mit außgestrecktem Arm / gantz durch / so fern das dein Dusácken(in dem er neben deiner lincken zu ruck durchlaufft) in lincken Stier verschiessen / auff solches hauwe bald wider von dannen / vnden auff mit langem schnidte / durch die auffrecht Linie gawaltig vñ starck vbersich durch / also das dein Dusáck vber deinen Kopffe durch den Sturtz wider vmbscheisse / in rechten Stier: Jn solchem hauwen / solt du allwegen mit dem rechté Fúß im stehn vnd tretten / vor bleiben / auff das du aber zu einem jden streiche ein fúrt tritt habest / erhole dich ferner zum tretten / wie ob gelehrt / auff dise weiß treib also den Oberhauw / vor deiner rechten von oben / den Vnderhauw von deiner lincken / von vnden srarck zusamen / durch deß Manns Gesicht / vnd laß beyde den oberhauw von oben vberstürtzen / vnnd den Vnderhauw von vnden vbersich durch vmbschiessen / auff das der vorder orth allwegen nach dem verschiessen gegen seinem Gesicht stehe / Wie du nun die auffrecht Linie von Vnden vnd Oben gegen einander durch hauwen hast / also solt du auch die andern zwo Linie / nemblich die schlime hangende / vnd die vberzwerch allwegen von beyden orten gegen einander durch hauwen.

Wann du aber die auffsteigende Linie von deiner rechten / welche mit den beyden Búchstaben D. vnnd H. verzeichnet / gegen einander durch hauwen wilt / so solt du nicht verschiessen lassen / sondern nur einfeltig vber deinen fürgesetzen rechten Schenckel von deiner rechten von vnden vbersich / biß inn den lincken Zorn oder auff die lincke Achssel schlims durch obgemelte auffsteigende Lini / auff vnd nider gegen einander treiben / von disem treiben vnd warzu es dienstlich vnnd nutz seye / bist du hieuor im Schwerdte nach der lenge gelehrt.

Die dritte Regel / vom anfang deß verfúrens / vnd wie man die Háuw abzucken / vnd in einander verwechsseln solle.

Wann du nun ein jede Lini gegn einander durchtreiben gelert hast / solt du auch ferner die Háuwe lernen abzucken / nemliché also:Nach dem du dich in einen stand für den Mañ nach gelegenheit geschickt hast / so trit vnd hauw mit außgestrecktem Arme / vñ langer schneide / von oben nach außweisung der auffrechten Lini zum Kopffe / vnd merck in dessen / ob er deinem hauwe mit versatzung begegnen wúlle / alßbald du solches ersehen / so laß deinen hauw nicht rúhren / oder auff seinerr versatzunge antreffen / sondern zucke deinen hauw eher denn er auff seine versatzung trifft / behendt wider zu ruck ab. Vnd hauw neben deiner lincken von Vnden eben durch die selbigen auffrechte Lini / mit streckte gewaltiglich vbersich durch. Wie das Bild in diser Figur zur rechten weiset.

Herwiderumb hauw den ersten neben deiner lincken / von vnden / gar nach biß an seine versatzung / vnd in dem es eben jetz rúhren soll / so zuck behendiglich wider zu ruck vbersich vmb deinen Kopff / vnnd hauw von oben gantz durch die auffrecht Lini / das ist durch sein Gesicht. Auff solche weiß hauw von deiner rechten gegen seiner lincken / der mittel Linien nach / biß an seine versatzung / vnd laß es auch nit rúhren / sondern in dem es eben antreffen soll / so ziehe wider ab vmd den Kopf / vnd hauwe von der andern seitten / gantz durch dieselbige mittel Lini / dises solt du gegen / vnd durch alle vier Linien treiben lernen / gleich wie auch die vorigen zwen háuwe. Solches abzucken / ist der anfang alles verfúrens.

Die vierdte Regel / wie man die Háuwe vnder einander wechsseln soll.

ZVm vierdten / ist auch notwendig vnd nutzlich / das du die Háuwe frey flügendt ab / vnd durch einander Weckßlen kónnest / welches dieweil es auff dreyerley arth vnd weise geschehen kan / will ich will ich erstlich den grunde / solches wechsseln / durch die drey Linien / Nemiich durch die zwo schlim me als die hangende vnd auffsteigende / vñ durch die vberzwerch mittel Lini anzeigen / darnach erlich Exempel hinan hencken / also. Wann du nun von deiner rechten / von oben / oder vnden schlims durch den Mann hauwest /


also das du mit deiner Wehr zu deiner lincken komest / so hauw den andern bald wider von deiner lincken / durch seine rechte vberrzwerch der mittel Lini nach / durch den Mañ / hast du aber von deiner lincken durch der schlime Linien eine / es seye durch die auffsteigende oder hangende Lini gehauwen / also daß du mit dem hauwe durch komest / gegen deiner rechten / so hauw alßbald von dannen / auch durch die mittel Lini / wie vor von deiner lincken durch seine rechte / also jetz von deiner rechten durch seine lincke: Dann so offt du durch eine schlime Lini hauwest von einer seitten / also balde hauwe auch von der andern vberzwerchen / durch die mittel Lini.

Weyter merck / wann du den ersten also von deiner rechten seitten von oben schlims durch gehauwen hast / auch den Mittelhauw / von der andern hergegen / also daß du wider zu der recchten seytten komen bist / so hauw alßdann nicht wider von oben durch die schlime hangende / sonder von vndé durch die auffsteigende Lini vbersich durch / vnd von der andern auch vbersich / durch die auffsteigende Lini Demnach hauwe wider einen Mittelhauw von deiner rechten durch seine lincke / damit du ferner den Oberhauw schlims durch seine rechte hauwen kónnest / vnd stehet das Fundament aller háuwen abzuwechßlen / in den zweyen Linien / als in der schlime vnd vberzwerchen / dañ so offt du von einer seytten vberzwerch hauwest / so offt solt du von der andern schlim herwiderumb hauwen. Derhalben hawst du von diser schlims / es seye von vnder oder obé / so hauwe von der andern vberzwerch / damit du aber solch wechßlen deste besser verstehn mógest will / ich dir dreyerley nützliche Exempel hieher setzen.

Exempel mit sechß Háuwen.

ALso trit / vnd hauwe den ersten von deiner rechten / einen Zornhauw gegen seiner lincké / durch die hangende Lini / welche mit dem Buchstaben B. vnd F. verzeichnet: Den andern hauwe von deiner lincken gegn seiner rechten / durch die vberzwercch mittel Lini: Den dritten / hauwe von deiner rechten gegen seiner lincken / durch die vbersich steigende Lini starck mit einem vnderhauw vbersich durch / also das dein Dusácken nach ende des Hawes / hinder deiner Lincken Achsel abhange. Von dannen hawe ferner auch einen Vnderhauw / gewaltig Schlims vbersich durch seine Rechte. Demnach zum fünfftrn hawe einen Mittelhaw von deiner Rechten gegen seiner Lincken / durch seine vberzwerche Lini. Den sechsten aber hawe gerad von oben

der Scheydel Lini nach zu dem Kopff / oder durch sein Gesicht / mit einem weiten zútritt: Dise sechs Háuwe sollen geschwindt nach einander lauffen. Zu solchen Háwe bleib allwegé mit dem Rechten Fússe vor / vnd so du fürter zu den Háuwen tretten wilt / wie du denn zu einem jeden Háwe einen tritt haben solt / so erhole dich alwegen mit dem hindern Fússe etwas zu dem forderen / so kanstu mit dem Rechten witer einen fürtritt haben.

Das kreutz wechseln durch den Mittelhauw.

DJss Kreutz lang hauwen / vnd von einer seitten zúr andern Wechseln / durch den Mittelhauw / ist sehr gút / in welchem du die Mittelháuw allwegen mit außgestreckten Armen stárcker von dir hauwen solt / dann die andern zwen Schlime durch das kreutz / vnd das treib also: Nemlich hawe den ersten von oben Schlims gegé seiner Lincken durch / Den andern hawe von deiner Lincken gegen seiner Rechten auch Schlims von oben durch. Die dritten hawe von deiner Rechten gegen seiner Lincken vberzwerch / durch die Mittel Lini / so kompstu mit deinem Dusácken zu deiner Lincken in die Mittelhút: Von dañen fang wider an / vnd hawe den ersten von deiner Lincken Schlims durch seine Rechte / den andern aber Schlims durch seine Lincke / alle beide von Oben / Den dritten wider ein Mittelhauw gegen seiner Rechten / von deiner Lincken / vnd Furter haw wider von deiner Rechten / das treib ein Hauw sechs oder siben / auff einander / Zu solchen Háuwen bleib allwegen mit dem Rechten Fússe Vor.

Ein kreutz Wechsel.

DAs Kreutzwechseln treib also:Steh auch mit dem Rechten Vor / wie allwegen / vnnd hauwe den Ersten von deiner Rechten durch seine Lincke Zorn Lini mit einem Weiten Zútritt / so kompstu in Lincken Wechsel:Von dañen Reiß mit Kurtzer schneide wider vbersich / durch die obgemelte Zorn Lini durch welche du mit dem Zornhauw / herab kommen bist / Vbersich / gegen deiner Rechten Achsel / laß oben in der Luffte vmb deiner Kopff fahren / vñ hauwe den andern durch seine Rechte Zorn Lini / schlims vber deiné

fürgesetzten Rechten schenckel / Also das dein Dusácken mit dem orth / neben deiner Rechten / auff die Erde kome / Von dannen Reiß abermals vbersich / mit kurtzer Schneide / gegn deiner lincké Achsel / Eben durch die Lini / durch welche du von Oben gehauwé hast / laß oberhalb deinem Kopffe den Dusácken wider vmbfahren / vnnd hauw wider von deiner Rechten / durch seine Lincke / das du wider in den lincken Wechsel kommest / von dannen Reiß abermals vbersich durch / wie zúuor / vnnd also fortan / das treib einen Hauw drey oder vier / nach deinem gefallen / gewaltig durch des Manns gesicht: Also hastu nun die vier Haupt Háuwe / vnd wie du sie auff viererley art hauwen solt / welche ich darumb so weitleuffig gehandelt / dieweil alles Fechten in disen vier Háuwen / wie oben gemeldt / begriffen. Vnd ist gewiß / wañ du die vier Háuwe auff obgemeldte weise wol hauwen kanst / so werden dir alle stucke leicht zu fechten sein. Nun volgen ferner die Beyháuwe.

Von den vier Beyháuwen / welche auß den vier Haubtháuwen jhren vrsprung haben / vnd wie man sie ins werck richten solle.

Das vierdt Capitel.

Djeweil nun die vier Hauptháuwe / als ein grund aller anderer Háuw / gelegt / will ich von denselbigen heraußwachsenden Beyháuwen / so vil jhrer von nóten / auch hieher setzen / vnnd aber Erstlich die vrsach jhres herkomens / auch wie sie von den andern vnderschieden / anzeigen. Nemlich vnnd fürs Erste / soltu wissen / das die oberzelten Háuwe nicht nur gerad zú / wie bißher gelehrt / sondern auch verkerht / daruon hieuor im Schwerdt auch meldung geschehen / gehauen werden / als da die Handt im hauwen vmbgewendt od verkehrt wirdt / also das du nicht mit der vordern Langen / sondern mit der hindern kurtzen Schneide / oder mit der Fláche antreffest. Derhalben wie die Háuwe im verkehren anderst gehauwen / also werdé sie auch anderst genandt / vnu erhindert / ob sie wol auch von Oben schlims vberzwerch / oder von Vnden / gehauwen werden / wie dañ solches am Krumphauw zúsehen / welcher allein im Dusácken also genent / Diewil im verkehren die krume Schneide vorgehet / vñ mit der selbigen etroffen wirdt. Also ist die verkehrung die erste vrsach solcher villerley namen der Háuwe.

Das aber etliche Háuwe im hauwe nicht verkehrt / vnd doch anders genennt werdt / ist dises die vrsach vnd kompt daher: Erstlich nach dem fúrhaben des jhenigé der jn hauwet / als da geschicht mit dem fehl vnd Bochhauw / welche ob sie wol Oberháuw seindt / so werden sie doch also genant / dieweil mein fürnemmen ist / mit dem einem zúfehlen / mit dé andern an zu Bochen / ob mit auffgethan würde. Etliche namen aber / verursachen sich auß bewegung des gemúts / als der Zorn vnnd Entrústhauw. Auch bekommen etliche jhre Namen vor der gestalte / deren sie im hauwen gleich angesehen werden / wie der Rosenhauw / deßgleiché werden etliche genendt von den glidern / zu welché sie gehauwen werden / wie du solches im Rapier am Handthauwe vnd dergleichen wirst. Auß disen bißher gesetzté vrsachen / kanstu nun leichtlich die hernach gesetzten Háuw verstehen / vnnd wie fern sie von den andern vnderscheiden seind vermercken. Der Beyháuw aber seind an der Zal Fúnffzehen Als nemlich.

Sturtzhauw wird auß dem Ober vnd Zornhauw zúwegen gebracht.

STurtzhauw / diser wirt den mehrertheil im zúfechté gebraucht / also / Im zúfechten hauwe ein Oberhauw mit sampt den tritt von deiner Rechten / neben deiner Lincken / zúruck durch / das dein Dnsácken ob deim Kopff wider vmbscheisse / oder vberstúrtze / das der vorder orth nach ende des vmbstürtzens wider gegen des Manns gesicht stande / dem lincké Stier nicht vnehnlich / allein das du den orth lenger von dir gegen des Manns gesicht furtschieben múst / von diesemm vberstürtzé hat er den namen / sonst ist es an jm selber nur ein Oberhauw / als dañ lasse dein vorder ortt vber die Hand gegé deiner Rechté wird vndersich sincken / vnd zucke in des dein gehültz vbersich vmb den Kopff / vnnd erhebe zúgleich / in dem du also vbersich zuckest / dein Lincken fúß / tritt also mit demselbigen furt / vnnd hauwe von deiner Lincken / neben deiner Rech=

ten zu ruck durch / das dein vorder orth gleichsfals wi vor / vber dein Kopff vmbstürtze / damit das vorder orth gegn des Manns gesicht stande / laß als dañ andersmals gegen deiner Lincken ablauffen / vnnd hauwe von einer seitten zúr andern / biß du auff dein fürgenommen platz kommest.

Krumphauw.

KRumphauw wirdt also gemacht / vmbgreiffe dein handthab am Dusácken wol / also das die Krum schneid im hauwen vorgang vnd treffe / hauwe als dañ von Oben / oder Vnden mit Krummer schneid nach gelegenheit.

Kurtzhauw.

KUrtzhauw im zúfechten / wañ du gewahr wirst / das er vo Oben hauwen will / so hab acht in dem er mit seim Dusácken zum Hauw auffgehet so zucke vnder des dein Wehr gegen deiner Lincken Achsel / von dannen hauwe mit jhm zúgleich mit kurtzer schneid Vberzwerch / oberhalb seim Arm zum gesicht durch / das dein offene hand im hauwen vbersich stand / so nimbstu jm sein streich / vnd triffest zúgleich rc. Auch ist Kurtzhauw zún zeiten Kurtz vnder seiner Wehr durchfahren. Dauon du im Schwerdt gelehrt bist.

Zwingerhauw wirt auff zweyerley art volbracht / Erstlich wann du in der Mittelhút zúr Lincken stehest / vnd von dañen deines gegenparts Háuw vor dir mit langer schneid wegk hauwest / dauon besihe die Mittelhút.

Zum andern gehet er nun auch auff dise weiß / nemlich / Stand aber mit dem Rechten fúß vor / halt dein Dusacken mit strackem Arm vor ir im schnit / oder gerader versatzung / hauwt dein gegn Fechter auff dich vor seiner Rechten / vnd fúhret sein Hauw hoch / so laß dein orth vndersich sicken / vnnd zuck zúgleich mit deim gehültz gegen deiner Lincken / vnder sein Dusacken durch / auff das er oberhalb deim Dusacken fehl hauwe / vnd hauwe behend außwendig vber sein Rechten Arm / (in dem er mit seim Dusacken noch vndersich gegn der Erden feldt) zúm Kopff / schauw das du jhm im durchgang dein Kopff mit geduckten Leib vnder dein versatzung entzuckest / das er dich nicht arlangen móge.

Brummerhauw.

Brumerhauw hat daher solchen namen / Dieweil er in eim flug so geschwindt gehet / das er gleich ein Brausenden windt von sich gibt / den treib also / Schauw wie du den Mañ mit seiner versatzung in die hóhe treibest / Jn dessen vmbgreiff dein Handthab / das du dein Dusacken krumb habest / zuck also dein gehültz mit hangendem Dusacken vmbdein Kopff / vnd hauw nebn deiner Rechten von Vnden / vberzwerch mit krumer schneid / mit eim außtritt deines rechten Fússes / gegen seiner Rechten / vnder seim Dusacken / zú der spindel / oder inwendig zu flechssen<section end="3"/


jhe nach dem er auffgefahren ist / doch laß dein Dusacken vor deim Gesicht wider verschiessen zúr versatzung / von disem Brumerhauw würstu hernacher in stucké mehr gelehrt werden / danner auff mancherley art gebraucht vnd gefochten wirdt.

Weckerhauw.

Wekerhauw treib aalso im zúfechten / hauw einen gewaltigen Oberhauw auff jhn hinein / versetzen er den Hauw / so merck in dem es glútzt / oder auff sein versatzung tiert / so verwende den Hauw in einen Stich / vmbscheübe dein Dusacken auff dem seinen hinein / zum Gesicht / wie dich di zwen Bossen in diser Figur zur rechten Handt lehren / Fehrt er auff / so hauwe vbersich mit krummer Schneid / durch sein Arm / wie du an dem grosser Bossen sehen kanst.

Rosenhauw.

Rosenhauw / findestu einen im Bogen zuwarten / so thu als woltestu von Oben zum Kopff hauwen / laß den Hauw nicht rieren / sondern fahr außwendig seines rechté Arms vnden durch / das du in ein Zirckel vmb sein Dusacken herumb kommest / vnnd laß in der Lufft neben seiner Rechten wider ablauffen / vnnd hauw jhm zum Gesicht / also magstu auff die ander seiten auch in eim Zirckel vmb sein versatzung herumb fahren / vñ hinein hauwen / wo du jhn bloß findest.

Gefehr Hauw.

Gefehrhauw / den treib also / wann du im zúfechten für / den Mann kompst / hab acht / so bald du jhn thrauest zu erlangé / so merck fleissig wañ er hauwen will / Jn dem er dañ sein Dauscken auffzuckt zum streich / so hauw jhm neben sein gehültz (in dem er sein Dusacké noch in der hóhe hat) von oben zu dem Gesicht oder Brust / diser Gfehrhauw muß mit fürsichtigkeit gethon sein / anders ist er gefehrlich / daher er auch Gesehrhauw genennt wirt.

Entrüsthauw.

Entrüsthauw wirt auch auff mancherley weiß volbracht / auch mit zweyerley namen genent / als Rückhauw / darumb das er di Oberháuw aufffangt in der Lufft / vnd auffhelt wie ein getrüst / Entrüst wirt er darumb genent / das er so vnuersehens vnd ernstlich kompt / als werest du mit zorn vnuersehenlich gegen jhm entrüst worden / also seinen Háuwen zúbegegnen / den treib also: Hawt einer auff dich / von Oben / so merck: Jn dem er seinen Dusacké in die lufft zeucht zum streich / in dessen zuck behendt auch vmb dein Kopff / vnd hauw vberzwerch ein wenig von vnden / vbersich gegen seim Hauw / das du sein Hauw noch Oben in der lufft aufffangest / mit langer schneid vnd vberzwerchem Dusacken / also das dein Dusack zwischen dir vnd jhm vberzwerch stande / wie das grósser Bild in diser Figur zúr Rechten anzeigt / Jn dem die Dusácken also zúsamen rúren / kanstu vil schóner suck machen / rc. ferner wirt er auch auff dise weiß gemacht / Stand mit dem lincken Fúß vor / halt dein Dusacké im Eber / wie du denn hienach findest / hauwt er von Oben / so fahr auff mit beyden Armen zu versatzung / also das dir dein Dusacken mit dem ruck auff dein lincken Arm zu ligen kome / vnd spring jm vnder sein streich / Jn dem es glützt / so stich jhm ausserthalb seim rechten Arm zum Gesicht / tritt ab / vnd hauw als dann gegen seiner


Lincken / vberzwerch / auch durch sein Gesicht / wie du in der Figur / so mit dem Buchstaben O. verzeichnet / an den kleinen Bossen zur Lincken sehen kanst.

Fehlhauw.

FElhauw / findestu im zúfechté dein gegen fechter im Bogen / oder gerader verzatzung / so tritt vnd hauw außwedig zu seinem rechten Arm von Oben / vñ in dem du merckest / das er versetzen will / so laß die kurtz schneidt hart vor seinem Arm vndersich sincken / vñ zuck zugleich dein gehültz wider vbersich / das du mit dem Hauw nit antreffest / sondern laß jhm also fehl vor seiné Arm füruber lauffen / damit er vm sunst verfahr zúuersetzen / tritt behendt auß auff sein Linck / vnd hauw jhm gerad durch sein Gesicht / also magstu den Hauw neben einer jeden blóß fehl lauffen lassen / denen / die dem Hauw entgen fahren / zúuersetzen.

Blendthauw.

BLendthauw / wirt auff mancherley gemacht / allhie aber merck jn auff dise art / hauwet einer von Oben / so fang jhm sein streich hoch vber sein haupt / in der Lufft / mit vberzwerchem Dusacken / auff dein lang schneid / das dein ort gegé seiner Lincken außstehet / aller ding wie Oben vom Entrüsthauw gelehr / alsbald es bocht oder riert / so wende die kurtz schneide einwerts in eim schnall in sein gesicht / vnnd wende alsbald nach dem schnall dein Dusacken mit dem gehültz wider vbersich gegen deiner Lincken / zuck behend wider gegen deiner Rechten / vnd hauwe jhn mit langer schneid vornen zum Gesicht / zu solché Hauw tritt wol vmb gegn seiner Lincken auff sein streich.


Schnellhauw.

SChnellhauw / Merck so du im Bogen vor einem stehest / will er nit hauwen / so zuck vbersich in die Wacht / sam du oben hauwen woltest / thú es aber nit / sonder verwends in der lufft / vñ hauw mit langer schneid von Vnden auff / zu seim rechten Arm in eim schnall / vnd windt den Dusacken wider zu ruck gegen deiner lincken Achsel / von dannen hauw ein Wehrstreich durch sein Rechte / es sey vnderhalb oder oberhalb den Armen / durchs gesicht. Item wann einer vor dir im Bogen stehet / vnd nicht arbeiten will / so schnelle jm mit kurtzer schnnid oberhalb seim Dusacken zum Kopff / oder / so er sein Dusacken hoch in Versatzung helt / so schnell jm vnder sein versatzung zum gesicht.

Windthauw.

WIndthauw / ein gewundener Hauw / ist an jhm selber nicht anderst / dann von welcher seiten du hinein hauwest / das du gegen derselben wider herauß komest / also / wann du von deineer Lincken Oben hinein hauwest / so zuck vnnd wende den Dusacken gegen deiner Lincken vndersich wider herauß / vnnd das alles eim flug gleich / als woltestu ein stuck / einé halben Mañ gleich / auß seiner seiten hauwen / vnd gehet zu beiden seitten.

Bochhauw.

BOchhauw treib also / wañ ewer zwen voreinand in hoher Versatzung im Bogé stondt / vnd keiner vor dem andern hauwen will / sonder jhe einer auff des andern streich wartet /

so sencke dich vor jhm / vnd hauw gerichts für dir hin wider sein Dusacken / das du mit deim gehültz sein Brust rierest / also starck / das jm sein Dusacken wider sein gesicht brelt / einmal oder zwey / damit zwingstu jhn das er arbeiten muß / vñ merck / so bald er auffgehet / so trit auß auff sein Lincke seitten / vnd hauw jhm neben seim gehültz hinein zum gesicht / oder nim andere dir flúgleichere suck fúr / nach dem du jhn also hast auffgetrieben.

Wechselhauw.

WEchselhauw wirt auch vnder den fünff Háuwe dein Schúler anfangs gelert / welcher im grundt / vnd an jhm selder / nicht anderst ist / dann durch die Háuw von einer seitten zur andern wechseln. Dieweil aber in desem Búch von abwechßlung der Háuwe / vnnd Stuck / offt gedacht wirt / ist vnnóttig solches hie zu eróffnen.

Kreutzhauw.

KReutzhauw seind an jhm selber zwen Zornháuw von beiden seitten / werden volbracht durch die zwo Schlimm vnd hangenden Lini / so von beiden seiten schlims durch den Mann streichen / vnd sich vbereinander schrencken / Den hauw also / stand mit dem rechten Fúß vor / vnd hauwe den ersten von deiner Rechten / durch sein Lincke / den andern von deiner Lincken / durch seine Rechte / alle beide schlims durch sein gesicht / das lerne ein hauw vier / fünff oder sechs / fürsich vnd hindersich / doch das du allwegen mit dem rechten Fúß vor bleibest /

darumb wann du tretten wilt / so erhole dich mit dem hinderen Fúß / damit du mit dem rechten fürtretten kónnest / dann du solt auff das wenigst / allwegen zu beiden Háuwen (so von beiden seitten durchs Kreutz gehauwen werden) ein tritt haben.

Disen Kreutzhauw sampt obgedachten vier Háuwen / soltu frey fligendt / gewaltig vnd behendt / mit außgestreckten Armen / hauwen lernen / vnd in den Háuwen di Arm nicht also in Búsen (wie man sagt) das ist / kurtz bey dir fúren / dann der der also kurtz fichtet / vnd die Arm nahe bey jhm fúhret / ist leichtlich zúuerfúhren / vnd zu rieren / wiewol das außstrecken auch sein maß vnd ziel / nach gelegenheit der zeit haben muß. Derhalben will ich dich in sonderheit ermanet haben / so du dir anderst diß Búch nutz machen wilt / du wóllest vor alllen dingen die Háuw frey lang vnd wol lernen hauwen / vnnd so du die Principal Háuw wol kanst / so werden dir als dann die andern alle leicht werden. Dann du fechtest was für stud du immer wóllest / wie gút sie auch seindt / wañ du die Háuw an jhn selber / ein jeden nach seiner arth / in sonderheit nicht wol kanst / vnd die stuck recht fúhrest / so wirst du nicht vil nútzliches außrichten / dann alles Fechten / wie offt gesagt / stehet auff den Háuwen.

Zúm letsten / merck wie die Háw einander breché / kúrtzlich dise Regel / nemlich / Zúm ersté so bricht der Oberhauw (so du den gegen des Manns Dusácké zu der stárck gegé seiner rechten Hand fúrest) all and Háuw / die auff dich gehauwen werden / es sey von Vnden / schlims oder vberzwerch / hergegen / so bricht oder nimpt der Zornhauw / oder der vberzwerch Mittelhauwe / den Oberhauw / demnach / so merck auch / das alwegen zwen gleiche Háuw / die gegen einander mit jhren tritten gehauwen werden / einander abtragen vnd versetzen / doch richt der mit seim hauwen am meisten auß / der mit seim Wehr im hauwen oberhalb des an dern kompt / derhalben so offt dir einer von Vnden vberzwerch zúhauwet / es sey von Lincker oder Rechter / dem begegne mit

Oberháuwen. Hauwet er dir aber von Oben / so nimb jhm die Oberháuw mit vberzwerche oder schlimmen Zornháuwen hinweg / solcher Regel ist wol war zúnemmen inallem Fechten / vnnd sonderlich nim hierinnen / im Vor vnd Nach / der stárcke vnd Schweche wol wahr.

Wie man sich der vier Blóß gebrauchen soll.

WAs die theilung des Mañs / vñ warzů sie dienstlich / hastu zum theil zuuor im Schwert souil daselbs von nóten / durch auß gehórt / dieweil aber an diser teilung nit weniger / dañ auch an Háuwen selbs / gelegen / hat mich für notwendig angesehen / vom gehrauch vnd nutz derselbigen / sonderlich was hie zu diser Wehr dienstlich / weiteren bericht zu geben / dann an diser theilung die gelegenheit / wie vnd wañ du die Háuwe nutzlich anlegen kanst / zum theil ersehen muß werden. Derwegen hastu fürs erste hie zůlernen / wie man die Blóß bald erkennen / fürs ander / wie man sich gegen derselbigen anschicken soll / Dieweil aber solches auff mancherley weiß geschehen kan / vnd derhalbé alle fehl zu erzehlen / hie zu lang / will ich doch solches in kúrtze also dargeben / das ich hoff / wo dir ernst sein wird neben fleissiger vbung solches zubetrachté / du werdest auß gesetzter Lehr den nutz der theilung genugsam ersehen vnnd lernen kónnen / vnnd fürs erste / die Blóß an deines gegen parts Háuwen zůersehen / merck dise Lehr also /

Jm zůfechten hab fleissig acht von welcher Seitten er dir zůhauwen wólle / vnnd in dem er herhauwer / so schauw wie du seinem Streich entweichest / oder den auffangest vnnd von dir vnschádlich abweisest / hauwe als dann behend eben zu disem theil / von welchem / oder durch welches theil er dir zůgehauwen hat / dann fleissig zumercken / das allwegen das theil am Blosesten ist / von welchem theil er seine streich herfúhret / dises ist ein sehr merckliche Regel / deren du mit fleiß nachdecken / vnd darauff achtung geben solt / das du mit listiger vnd behend Arbeit eben zu der Blóß fechtest / von welchem / oder durch welches theil er mit seim Wehr herkomen ist / fürs ander / so ist die Blósse leicht vnd gůt zuersehen / an seiner versatzung oder an seiner Legerung / dann so er sein Wehr zu Hoch oder Nider / oder auch zu weit zur seitten außfúhret / soltu deine Háuw / doch fúrsichtig / disem theil ge waltig vnd lang zůfúhren / welches du am blóssisten ersihest / vnd ehe diser recht getroffen / behend auch dargegen aber hauwen / doch so fern er dir solche Blóß nicht mit fleiß geben

hab / dañ demselbigen der dir ein Blóß mit fleiß darbeut / dem soltu nicht bald ohn vortheil einhauwen / sonder auff dein gelegenheit wol achtung nemen / dañ er kan dir (wo du jm also vnfürsichtig zu Bloß hauwest / wie du hernach in stucken sehen wirst) die bald mit außtretten Entziehen vnnd dich in seinem Hauw zugleich vberlangen / Als / zum Exempel / Wann er sein Wehr im Zorn zur Rechten helt / vnnd du hauwest ihm als dann gerad zum Kopff / so kan er mit seim Rechten zur seitten auß / auff sein Rechte gegen deiner Lincken tretten / vnnd zůgleich von Oben hinein gegen deim Kopff hauwen / also das du seiner Blóß / die er dir entzogen / nicht allein fehlest / sonder auch dich erst mit solchem zůlangen mehr blóssest / das er dich desto besser mit seim Hauw vberlangen kan / also fehlestu mit dem Vorhauw / vnnd trifftt er mit seim Nachhauw. Derhalben volgt nun fürs ander / wie du die Blóssen durch betriegé angreiffen solt also / Nemlich helt er seiin Dusácken zur rechten Seitten inn einer Hůt / es sey in was Hůt es wólle / Vnden oder Oben / so fúhre ein gewaltigen hohe Streich gegen seiner lincken Seitten / welche er vor hat / nicht das du jn also treffen wollest / sondern darumb / das er von deiner Rechten seitten deinem Hauw begegnen músse / dem zůuersetzen / Laß aber dein Hauw auff sein Versatzung nit rúhren / sondern verzuck dein Hauw gleich verborgenlich noch also in vollem flug wider ab / vnd fúhre den behendiglich zu der andern seiner Rechten / von welcher er herkomen ist / deim Hauw zubegegnen / auff das er also vm sonst verfahren sey / zůuersetzen / das treibe nicht allein zu beiden seitten / sonder gegen alle vier Blóß / also wo er sein Wehr in der Quattier eins fúhrer / das du mit hauwen dargegen vber angreiffest / nicht zum treffen / sondern das du jhn auß solchem Quattier ablockest / hauwe jhm als dann / in dem er von solchem theil mit seiner Wehr herauß gehet / mit list daselbst hinein / also solt du in allen Vorháwen fürsichtig vnd bescheiden sein. Ferner soltu deine Háuw auff solche weise anschicken / also das alwegen vnder zweyen einer treffe / es sey der erst oder der ander / vnd dessen will dir auch etliche Exempel setzé / also / steher einer für dir im Bogen / vnnd halt sein Versatzung so nider / das du jhme vberhalb sein Dusacken sein Gesicht ersehen magst / so nim zwen Mittelháuw von beiden seitté / gegn einander vber zuhauwen / für dich / also hauwe den Ersten von deiner Rechten Oberhalb seim Dusácké hart vor seinem gehúltz / Vberzwerch / mit außgestrecktem Arm / durch sein Gesicht / vnd gib dein Leib wol gegen deiner Lincken / dé Hauw nach / den andern hauwe von deiner Lincken vnderhalb seim Dusacken / vberzwerch gegen seim Rechté Arm durch / will er nun von dem ersten Hauw nicht in sein Gesicht troffen werden / so muß er vbersich fahren / vnd mit solchem auffahren dir raum geben / das du jm den andern Streich / von deiner Lincken sein

rechté Arm treffest / als bald hauw zum dritté ein Zornhauw / von deiner Rechten schlims gegen seiner Lincken durch sein Gesicht / helt er aber sein Versatzung hoch / so hauwe den Ersten vnderhalb seinem Dusacken / von deiner Lincken gegen seinem rechten Arm durch / vnd in dem er herab feller / dem Hauw nach / so hauwe den andern behend von deiner Rechten / Oberhalb seim Dusacken / zu seinem Gesicht / wann du dise zwen Háuw behend auff einander thůst / so driffest du entwe ders im Ersten sein Arm vnderhalb seim Dusácken / oder mit dem andern sein gesicht / Oberhalb seim Dusácken / dañ schwerlich wirt sie dir beide versetzen / desgleichen / führt er sein Wehr zu weit auff seiner Rechten seiten / so hauwe den Ersten von Oben gegen seiner Lincken seitten gewaltig durch / tritt vnd hauwe den andern(in dem er mit seiner Wehr dein streich zu begegné auff sein Lincke seitten verfehrt) auffen vber sein Rechten Arm / herwiderumb / wann er die Wehr zu weit auff seiner Lincké fúhret / so hauwe den ersten gegé seiner Rechté von Oben durch / den andern / zu seiner Lincken mit abtretten / vnd solche Háuw sollen allwegen behend alle beide auff einander gehen mit jren tritten / wie man aber von einerr Blóß zur andern verfúhren soll / wirstu durchauß in stucken genugsamen bericht finden.

Vom versetzen / vnnd wie alle Háuw in drey theyl / das ist in Reitzer / Nemer / vnd Treffer geteilet werden.

Das sechst Capitel.

Demnach bißher die Leger vnd Háuw / auch von den Blóssen / auff welche die Háuw gerichtet werdé / nach lenge erklárt / vñ aber nicht genůg / das du bißher gelehrt / wie du die Háuw gegen deiner feindt stadtlich vnd lang von dir hauwen kanst / sonder ist auch von nóten / das du nicht weniger solcher Háuw / wo sie von deiner widerpart auff dich gehauwen werden / abweisen vnnd versetzen kónnest / derhalben ob ich wol im Schwerdt vom Versetzen in gemein geschreibé / so wils doch die notturfft erfordern / das ich hie im Dusácken vom versetzen / als von dem andern Hauptstuck des fechtens / etwas klárlicher vnd eigentlicher handle / ist derowegen zu mercken / das der Versatzung fürnemlich zwo seind / Nemlich / Eine von Oben / die Ander von Vndé / auß der ersten / so vom Oberhauw kompt / entspringt das Leger / genandt Schnitt / oder auch gerade Ver=


satzung / die ander Versatzung kompt vom Vnderhauw / auß welchem der Bogen seinen Vrsprung her nimpt / diser zweyer Versatzung wirdt ein jede auff zweyerley weiß volbracht / Einmal / mit auffangen od dem streich zubegegnen / Das andermal mit weghauwen / Auffahen aber ist nicht anders / dañ da du deines gegenparts streiché mit versatzung begegnest vnd auffheltest / es sey mit dem Bogen durch den Vnderhauw / od mit gerader Versatzung / durch oder von dem Oberhauw / dise Versatzung aber soltu nicht verstehen / wie etliche in gewonheit haben / Nemlich das sie jhre Wehr nur darhalten vnnd jhnen lassen drauffschlagen / sondern wilttu einem seinen streich entpfahen vnd versetzen / so soltu mit deiner Versatzung von Vnden vbersich mit außgestrecktem Arm seinem Oberhauw in die lufft entgegen fahren / Dann jhe hóher du jhm sein Hauw in der lufftt auffahest / jhe mehr du jm den schwechst / vnnd kanst deine Nachháuw nicht allein desto fruchtbarlicher anlegen / sondern auch desto sicherer vollenden.

Deßgleichen wiltu die Vnderháuw versetzen / so soltu auch von Oben den Háuwé entgegen fahren / vnd mit außgestreckten Armen darauff fallen / solche Versatzung enden sich beide im Langer ort / nemlich also / hauwet einer von Vnden / oder vberzwerch / auff dich / so fall jm darauff mit gerader Versatzung / vnd merck / in dem es riert oder bocht / so wende dein Ort mit eim außtritt / vor seiné Hauw / in sein gesicht / hauwet er aber von Oben / so fange jhm den von Vnden auff / im Bogen / vnnd in dem die Dusacken zusamen bochen / so schiebe dein vord ort für dir hin in sein Brust / diser wirt bißweilen der Storcken Schnabel genandt.

DJe ander art zůuersetzé geschicht mit gleichen Háuwen / als da ein Hauw mit dé andern gebrochene wirt / Hie soltu aber mercké / das allweg der Nachhauw den Vnderhauw bricht : also / Jn dem er herhauwt / so hauwe mit jm zůgleich / vñ mit solchem Gleichhauw spring wol auß seim Hauw zur seitten auß / so kompt sein Dusack im zusamen růhré Vnten / vnd deiner Oben / darzu hat dir als dañ der Tritt gedienet / das er also im Vorhauw Vnden vnd du im Nachhauw Oben Komen bist.

Also kanstu jhm auch sein Oberhauw mit deim Vnderhauw brechen / Nemlich / in dem sein Hauw herflúgt / so trit beseits auß seinem Streich / vnnd hauwe mit gewalt gegen seim Oberhauw vbersich durch / dann ob wol der Vnderhauw gegen dem Oberhauw zu schwach ist / so wirdt doch der Vnderhauw mit dem Tritt zum außnemen gnůgsam gestreckt / also bricht jmmer ein Hauw den andern / wie hieuor auch gemelt / der Oberhauw aber bricht


all ander Háuw / wie du in der Wacht hernach hóren wirst.

Damit du aber solches desto besser verstehé mógest / will ich dir die Háuw zu dreyerley gebrauch vnderscheiden / als Erstlich werden sie gebraucht zum Reitzen / zum andern / zum Nemen ob versetzen / Zum dritten / zum Treffen / die Reitzstreich nenne ich solche Háuw / mit welché ich den Mañ auffbringe vnd anreitze auß seinem forteil zu gehen vnd zu hauwen / den Nemer neñe ich solche Háuw / mit welché ich jm die Háuw / darzu ich jhn bewegt vnd auffbracht habe / weghauwe vnd außnim / den Treffer neñe ich solche Háuw / nach dem ich jhn am ersten zu hauwen auffbracht / vnd zum andern sein Streich / darzu ich jhn bewegt / außgenomen / so hauwe ich behend zum dritten / ehe dañ er sich wider erholer / von sein genomenen Streichen zur nechsten Blóß.

Wann sich nun dein gegenpart im zůfechten in ein Leger / Hůt / oder Versatzung legt / vnd will nicht schlagen / vñ du darffst jm auch nicht also in sein vortel zur Blósse hauwen / so thu jm also / streck dich lang vor jhm / vnd hauw ein Hauw zwen / drey vor jm durch / gegen seiner Blóß / oder durch sein Versatzung / etwan mit ernstlich zornigen Geberden / als habest du dich verhauwen / vñ merck vnder des fleissig / als bald er auffgehet vnd herhauwet / so tritt beseits außseim Hauw / vnd hauwe jm sein Hauw mit eim gewaltigen Hauwe von dir weg / wirdt er aber mit einem nicht gnůgsam geschwecht / so thues es mit zweyen oder dreyen Háuwen kreutzweiß von dir durch sein Dusácken / so lang / biß du fúlest / das er gnůsam geschwecht sey / als dann / vnd ehe er wider zu krefften / oder auffkompt / vnd sich erholet / so hauwe der nechsté Blóß zu / vnd von der Blóß biß behend wider an seim Dusacken / es sey mit binden oder mit hauwé / so er aber vor dir stehet in einer Hůt / also das du jm nicht kanst durch sein Versatzung hauwen / oder das er sein Versatzung also fúhret / das du dir nit trauwest ohn schaden dein ersten Reitzhauw zur Blóß zu thůn / so merck / oder hab acht / das du als bald mit dem andern Streich zu oder gegen seim Wehr durch hauwest / jhe neher bey seiner Handt / jhe besser / mit eim oder zweyen Streichen gegen einander / nach gelegenheit.

Ferner soltu auch wissen vñ mercken / das es sich mit den dreyen Háuwen jmer abwechselt / also / das bißweilé der erst / jetzt der ander / dañ der dritt ein Reitzer / Nemer / oder Treffer wirdt.

Derhalben wañ du mit dem ersten treffen kanst / soltn den andern zu einer Versattzung brauchen / triffet du aber mit dé andern / so versetz mit dem dritten / dann so du sicher in den Wehren / so zu einer Handt gebraucht werden / fechten wilt / soltu dich gewehnen allwegen drey Háuw behendt auff einander zůfúren / nicht das es einerley Háuw sein mússen / sondern das der Ober / Mittel vnd Vnder / jmmer vnder einander abgetheilt vnd gewechselt werden / also das allwegen vnder dreyen einer treffe / Nemlich / der erst / der ander / ob er dritt / so aber in nachsolgenden stucken dergleichen Exempel fürfallen werden / will ich dich dessen erinnern.

Nun volgen die Leger sampt den stucken.

Das sibend Capitel.

Demnach ich nun bißher alle notwendige stuck zu disem Wehr gehórig / gelehret / will ich ferner die Leger sampt jhren stucken zuerkleren fürtschreitté / Du solt aber hie wol mercken(wie hie vor auch gemelt) das die Leger nicht allein als ein Wart / darinnen zu harren / auff des gegenmanns Fechten verstanden müssen werden / sonder vil mehr als ein anfang oder ende der Háuw oder Versatzung / das vernim / als wann du im Bogen stehest / wilt du nun auß dem Bogen hauwen / so kompstu in erholung des Hauws vbersich in die Wacht / ob Stier / vnd in dem du dein Dusacken vmb den Kopff zum streich zuckest / so komstu im vmbzucken durch die Zornhůt / von dannen geschicht erst volkommen der Hauw / als dann wañ du den Oberhauw vollendet hast / komstu nach ende desselbigen / wo du mit dé Hauw nicht zur seiten durchfahrest in ein Wechsel / wilt du von dannen vbersich versetzen / so kombstu in Bogen / oder in das Langort.

Derhalben merck nun / wie sich die Geberd inn dem vmbzucké oder erholung eines Hauws erzeigen / also werden sie nach derselbigen Gestalt genennet / Als / der Zornhauw / von seinen zornigen Geberden / der Stier / von seinem stoß / der Eber aberdarumb / das er von der seitten hauwet wie ein Eber. Dises ist nun die fürnemest vrsach der ersindung solcher Leger / das wañ du zu einem Hauwauffzeuchst in ein Leger / denselbigen noch also in der Lufft endern / vnnd zu einer andern Blóß hinwenden oder fúhren kónnest / also auch wann du zu einem Hauw auffzeuchst / das du am eussersten Ort / dahin du mit deim auffzucken ankomen bist / ein wenig verharrest / zu sehen ober dir in deim Hauw der Blóß zůhawen wólle / damit du in der lufft ersehen mógest / ob du jhn vber seinem her fliegenden Hauw mit

gleichen vberháuwen erlangen kóñest / Jedoch so soltu in keiné Leger lenger verharren / darft so lang sich ein erholung zum Streich verweilet / sonder jmmer auß eim Leger in das ander abwechseln / so lang / biß du gelegenheit ersihest zuhauwen / auch solt du dir die Stuck / so eim jeden Leger zugeordnet / wol einbilden / die uben / vnnd dir bekant machen / damit wie du in vollem Fechten in ein Leger ankommest / das du mit widerstucken bereit vnd fertig seyest. Ferner soltu auch wissen / ob ich wol eim jeden Leger sein sondere Stuck zugetheilet hab / so ists doch nit die meinung / das man solche Stuck auch auß andern Legern fechten soll / oder geschehen kónne / Das ich aber eim Leger dise / eim andern andere Stuck zugetheilet hab / ist die fürnembste vrsach / damit solche in einer Ordnung gehandlet wúrden / auch seind dise Stuck nicht dermassen gesetzt / das sie nicht im fechten kónten geendert werden / sonder seind nur als Erempel / darauß ein jeder / seiner Gelegenheit nach / Stuck herauß suchen / nemen / vnd lernen kan / vnd wie sie jm dienstlich / die anschicken vnnd verwandlen mag / dann wie mir nicht alle einerley Natur / also kónnen wir auch nicht alle einerley art im fechten haben / muß aber gleichwol auß einem grundt alles herfliessen vnnd genommen werden.


Von der Wacht vnnd derselbigen zůgetheite stuck.

Das acht Capitel.

DJese Oberhůt ist der anfang des Oberhauws / vnd wirt darum Wacht genant / dieweil du also mit geferttigentem streich auffmerckest / vñ Wacht heltest / das / wo er sich mit Hauwen für dir blóst / du jhn als dañ mit hauwen von Oben vberlangen kónnest / Dañ es hauw dein gegenpart auff dich wie er wólle / so kanstu jhn auß solcher Hůt vberlangen / oder auff das wenigste jhm seine Háuw zu nicht machen vnd dempffen.

Zů solcher Hůt schick dich also / stehe mit dem rechten Fůß vor / vñ halt dein Dusacken vber den Kopff / vnd laß die Klingrn hind dir abhangen / wie das Bild gegen der Rechten handt jn hieuoz getruckter Figur außweiset / damit du aber auch wissen múgest / wz hierauß zufechté seye / will ich dir solches durch etliche hienach gesetzte Erempel erkleré fürs erste.

Wie vnd auff was weise du einen mit gleichen háuwen vberlangen solt.

Jm zůfechten schicke dich in die Oberhůt / Hauwet dir dein gegáfechter außwendig zů dé Leib / es sey zům Arm / hoch oder nider / so mercke / Jn dem er sein Arm zům Hauw außstreckt / so tritt gegen seiner rechten von seim streich / vnd hauwe jhm außwendig vber sein rechten arm zům Kopff stark vor dir durch / das dein Dusack nach geschehenem hauw zů deiner Lincken in die Mittel hůt kome / von dannen hauwe vberzwerch gegen seinem rechten Arm durch sein gesicht / gilt gleich ob daßmit der Flechen oder mit der Langen schneid geschehe / so kombstu nach ende des hauws mit deim Dusacken zů deiner rechten Achsel / Von dañen hauw augenblicklich vñ behende zwen Zornháuw von beiden seiten Kreutzweiß gegen einander durch sein Gesicht.

Hauwet e ridraber vornen zum Gesicht gegen deiner Lincken / so tritt / in dem er herhauwet / mit deinem lincken Fůß hinder dein rechten / gegen seiner lincken Seitten vmb / auß seinem Hauw / vnnd volge mit dem rechten Fůß nach / etwas zu jm / in dé du also trittest / so hauwe zwen lange gerade Háuw mit außgestrecktem Arm / von Oben schlims zu seim Gesicht vnnd seiner Hand durch / beyde geschwind auffeinander / so komestu nach ende des andern Hauws zu deiner Lincken in die Mittelhůt / vnd Blóßst also mit solchem verhauwen dein Rechte seitté / darum so mercke vnder des / das wo er deiner gegebenen Blósse zuhauwen wurde / das du jm seinen herfligenden Hauw von deiner Lincken / gegen deiner rechten mit einer gewaltigen Hauw von dir vbersich weg hauwest / vnnd das also starck / das dein Dusacken ob deim Kopff wider vmbschiesse in rechten Stier / zugleich in solchem außhauwen trit auch mit deinem lincken Fůß gegen seiner Rechten / vñ trauwe jm mit dem Vorder ort außwendig vber seinen rechten Arm zustechen / zucke aber dein stoß behend wider an dich / vnd hauwe jn mit einem abtrit vorné durch sein gesicht. Wo er aber deiner gegebnen Blósse nicht zu hiebe / so hauwe gleichwol mit Langer schneid von deiner Lincken vbersich durch sein Rechte / vnd volfúre das stuck wie jetzt gelehret / hauwe dich als dann durchs kreutz von jhm ab.

Regel

Jn suma / wañ du aslo in der Oberhůt stehest / er hauwe dir dañ außwendig oder in wendig zum Leib / das ist / zur Lincken oder Rechten / so tritt allwegen auß seinem Streich / vnd hauwe zugleich lang Oberhalb seinem Streich / hineinzum Kopff / vnd so offt du von einer seitten einen solchen Oberhauw volfúhrest / also offt hauw auch von der andern Seitten einé Mittelhauw dargegen / durch sein Gesicht / demnach so volg jhm ferner nach mit anderen stucken / oder hauwe dich durchhs kreutz von jhm.

Wie du auß der Wacht fechten solt / so dein gegenfechter zu erst nicht hauwen will / Das erts stuck auß dem Fehler.

MErck / so dein gegenpart nicht hauwen will / sondern stellet sich ein Versatzung für dich / so tritt mit deinem rechten Fůß gegen seiner Rechten vmb / hauwe den ersten von Oben außwendig zu seinem rechten Arm / das muß er wehren / als bald du dañ gewahr wirst / das er mit seinem Dusácken deinem Hauw entgegen fehret zůuersetzen / so laß deinen Hauw nicht antreffen noch rieren / sondern laß denn in dem er auffehret / fehl fürúber ablauffen / vnd des tritt behend wider herumb gegen seiner Lincken / vnd hauwe jhm abermals vornen durch sein Gesicht.

Ein stuck vnd Exempel wie du dein gegenpart anreißen solt / auff das er vbersich fahr / damit du jhm den rechten Arm letzen mógest.

EIn anders / Hauwe den ersten von Oben / gerad gegen seiner Scheitel / vnd in dem dein Hauw von Oben herflugt / so verwende in der Lufft die kurtz schneide außwerts gegen jhm / als woltestu mit derselben antreffen / vnd merck aber / in dem er auffehret deinen Hauw zu empfangé / als bald zuck vngertroffen wider ab / zu ruck vmb den Kopff / vnd hauwe mit der Fleche außwendig von deiner Lincken / vberzwerch gegen seinem rechten Arm / starck durch / vnd das soll geschehen / in dem er mit seinem Hauw herab fellet / als dann volge mit kreutzháuwen nach / Dises ist ein geschwindt Fehl stuck / dann mit dem das du die kurtz schneid gegen jhm wendest / erholest du dich eben damit / auff das du den Mittel streich desto geschwinder vnd stercker volfúren kónnest / dann eben in dem er auffehret mit seinem Arm / fleuget dein schlag vberzwerch der vnd trifft.

Ein anders in welchem gelert wirt / wie du sein gegenpare zu eim Hauw anreitzen / denselbigen auffangen / vnd alßdann wañ er ferner auffahren wil / wie du jhm dieweil durchs gesicht oder Arm hauwen solt.

WAnn du an einem gewar wirdt / daß er bald nach Hauwet / so soltu solche stuck auff jhn treiben / mit welchen du jhn anreitzest vñ fürderst zů hauwen / Also / Stelle dich mit geberdé als woltestu gewaltiglich hauwen / laß aber doch nicht treffen / sondern verziehe denselbigen hauw zů einer versatzung / damit du jhm sein hauw / mit welchem er vermeint dich zůereilen / auffangest / vnd jhm sein vortheil also abjagest / dessen nim ein Exempel / Fúhre mit einé zůtritt einen hohen streich auff jhn / vñ in dem es jetz antreffen sol / so wende die kurtz schneid gegen seiner Lincken / erhole dich damit zů einem Vnderhauw gegé seiner Rechten / welchen Vnderhauw / du doch nicht volbringé solt / sonder als bald er demnach auffzeucht vnd herhauwet / so hauwe dé Vnderhauw zů welchem du dich jetzt erholet hast / vñ fange sein herfliegenden hauw noch in der lufft / mit solchem Vnderhauw von deiner Lincken / auff / vnd merck / Als bald er wider vó der versatzung abgehet / vñ auffehret / so hauw dieweil ein gewaltigen Mittelhauw von deiner Rechten / behend durch sein gesicht / alßdan von deiner Lincké ein Zornhauw / lang hernach.

Wie du einen mit gewalt auff vnd nider treiben solt / damit er dir mit den Mittelháuwen / beide zůjm zů Armen / vnd durch sein gesicht zů hauwen / raum geben můß.

WEnde die recht seit wol gegen jhm / vñ Hauwe / mit zweyen zůtritten deines rechté Fůß zwen hoher gerader vñ starcker háuw in eim trib durch sein gesicht / so bald du jn mit seinem Dusacken in die hóhe getriben hast / so hauwe behend zwen Mittelháuw / von beiden seiten gegen einander / Den ersten von deiner Rechten vnder seim Dusacken / gegen seim inwendigen Arm durch / Den andern in dé er herab fehret /

von deiner Lincken gegn seiner Rechten Oberhalb seim Dusacken durch sein gesicht / Den dritté hauw wider ein hohen streich von deiner Rechten von Oben durch sein gesicht.

Der Wacht seindt sonderlich zwey stuck zůgetheilt / so durch den Oberhauw verzicht werden sollen / Nemlich das erst vberlangen / wie bißher zům theil gelehrt / Das ander die Háuw dempffen / wie in der geraden Versatzung hernach weiter volgen wirt.

Vom Stier vnd seinen Stucken.

Das neundt Capitel.

DIses Leger ist dem Sturtz nicht vnehnlich / vnd der besten Leger eins / auß welchem / durch alle Háuw / allerley stuck fúglich zum angreiffen im Vor / kóñen gefochten werdé. Zu disem Leger schick dich also / stand mit dé Lincken fúß vor / halt dein Dusacké mit deim gehúltz zůr Rechten / neben deim Kopff / Also das der vorder ort dem Mann gegen seinem gesicht stand / aller ding / wie das grósser Bildt / in hieuor getruckter Figur zůr Lincken an zůzeigen im tritt ist / Vnd ist das Leger an jhm seber nichts anderst / dann ein gezuckter stoß von oben.


Das erste Stuck / in disem wirt gelehrt / wie du jhn mit gleichem Hauw auß dem Stier vberlangen solt / mit einem angehenckten Mittelhauw / sampt einem Stoß / vnd einem kreutzhauw nach.

WAnn du im zůfechten in die Hůt des Stiers komest / vnd dein widerpart hauwet dir zu von seiner Rechten / es sey von Vnden oder Oben / so spring wol auß seinem Streich gegen seiner Lincken seitten / vnd hauw mit jhm zugleich / doch das du mit deiner Wehr vberhalb der seinen bleibestu zu seinem Gesicht / vnd gegen seiner Hand / darinnen er sein Wehr fúhret / mit außgestrecktem Arm gantz durch / also starck / das dein Dusáck wider vber deinem Haupt vmschiesse in den Sturtz / das ist in lincken Stier / von dannen hauw ein Mittelschlag mit außwendiger Fleche gegen seiner Rechté / wider gegen seinem Gesicht durch / das sein Dusáck abermal vber deinem Kopff vmbschiesse in rechté Stier / dise zwen háuw sollen behend vnd starck auff einander gehen / demnach trawe von dañen einen stoß / auff halbem weg e aber zuck den stoß wider / vnd hauwe zwen streich durch das kreutz nach.

Das ander stuck / in welchem gelehret wirt / wie du / in dem er auffgehet / durch sein Arm solt hauwen / vnd in dem er wider herab hauwet / du jhmzugleich oberhald seinem Wehr zum Kopff hauwen solt.

WAñ du im zůfechten in dise Hůt komest / so hab acht / als bald er im hauwen ist / so hauwe jhm vberzwerch / oder von Vnden(in dem er auffzeucht zum streich) von deiner Rechten / gegen seiner Hand durch / demnach hauw auch behend / in dem er wider herhauwet / mit gewaltigem außtretten gegen seiner Rechten / auß seinem streich / aussen vber seinem rechten Arm zu seinem Kopff.

Das dritte stuck / Wie du auß dem Stier / so er dir außwendig / das ist zur Rechten zuhauer versetzen / vnd nachhauwen solt.

HAuwet er dir aber zu deiner Rechten seitten / so du im Stier stehest / es sey Vnden oder Oben / so tritte mit deinem rechten Fůß gegen seiner Rechten / zur seitté auß zu jhm / vnd streck deinen Dusacken gegé seiner Rechten von dir / laß in solchem fortschiebé dein vorder Ort gegen der Erdé hangen / vnd weise jm also mit hangendem Dusacken / seiné streich von deiner Lincken gegé deiner Rechten / ab / diser absatz vnnd außtrit sollen mit einander geschehen. Als bald dein Hauw also an die außwendige fleche deines Dusackens im versetzen rúret / so zuck deinen Dusacken von seinem wider vbersich gegen deiner Lincken ab / zum streich vnd hauwe außwendig vber seinen rechten Arm / zum Kopff / zu solché Hauw tritt auch ferner gleich mit vmb gegen seiner rechten / oder weñ du jm / also mit dem hangendé Dusacken seinen streich durch den Bogen hast abgesetzt / vnnd er von deiner Versatzung auffzeucht zuhauwen / so trit mit einem zwifachen Trit / wol auff seine Rechte seitten auß / vnd zu gleich solchem außtretten / zuck deinen Dusacken vbersich vmb deinen Kopff / vnd hauw mit krummer Schneid von deiner Rechten vnder seinem Dusacken / schlims vbersich zu seiner inwendigen Spindel oder Flech / wie in diser nachgesetzten Figur zusehen / diser Vnderhauw muß gescheben / in dem er auffzeucht zuhauwen / das dein Dusack zu deiner lincké Achsel kom / von dañen hauw zwen Streich / durch dz kreütz lang nach.

Das viert stuck ist ein Regel / in welchem gelert wirt wie du alle Háuw / sie kommen von Rechter oder Lincken / in allen Legern sicher auffangen solt.

DIses ist ein gůte Regel / das wo du mit fleiß / oder durch verhauwen / in der Leger eins komen werest / vnd hauwet er dir eilends vñ vnuersehen nach / so fahre auß demselbigen Leger mit dem Ort gegen seinem Gesicht / doch das in solchem fürtschieben dein Lange schneid gegé seinem herfeligenden Streich den

auff zufangen gekehret sey / also / das du zu ende des stosses im Langen ort standest / dessen nim ein Exempel also / wann du im zufechten in gemelten Stier fúr den Mañ komest / vnd dein widerpart hauwet dir von seiner Rechten gegen deiner Lincken / so tritt behend mit deinem rechten Fůß gegen seiner Lincken etwas zur seitten auß / vnd stich in dé er herhauwet / mit außgestrecktem Arm gegen seinemm Gesicht / in solchem stechen aber wende die Lange schneide gegn seiné herkommenden Hauw / also versetzestu jm seinem Streich vnd stichest zugleich / wehret er die den stich vnd fúhret den vbersich / so fahr auch auff mit deinem gehülltz gegen deiner Lincken / von dannen hauw ein Vnderhauw durch seine Rechte / vnnd demnach hauwe behend wider mit fernern zůtritt / deines rechten Fůß gerad von Oben durch sein Gesicht.

Was du auß dem Stier / gegen dem / er nicht zu erst hauwen will / fechten solt.

Jm ersten zůfechten wañ du gewahr wirst das er nicht hauwé will / noch zu erst mit seinen stucke angreiffen / so merck fleissig wie er sich in ein Hůt oder Leger schicken will / damit du sehen múgest ob er sein Hand im Fechten zu hoch oder nider / oder auch zu weit gegen einer sei en auß fúrer / derhalben so hab acht / also bald du ersihest das er sein Hand mit sampt der Wehr zu hoch fúret / das du jhm also vnd auff solche weiß zufechtest / nemlich / tritt vnd hauwe auß jetzt gemelté Stier / von deiner Rechten vberzwerch von Vnden / vnderhalb seinem Dusacken (dieweil er den noch in der hóhe fúhret) vbersich zu seinem Gesicht / vnd gegen seiner Rechten Hand / in welcher er die wehr fúhret / durch / also das du nach ende des Vnderhauws zur Lincken in die Zornhůt kommest / von dannen hauw abermals wie vor mit Langer schneid gewaltig vnd starck vbersich / gegen seiner Rechten durch sein Gesicht / zu solchem Vnderhauuw soltu mit deinem rechté Fůß welchem du ohne das vor hast / weiter zu jhm fürt tretten / so komstu mit disem vbersich hauwen in der rechten Oberhůtten eine / von solcher hauwe behend lang vnd sarck / ein Kreutzstreich nach durch sein Gesicht.

Ein exempel vnd stuck / wie du einen der sein Wehr im fechten hoch fúret / herab bringen / vnd oberhalb desselbigen zum Kopff oder Gesicht kommen solt.

Jm zůfechten tritt mit deinem rechten Fůß zu jhm / vnd stich jm vnderhalb seinem Dusacken gegen seinem Gesicht oder Brust zu / aller ding wie dich das ober vnd kleiner Bild / in der Figur(welche mit dem Bůchstaben K. verzeichnet ) lehret / als bald er dé stoß nach / den zůuersetzen (wie er dañ solchen wo er anders nicht Gesichte getroffen werdé will ) versetzé muß / herab fellet / so zucke deinen Dusacken wider zu ruck vmb den kopff vñ hauwe eben (in dem er mit seinem Dusacken herab fellet ) Oberhalb desselbigen vberzwerch durch sein Gesicht / demnach hauwe zum dritten gerad von Oben durch die auffrecht Lini / mit einem fernern zůtritt deines Rechten / also das du nach ende des Hauwes in lincken Wechsel kommesrt / von dañen fahr behend ausserhalb seines rechten Armes mit langer Schneid / vbersich gegen seiner wehr zur Versatzung / bind jhm also von Vnden an sein Dusacken / alda merck fleissig / als bald er von deinem Wehr abgehet / vñ den vbersich zeucht zuhauwen / so hauwe in dem er noch im vbersich z / ehen ist / hart neben seinem gehültz von Oben nider durch sein Gesicht / zu solchem Hauw soltu mit dem rechten Fůß also fürter vmb zu jhm tretten / damit du mit deinem Obern Leib dem Hauw nach wol fürsich nider gesenckt / vñ mit den Fússen weit von einand standest / so kanstu mit dem Dusacken dester ehe zur Versatzung wider auffkommen.

Wie du dem der sein Wehr zu nider fúhret begegnen solt.

Fuhret er aber sein Dusácké mit seiner Versatzung nemlich im Bogen niderig / also das du jhm Oberhalb seinem gehültz sein Angesicht wol ersehen vnd erlangen kanst / so tritt vnnd hauwe von deiner Rechté auß dem Stier oberhalb seiné gehültz vberzwerch durch sein Gesicht / als hart an seinem ge=

hültz / auff das du jm dasselbige mitgemelté Hauw anrúrest vñ treffest / Jn dem aber dein Hauw also durch sein gesicht herfleugt / so zuck zu gleich auch dein gehültz wider vbersich / vnd trit vnd des mit deiné lincken Fůß hind deinem Rechten gegen seiner Lincken / vnd folge mit dem Rechté auch ferner zu jhm gegen gemelter seitten / hauwe also behend den andern mit solchen tritten gared von Obé durchs gesicht / dise zwen Háuwe / nemlich d vberzwerch / demnach der Ober sollen sampt mit gelechrté tritten behendiglich vnd geschwind auff einander volbracht werden / so gehet das Stuck wol an.

Ein Exempel vnd Stuck / wie du dem / der bald nachhauwet / durch die schweche seines Dusáckens (in auffzůbringen) hauwé / demnach seinen Hauw auffangen / vnd mit krummer schneid zur Rechten / mit langer zur Lincken / durch sein Gesicht hauwen solt.

Weiter helt oder fúhret er seinen Dusacken weit vor jm außgestreckt / vnd ist bereit auch bald nachzuhauwen / so tritt vnd hauwe den ersten von deiner Rechten auß gemelten Stier / gegen seiner Lencké abermal durch die schwech seines Dusackens / disem Hauw wirt er bald nach hauwen wóllen / in meinung dich zuereylen / derhalben zucke behend nach dem ersté streich dein gehültz wider vbersich vmb deinen Kopff / vnd hauwe den andern auch von deiner Rechten / doch vberzwerch gegen seiné Hauw / zu welché du jn dañ mit deinem ersten durchhauw angereitzt vnd auffbarcht hast / auff das di jm denselbigen (dieweil er noch also im herfliegen ist) auffangest / aller ding wie dz grósser Bild in der Figur welche mit dem Buchstaben G. verzeichnet / gegen der Rechten hand anzeiget / als bald sein Hauw also auff die Lange schneid deines Dusackens rúret oder bocht / so tritt behend mit deinem lincken Fůß gegen seiner rechten Seitten auß / vmb / vnd zugleich mit solchem tritt zucke deinen Dusacken wider ab von seiner Wehr vm dein Haupt / vnd hauwe mit krumer Schneide ausserhalb seinem rechten Arm zu seiné Kopff / wie dich dañ solches die kleinern Bilder zwischen den grossen auch in gemaltet Figur lehren / das můß er (wo er anders nit will getroffen wern) versetzé / aber in dem er dir solches wehren vnd versetzen will /

Blóßt er damit sein Gesicht / zu welchem du als dann behendiglichen mit einem abtritt deines lincken Fůsses starck durchhauwen solt / nach solchem verhauwen fahr behind wider auff in gute Versatzung.

Ein Exempel vnd stuck / wie du durch deines gegen Fechters versatzung / von Vnden vnd von Oben / mit gewalt durchbrechen solt.

Begegnet dir dein gegenpart in einem Leger (gilt gleich was es für ein Leger sey) so schicke dich im zůfechten in die Hůt des Stiers auch zur rechten / von dannen traüwe jhm ein gewaltigen stoß / von Oben gegen seiner Lincken / vnd alsbald er auffehret deinem stoß zůbegegnen / so zucke denselbigen behend wider an dich / vnuolbracht vbersich gegen deiner Rechten / vnd schlaudere von dannen mit krummer schneide / vnd gewaltiger stercke vbersich gegen seiner Lincken durch sein gesicht vñ versatzung / zu solché allen soltu auff dise weise tretten / nélichen also in dé du den stoß trauwest / so erhebe dein rechten Fůß zu dem Tritt / vnd zucke den getrauweten stoß also behend / auff das du mit solchem tritt eben in volfúhrung des Vnderhauwes / den erhebten Fůß im fürtretten wid nider setzest / also das der tritt vnd der Streich mit einander vollendet werden.

Auff disen Vnderhauw / hauwe behend mit ferneré außtretten gegen seiner Lincké / von Oben durch sein gesicht gewaltig vnd lang von dir / wann du nun also den Riß von Vnden / sampt dem Oberhauw geschwindt nach einander führest / miit jhren zůgehórenden tritten / so gehet das stuck wol an.

So dir aber ein anderer mit solchem stuck begegnet / so brich jm das also / nemlich in dem du gegen seinem stoß den auffzufangen vbersich verfahren bist / vnd alda gewahr wirst das er dir den wider entzucket / vnd von Vnden hauwen will / so trit mit deinem rechten Fůß wol gegen seiner rechten Seiten / vnd falle mit Langer schneid starck von Oben auff seinen herfliegendé Vndehauw / also das in solché darauff fallen der vorder Ort deines Dusackens gegen des Manns rechten seiten auffsteht / sperre jhm also den Vnderhauw / auff das er nicht durchkommen móge / von dannen zucke behend wider ab gegen deiner lincken Achsel / von welcher hauwe jhm ferner außwendig vber seinem rechten Arm zum Kopff / so er dir aber mit seinem Rißvbersich durch gebrochen

wehr / so fang jhm (zu dem das du jhm den vorigen Vnderhauw von Oben / dir vnschedlich abgewisen hast (auch seinen Oberhauw vbersich auff dein Lange schneid / vnd merck fleissig / in dem sein Hauw auff dein Versatzung bocht oder riert / sol gleichsfals wie dein Dusackenn gegen deiner lincken Achseln gezuckt werden / vnnd hauw jhm zur nechsten Blóß / oder in dem du jm sein Oberhauw auff dein Versatzung empfangen hast / so stich jm behend (ehe das er sich wider erholet) vnderhalb seinem Dusacken zu seinem Gesicht / das muß er wehren / vnnd dir damit raum geben zur obern Blóß.

Ein Exempel vnd stuck / wie du einen mit geberden / zu sampt den háuwen / auffbringen solt / damit du ihm desto besser mit krummer Schneide die Spindel letzen mógest.

Merck / wañ du im zůfechten bist / so nim fleissig war / ob sich gegen Fechter in den Bogen schické wólle / als bald du solches ersehé hast / so tritt vñ fúhre ein gewaltigen Oberhauw / auß der Hůt des Stiers mit ernsthafften geberden gegen seiner Lincken / laß aber solchen Hauw nicht antreffen noch rieren / sonder merck fleissig / als bald er vbersich auffehret den zůuersetzen / so verzucke deinen Hauw behendiglich gegen deiner Lincken wider ab vmb dein Kopff / vnnd in solchem abzucken vmbgreiff dein Handhab noch mehr / auff das wann du fürthin hauwen wilt / die krume schneid im treffen vorgang / vnd hauwe also (in dem er auffgefahren ist / dein hauw zu empfahen) von deiner Rechten vnderhalb seinem Dusacken / inwendig zu seinem Arm vbersich gegen deiner Lincken durch / wie du an disem Bild in gesetzter Figur zur Rechten / lernen vnd mercken kanst / du solt aber zu solchem Hauw nicht neher zu jhm kommen / dann das du jhm bloß seinen Arm zwischen seinem Elenbogen vnd seiner Hand mit dem eussersten deines Dusackens erlangé kanst / nach solchem Hauw laß dein Dusacké oben vmb dein Kopff verfahren / vnd hauwe jhm ein Mittelhauw sampt einem Oberhauw durch sein Gesicht / rc.


Ein gut stuck auß dem Gefehrhauw / welches auch auß dem Stier fúglich kan gefochten werden.

Findestu dein gegenpart im Bogen / so tritt vnd hauw ein gewaltigen Hauw von Oben starck auff sein gehültz / disem Hauwe wirdt er behend vnnd bald nachhauwen / derhalben merck das du mit deinem Hauw nicht durch komest / sondern als bald dein Hauw auff dem seinem bocht / so laß dein klingen neben seinem rechten Arm vndersich ablauffen / vñ zuck zugleich dein gehültz wider vbersich / hauwe also den andern behend in dem er auffzeucht zum Streich / neben seinem gehültz (dieweil er solches zu seinem Streich noch in der hóhe fúhret) inwendig durch sein Gesicht / vñ schauw aber gleichwol das du mit deinem Fůß nicht neher / dann das du jhm mit dem auffersten deines theils wol erlangen kanst.

Ein anders auß dem Wecker.

Merck wañ du einen im zůfechten im Bogen findest / zůuersetzen / so tritt vnd hauwe ein gewaltigen Hauw auß dem rechten Stier / als bald der Hauw auff sein Versatzung bocht oder rieret / so wende den vorder ort oberhalb seinem Dusacken hineinwerts zum Gesicht / vnd stich jm also auff seinem Dusacken hinein / das můß er vbersich versetzen vnnd wehren / derhalben merck in dem er auffehrt / so zuck dein Dusacken vmb den Kopff / vnnd hauwe von deiner Rechten vberzwerch gegen seiner Lincken (dieweil er mit seinem Dusacken noch also in der hóhe ist) zu seinem Gesicht / versetzt er dir deen abermal von Oben / so bleib mit deinem Dusacken an dem seinem im Band / vnnd wende jm dein ort widerumb an seinem Dusacken einwerts gegen seinem Gesicht / wehrt er dir den auch / so fahre mit deinem orte vnder seinem rechten Arm durch / vnnd stiche jm außwendig vber seiné rechten Arm auch zu seinem Gesicht / wehret er dir den stich abermals / so lasse deinen Dusacken vmb deinen Kopff fahren / vnd hauwe durch Mittelháuwe vberzwerch gegen seiner / der nechsten Blóssen einer zu durch.

Ein gůt stuck außdem Stier / mit welchem du gewaltig durchbrechen kanst.

Merck im zůfechten / als bald du nun deinen gegenpart erlangen kanst / so tritt vñ hauwe einen starcké Hauwe mit außgestrecktem Arm gewaltiglich durch seine versatzung / also / das sich dein Dusacken nach ende des Hauwes neben deiner Lincken mit dem vordern Ort hinder dir auß zufechten / verschwinge / von dannen Hauwe herwiderumb / abermals gewaltiglich vnd starck von Vndenn vbersich durch seiné Rechte / den dritten hauwe von deiner Rechten gegen seiner Lincken / es sey Vnden oder oberhalb seines Dusackens / durch sein Gesicht.

Ein gemeine Regel / allerlen handstuck zůbrechen.

Ob ich wol erstlich für hatte / einem jeden Suck seinen sondern Brůch zu ordnen vnd zu setzen / so hat es mich doch für gůt angesehen / solches allhie anzůstehen lassen / besonders dieweil ich in meinem andern Bůch (welches ich mit der zeit / auch der Kunst zu gůt / villeicht wirt außgehen lassen) vil schóner stuck sampt jhren Brüchen gesetzt vnd beschriben / will derwegen allhie allein ein general Regel / darauß du allerley Handbrüch nemen vnd lernen kanst / dargeben / Zu dem / so ist es auch mit dem Fechten also geschaffen / das du nicht leichtlich wissen / oder in eil mercken kanst / was er fúr Stuck auff dich Fechten wólle / will geschweigen / das du soltest so behend wissen mógen / wie jm das zubrechen sey / darumb halt ichs allzeit mit dem / der vil stuck vnd wenig Brúch kan / als dann auch dieselbige / im Vor vnd Nach / fürsichtiglich durchfechten / vnnd lasse den andern vmb die Brúche sorgen / er aber sey mit stucken also gefaßt / auff das / wo jhm eines gebrochen wirt / er zwey andere an die stat / vnd schon im werck habe.

Der gemeine Brůch aber welchen ich hie setzen will / ist diser / nemlich also / wann du von deinem gegenfecgter mit háwen vbereilet wurdest / also das du jhm versetzen must / so gehe jhm mit stacker versatzung vnder seine Háue / vnd halt jm die auff / das er mit solchem nicht durch kommen kónne / damit er seinen Dusacken wider von dem deiner zu ruck vmb zucken músse / stiche jhm als dann dieweil er also von

deinem Dusackenn auffzeucht zu einem andern streich gerad für dir hinin sein Gesicht / vnd wende vnder des gleich wol die Lange schneide gegen dem ort / von welchem du sihest das er wider herhauwen will / so bistu versetzt. Wann du jhm aber seine Háuwe nicht auffhalten kanst / dieweil er dir vileicht zu starck ist / vnd mit gewalt durch brechen wurde / so mercke in den sein Hauwe von deinem Dusacken durch / gegen der Erden verfellet / oder zur Seitten auft verfahren das du jhm (dieweil sein Dusacken noch also im durchfahren ist) auch gerade zu seinem Gesicht stechest / vnd solchen stich ehe dann sein Wehr volkomen zur erden verfallen ist / vollendest / Begegnet er dir aber mit verfúhrten Háuwen / so stich jm abermals / in dem er seinen Dusacken also herum von einé ort zum andern fúhret / gerad fúrsich auß dem Langenort / gegen seinem Gesichte oder seiner Brust / vnnd nim vnder des fleissig wahr / wo er mit seinem hauw herein fallen wólle / gegen demselbigen ort wende die Lange schneide mit dem gehültz vbersich / vnd bleibe vnder des mit deinem vordern ort gleichwol vor seiné Gesichte oder Brußt / als bald vñ so offt du demnach deine Gelegenheit ersihest / so lasse ein Hauw der nechsten Blósse zu fliegen / vnd ist das die rechte summa / vnd entliche meinungaller Bruch / Nemlich also offt zwen Háuw zusammen rieren oder binden / das du in dem sie noch im Band bochen / also an seinem Dusacken fúr dir hin stechest / vnangesehen wo sein Dusacken von dem deinen verfahre.

Diser Regel soltu in allen treffen wol wahr nemen vnd mercken / so wirstu einem jeden er Fechte auff dich was er wólle / leichtlich einbrechen / vnnd jhn mit seinen stucken von dir abtreiben kónnen.

Demnach so dir aber dein wider Fechter nicht hauwen wolte / vnd sich gleichwol also fúr dich Leger / auff das du jhm abermals nicht also vnbedacht zur Blósse hinein hauwen darffest / derhalben wil auch von nóten sein / das du auch alle Leger zubrechen / vnd wie du jhn darauß treiben sollest gůt wissens habest / nemlich also / Es Legere sich dein wider Fechter in was Hůt er wólle / so stich jhm gerade zu auß dem Langen ort sein Gesicht / von welcher Seitten er dir als dann deinen Stoß außschlecht / eben zu derselbigen Seitten hauwe jhm hinein / dauon dann hernach offtermals meldung beschehen wirt.


Von der Zorn Hůt.

Das zebend Capitel.

Das Leger wirt auch zu beiden seitten gebraucht / von welchem der streckeste Hauw (der Vater streich genant) hergebracht wirt.

Zwischen disem Leger aber / vnd zwischen dem Stier / ist kein anderer vnderschneid / dann das der Stier den Stoß / vnd der Zorn den Hauw mit zornigé geberden von sich erzieget / so vil aber die stuck darauß zu fechten belanget / kanstu auß einem Fechten wie auß dem andern / Auß diser Zornhůt aber / ob sie wol die eine Seitten gantz bloß darstellet / so kanstu doch vol vnd mancherley geschwinde vnd starcke stuck darauß herbringen vnd Fechten / deren ich dir alhie erliche erzehlen vnd setzen will

Wie du dich aber in dise Hůt schicken solt / das lehret dich dies Bild zur rechten Hand in hieuor getruckter Figur / auß welchem Leger du als dann alle Streich / so auff dich gehauwen werden / von dir abweisen / vnd nachhauwen solt.

Das erste stuck lehret dich / wie du jhm seine Háuw von Oben vnd Vnden nemen / auff solches mit Windtháuwen nach hauwen solt.

Merck / wañ du also im zůfechten in die rechte Zornhůt komest / mit welcher du die gantze lincke seiten bloß dargibst / dardurch dann dein gegenfechter verursachet wirt / dieselbige mit Háuwen anzufechten / derhalben merck fleissig als bald er dir von Oben zůhauwet / so tritt vnder des mit deinem rechten Fůß wol auff seine Lincke seitten zu jhm beseits auß seinem Streiche / vnd hauwe zugleich mit jhm (doch das dein Dusacken in solchem gleichhauwen oberhalb seinem Dusacké komme) hinein seinem Kopff vñ der Hand (dariñen er die Wehr fúhret) zu / also das dein Dusacken nach ende des Hauwes neben deiner Lincken in Wechsel kome / von dañen (wo er dir der rechten Blósse zuhauwet) nim jme sein herfliegeenden Streich / mit Langer Scchneid starck vbersich / gegen deiner Rechten auß / zůgleich mit solchem außnemen / tritt mit deinem rechten Fůß wol gegen seiner Rechten seiten / vnd laß dein Dusacken in gemelten außnemen vollen vmb dein Kopff fahren / hauwe jhm als dann mit Windtháuwen außwendig vber sein rechten Arm.

Das ander stuck lehret abermals / wie dn jhm sein Háuw ferner nemen / vnd weiter von derselbigen seitten nachhauwen solt.

STehestu im rechten Zorn wie vor / zu warten auff des Mañs angreiffen / als bald er dir dañ deiner gegebnen Blósse zůhauwet / es sey von Vnden oder von Oben / so trit auß gegen seiner Lincken / vnd hauwe jhm seinen herkomenden Streich mit einem Zornhauw gegen seiner Hand von dir hinweg / ehe er sich als dañ von solchem genomenen Streich wider erholet / so hauw den andern behend ehe er auffkompt / wie gesagt / auch von deiner Lincken zur Blósse mit einem fernern zu sprung deines rechten Fůsses / nach disem zweye Háuwen soltu bald wider von aussen vbersich gegen seinem rechten Arm / durch ein Vnderhauw in Versatzung kommen.

Ein Exempel vnd stuck wie du in allen treffen den Ort in sein Gesicht wenden solt.

FErner hauwet er dir ausserhalb deines rechten Arms zum Leibe / es geschehe von Oben oder vo Vnden / so tritt vnder des mit dem rechten Fůß wol gegen seiner Rechté auß seiné streiche / vnd hauwe eben(in dem sein Streich herfleugt) Oberhalb desselbigen von aussen vber seinem rechten Arm zum Kopffe / oder hauwe einen Dempffhauw von Oben auff seine Hand / wendet er aber seine Versatzunge gegen deinem Hauw / so mercke in dem die Dusacken zusamen rieren vnnd treffen / so schiebe deinen vordern ort an seinem Dusacken oder auff sein rechten Arm von dir hinein zu seinem Gesichte / disem stoß muß er wehren / vnd dir deinen Dusacken zur seitten außschlagen oder fúhren / von welcher seitten er dir nun deinen stoß außnimet / zu derselbigen hauwe behend hinein / es sey zur Lincké oder Rechté / wie hieuor von Brüché auch gelehret bist / führet er dir aber dein Dusacken im außnemen vbersich / so lasse bald oberhalb deiné Kopffe verfahen / vñ hauwe vberzwerch von Vnden mit krummer schneide (dieweil er noch seinen Arm mit dem außnemen) in der hóhe fúhret / durch sein Gesichte.

Ein anders wie du jhm dein ort / vor dir hin in sein Gesicht wenden solt.

JM zůfechten schicke dich in die Zornhůt / vnd mercke fleissig / als bald er auff dich herhauwet so tritt vnd hauwe mit jhm zugleich / mit außgestrecktem Arme gegen seiner Lincken zu seinem Kopff / als balld er aber die Háuwe zusamen rieren oder bochen / so schiebe deinen Dusacké stracks mit deinem ort für dir hin in sein Gesichte / vnd in solchem fürtschieben wende die Lange schneide sampt deinem gehültz vbersich gegen seinem herfliegenden wehr / als bald aber sein anderer streich auff deine Lange schneide bochet / so fahr mit deinem gehültz hoch auff / vnnd bleib also mit gemeltem gehültz vber deinem Kopff / vñ schlage in des gleichwol mit inendiger fleche vnnd hangend Dusacken außwendig zu seinem rechten Arm / als bald er deinem schlag nachwischest / so trit zu ruck / vnnd hauwe jhm vornen durchs gesichte.

Wie du des gegenparts Háuwe auß Zornhůt mit verschüben / auffangen vnd als dann nachhauwen solt.

SChicke dich im zůfechten abermals in die Zornhůt / vñ mercke alsbald dein gegenfechter auff dich hauwet / so fahre mit deiné Dusacken vber deinem Kopff vnder seinem herkommenden Streiche / vnd fang jm seinen Hauwe mit der Langen schneid deines Dusáckens auff / also das in solchem auffangen seines Hauwes deinen Dusácken mit dem Ort vndersich gegen deiner Lincken zu der erden abhange / demnach so bald sein Hauwe auff deinen Dusackens glützt / so hauwe mit krummer Schneide von beiden Seitten von Vnden vbersich durch sein Gesicht / zwen geschwinder vnnd starcker Streich / nach solchen Vndháuwen hauwe behend herwiderum ein vberzwerché Mittelhauw sampt einem geraden Oberhauw von deiner Rechten / auch durch sein Gesicht / oder wo er Bloß ist / also das du nach ende des letzten hauwes zu deiner Lincken in Wechsel kommest / von dannen fahr mit Langer schneide wider vbersich zur Versatzung.

Ein anders.

WAnn du also im zůfechten in die Zornhůt komest / vnnd wirst alda gewar das dein widerpart zum ersten nicht hauwen will / so fúhre mit einem zutritt deines rechten Fůsses einen gewaltigen hohen Streich gegen seinem Kopffe / vnder des merck fleissig bald er mit seinem Dusacken auffehret in den Bogen zůuersetzen / so lasse deiné Hauw auff seiner Versatzung nicht antreffen / sonder zucke deinen Dusacken wider zu ruck vbersich gegen dir vmb / vnnd stoß jn mit deinem vordern Ort vnderhalb seinem Dusacken zu seiner Brust (wie solches die obern kleinen Bilder in der Figur / so mit dem Buchstaben K. verzeichnet / anzeigen) von dir / so du wilt magstu auch den ersten von oben starck antreffen / vnd demnach gleichwol deinen Dusacken in der lufft vmbschnappen lassen / vnd jn vor dir Brust stossen / als bald er aber deinen stoß nach herab fellet / so hauwe behend Oberhalb seinem gehúltz vberzwerch durch sein Gesichte.

Ein gůter angriff auß dem Zornhauw / mit vier Háuwen.

MErcke / wañ du im zůfechten in die Zornhůt komest / als bald di jn erlangen kanst / so erhebe dein Hand auß der rechten Achsel / vnd kehre Jndes die spitz am Dusacken gegen seinem Gesicht / trauwe jm also zu stechen / zucke aber dein Dusacken behend wider an dich vmb deinen Kopffe / vnd hauwe den ersten Vnderhalb seines Dusackens vbersich durch sein Gesichte / den anderen hauwe von deiner Rechté vberzwerch auch durch sein Gesichte / Deßgleichen hauwe den dritté schlims von Oben wider gegen seiner Lincken / abermal durch sein Gesichte / Den vierdten aber / hauwe als dann von deiner Lincken schlims gegen seinem rechten Arm durch / vnnd mercke auch wie manchen Hauwe du von einer seiten hauwest / so manchen trit soltu auch mit dein rechten Fůß gegen derselbigé seiten / deinen Háuwen nach zu jm tretten / dann du solt in disen stucken zum tretten / alwegen mit deinem rechten Fůß vor bleiben.

Stier vnd Zorn zůr Lincken.

DJeweil du nun dise zwey Leger von deiner Rechten / vnd was du darauß Fechten solt / auff das kürtzest gehóret / auß welché leichtlich zu verstehen ist / was du ohngefehrlich auch auß disen vmbgekerten Legern Fechten sollest / nemlich die stuck nur vmbkehren ohne sondern bericht Aber damit ich dir zu sochem vmbkehren ein wenig anleitung gebe / hab ich nicht vnderlassen wóllen / erliche stuck Exempels weiß hieher zu setzen / vnd darumb dise beide Leger zůsamen genomen / dieweil auß deren einem jeden zufechten / wie auß dem andern / wenig außgenommen / wie du dich aber in den lincken Zorn schicken solt / lehrt dich das Bild in der hieuor getruckten Figur / gegen der rechten Hand / so mit dem L. verzeichnet ist / vom lincken Stier aber / merck wie du in hieuor zur Rechten in das wreck gericht / also soltu jhn auch Lincken anschicken.

Das erste stuck auß dem lincken Zorn.

MErck / wañ du im zůfechten in lincken Zorn komest / so treib von deiner Lincken von Oben / vñ von deiner Rechté von Vnden / starck zusamen / vber dein fürgesetzten rechten Schenckel durch sein Gesicht / nach außweisung der schlimen hangenden Lini / welche mit den beiden Buchstnben H. vnd B. verzeichnet / ein Hauw drey od viere / so lang biß du ein Blóß ersihest / zu derselbé hauw binein / demnach hauwe behend wider lang nach durchs kreutz / damit du dich ferner vor seinen Háuwen beschützest.

Ein gut stuck wie du jhn mit seiner Versatzung herab zwingen solt / auff das du jm zum Gesicht kommen mógest.

JTem treibe vber dein rechten Schenckel wie vor / doch fúhre alle Háuwe vnderhalb seinem Dusaacken zu seinem Arm oder nach seinen Fingern / dami retzest vnd zwingest jn / das er mit seiner versatzung herab fahren muß / als bald er mit seiné Hauw herab fellet / so hauwe jm behind vnd vnuersehens

Oberhalb seiné Dusacken / von deiner Lincken gegen seine Rechté schlims durch sein Gesicht / oder hauwe von deiner Lincken ein Mittelhauw Oberhalb seinem gehültz vberzwerch gegen seiner Rechten / abermals durch sein Gesichte / auff disen Hauwe den andern behend gegen seiner Lincké durch.

Ein behend vnd starck stuck / welches mit fünff Háuwen volbracht / auß dem Lincken Stier zu fechten.

JM zůfechten schicke dich in die Hůt des Lincken Stiers vnd merck als bald er dir außwendig gegeu deiner rechten Seitten zuhauwet / so tritt mit deinem Lincken fůß wol auß seinem Hauw gegen seiner Rechten / vnnd hauwe mit jhm zugleich (doch das du mit deinem Dusacken oberhalb des seinem im herhauwen kommest) schlims gegen seiner Rechten durch sein Gesicht / also dz du nach ende dises Hauwes mit deinem Dusacken nebé deinen rechten Schenckel mit dem ort auff die Erden kommest / neben derselbigen wénde die Lange schneide wider vbersich / vnnd ziehe einen starcken Vnderhauw von deiner Rechté mit Langer schneid vbersich gegen deiner Lincken / das dein Dusacké nach ende solches hauws zu deiner Lincken Achseln ankomme / von derselbigenn hauwe einen Vnderhauw starck vbersich durch sein rechte Seitten / also das dein Dusacken nach solchhem Hauw in die Hůt des rechten Stiers verschiesse / auß demselbigen hauwe ein geschwinden Hauw vberzwerch durch sein Gesicht / demnach zum letsten hauwe auch einen gewaltigen Oberhauw Lang nach mit einem weiten zutritt auch gerad von Oben durch sein Gesicht / etc.

Ein gůt stuck welches auß dem Lincken vnd Rechten Stier zůsamen gefochten wirt.

JTem treib mit gewaltiger sterck / vbereck schlims vber deinen rechten Schenckel dem Mann durch sein Gesichte / ein Hauw oder drey / von Vnden oder Oben zusamen / vnnd mercke / wann du das dritte mal zu deiner lincken Achseln ankommen bist / so hauwe als dann zwen Vnderháuw / ein von deiner Lincken den andern von deiner Rechten / beide starck vbersich durch sein Gesichte / das du nach ende der zweyer Vnderháuw wider in die lincke Zornhůt kommest / von dañen hauwe mit kurtzer schneide / oder schlag mit der Fleche vnd mit außgestrecktem Arm vberzwerch durch sein Gesicht / also starck das sich nach Ende des Hauwes dein Dusacken in die Hůt des rechten Stiers verschiesse / von dannen tritt abermals mit deinem rechten Fůß ferner zu jhm mit außgestreckté Arm von oben gegen seinem Gesichte / demnach hauwe zum letsten behendiglich dem stoß nach auch von Oben durch sein Gesicht / vnd in allem tretten bleib mit deinem rechten Fůß vor.

Regel.

JTem hauwet dir einer gegen deiner Rechten(wann du also in der lincken Oberhůten einer stehest) so hauwe mit einem außtrit gegen seiner Rechten einnen gewaltigen Windthanwe / außwendig vber seinem rechten Arm zum Kopff / dañ so offt du in diser zwey er Leger eines kommest / so soltu dich befleissen / das du jhme allwegen auß seinem herkommenne Streich trettest / vnnd zugleich jhm oberhalb seinem Dusacken / mit weitem zulangen zum Kopff hauwest.

Bruch auff denn Stier vnd Zorn zůr Lincken.

SO du im zůfechté ersihest vñ gewar wirst / das dir dein gegenfechter in gemelten Lincké oberen Hůtten einer begenet / so schicke dch bald in die Hůt des rechten Stiers / von dannen stich jme mit einem weitten zutrit von deiner Rechten gegen seinem Gesicht / das muß er wehren / vnd dir den stich außschlagen / so lasse denselbigen gegen der seiten / zu welcher er dir solché mit seinem außschlagen abgewisen hat / vmb deinen Kopff fahren / vnd hauwe jm als dann gegen der andern Seiten zur Blóß / wirstu aber gewahr das er dir denselbigen auch abtragen vnd versetzen will / so lasse deinen Dusacken vor derselbigen seiten fehl fürúber ablauffen / vnd hauwe jin zur andern Seiten.

Die gerade Versatzung oder der Schnit /

Das ailffte Capitel.

JN dise Versatzung schicke dich also / stand mit deinem rechten Fůß vor / vnnd halt deinen Dusacken mit außgestrecktem Arm vor / das die Lange schneide gegen dem Mann / vnd der vorder ort fürsich auffsteh / wie das grósser Bild zur rechten Hand in hiebey getruckter Figur außweist / Dises Leger lob ich für das beste vnder allen / darumb dieweil du in disem stand sicherer dann in keinem anderen / deines Feindes erwarten kanst.


Ein Exempel vnd stck / wie du von Vnden zur Blóß arbeiten solt.

WAñ du nun also in gerader Versatzung für deinen Mañ komest / alda mercke wañ er dir vornen zum Gesicht hauwen will / so wende die Lange schneide gegen seinem hauwe / vn fange jm den in der lufft gegen seiner Rechten auff / zu dem so tritt vnder dess mit deinem lincken Fůß hinder deinem Rechten zu jm / vnd volge mit deeiné rechten Fůß behend fürbaß nach gegen seiner Lincken / als bald sein Streich also auff deinem Dusacké bochet / so wende dein Lange schneide wider ab vó seinem Dusacken / vnd ziehe jm die Lange schneide gegen deiner Rechten durch sein Maul / in des zuck aber behend widerumb / vnd hauwe ein Mittelhauw / mit gůter Versatzung gegen seiner Lincken / zu seinem Gesichte / also das du jm mit solchem Mittelhauw / sein hauwe (wo er anderst hauwen wurde) auffhaltest / oder abweisest / nach solchem Mittelhauw zucke behend widerumb deiné Kopff / vñ schnell jm außwendig zu seinem rechten Arm / als bald hauwe mit kreutzstreichen Lang von dir / den Schnit vnd den hindertrit soltu zůgleich mit einander volbringen / so gehet das stuck wol an.

Ferner hauwet er die vornen zu deinem Gesichte / so wende dein lange Schneide gegen seinem Hauw wie vor / als bald die Dusacken zusamen bochen / sd zucke deinen Dusacken wider zu ruck ab / vor deinem Gesicht vmb / vnd hauwe außwendig zu seinem rechten Arm / demnach hauwe den andern mid behend vornen durch sein Gesicht.

Ein anders.

JTem versetze jm seinen Oberhauw wie vor / mit langer Schneide / vñ in dem die Dusacké zusamen bochen / so rucke dein gehültz vbersich / gegen deiner Lincken das du vollend in den lincken Stier ankomest / von dañen hauwe einen Vnderhauw oder Mittelhauw / oder auch schlims oberhalb seinem rechté Arm gegen seiner Rechten durch sein Gesicht / gewaltig vnd lang von dir / als bald hauwe ferner mit kreutzstreichen Lang nach / auch durch sein Gesicht.

JTem versetzt jhm seinen steich mit Langer schneide wie vor / vnnd in dem es rieret / so zucke deinen Dusacken wider gegen deiner Rechten zu rucke vmb deiné Kopff / trit vnd stich jm außwendig vber seinen Rechten arm zum Gesicht / zuck behend wider vñ hauwe jm vornen auch zum Gesicht.

Jtem stehestu in offtgemelter versatzung / vnd dein gegenfechtr hauwet dir außwendig zu der Rechten / so versetze jm seinen Hauw mit Langer schneide / vnd hauwe als bald ein Vnder od Mittelhauw / von deiner Rechten gegen seiner Lincken durch sein Gesicht / solché Hauw thue so starck / also das dein Dusacken in solché Windt zweymal oberhalb deinem Kopff vmblauffe / zu jeder seité einmal / welchem vmblauffen du jn jrre machest / auff das er verfúhrt werde / vnd hauwe als dañ kreutzweiß nach.

Wie du jhm seine Háuw absetzen / einhencken / vnd vbersich durch sein Gesicht ziehen solt.

JTem stehestu vor deinem Mañin gerader Versatzung / vñ er hauwet dir außwendig gegen deiner Rechté / in dem er herhauwet / so tritt mit deiné lincken Fůß behend gegen seiner Rechten auß seinem Streich / vnd wende vnder deß die Lange schneide gegen seinem Hauwe / zugleich in der Versatzung fahre auff mit deinem gehültz / vnd scheibe jm den Ort an sein Dnsacken aussen vber seinen rechten Arm in sein Gesicht / vnd hecke jm deinen Dusacken in eylauffen vber seinen rechté Arm vor seiner Brust hinein / tritt zugleich mit sochem einhencken ferner auff sein rechte Seiten / zeuch jhm dein Lange schneide wider vberssich gegen deiner Lincken durch sein Gesicht / als dann hauw bald mit dem Kreutz wider Lang von dir.

Ein gůt stuck wie du auß gerader Versatzung absetzen / außtretten / vnd durch sein Gesicht schneiden solt.

ODer stehestu in obgemelter Versatzung / vnnd er hauwet oder schnelt dir außwendig zu deinem Rechten Arm / so tritt (dieweil er schlecht) wol gegen seiner Rechten / vnd wende jhm seinen Hauw mit deiner Langen schneiden in einem abtrit / wol ab von dir gegen deiner Rechten / von dannen zeuhe jhm die

Lange schneide oberhalb seiné Arm wider gegen deiner Lincken durch sein Gesicht biß in die Mittelhůt / von derselbigé ficht ferner wie du hie nach in der Mittelhůt gelehrt wirst.

Wo er dir aber von beiden Seiten so geschwinde zuhauwet / also das du jm so behend in die erste háuwe nicht fechten darffest / so wende jhm erliche Háuw mit Langer schneide gegen beiden seiten ab / vnnd schauw eben / wo er sich mit verhauwen bloß gibt / das du jm eylend daselbest hin nach hauwest.

Jtem hauwet dir dein gegenmann von seiner Rechten ein Zornhauw gegen deiner Lincken seiten / vnd fúhret den Hauw hoch herein / so nimme den Hauw mit keiner Versatzung nicht an / sondern laß dein vordern orth vndersich sincken / fahre also vnder seinem rechten Arm durch / mit ennem weiten außtrit zu deines gegenmanns rechten Seiten wie du hieuor im zwinger gelehret bist / vnd hauwe mit jhm zu gleich außwendig vber seinen rechten Arm / eben zu der Seiten od Blóß / von welcher er gehauwen hat / solches soltu brauchen gegen die so da hoch vñ doch mehr zum Dusacken dann zum Leib hauwen. So dir aber einer nicht hauwen wojt (wann du in solcher Versatzung stehest) so mercke wie er sich gegen die Lágert / schicket er sich als dann in ein seiten Leger / es sey Vnden oder Oben / so stich jhm mit auß gestrecktem Arm mit dem Langen ort / gerad fúr dir hin zu seiné Gesicht / das muß er wehren / als dann mercke von welcher Seiten er dir deinen stoß außschlecht / od nimpt / so laß vmbfahren / vnd hauw jm eben zu derselben seiten hinein / von welcher er dir den stoß außgenommen oder vbersetzen hat / disen Nachhauw magstu von Oben vberzwerch oder von vnden thůn / als dann hauwe ferner mit kreutzháuwen hinnach.

Oder so du merckest / das er dir deinen stich sampt dem Hauw versetzen will / so stich jhm gerad zum Gesicht / wie oben gelehrt / in dem er dir den stoß abtregt / so thů als woltestu zu der seiten hauwen / von welcher er dir versetzet hat / laß aber Hauw nicht antreffen / noch rieren / sonder verzuck den wider ab vmb den Kopff / vnd hauwe zur andern seiten / dann als offt du nun gewahr wirst das er dir einen Hauw versetzen will / so laß denselben nicht antreffen / sond zuck wider ab / zu einer andern seiten / fehret er jm aber nach mit verzatzung / ao zuck abermals ab / vñ so lang biß du dir trauwest ein Blóß zutreffen.

Regel.

Es hauwet dir einer zur Rechten oder Lincken / so versetze jm mit Langer schneide / vñ als bald es glütz / so zucke wider vbersich / vnnd hauwe gerad von Oben wider der nechstan Blóß mit außtretten zu.

Jtem er binde dir an / oder stehet er in einer Versatzung vor dir / so merck fleisssig auff sein auffgehen / dann als bald er auffzuckt zu einem Streich / so hauw jhm vberzwerch gegen seiner Spindel durch.

Ein geschwind verfúhr stuck / auff dise gerade Versatzung zufechten.

Merck / wañ du deinen gegéfechter in gerader Versatzung findest / so schicke dich im zufechten in obgemelte Zornhůt oder Stier / vñ fúhre mit ernsthafftigé geberden ein hohen streich / von deiner rechten Achsel gegen seinnem Gesicht / laß aber nicht antreffen / sonder in dem der Hauw oben rieren soll / so fahr mit deinem Dusacken gegen seiner Lincken vmb sein Dusacké / vnden durch die Rosen in ein Zirckel / gantz herumb / also das du mit deinem Dusacken / vnder seinem rechté Arm wider herfúr gegé deiner Lincken vbersich in die lufft komet / alda laß behend in der lufft zweimal ablauffen / einmal gegen seiner Lincken / das andermal gegen seiner Rechten / vnnd hauw ein Mittelhauw von deiner Rechten vornen gegen seinem Gesicht durch / zu solchem allen soltu zwen fürtrit haben / den einen zu dem ersten Zornhauw / mit welchem du nicht treffen solt / sonder fehl neben herumb fahren / den andern zu den beidé ablaffen sampt dé Mittelhauw / dañ in dem du dein Dusacken in die lufft brings zum ablauffen / soltu zugleich dein rechten Fůß auffheben / vnd also die zwey ablauffen so behende treiben / auff das du eben im wider nidersetzen deines Fůsses / mit dem Mittelhauw antreffest.

Dises ist ein frey fliegend vnd geschwind stuck / vnd das wol angehet / so du es zůuor wol lehrest machen / als bad der vberzwechhauw antroffen hat / so hauw widerum vberzwerch von Vndé / zu seinem rechten Arm mit gůter Versaztung / in dé du mit solchem Hauw antriffst / so merck ob er mit seiné Armen hoch oder nider sey / ist er hoch / so wende dein orth vnder sein Arm mite im Stoß zur Brust oder Hufft / ist aber nider / so wende jm den Or

vber dein Hand / oberhalb seinem Arm zum Gesicht / das dein Lange schneid in solchem stoß vbersich stande / welcher vnd disen zweyen stossen einer / dir am fúglichsten fürfellet / es sey vnder oder ober der Hand / so volge deinselbigen stoß / gewaltig vnnd behind mit disen Háuwen nach / Nemlich dem Oberstich / mit einem Vnderbauw durch sein Rechte / dem Vnderstoß mit eim Oberhauw durch sein Lincke.

Jtem findestu einen in gerader Versatzung / so hauwe von deiner Rechten behend mit einem zutrit vberzwerch gegen seinem gehültz / in dé die Wehr zusammen rieren / so trit vnd winde mit deim gehültz vnden durch / vnnd fahre damit auffen vber sein rechte Hand / reiß die vndersich zu dir / zeich jhm den Dusacken durch sein Gesichte. Wie du aber dise gerade Versatzung ferner brechen solt / findestu in der Mittelhůt.

Letstlich aber wann du in solcher gerader Versatzung stehest / so mercke wie hieuor auch gemeldet / Eshauw dir demnach einer zur Rechten oder zur Lincken / so wende die Lang schneid gegen seinem Hauwe / vnnd zugleich mit solcher Versatzung / schiebe jhm den ort für die hin zu seinem Gesicht / damit zwingestu jhn / das er auffahren muß zůuersetzen / vnnd raumet dir also zu den Blóssen / hauwet er aber nicht / so greiff jhn an mit allerley Stucken / die dich am besten duncken fúglich sein / wie du deren hierinnen genugsamg findest.


Wie du auß dem Bogen fechten solt.

Das zwólfft Capitel.

Jn dise Hůt / welches ist die Versatzung von Vndé / schicke dich / wie das Bild zur Lincken in diser hiebey getruckter Figur außweiset.

Wie du jhm seine Háuw auff deinen Bogen abreitzen vnd nachhauwen solt.

Merck wann du also im Bogen für den Mañ komest / so hab acht / als bald er von seiner Rechten gegen deiner Lincken zum Kopff hauwet / so wende also mit hangendem Dusacken die Lang schneid vbersich gegen seinem Streich / vnder des vnnd zugleich mit solchem versetzen / trit mit deinem lincken Fůß hinder deinen Rechten auß seinem Streich zu jm / vñ laß also seinen Hauw auff deiner Langen schneiden neben deiner Linckken vndersich abrauschen / trit mit dem rechten Fůß ferner zu seiner Lincken / vnd hauwe jm vornen durch sein Gesicht. Ober so du jm sein Hauw mit deiné Bogen vberssich gegen deiner Lincken versetzet hast / wie oben gelehrt / so zucke deinen Dusacken in dem es noch glútzt oder bocht gegen deiner lincken Achsel / gegen seinerRechten schlims durch sein Gesicht oder Arm / ferner hauwe mit Mittel vnnd kreutzháuwen von dir. Von diser Versatzung besihe die kleinen Bilder zwischen den grossen in der Figur B.

Ein anders mit welchem gelehrt wirt / wie du jhm vnden oder oberhalb seinem Dusacken zum Gesicht hauwen solt / jhe nach dem er im versetzen zu hoch oder nider auffgefahren ist.

Merck wann du also vor deinem Mañ im Bogen stehest / vnnd er hauwet dir gewaltig durch deine versaztung / so hab achtung wie er wider auffehret zur versaztung / ob er zu hoch oder nider kommet / vnd er im auffahren zu hoch / also das du jhm sein Gesicht oberhalb seinem Dusacken ersehen kanst / so hauw jhm

behend ein Mittelhauw vberzwerch zu seinem Gesicht / oberhalb seine Dusacken / ehe dañ er recht auffkome zur Versatzung durch / als bald zuck wider vmb dein Kopff / vnd hauw ein kreutzstreich von dir / fehret er aber zu hoch auff / nach dé er gehauwen hat / so hauwe jm bald im dem er noch im auffahren ist / vnderhalb seinem Dusacken vberzwerch zu seinem Gesicht nach.

Regel wie du jn verfehlen lassen vnd nachhauwen solt.

JM zůfechten schicke dich in Bogen / vñ schauwe das du jm nicht zu nahe seyest / als bald du merckest das er hauwen will / so fang jhm sein Streich nicht auff / sonder laß jhn fehl hauwen / also in dem er herhauwet / so zuck dein Dusacken vbersich an dich / vnd weich mit deinem vorderen Fůß zu dem hindern / damit er nit antreffe / in dem aber sein Dusacken gegen der erden fellet / so hauwe mit einem zutrit behend hinach / solchem Nachhauw magstu auch von Oben oder schlims vberzwerch von Vnden thůn / nach dem du sihest das er zutreffen sey / auch soltu auff solché Nachhauw behend mit kreutzháuwen nachuolgen / es sey dañ das du gelegenheit ersihest zu andern stucken.

Wie du einem in dem erzum Streich auffziehen wil / zůr Spindel hauwen solt.

FIndestu dein gegenpart im Bogé / so schicke dich auch also / vnd hab acht / so balder er auffzuckt zuschlagen / so hauw jme in dem er auffzeucht / mit einem Mittelhauw inwendig gegé seiner Spindel durch / wie du solches in hieuor getruckter Figur / so mit dem P. verzeichnet an den kleinen Bildern zur lincken Hand sehen kanst / auch kanstu jhm also in dem er auffzeucht / mit Windtháuwen außwendig vber seinen Arm fechten.

Oder merck in dé er auffgehet so trit gegé seiner Lincken auß / vnd laß deinen Dusacken in der Handt wol vmfahren / hauwe jm also in dem er auffzeucht / neben od vnder seiné gehültz inwendig zum gesicht.

Bruch auff den Bogen.

MIll er aber nicht hauwen auß dem Bogen / so treib die stuck aust dem Oberhauw uaff jhn also / hauwe einen geschwindé Oberhauw gegen seinem Gesicht durch schweche seines Dusackens / mit selchem Hauw reitzest du jn zu schlagen / so bald er auffgehet zuhauwen / so hauwe jm seinen herkommenen Streich durch ein Mittelhauw gegen seiner Handt / von dir wegk / als dann deu dritten behend nach.

Merck stehestu sampt deiné widerpatt im Bogé / so zuck dein Dusacken gegen deiner lincken Achseln / von dañen fahr mit der außwendigen Flech nebé seinem gehültz vbersich gegen seinem Gesicht / damit erschreckestu jhn / das er vbersich fehret / laß also in solchem vbersich rauschen vmb den Kopff fahren / vñ hauwe den andern von deiner Lincken vberzwerch gegen seiné rechten Arm durch. Jtem so du im zufechten in Bogen komest / so zucke deinen Dusacken auß dem Bogen in die Mittelhůt / gegé deiner Lincken / von dannen fahre mit außwendiger fleche aufferhalb seines rechten Arms vbersich gegen seinem Gesicht / vnd gegen deiner rechten Achsel / vñ solches vollende in einem starcken schwung / also das dein Dusacken ferner oberhalb deinem Kopff vmbschnappe / vnd trauwe jm mit inwendiger fleche auffen zu seinem rechten Ohr zůschnellen / so bald er disem schnall nach wüscht / als bald zucke wider vbersich vmb deinen Kopff / vnd hauwe mit krumer schneide vberzwerch von deiner Rechten gegen seinen Gesicht / oder Armen durch / dises ist ein fehr gůt stuck so du das recht machest / wird es dir nicht fehlen.

Die Schnellháuw.

MErck so du im Bogé vor einé stehest / will er nit hauwen / so zuck vbersich in die Wacht / stell dich mit geberden als woltestu Oben hauwen / thů es aber nit / sonderr verwende noch in der Lufft / vnd hauwe mit Langer Schneide von Vnden in einem Schnall zu seinem rechten Arm / vnd wind den Dusacken

wider zu ruck gegen deiner lincken Achsel / von dannen hauwe herwiderumb durch sein rechte Achsel / es sey vnder oder oberhalb des Arms durch sein gesicht / asl dañ hauw kreutzháuw / oder gerade treibháuw Lang von dir.

Jtem hauwer er aber von Oben / so versetz vbersich gegen deiner Lincken vñ in dem er seiné Dusacké von seiné gethonen Hauw wider auffzeucht / so hauwe dieweil behend von deiner Lincken / gegé seiner Rechten durch / es sey vnden od oberhalb seiné Dusacken / jhe nach dem er behend oder langsam auffgefahré ist / so komstu nach ende des Hauwes mit deiné Dusacken nebé dein rechte seiten / von dañen hauw behend wid vberzwerch von vnden auff mit Langer schneide starck durch / also das dein Dusacken wider auff die lincke Achsel komme / von dannen hauw gerichts vnd lang von Oben hinein nach.

Wann einer auff dich von oben hauwet / so merck in des er auffzeucht / so zuck dein Wehreuch auff dein lincke Achseln / hauw also mit Langer schneid vó deiner Lincké vberzwerch / gleich mit jm hinein / zu solchem Hauw trit wol gegen seiner Rechten auß / so triffestu jhn / vnnd nimbst jhm seinen Hauw hinweg durchs kreutz.

Ein gůt stuck durch dren Mittelháuw.

HAuw dein ersten Mittelhauw von deiner Rechten / oberhalb seinem Gefef durch sein Gesicht / Den andern von deiner Lincken vnder seinem Rechté arm auch starck durch / Den dritten widerumb von deiner Rechten gegen seiner Lincken zum Gesicht / so du die recht hauwest / so wirt vnder disen dreyen einer treffen.

Merck so du im zufechten für den Mann kommest / er aber schlecht nicht gleich / sonder wartetauch auff deiue streich / so schauwe das du jhn mit geberden also lang vnd vil anreitzest / biß das er auffgehet vnd schlecht / vnder des merck fleissig / als bald er auffgehet vnnd herschlecht / so zucke deinen Dusacken auch vmb deinen Kopff zum streich / vnd schlage mit jhm zu gleich auff solche weiß hinein / also das du sein streich auff die sterck deines Dusackens empfangest / vnd das du auch zugleich in dem sein Dusacken auff den deinen bocht / jhn mit der eussersten halben schneiden auff seiné Kopff treffest / wie du solches an den zweyen kleinern Bilddern in der Figur mit dem H. zwischen den gróssern kanst / von dañen laß behend wider vmbschnappen / vnnd stich jhn mit verkerter Hand vnder sein Dusacken vor sein Brust / aller ding / wie dich solches auch die kleinern Bilder zur Rechten

in der Figur mit dem Buchstaben K. verzeichnet lehren / demnach hauwe durch das Kreutz lang von dir. Was aber nun volget auß bisen beiden Versatzungen zufechten / findestu in dem andern theil.

Wie du auß dem Bogen durchwechseln / nachreissen / schneiden vnd fechten solt.

NEmlich also / stehestu sampt deinem gegenpart im Bogen / so binde jm an die mite seines Dusackens / gilt gleeich ob das mit dem Bogen oder gerader Versatzung geschehe / bleib also mit dem Band an seinem Dusacké / vnd reitze jn mit deinem vorndern ort Ober od Vnderhalb seinem Dusacken jhe nach dem du angebunden hast / so lang biß er auff geht zu hauwen / als bald er demnach ab oder von deinem Dusacken vmbzuckt / so hauwe jhm dieweil er sein Hand zum herhauwen noch also in der hóhe fúret) neben seinem gehültz zu seinem Gesicht / oder gegen seinem Armj durch mit einé abtrit / also ist wol war zunemen das du in allen Banden / sie geschhen durch was Hauw sie wóllen / mit den Winden an seinem Dusacken ein Blóß ereylen kanst / wie du solches auß folgenden Reimen die ich auß Zedel hieher gesetzt / vernemen kanst / welche ich dir eehe dann ich die andern Leger vollen beschreibe) etwas erkleren / vnd stehet vnder anderm also.

Dann so offt dein Hauw inn Banden riert /
 Jm wenden der ort zur Blóß wirt gfiert.
Vnd füllest recht jhn allen bleiben /
 Deßgleichen ab vnd gegenschneiden.
Die Háuw verziehest gerad rnd schlecht /
 Durch farest behend so findest jhn Recht.
Wechselst bald durch mit tritten fehr /
 Brust vnd angesicht lest jhm fehr.

Das erste stuck so hieriñen begriffen / ist dises / nemlich als offt du mit dein Dusacké auff den seiné bindest / es geschehe von vnden od von obé / so soltu ebé jn dem dein Wehr auff die seine rierer / deiné Ort einwerts gegen seiné Leib wendé / deßgleichen auch als offt zwen Háuw gegé einad antreffen / alwegé den Ort wie gemelt abermals behend an sein Dusacké einwerts wendé / vñ das eben in dem Dusacken zusamen rieren od binden / das sol oderkan in allé Háuweé volbracht werden / doch soltu waht nemen das du gegen dem Oberhauw vberherhauwest vñ andbindest / vnd gegen dé vberzwerchen od vnderhauw von oben darauff Bindest / als offt nun also zwen Háuwe auff solche weiß zusamen rieren / so kehre dein ort noch also an seinenm Dusacké bleibend einwerts vñ stich jm zum Leib / eylet er vnder deß der Blóß zu / so wind wider gegen seinem Dusacken vnd weise jm den mit einem gegenschnitt von dir.

Das ander stuck / so in gmelten Reimé begriffen / lehret dich wie du die Háuw vom Band zum Leib / vom Leib zum Band / das ist zum Dusacké recht verziehé solt / Nemlich / als offt die Wehren im Band zusamen treffen od du jhm seine háuw mit versatzung empfangé hast / das du von demselbigen Band mit deinem Dusacken in einem gezogenschnitt gegen seinem Leib schneidesr / vnd als dann vom Leib mit widerschneiden bald wider an seinem Dusacken seyest / also das du die Wehr zum Leib vom Leib wider zuum Wehr / dauon in gerader Versatzung / hieuo auch gelehrt / durch den schnitt verziehest.

Das dritte stuck aber dauon hie gelehret wirt ist das durchwechseln / ob es wol auch sunst ausserhalb den Banden gefochten wirt / so ist es doch fehr dienstlich vñ künstlich solche auch anß den Banden zu fechten / dann als offt zwen Háuw gegen einander antreffen / so kanstu in dem die Wehren zusamen rieren oder binden / fúglich mit außtretten vnder dem seinem durchfahren vnnd auff der andern seiten gegen jhm mit allerhand stuck zur Wehr vnd dem Leib fechten.

Das vierdt / ist wie du jm die háuw vñ versatzung entzucké / als nélich wañ dein gegenfechter auff dich herhauwet dz du jm in dé sein hauw ebé treffen sol / in verfehlé lassest / vñ jme als dañ behendiglich nach hauwé solt / dauon ich auch hieuor gemelt / od fúrest einé gewaltigé hauw gegé seiner Blósse eine / vñ als bald er mit versatzung dargegé auffehret wider abzuckest / vñ denselbigé einer andern Blósse zufúrest.

Zum lesten so soltu auch recht tretten vnd mit fleiß fúlen lernen / welches dir vnder disen stucken allen das beste in eyl zu fechten sein werde / dann mit dem wort fúlen / wirt hie auch verstanden das du die rechte vnd gelegene zeit eines jeden stucks erkennen lernest.

Diewil aber von gemelten stucken fast hin vnd wider in Leger gehandest wirt / ist vnnótig weitleiffig hie dauon zumelden / will allein das notwendigest auff das kürtzest anzeigen.

UNd für das erste wie du den ort ein wert zum Leib wenden solt / hast bißher in beiden Hůtten / nemlich Stier vnd Zorn gehórt / derhalben so vil die verzogene Háuw anlanget / merck dise Eexempel / findestu einen im Bogen so binde im auch mit deinem Bogen an / am vordersté theil seines Dusackens / in dem es aber rieret so fúre deinen vorder ort aussen vmb den seinen hinein zum Leib / vnd ziehe jhm die Lang schneid zwischen seiné Leib vnd Dusacken vbersich durch sein Gesicht / F. I. vnd ob du dich wol mit deiné vbersich ziehe in der lufft verfahrest vñ Blóssest / so kanstu dich doch mit vndersich oder gegenschneiden wider fristen vnd erholen.Jtem binde jm mit deinem Bogen andé seinen inn die sterck / vnd in dem die Wehren auch zusamen rúren / so wende mit einem zutrit dein gehiltz vber seinen Dusacken hinein gegen seiner Brust / vnnd trucke jhm sein Dusacken in eil vndersich / vnnd zeihe jm dein Lange schneid hinder seinem Dusacken durch sein Gesicht. Jtem bindestu jhm an naher bey seinem gehültz / hauw (als bald dein Band rieret / so er andern seine Versatzung widerhelt) vó auffen Oberhalb seinem rechten Arm inwendig durch sein gesicht / helt er aber seine Versatzung hoch wann du jhm mit gleichem Bogen an die mitte seines Dusackens gebunden hast / so wende dein kurtze schneide vnder seinem Dusacken einwerts gegen seiner Lincken / vnnd bleib vnder des gleichwol mit dé Band an seinem Dusacken / wende aber mit der kurtzen schneide behend wider gegen seiner Rechten / so kompt jm die kurtz schneid auff den Kopff / oder durch sein gesicht / aller ding wie dich die kleinere Bilder in d figur mit dem K. vézeichnet lehren / zuck behend das gehültz mid vbersich gegen dir / vñ hauw Lang nach / dises stuck scheinet am fürgebé vnmüglich sein / aber wañ du solches zů seiner zeit machest / vnd das behend im ersten antreffen des bandts / so wirstu es ehe dañ er gewahr wirt volbracht haben. Jtem bindet dir einer mit deinem Bogen an deinen vnd ist hoch mit seiner Versatzung / so wende jhm abermal dein kurtze schneide vnder seinem Dusacken einwerts gegen seiner Lincken / damit gibstu dich vornen bloß / welcher Blóß / so er dir deren von Oben zueylet / schneide jm von deiner Rechten / in dem er mit seinem streich herfehret mit eim außtrit auff seine Arm / wie dich solches die grósseré Bossen in den Figur so mit dem K. verzeichnet leren / auß solchem schnit fahr behend mit dé ort gegen seinem Gesicht.

Jtem binde jm auff seiné Bogen mit gerader versatzung das ist


mit dé Oberhauw / vnd in dem solcher Haw rieret / so wene die Lang schneid mit dem Band nach auff seiné Dusacké bleibent einweders vndersich od vbersich gegen od durch sein Gesicht / wie du an den kleiné Bossen in der Figur dl P. verzeichnet / zur rechten Hand sehen kanst / damit treibestu jn vbersich / darum hawe jm dieweil er auffehrt / vberzwerch durch sein Arme / wie du aber ab / vnd gegen schneiden solt / hastu hieriñen an erlichen orten dein Hauw an den seinen rieret / so trit vnd des behend zur seiten auß / gegen Lincken / vñ ziche jm die Lange schneide von seinem Dusacken ab gegen deiner Rechten durch sein Gesicht / eiler er aber vnd des deiner Blósse zu / so schneid bald widerum gegen seiner Wehr / fehret er aber seinem Dusacken nach / so fahre behend vnden durch wie im durch wechseln volget.

Vom durchwechsel aber merck dise Regel also / hauwet einer von seiner Rechten auff dich / so hauwe auch von deiner Rechten gegé dem seinen / vñ in dem die Háuw eben zusamen treffen sollen / so fahr vnd seinem Dusacken durch / gegen der andern seiten / mit einem weiten außtrit / vnd wirff jm deine klingen außwendig seines rechten Arms zum Kopff / rc. Oder wo er nicht hauwé will / so hauwe abermals mit ernsthafften geberden jme gegen einer Blóß zu / vñ merck fleissig als bald er mit seinem Dusacken herfehret / deinen Hauw zuempfangen / so laß nicht antreffen / sonder in dem es eben jetzt rieren sol / so fahr vnder seinem Dusacken durch / vnd sencke jm deinen ort aussen vber seiné rechten Arm zum gesicht / wehreter dir solches vñ weiset den stoß von jm ab / so ziehe jm die lang schneid inwendig seines rechté Arms vbersich durch sein Gesicht / vnd hauwe behend von deiner Rechten wider dargegen / wo dir aber vnd des notwendig zuuersetzen fürfallen wurden / soltu dich daran nichts hindern lassen.

Jtem steht dein gegenpart vor dir im schnit / so hauwe von deiner Rechten gegen seiner Lincken / vñ in dem es jetzt eben antreffen soll / trit wol auff sein rechte Seiten / vnd fahre gleich mit deinem Dusacken vnden durch / vñ stich jm außwendig seines rechten Arms abermals zu seinem Gesicht / weret er das / vñ feret vbersich / so fahre aussen vmb seinen Arm / wider mit dem ort vnderhalb desselbigen an sein rechte Brust / wehret er solches abermal vnd fehret vndersich / so fúhre den ort widerumb von aussen vmb seinen rechté Arm vnd stich jm wider von Oben aussen vber denselbigen zum Gesicht / auff solche weiß soltu alwegen mit deinem Ort vmb deinen Arm fahren / auff das du jetzt vnderhalb bald Oberhalb seinem Dusacken / mit deinem ort an seinem Leib seyest.

Nachreisen lern mit jedem gefert /
 Reisestu nach vnd folgst mit schnitten /

Er sey banden weich oder hert /
 Seins Arms nim war biß behend mit tritten.

Was das nachreisen / vnd das es ein sonderlich Kunstuck sey / hastu bißher gnugsam gehórt / derhalben wil ich dir allein hie anzeigen / wie du im nachreisen dich der stárck vnnd schwech / deßgleichen hert vnd weich gebrauchen vnd dargegen fechten solt / ein kurtze anleitung geben.

Vnd merck wañ er in den Banden mit dem widerhalten hart an deinem Dusacken ist / so fahr oder wechsel behend vnden durch oder lasse wider ab zu ruck vmbschnappen / dauon du bißher nach lenge gelehrt bist / belt er aber nit hart wider / sonder ist weich mit dem Band an deinem Dusacken / so trucke jhm deñ in einem ruck von dir / doch soltu mit solchem außtrucken nicht zu weit verfallen / auff das du jm behendiglich mit dem Schnit oder mit hauwen an der Blósse (ehe dañ er dir die wider entziehe) seyest.

So du jhm aber an die stercke seines Dusackens angebunden hast / wie das zugangen wehre / so volge jm (wo er dir von dannen vmbschlecht) mit dem Schnit gegen seinem Arm vnnd der Blóß zu / vnd schauw das du dich dem Arm nach nit(wo er dir durchgehn wurde) verfahrest / solches alles verstand von beiden seiten / wie du aber von der Schwech mit Schnitten oder Zügen nachreisen solt / findestu in stucken hin vnd wider / die solches verstendigen gnugsame Exempel.

Von dem Eber

Das dreyzehend Capitel.

ALso hastu die ober Leger / sampt jren stucken zum theil gehórt / nun volgen die vnd Leger auß welchen die Oberhutté gebrochen werden / dañ wañ dein gegenpart auff dich von oben ficht / so soltu gegen jm von Vnden fechten / die Hut des Ebers wirt allein zur Rechten gebraucht / auff solche weiß wie das Bild zur Lincken in der figur so mit dem Buchstaben M. verzeichnet / außweiset.


Das erste stuck sagt / wie du sein streich auff seinem Dusacken solt abrütschen lassen / vnd lang nachhauwen.

WAñ dir begegnet in der obern Hůtten zur Rechté / so schick dich in Eber / so bald er auff dich vó Oben hauwet / so trit mir deiné rechten fůß wol gegô seiner Lincken auß seiné streich / vnd fahr zu gleich mit solché trit auff mit hangendem Dusacken / also das du sein streich auff dein Bogenlassest abrütschen / vñ hauwe behend durch sein Lincke lang nach zwen streich auffeinander.

Ein anders wie dujhm durchtretten / vnd mit Windtháuwen außwendig zum Kopff vnd Armen fechten solt.

HAuwet er von Oben / so trit mit dem rechten fůß gegen seiner Rechten / vnd schiebe dein Dusacken gerichts mit dem ort gegen seiné gesicht / vnd fange jm zugleich mit solem fürtschieben seinen Hauw auff dein Lange schneid / in dem der Hauw bocht oder rieret / so widt mit dem gehültz vnder sein Rechten arm durch vbersich gegen deiner Lincken / aller ding wie das kleiner Bild zwischeen den grossen Bossen gegen der Lincken in diser figur so mit dem Buchstaben Frc. anzeiget / tritt als dann behend gegen seiner Rechten / vnd hauwe mit Windtháuwen gewaltiglich außwendig vber sein rechten Arm / so bald du vnder des ersihest / das er mit seiner Versatzung zu weit vom Gesicht kommen ist / so bald ficht jm vornen zum Gesicht.

Wie du jhm feine Háuw vnderlauffen vnd für die Brust zum Gesicht stossen solt / auff das er sich Blóssen musse.

WAñ du im zufechten also in Eber komest / vnnd einer hauwet auff dich vn Oben / so fahr hoch auff mit dem Bogen / vnd fang sein Streich in der lufft auff mit einem zutrit deines rechten fůß / sencke dich bald mit deinem Leib vndersich / vnd stoß jhn mit dem vordern ort vnder seinem Dusacken auff sein Brust

von dir / trit behend zu ruck vnd hauwe jm mit Kreutzháuwen durch sein Gesicht. Oder nach dem du jm sein Hauw auß dem Eber mit dem Bogen entpfangen hast / so trit behind auch mit deinem lincken fůß wol vmb sein Rechte / vnd stich jm außwendig vber sein rechten Arm zum Gesicht / das muß er wehren oder getroffen sein / wehret ers so blóßt er vornen sein Gesicht / darumb trit behend mit dem Lincken wider zu ruck / vnd trein jn mit Oberháuwen gewaltig durch dasselbig.

Bruch.

Versetz den Stoß zum streich / vnnd hauwe ein Mittelhauw / durch sein Gesicht / als dann hauwe nach durchs Kreutz.

Wie du jm auß voller versaßung / vnderhalb seinem Dusacken zum Gesicht stechen solt.

FAng jhm seinem Oberhauw auff dein Bogen / hoch inn der lufft auff / vnnd zuck den Dusacken in der hóch zu ruck vnder seinem Streich herfür / vnd stich neben deiner Rechten seiten von Vnden auff vnder seinem Dusacken zu seinem Gesicht / bleib vnder deß mit deiner lincken Handt oberhalb dem Kopff / biß das du dein Gehültz wider vbersich in Bogen verwendest / von dannen soltu als bald vmb den Kopff zucken / von Oben zuhauwen / der stoß von Vnden muß behend geschehen / ehe dann er sich von seinem Hauw wider erholet hat.

Wie du auß dem Eber stechen solt im Vor.

So dir einer nicht hauwen wolt / so zeuch deinen Dusacken auß dem Eber / neben deiner Rechten zu ruck / trit vñ jm von Oben / in demselbigen trit zuck den stich vnuolbracht behind wider zu ruck / vnd stich neben deiner Rechten von Vnden auff wie vor / vnder seinem Dusacken / zuck den wider vbersich / vnd vollende wie vor.

Ein gůt stuck / wie du auß der versatzung vber schnellen vnnd mit Windtháuwen vnd schnellen den rechten Arm suchen solt.

Item schick dich in der Hůt des Ebers / hauwet dein gegenfechter auff dich von Oben / so trit mit dé rechten fůß zu jm / vnd fahr mit dem Bogen gewaltig vbersich / als bald sein Hauw auff dein Dusacké bocht / so bald schnell jm die kurtz Schneid vber die Hand vberhalb seinem Dusacken zu seinem lincken Ort / trit behend mit deinem lincken fůß vberzwerch gegé seiner Rechten auß / vad hauwe jm gewaltig mit einem Windthanw außwendig vber sein rechten Arm / oder alsbald nach geschehenem schnall laß deinen Dusacken wider vmbschnappen / vnd schnell jm aussen zu seinem rechté Arm mit hangendem Dusacken vnd inwendiger flech / demnach hauw vornen durch sein Gesicht / mit einem abtrit / der Brummer vnd der Wecker / brechen beyde den Eber.

Von der Mittelhůt / wie vnd was man darauß fechten soll.

Das vieitzehend Capitel.

Dise Mittelhůt heiß ich darumb also / dieweil solche auß dem Mittelhauw entspringt / du kanst aber nach ende breyer Háuwen in dise Háuwen in dise Hůt komen / als wañ du von deiner Rechten ein krumen Hauw durch die Zorn Lini hauwest / vnd den neben deiner Lincken zu ruck verschwingé last biß in die Mittelhůt / darnach durch den Mittelhauw selber / zum briien auch wañ du ein Krumphauw von vnden durch die vbersich steigent Lini von deiner Rechten gegen deiner Lincken Hauwest / soche drey Háuw verschwingen sich alwegen zu der Mittelhůt am nechsten / du verziehest sie dann mitfleiß zu einer andern.

Zu deren schicke dich / wie das Bild diser figur gegen der rechté Handt außweiset / auß diser Hůt kanstu alle stuck si im lincké Zorn vñ Stier gelehrt werdé auch hierauß fechte / derenhalben will ich dir auch nur auff dr kürtzest arliche stuck erzehlen darauß du gnugsam den brauch diser Hůté lernen würst.


Wie du deines widerparts Háuw auß der Mittelhůt / von dir abweisen vnd nachhauwen solt.

VNd zum Ersten / so du im zufechten für den Mañ in die Mitelhůt komest / vñ er hauwet dir den nechsten zur Blóß / so jm seinen herkomenen streich mit Langer schneid von deiner Lincken gegen seiner Rechten / von Oben durch die schlimme hanget Lini hinwegt / das du mit deinem Dusacken zur rechten Seiten komest / zu solchem Hauw trit mit dem Lincken wol auß auff sein rechte Seiten / so bald solches geschehen / so trit mit deinem Rechten auch ferner zu jhm / vnd hauw von deiner Rechten behend / ehe dann er sich von seinem erst genommenen Streich wider erholet / oberhalb seinem Dusacken durch sein Gesicht / oder vber sein rechten Arm / ist er aber nach dem ersten Streich so behende / das du jhm mit deinem andern Streich nicht vber sein Arm zukommen kanstso hauwe jhm gleichwol von deiner Rechten / dieweil er im auffziehen ist / oder vbersich fehret / inwendig zu seiné Arm oder Hand durch / so komstu wider in die Mittelhůt wie vor.

Wie du jhm sei Streich auß der Mittelhůt / von Vnden vbersich wegk hauwen solt / vnd mit Windtháuwen nachuolgen.

HAuwet er auff dich von Oben / wann du also in der Mittelhůt stehest / so nim jm seinen herfligenden streich von Vnden vbersich auß mit Langer schneid / so starck das dein Wehr oberhalb deinem Kopff wider vmbflieg zum Streich / trit behendiglich mit zwifaché triten wol auff sein Rechte / vnd hauw jhm mit einem gewaltigen Windthauw außwendig vber sein rechten Arm / od zur Seiten / wo du jn in solcher eil erlangen kanst / dise zwen Háuw sollen geschwind zugohn / anff das du mit deinem anderen Streich treffest / ehe dañ er sich von seinem ersten genomenen Streich erholet / od ob er geschwind were / vñ auffkeme / ehe du den Windthauw volbracht herrst / so schauw das du auff das wendigst mit jhm zugleich außwendig mit dem Windthauw vber seinen rechten Arm kommest.

Wie du dein Dusacken aussen vber sein rechten Arm einwerffen / vnd die Lang schneid vbersich durch sein Gesicht ziehen solt.

ODer wañ du also in der Mittelhůt stehest / so merck in de er auff dich hanwet / so trit auß seinem Hauw auff sein Rechte / in disem wirff jhm dein krume schneid gegen seinem Rechten / aussen vber seinen rechten Arm hinein zum Gesicht / vñ in solchem einwerffen bucke deinen Kopff wol / von seinem Streich hinder dein Dusacken / vnd merck fleissig wo er im ersten antreffen nicht hart wider helt / so truck mit der sterck deines Dusacken rucken in der eil vndersich von dir / alsdann ziehe dein Lange schneid vbersich durch sein Gesicht(wie das die obern kleinern Bossen in der figur mit dem I. verzeichnet anzeigen) vbersich in die lufft / vnd in der lufft verziehe dein Dusacké widerumb zu einem Mittelhauw / gegen seiner Rechten wider an sein Dusacken / vnnd wann du jhm also mit einem Mittelhauw von deiner Lincken gegen seiner Rechten wider anbunden hast / so hab acht also bald er vom Band vbersich abgehet / so hauwe jm dieweil er auffgehet vornen zum Gesicht / oder welches sichrer ist / inwendig nach seinem Arm mit einem abtrit / als dañ wehr dich durch das Kreutz.

Wo er aber sein Hauw gegen deinem einwurffin ein Versatzung verwenden wurde / so zuck dein gehültz wider vbersich gegen deiner Lincken / vnd laß oben in der lufft vm dein Kopff fliegen / hauwe als dann von deiner rechten von vnden mit krummer schneid vbersich mit sterck durch / das dein Dusack wid zuu deiner Lincken kom / es sey in die Zorn od Mittelhůt / von dannen hauw bald ein Kreutz nach.

Wie du auß der Mittelhůt gegen deinem Widerpart der nicht hauwen will / fechten solt.

WO dir aber dein gegenpart nicht will hauwen / so sicht auß der Mittelhůt alo gegen jm / wie volget. Merck als bald du jn erlangen kanst / so hauwe ein kreutz durch sein Gesicht / wo er aber sein Dusacken außgestreckt hat zur Versatzung6so ficht jm solches kreutz zur hand darinné er die Wehr fúhret / mit solchem kreutzhauw wirstu jn treiben / oder reitzen / das er auch hauwen wirt / als bald er solches thůt / so biß behend fertig

vnd hauwe also mit zweyen Mittelháuwé von beiden seiten / gegen seinem herfliegenden Streichen / gegen einander mit gewalt durch / damit schwechstu jm nicht allein sein Streich / sondvermúdest jm sein Arm dermassen das du als dañ wol mit andern nach hauwen zur Blóß kommen kanst.

Ein anders wie du gegen dem / der nicht hauwen will / auß der Mittelhůt angreiffen solt.

MErck wañ du einem im Bogen oder sonst gerader Versatzung findest / vnd du hast dein Wehr in der Mittelhůt / so trit mit dé lincken fůß wol gegen seiner Rechten / zur Seiten auß / vnd gleich mit solchem trit hauwe vberzwerch aussen zu seinem Arm / in des hab acht / ob er solliches wehren oder versetzen will / als dañ laß dein hauw nicht rieren / sonder zuck den bald wider an dich vmb den Kopff / vnd hauw jm inwendig durch sein Gesicht mit einem abtrit gegen seiner lincken seiten.

Oder wañ er dir mit gerader Versatzung begegnet / so wirff jhm die krumbschneid aussen vber sein rechten Arm zum Gesicht / wie die obern kleinern Bilder gegen der Lincken in hieuor getruckter figure mit dem C. verzeichnet außweisen / das muß er wehré / damit raumet er dir sein Gesicht / das du mit abtretten wol darzu hauwen kanst.

Wie du auß diser Hůt aussen zu seinem rechten Arm schnellén solt.

EIn anders / begegnet dir einer im Bogen oder in gerader Versatzung / so schhicke dich in die Mittelhůt / von dañen schlag jm außwendig zu seinem rechten Arm / mit außwendiger flech in eim schnall / zuck dein gehültz behend vbersich / also das dein Klingen in solchem vbersich zucken vndersich hange / vnd ruck dein Dusacken gleich mit vmb dein Kopff / hauwe also ferner mit einem zutrit deines rechten fůß / mit krummer schneid von Vnden inwendig gegen seinem rechten Arm durch / das du nach ende des Hauwes mit deinem Dusa=

cken in die lincke Zornhůt komest / von dannen hauw kreffriglich von Vnden durch sein Gesicht / demnach hauwe durchs kreutz behendiglichen nach / auch kanstu auß diser Hůt durch die Rosen / mit schnellháuwen vnnd andern verfúhrungen angreiffen / dann die Rosenháuw ehentsonderlichen wol / durch ein verfúhrung auß diser Mittelhůt also. findestu einen in dem Bogen / der von Person kleiner ist denn du / so fahre mit der außwendigen flech vnder seinem Dusacken wider herumb vbersich gegen deiner Rechten / laß also oberhalb deinem Kopff in der lufft mit erhebtem fůß wider vmbfliegen / vnnd schlag jhm alsdann mit hangendem Dusacken / vnnd inwendiger flech in einem schnall aussen zu seinem rechten Arm / auff das zucke ferner die mittel vbersich / vnd hauwe den Brummer (wie du den in Háuwen hieuor gelehrnet hast) vber zwerch durch Lini / vnnd solches muß in einem flug zugohn / also das du im ersten anflug deinen rechten fůß auff hebest / vnd im antreffen des Brummers wider mit einem fernern fúrtrit nidersetzest.

Vom Wechsel vnd seinen stucken.

Das fünfftzehend Capitel.

JN dise schicke dich also / stand mit dem rechten Fůß vor / halt dein Dusacken mit außgestrecktem Arm neben dir beiseits auß / mit dem Ort auff die Erden / das die halb schneid gegen dem Mann stand / wie dich in hieuorgetruckter Figur so mit dem N. das grósser Bild zur Rechté lehret / wird darumb Wechsel genant / dieweil du durch die Wechselháuw in dise Leger kommest / vnnd gehet zu beiden Seiten.

Wie du einem den Bogen vbersich außreissen solt / vnd ehe er sich wider erholet zum Gesicht hauwen.

BIstu ein starcker Mañ / so schicke dich gegen dem Bogen in den Wechsel / vnd Reisse jhm mit halber Schneid sein fürgehengten Bogen mit gewalt vbersich auß / damit zwingestu jn auff zůgehen /

in dem er als dann auffehret vnd sein Dusacken noch in der hóhe fúhret / so hauw jhm die weil behend von Oben wider nider zu seinem Gesicht oder Brust / zu disem stuck gehórt nur ein trit / welchen du mit dem außtrit in einem zůsprung deines rechten Fůß volbringen solt.

Diß stuck ist auch ein Bruch auff den Bogen.

MErck wann dir einer im Bogen begegnet / so schicke dich in Wechsel zu deiner Lincken / trit vnd stich von Vnden auff vnder seiner Versatzung Lang von dir gegé seinem Gesicht / oder getroffen der Brust zu / als bald du empfindest das dein ort getroffen oder angesrtztist / so fahr in des behendt auff mit deim gehültz für das Haupt / vñ bleibvnder des gleichwol mit dé ort auff seinem Leib / das wirt er wehren oer außschlagen / so hab acht als bald er auffgehet zum Streich / so trit auff sein lincke Seiten / vnd schlag jm neben seiner Versatzung hinein / zum Gesicht.

Bruch.

MErck so dir einer aber vnder deiner Versatzung hinein zum Gesicht stich / wie Oben gelehrt / so wende den stoß ab / damit Blóssestu dein Gesicht / als bald er dem zuhauwet / so vnderfahr jhm sein Streich nach bey seiner Hand / zwischen deinen beiden henden / vnnd stoß jhm das gehúltz in das Gesicht / wie hie die kleinen Bilder gegé der Lincken in hie nach getruckter Figur welche mit dem Buchstaben B. verzeichnet außweisen.


Ein anders auß dem Wechsel.

WAñ du naher zu dem Mañ komest / so hauw vor jm durch / von deiner Rechten n lincken Wechsel / mit solchen geberden / als hettestu dich verhauwen / als bald er deiner Blóß von Oben zu eilet / so fahr behend vbersich mit Langer schneid außwendig gegen seiné rechten Arm zur versatzung / als bald die Dusacken auff einander bochen / so wende den vordern ort behend vbersich / vñ stich jm vber dein Hand außwendig vber sein Arm zum Gesicht / zuck behend wider vbersich / vñ laß die klingen vmb schnappen / schlag jn also mit der inwendigen flech vnder deiner Hand mit hangendem Dusacken aussen an sein Elenbogen / ehe das recht volbracht / so trit zu ruck / vñ hauw jm vornen durch sein Gesicht / ist ein sein verfúhr stuck / damit di einen fehr entblóssest wañ du sloches behend treibest.

Bruch auff den Wechsel zur Lincken.

BEgegnet dir dein gegenpart auch im lincké Wechsel / so fahr auff auß demselbigen in rechten Stier / von dañen hauwe ein Vnderhauw durch sein Lincken / den andtrn trit vnnd hauw von deiner Rechten von Oben auch durch sein Lincke / zu solchem Vnder vnnd Oberhauw trit wol gegen seiner Lincken / mit zwifachen tritten auß / als dañ hauw mit einem kreutzstreich Laug nach.

Bruch auff den Wechsel zur Lincken.

WAñ du einen im zufechten im Wechsel findest / als bald du jn erlangé kanst / so hauw von deiner lincké Achsel schlims durch sein Gesicht / nach außweisung der Lini H. vnd D. verzeichnet / also das du nach ende des Hauwes neben deinem Rechten / mit dem ort auff die Erden komest / alda verwendt dein Dusacken / vnnd hauwe in einem zug von Vnden in dem er auffehrt durch sein Arm / vnder seinem Dusacké mit sterck durch / das dein Dusack wider zu deiner lincken Achsel kome / von dañen hauw ein Vnderhauw vberzwerch durch sein Gesicht / das nach ende solches hauwes dein Wehr zur rechten Achsel kom znm Streich / von derselbigen Achsel haue mit einem kreutz Lang nach.

Schick dich in die Hůt des Ebers / von dannen trit vnnd stich jhm vornen gegen seinem Gesicht mit außgestrecktem Arm / das muß er wehren / vnd Blóssest damit sein Gesicht.

Bruch auff den rechten Wechsel / fahr mit dem Langen ort in sein Gesicht / als bald er auffgeher / so hauw von deiner Lincken mit Langer schneid ein Vnderhauw durch sein Rechte / volg mit Mittelháuwen nach.

Merck wann du dich verhauwest in rechten Wechsel / vnnd dein gegenpart eiler dir nach / so hauwe mit Langer schneid vbersich / gegen seinem Hauw starck durch / laß oben vmb den Kopff fahren / vnnd hauwe wider von deiner Rechten durch sein Lincke von oben mit vmbtretten / wo du aber im vbtretten / wo du aber im vberrsich hauwen nicht durch komest / so verwende dein Dusacken an dem seinen zu einem Stich.

Basten.

BAstey halt ich sey daher von den Alten so genant / dieweil dardurch das vndertheil des leibs dem Oberen zu gut / gleich wie durch ein Bastey / das vndrerheil einer Starmauren verwarer vnnd beschirmt wirt / zu deren schick dich also. Standt mit dem lincken Fůß vor / lege dein Dusacken weit von dir außgestreckt auff die erden / gleich dem Olber im Schwerdt / allein das du hie mit dem gehültz weiter für deinen lincken Fůß komen solt / vnd das obertheil deines Leibs wol hinnach hencken / wie ddu dich nun mit dé Olber im Schwerdt heltst / also ficht auch im Dusacken auß diser Hůt mit absetzen vñ abschneiden / auch wird die Bastey auff dise weiß gemacht / Nemlichen standt wie vor / setz dein Dusacken vor dein Fůß mit dem ort auff die Erdt / das dein gehültz vbersich stande / es hauwe dir einer zu wo er wólle / so trit auß seinem Hauw / vnd hauwe mit jhm zugleich vber / oder fang jm den Hauw auff die Lang schneid / vnd arbeit zur nechsten Blóß / dann es seind vil seiner Stuck darauß zufechten / aber du findest deren hieuor vnd nach.

Ein stuck zum einlauffen.

JM zufechten hauw ein hohen Streich / von Oben zu seiné Kopff / versetzt er den Hauw auff sein Bogen / vnd fehret hoch vbersich / so fahr auff mit dem gehültz / vñ senck jhm den vorderen Ort vber seiner Versatzung hinein zum Gesicht / aller ding wie oben vom Wecker gelehrt / damit treibest du jhn noch

hóher zu verseten / in des sencke dich mit deinem Leib sampt einem zusprung ein wenig nider / vnd fahre jhm mit dem hindern ort / das ist mit dem gehültz vnder seinem Dusacken hinein auch zum Gesicht / falt er mit dem Dnsacken hernach / so stich jn mit dem vordern ort abermal außwendig vber sein rechten Arm / wie du an den kleinern Bossen in hieuor getruckter figur welche mit dem Buchstaben O. verzeichnet / zur lincken Hand oben sehen kanst / demnach hauw dich wider von jm durch das kreutz / oder wann dich einer vberlauffen will / mit hohen Streichen / so fang jm den auch noch also hoch in der lufft / von vnden auff dein Bogen / mit einem weiten zusprung vnder sein Wehr / in dem er glützt oder rúhret / stoß jn mit dem gehültz vnder sein Dusacken / in sein Gesicht / als dañ vollenden das stuck wie vor.

Es seind erliche die habens im brauch / nach dem sie die Armé mit allerley lumpenwerck wol verwatet haben / nemen sie den Kopff zwischen die Arm / vnnd lauffen einem dem nechsten vnder sein Wehr / denselben dieweil du dich vor seiné einfall von Oben besorgen / vñ mit keinen stucké dich blóssen darffst / soltu dich dreyerley stuck brauchen / Erstlich wañ er dir also vnder die Wehr lauffr / so fahr zugleich mit deinem Arm auch auff / vnd bleib mit Versatzung hoch / vnd schlag jhn dieweil jr beide mit den Armen hoch seind / mit krummer schneid in einem schnall in sein Gesicht. Zum andern wehrt er dir solches / so fahr mit dé ort aussen vmb sein Arm / vñ schlag jhn mit krumer schneid außwendig seines rechté Arms auff sein Kopff / wie dir solches in hieuor getruckter Figur G. die kelinern Bilder zwischen den grossen anzeigen.

Jtam bleib mit beiden Henden auch hoch / vnd behalt dein Lincke ober deinem Kopff / nahet an seinem gehültz / vnd schlag jm dieweil behendt ehe dann ers ersicht / vnder seinem lincken Arm hinden zum nack / hieuon besihe die kleinern Bossen in gemelter Figur zur lincke Hand / demnach wann du abermal so nach zu dem Mañ kommest wie jetzt gelehrt / so soltu im wegk oder abhauwen vor jhm in keinen weg durchhauwen / du kónnest jhm dann mit einem außtrit seinem oberhauw entweichen.

Wann du dich aber sicher von jm abhauwen wilt / so stell dich mit geberden sam du dich mit ernst vor jm durch seiner Blóß zu verhauwen wóllest / thů es aber nicht / sonder verwendt dein Hauw in vollem lauff zu einer Versatzung / in das Langort / das die Lang schneid gegen seinem herfliegenden Streich (den er dir eilent nach hauwet) gewendet sey / dañ so bald er merckt das du vor jm durch / der Blóß zuhauwen wilt / so wirt er behend von Oben

nachhauwen / denselben Hauw fangestu mit solcher außgestreckter versatzung auff / so bald es aber rúhret oder bocht / so hauwe als dañ erst volkomen nach / vnd ziehe durchs kreutz ab. Oder wañ er dir also nach komet / das jhr beide mit den Armen hoch stand wie jetzt gemelt / so stoß jn mit dem vorderen ort fúr sein Brust von dir / wie der Boß in hieuor getruckter Figur außweißt / welches heist Storchen schnabel / darumb das du mit dem stoß lang von dir reichst / wehrt er dirden Stoß / so hauwe lang nach.

So du aber einé sterckern findest / deñ du bist / so kom nicht zu nah auff jn / vñ laß jn dir auch nicht einlauffen / zu dem so hab acht wo er herhauwet / das du jm sein Hauw hoch in der lufft empfangest / vnnd vnder seinem Wehr behend durchgangest / so du jm anderst sein Hauw mit versatzung auff halten vnd abweisen wilt / so du aber seinen Huáwen kanst enrweichen welches besser ist / vnd jhn fehl hauwen last / so soltu es thůn auff solche weiß wie oben in Nachháuwen auch gelehrt. Nun volget weiter vom einlauffen / dauon besihe hieuor gesetzte Reimen / so auch auß meinem Zedel gesetzt seind also.

Auch so du kompst nach auff den Mañ /
 Mit Lincke greiff sein Rechte an /
Lern beide griff / gradt vnd verkert /
 Mit behenden trirten sey gewert /
Den vngenandten nimb behend /
 Verkert sein Handt an dein Brust wendt /
Wilt du dich ferner an jhm rechen /
 So kanstu jhm den Arm zůrbrechen.

Zu allem einlauffen ist fúrnemlich achtung zuhaben / auff das Greiffen / Ringen / Brechen vñ Werffen / welches ob des wol mancherley ist / seind sie dich in oberzelten Reimen kurtzlich verfaßt. Derhalben merck fúr das erste / so bald du nahet auff den Mañ od vnder sein Wehr komen bist / das du jm den nechsten mit deiner Lincken hand nach seinem rechten Arm greiffest / in welcher er sein Wehr fúhret / bey seinem gelenck nah hinder

seiner Handt / als bald treib jm die vmb / ruck sie nach zu dir / jhe nach dé du dein vortheil ersihest / Vnd soltu wissen daß das greiffen auff zweyerley art wie gemelt / nemlich gerad / vnd verkert volbracht wirt / was geradt zu greiffen sey darff keins erklerens / die verkerten Griff seind auch zweyerley / Erstlich wañ du im greiffen dein Daumen einwerts / Zum andern im greiffen außwerts wendest / welche alle wie du sie brauchen solt / hernacher im Dolchhen wetileuffiger beschriben wirt / derhalben will ich dir hie allein erliche stuck zum einlauffen oder werffen gehórig erzehlen.

Das erste.

WAñ dich einer mit hoheu streichen vberlangen will / so versetze jhm den streich mit hoher versatzung / vnd greiff zugleich vñ behend vnder deiner Versatzung mit lincker verkerter Hand / sein rechhte an / reib die vmb vbersich von dir / vnnder des trit mit dem Lincken hinder sein Rechten fúr / vnd stoß jn mit deinem gehúltz vornen auff sein Brust von dir / so fellet er an rucken / oder vberlaufft dich einer so versetz hoch wie vor / vnder der versatung trit mit dem rechten Fůß zwischen sein beide Bein / vnnd greiff mit deiner Rechten vnder sein rechten Arm / mit gebucktem leib außwendig vmb sein ruck / mit der lincken Hand greiff vnden an sein recht Rnie / heb zugleich vbersich vñ wirff jhn / dieweil ich aber das einlauffen im Dusacken gantz nicht lob / so will ichs hiebey auff dißmal bleiben lassen.

So merck nun zum beschluß / wann du mit einem fechten wilt / so hab acht greifft er mit seinem stucké behend an / vnd fúhret seine Háuw weit vmb her / so richt alle deinestuck dahin / du jn mit nachhauwen wo er sich verfahren here / in dem er noch im verhauwen ist die Blóß ereilest / vnder des biß gleich nicht zubegirig auff das di kein virtheil verlierest. Zum andern wolte aber dein gegenfechter nicht zu erst hauwen / sonder fleist sich zůuersetzen vnd nach zuhauwen / so brauch dich des verfúhrens / vnnd fúhre deine Háuw biß an sein versatzung / zuck den vnuolbracht wid / vnd hauwe zu einer andern Blóß / auch soltu acht haben auff sein Leger / vnnd jm zur Blósse einhauwen nicht zutreffen / sondern jhn damit auß seinem Vortheil zubringen / auff das du jhn mit den andern Háuwen nach dem er sich hoch oder nider versehrt / dester gewisser treffen kónnest / dessen nim ein klein Ex=

empel / fúhret er sein Wehr im Bogen zu weit gegen seiner Lincken / so hauwe von deiner Lincken vberzwerch von vnden gewaltig gegen seinem rechten Arm / versetzt er solches mit hangendem Dusacken (so blóst er sein Gesicht) darumb zuck dein gehúltz behend wider vbersich gegen deiner Lincken / vnd hauwe jm von der selbigen wider vber halb seinem Dusacken zu seinem Gesicht / wie dir solches die kleinern Bilder in der Figur A. anzeigen / also kanstu jn auch mit geberden von einem ort zum andern abreitzen / vnd hauwe jm dieweil er noch also vmbschweifft / liftig vnd behend mit vortheil zur Blóß / kompt dir aber einer fúr der auff dein auffziehen acht nimpt / vñ dir (dieweil du zum streich auffzeuchst) zur Blóß hauwet / denselben soltu vmb seine Háuw betriegen / also / zuck sam du albereit zuhauwé wollest / vñ merck mit fleiß also bald er hauwen will / so verwende dein gezuckten Hauw in ein Versatzung vñ fang jm den auff / vnd so bald sein Hauw auff deiner versatzung rúhret / so soltu nachhauwen / wie du dann aller hand stuck gnugsam hierinnen begriffen findest.

Dise Wehr hab ich darumb so weitleuffig gehandelt / dieweil gemeinlich die Jugent in deren zur behendigkeyt angefúhret sol werden / welchen dann ein ding so nit eigentlich dargebé / schwert zůuerstehn sonderlich in diser Kunst / auch haben erliche stuck ohn widerholung oder eingreiffung erlicher anderen / nicht kónnen verstendlich gelehrt werden / Derenhalben wólle jhn der gůthertzige Leser meinen dienst hieriñ gefallen lassenl.

E N D E.

Inhalt des Fechtens im Rappier / vnd in was Ordnung solches dar gethon vnd beschrieben wirt.

Cap. 1.

SOviel das Rappierfechten welches jetziger Zeit ein sehr notwendige vnd nútzliche úbung ist / anlanget / ist kein zweyffel das es bey den Teutschen / ein newe erfundene vnnd von andern vólkern zů vns gebrachte vebung ist / dann obwol bey vnsern voreltern in ernstlichen sachen / gegen dem gemeinen feinde / das stechen auch zůgelassen / so haben sie doch solches in schimpflichen vebungen nicht allein nit zůgelassen / sondern auch solches in keinen weg iren zůsamen geschworen Kriegsleuten / oder andern so ausserhalb des gemeinen feindts zwitráchtig zůsammen gerathen / gestatten wóllen / welches dann noch heutiges tags bey ehrlichen Kriegsleuten / vnnd anderen Burgerlichen Teutschen gehalten werden solle / Derhalben were das Fechten jm Rappier ein vberfluß / wo nicht durch beywonnunge frembder vólcker / das stechen wie auch vil andere sitten so den alten Teutschen vnbekandt / bey vns eingewurzelt weren / Dieweil aber solche frómbde gebreuch sich bey vns von tag zů tag an vilen orten mehren / ist nun mehr auch von nóten gewesen / das vns nicht allein solche außlendiche vnd frembde gewonheit der vólcker offenbar vnnd bekandt seyen / sondern das wir vns deroselbigen nicht weniger als sie (so viel zů notwendiger gegenwehr dienslich) úben vnd geschickt machen / auff das wir ihnen (wann es von nóten sein wirt) vns zů beschirmen desto fúglich begegnen vnd obsigen kónnen.

Derhalben will ich mir das Rappierfechten / so vil ich von gedachten vólckern erlernt vnnd


durch tegliche úbung selbes erfahren / wie mann sich in solche oder dergleichen Wehr schicken sol / ordenlich anzeigen vnd beschreiben / damit nun solches dem lernenden zů mehrerin nutz mócht volbracht werden / hab ich erstlich ein stuck nach dem andern / ein jedes in sonderheit in solcher ordnung erkleren wóllen / nemlich jm anfang dieweil der Mann ferner vnd anders dann biß her getheilt wirt / derselbigen nutz vnd gebrauch / sampt der Wehr theilung anzeigen / als dann auch lehren wie mann die Leger / Háuw / Stich / mit sampt jhren vmbstenden ins werck richten soll / Demnach wie mann die Háuw in Stich vnd die Stich in Háuw verwandeln / Item die verfúhren / recht tretten / auch wie mann sich aller hand versatzung gebrauchen sol / ordentlichen vnd verstendlichen darthůn / vnd das alles soll jm ersten theil gehandelt vnd verricht werden / Als dann will ich die vebung an jhr selbes / wie man solche bisher gelehrte stuck gegen dem widerpart Fechten soll / jm andern theil zů handeln fúrnemen / vnd zům eingang (mit einer notwendigen nútzlichen lehr) wie mann vber ort auß einem Leger gegen dem andern Abschneiden / Absetzen / vnd zům verühren anreitzen (auch aus eine in das ander abwechseln sol) meinen anhab nehmen / demnach mit der gemeinen vnd geraden versatzung das fechten beschreiben / vnd dieweil man aber mit einem jeden Hauw / Stich / oder mit versetzen in der ob erzelten Leger ein verfellet / verfehret / oder abkommen můß / so will ich (ehe dann ich mit obgemelter versatzung zů end kome) anzeigen vnd lehren / wie du dich aus deren einem jeden (so du in vollem lauff deines Fechtens in deren eins ankomen wehrest) behendiglich wider erholen / vnnd jhme damit du nicht vbereilet werdest) begegnen kanst / vnd demnach mit einfúhrung vil geschwinder vnd fortheiliger lehren vnd stucken die gerade versatzung beschliessen / auch letztlich ein kurze lehr / wie man sich zůr not einer beywehr (als da sind Dolchen / Kapen vnd der gleichen) gebrauchen sol / hinan hencken / Derwegen verhoff ich / wann du die Wehr in die hand nehmen vnd mit aufmercken lesen wirst /

du werdest solches in gemelter ordnung beschrieben woll verstehn vnd dir nutz machen kónnen.

Von der theilung des Manns / vnd der Wehr / vnd von jhrem gebrauch.

Cap. 2.

OBwol bisher von der theilung des Manns so vil gehandelt / also das sich ein jeder auch in dieser Wehr leichtlich darnach richten kóndte / so hat es mich doch fúr notwendig angesehé / von der selbigé nach gelegenheit des Rappiers / dieweil solches jm gebrauch von andern teutschen Wehren vnterscheiden / alhie weitleuffiger auff solche weiß zů handlen / damit du nachgesetzte Háuw gegen des Manns leib hoch oder nider / mit mehrem verstand dester sicherer fúhren lernen kóndest / vnd helt sich mit der theilung also / der Mann wirt gleichfals wie hievor mit einer auffrechten Lini in Linck vnd Recht vnterscheiden / derselbigen Lini aber werden noch zwo andere gleiche auffrechten Lini zůgesellet / mit welchen beide die Rechte vnd Lincke achsel an den seiten herab durch schnitten werden / zům andern so wirt er auch mit dreyen Schlimen hangenden Lini vbereck in vier theil abgeteilt vnd vnderscheiden / also das die erste Lini anhebt auf seiner lincken Achsel hart am Hals / streicht fernern vber das obertheil seiner Brust / vnd endet sich vnder seinem Rechten arm / Die ander hebt an oberhalb seiner Lincken hüfft / vnd durchstreicht Schlimms seinen Bauch / endet sich demnach am anfang seines rechten Schenckels / Die dritte aber hebet an in der dicke seines Lincken schenckels / vnd endet sich auff der andern seiten bey seinem lincken Knie / wann du nun disen zůgegen von der andern seiten auch drey Lini vbereck / schlims durch den Mann auff jetz gemelte weiß herzeuchst / so finden sich kreuz auff solche form wie

du solches hernach fúrgemalt sehen wirst / eben desgleichen werden auch zům driten noch drey andere Lini vberzwerch durch den Man (dadurch der selbige abermals in vier theil abgetheilet wirt) gezogen. Diese bisher gelehrte theilung dienen dir erstlich vñ fúrnemlich dazu / das du dich nach solchem mit des leibs bewegungen zů deinen Háuwen / die du dann entweders nach seinem obern oder vndern leib herfúhrest / wissest vnterschielichen nach noturfft anzuschicken / dann wann du deine Háuw sie geschehen von Oben / Schlims / vberzwerch / oder von Vnden gegen seinem obern theil herfúhrest / so můßtu mit deinem leib auch auffrecht vnd hoch bleiben / auff das dein Achsel sovil dein lenge zůgibt dem oberntheil / nach welchem gehauwen oder gestochen wirt gleich stande / welche mit den andern Háuwen die du gegen seinem vndern leib fúhrest / nicht geschehen soll / sonder jhe niderer du hauwst / jhe mehr du mit deinem obern leib nider gesenckt komen solt / welches dann mit tretten zů wegen bracht werden můß / wie du dessen in háuwen hernach weiter bericht finden wirst / dann so du zů den háuwen welche du gegen seinem obern leib zů hauwen fúr hast / mit deinem Leib nider komen woltest / so wurde hiermit dein streich verkúrzt / desgleichen wann du woltest vnden hauwen / vnd mit deinem leib auffrecht vnnd hoch bleiben / so wurde dardurch dein Hauw nit allein verkúrzt / sondern gebest hiemit auch deinen obern leib ganz bloß dar.

Die Wehr aber wirt hie nicht anders getheilt / dañ hievor jm Schwerdt auch beschehen / nemlich in vier gleiche theil / an welchen theilungen du lernen kanst wie du dich / du seyest nah oder fern bey dem Mann halten / vnnd waserley stuck du dich in einem jeden theil zůfechten gebrauchen solt.

Also wann du jm Fechten so nahet bey jhm bist / das du jhm das eusserste theil seiner klingen mit deinem eussersten blóßlich jm bandt erlangen kanst / so magstu als dann wol vmbschweiffige

háuw vnd stich / es sey mit verfúhrten oder sonst andern verzuckten háuwen / gegen jhm Fechten / dann oder wird er dir wol (dieweil du mit deiner Wehr herumb fahren wurdest) zůr Blóß ein tringen wollte / so kan er dich doch nicht ereilen / dieweil du eben so bald mit deinem herfliegenden streich / als er mit seinem nach tringen fertig sein kanst / wan jhr aber einander neher komen seind also / das beide klingen in der mitte jm band zůsamen rúhren / als dann soltu in keinen weg vmbhauwen / noch ohne sonderlichen vortheil von seiner klingen abgehn / dann so bald du von seiner klingen abgehn wurdest / so kan er dich jm nachreisen ereilen / sondern fleiß dich der stuck / welche an seiner klingen gefochten kónnen werden / vnd merck fleissig wo er sich verhauwen oder sonst Blóssen wúrde / das du jhm nach tringest / kompstu aber noch neher / also das du mit deiner mitlen klingen in die mitte der seinen angebunden hast / so biß behend mit Greiffen Ringen vñ Werfen / dann do hastu kein ander mittel / du tretest dan zůruck von jhm.

Von den Hůten vnd Legern jm Rappier.

Cap. 3.

DEr Leger jm Rappier werden fúrnemlich fúnffe gezehlt / deren dann ein jedes (wie es fúrsich selbs gerad vor dir) also auch zů beyden seiten gemacht vnd zůwegen bracht wirt / welche ich dir wie sie genent vnd volracht sollen werden / der ordnung nach sezen vnd erkleren / wie volget.


Oberhůt sampt den Ochssen.

DIe Oberhůt wird zů den seiten auff zweyerley weiß angesehen vnd gemacht / nemlich ein mal zům stich / das ander mal zům Hauw / zů deren schick dich also. Standt mit dem rechten Fůß vor / halt dein gefeß neben deiner Rechten hoch fúrsich vbersich zůr seiten ausgestreckt / aller dings wie das grosser Bild in der Figur B. zůr rechten außweiset / also das dein vorderer ort das ist die spitz gegen des Mans gesicht stande / das wirt also der Ochß / darumb das du mit deinem Wehr in solchem Leger ein stich von Oben trauwest / genandt / dann der Ochß ist an jhme selber nichts anders dann ein stich von Oben / wann du nun die Wehr mit deinem gefäß (also wie gelehrt) mit vbersich zůr seiten außgestrecktem Arm behaltest / vnnd aber die kling nicht fürsich gegen dem Mann / sonder von dem Mann hinder die auffstreckst / so heißt diß die Oberhůt zům streich / wie das ander die Oberhůt zům stich.

Oberhůt zůr Lincken.

STandt mit dem rechten Fůß wie nechst vor / halt dein Wehr mit dem gefäß hoch neben deiner Lincken / mit obersich außgestrecktem arm / also das die spitz abermals dem Mann gegen seiner Rechten inn sein gesicht stande / so stehestu recht in der Oberhůt des Ochsen zůr Lincken. Behaltestu aber dein gefáß also neben deiner lincken vbersich, vnnd fúrsich außgestrecktem arm / so stehestu abermal in der Oberhůt zům streich / neben deiner Lincken gleich wie vor zůr Rechten / Auch wirt die Oberhůt gerad vor deinem gesicht / mit vbersich vnd fúrsich außgestrecktem Arm / das die spitz auch vbersich fúrsich ausstand volnbracht / doch zů keinem stich sonder nur zům hauw / wiewol derselbige auch in ein stich verwandlet werden kan / Also hastu die Oberhůt zůr Rechten vnd Lincken / zům stich vnnd streich / deßgleichen auch gerad vor dir vbersich auß.

Vnderhut.

DIe Vnderhůt spreit sich auch vnden herumb zů dreyen malen / nemlich gerad vor dir / vnd zů beiden seiten / die gerad aber ist nichts anders dann das ende eines geraden Oberhauws / wie dann die zů den seiten das ende der schlimmen Zornháuw seind / dann du kompst mit deiner Wehr nach ende des gemelten Oberhauws also / das dein kling langst vor dir ausgestreckt mit dem vordern ort auff die Erden gegen dem Mann / vnd dein gefáß mit ausgestrecktem Arm vnd nachgehendem leib / wol vor deinem gebogenen knie auch zůr erden gesuncken gehalten werde / wirt anders selten zů einer Hůt oder wart gebraucht.

Vnderhůt zůr Rechten.

IN dise Hůt schicke dich also / stand mit deinem rechten Fůß vor / halt dein Wehr mit hangendem stracken arm auswendig deines Rechten schenckels neben dir / laß die spitzen das ist der vordern ort außwerts vor dir auff der erden lige / aller dings wie solches an dem grossern Bild in der Figur D. zůsehen / wie du nun von der Vnderhůt zůr Rechten gelehrt bist / also verstand auch von der Vnderhůt zůr Lincken / doch das du den rechten Fůß alwegen vorsezest / so stehestu allderings wie vom Wechsel jm Dusacken gesagt / vnd hastu es recht gemacht.

Eisenport.

ZU deren schicke dich also / stand mit dem rechten Fůß vor wie alwegen / halt dein Wehr mit fúrsich hangendem stracken Arm vor deinem rechten Knie / also das die Spiz fúrsich auff gegen des Mans gesicht stande / wie das Bild in hienach gedruckter Figur so mit dem Buchstaben C. verzeichnet ausweiset / / wirt darumb Eisenport genant / dieweil du in diesem Leger vor deines gegenparts stichen vnd háuwen / gleich wie hinder einer eisenen thür nicht allein wol verwart / sonder auch dein gegenpart hierauß mit allerley stucken sicher betrengen kanst / so du anders die Wehr in diesem Lager sampt den stucken / ein jedes zů seiner gelegenheit recht fúhrest / du kanst auch dein wehr in solcher form behalten / vñ gegen der Rechten vnd Lincken seiten verzucken / oder zůr seiten gleich so wol als gerad von dir führen / Also hastu die Eisenporten gerad vor dir / vnd zů beyden seiten.

Pflůg.

DEr Pflůg ist an vnselber nicht anders dann ein vnderstich / aber zů einem Láger / brauch den also / stand mit dem rechten fůß / wie bißher vor / halt dein wehr mit oberzwerchem Kreitz vnderdhalb für deim rechten Knie / das jm halten des wehrs dein daumen vber das kreitz heraus auff der fleche der klingen lige / welche flech dann vbersich gegen dir / die ander vndersich von dir gegen der erden gekert stehn solle. zů solchem stand / soltu mit den fússen weit von einander / vnd mit dem vordern Knie / wol fürsich gebogen stehen / auff das der leib dem wehr nach wol fürsich darüber hang / auch soll die spiz fürsich wol gegen des Manns bauch außgestreckt werden / solches Láger wirt auch zů beiden seiten / nemlich zůr Rechten vnd Lincken / wie die eysen Porten ins werck gericht.

Lang Ort.

DAs Lang ort jm Rapier ist das End aller stich / die do lang von dir beschehen / dann alle stich welche sich jm antreffen nicht jm langen ort enden / seind zů kurz / verstand fliegende stich / Was aber belanget verkertte / oder sonst andere abgekürzte stich / die können wol ausser dem Langen ort vollbracht werden / doch so fern / das du bald wider von solchen in das Lange ort verwendest / Dises láger wirt auch dreymal versezt / nit nach der zwerch zůr seiten auß / sonder nach der lenge des auffrechten Manns / nemlich das erst Lang ort erstrecket sich gegen seim gesicht / das ander gegen seinem gürtel / das dritte gegen seinem bauch oder gemecht. Zů solchem Langen ort in gemein schicke dich also / stand mit dem rechten fůß vor wie allwegen / halt dein wehr mit ausgestrecktem arm zům lengsten gegen deß Mans gesicht / also das allwegen dein Achsel dem ort / zů welchem du gestochen / in gleicher hóhe stand / wann du nuhn deine stich gegen seim gesicht fürest / so darffestu nicht zů weit tretten / sondern ist genůg / wann du allein so sehr trettest / das sich dein oberer leib wol dem stich nach vberhencke / auff das du mit deiner Achsel / nicht zů nider kommest / Wann du aber zům gürtel oder noch niderer stechen wilt / so můstu mit den fússen also weit tretté auff das dein Achsel dem ort dahin du gestochen hast gleich nider stand / aber hievon findestu hernach weittern bericht.

Von eintheilung der vier Háuw / auch wie die mit jhren vmbstenden ins werck gericht / vnd gegen dem Mann gefochten sollen werden.

Cap. 4.

DIeweil an jhm selber nicht mehr dann vier Hauptháuw (wie nun offt gemelt) seind / vnd aber sich in diser eben so wol / als in bisher verrichten Wehren / vil andere mehr háuw zůtragen vnd gefochten werden / so wil ich dir gemelte vier háuw zů beiden seiten / auch hoch vnd nider nach außweisung der ob angezeigten Linien eintheilen / vnd damit du aller háuw ein grüntlichen bericht haben mógest / dich vnderweisen vnd lehren / wie solche vnderschiedlichen gegen des Mans leib hoch vnd nider angeschickt vnd volbracht sollen werden / vnd zům ersten so werden aus dem Oberhauw dreyerley háuw gemacht vnd genomen / vnder welchen dan der erste gerad von oben nider der mittelsten auffrechten Lini nach zům Kopff gehauwen / vnd schedelhauw oder hirnschlag genant wirt / Der ander aber wo du jm herab hauwen die hand verkerest also das du mit halber oder hinder schneide antriffst / wirt Schielhauw genant / Demnach wirt der dritte (so er jm herab hauwen zů den beiden seitten Lini / auff nach geschriebene art gefúhret wirt) Dempffhauw geheissen.

Weiter so wirt der ander Hauw auch nach außweisung der schlimen hangenden Lini / zů drey malen vnderschiedlichen hoch vnd nider gehauwen / vnder welchen der erste vnd óberste achselhauw vnd wehrstreich / der andere Húffthauw / der drit Schenckelhauw genant wirt.

Eben desgleichen wirt der Mittel oder vberzwerch hauw / auch zů dreien orten gegen des Mans leib durchfúhret / welche dann auch mit dreien vnderschiedlichen namen benamset / nemlich Halß / Gürtel vnd Fůßhauw / die vnderháuwe aber / werden eben durch die Lini vbersich

gehauwen / durch welche die Oberháuw von Oben herab gerad oder schlims gefúhrt seind worden / ohn alle sonderliche namen aufgenomen / was von fligeln vnd scheydlen gesagt wirt.

Also verstehestu nun das dise vier háuw / ob sie wol von die zůhauwen in jhrer art einerley bleiben / so werden sie doch jm hinhauwen jhe nach dem du die hoch oder nider gegen seinem leib führest / mit den namen nach den glidern oder jhrer würckung geendert / nun wil ich dir all háuw so auß disen genomen / ordentlich nach einander setzen vnd erkleren also.

Der erste Schedelhauw oder Oberhauwe.

WAs ein Oberhauw an jhne selber seye / bistu biß anhero jm Schwerdt vnd Dusacken gnugsam bericht / wil derohalben jetzt allein leren wie er zůgebrauchen / vnd zů was gelegenheit er nútzlich vnd dienstlich anzeigen / also steht einer vor dir in der Eysenport oder gerader Versatzung / so schick dich jm zůfechten auch also / von dannen hebe dein Wehr mit außgestrecktem arm gerad vbersich / doch also das dein Wehr in solchem auffheben vor dem gesicht bleibe / vnd merck vnder des welche seiten er dir am blósten / zů der selben seiten hauwe schnits weiß / gerad von oben also nahet bey seiner klingen / das es scheinet als wolest du jhme vornen auff die spitz hauwen hinein / spring behend zůr andern seiten / vnd zůcke dein Wehr wider vbersich gegen der selben seiten (auff welche du gesprungen bist) zům streich / vnd hauwe behend auch zů derselben ein geraden Oberhauw / nahet an seiner klingen schnits weiß durch nider / in solchem Hauwe solltu mit den fússen jm treten weit von einander komé / vnd das vorder Knie wol fúrsich gebogen haben / auff das sich dein oberleib mit dem Hauw wol fürsich vndersich sencke / also das dein Wehr so vil móglich mit gleicher klingen zůr erden fall / fahr behend wider auff mit deinem Wehr / in das lang ort zůr versatzung / ziech vnder des dein vordern fůß wider zů dir / vnnd kom mit deinem

leib wider auffrecht / aber in dem du dich also auffrichtest / so sencke dein Wehr mit dem gefeß vndersich in die Eisenport / so stehestu wie anfangs / vnnd so vil von disem Hauw jm Vor / jm Nach aber merck dise gelegenheit.

So ewer zween jm zůfechten beide in die vorgemelte Hůt oder versatzung komen weren / vnd würst alda gewahr / das dein gegenfechter mit Hauwen zů erst fertig ist / so nim war in dem er her hauwet / so zůcke dein vorderen rechten fůß zůruck / biß an den Lincken / vnd fahre zůgleich in solchem zů ruckziehen deines fordern fus / mit ausgestrecktem Wehr vbersich / vor deinem gesicht in die Hóhe / vnd laß ihn also mit seinem Hauw vor dir fehl gegen der erden verfallen / oder ob er schon antrifft / das er nicht mehr dann dein gefeß erlangen móge / als bald nun sein hauw vor deinem gefeß fúr vber kommen ist / so Hauwe mit einem zůsprung deines Rechten fůß schnits weiß von Oben nider zů seinem Kopff / vnd das soll behendiglich zůgehn / auff das dein hauw treffe / ehe dann sein Hauw gantz zůr erden gesuncken ist. Demnach komme wider in die versatzung wie nechst gelehrt.

Dempffhauw.

WIe es sich nun jm Fechten begibt / das du jetz Vor / dann Nach hauwest / also schickt es sich offt das jhren zwen zůgleich hauwen / derohalben weil oben der Dempffhauw solcher vrsach halben aus dem obern genommen wirdt / wil ich dir den selbigen auff solche wis dargeben / nemlich also / wann du ersihest das dein gegenmann auff dich hauwen wil von seiner Rechten / es geschehe dann schlims / vberzwerch oder von Vnden / so merck eben in dem er sein Wehr auff zeucht zům hauwe / so zůcke zůgleich auch dein Wehr vbersich / in solchem auffziehen spring behend

aus dem seinen / gegen seiner Lincken seiten / vnd fúhre deinen Oberhauw in dem sein hauw herfleugt gegen seiner rechten Achsel / also das dein gefeß jm herab fahren / deiner klingen etwas vorgang / auch das du jm treten mit den fússen weit voneinander komest / auff das dein oberer leib dem hauwe wol nach gesenckt werde / wie oben auch gesagt / so wirstu ihn entweders auff sein rechten Arm / oder auff die stercke seiner klingen treffen / mit solchem Hauw soltu jhm sein klingen zů grundt dempffen / vnd ihn also schwechen / das du jhm wol ein Hauw oder stich geben kanst / eh dañ er sich wider erholet / Wo er sich aber so bald vnder deiner klingen wider herfúr arbeiten würde / vnd dir mit hauwen so eilends nachtringen / also das du ihn ohngefohr zůr blósse nicht Fechten kanst / so trit behend zwifach aus gegen seiner Rechten seiten / vnnd zůcke neben deiner Lincken seiten wider zů einem Oberhauw / fúhre also denselbigen in dem er herhauwet / aussen vber seinem Rechten arm gegen seiner lincken Achsel / so triffestu abermals entweders von oben nider den Rechten Arm / oder sein kling wie vor / von der andern seiten / Auch wirt der dempffhaw auff solche weiß volbracht / schicke dich in die Eisenporten vor dir / vnnd in dem er auffzeucht / es seye von Rechter oder Lincker seyten zům streich / so erhebe behendiglich dein Wehr / vnd Hauwe zůgleich mit jhm oben auff die stercke seiner klingen / doch also das dein klingé jm herab faren deines Hauws vbersich außstehe / vñ dein gefáß vndersich gegen dir hang / Hauw also auff alle seine háuw dir er auff dich thůt / beide von Rechter vnd Lincker / mit außgestrecktem Arm / vnd nider gesencktem leib / welches dann mit weit von einander stehen geschehen kan / so lang biß du ihn fúlest genugsam geschwecht sein / das du jhm eh er auff kompt vnd sich wider erholt / zůr Blóß fechten kónnest / in disem allem merck jhe nider er seine háuw auff dich führet / jhe niderer du mit deinem obern Leib durch weit tretten kommen solt / auff das dein Knopff jm Hauwen wol gegen der erden gesenckt werde / also das du jhm alle seine háuw recht mit deiner Eisenport an=

treffest / hoch oder nider / jhe nach dem er seine háuwe fúhret. Nun volget der dritte nemlich Schielhauw / welches ist ein Oberhauw mit verkehrter hand also.

Schielhauw.

GEhórt gegen die / so mit außgestrecktem Arm steiff vor jhrem gesicht zůversetzen bleiben / dañ du treibest ihn mit solchem auß seiner versatzung vbersich / disen Hauw threib also / wann du dein gewehr mit ausgestrecktem arm fúr dir vbersich in die Oberhůt gezogen hast zům streich / vnd er fúhret vnder dessen ein hauw gegen deinem leib / von welcher seiten es seye / so trit du auff die ander seiten von seinem hauw / vnd Hauwe von Oben nider auff die stercke seiner Klingen / doch also das du jm herab fahren dein Hand verwendest / auff das du nicht mit Langer / sonder etwas mit kurtzer schneid / oder flech auff sein klingen treffest / als bald vnd in dem die gewehr zů samen rúhren / wo du anderst ihn mit dem eussersten theil deiner klingen mit kurzer schneid nicht getroffen hast / so stich an seiner Klingen fúr dir hinein zů seinem gesicht / in solchen hinstechen verwende die Lang schneid vndersich / also das du nach ende des stichs jm langen ort standest / in der verkehrung der háuw aber merck dise Regel.

Hauwet er von seiner Rechten gegen deiner Lincken / vnnd du wilt nhme mit einem Schielhauw darauff fallen / so verkehr dein Hauw jm hauwen außwerts / die halb schneid von dir vndersich / fúhret er aber sein Hauw von seiner Lincken gegen deiner Rechten / so verkehr dein hand jm herab Hauwen einwerts gegen deinem leib / die halb schneid vndersich / vnd gilt gleich ob du mit der flech oder halber schneid an sein klingen kommest / doch jhe neher beyde stercke zůsamen

kommen / ehe er dein schwech oder eusserste theil deiner klingen hinder der seinen antrifft.

Oberhauw schlims.

DIser Hauw hat jm Rappier zwen namen / nemlich Zornhauw vnnd Wehrstreich / Zornhauw heist er / wann du solchen hauw ohne hindernus jm Vor zům leib hauwest / wie du aber disen Hauw jhe nach dem er sein Wehr fúhret / nútzlichen zů sein Blóß fechten solt / wúrstu auß nachfolgenden Exemplen abnemen kónnen / also / fúhret er sein Wehr vnden / so hauw jhm behend vnd vnversehens oberhalb seiner Wehr schlims durch sein gesicht / vnnd demnach behend wider von der andern seiten dargegen / fúhret er aber sein Wehr hoch / so Hauw jm vnderhalb seinem Wehr auch schlims durch seinen leib / vnd das behend wie vor / als dann von der andern seiten dargegen / vnd das ist vom Zornhauw / Wehrstreich aber heist er wann du mit solchem hauw seine Háuw vnd stich von dir abweisest / dann er hauwe oder steche von Oben was er wólle / so nimpts diser schlimme Oberhauw (so du in durch sein gesicht vnd gegen seiner hand fúhrest) hinwegk / Hauwet er dir aber niderer / nemlichen zů der mitten deines leibs / so fúre dein hauw auch nider schlims gegen seiner hand / also das du jm sein klingen antreffest / hauwet er dir aber noch niderer / nemlich zů deinen fússen / so Hauwe mit gesencktem leib vnd hangender klingen auch gegen seinen fússen / so geben die klingen jm zůsamen treffen vnden ein kreutz / wie in diser Figur welche mit dem Buchstaben B. verzeichnet zůsehen / auß disen zweyen Zornháuwen kompt der Kreutzhauw / nemlich wañ du deren zwen von beiden seiten gegen einander fúhrest / hoch oder nider / wie die drey kreutz an dem Bild in nachgetruckter Figur anzeigen.

Letstlich so soltu auch dise zwen schlime Zornháuw hoch oder nider / von beyden seiten durch

die drey kreutz (gleich wie vor von einer seyten) mit jhren tritten lernen / artlich vnd lang von dir (nicht mit vngestúm) sonder schnitsweis mit gezogenen háuwen Hauwen vnd volbringen.

Zu dem ersten vnd obersten schicke dich also / stand mit deinem rechten fůß vor / doch mit dem leib (wie oben gemelt) auffrecht / Hauwe also mit außgestrecktem arm von beiden seiten schlims durch seine Achsel / in solchem hauwen aber wende die rechte seiten wol dem hauw nach gegen jhm.

Zum andern mitlern kreutz aber schicke dich vff solche weiß / kom aber mit dem rechten Fůß vor / doch das du jm treten mit den fússen vmb einen schůch oder mehr / weiter von einander standest dann vor / vnd biege das knie wol fúrsich / auff das du mit der rechten Achsel von welcher du dann deine háuw herbringest etwas nider gesenckt / vnd mit derselbigen dem puncten des mitlern kreutzes in gleich hóhe standest / Hauwe also von beiden seiten schlims zůsamen / durch die mitte des Mans leib / wie du vor durch sein obern leib gehauwen hast.

Zum vndersten kreutz aber můstu mit den fússen noch weiter von einander stahn / wie du dann auch dein vorder knie mehr dann bißher fúrsich gebogen haben solt / also das du mit deinem obern leib so vil dester mehr dann vor beschehen / vndersich gesenckt standest / vnnd also mit der Rechten Achsel

gleich wie den andern also auch disem in gleich hóhe komest / wo dir solches leibs halben vnmúglich / so soltu des vndern kreutzes mússig gehn / wie es dann nit fúr ein jeden rc. Dann wan du jm zůn fússen Hauwen / vnd doch mit dem leib auffrecht bleiben woltest / so kan er mit dem geraden stich gar bald dein gesicht ereylen / wiewol man zůn zeiten jhme vnversehen ehe dan ers gewahr wirt / ein fůß hauw enden kan / deren drey kreutz soltu ein jedes insonderheit sampt iren tritten / fúrsich vnd hindersich hauwen lernen / damit du deren wann du sie brauchen solt / zůvoren wol geúbt seyest / doch das du alwegen jm treten mit dem rechten Fůß vor bleibest / Auch kanst du dich weiter auff solche weiß nútzlichen nach disen dreyen kreutzen Exercieren / also hauwe den ersten gegé dem obern kreutz / durch desselbigé lincke vberort hangende Lini / Den andern mit einem fernern zůtrit / von deiner Lincken gegen seiner Rechten vberort durch das mitler kreutz / Den driten Hauwe wider von deiner Rechten gegen seinem Lincken vndern kreutz / schlims durch sein fůß / mit einem noch weitern zůtrit deines vordern fusses / Dise drey háuw sollen behend mit dreyen zůtriten des vordern Rechten fusses volbracht werden / wie du nun von obern biß zů den vndern abgewechselt hast / also kanstu auch von vndern biß zů den obern Lini / von einer zů der andern abwechsln.

Húfft hauwe.

DEn mach also / fúhre ein gewaltigen Oberhaw gegen seim Kopff / doch laß den nicht antreffen noch rúren / sondern wende die halbe schneid jm herab faren deines hauws / außwerts von dir gegen seinem Lincken ohr / vnd sencke jm also den vordern ort dieff zů seim gesicht / darmit zwingstu in nicht allein zůversetzen / sondern erholest dich auch hiemit / zů dem nachfolgendé haw /

Also in dem er zůuersetzen aufffehrt / so zůck als bald dein gefeß vor deinem gesicht herumb / gegen deiner Lincken vbersich / vnd Hauwe jm von deiner Lincken ausserthalb seinem Rechten arm / in dem er auffgefaré ist / schlims von Oben nider zů seiner Rechten Húfft / solchs sol in einem trit vñ zug zůgehn / also das du mit dem ersten gezuckten Oberhauw dein Rechten fůß auffhebest / vñ im fürtreten denselbigen zůgleich in volendung des hüffthauwes wider nider setzest / so hastu in recht volbracht / diser geht zů beiden seiten / Den selbigen hauw kanstu auch mit eim stich zůwegen bringen / also stich auß der Eisenport gerichts vbersich zů seinem gesicht / als bald er mit seinem gefeß auff fert / so Hauw jm wie vor zůr hüfft.

Rundstreich.

DEn treib also / stehestu in der Eisenport / so zůck dein gefeß vbersich gegen deiner Lincken / in die Hůt des lincken Ochsen / von dannen zeuch ein Mittelhauw vberzwerch / gegen seiner Rechten zům gesicht ganz durch / den andern Hauwe eben in demselbigen zůge / von deiner Rechten gegen seiner Lincken auch gantz durch seine schenckel oder Kni / dise zwen háuw sollen in eim zůg / der erste oben durch sein Rechte / der ander vnden durch sein Lincke / behend mit einem zůtrit in einem zirckel (welcher dem Mann oben das gesicht / vnnd vnden die schenckel durch streicht) verricht werden / wie er dann auch vmb solches zirckels willen / den er jm herumb fahren macht / Rundstreich genant wirt.

Doppel Rundstreich.

ZU dem schicke dich also / Hauwe den ersten vberzwerch von deiner Rechten gegen seinem gesicht / laß aber disen nit antreffen / sonder zůcke dein gefeß jm herhauwen zwischen dir vnd jm / gegen deiner Lincken in die selbige Hůt des Ochsens / vñ wende die rechte seiten wol gegen deiner Lincken dem gefes nach / aber in disem ort soltu kein augenblick verharré / sonder in dem selbiegn vbersich zůcken so sencke deinen Kopff vndersich / vñ Hauwe den andern vmb deiné Kopff gegen seiner Rechten seiten vberzwerch der mitte oder Achsel zů / doch das solcher hauw auch nit durch / sonder nur biß an sein versatzung (so er die fürgewendt het) komme / vñ fahr also in solché Hauw mit deinem gefeß abermals vbersich gegen deiner Rechten / laß dein klingen zů ruck wider vmbfahren / vnnd Hauw den dritten erst volkomen von deiner Rechten vberzwerch durch sein fúß / Mit den triten aber halt dich also / zů den ersten zweyen Mittelháuwen / setz dein rechten Fůs nur ein wenig furt / doch nicht fast auf die erd / sonder erhole oder nim eben mit solchem trit das gewicht / auff das du mit demselbigen fůs dester statlicher zům dritten hauw fúrt tretten kanst / dañ so baldt der Fůs im ersten trit die erden rúhret / soll er wider erhebt / vnd mit dem dritten hauw furt gesetzt werden.

Dise drey háuw solt du auch in einem zůg / gleich einem aufrechten S. mit zweyen tritten behendiglich volfúhren / zů dem soll auch der letzte hauw am sterckesten / vnnd gantz durch gehauwen werden / der andern zweyen sol keiner durch / sonder mur biß an die blóß / vnd von denselbigen wider vmb gezuckt werden / vnnd das alles wie gesagt einem flug / So du nun dise zwen Rundstreich / nemlich den einfachen vnd den doppeln recht vnnd wol lerest machen / wie dann

vortheil vnnd nicht gewalt / zů allen gezogenen háuwen gehórt / wirstu vil schóner vnd künslicher stuck daraus Fechten kónnen.

Halßhauwe.

DEn ficht auff solche weiß / fúhr dein gewehr zůr Rechten in der Vnderhůt / oder Eisenport / vñ wart ob er dir von seiner Rechten zůfechten wólle / sticht oder hauwet er dañ von selben gegen deiner Lincken her / so spring wol gegen seiner Lincken aus seinem stich oder hauw / vñ zůgleich in solchem sprung / schlage mit der inwendigen flech vberzwerch / oben auff die sterck seiner klingen / vnd in dem dein flache klingen auff die seine rúhret / so spring vnder des behend noch ferner gegen seiner Lincken seiten vmb / in des zeuch jm dein scharpff schneid (nach dem du jhm sein kling mit der flech vndersich getruckt hast) gegen seiner Rechten durch sein Halß / wie du nun solches von diser seiten volbracht / also kanstu es auch von der andern seiten ins werck richten / auch kanstu den hauw ohn alle vorbereitung / frey nach dem er sich verfallen oder verhauwen / durch ein Mittelhauw vberzwerch gegen seinem Halß volfúhren / wie du dessen in stucken hernach gegnugsame exempel haben wirst.

Fůßhauw / vnd vom Mittelhauw.

MIt dem Fůß wirt hie verstanden das ganz bein / vom Knie an biß auff die Fůß solen / zů welchen kan gehauwen werden vberzwerch vnnd schlimms / Der vberzwerch ist nichts anders dann der Mittelhauw / er geschehe hoch oder nider / Der schlims der Zornhauw / jedoch soltu zů keinem fůß hauwen / du habest in dann mit dempffen davon hievor gelert / geschwecht / oder aber

jhm sein kling durch andere stuck genommen / es sey dann sach das er sich mit langem warten versaumpt / oder sonst vbersich verfahren hette.

Hand hauwe.

DEr Handhauw kan auff vil weg volbracht werden / wie du solches in stucken wol abnemen wirst / hie aber merck als offt er dir zům fússen hauwet / so můß er die hand weit von sich außstrecken / Derohalben kanstu jm wol mit dem fůß entweichen / vnd gleich mit zůr hand hauwen / wie dich die zwei Bilder in der Figur welche mit dem Bůchstaben B. verzeichnet leren. zů dem kanstu auch zůr hand hauwen / als offt einer zů hoch oder zů weit vmb sich schweifft. Diser Handhauw ist jm Rappier der fürnemsten einer / dañ wan einem das gelegé darmit er sich wehré můß / hat ers zům halben wo nit gar verloren. Was nun ferner die verfúrte vnd verkerte háuw belanget / Davon wirstu in stucken hernach jm andern theil auch genugsam hóren.

Doppelhauw.

DIsen mach also / hauwet einer auff dich von seiner Rechten gegen deiner Lincken / so Hauwe mit einem vberzwerchen oder vnderhauw seinem hauw entgegen / vnd fang jm den jhe hóher in der lufft jhe besser auff / merck aber als bald sein hauw auff dein kling glützt / so wende dein halb schneid an seiner klingen einwerts / vnd ziech jm dein Lange schneid von seiner Klingé eilents ab gegen seinem gesicht durch / in solchem hauw zůck dein gefeß vbersich / vñ laß die kling vnder seinem rechten Arm gegen deiner Lincken durchlauffen / spring zůgleich mit gebucktem leib wol gegen seiner rechten seiten auß / vnd Hauwe jm mit Langer schneid außwendig vber seinen rechté Arm

zům Kopff. Dise drey háuw so du sie recht machst / werden in einem lauff mit einer geschwinde verricht / aus disem Doppelhauw ist leichtlich abzůnemen / wie man all ander háuw doppeln solle. Was nun weiter anlangt die Fůßháuw / schlims vnd vberzwerch / sampt den schlegen / welcher dann auch gleich wie der háuw vier sein / nemlich Ober / Schlimer / Vberzwercher vnd vnderschlag / kónnen auch mit in vnd außwendiger flech verricht werden.

Dieweil aber solche alle in stucken hernach gut zůverstehn / also das vnnótig von solchen hie insoderheit zů handeln / wil derohalben nun ferner die stich / wie vil deren / vnnd wie man die Fechten sol anzeigen / vnd solche zů schreiben fúr fahren.

Von stichen.

Cap. 5.

DEr stich aber seind fürnemlich drey / auß welchen die andern alle entspringen vnd herfliessen / Námich / der Erste von Oben / der ander von vnden / deren ein jeder von beiden seiten gemacht wirt. Der drit geht von deiner mitte gerad von dir hin in das Lang ort / aus disen dreyen Hauptstichen / will ich dir etliche so auß den selbigen wie gemelt hieher setzen / auß welchen du alle andere stich genugsam verstehn vnd lehrnen kóñen würst / Den Oberstich aber welcher aus dem rechten Ochsen gegen des Manns gesicht oder brust gericht soll werden / treib also / schicke dich in die Oberhůt des rechten Ochsen von der du oben gelehrt bist / erhebe alda dein rechten fůß zů einem fürtritt vnd gleich mit solcher erhebung deines Fůßes / zůcke dein gefáß / auf deiner Rechten Achsel hindersich zůruck / zů erholung eines starcken stosses / von dannen stich mit einem weiten zůschritt / deines erhebten fůß gegen seiner brust zů / aber in dem solcher stich eben antreffen solle / so wende die Lang schneyd schintsweise vndersich gegen deiner Lincken / also das du nach endt des stichs / mit deim vordern Kni wol fürsich gebogen / vnd dem Oberleib wol darüber fürsich dem stich nach gegen der erden gesenckt seyest / vnd das nach volendung des stichs dein Kling mit außgefirecktem arm langs vor deim fust / jm herab schneiden auff die erden komst / von dannen fahre mit langer schneyd vnd erholtem fůß wider vbersich in den rechten Ochsen / aller dings / wie du anfangs gestanden bist / das geht zů beiden seitten.


Gesicht stich.

DIsen lerne erstlich vber die hand von deiner Lincken also stechen / schicke dich in die hůt des Lincken Ochsens / sticht er demnach gegen deiner Rechten her so spring wol auß seinem stich gegen seiner Rechten / vnd stich von deiner Lincken oberhalb seinem Rechten arm / in dem er hersticht mit außgestrecktem arm in sein gesicht.

Item schicke dich in die hůt des Rechten Ochsens vnd merck so bald er auf dich her sticht / so trit mit deinem Lincken fus auff dein Lincken seiten auß seinem stich / vnd folge behend mit deinem Rechten fůß auß gegen seiner Rechten / zů gleich aber in solchen tritten laß dein klingen gegen deiner Lincken ablauffen / vnnd neben der selbigen auch vmbschnappen / in die hůt deß Lincken Ochsens / von dannen stich wie vor in dem er noch hersticht ober seinem Rechten arm zům gesicht / so triffestu wie die kleinern bilder in hievorgedruckter figur A. zů sehen vnd stehst jm Langenort dasselbe můß behend in dem er her sticht zůgohn.

Gurgelstich.

DIser stich wirt auff mancherley art zůwege bracht / deren ich dir einen setzen will also / Wa du jm zůfechten / dein gegenpart in der Eysenporten findest / so trawe jhm ein stich auß der Lincken Oberhůt des Ochsens / mit außtretten aussen vber seim rechten arme / gegen seim gesicht zůfechten / doch also das du mit deim geFeß hoch bleibest / Merckestu vnderdeß / das er mit seim gefeß auffehrt gegen seiner Rechten / inn meinung / dein stich abzůwenden / oder zůversetzen / so laß dein vordern ort / neben seiner rechten Achseln vndersich sincken / vnd fahr / oder wechsel mit demselbigen ort / vnder seinen Rechten arm durch / stich als dann erst recht vollkomen jnwendig seins rechten arms / von vnden auff zůr gurgel. Also das in hineinfúrung deines stichs / die lang schneid vndersich / die kürtze vbersich stehe / vnd dein wehr nach volendung des stichs jm Langen ort hoch habest / so ist er auff dise art recht vollbracht / diser můß geschwind vnd vnuersehens zů wegen bracht werden.

Hertz stich.

DEr herz stich kan von oben / von der mitte vnnd von vnden ins werck gericht werden / auß allen aber merck hie dise art / Hauwet einer von seiner Rechten / so hauw auch von deiner rechtem vberzwerch gegen seinem wehr / mit solchem hauw tritt wol mit deinem Rechten fůß vnder seiner klingen durch / gegen seiner Rechten / Also das du jm sein streich in die sterck deiner klingé auffangest / jhe náher bey seim gefáß vnd jhe hóher in den Lufft das geschicht je besser das ist / in dem aber das die klingen also zůsammen glützen / so wende die spitz doch das dein kling an der seinen bleibt / einwerts (das die halb schneid an sein lang schneid gekert sey) gegen seiner Lincken brust / vnd stich also an seiner klingen bleibent hinein / wie das die grossen bossen in der Figur welche mit dem buchstaben G. verzeichnet anzeigen / in solchem allen merck fleissig / ob er von deiner klingen wolt abgehn / als bald du solches fúlest / so wend dein Lang schneid wider gegen seiner klingen / fahr also mit dem schnit an seiner klingen / bleibent / seiner klingen noch fúrsich gegen seinem leib vnd schawe so du nach dem vortheil dieweil ansetzen kennest.

Gemecht stich.

DEn treib also / Hauwet dir einer außwendig zů deinem rechten schenckel / knie oder fůß / so fange jhm sein klingen mit einem gegenhauw / von deiner Lincken auff / vnder des trit mit deinem Lincken fůß wol aus gegen seiner Rechten / als bald die klingen zůsamen rúhren / so trit fernern mit deinem Rechten fůß fúrbas zů jme / wende in dessen die spitz vnder seiner klingen hinein vbersich / vnnd stich jhm zům gemecht / oder sticht er dir anfangs von vnden / so trit mit deinem Lincken fůß abermals gegen seiner Rechten beiseits aus / vnd fúhre jhm sein herfliegenden stich von deiner Lincken gegen deiner Rechten / mit hangeter klingen auß / aber als bald dein klingen an die seiner úhret / so bald trit auch mit deinem rechten fůß fúrter zů jhme / vnd stich jhm vnder seiner klingen zům gemecht wie vor.


Verkehrter stich.

DIeser ob er wol auch auff vilerley art mag angefangen werden / so wirt er doch alwegen auff ein weiß geendet / zů dem schicke dich also / steht dein gegenman in gerader versatzung / oder Eisenporten vor dir / so stich jhm auß der rechten Vnderhůt gerichts vbersich / inwendig seiner Wehr hart an seiner klingen zů seinem gesicht / vnd jm hinstechen so wende die Lange schneide gegen seiner klingen vnd deiner Lincken vbersich / truckt oder fúrt er dir dein klingen gegen seiner Rechten von jhm vbersich oder zůr seiten auß / so laß die deine oben wider gegen dir vmbschnappen / also starck das sich dein klingen neben deiner Lincken vndersich vmb mit dem ort vnden auff wider vbersich vnder seiner klingen hinein verschwing / stich also mit verkehrter hand bey seinem rechten Arm vnder seiner klingen hinein / wie du solches an den kleinern bossen in der Figur welche mit dem C. gezeichnet / zůr Lincken hand sehen kanst. Die spitz můß in disem stich jm ersten schwung / mit vmbschnappen angesetzt werden / sonst ist der stich zů schwach.

Zuck als bald dein Wehr gegen deiner Lincken ab / vnnd Hauw von dannen ein Wehrstreich durch sein Rechte Achsel / gesicht oder seiten / oder laß wider úber dein hand vmbschnappen / vndstich jhm außwendig seines rechten Arm wider zů seinem gesicht / also das in solchem fúrstechen / die offen hand oben die halb schneid gegen seiner wehr gekehrt stande / in solchem allem bucke dich mit deinem Kopff wol gegen deiner Lincken vndersich auß seinem wehr / disen stich můß er wehren vnd abwenden / als bald er dann solches thůt / so fúhre die spitz ausserhalb seinem Arm wider herumb / also das du in solchem vmbfahren die hand wider wie vor verkehrst / vnd stich mit verkehrter hand wie vor vnder seinem rechten Arm zům leib / folg mit dem Wehrstreich wie vorgelehrt nach.

Doppel stich.

BEgegnet dir einer in der Eisenporten gerad vor jhme / so stich jhm auß der Vnderhůt von deiner Rechten / inwendig hart an seiner Wehr bey seinem gefeß / vbersich zů seinem gesicht / damit zwingestu jhn / das er mit seinem gefeß vbersich auffahren můß / als bald du gewahr wirst das er mit seinem gefäß vbersich fehrt zůuersetzen / so hebe dein gefeß jm hineinstechen auch vbersich / mutier dein vnderstich in ein Obern / vnd stich also hinder oder neben seinem gefeß von vberzwerch zům leib.

Ein anders.

Oder stich jhm inwendig zům leib / als bald er dem stich begegnet mit versatzung / so wende die halb schneid einwerts gegen seinem leib / vnd laß die kling vnder seinem rechten Arm gegen deiner Lincken seiten / vnder seiner klingen durchlauffen / vnd laß also neben deiner Lincken seiten in der hóhe vmbschnappen / in die Hůt des Lincken Ochssens / von dannen stich jhm mit einem austrit gegen seiner Rechten / auswendig seines rechten Arms zům gesicht / dise zwen stich sollen behend in einander lauffen.

Oder stich jhm außwendig vber sein rechten Arm zům gesicht / wendt er dir dein stich gegen seiner Rechten zůr seiten auß / so laß dein klingen als bald gegen deiner Lincken vmbschnappen / wider in die Hůt des lincken Ochsens / trit vnder des mit deinem lincken fůß wol hinder deinem rechten Arm zů jhm / gegen seiner lincken seiten / stich jhm also auß der Lincken Oberhůt des Ochssens / mit einem zůtrit deines rechten fůß / inwendig seiner Wehr gegen seinem gesicht / aber die stich werden sonst auch auff vil weg gedoppelt / davon jm andern theil weiter.

Verfierte stich.

IM zůfechten fůre ein gewaltigen stich auß der rechten Oberhůt / des Ochsens gegen seim gesicht / jm herstechen aber so wende dein stich von vnden auff mit eim weiten zůtrit deines fůß / vnd stich jhm vnder seim gefeß vbersich zům bauch. Wañ du disen Oberstich duch die rosen recht in ein vnderstich verkerest / so scheinet es anfangs nicht anders / dann als stehestu von oben / ehe dann er sichs aber versieht / so hastu vnden troffen / Item steht dein gegenpart in der Eysenyorten fúr dir / so stich jhm jnnwendig seines wehrs vbersich gegen sein gesicht fehl. / also das dein klingen gegen deiner rechten wider vmbschnappe jm rechten Ochsen / thů als woltestu jhm außwendig vber sein rechten arm stehen / verfúre aber den stich in der lufft / vnd stich jhm von oben vnderhalb seiner wehr inwendig zů seinem gesicht.

Fliegender stich.

DIser fliegendstich ist der fúrnembste welcher eim jeden Fechter sehr notwendig zů wissen / den treib also / schicke dich jm zůfechten in die Vnderhůt zůr rechten / also das du mit den fússen nit zů weit von aneinander standest / auff

das du zů einem jeden stich ein zůtritt haben mógest / zů dem / so soltu auch dein rechten arm jm gelenck des Ellenbogens in allen stichen steiff vnd so vil můglich vngebogen behalten / als dann verstelle dich mit beweglichen geberden als woltestu albenzu hin stechen / vnd ob du wol dein spitz ettwas gegé jm zeigest zů stechen / so verhalte doch dein wehr listiglich bey dir in deiner volmacht / auff das so bald du dein gelegenheit (nach dem du in etwan mit ernsthafften geberden verfúhret hast) ersihest / jhm vnuersehens wan vnnd wo ers am wenigsten vermeinet / fliigen von dir gegen jm hin stehest / vnd das also behend mit einem fehrnern zůtrit als wehr er von eim armbrust geschossen kommen / so behend du nun hineingestochen also behend soltu dein wehr wider zůruck in die obgemelt nebenhůt gezogen haben / von dañen soltu wo er ferner noch stehen wirt / von beiden seiten abschneiden vnd damit du solches stichs dester baß geúbt werdest so nim ein gewissen ort dahin du stechen kanst fúr dich / vnd stich mit einem zůtrit auß der rechten Vnderhůt fur dir hin also das du jm antreffen deß stichs aller ding standest / wie das bild in der Figur so mit dem A. verzeichnet außweißt als dann zůck dein wehr wider in das obgenannt láger / in solchem ruck dein fůß auch wider biß an sein vorige stel / von dañen stich eilents abermals mit eim zůtrit gegen jm / verzuck dein wehr vom stich behend mit sampt dem fůß wider zů ruck an sein stell rc. Das treib ein stich oder sechs.

Dieweil es sich aber nicht (wie mit lebendigem leibe zeigen) beschreiben laßt / so soltu jhm mit ernstlicher vebung sampt des Fechtmeisters hilff / dester fleissiger nachdencken.

Ein gute lehr vnd Regel wie man die Háuw in Stich / die Stich in Háuw verwandlen soll.

Cap. 6.

NAch dem du bißher die háuw sampt den stichen auff das kürzest dargeben vnd gelert seind worden / will ich demnach auch in kurzen anzeigen / wie mann die Háuw in stich / vnd die Stich in háuw mutieren sol / dan es ist ein sonderlich sein Meisterstuck / solche verwandlung recht zů treiben / vnd nach gelegenheit anschicken kónnen. Dieweil aber solches auff vil vnd man=

cherley gefochten werden kan / Derwegen allerley fehl zů erzelen hie zů lang / wil ich solches allein durch etliche Exempel aus den vier háuwen dargeben / vnd also leren nemlich.

Im zůfechten wann du jhm sein eusserst mit deinem eussersten erlangen kanst / so Hauwe einen gewaltigen Oberhauw schlims gegen seiner Lincken / vnnd in dem dein hauw also herfleugt / so verwende dein hand das die halb schneid einwerts gegen jhm gekert wirt / jm herhauwen verhalt dein gefeß gleich verborgenlich / ein wenig in der lufft auff / so lang biß dein kling vnder des zům stich fúrgeschossen ist / stiche als dann den andern weg / fúr follen mit einem weiten zůtrit gegen seiner Brust / auff solche weiß wie du vom Oberstich hievor gelert bist.

Item hauwe ein Mittel oder vnderhauw von deiner Rechten gegen des Mans Lincke / vnd merck fleissig als bald er entgegen fehrt zů versetzen / vnd dein hauw eben jetz antreffen soll / so verwende denselbigen hauw ehe er antrifft behendiglich in ein stich / so du aber mit deinem hauw an sein klingen ahntriffst es geschehe mit einem Ober / Schlimmen / vberzwerchen oder vnderhauw / so wende alsbald vnd in dem die klingen zůsamen rúhren vñ glitzen die spitz einwerts gegen seinem leib / stich also an seiner klingen hinein / aller ding wie vom wecker jm Dusacken gelert.

Die stich aber in háuw verkehren treib also / fúhre einen gewaltigen Oberstich gegen des Mans gesicht / vnd wann du auff halbem weg gewahr wirst / das er vbersich fehrt vnd versetzen will / so verzuck in dem dein stich eben jetz antreffen soll / dein gefeß in eil ein wenig vbersich / vnd Hauwe beiseitz neben oder vnder seinem gefeß durch.

Item fúhre ein geraden stich von dir gegen seinem gesicht / in dem er eben antreffen soll / so wende dein gefeß vbersich gegen deiner Lincken / vnd laß dein kling vmb den Kopff fahren / hauwe jhm auswendig schlims vber ort durch sein Rechte / es sey vnden oder oben / wirstu aber mit einem hauw vbereilt / also das du versetzen must / so verwende als bald sein hauw auff dein kling /

rúhret / die kling an der seinen mit der spitz einwerts gegen seinen leib / damit erholest du dich nach deinem gefallen zů hauwen / Aus disen bißher erzelten stucken kanst du genugsam verstehn / wie die Háuw in stich die Stich in háuw zů verkehren seind / wo du jhm fleissig nachtrachten wilt / auß disem fleußt nun her die verfúhrung wie volgt.

Von der verführung.

Cap. 7.

BIßher seind die Háuw mit sampt allen vmbstenden gnugsam erklert / dieweil aber hernach in stucken vil vnnd offtmals der verfúhrung gedacht wirt / ist von nóten gewesen etwas darvon zůmelden / damit ich nicht erst in stucken zůruck gezogen / oder jm schreiben auffgehalten wirt.

Der verfúhrung aber seind zweyerley / die erste wirt mit dem Wehr / die ander mit geberden volfúhret / mit der Wehr zů verfúhren acht ich nicht not sein / nach leng zůhandeln / Dieweil deren bisher offt in den zwey vorgehenden Wehren gedacht ist worden / nemlich das verfúhren nichts anders sey / dann wann ich mein streich gegen einer Blós herfúhr / vnd aber alda gewar wirt / das er demselbigen entgegen fehrt zů versetzen / also das mir derselbige hauw vnnútz wirt / so laß ich ihn daselbst fehl fúrvber lauffen / vnnd verzuckt ihn in demselbigen flug behend anders wo hin / der nechsten Blós zů.

Zu solcher verfúhrung gehórt nun / das du der vier Blósse sampt anderen theilung wol bericht vnd geúbt seyest / also das du Meisterlich einen hauw den du nach einer obern Blósse richtest / jm herhauwen sein künstlich vnmercksam verziehest / vnd den eben in dem ersten lauffen auff der selbigen seiten vnden durch / oder zů einer Blósse volfúren kónnest / des nim diß Exempel / fúhre

ein gewaltigen Zornhauw gegen seiner Lincken / in dem vnd ehe dann solcher hauw den halben weg gelauffen / so wende die halb schneid noch in der lufft dieweil die klingen jm herfahren ist / gegen jhm einwerts / das es scheinet gleichsam du jhm zům gesicht stechen woltest / eben mit solcher verwandlung in der lufft erholest du dich zů einem andern Hauw / welché du als dan erst volkomen auch durch sein Lincke thůn solt / es sey vnden oder oben durch.

In summa wiltu den Mann Oben rúhren / so wincke oder trauwe zů voren Vnden / oder wilt du jhn zůr Linck treffen / so trauwe jhm zů erst gegen seiner Rechten / auff das er mit seiner Wehr hernach wischen můß / vnd dir also zůr andern seiten raum gebe / wie solches in stucken weiter gelert wirt werden.

In disem verfúhren nun ist das ander / so mit den geberden volbracht begriffen / aus welchen beiden stucken vil vnd mancherley wunderliche stuck gefochten werden / damit du aber solches verfúhrens mit geberden ein eigentlichen verstand nemen mógest / wil ich dir solches etwas weitleuffiger durch Exempel vnd sonst erkleren / dieweil aber das verfúhren mit geberden / wie auch mit der Wehr in summa nichts anderst ist / dann ein hauw oder stuck also zeigen vnnd auff ein andere weiß vollenden / so mußtu hie das Reitzen / Nemen vnd treffen / davon du hievor jm Dusacken gelert bist / wol mercken vnd betrachten.

Dann alle reitzung mit geberden oder sonst / wirt erstlich dahin gericht / das du ihn auff bringest aus seinem vorheil zů hauwen oder stechen / so bald er dann herhauwet oder sticht / das du jm zům andern sein hauw (darzu du ihn auffbracht hast durch dein reitzen) mit gewalt auffhaltest oder aufnemest / vnd ihn dermassen schwechest / auff das du jhm zům dritten ehe er sich wider erholet in wol ohn schaden rúhren vnd erlangen kónnest / als dann ob er sich schon wider erholet du mit schirmstreichen eben als bald wider fertig seyest jm zůbegegnen / als er kommen kan / doch

damit du solches dester baß verstehn mógest / wil ich dir etlliche Exempel / nicht das es eben also sein múste / sonder zůr anleytung in bessere stuck / setzen / nemlich.

Wiltu nun einen mit geberden verfúhren so gebrauch dich ongefehrlich nachgesetzter Ceremonien also / wann du einen findest in der Vnderhůt zůr Rechten / so schicke dich in die Eisenport / vnd stell dich mit geberden sam du ernstlich zů seinem gesicht stechen wóllest / zů solchen geberden erhebe dein rechten fůß / vnd behalt dein gesicht steiff auff sein gesicht / vnnd fúhre jhm also mit beweglichem Arm / vnd zůgetruckten henden / mit gerimpffter naß vnd auffgehebtem fůß die spitz gegen seinem gesicht / als woltestu ernstlich stechen / vñ im hinein stechen wende die lange schneid gegen deiner lincken vbersich / erschreck ihn also mit dem stich das er gehlingen aufffehrt den zůversetzen / so laß dein stich (in dem er aufffehrt) vmb dein Kopff verfahren / vnd Hauw jm mit gebucktem leib außwendig zů seinem rechten Schenckel / mit einem weiten zůtrit / wach behend auff mit Wehrstreichen / dir zům schutz.

Item schicke dich in die Eisenporten wie vor / vnd stell dich mit anschicklichen geberden sam du jm zům fůß hauwen woltest / vnd das auff solche weiß / Im zůfechten sihe jhm mit ernsthafften auffgethonen augen steiff auff sein fúrgesetzten fus / in des erhebe dein Wehr / vnnd bucke dein leib mit auffgehebtem fus / sam du alben zů mit einem zůtrit vnden hauwen wóllest / aber in dem du dein fus jm zůtretten nider setzest / so stiche von dem ort dahin du dein Wehr auffgehaben hast / fúr dich hinein zům gesicht / in solchem stich behalt dein gesicht sampt den geberden steiff auff seinem fůß / so merckt er den stich nicht biß das er geschehen ist / dann das vbersich heben deines Wehrs zům Hauw ist dir ein erholung zům stich / vnd endet sich der trit vnd stich mit einander zůgleich / vnd dise alle soltu gegen die gebrauchen vnd lernen / welche so steiff in jhrer versatzung ohn alle arbeit stond zů warten / auff dein verhauwen oder stechen / dise můstu also auffbringen / vnd auß irem vortheil reitzen / dieweil du jhm nicht also ohn vortheill darffest angreiffen / dann du můßt sorgen das er dich in deinem eigenen stuck vberlang oder fange / derhalben můstu schauwen wie du jhn auß seinem

vortheil bringest / damit du solches dester besser verstehn kanst / so will ich das oben angezeigt Reitzen / Nemen / Treffen / kurtzlich widerholen.

Findestu den Mann in einer Hůt oder quatier / darinen er auff dein stich oder hauw wartet / so Hauwe jm der nechsten Blóß zů durch / nicht das du in treffen woltest / schauw auch das du nicht zů nahe bey jm seiest / vnd hab acht das du dich in solchem hauw nicht vergebest / oder dein gewehr zů weit von dir auß der macht lassest / sonder behalt dein gewehr gleich verborgenlich bei dir in guter sterck vnd vollem gewalt / verstel dich doch mit gerberden sam habest dich verhawen / als bald er deiner gegebenen blós zůeilt mit hawen oder stechen / so erman dich gleich wider zům streich / vnd Hauwe jm sein herkomendé hauw oder stich mit der sterck von dir aus / oder hawe mit eim Dempffhauw oben darauff wie dir das werden mag / vnd das heist der Nemer / darumb das du jhm die Wehr gleich mit gewalt außnimest / welches er sich doch nicht versehen het / als bald dů jhm sein streich oder stich also genomen hast / so eile der nechsten Blóß zů / mit hauwen oder stechen / solche nachháuw heissen alsdann der Treffer.

Also hastu Reitzen / Nemen vnd Treffen / welches doch nicht anders ist dan vrsach geben zům hauw / vnd denselben geursachten hauw versetzen oder abtragen / vnd als bald auch wider nach hauwen zůr Blóß / vnd ist nicht die meinung das du jm Reitzhauw oder auch jm Nemer / wo du anders kanst / nicht treffen solt / sonder wirt allein darum so genent / dieweil die fúrnemst meinung ist / entweders in aus seinem vortheil zů reitzen / oder sein hauw ausnemen vnd abtragen / kanstu in dessen zůgleich auch treffen ist vngewert / dann solche gemelte drey stuck kanstu auch wohl durch einerley háuw volbringen / als zům Exempel.

Nim den Zornhauw das ist der Wehrstreich vor dich / vnd schauw ob er sein wehr ober oder vnderhalb des gürtels fúrt / helt er sein wehr oberhalb des gürtels / so Hauw den ersten vnderhalb seiner wehr durch die vnder Lini von deiner Rechten / den andern hauw auch von deiner Rechten durch der obern Linien eine / den driten Hauw durch die ober oder vnder Linie nach / wo du ihn bloß findest.

Auch wirt diser proceß nicht alwegen gehalten / dann du kanst wol Reitzen vnnd treffen / vnd zům letstem nemen / dieweil aber die erfahrung solche stuck (welche sich allein durch tegliche vebung lernen lassen) den mehrertheil můß verstendigen / will ichs allein bey disem Exempel bleiben lassen / Nemlich findest du einen in der vnderhuten eine / so Hauwe jm zůfechten ein Mittelhauw jhm vnversehens durch sein gesicht von deiner Rechten / mit disem hauw machstu das er behend vbersich fehrt / vñ damit wirt er vnden bloß / Derhalben hauwe dé andern behend von deiner Lincken durch sein fúß ehe er des inné wirt / das ist der Treffer / auff solches wirt er behend sein vnd dir zůeilen / darumb Hauwe den dritten ein Wehrstreich von deiner Rechten / damit nimstu jhm sein herfliegende klingen aus / das ist dann der Nemer / dann die zwen Mittelhauw sollen behend auff einander gohn / auff das dein anderer hauw trifft / ehe er recht auffehrt den ersten zůversetzen / damit der drit erst der Nemer wirt.

Vom versetzen vnd wie vilerley deren jm Rappier sondenlich fúr andern Wehren gebraucht werden.

DEr Versatzung werdé hie sibenerley art gefundé / mit namen Absetzen / Abschneiden / Druchgehn / Dempffen / Verhengen / Sperren / auß oder abfúhren mit auffrechter vnd mit hangen=

ter kling / Absetzen ist wann du aus der vier Legern eins / die Lang schneid gegen seinem Wehr gekehrt / vnd in das Langort verwendest / Also fúhrestu dein Wehr in der Vnderhůt zůr Rechten / vnd dein gegenpart hauwet oder sticht auff dich / so tritt von seiner Wehr beiseits auß / vnd fahr mit außgestrecktem Wehr vbersich / fúrsich in das Lang ort / vnd fang jhm also sein herkomenden stich oder hauw auff dein Lange schneid auff / in dem du jhm aber sein hauw also aufffangest / so stich zůgleich mit dem Langen ort fúr dir hin / das treib auß allen vier Legern.

Abschneiden.

TReib also / schick dich in die Vnderhůt zůr Rechten / vnd merck alda als bald dein gegenpart sein hand auffzeucht / gegen dir zů hauwen oder stechen / so erhebe zůgleich auch dein Wehr / vnd streck also dein hand sampt der Wehr von deiner Rechten gegen seiner Lincken auß / zůgleich sencke in solchem ausstrecken dein gefeß vndersich deinem Kni gleich / oder wo es dir múglich darunder / also das dein kling mit dem ort etwas fúrsich vbersich auff stande / entpfang jhm sein kling auff die Lang schneid / vnd fúhre jhm die schnits weiß gegen deiner Lincken vndersich vor dir / das gehet auch zů beiden seiten.

Dempffen.

DAs Dempffen wirt genomen auß dem Oberhauw / wie es dann an jhm selber nichts anders ist / mit welchem Oberhauw alle andere háuw gedempfft vnf gebrochen kónnen werden / auff nach geschriben weiß also / schicke dich in die Vnderhůt zůt Rechten / wann er dir als dann

von seiner Rechten von vnden oder Oben / gegen deiner Lincken dir zů hauwet / so mercke in dem er sein Arm außstreckt zům streich / so erhebe dein Wehr mit jm zůgleich / doch also das in solchem erheben dein kling vbersich von dir aus / vnd dein gefeß vndersich gegen dir stande / in solchem allem tritt zwifach aus seinem hauw gegen seiner Lincken / vnd Hauw nach ausweisung der auffrechten Lini zů seiner Rechten / mit Langer schneid vnd gesencktem gefeß / sampt einem weiten zůtrit deines Rechten fůß von Oben / so triffestu auff die sterck seiner klingen / also das du in solchem Dempffen dein oberer leib dem hauw nach / wol fürsich vber dein gebogen Kni vndersich sencken werdest / auff das dein gefeß jm herab fahren etwas vor deiner klingen / mit ausgestrecktem Arm zůr erden kom / entzuckt er dir aber die Kling vnder der deinen herfúr / vnnd fúhret wider einen andern gegen deiner Rechten / so spring in eil zwifach mit beiden fússen wol gegen seiner Rechten vnd Hauwe abermal von Oben / auswendig vber seinen rechten Arm / in solcher maß wie vor / doch das der hauw nach seiner Lincken auffrechten Linien (wie der vorig nach seiner Rechten Lini) gericht sey / so triffestu aber auff sein sterck / also kanstu mit dem Oberhauw aus allen Legern Dempffen / so lang biß du ihn damit sein Arm dermassen schwechst vnd múde machest / also das du jhm als dann leichtlich zům leib Fechten kanst.

Durch gehn.

ISt nichts anders dann wan du jhm in dem er sein kling herfúhret / vnder seiner klingé durchfarest gegen der andern seiten / vnd als dann von derselbigen sein herfliegenden streich abfúrest gegen derselbigen seiten / bey welcher du erstlich dein Wehr hieltest / also fúhrest du dein wehr in der rechten Vnderhůt / so merck aldo in dem er sein Wehr zům stich oder hauw herfúhret / so

fúhre oder transforiere dein Kling ein wenig gegen der erden hanget vnder seiner klingen durch in eil gegen deiner lincken seiten / vnd schneide ihn von der selbigen sein herlauffenden haw oder stich gegen deiner Rechten (ehe er in gantz volbracht hat) ab / also das du mit solchem abschneiden wider in die rechte Vnderhůt komest / vnd solches kanstu auch thůn aus allen Legern zů beiden seiten.

Verhengen.

VErhengen ist ein solche Versatzung / da du dein gefeß mit fürsich ausgestrecktem Arm / oberhalb deinem gesicht fúhrest / also das dein kling gerichts vndersich gegen der erden hang / vnnd thregest jhm also seine stich / bisweilen auch streich / mit deiner flech zů beiden seiten ab / heist darumb Verhengen / dieweil in solcher versatzung dein kling vor deinem gesicht hangt / dasselbige zů beschútzen / vnd ob es wol auch aus allen Legern zů wegen bracht wirt / so ist es doch fúrnemlich vnd am beqúmsten aus den Legern zůr Rechten seiten zů brauchen / auff solche weiß schicke dich in die Vnderhůt zůr Rechten / sticht oder hauwet dein widerpart auff dich / so tritt mit deinem lincken fus hinder deinem Rechten aus / gegen seiner Lincken / folg behend mit deinem Rechten ferner zů jhm / in dem fahre mit deinem gefeß vbersich / vnd fúhre jhm sein klingen von deiner Rechten gegen deiner Lincken / auff der flech deiner hangenden klingen ab / wie du solches an den zweyen obern bossen zůr rechten hand in nachgetruckter Figur / mit dem Buchstaben E. verzeichnet sehen kanst.


Sperren.

MErck hauwet dir einer auswendig zů deinem rechten Fůß / wann du in der Eisenporten stehest / so sencke dein klingen mit dem ort vndersich auff die erdt / ausgestreckt gerad vor deinem Fůß / vnd weich mit austretten ein wenig beiseits / aus seinem hauw gegen seiner Rechten / Sperre jhm als dann sein kling das er nicht durchkommen kan / also kanstu jhm alle háuw die er vnden durch hauwen will Sperren / vñ auffhalten / was aber sonst weiter Sperren sey / findestu hievor jm Schwerdt.

Außschlagen mit hangender kling

DIses außschlagé volget aus dem Sperren also / Hauwet oder sticht dir einer gerichts zů deinem vndern leib / so zůck in dem er sein Wehr herfúhret / dein rechten Fůß zůruck biß zů dem hindersten / vnd erhebe zůgleich auch dein Wehr vbersich / Hauwe also mit ausgestreckter Wehr doch das die kling ein wenig vndersich hang / von oben nider / sein kling von deiner Lincken gegen deiner Rechten aus.

Oder schicke dich in das Lang ort hoch / sticht dir dein gegenpart vnden zů / so laß dein kling von deiner Lincken gegen deiner Rechten etwas vndersich sincken / vnd Hauwe in also sein klingen mit gesencktem wehr von dir / zwischen dir vnd jhm zůr seiten aus / folg stehend mit deinen stucken nach.

Außnemen mit halber schneid.

STell dich in die Vnderhůt zůr Lincken / dem Wechsel gleich / also das die halb schneide gegen deinem widerpart stande / sticht dein widerpart auff dich gegen deinem gesicht / so nim solches mit halber schneid von deiner Lincken vbersich aus / gegen deiner Rechten starck in einem riß / also das dein klingen oberhalb deinem Kopff wider vmbschiesse in rechten Ochsen / von dannen stich gegen seiner Brust / vnd in solchem stich verwende die Lang schneid vndersich / vnnd kom wider in die lincke Vnderhůt / von dannen nim wider aus wie vor.

Wie du nun mit halber schneid vbersich aus zů nemen gelehrt bist / also kanstu auch mit Langer schneid vnd mit der flech vbersich außschlagen / vnd das aus beiden vnderhuten / was aber weiter vom Versetzen nótig / hastu hievor jm Schwerdt vnd Dusacken nach der lenge gehórt.

In disem Capitel wirt gehandelt vom Wechseln / Nachreisen / Bleiben / Fúhlen / Zucken vnnd Winden.

Cap. 8.

DVrchwechseln ist zweyerhand / eins das do vnder seinem Wehr durch / so darumb Durch wechseln genant / Das ander so oben vmb die klingen von einer seiten zůr andern volbracht wirt / welches Vmbwechseln genant wirt / Durchwechseln treib also / zům ersten wann du ein hauw auff deinen gegen man fúhrest / es sey oben oder vnden zům leib / so merck in dem du herhauwest oder gegen deinem hauw aufffehrt den zů versetzen / wirstu solches gewahr / so laß als

dann dein Hauw auff seiner Versatzung nicht rúhren / sonder zůck vnd fúhre deinen Hauw vnder seiner klingen durch / vnnd stich jhm zůr andern seiten / also fúhre oder zůcke alwegen (du hauwest von welcher seiten du wóllest) dein Hauw an seiner versatzung / wann es jetz eben rúhren sol vnder seinem geFeß oder klingen durch / vnnd arbeyte jhm zůr andern seiten / es sey mit stechen / Hauwen / Dempffen oder Abschneiden.

Zům andern treib das Durchwechseln aus deiner versatzung also / er Hauwe auff dich von welcher seyten er wólle / so merck fleissig ob er seine Hauw zů hoch / oder gegen deiner klingen / oder sonst nicht genugsam zům leibe fúhre / als bald sein Hauw demnach also gegen deiner versatzung herfleugt / so entweich mit deinem fordern fůß ein wenig zů ruck biß zů dem hindersten / vnd entzuck jhm dein klingen vnder der seinen durch / gegen der andern seyten / laß also seinen hauw fehl gehn / vnnd stich jhm eben zů der seyten von welcher er sein hauw her geführet hat / vnd das so behend / auff das dein stich antreffe ehe dann er von dem verfallenem hauw noch wider aufkommen ist / solches Durchwechseln kan auff vilerley art getriben werden / wie solches die stuck geben werden / vmbwechseln darff keins weitern erklerns / dieweil bißher offt darvon gehandelt ist.

Nachreisen aber treib also / fúhret dein gegenpart sein Wehr zů seiner Rechten vnden / so wart als bald er von dannen abgeht / so stich behend in dem er sein Wehr abfúhret / daselbst hinein / desgleichen merck flissig wann er sein Wehr zů seiner Lincken fúhret / in dem ers wider von derselbigen seiten abnimpt / so stich jhm eben dieweil er abgeht behend vnd listiglich daselbst hinein / desgleichen wan er von vnden vbersich geht / so folg jm (in dem er also aufffehrt) nach mit eim stich von vnden / also auch wan er sich mit hauwen verfelt / so folg jm behende von oben nach / in solchem nachreisen aber merck fleissig / das du allwegen die Lange schneid in dem du mit

deinem stich antriffst / wider gegen seinem herfliegenden Wehr (wo er anders hauwen oder stechen würde) verwendest / dann so bald er deines nachreisens gewahr wirdt / wird er als bald mit seiner Wehr wider zů der deinen eilen / vnnd hieneben zůgleich deiner gegebenen Blóß (so du mit solchem nachreisen vnnd zůlangen geóffnet hast) zů eilen vnd die anfallen / welches du jhm als dann mit gegen schneiden Verwenden wider absetzen abschneiden vnd nemen kanst.

Item bindestu jhm mit deiner kling an die seine / so merck vnd fúhl als bald er mit seiner abgeht von dem band vmb zůschlagen / oder zů einer andern seiten zů stechen / so folg jhm (in dem er ab geht) mit einem stich gerad zůgegen seinem leib / vnd wende die Lang schneid beide jm hinein stechen vnd jm heraus fahren / alwegen gegen seiner kling / also ist hie fúhlen nicht anders dann brieffen / empfinden / wie vnd wann er von deinem band abgehn wil / das du jhm als bald vnnd behend kónnest vnd wissest sicher nach zů folgen / wie im Schwerdt auch gemelt.

Bleiben vnnd zůcken bistu auch hie vor im Schwerdt gelehrt / Wenden aber ob du wol solches hieuor auch gelehrt / so ist solches doch hie anders zů gebrauchen / vnd das also / so offt du deinem widerpart anbindest in die mitte seiner klingen / so solt du von dannen ohn sondern vortheil nich abgehn / vrsach er móchte dich mit nachreisen vbereylen wie hieuor gelehrt / sonder bleibe hart mit dem band an seiner klingen / vnd wende die halb schneid oder den vordern ort einwerts gegn seinem leib vnd setz an / wehret er das vnd truckt dir die kling zůr seiten aus / so zůck behend vnden durch vnd stich mit einem abtrit zůr andern seiten.

Wo er dirs aber nicht zůr seiten außfúhret / sonder als bald er dein einwenden merckt / tringt er mit einem stich stracks fúr jhm hin zů deinem leib / wirstu solches gewahr / so bleib gleichwol mit deinem ort an seinem leib / vnd wende mit deinem gefeß sampt der langen schneide vndersich wider gegen seiner klingen / wind jhm also seinen ort aus / vnnd tring ferner mit dem stich vber

dein hand / mit außtretten furt / von disem allem hab ich dir allein zů einer erinnerung geschriben / das du jhm fleissig nachdenken solt / auff das wann hernach in stucken deren eins gesetzt wirde / das du es dester eher verstehn vnd mercken kónnest / vnd die stuck daselbst auch dester ehe vernemen mögest.

Von Tritten.

So vil nun die Trit belanget / so ist ohn not (dieweil bey einem jeden stuck im nachfolgenden Fechten) auch eigentlich von zůgehórten tritten gehandelt wirt.

Ende des ersten theils im Rappier.

Das ander theil vom Fechten im Rappier.

DEmnach bißhero ein stuck nach dem andern / dermassen dargethon vnd erklert ist / also das ein jeder der solches mit fleissigem auffmercken vnd nachdencken lesen / vnd ernstlich veben wirt / solches hieraus so er anderst zůvor einen Meister gehabt / wol verstehn vnd lernen kan / Derowegen nach dem ich nun die vebung an jhr selbst / wie du dieselbigen gegen deinem widerpart ins werck richten solt / zůbeschreiben fúrhabens / so will ich zůvor die Leger wider fúrnemen / vnd dieweil er notwendig vnd sehr nutzlich ist / lehren / wie man vberort von einem in das ander Abschneiden / Absetzen / vnd Abwechseln solle / wie volgt.

Also schicke dich in die Oberhůt der rechten Ochsens / vnd trit mit auffrechtem dargebotenen leibe / das dein rechter Fůß alzeit vorgange zů jhme / Reitze ihn also mit frólichen oder trutzigen

geberden zůr arbeit an / sticht er vnder des gegen deinem leib her / so trit eben in dem er sein stich herfúhret / mit deinem rechten Fůß ferner gegen seiner Lincken vmb zů jhm / vnd wende zůgleich hiemit dein Lange schneide vndersich gegen deiner Lincken / in solchem vndersich wenden aber / sencke deinen leib mit gebogenem Kni deinem Wehr nach wol fúrsich / vnd schneide oder fúhre ohm also sein klingen mit deiner Langen schneiden vndersich von dir / so komstu nach solches abschneiden mit deiner wehr / vnd mit nider gestrecktem leib zů der lincken Vnderhůt / von deren (so bald er deiner gegebenen rechten Blóß wider zů stechen oder hauwen wirde) fahre eilents mit deinem gefeß vnnd Langer schneide auch auffgerichtem leib wider vbersich / biß in obgemelte Oberhůt / vnd so du wilt magstu behendiglich aus diser Oberhůt mit einem weiten zůtrit gegen seinem gesicht nachstechen / aber wan du solches thůn wilt / so verwende jm hinein stechen vnd fúrt tretten die Lange schneid mit starckem verwenden gewaltig vndersich mit nach gesencktem leib / auff solches verwende eylents dein Wehr neben diener Lincken wider zů einem streich / vnnd hauwe von derselbigen mit ausgestrecktem Arm gegen seiner Rechten schlims vberort / durch sein gesicht / also das du nach ende solches hauwes in die Vnderhůt zů deiner Rechtem kommest / in welcher Hůt du abermals mit deinem gesicht bloß vor jhme stehest.

Derohalben nimm fleissig wahr / als bald er dir solcher Blósse zů sticht / so trit mit deinem Lincken Fůß hinder deinen Rechten gegen seiner Lincken aus / vnnd fúhre mit außgestrecktem Arm dein gefeß vnd Lange schneid / aus diser Vnderhůt vbersich gegen deiner Lincken / biß in dieselbige Oberhůt des Ochsens / von desselbigen (wann er dir ferner zůsticht) wende eilents die Lange scneide wider vndersich gegen deiner Rechten / in solchem verwenden aber trit wol von seinem stich gegen seiner rechten seiten aus / fúhre jhm also sein klingen mit außgestreckter Langer schneide vom lincken Ochsen vndersich / wider gegen deiner rechten Vnderhůt / aber in dem du

sein stich wie gemeldet von dir Abschneidest / soltu mit gesencktem leib wol vber dein fúrsich gebogen Kni / dem Hauw nach zůlangen / Wann dan solches geschehen ist / so stehestu wider in der rechten Vnderhůt wie anfangs / wo er dir weiter zůstechen würt / so fahr eben auff vorgelegte weiß / mit Langer schneide wider vbersich / biß in die lincke Oberhůt / von dannen stich behendiglich mit einem außsprung gegen seiner Rechten lang für dir hin gegen seinem gesicht / in disem stich soltu abermals die Lange schneide so starck vndersich gegen deiner Rechten wenden / vnd in disem Abschneiden soltu dein klingen neben deiner Rechten zům streich verwenden / das du demnach einen geschwinden hauw / su einem Wehrstreich / schlims durch sein lincke achsel haben mógest / wann du den volbracht hast / so wirstu dein Wehr zůr Lincken in der Vnderhůt haben / von deren du als dann mit Langer scheide / wider vbersich biß in die Rechte Oberhůt versetzen magst / vnd fúrter.

Also bistu bißher gelehrt worden / wie du auß der rechten Oberhůt vnnd aus der lincken Vnderhůt / vndersich vnd vbersich gegen einander vberort / nach außweisung der schlimmen vnnd hangenden Lini versetzen solt / vnd als dann von der lincken Vnderhůt mit einem Wehrstreich / durch sein Rechte zůr andern seiten vmbwechseln solt / in die rechte Vnderhůt / demnach von der selbigen gleichsfals wie von der andern geschehen / vberort vbersich vnnd vndersich versetzen / vnnd nach deiner gelegenheit wider durch einen Zornhauw / oder Wehrstreich abermals vmbwechßlen / auff solche weiß kanstu alwegen aus einem Leger in das ander / vndersich vnnd vbersich mit Langer schneid / kreutzweiß vnd gegen einander Versetzen / Abschneiden vnd vbersich führen.

Weiter so kanstu auch aus allen vier seiten legern mit austretten / biß in das Lang ort Absetzen auff solchen art wie volgt.

Schick dich auff obgelehrte weiß in die Oberhůt des rechten Ochsens / vnd trit also zů jhme / sticht er als dann gegen deinem gesicht her / so wende die Lange schneid aus der Oberhůt gegen seiner klingen mit außgestrecktem Arm / biß in das Lang ort / vnder des aber dieweil du also Absetzest / so trit zůgleich auch mit deinem lincken Fůß hinder deinem Rechten zůr seiten aus / von seiner klingen / vnd stich also auff seiner klingen für dir hin / zů seinem gesicht oder Brust / wie du nun aus der Oberhur vndersich abgsetzest / also soltu auch aus der rechten Vnderhůt vbersich / auch biß in das lang ort Absetzen / vnd das soll von beyden seiten gefochten werden. Nun folget ferner wie du aus einem Leger in das ander abwechseln solt / also:

Abwechßlen.

WAnn du fúr deinen Mann kommest / so schick dich in die Eisenport / oder in die gerade versatzung / vnd fahre aus derselbigen mit deinem Wehr vbersich in rechten Ochsen / stich er noch nicht / so gehe ferner wider herab / durch die streich Lini schnitsweiß / bis in die lincke Vnderhůt / wil er noch nicht arbeiten / so gehe ferner aus derselbigen vbersich / in die linck Oberhůt / von derselbigen Oberhůt gehe wider vberort vndersich in dei recht Vnderhůt / in disem abwechseln behalt alle zeit die spitz vor dir / er steche dann hie zwischen wann er will / so schneide es mit Langer schneid nach obgesetzter form von dir wegk / durch die kreutz Lini / von einem Leger biß in das ander / wie du bisher gelehrt hast / also kanstu so lang mit dargebottener Blóß vor ime vmbtretten / vnnd aus einem Leger in in das ander abwechseln / biß du dein gelegenheit ersihest / was aber weiter von dem gebrauch der Leger nótig zůwissen / hastu jm Dusacken gehórt.

Wie du auß der geraden Versatzung fechten / unnd dich bschützen solt.

NUn wil ich die gemeine oder gerade Versatzung fürnemen / vnd dich dúr das erste lehren / wie du jhm gegen alle vier ort versetzen vnd nachstechen oder nach hauwen solt / Demnach zům andern wie du dich für der verfúhrung húten / vnnd fürs dritte wie du (wann er nicht weder hauwen noch stechen wolt) dich gegen jhm halten / vnd jm Vor gegen jhm fechten kanst / vnd das auff deutlichest / zůr anleitung in die andere stuk.

Wie du jhm seinen hauw den er von seiner Rechten auff dich herfúhret / aufffangen vnnd gegen seiner Lincken behend vnd gerad zůstechen solt.

IM zůfechten schicke dich in die gerade Versatzung / wie dich das mitler vnd eintzige Bild in der Figur welche mit dem F. verzeichnet lehrt / trit also mit ausgestreckter vnd steiffer Versatzung zů jhm. Hauwet oder sticht er demnach von seiner Rechten schlims her gegen deiner lincken / so wende die Lange schneide zů samp dem gefeß vbersich gegen seinem herfliegenden haw oder stich / vnder des aber diweil du also verstzest / so trit mit deinem hindern lincken Fůß hinder deinem Rechten / gegen deines widerparts Lincke zůr seiten aus / von seinem stich oder hauw vnd fabge also seine klinge jm gelehrten austretten / auff die sterck der deinen / nahe bei deinem gefeß auff / in dem vnnd dieweil die klingen noch also im Bande zůsamen rúhren / so trit auch mit


deinem rechten Fůß fúrbas gegen seiner Lincken seiten zů jhm 7 vnd stich zůgleich mit solchem fúrttretten / an seiner klingen (oder von derselbigen gerad fúr dir hin) gegen seinem gesicht biß in das obere langort / als bald der stich angtroffen oder vollendet ist / so wende die Lang schneid wider gegen seiner klingen / vnd verzucke wider biß in die voriger versatzung / mit welcher beschirme dich so lang / bis du dein gelegenheit zů einem andern stuck ersihest.

Auff was weiß du jhm die stich vnd háuw von seiner Lincken aufffangen / vnd behendiglichen ehe er sich wider erholet gegen seiner Rechten nachstechen solt.

HAuwet oder sticht er dir aber von der andern (nemlich von seiner Lincken) gegen deiner Rechten seiten / auch schlims von oben zů / so wende abermals dein Lange schneide sampt dem gefeß mit außgestrecktem Arm / gegen seiner herfliegenden klingen / die zůversetzen oder auff zůfangen / in dem du nun also dein gefeß zůr versatzung gegen seinem wehr ausstreckst / so trit auch eben dieselbigen weil mit deinem Lincken Fůß gegen seiner Rechten / zůr seiten aus von seiner klingen / demnach als bald sein klingen in solcher versatzung auff die deine glützt / so zůcke dein gefeß oberhalb deiner rechten Achsel zů ruck (zu erholung eines gewaltigen stichs) hinder dir aus / stich also mit einem zůtrit deines Rechten fusses / nach seiner Rechten strack gegen seinem gesicht / also das du nach ende des stichs abermals mit ausgestreckter wehr in dem obern langen ort standest / nach solchem stich fleisse dich ferner aus solcher obgemelter versatzung / seine auff dich gefúhrte háuw vnd stich abzuwenden / so lang biß die ein Blósse geóffnet wirt.

Wie du dich gegen dem der dich mit streichen uberboldern will / halten solt.

WVrde aber einer von beiden seiten so behend auff dich hauwen vnd stechen / also das du jm mit deren stich keinem einkommen kónnest / so bleibe mit strackem Arm starck in vor dir außgestreckter versatzung / vnd wende mit solche alle seine háuw vnd stich zů beiden seiten von dir ab / vnd mercke vnder des fleissig / wann er sich schier verzablet vnd vermúdet hat (dann er kan solches mit vortheil nicht lang treiben) so wende dein gefeß vbersich / gegen einem seiner herfliegenden háuwen oder stichen / welcher dir dann zů solchem als gelegen gefallen wirt / vnd hawe jhm behendiglich schlims durch dieselbige Achsel / von welcher seiten er seinen hauw oder stich hergefúhret hat / ganz durch / also das dein Wehr auff der andern seiten / wider vber vmbschiesse zům Oberstich / nemlich hauwestu durch sein rechte Achsel / so lasse dein klingen (in vollem lauff dises hauwes) neben deiner Rechten zů ruck durchlauffen / vnd in die rechten Oberhůt zům stich vmbschnappen / Hauwest du aber sseinem hauw nach / durch sein lincke Achsel / so lasse dein klingen neben deiner lincken seiten zů ruck durch lauffen / vnd in die lincke Oberhůt zům stich vmbschnappen / Wie du nun durch disen hauw / deine klingen behendiglichen in der Oberhůt eine hast lassen vmbschnappen / also soltu auch aus der selbigen eilents vnnd behend / gewaltig gegen seinem gesicht oder seiner Brust zů stechen / vnd solt also deinen obern leib dem stich nach / jm zůlangen wol vber dein fúrsich gebogen Kni nach sencken / dann wann diser hauw vnnd stich behend vnd starck auff einander gohnd / so raumstu dir hiemit auch zů einer andern Blóß.

Wie du dem der dir von vnden zůhauwet / auß der geraden Versatzung begegnen vnd nachstechen solt.

FErner sticht oder Hauwet er dann von vnder oder vberzwerch / es sey von Rechter oder Lincker auff dich her / von welcher seiten er dann hersticht oder hauwet / so trit du mit deinem hindersten (das ist mit deinem lincken) fůß gegen der andern seiten / aus seinem herkomenen stich oder hauw / vnd weiß jhm die mit (ausgestreckter Langer schneide / vndersich von dir zůr seiten aus ab / als bald nun dein Wehr in solcher versatzung auff das seinige rúhret / so trit mit deinem Rechten fůß auch zů jhm / vnd stich behendiglich von seiner klingen ab / stracks ehe er sich ermant gegen seinem gesicht zů / dises alles nemlichen die versatzung trit vnd stich sol augenblicklichen vnd behend mit einander gohn / dises verstand auff solche vnderháuw / welche er gegen der mitte deines Leibs / oder noch hóher herhauwet.

Wie du von Oben versetzen / vnnd vnder seinem Wehr hinein stechen solt.

ITem hauwet oder sticht der dir abermals von vnden / oder vnderhalb deiner Wehr zů deinem leib / so fall aus obgelehrter verstzung mit Langer schneid von Oben nider auff sein klingen / also das dein kling jm versetzen zůr seiten aus vndersich hange / wie dir solche versatzung in der Figur mit dem C. an dem kleinern Bild zůr lincken fúrgemalet ist / vnd zů gleich in dem du also versetzest / so tritt auch mit zwifachen tritten sprungsweiß wol gegen seiner Rechten seiten

aus von seiner klingen / vnd stich jhm behend vnder seinem Rechten Arm zům leib / wie solches das ander Bild gegen disem anzeigt / von solchem stich / zůcke dein Wehr behend gegen deiner lincken Achsel / vnnd Hauwe als dann von derselbigen ein Wehrstreich vberort durch sein Rechte Achsel / so komstu nach ende desselbigen hauwes in die rechte Vnderhůt / von welcher biß behend wider auff in gerader versatzung / dich ferner damit zů beschirmen.

Fúhret er aber seine Háuw gar nider gegen deinen fússen / so versetze jhm derselbigen keinen / sondern entzucke oder entweiche jhm mit dem vorder fůß zů ruck / bis zů dem hindersten aus seinem Hauw / vnd stich jhm (dieweil er noch jm herhauwen ist) stracks gegen seinem gesicht / wie du solches an dem mitlern bossen in der Figur mit dem F. gezeichnet sehen kanst / dañ mit allen háuwen / die er dir vnderhalb deinem gürtel zůhauwet / můß er sich (in dem er herlangen will) oben bloß geben / darumb kanstu jhm nach jetz gesetzter Regel / wol sicher (in dem er seine hand mit der Wehr ausstrecket vnd herlanget) zům gesicht stechen oder hauwen.

Wann er dir solchen nach stich außschlagen oder abtragen / wie du dich ferner halten solt.

BIßher hastu gelehrt / wie du von der Versatzung mit austreten behendiglichen nachstechen solt / dieweil er dir aber solchen stich ausnemen vnd abtragen kan / so merck fúrs ander dise lehr / Nemlich wann du jhm einen stich oder Hauw auff deine versatzung entpfahest / auch demnach einen stich gegen seinem gesicht hinein stichst / aber er schlecht dir den behendiglich aus / so merck fleissig von welcher seiten er dir den ausschlecht / gegen derselbigé trit vnd las deine klin=

gen gleich in dem schwung (welchen er der klingen mit seinem ausschlagen) geben hat / vmbschnappen zům stich / vnd stich jhm eben zů derselbigen / von welcher aus geschlagen hat hinein.

Als nemlich ficht er von seiner Rechten gegen deiner Lincken / du aber versetzest jhm von deiner Rechten / sampt dem austretten gegen seiner Lincken (wie bißher gelehrt) mit ausgestreckter Wehr / vnd stichst jhm also von der versatzung ab / gerichts gegen seinem gesicht zů / das mus er dir (wo er anders nicht will getroffen werden) wehren / vnd dir dein klingen gegen seiner lincken ausschlagen / als bald er das thůt / so trit wol aus gegen seiner Rechten seiten / vnnd las dieweil dein klingen vmbschnappen in die rechte Oberhůt des Ochsens / dar zů er dir dann mit seinem ausschlagen fürdernus geben / vnd stiche demnach behend auswendig seines rechten Arms / krefftiglich aus gedachter Oberhůt hinein / wie du nun solches gegen seiner Rchten volbracht / also kanstu es auch von deiner Lincken in das werck richten.

Wie du dem der dir den ersten Stich außschlagen will / Durchwechseln vnnd zů der andern seyten stechen solt.

MErck wann du jhm seine Háuw vnd stich mit ausgestreckter klingen von dir abweisest / vnd nachstechen wilt / wei bißher gelehrt / wirst aber vnder dessen gewahr das er versetzen wil / so schauwe das du nicht zů nahe zů jhm getretten seyest / vnd merck fleissig in dem er mit seinem gefeß zůr versatzung aufffehrt / so volfúhre deinen stich (den du dann mit geberden gezeige oder getrauwet haben solt) nit / sonder fahre mit deiner Wehr (dieweil er auff gefahren ist) vnder der seinen durch / vnd stich jhm zů der andern seiten krefftiglich mit ausgestrecktem Arm hinein zů

solchem Durchwechseln vnd stechen soltu wol gegen der seiten zů welcher gestochen hast von seiner Wehr ausgesprungen sein.

Wie du jhm die stich verzucken / sam du andweswo hin stechen / und dich in dem er daselbst hin versetzen wil / wider dahin stechen solt / da du anfangs den stich hin gezeiget hast.

ABermals wan du vermercken oder gewahr wirst / das er den stich welchen du aus der ersten veratzung thůn wilt / versetzen / so zůcke den stich ernstlich zů dir / als woltestu vnden durch fahren / vnd auff der andern seiten stechen / so bald du aber vnder des ersihest das er mit seinem gefeß daselbst hin fehret / in meinung zů versetzen / so stich behends (dieweil er also abfahret) wider dahin du erstlich zů stechen willens warest / da von findestu weiter in den verfúhrten stucken an seinem ort.

Wie du vnder des dieweil er hauwen wil / nach stechen solt.

Ercke wann du mit obgemelter versatzung jm zůstechen bist / vnd dein widerpart begegnet dir in gleicher gerader versatzung / so trit mit starcker versatzung ernstlich vñ nahet zů jm / also das du jhm die mitte seiner klingen / mit der deinen erlangen vnd anbinden kanst / allerdings wie dich solches die zwey obern Bilder in der Figur C. lehren / vnd wart aldo fleissig wan er mit seiner Wehr von der deinen abgehn wolte / eintweder zů hauwen oder zů stechen / so stich jm (die

weil er sein Wehr vmzucket) stracks für dir hin zů seinem gesicht / Brust oder dem bauch zů / damit er aber dester ehe ab zů gehn / vnd zů hauwen angereitzt werde / so magst jhm ein Blóß doch mit deinem vortheil betrieglichen darbieten / dauon hernach weiter.

Wie du deines widerparts Háuw vnd stich aufffangen unnd nach hauwen solt.

TRit mit offtgemelter gerader Versatzung zů dem Mann hinzu / vnd merck alda von welcher seiten er her stechen oder hauwen wóll / von vnden oder von Oben / fúhret er nun seine háw vnnd stich von seiner Rechten / gegen diener Lincken von Oben her / so wende dein Lange schneide sampt dem gefeß mit ausgestreckter Wehr gegen seiner herfliegenden klingen / vnnd in dem sein klingen noch jm herfliegen ist / so trit dieselbige weil mit deinem Rechten fus gegen seiner rechten zůt seiten aus / auff das so bald sein klingen auff die deine fellet oder antrifft / du nach in demselbigen trit jhm behendiglich / mit wider vmbgezuckter Wehr durch seine Rechte seiten hauwen kónnest / es sey hoch oder nider durch sein leib nach gelegenheit / so kompt dein Wehr nach ende solches hauwes in die rechte Vnderhůt / von dannen fahr wider auff zůr versatzung.

Eben desgleichen thůn jhm auch / wann er von seiner Lincken gegen deiner Rechten herhauwen wurde / vnd versetze jhm den auch mit ausgestreckter Wehr / in deir sterck deiner klingen / vnd trit eben in dem du dein gefeß zůr versatzung ausstreckst / mit deinem rechten fus gegen seiner Licken / als bald nun sein klingen auff die deine gliitzt / so lasse dieselbige wider zůruck vmb dein Kopff fahren / vnd Hauwe also mit obgemeltem trit / eben gegen seiner Lincken seiten (von wel=


cher sein Wehr herbracht hat) durch sein gesicht / komme demnach behend wider von solcher vnder hůt (in welche du mit disem hauw ankommen bist) wider in die gerade versatzung.

Wie du dich gegen die vnderháuw mit nachhauwen halten solt.

ALso hauwet dir einer von vnden her / gegen welcher seiten das geschicht / so trit du in dem er her hauwet auff die ander / von seiner klingen beiseits aus zů jm / in solchem ausspringen aber falle mit vndersich ausgestreckter Wehr von Oben auff sein klingen / jhe neher zů seiner sterck jhe besser / also das du jhm Wehr noch vnderhalb deinem auffhaltest / demnach Hauwe behend (ehe dann er sein kling ferenr vbersich bringt) vberzwerch gegen seinem halß oder gesicht zů durch.

Wo du jhm aber seinen hauwe nicht auffhalten kanst / sonder er bricht mit seinem vnderhaw gegen deiner versatzung vbersich ganz durch / so bleibe du gleichwol mit deiner Wehr vndersich zůr seiten ausgestreckt / vor dir in der versatzung starck / also das er dich nicht schádigen kónne / vnd in dem er aber mit seiner Wehr jm vbersich fahren ist / so Hauwe jhm dieweil er seinen Arm noch in der hóhe hat / von vnden vberzwerch durch sein gesicht oder Brust ganz durch / diser hauw můß seinem vbersich durch brechen behend nach folgen / auff das du in von vnden triffst / ehe dann er seinen vnderhauw zů end bracht hat / vnd das so starck damit du nach ende solches hauwes / dein Wehr gegen der andern seiten zů der Achsel verschwungen habest / also das dein klingen nach dem verschwingen hinder dir abhange / von dannen hauwe behend zwen schlimme Zornháuw durch das ober kreutz nach.

Ein anders / wie du mit einem stich von vnden Nachreisen solt.

AUch kanstu jhm mit einem sich nach folgen / also wann du jhm seinen vnderhauw wie gelehrt worden / versetzen wilt / er aber bricht dir mit gewalt durch / so merck in dem er mit seiner Wehr gegen deiner durchbrochen / vnd noch jm vbersich fahren ist / so wende aus der versatzung den ort gegen seinem leib / vnnd stich jhm also von vnden (ehe dann er sein vnderhauw wider her fúhret / so wende aus dem Langen ort / die Lange schneide gegen sein klingen / die selbige mit versatzung zů entphahen / als dann ficht ferner bißher gelehrt stuck / nach dem du deinen vortheil haben kanst.

Wie du ihn durch zwen Mittelháuw auß der versatzung angreiffen vnd nach stechen solt.

ODer wann du also in gerader versatzung zů jhm / deinem gegenfechter getretten bist / so bleibe mit ausgestrecktem Arm starck in der versatzung / vnd wende alwegen die Lange schneide (er hauwe von Oben vberzwerch oder von vnden) gegé seinen herkommenen háuwé oder stichen / trage jm solche ab mit deinem gefeß / beiseits aus von dir / vnnd merck fleissig auff dein gelegenheit / wannn er sichs dan am weigsten versihet / so zůcke vmb den Kopf / vnd hauwe den ersten Mittelhauw vberzwerch von deiner Rechten durch sein gesicht / also das du nach ende solches hauwes in die Mittelhůt zůr Lincken ankommest / welche du hievor jm Dusacken am 5. vnd 43. blat

in der Figur welche mit dem Buchstaben C. verzeichnet fúrgemalt sihest / von der selbigen Hauwe den andern auch gewaltig vberzwerch gegen seiner Rechten durch sein gesicht / vnd denselbigen also starck durch / das sich dein klingen neben deiner Rechten verschwinge / in die rechte Oberhůt des Ochsens / vnder des aber dieweil dein klingen also oberhalb deinem Kopff vmbfahrt / so trit mit deinem lincken Fůß wol zůr seiten aus gegen seiner Rechten / folge gleich behendiglich mit deinem rechten Fůß fúrter zů jhm (unnd stich also in disem zůtrit deines Rechten fusses) von Oben gewaltig gegen seinem gesicht / in solchem fürt stechen biige dein vorder Knie jm niedersetzen des fůß wol fúrsich / vnd sencke den obern leib wol vndersich fürsich / dem stich nach / wann du nun in dem hinein stechen mit starckem verwinden die Lange schneid vndersich wendest / so komstu nach ende des stichs in die Vnderhůt zůr Lincken / von dannen eile behendiglich wider in die gerade Versatzung.

Wie du in Versetzen / Dempffen vnnd nach fechten solt.

MErck wann du an deinem gegenfechter gewahr wirst / das er mit vngestúmen háuwen dich mit gewalt zů ruck treiben wil / so versetze jhm (wie bißher gelehrt)mit außgestreckter versatzung ein hauw zwen drey oder vier / so lang biß du dein gelegenheit zů nach geschribenem haw haben magst / als bald du die ersehen hast / vnnd er von von einem gethanen hauw die Wehr wider nach sich oder zůsich ziehen will / so erhebe dein Wehr zůgleich (in dem er sein Wehr zů einem andern hauw auffzeucht) auch vbersich / vnd spring vnder des behende gegen seiner andern seiten von seinem hauw beseits aus / etwas ferners zů jhm / vnd Hauwe eben dieweil er nach herhau=

wet / gerad von Oben zwischen seinem Kopff vnd seiner klingen nider / als woltest du jhme den Arm darinnen er die Wehr fúhret / an seiner Achsel abhauwen / in dem Hauw aber so lasse dein gefeß der klingen (im herab fahren) gegen der erden etwas vorgehn / auch komme mit den fússen jm tretten weit von einander / auff das du deinen obern leib dem Hauw nach dester baß vber dein fúrsich gebogen kni fúrsich vndersich sencken kónnest / wann du nun auff solche weiß aus seinem herfliegenden Hauw ausspringest / vnd Hauwest also in dem er herhauwet zwischen seinem Kopff vnd Wehr gerad von Oben nider zů seiner Rechten achsel / also das nach disem haw nicht allein durch weite von einander tretten / mit dem obern leib wol fürsich vndersich gesenckt kommest / sondern das auch dein gefeß jm herab fúhren des Hauwes / doch mit ausgestrecktem Arm / gegen der erden der klingen wie gemelt etwas vorgange / so triffstu jhm (wann du anders seines rechten Arms fehlest) sein klingen nahet bey seinem gefeß in die stercke / vnd schwechst in dermassen / das du jhm wol zům leib stechen oder hauwen kanst / ege dannn er sich wider erholte / wann du ihn aber mit einem nicht genugsam schwechen kanst / so dempff jm der Háuw einen oder zwen von beiden seiten / wann du dem recht thůst / so wirt er dir vber drey háuw vngeschwecht nicht kónnen volbringen / Dises stuck hab ich nicht allein darumb also eigentlich beschrieben / vnd etlich mal repitiert / dieweil es an jhm selber sehr gut stuck ist / sonder auch darumb dieweil es schwer an jhm selbs / vnd ohn zeigung mit lebendigem leib schwerlich gemerckt / auch mit sonderer geschicklichheit ins werck gericht můß werden.

Wie du dich vor dem herfúhren húten / auch wie du dich gegen die verfúhrten Háuw vnd Stcih verhalten solt.

DIew eil du nun bißher verstendlichest vnnd einfeltig gehórt hast / wie du deines gegenmans Háuw afffangen / abtragen vnd behendiglich nachfechteb solt / so ist nun für das ander auch nótig zů wissen / wie du dich gegen die so dir die Háuw verzucken / in solcher versatzung damit du nicht verfúhrest werdest) halten solt / dann ist dein gegenfechter ertwas erfahren vnd geúbt / so wirt er die háuw (wo er dein steiffes versetzen mercken wirt) nicht alwegen antreffen ladden / sonder wirt dir die verzucken / vmbwechseln / vnd dich verfehlen lassen / Derenhalben damit du von solchen nicht betrogen / sondern zůvorkommen mógest / will ich dir solches durch nach gesetzte Regel erkleren.

Also vnd fúrs erste mercke dises / nemlich das du in allem versetzen / nicht vber spannen weite von dem Puncten in welchem du dein versatzung fúhrest / mit derselbigen zůr seiten (es sey vbersich oder vndersich) aus fahrest / sonder das du alwegen mit deinem gefeß einer guten spannen oder eines werkschuchs weite / jm gezirck vmb den Puncten dein versatzung herumb bleibest / dieweil aber dein leib mit solcher versatzung nicht alzeit genugsam bedeckt oder verwahrt ist / so soltu das vberige theil deines leibs mit außtretten oder mit gebucktem Kopff die Blóß aus seinem hauw / von seiner klingen entzucken oder entziehen / also das du dein gefeß mit ausgestrecktem Arm alzeit vor dir fúhrest / als ein Schilt / vnd wo er also herhauwet oder sticht / demselbigen die Lang schneid entgegen wendest / vnd dein Kopff vnnd gesicht von seiner klingen hinder die deine entziehest / wo er aber sogahr nider stechen würde / so soltu nicht allein mit dem Wehr

vndersich fahren / sondern auch mit dem gantzen leib mit außgestreckter Wehr dich sencken / es sei dann das du deinen vortheil ein stuck zů Fechten ersehen habest / oder wann er dir sogahr nider zůsticht / so verzucke jhm den vndern leib mit ausweichen / vnnd Stiche jhm dieweil gerad vor dir hin zů seinem gesicht.

Zu diser gehórt nun die ander Regel / welche ist dise nemlich / fúhre in allem versetzen die spitz gerichts oder gegen seinem gesicht / vnd wo er nun herhauwet / so wende jm gleichwol (wie bißher gelehrt) die Lange schneid gegen seinem Hauw / vnnd mercke vnder des sehr fleissig wann er seinen herkomenden hauw oder stich wider abzucken wolt / so soltu mit deinem gefeß nicht hernach wischen / sonder allein die Lange schneid herumb wenden / aber mit den tritten folge oder trit behend gegen der seiten / von welcher er seinen Hauw wider abgezucket hat / vnd Stich jhm eben dieweil er noch jm abzucken oder herumbfahren ist / gerichts für dir hinein gegen seim gesicht.

Also versetzestu gar nicht / nemlich das du mit dem gefeß dargegen fahrest / sonder als bald du gewahr wirst das er abzucken will / so tritst du auff die ander seiten / vnnd wendest allein die Lange schneide herumb / vnd stich gleich mit gerade zů fúr dir hin so bistu versetzt / dann welcher den Mann also mit vmbzucken oder Durchwechseln verfúhren oder betriegen will / der Blóst sich oder verkúrzt sich selber / es seye dann sach das er zů sampt dem verfúhen mit den geberden gahr behend sey / aber gegen vnerfahrene vnd vngeúbte Fechter ist es ein gewisser treffer / davon hernach weiter.

Also hastu bißher gehórt / Erstlich wie du jenes Háuw vnd Stich abtragen vnd nach fechten / zům andern wie du dich gegen seinem verfúhren anschicken / vnd jm (dieweil er vmb oder durch wechselt) nachstechen oder eintringen solt / Derhalben will ich jetzt ferner für die hand nemen /

und lehren wie du dich gegen die (so da weder Hauwen nach stechen / sondern allein versetzen vnnd auff das nach Fechten warten) halten jm Vor mit Fechten vnd sie angreiffen solt / zůvor aber ist noch ein stúcklein nótig hieher zůsetzen / welche ich zůuoren verrichten vnnd kurtzlich handeln will / also.

Wie du deinen widerpart mit seinen vngestümpten Háuwen verfehlen lassen / vnd nach fechten solt.

WAnn du jm zůfechten mit gerader Versatzung zů deinem gegenpart ankommen bist / so beib in gerader Versatzung mit außgestreckter Wehr steiff vor dir / vnnd nim wahr wann dein widerfechter mit Hauwen vnd Stechen also vngestúm von beiden seiten auff dich hertringt / so wende jm derselbigen Háuw / Stich ein oder etlich / mit außgestreckter vnd guter versatzung von dir ab / so lang vnd vil biß du vnder des dein gelegenheit ersihest / welche gelegenheit ist wan er am ernstlichsten vnd sichersten mit seinem háuwen herein ficht / Derhalben merck fleissig wann er einen (dir darzu gefelligen hauw herfúrt) do weiche mit deinem vordern rechten Fůß biß zům hindersten / vnd entzucke jm eben in dem sein hauw jetzund treffen sol / dein versatzung vbersich zů dir / gegen der seiten gegen welche er seinen Hauw herfúhret / auff das er mit seinem hauw auff deine versatzung nicht antreffen / sonder hart vor derselbigen dem gach (durch) verfall / vnnd Hauwe jhm behend mit einem weiten zůtrit deines Rechten fůß (ehe dann sein hauw noch recht zůr erden komen) gegen seinem gesicht / Brust oder hand zů / Dises ist ein sehr gut stuck welches du dir durch vebung gemein machen / vnd dem mit fleissigem auffmercken nach forschen solt.

Wie vnd auff was weiß du deinem gegen fechter / der dann nicht (im Vor) weder Hauwen nach Stechen wil / angreiffen vnd gegen jm fechten solt.

IN disem (Vor) angreiffen můstu der vier Blóß wahr nemen / vnnd fleissig auffmercken in welchem theil er sein Wehr jm zůfechten fúhret / wie ich dich dan mit Exempeln auff das einfaltigest vnd deutlichest von einer Blóß zůr andern fúhren will / Also jm ersten zůfechten nim wahr / fúhret er sein Wehr vor jm zů seiner Rechten seiten hoch / so stiche jhm vnderhalb derselbigen inwendig zů seinen bauch / vnd das mit weit ausgestrecktem vñ zůlangetem Arm / disen stich můß er (wil er anders nit getroffen werden) abwenden / versetzen vnd wehren / Derhalben merck fleissig in dem er mit seiner Wehr (den stich zůversetzen) jm herab fallen ist / so zůck den stich wider ab / vnd fahre dieweil er herab fellet mit deiner klingen vnder der seinen durch / vnd zů disem durchfahren trit sprungs weiß wol gegen seiner Rechten auß von seiner Wehr vnnd stich jhm behends (ehe dann er sich mit seiner Wehr wider ermant) außwendig vber seinem rechten Arm zů seinem gesicht oder der Brust zů / wie dir solches die kleiner zwen bossen in der Figur F. gegen der Lincken hand anzeigen / als bald du mit disem stich angetroffen / oder den volbracht hast / so lasse dein klingen von demselbigen ort gegen deiner Lincken abhangen / vnnd zůcke also dein Wehr mit hangender klingen gegen deiner Lincken achsel zů / vnnd Hauwe von derselbigen ein Wehrstreich vberort schlims durch sein gesicht / dises abzucken / durchfahren vnd der Stich sampt dem tretten vnd letsten Wehrstreich / sollen behendiglich auff einander getriben werden / so geht es dir wol an.

Ein Anders.

ODer Hauwe jm mit ernsthafften geberden vnderhalb seiner Wehr / gegen seinem leib durch / vnnd in solchem Hauw trit wol mit gebucktem leib gegen seiner Rechten seiten / deinem haw nach / also das es scheinet sam habest dich verhauwen / so wirt er dir ohn zweiffel ernstlich der Blóß zů nach eilen / Derhalben mercke in dem er also sein Wehr herfúret / so Stich jm abermals mit einem außtrit ausserhalb vber seinem rechten Arm zům gesicht / wie vor.

Auch magstu (nach dem du dich also fürsetzlich verhauwen hast) seine herfliegende klingen von der Lincken seiten (zu deren du mit verhauwen ankomen bist) mit einem Wehrstreich behendiglich von dir wegk hauwen / oder den sonst außschlagen / vnd solchem außschlagen nach oben in der lufft vmb den Kopff fahren lassen / vnd wider gegen seiner rechten seiten stechen oder hauwen.

Wie du jhm begegnen solt / wann er sein Wehr zůr Lincken seiten zů weit vndersich fúhret.

ALs bald du in jm zůfechten erlangen kanst / so Stich jm vnversehens vnd behend ausserhalb vber seinem rechten Arm gegen seinem gesicht / vnd nim war so bald er vbersich aufffehrt vnnd versetzen wil / so wende dein gefeß vbersich gegen deiner Lincken / erhole dich also zů einem haw / vnd Hauwe eilents zům andern (in dem er mit seinem Wehr auffgefahren ist) vnderhalb demselbigen zů seinemschenckel durch / so komstu in die Rechte Vnderhůt / von deren hauwe als dann vberort schlims durch sein gesicht / biß wider in dei Vnderhůt zůr Lincken / vnd ficht ferner.

Ein anders / wie du jhm (so er sein Wehr zů weit auff die seiten fúhret) zůfechten solt.

ALso fúhret er sein Wehr zů weit gegen seiner Lincken / so Hauwe mit einem außtrit gegen seiner Rechten seiten / von aussen vber seinem rechten Arm zům Kopff / vnnd als bald er demnach aufffehrt den zů versetzen / so zůcke dein Wehr (in dem sie eben jetzt antreffen sol) von seinem Arm wider ab / vnnd fahr mir derselbigen vnder der seinen durch / vnd Stich jm inerhalb seiner Wehr zům Bauch / wan du solchen stich volbracht hast / so fahre behend mit ausgestrckter wehr gerad vbersich in die Oberhůt / zům streich vor dir außgestreckt / auff das (wann er dir vnden weiter zůstechen würde) du jhm solches von Oben nider dempffen kónnest.

Wie du dich gegen dem (der sein Wehr zů weit gegen seiner Rechten fúhret) anschicken solt.

FIehret er nun sein Wehr zů weit (wie gesagt) auff sein Rechte / so mercks als bald du n erlangen kanst / so Stich jhm eilents (ehe er sich dessen verficht) gerad von vornen gegen seiner Brust zů / wehrt er oder versetzt dir den / so wende die halbe schneide gegen seiner Wehr vndersich / laß also dein klingen vnder seiner gegen deiner Lincken durch sincken / vnd Hauwe demnach behendiglich von deiner Lincken gegen seiner Rechten vberort schlims durch sein gesicht / also das dein klingen in solchem durch hauwen neben deiner Rechten seiten hinder dir zů ruck durchlauffe / vnnd wider vmbschiesse in die Oberhůt des rechten Ochsens / zůgleich in solchem vmmschnap

pen trit wol auß noch ferner gegen seiner Rechten seiten / vnd Stich von Oben mit starckem verwenden gegen seinem geischt / also das du mit solchem stich mit deiner Wehr in die Lincke Vnderhůt verfallest / von dannen ficht ferner die stuck so du hernach in diser Hůt beschriben findest.

Ein anders auff den / der sein Wehr zů seiner Rechten seyten fúhret.

IM zůfechten fúhre einen gewaltigen Hauw gegen seiner Lincken / aber auff dem weg dieweil du noch im herhauwé bist / so wende die kurtze schneide einwerts gegen jm / auff das es scheine als stechestu von Oben / aber merck in dem er aufffehret zů versetzen / vnd solcher Stich eben jetz antreffen soll / so lasse die klingen vollends vndersich gegen der erden hangen / vnd zůcke das gefeß (mit von dir außgestrecktem Arm) ferner vbersich / fúhre jhm also sein klingen (wo er anders vnder des herstechen würde) mit verhengen (das ist mit hangender Wehr) zůr seiten auß / zůcke alos dein gefeß mit hangender klingen in solchem ausnemen gegen deiner Lincken Achsel / wende auch dein Rechte seiten dem Wehr wol gegen deiner Lincken seiten nach / vnd Hauwe von derselbigen (mit zwifachem außtretten gegen seiner Lincken) oberhalb seinem Wehr gegen seiner Rechten schlims durch sein gesicht / also das du nach ende des hauwes zů deiner Rechten in die Vnderhůt kommest / von dannen Stich behendiglich gerichts vor dir hin gegen seinem gesicht / in das Lange ort / ficht er dir weiters zů / so schneide seine klinge von dir wegk.

Mit was stucken du ihn angreiffen kanst / wann er in gerader versatzung steht.

FIehret er aber sein Werh also starck vnd steiff vor jhm in gerader versatzung / also das du jhm weder zůr Lincken ach Rechten inbrechen kanst / so nim solche practicierlich stuck für dich / mit welchen du ihn vom Leger oder aus seinem vortheil ablockest / auff das du ime dieweil er abgehet zůr Blóß kommen mógest / Dieweil aber solche Practick so mancherley / also das vnmúglich solche in gewisse forma zů stellen / derhalben wil ich allein etliche Exempel aus welchen du genugsam abnemen / vnd wie du dich ohngefehrlich anschicken solt / lernen kanst.

Das erste Exempel.

ERhebe eylents dein Wehr vbersich / vnd stelle dich mit geberden als woltestu jm neidlichen zům Fůß hauwen / vnd Hauwe auch also ein theil wegs hinein / zů solchem hauw bucke dein leib dem trit vnd hauw wol nach fúrsich / also das es scheine wie du dich gantz bloß geben habest / aber schauwe das du dich in solchem nicht vergebest / sonder behalt dein Wehr in voller sterck / vnd merck fleissig (in dem du also hinein hauwest) ob er dir der Blóß zů eilen wólle / so zůcke deinen gezeigten hauw wider vbersich gegen seiner herfliegenden klingen / vnd schlage jhm dieselbige mit solchem vbersich zůcken / vbersich zůr seiten aus / vnd Stich jhm ehe dann er sich wider erholet / zůr nechsten Blóß / dann so bald er seinen Arm von sich gibt / oder zům stich ausstreckt / so helt er sein klingen dester schwecher / derhalben kan jm die leichtlich außgeschlagen vnd genommen / vnd ehe er sich recht wider erholt / zůr Blóß gestochen werden.

Ein anders.

ALso stelle dich sampt den ernstlichen geberden / als wóllest du abermals wie vor jhm zůn fússen hauwen / aber in dem er deiner gegebenen Blósse zůeilet / so spring behendiglich zůr seiten aus / auß seinem stich / vnnd Stich jhm (dieweil er noch also sein Wehr ausstreckt) vberzwerch ober demselbigen gegen seinem gesicht / welches du jhm gewiß (wo er anders vorsticht) erlangen vnd treffen kanst.

Wie du jhm sein kling mit gewalt außnemen und nach hauwen solt.

ALso Stich jhm oberhalb seiner kli ngen gerad für dir hin gegen seinem gesicht / jm hinstechen aber / wende dein gefeß vbersich gegen deiner Lincken / zů dem so wende auch dein Rechte seiten dem gefeß wol nach / vnd schlage mit der außwendigen flech neben deiner Lincken starck vbersich gegen seiner Rechten durch sein klingen / also das du jhm die mit gewalt von vnden vbersich aus nimest / laß also dein klingen gegen deiner Rechten oben vmb den Kopff fahren / vnnd Hauwe den andern mit einem weitern zůtrit / auch von deiner Lincken / doch schlims von Oben durch sein Rechte / diser anderhauw můß so behend kommen / auff das er antreffe ehe dann er sich von deinem außschlagen wider erholt hat / Den dritten Hauwe als dan von deiner Rechté durch sein Lincke / biß in dei Lincke Vnderhůt / von dannen stich behend (mit einem aussprung von seiner klingen) gerad vor dir hin gegen seinem gesicht / biß in das Lang ort / ficht ferner aus demselbigen wie du bey dem Langen ort geleht wirst.

Ein anders.

MErck begegnet dir einer in solcher steiffer vnd gerader versatzung / davon bisher gelehrt / so trit mit gleicher versatzung zů jm / vnd wann du jhm sein klingen in der mitte erlangen kanst / so erhebe eilents dein Wehr mit ausgestrecktem Arm vbersich / biß in die Rechte Oberhůt zům streich / vnnd Hauwe von derselbigen vnversehenlich mit einem fernern zůtrit deines Rechten fusses / von Oben schlims durch die mitte seiner klingen / also starck das du durch solchen hauw mit deiner Wehr bis in die Mittelhůt zůr Lincken kommest / von derselbigen hauw abermals behendig ich vberzwerch gegen seiner Rechten seiten durch sein gesicht / vnnd gilt gleich ob du den mit Langer / halber schneid / oder fleche volbringest / doch also das dein Wehr durch solchen starcken flug neben deiner Rechten oben wider vmbschiesse / in die selbige Oberhůt zům stich / von dannen stich fernern gewaltig mit starckem verwenden gegen seiner Brust / also das die Lang schneid in solchem furt stechen durch das verwenden vndersich kome / vnd in die Lincke Vnderhůt verfalle / von dannen fahr behend vbersich in die Oberhůt des rechten Ochsens / aus welcher Hůt du als dann die stuck so hernach darinnen beschrieben werden Fechten solt.

Ein anders.

IM zůfechten fúhre dein Wehr auch in gerader versatzung doch hoch / vnnd merck in dem er sein Wehr also ausgestreckt vor jhm her fúhret / so schlage jhm sein klingen vnversehens mit hangeder klingen behendiglich von dir zůr seiten aus / fast auf solche weiß wie dir solches das

Bilde in der Figur C. gegen der Lincken hand anzeiget / zůgleich in solchem außschlagen spring wol aus gegen seiner Rechten seiten / vnd laß dein kling wider von seiner Wehr gegen deiner Lincken vmbschnappen in die Hůt des lincken Ochsens / doch nicht so hoch neben dir wie sonst / vnd stich also vber die Hand gerad vor dir hin gegen seinem gesicht / diser stich sampt dem aussprung můß behendiglich auff das ausschlagen (ehe es sich mit seiner Wehr wider erholet) volbracht werden.

Ein anders.

IM zůfechten als bald du dein gegenpart erlangen kanst / so Hauwe jhm in einem Ruck sein Wehr vnversehens von dir zůr seiten aus / aber in solchem ausschlagen schauwe das du dich nicht seiner wehr nach verfahrest / sonder behalt dein Wehr in guter sterck / vnd Stich eilents gerad für dir hin zů seinem gesicht / vnd das ehe er sich vom außschlagen erholet / Wann du jhm nun also vnversehens ausschlagest vnd nach stichst / so wirt er gehlingen wider vbersich fahren wóllen zů versetzen / darumb so hab acht in dem er vbersich auffehrt / das du jhm behendiglich zů seinem fürgesetzten Fůß hauwest.

Ein anders.

ODer / so er sich mit keinem stuck abtreiben noch aus seinem vortheil bringen lassen wil / so hauwe jhm von beiden seiten kreutzweis vnderhalb seiner klingen nahet an seinem gefeß durch / dan mercke gleichwol vnderdes / wann er aus derselbigen seiner versatzung herfehret zů stechen /

so hauwe jhm sein herfahrene klingen von dir aus / vnnd eile behendiglich zůr Blóß / dann mit dem das du jhm also von beiden seiten etliche Háuw durch sein versatzung hauwest / machstu in zornig / auff das er dester ehe dein Blóß (die du jhm mit solchem durchhauwen geben must) zůficht / als bald er dann sein Wehr von jhm ausstreckt / so ist er mit derselbigen in der versatzung schon schwecher / darumb kanstu sein klingen leichtlich ausschlagen vnd nach fechten / oder fahr mit deiner Wehr vbersich in die Oberhůt / vnd biete jm den vordern leib also bloß dar.

Oberhut.

DIeweil du nun durch das ganze Fechten immer auß einem Leger in das ander komest / so will ich wie anfangs gemeldet / ein Leger nach dem andern fürnemen / vnd dich durch Exempel lehren wie du aus denselbigen ohngefehrlich fechten solt.

Das erste Exempel wie du mit einem / auß der Oberhůt zůgleich hinein stechen solt.

WAnn du jm zůfechten mit der geraden versatzung für deinen Mann kommest / vnnd er aber sich mit keinen stucken wil ablocken noch aus seinem vortheil reitzen lassen / so fúhre dein Wehr vbersich in die rechte Oberghůt des Ochsens / vnd fúhre jhm also den ort mit vbersich fúrsich außgestrecktem Arm gegen seinem gesicht / als bald er demnach auff dich sticht / so weiche mit deinem lincken Fůß hinder deinem Rechten zů jhm aus / vnnd tritt behend mit dem rechten Fůß auch fúrter zů jhm / in solchen tritten aber wende die Lange schneide gegen seinem herkommenden stich / vnnd Stich also mit jm zůgleich von dir hinein / so versetzestu vnnd triffest mit einander / wie das grósser bild in der Figur F. gegen der Lincken hand anzeiget / Dises stuck kanstu aus allen andern Huten auch treiben / gleich wie aus diser Oberhůt / nemlich das du aus seinem stich ausweichst / vnd wendest die Lange schneide gegen seiner klingen / fúhrest jhm die zůr seiten aus / vnd stichst mit jhm hinein.


Ein anders / wie du jhm sein klingen von dir wegkschneiden vnd nach fechten solt.

WAnn du also vbersich in die Oberhůt zům stich ankommen bist / vnd dein widerpart sticht oder hauwet von seiner Rechten gegen dir / so trit abermals zwifach wie vor gegen seiner Lincken seiten auß seinem stich / vnnd wende behendiglich die Lange schneide aus der Oberhůt vndersich / vnnd in solchem vndersich wenden / so hauwe in einem flug mit nachgestrecktem Leib vollen gegen seiner klingen durch / biß in die lincke Vnderhůt / von dannen hauwe oder stich (ehe er sein klingen vnder der deinen herfúr Ruckt) gegen seinem gesicht / dises ist auch ein gut Regel aus allen Legern zůfechten / nemlich das du jm von einer seiten sein klingen schlims oder vberort vndersich von dir weg hauwest / vnd demnach eilents den andern von der andern seiten nach / es sey vnder oder oberhalb seiner klingen (jhe nach dem er behend wider auffkommen ist) zů seinem Leib.

Wie du jhme mit verhengen außnemen vnd nach fechten solt.

ALso wann du dein Wehr in der Oberhůt zům stich fúhrest / vnd es sticht dein gegenfechter auff dich her / so behalt dein gefeß vor dir / ein wenig zůr seiten ausgestreckt / vnnd laß dein klingen mit dem ort gerichts vor dir vndersich hangen / wende also mit hangender klingen (in dem er wie gesagt hersticht) dein gefeß gegen deiner Lincken / auff solche weiß fúhre jhm sein klingen zůr seiten aus / Wann du jhm nun also sein klingen sampt den austretten mit hangender klingen ausgeschlagen hast / so magst du als dann dem ausschlagen nach die klingen vmb den Kopff fahren lassen / vnnd mit einem weiten zůtrit deines rechten Fůß / von deiner Rechten gegen seiner Lincken vberzwerch starck durch hauwen / den andern hauw gerad von Oben mit einem gezogen Dempffhauw durch sein gesicht / so kompstu jm herab hauwen mit deinem gefeß ehe zůr erden dann mit der klingen / wie das grosser Bild in der Figur G. zůr rechten hand anzeigt / von dannen stich behend (ehe er sich widerum von solchem Dempffen erholet) gegen seinem gesicht.

Oder wann du jhm also mit hangender klingen ausgeschlagen hast / so laß dein kling (in dem du gegen seiner Lincken austretten bist) auch vmb dein Kopff fahren / zů dem so laß auch die spitz gegen des Mans gesicht fúr schiessen / in die Hůt des lincken Ochsen / von dannen stich gleich mit vorgemeltem austretten gegen seinem gesicht / als dann Hauwe von beiden seiten kreutzweis schlims gegen seinem gefeß durch.

Oder nach dem du jm also ausgeschlagt hast / so laß die klingen vmbschiessen in die Hůt des lincken Ochsens wie vor / trauwe jhm also vber die hand zů stechen / welchem stich er entgegen vbersich fahren wirt den zů versetzen / dieweil er aber also vbersich fahret / so trit mit dem Rechten fůß noch fernern vmb zů seiner Rechten / vnd Hauwe jhm gegen demselbigen schenckel durch / Den andern Hauwe behend vberort von oben durchr sein gesicht / also das du mit deiner Wehr in die Vnderhůt zůr Lincken ankommest / von welcher Vnderhůt Reisse behendiglich mit halber Schneid wider vbersich gegen deiner Rechten / vnd lasse dein klingen hiemit vmb dein Kopff fahren / vnd Hauwe jhm gegen seiner Rechten schlims durch sein gesicht.

Ein gut stuck so mit dem verhengen / volbracht kan werden.

WAnn du im zůfechten in die Oberhůt des rechten Ochsens ankommen bist / vnd wirst aldo gewahr das einer mit gewalt auff dich hersticht / so trit sprungsweiß wol gegen seiner Lincken zůr seiten aus seinem herkommenden stich / vnd wende jhm den mit hangender klingen wie bißher gegen deiner Lincken aus / in solchem ausnehmen aber trit mit deinem Lincken fůß noch ferner hinder deinem rechten fůß zů jhm / auch folge mit dem rechten eilents dem stich nach fúrt / vnd wende jhm hiemit deinen rucken / Stich also vnder deinem rechten Arm mit verkehrtem stich von hinden gegen seinem Bauch / demnach wende dein gesicht behend wider gegen jhm / vnd Hauwe mit ausgestreckter Wehr in einem rad gerad von oben nider / mit einem hindersich trit deines Fusses / durch sein gesicht / als dann fahr mit deinem gefeß wider vbersich / vnnd verwechsel zů gleich mit deinen Fússen auff das der recht wider vor stand.

Regel.

AUß disem Ochsen ficht jhm fúrnemlich gegen seinem Arm / also wann er von vnden oder gerad zů / gegen dir her sticht / so entziehe jhm deinen leib mit zůsamen weichung deiner fúß zů ruck / vnd Hauwe oder Stich jm dieweil er seinen Arm ausstreckt gegen demselbigen Arm / gefeß / oder hand / darinnen er sein Wehr fúhret.

Item wann du also in gemelter Oberhůt vor deinem widerpart stehest / vnd er Sticht dir von vnden oder gerad her / dir zů / so trit mit deinem lincken fus wol aus gegen seiner Rechten / vnnd verwende dieweil dein klingen mit der spitz hinder dir aus zům streich / Hauwe jhm demnach seine herfliegende klingen von deiner Lincken gegen deiner Rechten mit hangender klingen aus / wie solches das vnder grosser Bild zůr lincken hand in der Figur C. anzeigt / trit gleich in disem ausschlagen mit deinem Rechten ferner gegen seiner Rechten / von solcher versatzung zůcke dein Wehr gegen deiner Lincken wider ab / vmb den Kopff / vnd Hauwe jm oberhalb seiner Wehr (ehe dañ er die wider auff oder die in sein kreffte bringt) von deiner Rechten schlims durch sein gesicht / oder gegen seinem arm vnd hand darinnen er die Wehr fúhret zů / so kompstu in die Lincke vnderhut.

Wann er nicht Hauwen nach stechen wil / wie du vor jhm fehl stechen ausnemen vnd nachstechen solt.

ITem jm zůfechten kom vbersich in die Oberhůt / in dessen wann du also vor ihn stahst vnd er nicht arbeiten wil / so trit mit deinem Lincken fůß fúrter zů jhm / vnnd in dem du also fúrtritst so Stich von Oben ausserhalb deinem Lincken fůß zů ruck durch fehl fúruber / also das du (nach ende des stichs wider in die hůt des lincken Ochsen kommest / von dannen Reiß jhm sein herfliegenden klingen mit halber schneid vndersich gegen deiner Rechten aus / in solchem ausnemen aber trit ferner mit deinem rechten Fůß wol gegen seiner Rechten vmb zů jhm / Stich jhm von Oben mit starckem verwenden / vnnd einem weiten zůtrit deines rechten Fusses gegen seinem gesicht / also das du nach ende des Stichs zůr Lincken in die Vnderhůt kommest.

Item wann du jm zůfechten neben deinem fúrgesetzten Lincken schenckel zů ruck fehl durch stichst / so gibst du hie mit dein gesicht ganz bloß dar / Derhalben wirt er ohn zweiffel in dem du zů ruck durch stichst bald nach stechen / darumb wann du solches seines her stechen gewahr wirst / so trit mit deinem rechten Fůß ferner zů gegen seine rechten seiten auß / vnd stich aus dem lincken Ochsen (in welchen du mit gemeltem durchstechen ankommen bist) mit jhm zůgleich ausserhalb seines Rechtens arms zům gesicht hinein / vnnd merck fleissig das du in dem hinein stechen die Lange schneide bald gegen seiner klingen wendest / auch den Kopff wol auff dein Lincke seiten / von seiner klingen hinder die deine entzuckest / so triffestu (wo er anders gestochen hat) gewiß an / auß diser Hůt kanstu auch Dempffen / Durchgehn / Sperren / vnd was dergleichen mehr stuck seind gegen jm fechten.

Sperren treib also / wann du also in der Hůt des Ochsen stehest zůr Rechten / hauwet dir einer zůn fússen her / es sey von welcher seiten es wólle / so sencke den vordern ort von der andern seiten gegen seinem hauw / biß auff die erdt / mit außgestrecktem hangendem Arm / so geben die klingen ein kreutz wie du solches in der Figur B. sehen kanst / sperr jhm also den Hauw das er mit seinem hauw nit durch komen kan / vnd trit gleich auch mit beyseitz auß / aus seinem hauw / vnd als bald der es glitzt so stich an sein Wehr / vber oder vnder seiner klingen behendiglich gegen seinem leib / zůck die Wehr behend wider vnd Hauw durch das kreutz von dir nach.

Auß diser hůt hastu natürlich den Zornhauw / welchen so du ihn durch sein Lincke hauwest / so komestu in die Vnderhůt zůr Lincken / auß welcher ficht also.

Wie du auß der Vnderhůt zůr Lincken außnemen vnd nach stechen solt.

WAnn du nun (es seye durch Abschneiden oder sonst durch verhauwen zůgangen) in dise Hůt ankommen bist / vnnd er sticht demnach von Oben gegen deinem gesicht her / so nim jhm sein herfliegende klingen mit halber schneid in einem Riß úbersich gegen seiner vnd deiner Rechten mit aujßgestrecktem Arm starck aus / in solchem außreissen laß dein klingen ober deinen Kopff vollen vmbschnappen / in die Hůt des rechten Ochsens / von welchen stich behend mit einem zůtrit deines rechten Fůß gegé seinem gesicht / auch wende in solchem fúrt siechen die Lange

schneide vndersich / auff das du jhm (wo er in dessen auch stechen würde) sein stich mit dem deinen außwindest.

Oder wann du jhm also seinen stich ausgenomen hast / so laß dein klingen nach solchem außnemen oder deinem Kopff vmbfahren / vnd trit dieweil mit deinem rechten Fůß wol aus / gegen seiner Rechten / vnd Hauwe jhm hiemit außwendig gegen seinem Rechten schenckel durch / also das du nach ende des hauwes mit deiner Wehr in die rechte Vnderhůt ankomest / von deren Hauwe als dann eilents gegen seiner Lincken / aber einen Zornhauw schlims veberort mit außgestreckter klingen starck durch / so komstu wider in die Lincke vnderhut.

Oder so du jhm also hast ausgenomen / so laß abermals ober deinem Kopff vmbschnappen in die Hůt des rechten Ochsens / vnd trauwe jm also von oben zů stechen / das wirt er versetzen wóllen / aber in dem er aufffehrt solchen stich abzutragen oder zůversetzen / so lasse den stich nicht antreffen / sonder verzuck dein klingen wider gegen deiner Lincken vmb den Kopff / vnd Hauwe jhm von deiner Rechten mit wol nider gesencktem leib / vnnd außgestreckter Wehr / auch gegen seiner Lincken zů seinem fúrgesetzten schenckel vberzwerch durch / Den andern Hauwe als dann von deiner Lincken durch seine Rechte / der obersten vberort hangenden Lini nach / als ein Wehrstreich durch biß in die rechte Vnderhůt / also hastu nach disem außnemen dreyerley art nach zů fechten gelehrt / Nemlich mit einem Oberstich / zům andern mit einem Hauw / zům driten mit eim verfúhrten hauw.

Wie du auß der Vnderhůt außnemen vnd und von vnden nach fechten solt.

IM zůfechten schick dich in die Lincke Vnderhůt / so bald er auff dich herstechen oder hauwen wil / nemlich gegen deiner Rechten / so trit als bald gegen seiner Rechten zůr seiten aus / vnnd gleich mit solchem außtretten so wende dein klingen hinder dir auß zům streich / hauwe jm also von deiner Lincken von oben auff seine klingen / ein starcken Dempffhauw / vnd Stich jm demnach ehe dann er sein klingen vnder der deinen herfúr bringt / vbersich gegen seinem gesicht / biß in das Lang ort hoch / von dannen / wo er dir aber von vnden ferner zůstechen wirde / so schneide solches vndersich biß in die Lincke Vnderhůt von dir ab.

Item wann du jhm sein Hauw also von Oben nider gedempffet vnd nach gestochen hast / so merck in dem er auff fehrt vnd dir den stich versetzen will / so fahr mit der spitz neben seinem rechten Arm herumb / vnnd Stich jhm dieweil er aufffehrt / vnder seinem Arm hinein.

Ein ander stuck nach seinem rechten schenckel gerichtet.

ALso wann du in der Vnderhůt zůr Lincken stehest / vnnd dein gegenfechter sticht oder hauwet von oben her / so verwende dein klingen hinder dir auß zům streich / vnd Hauwe mit Langer schneide von vnden auff vbersich gegen seiner klingen / vnd als bald nun die klingen zůsamen gliitzen / so wende die kurtze schneide vber die hand gegen seiner klingen einwerts / vnd dieweil die klingen also noch zůsamen rúhren / so wende dein knopff wol vebersich / damit erholest du dich zům hauw / Hauwe demnach behend von seiner klingé ab / außwendig zů seinem fúrgesetzten schenckel / also hast zwen háuw von einer seiten volbracht / Nemlich den ersten von vnden gegen seiner klingen / vnd den andern von Oben außwendig zů seinem Rechten schenckel.

Ein anderß / wie du aus der lincken Vnderhut durch gehn solt.

ALso wann du dein Wehr in der Vnderhůt zůr Lincken fáhrest / so merck in dem er hersticht / so fúhre dein klingen mit dem ort nahet bey der erden bleibent vnder der seinen / von deiner Lincken gegen deiner Rechten durch / also behend / auff das du jhm seine herfliegende klingen von deiner Rechten gegen deiner Lincken außschlagen kónnest / dieweil du jhm aber seinen stich außschlechst / dieselbige weil trit auch wol gegen seiner Lincken / vnd Stich jhm inwendig zů seiner Brust / welche du gewiß hast / wo er anderst fúrt sticht / vnd du jhm recht thůst.

Ein anders / wie du jm vbersich außreissen vnd jm herabfahren durch hauwen / vnd zůr andern seiten stechen solt.

IM zůfechten schicke dich in die Lincke Vnderhůt / vnd nim fleissig wahr als bald er gegen dir her sticht / so nim jhm sein klingen mit deiner halben schneide mit außgestrecktem Arm starck vbersich gegen seiner deiner Rechten auß / also das du mit deiner Wehr vbersich in die Oberhůt zům streich komest / von deren Hauwe behend wider von oben vnderhalb seiner klingen (dieweil der dieselbige jm wider zůsich ziehen noch in der höhe fúhret) gegen seinem bauch durch / biß wider in die lincke Vnderhůt / von derselbigen Stich behendiglich (mit einem außsprung gegen seiner Rechten) oberhalb seinem rechten Arm gegen seinem Gesicht.

Wie du jhm alle stich auß der lincken Vnderhůt / sie komen von Oben oder vnden.

ALle Stich die dein widerpart auff dich herfúhret von Oben oder gegen deinem gesicht zů / sie solt du von vnden vbersich / nach außweisung der Schlimen vberort auffsteigenden Lini außschlagen / vnnd das kanst du thůn mit der halben oder ganzen schneide / vnd auch mit der außwendigen flech / demnach so bald du außgenommen hast / so magstu zů welcher seiten du wilt nach stechen oder hauwen / allein das solches behend (ehe das er sich wider erholet) gescheche vnd volbracht werde.

Sticht er aber von vnden / so solt du jhm denselbigen von Oben schlims vberort gegen deiner Rechten vndersich außschlagen / vnd das auch wie vor / mit der ganzen oder halben schneide / wie auch mit der flech / du nemest jm die nun von Oben oder von vnden auß / so soltu zůgleich auch von seiner Wehr gegen seiner Rechten wol außtretten / so geht dir das außnemen dester stercken an / demnach hauwe oder stich behendiglich nach / so bald du aber nach gestochen oder gehauwen hast / so bald soltu auch wider mit einem absatz an seiner klingen sein / dich ferner von seinem vberfal zů schútzen / auff solche weiß kanstu nun auß diser Vnderhůt (wo du dich darein verhauwen hast) behendiglich gegen jhm Fechten.

Oberhůt zůr Lincken.

WAnn du nun also in der Vnderhůt zůr Lincken stehest / so erhebe dein Gefeß vbersich neben deinem Kopff / biß in die lincke Oberhůt / vnd ficht als dann auß derselbigen auff solche art wie volgt. Merck wann du also vor deinem gegen man in der Lincken Oberhůt stehest / vnd er sticht dir gegen deinem gesicht zů / so spring in dem er hersticht wol auß seinem stich / gegen seiner Rechten seiten / vnd stich mit jm zůgleich aussen vber seinem rechten Arm zů seinem gesicht hinein / vnnd in solchem hinein stechen wende die Lange schneid gegen seiner klingen / so versetzestu vnd triffst zůgleich mit einander. Oder setze jhm sein stich / dieweil du also außtritst mit Langer schneide ab / als dann stich erst behende nach.

Zwen guter stich aus beiden Ochsen zůfechten.

WAnn du dein Wehr also in der Lincken Oberhůt fúhrest / vnd er sticht dir als dann gegen deinem gesicht zů / so Siche aus diser Oberhůt / ausserhalb seiner Wehr gegen seiner herfliegenden klingen / mit jm zůgleich krefftiglich zů seinem Arm hinein / vnd in dem du also hinein stichst / so wende dein Gefeß vnder seiner klingen durch / vbersich gegen deiner Rechten seiten / auff das du mit solchem durchwinden / jhm sein klingen gegen deiner rechten seiten auswindest vnd abfúhrest / demnach Stiche jhm innerhalb seinem Gefeß in dem er sein Wehr zů sich zeucht behendiglich gegen seiner Brust hinein / zůgleich mit disem stich wende dein Gefeß sampt der Langen schneide wider vndersich gegen deiner lincken / so fúhrestu jm sein klingen abermals aus / zů dem das du getroffen hast.

Ein anders.

So aber dein gegenfechter auff dich weder stechen noch hauwen wil / als dann treib dise stich also auff in / Stiche erstlich aus der Lincken Oberhůt ernstlich auswendig seinem rechten Arm zů / jm hinein stechen aber so wende mit deinem Gefeß sampt der klingen vnder der seinen durch / vbersich gegen deiner Rechten / vnd Stiche jm behendiglich in dem er mit seinem Gefeß deinem ersten stich entgegen gefahren ist / innerhalb desselbigen zů seiner brust / welche er dann mit seinem versetzen ganz entblóst hat. Ferner kanstu auch alle háuw vnd stich / aus diser Hůt mit Langer schneide abwenden biß in das langort.

Auß diser Hůt kanstu Abschneiden / Dempffen / von vnden vbersich außschlagen / Sperren vnd was dergleichen stuck seind / die du alle in andern Legern weitleuffiger beschriben findest / auß welchen du es auch wol in dise hůt durch vebung bringen kanst.

Underhůt zůr Rechten welche wirt auch Nebenhůt genant / wie du darauß Fechten solt.

AUß diser ficht also / wann er dir (diewil du in die Nebenhůt ankomen bist) zů sticht / so trit mit deinem Lincken fůß wol hinder deinem Rechten zů jm / gegen seiner Lincken seiten / vnd trit mit dem Rechten auch fúrter zů jhm / vnnd in solchem tretten stiche auß der Vnderhůt gerad gegen seinem gesicht / aber in dem du also hinein stichst / so wende die Lange schneid sampt dem gefeß gegen seiner klingen / auff das du jhm sein klingen hiemit abwendest / vnd also in dem du versetzest / zů gleich auch mit der spitz antreffest / so bald du den stich vollendet hast / so hebe dein klingen mit außgestrecktem Arm vbersich gegen deiner Rechten / vnnd Hauwe behends wider von Oben nider auff die mitte seiner klingen / also das du jhm sein klingen starck ausschlagest / vnd ehe er sich wider ermane vnd auff kompt / so Stich jhm eilents wider gerad fúr dir hin gegn seinem gesicht.

Wie du auß diser Hůt Abschneiden vnnd nach Fechten solt.

STicht oder Hauwet dein widerfechter von seiner Rechten auff dich / so erhebe dein Wehr (in dem er hersticht) vbersich gegen deiner Rechten / vnder des trit auch mit deinem rechten Fůß ferner zů jhm / vnnd Hauwe zůgleich mit solchem zůtretten gegen seiner herfliegenden klingen von deiner Rechten schlims vberort starck durch / in solchem hauwen aber soltu dein gefeß der klingen jm herab fahren etwas vor fúhren / zů dem auch durch weit tretten mit dem obern leib wol fúrsich vndersich gesenckt komen / fúhre jm also sein klingen durch disen hauw mit auß=


gestrecktem Arm schnitst weiß von dir vndersich ab / vnnd Stich jhm behendiglich (ehe dann er sein klingen vnder der deinen herfúr bringt) vbersich zů seinem gesicht / also das du jm antreffen des stichs jm Langen ort hoch standest / vnd so er dieweil wider fertig ist / vnderhalb deinem Wehr gegen deinem Bauch her zů stechen / so behalt dein hand smapt dem Gefeß also außgestreckt vor deinem gesicht / die klingen aber laß dieweil gegen seiner Rechten vndersich sincken / vnd schlage jhm also seinen stich mit hangender klingen von deiner Lincken / gegen deiner Rechten zůr seiten auß / vnd das mit der inwendigen flachen klingen / zůgleich in solchem außschlagen trit mit deinem Lincken Fůß wol aus gegen seiner Rechten / demnach zůcke dein Gefeß vbersich gegen deiner Lincken / vnd trit in dessen mit deinem rechten Fůß auch weiter gegen seiner Rechten zůr seiten aus / Stich oder Hauwe als dann behendiglich von deiner Lincken gegen seinem gesicht / oder seinem Arm zů.

Wie du mit deiner klingen vnder der seinen durch gehen solt.

ITem merck fleissig in dem er von Oben her sticht / so fahre mit deiner klingen vnder der seinen durch / vnd fúhre jhm die mit abschneiden von deiner Lincken gegen deiner Rechten / wie du solches an dem vndern mitlern Bild in der Figur D. mercken kanst / ab / vnd Stich jhm behendiglich gegen seinem gesicht / oder nach dem du jm mit deiner Wehr durchgangen / vnd jhm die seine abgeschnitten hast / so laß dein klingen neben deiner Rechten auß fahren / vnd Hauwe jhm mit gewaltigem außtretten gegen seiner Rechten / ehe das er recht auff kompt vornen zů seinem gesicht.

Wie du auß der Vnderhůt alle deines gegenmans Háuw und Stich / von beiden seiten kreutzweiß von dir wegk hauwen vnd nach fechten solt.

WAnn du nun also in der Vnderhůt zůr Rechten stehest / so Hauwe jhm von beiden seiten alle seine Háuw vnd Stich mit Wehrstreichen / das ist mit schlimmen Zornháuwen / durch die vberort Lini von beiden seiten kreutz

weiß starck / vnd schnitsweiß von dir / vnd das hoch oder nider / mit auffrechtem oder nider gesencktem leib / jhe nach dem er seine Háuw hoch oder nider herfúhret / so lang biß du ihn eintweders múth machest vnd schwechest / oder sonst deinen vortheil andere stuch zů Fechten haben kanst.

Es gilt auch gleich vnd soll dich nicht irren / von welcher seiten er seinen hauw am ersten herfúhret / dann wann er seine háuw von seiner Lincken gegen deiner Rechten herfúhret / so soltu mit deiner klingen vnden durch gehn / vnd auch von deiner Lincken gegen seiner Rechten dar gegen hauwen / wie nechst hievor vom durchgehn gelehrt / Hauwet er aber von seiner Rechten / so Hauwe auch mit erhebter Wehr von deiner Rechten gegen seiner klingen durch.

Ein anders / wie du jhm sein klingen vbersich außschlagen / und durch ein Mittelhauw schwechen / vnd mit einem Oberhauw Dempffen / vnd eilents nachstechen solt.

BEgegnet dir einer in gerader versatzung / wann du in die rechte Vnderhůt komen bist / so fúhre dein klingen eilents mit dem ort / das ist / mit der spitz vnden bey der erden / vnder der seinen biß zů seiner halben klingen durch / in solchem durchfahren so wende die Lange schneide vbersich / also das die außwendige flache hand gegen dir stand / Hauwe also von vnden vbersich gegen seiner klingen durch / vnd ziehe hiemit dein Wehr vmb deinen Kopff / vnd Hauwe den andern ein Mittelhauw von deiner Rechten / vberzwerch starck durch sein gesicht / also das dein wehr gegen deiner Lincken seiten wider vumb den Kopff fliege / vnd Hauwe den dritten behend von Oben nider / in einem zů gerichts durch sein gesicht / zů solchem hauw soltu durch weit von einander tretten / vnd mit dem obern leib wol nider gesenckt kommen / auch dein Gefeß mit außgestrecktem Arm der klingen / jm herabhauwen ein gut theil gegen der erden vor fúhren / dardurch du jhm sein klingen dester mehr schwechen vnd vndersich tringen kanst also bald du disen hauw volbracht / als bald Stich gerad fúr dir hinein / er habe sein Wehr wider vnder der deinen herfúr bracht oder nicht / allein wende jm hinein stechen die Lange schneide gegen seiner klingen / so hast fu jhm bald versetzt.

Wie du jhm mit hangender klingen außschlagen und nach stechen solt.

AUch magstu das ende des fúnfften hievor gesetzten stuck / auch auß diser Vnderhůt auff solche weiß gegen der geraden Versatzung brauchen / Also erhebe dein Wehr auß der rechten Vnderhůt neben deiner Rechten vbersich / vnd trit dieweil mit deinem Lincken fůß gegen seiner Rechten zůr seiten auß / vnd schlage hiemit sein klingen mit deiner inwendigen fleche / von deiner Lincken gegen deiner Rechten / zwischen dir vnnd jhm auß / also das in solchem außschlagen dein klingen vndersich hang / vnnd dein Knopff vbersich stand / so bald das außschlagen geschehen / so spring noch ferner gegen seiner Rechten vmb / vnnd Stich jhm behend ehe dann er sich von dem außschlagen wider erholt / zů seinem gesicht.

Wie du mit den Háuwen von einer seiten zůr andern vmbwechseln solt.

DAs mercke wann du in die rechte Vnderhůt ankommen bist / vnnd dein gegen fechter hauwet oder sticht von Oben auff dich her / so Hauwe mit Langer schneide schlims von vnden starck vbersich / gegen seiner herfliegenden klingen / vnd gegn deiner lincken Achsel ganz durch / ja so starck das dein Wehr eben in demselbigé schwung gegen deiner Lincken vmb dein Kopff wider ablauffe / zů in dem allem dein Gefeß vollen vmb den Kopff / vnd hauwe den andern auch von deiner Rechten / schlims von Oben durch sein lincke Achsel / zů solchen beiden háuwen soltu alwegen mit den fússen jm tretten weit von einander komen / auff das du mit dem obern leib den háuwen nach / desto weiter zůlangen kónnest / demnach wann du nun mit dem andern Hauw zů deiner lincken Vnderhůt komen hist / vnd er hauwet oder sticht abermals auff dich her / so Hauwe auch aus diser Vnderhůt / gleich wie aus der vorigen / von vnden gegen deiner vnd seiner Rechten / wie auch gegen seiner herfliegenden klingen vbersich / vberort starck durch / also das dein klingen Oben neben deiner Rechten ablauffe / vnnd zůcke dein Wehr von

derselbigen deiner Rechten vollen vmb den Kopff / vnd Hauwe den andern auch von deiner Lincken / aber von Oben gegen seiner Rechten / vberort oder schlims mit wol nach gehengdem leib durch sein gesicht / so kommestu mit deiner Wehr wider zůr Rechten in die vnderhut.

Wie du im hinein stechen durchwechseln solt.

WAnn dir einer in der Eysenporten begegnet / so laß dich mit ernsthafften geberden vnd tretten mercken / als woltestu jhm alben zů vornen gegen seinem gesicht stechen / dieweil du dich aber also mit geberden zům Stich anschickest / vnd zům theil hinein stichst / so nim fleissige wahr ob er sich vor deinem stich besorget / vnd demselbigen mit versatzung begegnen wólle / als bald du dessen jm hinein stechen gewahr wirst / so fúhr dein stich (in dem er dem selbigen entgegen aufffehrt) vnder seiner klingen durch / gegen seinem rechten Arm zů / als bald er also dein durchstechen vermercken wirdt / so wirt er eilents sein Gefeß herumb wenden / vnd den stich auch versetzen wóllen.

Derenhalben ob du wol ernsthaffte geberde fúhrest / so soltu doch mit deinem hinein stechen nicht zů gehe sein / auff das wann du seines versetzens gewahrt wirst / du deinen vordern ort neben seinem Gefeß ein wenig vndersich sincken lassest / vnd dasselbige vnden durch fúhren kónnest / Stich jhm als dann behendiglich von inwendig zů seinem bauch / demnach hebe dein Wehr behendiglich vbersich gegen deiner Rechten / vnd Hauwe eilents ein kreutzstreich durch sein gesicht / dises alles sol eilents vnd behende volbracht werden. Auch soltu in disem Durchwechseln acht haben das er dir nit ohnverletzt (dieweil du durch fehrest) gerichts fúr jhm hin zů deinem gesicht steche / dann das ist der Bruch auff solches Durchwechseln / darumb wann du dessen in deinem durchwechseln innen wirst / so soltu behend mit deinem Gefeß vbersich aufffahren / mit außgestrecktem Arm biß fúr dein gesicht / hiemit seinen sticht abzutragen / vnd Stich behendiglich wider nach / dann jhm vnmúglich ist / sich von seinem gehlingen eilen so geschwindt zů erholen.

Wie du jhm sein klingen mit einem gegenhauw abweisen / vnd nach stechen solt.

IM zůfechten merck wann dein gegenfechtern sein Wehr zů einem Hauw oder stich zů sich zeucht / dieselbige weil erhebe auch dein Wehr vbersich / vberort gegen deiner Rechten / vnd in dem er sein Wehr herfúhret / es sey zům hauw oder stich / so Hauwe auch schlims gegen seiner klingen starck durch / also das du jhm mit disem seine klingen gewaltig zůr seiten außschlagest / als bald vnd ehe dann er sein Wehr wider auffbringt / so Stich jhm gerad vor dir hin zů seinem gesicht.

Wie du jhm seinen hauw außschlagen / vnd durch seine fúß hauwen solt.

DEm thů also / als bald er auff dich her hauwet oder sticht / so Hauwe jhm wie nechst gelehrt sein klingen mit sterck von dir auß / also das du mit solchem hauw dein Wehr zů deiner Lincken seiten bringest / wann du jhm nun also sein klingen mit stercke ausgeschlagen hast / so wirt er aus forcht des stichs mit seiner Wehr wider vbersich Reisen / derenhalben Hauwe jm dieweil er aufffehrt von deiner Lincken / vberzwerch durch sein rechtes Bein / mit wol nach gehencktem leib ganz durch / laß dein Wehr dem hauw nach / nicht zů weit verfahren / auff das du von deiner Rechten gegen seiner Lincken durch sein gesicht einen gewaltigen vñ geschwinden Wehrstreich habé mógest.

Ein ander stuck / wie du jhm den Stich verzucken / und mit verhengen auß der Vnderhůt fechten solt.

IM zůfechten so bald du ihn erlangen kanst / so Stich jhm vnversehen aus der Vnderhůt gegen seiner Lincken / zůcke dein Wehr eilents von stich wider ab / gegen deiner Rechten Vnderhůt / in dem du aber also abzuckest /

wirt er dir eilents nach stechen / derenhalben so wende dein Gefeß in dem du solches zů dir zeuchst / mit außgestrecktem Arm auch vbersich in die hóh biß fúr dein gesicht / dein klingen aber lasse in dessen vndersich hangen / schlage jhm also sein herfliegenden stich mit hangender klingen / von deiner Rechten gegen deiner Lincken aus / in solchem ausschlagen aber / spring wol gegen seiner lincken seiten aus / auch laß dein klingen nach solchem ausschlagen neben deiner lincken seiten vmbschnappen / in die Lincke Oberhůt / von deren Stich in gemeltem aussprung behendiglich vnd starck gegen seiner Lincken zů seinem gesicht.

Oder nach dem du jhm also sein herfliegende Klingen mit deiner abhangenden Wehr / vnnd mit hoch ausgestrecktem Arm gegen deiner Lincken ausgeschlagen hast / so zůcke deinWehr vollen vmb dein Kopff / vnd Hauwe von deiner Rechten gegen seiner Lincken vberzwerch durch sein gesicht / also das du mit deiner Wehr zů deiner Lincken in die Mittelhůt ankommest / als dann spring behendiglich gegen seiner Rechten seiten aus / in solchem ausspringen aber Hauwe von deiner Lincken gegen seiner Rechten / starck vberort durch sein gesicht ganz durch / also das dein klingen neben deine Rechten seiten wider vmbschnappe / in die rechte Oberhůt des Ochsens / in dem allem spring noch fernern gegen seiner Rechten / vnd Stich jhm krefftiglich gegen seinem gesicht.

Volgen etliche stuck aus dem Pflůg zů fechten.

IM zůfechten kom mit dem rechten Fůß vor / halt dein Wehr mit vberzwerchem kreutz / inwendig neben deinem rechten Schenckel / also das dein Arm vnder sich außgestreckt / vnd die spitze vbersich gegen deines mannes gesicht stehe / trit also mit wol vnder vnd fúrsich gebucktem leib dem Wehr nach zů jhm / sticht er nun vnder des / es sei von Oben oder gerad auff dich zů / so behalt dein spitz in voriger gleicher hóhe gegen seinem leib / mit dem Gefeß aber wenden von vnden vbersich gegen deiner Rechten / auff das du jhm sein herfliegende klinge mit der fleche welche zůvor vndersich gegen der erden gestanden ist / in solchem auffwinden vbersich ausschlagest / aber in solchem vbersich außwinden so laß dein vorderen ort neben seinem Gefeß ein wenig vndersich sincken / vnnd fahr mit demselbigen vnder seiner klingen gegen der andern seiten durch / Stich also behendiglich von vberzwerch inwendig seinem Gefeß gegen seiner Brust zů / in disem hinein stechen aber / wende dein Gefeß eilents vndersich / so konpstu wider in den lincken Pflúg / mit welchem du anfangs zů jhm getretten bist.

Ein geschwind stuck auß dem Pflůg / wie du zů beiden seiten durchwechseln / vnd inwendig zůr Brust stechen solt.

IM zůtretten so fúhre dein Gefeß auswendig neben deinem Rechten kni / auff solche weise wie du die Wehr zůvor inwendig dem Fůß gehalten hast / trit abermals mit vbersich gekehrter spitz zů jhm / Sticht oder hauwet er nun deinem gesicht oder der Brust zů / so wende dein Gefeß vbersich gegen deiner Lincken / also das du jhm seine herfliegende klinge mit deiner außwendigen fleche vbersich abwendest / wie du es zůvor von der andern seiten vbersich abgewisen hast / in dem du aber seinen stich oder hauw vbersich mit deiner fleche versetzet hast / so laß dein vorderen ohrt vnder seiner klingen gegen der anderen seiten durchgehn / Stich also ausserhalb seiner klingen gegen seiner Rechten vnd Stich jm eilents vnd behend von vberzwerch inwendig seinem Gefeß / wie vor gegen seiner Brust zů / Winde auch gleichfals wie vor mit deinem Gefeß wider vndersich gegen deiner Lincken / als denn kompstu wider in den lincken Pflůg. Dise beide stucke sollen mit behender geschicklichheit des leibes ins werck gericht vnd volbracht werden.

Ein ander stuck auß dem Absetzen.

SChicke dich jm zůfechten in erst gelehrten Pflůg / beut jhm das gesicht mit wol fúrsich gebucktem leibe trutzlichen dar / vnd merck in des fleissig als bald er her sticht / so wenden dein Gefeß vbersich gegen deiner Lincken seiden / vnd setze jhm hiemit seinen hergehenden stich mit außwendiger fleche gegen deiner Lincken krefftiglich ab / also das dein vorderer ort in solchem absetzen gegn seiner Lincken außstehent bleibe / als bald vnnd in dem die klingen nach also zůsamen Rúhren / so stich jhm mit wider herumb gewendem Gefeß / innerhalb dem seinen gegen seiner Brust / als bald der stich getroffen / so wende mit deinem Gefeß wider gegen deiner Lincken vndersich / damit wo er vnderdes wider hersteche / du jhm das abwendest / diseß stuck geht zů beiden seiten.


Drey in einander lauffende stich / durch welche du dich zu behendig exercieren kanst.

DIe treib also / schicke dich in den Pflůg zůr Lincken / vnd hab acht als bald er sein Wehr in der Eisenen porten oder in gerader Versatzung vor jhm herfúhret / so Stiche jhm auß dem Lincken Pflůg den ersten gerichts vbersich / ausserhalb hart an seiner Wehr gegen seinem gesicht / welchen stich er dir gegen seiner Rechten abwenden wirt darumb so laß jm hinein stechen (als bald du seines abwenden gewahr wirst) neben seiner Rechten seiten ab / vnd gegen deiner Lincken zůruck durchlauffen / also das dein klingen neben deiner Lincken vmbschnappen in dieselbige Oberhůt / in dem dein klingen aber also vmbschnapt / dieselbige weil trit wol gegen seiner Lincken / mit zwifachen tritten zůr seiten auß / vnd Stich jhm den andern mit solchem außtretten / auß dem lincken Ochsen innerhalb seiner Wehr gegen seiner Brust / disen stich wirt er dir auch gegen seiner Lincken versetzen wóllen / derhalben in dem du solches gewahr wirst / so wende die kurtze schneid gegen seiner klingen einwerts / vnd laß dieselbige in solchem einwerts wenden / vnder seiner klingen gegen deiner Lincken durchlauffen / vnd abermal neben deiner Lincken in den selbigen Ochsen vmbschnappen / in solchem durchlauffen vnd vmbschnappen deiner klingen / spring wol gegen seiner Rechten seiten auß / vnnd Stich jhm hiemit zům dritten auß dem lincken Ochsen / ausserhalb seinem Rechten Arm zům gesicht.

Wie du jm hinein stechen den Oberstich in ein Vnderstich verkehren solt.

ALso / wann er sein Wehr vor jhm her in gerader Versatzung fúhret / so Stiche jhm behend vnnd ohnversehens innwendig vbersich gegen seinem gesicht / also das in disem hinein stechen dein klingen hart an der deinen bleibt / auff das du jhm in solchem hinein stechen auch sein klingen auff ein seiten außtruckest / so wirt er mit seinem Gefeß / in die hóhe fahren / Darumb so bald du dessen gewahr wirst / so rucke dein Gefeß eilents vbersich / vnd laß den vorderen ort neben seinem Gefeß herumb / vndersich sincken / vnnd Stich ihm von Oben vnder seiner Wehr hinein zům Bauch.

Wann er dir aber (in dem du den ersten stich hinein thůst) dein klingen gegen seiner Lincken aus truckt / so wende abermal dein Gefeß eilents vbersich / vnd volfúhre den stich wie vor.

Vom einlauffen.

IM zůfechten schicke dich in Rechten Pflůg / hauwet er von Oben auff dich / so wende dein Gefeß (in dem er herhauwet) mit ausgestrecktem Arm vbersich zwischen dir vnd jhm durch / gegen seiner Rechten achsel / so steht dein klingen vberzwerch vor deinem gesicht / vnnd fangest jhm also seinen herfliegenden hauf auff dein flache klingen auff / in solchem versetzen dieweil du jhm sein klingen noch mit deiner versatzung in der lufft auffheltest / deiselbige weil trit auch mit gebucktem Haupt vnder seiner klingen / gegen seiner Rechten seiten durch / vnd verwende dein Wehr aus der versatzung in ein stich / so triffestu ehe er sich dessen versehen hat / wie dir solches das mitler vnd eusserste Bild in der Figur G. zůr Lincken hand anzeigt / magst dich ferner mit absetzen schútzen / wiewol wann du dise stuck mit scharpffer klingen treibest / wirstu seines absatz bedórffen / Auß disem stuck werden zům ernst gewisse stich genomen / dieweil aber solches nicht in die gemeine gehórt / hab ichs bey dem bleiben lassen / auß welchem der fleissige nachdencker wol etwas nemen kan.

Wie du jhm die Wehr nemen kanst.

SChicke dich in den Pflůg zůr Lincken / Hauwet oder sticht er dir von Oben her / so wende dein Gefeß sampt der klingen vbersich / vnd fange jhm seinen hauw mit vberzwercher klingen noch in der lufft / nahet bey seinem Gefeß auff / also du in solchem versetzen dein Gefeß gegen deiner Lincken / vnd dein klingen gegen seiner Rechten nach der zwerch auß sehe / in dem du aber aufffahrest also zů versetzen / so spring mit deinem Lincken fůß wol vnder seinem streich zů jhm / vnd dieweil sein klingen mit solchem streich noch auff deiner jm treffen ligt / so greiff mit deiner Lincken verkehrten hand vnder deiner klingen durch in sein Gefeß / wende jhm das mit vmbreiben gegen seiner Rechten auß der hand / wie dir dann solches der óberste boß in hievor getruckter Figur G. auch zůr Lincken hand anzeigt / will ers nicht bald gehn lassen / so stoß jhm mit deinem Knopff auff ein gelenck.

Ein anders.

HAuwet einer auff dich von Oben / so springe jhm abermals wol vnder seinen streich vnd fange jhm den mit vberzwercher vnd von vnden vbersich gewendeter klingen / nahet bey seinem Gefes (wie vor) auff / vnd greiff mit deiner lincken Hand (dieweil sein streich auff dein klingen felt vnd gliitzt) vnder deiner durch an seines Wehrs knopff vnd wende in dessen dein klingen auswendig vber die seine / vnd truck jm dieselbige vndersich gegen jm / zeihe also mit deiner Lincken hand sein knopff zů dir / vnd truck mit deiner Wehr sein klingen von dir gegen seinem leib / wie dir solches mit dem oberen vnd eusseren Bilde gegen der Rechten hand in obgedachter Figur G. fúrgemalet ist / vnd magst jhm also die Wehr nemen / vnd ihn mit deiner oder seiner Wehr letzen / nach gelegenheit vnd gefallen.

Ein anders.

UNderlauffe jhm seinen Oberhauw / vnd versetze jhm den wie nechst gelehrt / also das du jhm abermals auff dein klingen entpfangest / wie du solche versatzung in hienach getruckter Figur I. zůr Rechten hand oben sehen kanst / in dem du aber noch also versetzest / wende dich mit deiner Lincken seiten zů jhm / vnd ergreiffe jhm seinen Arm bey dem handgleich / eben auff solche weis wie dir das Bild welche wie jetz gelehrt / versetzt hat / anzeigt / halt den starck / vnd wende jhm den in einem Riß vndersich gegen deiner Lincken vmb / so bricht jhm der Arm / oder er můß sich gar sehr fúrsich bucken / thůt er das / so greiff mit deinem knopff in die búge seines Elenbogens / Reiß damitzu dir auff dein Rechte seiten / so felt er fúrsich auff sein gesicht.

Merck wann du ohne Wehr von einem andern mit einer Handgewehr vberlauffen oder angerendt wurdest / vnd du jhme in keinen weg mehr vngeletzt entweichen kanst / so schlage dein beide hend kreutzweis vber einander / die Rechte vber dein Lincke / vnd schauwe wie du jhm aus einem Hauw entspringest oder ausweichest / also das er vor dir fehl hauwe / in dem aber das sein hauw gleichsam noch zůr erden fellet / so spring eylents zů jhm / auff das du jhm eben in dem er wider zů einem andern streich auffzeucht / vnder sein Wehr kommest / vnnd ergreiff jhm eylents den Rechten Arm zwischen deine beide hend / vnnd wende jhm den behend in einem ruck auff dein Rechte seiten vndersich vmb / behalt jhm sein hand also mit deiner Lincken / vnd mit der Rechten verkehrten hand erfgreyffe


jhm sein Gefeß / winde jhm das vndersich aus / wirt er aber (under des dieweil du hinein springest) mit seinem streych fertig vnd Hauwet daher / so nim wahr gegen welcher seiten er den herfúhret / mir demselbigen Arm schlage seiner klinge starck entgegen / nemlich in die sterck seiner klingen / oder jhe neher bey seinem Gefeß jhe besser / vnd ob er dich schon etwas letzen wúrde / so geschicht er doch nicht so hart wie sonst / wann du jhm nicht dargegen schlechst / spring also fúrbaß / vnd laß ihn zů keinem streich mehr kommen / sonder ergreiffe jhm eilents seinen rechten Arm mit verkehrten henden / mit welcher hand du jhm seinen Arm aslo ergreiffest / gegen der selbigen seiten wende ihn vmb / vnnd ruck jhm mit der andern hand in die Wehr / davon besihe die aussersten zwen bossen in der Figur H. gegen der Lincken hand.

Summa.

WAnn du jm Rappier Fechten / oder sonst zů schaffen haben wilt / so trit mit ausgestreckter gerader vnd starcker Versatzung zů jhm / vnd nim eben wahr was er auff dich Fechten / vnd von welcher seiten er her hauwen oder stechen will / von welcher seiten er nun seinen hauw herfúhret / entpfange vnd versetze jhm seinen hauw / vnd Hauwe oder stiche jhm eben zů der seiten hin / von welcher er seinen hauw her gefúhret hat / vnd das ehe er den seinen ganz vollendet / oder auff das wenigest sich wider von dem selbigen erholt hat / auch hastu gegen seiner jeden seiten eine drey strassen / durch welche du deine háuw gegen jhm fúhren kanst / Als die eine von Oben / Die andere von vberzwerch / Die dritte von vnden / vnd wirt deren ein hede auch zů drey malen hoch oder nider versetzet oder verendert / wie du jm ersten theil gelehrt bist.

Wolte er aber nicht zům ersten hauwen oder noch stechen / sonder begegnet dir in gleicher versatzung / vnd will auff dein angreiffen warten / so soltu abermals der dreyen strassen zů beyden seiten acht haben / vnd mercken gegen welche dir amfúglichsten sein werde sicher zů hauwen / zů disem vor hauwen gehóren nun mancherley Practick / dann das hastu leichtlich zůerwegen / dieweil du nichts weder hauwen noch stechen kanst / du mußt dich dadurch blóssen / er werde sich darumb in solche versatzung geschickt haben / damit wo du dich mit einem hauw mercken lassen oder blóssen wúrdest / er dir den nechsten der Blóß zů eintringen kónne / Derhalben wiltu jm Vor gegen jhm hauwen oder stechen / so můstu die ersten Háuw mehr zům anreitzen vnd auffbringen anschicken / dann zů treffen / auff das wann er deiner Blóß die du mit solchen háuwen gezeigt hasst zů hauwen wúrde / du geschickt seyest jhm dieselbigen

auß zů schlagen vnnd zů nemen / als dann erst (nach dem du in geschwecht vnd entblóst hast) zů dritten der Blóß volkommen zů eylest.

Daher kommen auch die drey Háuw / die man billich als ein Meisterliche brúffung halten solt / welche drey háuw bey den vhralten in hohem wert gehalten worden / wie dann nachmals die fúnffte daraus entsprungen seindt / welches nicht also zůverstehn / das nicht mehr in der zal gehauwen werden sollen / sondern vil mehr das alle háuw in dise drey vnderschied getheilt werden / Nemlich das etliche gebraucht werden / den Mann aus seinem vortheil abzureytzen / Die andern zůversetzen / vnnd mit denselbigen deines gegenmans háuw abzuweisen / Etliche aber werden zům treffen gebraucht / den leib fúrnemlich zů letzen / vnnd ist hie kein gewisses ob du zů deren einem jeden ein oder zwen oder auch mehr háuw brauchest / wie es dann auch gleich gilt / mit was Háuwen dises volbracht wirt.

Derenhalben ist hie auch etwas auffmerckung zůhaben / auff die eigenschafft der Menschen / welche dann in diser Fechtkunst artlich kónnen in vier theil getheilt werden / vnd sich nach fleissigem auffmercken auch also viererley fechter finden / damit du aber solchen nútzlichem nachzudenken anleitung haben magst / will ich dir die erstlich erzehlen / vnd demnach wie du dich gegen deren einem jeden halten solt / ein kurtze lehr vnd Regel geben vnd setzen.

Vnd seind die ersten dise / welche sobald sie den Mann jm zůfechten erlangen kónnen / den nechsten mit ohngestúm herhauwen vnd stechen / Die andern seind etwas bescheydener / vnd greyffen nicht zů grob an / sondern wann sich einer Verhauwen / Verfallen / oder sonst jhme durch Wechslen versaumbt hette / Reisen sie vnnd volgen der nechsten gegebenen Blóß eylents nach / Die Dritten hauwen nicht ehe zůr Blóß / sie haben dann die selben nicht allein gewiß / sondern haben auch aucht ob sie sich auch von desselbigen zůlangen des Hauws wider sicher in ein versatzung / oder zůn Wehrstreich erholen kónnen / mit welchen ichs auch allermeist halte / doch nach dem emin gegen Fechter ist / Die vierdten aber schicken sich in ein Hůt vnd warten also auff des Manns stuck / welche seind entweders Alber oder gar Schamper / dann wer auff eines anders stuck warten will / můß geschickt auch wol geúbt vnd erfaren sein / sonst wirt er nicht vil ausrichten.

Also wie nun die ersten vngestúm vnd etwann thůmkien / vnd wie mann zůsagen pflegt doll / Die andern listig vnd schamper / Die dritten fúrsichtig vnd betrieglich / Die vierdten gleich alber / Also mußtu dich deren aller vier auch selbst anmassen vnd geschickt machen / auff das du den Mann etwan mit vngestúm / etwan mit list / etwann mit fúrsichtigem auffmercken betriegen kónnest / oder auch mit alberen geberden anreitzest / verfúhrest vnd jhme

also nicht allein vmb seine fúrgenommene stuck betriegest / sondern auch dir hiemit zůr Blóß raumest vnd blatz machest / damit du jhm die dester sicherer rúhren vnd treffen kónnest.

Nun gegen die ersten Fechter schicke dich also / wann du merckest das dich einer jm angriff also mit hartem hauwen oder stechen vbereylen vnd dich tringen will / so versetz jm sein Hauw oder Stich mit außgestrecktem Arm / auff dein Lange scbneid / nahet bey deinem Gefeß in die stercke / vnnd wende jm also dein dein Gefeß gegen alle seine herfliegende háuw vnd stich / doch das du in solchem versetzen nicht zůweit auß dem Langen ort / von deinem gesich zůr seiten ausfahrest / dann jhe strecker du in solchem abwenden mit deinem Gefeß vor deinem gesicht bleibest / jhe besser es ist / vnd entzeuch ime alle zeit dein Kopff vnd gesicht von seiner klingen hinder die deine / vnd in dem du jm also sein Hauw vnd Stich auffheltst / so mercke fleissig ob du jm die versatzunge jm andern / dritten oder vierden hauw entzucken mógest / mit einem abtrit zů ruck / das es sich mit seinem hauw oder stich verfellet / als dann stich oder Hauwe eben in dem er noch jm verfallen isi / oder ehe er sich wider erholt / behendigliché nach / Dann welche also vngestúm mit hauwen oder stechen auff dich hinein stúrmen / denen soltu alwegen jm Langen ort / oder gerader Versatzung begegnen / auch ime am ersten etwas nachgeben vnd weichen / doch das du gleichwol alle Háuw vnd Stich von dir austragest vnnd abwendest / Als dann wañ er schier múdt vnbesunnen oder sicher worden ist / vnd du deinen vortheil ersehen hast / so volge behendiglich vnd fúrsichtig nach / dann jeh mehr du weichest / jhe vngestúmer er wirt / jhe leichter du in demnach vbervortheilen kanst / doch das du dich hiemit nicht aus deinem vortheil tringen lassest / Dann welcher so vngestúm von sich hauwet / der hat sich bald verhauwen. Gegen die aber welche nicht also vngestúm jm Vor hinein Fechten / sondern jm nahe auff des Mans Vor hinein Fechten acht nemen / gegen dieselbigen schicke dich jm zůfechten in der Huten eine / als dann Wechsel ime mit fúrsichtigkeit aus einer Hůt in die ander / vnd beute jhm eine Blóß nach der andern dar / doch das das ort alwegen vor jm bleib / allerdings wie hievor vom Abwechseln gesagt / als bald er dir vnder des zů sticht oder hauwet / so fall jhm mit Absetzen oder Dempffen darauff / vnd eyl jm bald der geóffneten Blóß zů.

Gegen die dritten Fechter Practicier also / wann du merckest das dein gegenfechter nicht zů erst hauwen / noch der Blóssen bald zůeilt / er habe sie dann gewiß / so schick dich jm zůfechten in die Nebenhut / oder jm Wechsel verharr ein kleine weil darin / als woltest du auff seine stuck warten / in dessen aber gehe auß der Vnderhůt / wider

vbersich / vnd stell dich als woltestu in die Oberhůt verwechseln / wann du schier in der Oberhůt ankommen bist / so verwende dein Wehr in eyl zům streich / Hauw also eylents ehe er sich des versicht / der nechsten Blóß zů durch mit außgestrecktem Arm / damit du dich abermals blóssest / welcher Blóß er ohn zweiffel bald (dieweil du jhm die / also durch einen ohnversehenen streich dargebotten hast) eylents zůhauwen wirt / thůt er solches so setz jm ab / vnd arbeit fort zůr Blóß hauwet er nicht / so Stich / deinem volbrachten hauw bald ein starcken stich nach / Dises ist ein geschwinder betrug / das du dich mit geberden stellest / als woltestu erst lang vor jm aus einem Leger in das ander gehen / vnd thůst es auch zům theil / aber wann du schier in deinem Wehr zů der fúrgenomenen Oberhůt ankommest / vnd ersihest in des dein gelegenheit / so verwenden dein Wehr ehe dann du volkomen in das Leger kommest zů einem streych.

So vil aber die vierdten Fechter belanget / sich gegen sie an zů schicken / das findestu in bißher gelehrten stucken durch aus. Also soltu nun auff deines gegenmans gewonheit art vnd natur achtung geben / da durch sein fúrnemen zů erkennen / damit du einem jeden nach gelegenheit zů begegnen wissest / letstlich so soltu alwegen drey háuw fleissig in acht haben / also das du mit dem einen Reitzest / mit dem andern Nemest / Versetzest / vnnd mit dem dritten Treffest.

Exempel.

WAnn du nun gegen deinem widerpart herstichst / vnd wile ihn am ersten Manlichen angreiffen / so můstu jhm der Blósse also zůhauwen / damit du dich selber nicht in gefahr gebest / darum dieweil er so in seinem vortheil steht / sonder Hauwe den ersten schlims / entweders durch sein Wehr oder leib / damit du ihn mit solchem hauw auffbringest / vnd auß seinem vortheil zů gehn abreitzest / als bald er demnach auffgehet vnd hersticht / so nime jhm mit deinem andern hauw sein herkomenden Hauw oder Stich hinweg / vnd Hauwe oder Stich jhm zům dritten behend ehe dann er sich von seinem genomenen streich wider erholet zům leib / wiltu nun / oder ist die nótig / dieweil du dich mit deinem ernstlichen nach hauwen blóssen must / so nime die zwen schlimmen háuw durchs kreutz auch fúr / dich ferner damit zů beschútzen vnd wider zů erholen.

Hauwet er aber ernstlich / so nime jhm seine herfliegende klingen mit dem ersten / vnnd wo es nótig ist / auch mit dem andern / seinen andern / vnd wan du ihn fúhlest genugsam geschwecht zů sein / so Hauwe vnd Stiche jhm als dann zům andern behendiglich nach / beschirme dich demnach zům dritten / vnd erhole dich wider mit Wehrstreichen / also will ichs hiebey bleiben lassen / vnd mit disem folgenden stuck beschliessen.

Wann du mit vorher gefúhrter Versatzung fúr den Mann komest / der nicht als bald hauwen noch stechen wil / dem Hauwe (doch das du mit dem Rechten fůß alzeit vor bleibest) den ersten schlims vberort durch sein Rechte achsel / auff das du mit solchem hauw in die rechte Vnderhůt verfallest / vnd also deinen obern leib bloß darbeutst / welcher Blóß er behendiglich zů eylen wirt / den selbigen seinen herfliegenden stich / schlage jhm von deiner Rechten gegen deiner Lincken starck aus / vnd Hauwe zům dritten von deiner Lincken vberzwerch durch seine Rechte / auch ein Mittelhauw durch sein gesicht / gilt gleich ob das mit halber schneid oder fleche volbracht werde / in disem Mittelhauw lasse dein klingen vmb den Kopff fahren / vnd Hauwe den vierten abermals schlims vberort durch sein Rechte Achsel / auff disen Hauwe behend den fúnfften / auch schlims durch sein Lincke achsel / mit welchem Hauw komstu in die Lincke Vnderhůt / von deren nim gewaltiglich vnnd starck mit halber schneide durch seine Rechte vbersich auß / vnd Stich jhm nach dem du dein Rappier oder deinm Kopff in die Recht Oberhůt vmb verschwingen hast lassen / grimmiglich von Oben gegen seinem gesicht.

Nach dem nun bißher genugsam ein Wehr zů einer hand allein zů fúhren / gelehrt ist worden / will ich auch kurtzlich anzeigen / wie du dich neben der Handgewehr / auch einer bey Wehr gebrauchen solt / als

zum ersten so fasse dein Rappier in die Rechte / vnd den Dolchen in die Lincke hand / vnnd trit also mit beiden von dir ausgestreckten Armen zů jhm / wie dir solches das gegenwertig Bild hievor anzeigt.

Wann du nun also dem Mann in solcher versatzung entgegen gehest / so hastu der versatzung vnd art oder Regel zů fechten / dreyerley / als die erste ist / do du alle deines gegenmanns Háuw vnd Stich / allein mit dem Dolchen aufffangest oder auffheltest / es geschehe von vnden oder von Oben / gegen Lincker oder Rechter seiten / vnd vnder dem dieweil du also versetzest / auch zůgleich mit deiner Wehr vnder oder oberhalb deinem Dolchen zů stichst / jhe nach dem du jhme sein Wehr mit deinem Dolchen auffgefangen vnd abgewisen hast.

Die ander ist wann du ein jede seiten / mit derselbigen Wehr vertritst vnd bewartst / vnd gleichfals wie vor / dieweil du dich mit der einen schútzest / ihn mit der andern letzest / als / do du mit deiner Wehr dein Rechte / mit deinem Dolchen die Lincke seite verwarst.

Die dritte ist do du mit beiden Wehren zůgleich versetzest / oder einer / mit der andern zů hilff kommest / welcher dreierley versatzung ich eine nach der andern / der ordnung nach fúrnemen / vnd mit iren exemplen vnd stucken auff das kúrtzste handlen.

Wie du dich gegen dem / der von seiner Rechten gegen deiner Lincken von oben hersticht / halten solt.

WAnn du nun nach obgelehrter Versatzung fúr den Man kommest / vnnd also deine beide Wehren mit fúrsich ausgestrecktem Armen / ein wenig vndersich gesenckt / vor dir her fúhrest / Hauwet oder sticht er von Oben gegen deiner Lincken her / so versetze jhm den mit deinem Dolchen / auff solche form / wie dir solches am grossern Bild zůr Rechten hand in nach getruckter Figur fúrgebildet ist / vnnd Stich jhm dieweil du jhm also versetzest / vnderhalb deinem Dolchen zům leib.

Oder versetze jhm seinen Oberstich oder hauw / wie von / vnd in dem du jhm also versetzest / dieselbige weil Hauwe behendiglich von deiner Rechten / vberzwerch gegen seiner Lincken zůn Fússen durch / also das du nach ende des hauwes / dein Wehr vnder deinem Lincken arm habest / vnder welchem hauwe als dann behendiglich / dieweil du deinen Dolchen noch also in der hóhe fúrest / von deiner Lincken schlims vberort / hoch oder nider / jhe nach dem er sich blóst / durch sein Rechte seiten / Dise zwen háuw sollen behend auff einander (dieweil du noch versetzest) gemacht vnd volbracht werden.


Oder in dem du jhm also versetzest / so Stich vnder deinem Dolchen durch / aussen vber seinem Rechten arm / vber dein hand gegen seinem gesicht / wie du das an dem eussersten vnd obersten Bilde zůr Rechten hand mercken kanst / wende also mit deinem Gefeß vnder deinem Lincken Arm (auff das du dich hiemit zům streich erholest) wol vbersich / vnd Hauwe jhm von deiner Lincken / zů seinem fúrgesetzten bein / oder schlage jhm seinen herfliegenden stich mitdeinem Dolchen gegen deiner Lincken zůr seiten aus / vnd Stich jm dieweil von Oben gegen seinem gesicht / will er das mit seinem Dolchen aufffangen vnd versetzen / so zůck deinen stich neben seinem Dolchen herumb / vnd Stich jhm jhm dieweil er mit dem Dolchen nach aufffehrt / von vnden gegen seinem Bauch.

Oder schlage jhm mit deinem Dolchen / seinen herfliegenden Sticht von deiner Lincken gegen deiner Rechten aus / vnd Hauwe jhm dieselbige weil / oberhalb deinem Dolchen schlims vberort durch sein Rechte Achsel / sticht er dir aber von vnden gegen deiner Lincken / so wende jhm seinen herkommenden stich mit hangendem Dolchen von dir gegen deiner Lincken zůr seiten aus / wie dich das vnder Bild gegen der Rechten hand / in gedachter Figur lehrt / vnd Stich oder Hauwe jhm hiezwischen zůr nechsten Blóß.

Die andere Versatzung.

HAuwet oder sticht er dir aber zůr andern seiten / nemlich gegen deiner Rechten / so versetze jhm den mit deiner Wehr / vnd spring in des mit deinem Lincken Fůß zů jhm / vnd Stich jhm (dieweil du versetzest) mit deinem Dolchen zů seinem Rechten arm.

Item versetze jhm seinen hauw oder stich / den er gegen deiner Rechten herfúhret / mit deiner Wehrs klingen / in dem vnd als bald sein klingen auff die deine rúhret / so spring mit deinem Lincken fůß zů jhm / vnnd fall jhm zůgleich mit deinem Dolchen auch an sein klingen / vnd halt jhm die seine damit so lang auff / biß du ihn mit deiner Wehr oberhalb deinem Lincken arm mit einem stich geletzt hast / welches dann augenblicklich geschehen můß / oder nime andere Háuw vnd Stich fúr dich / wie du dan deren aller hand in dem hie vor gelehrten Rappier fechten gnůg sam findest / als bald du ihn mit deiner Wehr geletzt hast / so trit mit deinem Lincken fús wider zůruck / auff das du mit deinem Rechten fůß wider vor standest / vnd dich mit beyden Wehren / ferner wie anfangs schútzen mógest.

Sticht oder hauwet er dir aber vnden zů / nemlich gegen deiner Rechten / so versetze jhm solche mit deiner han

genden klingen / vnd Stich jhm behends von seiner klingen ab / gegen seinem gesicht / fahre dieselbige weil / mit deinem Dolchen nach seiner klingen / mit einem zůtrit deines Lincken fůß / als bald zůcke dein Gefeß nach gethonem stich vbersich / vnd bleibe dieweil mit deinem Dolchen vor deinem gesicht / Hauwe demnach mit einem zůtrit deines Rechten fusses / neben demselbigen von vnden auff mit halber schneid vbersich / krefftiglich durch seinen leib / vnd zůcke hiemit dein Wehr gegen deiner Lincken vmb dein Kopff / vnnd fúhre jhm einen gewaltigen hauw gegen seiner Lincken von Oben / vnnd merck in dem solcher hauw auff seiner Versatzung antreffen soll / so zůcke dein Wehr zů dir / vnd fahre mit derselbigen neben seinem Dolchen herumb / vnd stich jhm zůr nechsten Blóß / fúhre (dieweil du solches thůst) dein Dolchen mit ausgestrecktem Arm vor deinem gesicht.

Die vierter art aber zů versetzen vnd zů Fechten / geschicht mit beiden Wehren zůgleich / nemlich das du (in dem er seinen hauw oder stich herfúhret) deine beide Wehren kreutzweiß vber einander schrenckest / vnd also seine klingen zwischen deine beide klingen entpfangest / demnach so bald du die also auffgefangen / mit dem Dolchen an seiner Wehr (die auff zůhalten) bleibest / vnd mit der andern aber eylents (ehe er seine klingen von deinem Dolchen erhebt vnd abgenomen hat) zůr Blóß stechest oder hauwest / welche ich dir auch kúrtzlich erzelen.

Der nach Stich aber hat es fúnff / nemlich zwen von deiner Rechten gegen seiner Lincken / deren dann der eine von Oben / der ander von vnden volbracht wirdt / Die andern zwen werden / der eine oberhalb / der ander vnderhalb / gegen seiner Rechten ins werck gericht vnd gestochen / Der fúnffte ist ein gerader stich / fúr dir hin gegen seiner Brust oder dem gesicht zů / welcher etwan auch oberhalb oder vnderhalb deinem Dolchen hinein gefúhret wirt / jhe nach dem du mit deinem Dolchen versetzen mußt.

Wie du nun der Stich fúnffe / also hastu der nach Háuw auch fúnffe / als der erste so du nach dem Kopff / Der ander nach dem Hals vnd der Achsel zů / Der dritte der hand / Der vierdte der húfft / vnd der fúnffte den fússen zů gericht vnd gehauwen wirt / welches dann wie oben gelehrt / von oben / schlims / vberzwerch / vnd von vnden / volbracht werden kan / vnd das zů beiden seiten / Demnach wan du nun alle Háuw vnd Stich recht treiben / vnnd deinen Dolchen dir zům schutz fúrsichtiglich fúhren kanst / solt du als dann fleissig acht haben / auff das Vor vnnd Nach / wie auch auff das wort Indes / durch welche dan die rechte vnd gelegene zeit eines jeden hauws vnd stichs / wann deren einer zůvolbringen / vnd nútzlich zů treiben sey / erlernt můß werden / Damit du aber solches durch fleissiges veben vnd nachforschen / dester statlicher ins werck richten vnd lernen kónnest / so will ich dir der ordnung nach etliche Exempel dargeben vnd setzen / also.

Exempel.

IM zůfechten wann du deine beiden Wehren nach oben fúrgemalter gestalt / mit ein wenig vndersich gesenckt vnd außgestrecktem Armen fúr dir her fúhrest / so Hauwe jhm eylents ehe dann er sich des versehen het / mit einem noch fernern zůsprung deines Rechten fusses / gerad von Oben nider / schnits weiß in einem zůg durch sein gesicht / hie zwischen dieweil du also herab hauwest / so fahre mit deinem Dolchen vbersich fúr dein gesicht / mit disem Hauw reitzestu ihn / das er ohn zweiffel der Blósse behendiglich es sey mit Hauwen oder stechen zů eylen wirdt / Derhalben als bald er her Sticht oder Hauwet / so fahre mit Langer schneide / vnd vberzwercher klingen ausserhalb deinem Dolchen vbersich / mit welchem vbersich fahren / du jhme seine herfliegende klingen vbersich ausschlagen solt / demnach dieweil sein klingen noch auff die deine rúhret / mit deinem Lincken Fůß etwas gegen seiner Rechten seiten zů jhm thretten / vnd hiemit behendt vnder deinem Dolchen durch / ausserhalb seinem Rechten Arm gegen seinem gesicht stechen / in solchem hinein stechen / wende dein Gefeß oder Lange schneide wol vbersich gegen deiner Lincken / vnd Hauwe jhm als dann dieweil er den stich abtragen vnd versetzen will / außwendig zů seinem fúrgesetzten Rechten bein / vnd bewahr dich in dessen fleissig mit ausgestrecktem Dolchen / wann du nun durch solchen hauw in die Rechte Vnderhůt mit deiner Wehr ankomen bist / so fahre von derselbigen / vberzwerchem Wehr ausserhalb vor deinem Dolchen / behend wider vbersich / auff das du deine beyde klingen mit außgestreckten Armen kreutzweiß vor dein gesicht bekomest / zů dem / dieweil du mit deiner klingen also auß der Vnderhůt vbersich farest / so trit mit deinem Lincken fůß wider zů ruck.

Wie ich dich nun disen Oberhauw jm Vor ihn damit auff zůbringen / hab lernen hauwen / also soltu auch die andern drey / nemlich den schlimen vberzwerchen / oder den von vnden von deiner Rechten / gegen seiner Lincken Hauwen lernen / vnd das hoch oder nider gegen seinem leib durch / an welchem glid du ihn am besten trauwest zů erlangen / vnd dieweil du deren gedachten Háuw einen gegen seinem leib durch hauwest / dieselbige weil fahr auch gleichfals wie vor dich zů beschútzen / mit deinem Dolchen auff / so bald du nun deren háuw einen gegen seiner Lincken durchgehauwen hast / so fahre abermals mit deiner Wehr ausserhalb deinem Dolchen / seine herfliegenden klingen abzuwenden / vbersich wie oben / vnd volfúre als dann den stich sampt dem Fůßhauw / vnd ende solches wie oben / oder nach gelegenheit.

Das ander

WAnn du auff obgedachte form / mit beyden Wehren fúr den Mann kommest / so lasse eylents dein Dolchen vornen sincken / vnd zůcke dein Wehr vmb dein Kopff / Hauwe jhm also oberhalb deinem Arm Schlims vberort durch sein Rechte achsel / zů solchem hauw trit mit deinem Lincken fůß zů jhm / vnd fahre hiemit behendiglich mit deinem vberzwerchen Dolchen wider auff / mit außgestrecktem Arm fúr dein gesicht / dieweil du aber also mit deinem Dolchen aufffehrest / so Stich jhm mit deinem Rappier vnder demselbigen ernstlich vnd starck zům Bauch / wirstu aber vnder des gewahr / das er dir den Stich abtragen vnd versetzen will / so zůcke dein Wehr eylents gegen deiner Lincken seiten vndersich / von derselbigen deiner Lincken seiten schlage jhm mit flacher klingen starck vnder deinem Dolchen wider sie seine / auff das du jhm die selbige etwas betheubest vnd ausschlagest / vnd Stich jhm dieweil er sich bemúhet sein Wehr in voller gewalt zů erhalten / oder von gemeltem außschlagen zů erholen / eylents gerad fúr dir hin der nechsten Blóß zů.

Das dritte.

IM zůfechten Sticht er dir von seiner Rechten gegen deiner Lincken vnden her / so versetze jhm seinen stich mit deinem Dolchen von dir vndersich ab / in dem vnd dieweil du also versetzest / so Stich jhm von oben hinein gegen seinem gesicht / vnd mercke vnd des fleissig / als bald er mit seinem Dolchen deinem Stich entgegen (den zů versetzen) aufffehret / so wechsel mit dem vorderen ort neben seinem Lincken arm vnden durch / vnd Stich jhm zwischen seinen beiden Wehren inwendig zů seinem leib / versetzet er dir solches abermals / so zůcke dein Rappier zů ruck wider ab / vnnd Stich jm von Oben zwischen seinen beiden Armen hinenin / vnd brich mit solchem stich vndersich gegen deiner Lincken zwischen seinen beiden Wehren durch auß / in dem du aber also außreyssest / so weiche mit deinem Dolchen zů ruck / neben deiner Lincken seiten hindersich / damit du nach ende des außreisses vngehindert mit deinem Rappier zů Lincken seyten ankommen kónnest / von welcher Lincken seiten reisse mit halber schneide / sampt einem zůtrit deines Lincken fusses / gegen seiner vnd deiner Rechten seyten durch seien beide Wehren starck auß / vnd fahre mit deinem Dolchen / deinem Rappier behendiglich nach / auch ans seine Rappiers klingen / vnnd halte jhm dieselbige so lange auff / biß du ihn ober oder vnderhalb deinem Dolchen mit einem stich Erlangen

unnd ereylen kanst / Dann wo du das Stuck recht machest / so wirst du gewiß ein Blósse finden werden.

Das viert.

MErck wann einer jm zůfechten / seine beide Wehren in starcker Versatzung vor jhm herfúhret / so hauwe eylents einen ernsthaften Oberhauw gegen seiner Lincken Achsel / welchem Hauw er mit seinem Dolchen entgegen aufffahren vnd versetzen wirt / Derenhalben so lasse deinen hauw nicht antreffen / sonder zůcke dein Wehr jm herab fahren zů dir / vnd Stiche jhm (dieweil er also mit seinem Dolchen aufffehret zů versetzen) vnder demselbigen zům leib.

Das fünfft.

IM zůfechten fúhre dein Rappier zůr Rechten in der Vnderhůt / vnd deinen Dolchen in der Lincken Oberhůt / als bald er dann auff dich her sticht / so fahre mit deinem Rappier vbersich / vberzwerch biß in das lang ort / vnd wende zůgleich auch mit deines Dolches Gefeß vndersich / vber deinen rechten Arm / also das der vorder ort deines Dolchen vberzwerch gegen seiner rechten Achsel außstande / so hastu deine beide Wehren kreutzweiß vber einander / fange jhm also seine herfliegende Rappiers klingen zwischen deine beide klingen auff / trit vnder des mit deinem Lincken fůß gegen seiner Rechten zůr seiten auß / vnnd truck jhm seine klingen gegen deiner Rechten beyseits auß / Stich jhm dieweil du noch also jm außtretten vnnd außtrucken bist / mit deinem Rappier innerhalb an seiner klingen hinein zům leib / als bald wechsel mit deiner Wehr vnder der seinen / gegen deiner Lincken seiten durch / vnnd Hauwe einen Wehrstreich vnder deinem Arm / durch sein Rechte seiten / beware dieweil dein angesicht mit deinem Dolchen.

Das sechst.

SChicke dich jm zůfechten mit deinem Rappier in die Lincke Vnderhůt / vnd fúhre dein Dolchen auch zůr Lincken seiten hinder dir / Sticht er als dann gegen deinem gesicht her / so fahre mit Langer schneide vnd außgestrecktem Arm vbersich gegen seiner klingen / als bald du jhm sein klingen auffgefangen hast / so fahre mit deinem Dolchen vnderhalb seiner vnd deiner Wehr durch / vnd reisse jhm mit demselbigen sein klingen / von deiner Rech

ten gegen deiner Lincken starck auß / vnd Stich jhm in dem du jhm also außgerissen hast / von Oben gegen seinem gesicht / volfúhr aber denselbigen nicht / sonder zůcke den eylents wider an dich / vnd Stich jhm als dann erst volkomen behendiglich vnd starck inwendig zwischen seinen beyden Wehren zům leib / mit disem gelehrten verzucken betreugestu ihn vmb seine versatzung.

Das sibent.

ABermals wann du mit deinem rechten Fůß vor komest / so schicke dich mit deinem Rappier in die Lincke Vnderhůt / vnd halte deinen Dolchen mit außgestrecktem Arm vor deinem gesicht / in dem Langen ort hoch / sitcht oder hauwet er demnach auff dich zů / so schlge jhm seinen herkomenden stich mit gewalt von deiner Lincken vbersich / gegen deiner Rechten auß / vnnd ehe dann er sich mit seinem Wehr von gemeltem außschlagen wieder erholt hat / so Hauwe zům andern behendiglich mit einem weiten zůtrit deines rechten Fusses / mit nachgebucktem leib vnd weitem zůlangen / vnder deinem Dolchen vberzwerch durch seine fúß / vnder deß bleobe alzeit mit deinem Dolchen vor deinem gesicht / dasselbige damit zů schútzen / nach geschehenem hauw stehestu wieder wie anfangs / Trúnge er als dann ferner vdn weiter mit Stichen oder Háuwen auff dich / so schlage jhm sein klingen mit deinem Rappier abermals (doch das du mit deinem Dolchen in Versatzung bleibest) schlims von Oben / krefftiglich gegen seiner vnd deiner Rechten vndersich auß / also daß dein klingen neben deiner Rechten zůr seiten auß / zů ruck durchlauffe / vnd in die rechte Oberhůt des Ochsens wider vmbschnappe / von welcher / Stich als dan gewaltiglich von Oben gegen seinem gesicht / jm hinein stechen aber verwende die Lange schneid vndersich / also das du mit deiner Wehr durch solchen stich wider in die Lincke Vnderhůt komest / von dannen Hauwe zům letsten ein Wehrstreich / mit einem abtrit deines rechten Fůsses / durch sein rechte Achsel.

Das acht.

WAnn du nun also zůruck getretten / vnd ein Wehrstreich durch sein rechte Achsel gethon hast / so stehest du mit deinem Lincken fůß vor / vnd hast dein Wehr in der Vnderhůt neben deiner Rechten seiten / den Dolchen mit außgestrecktem Arm vor deinem gesicht / Sticht er nun abermals gegen deinem gesicht her / es geschehe gegen

deiner Rechten oder Lincken seiten / so wende die Lange schneide deines Dolchen gegen seiner Wehr / damit du jm sein klingen aufffangest / oder den ohn schedlich von dir abtragest / zůgleich in dem du also mit deinem Dolchen versetzest / so fahr dieselbige weil mit deiner Wehr vnder seiner klingen vbersich / deinem Dolchen zů hilff / also das du mit beyden Wehren zůgleich versetzest / als bald sein klingen auff deine glútzt oder rúhret / so Stich vnderhalb deinem Dolchen zů seinem Bauch oder zůr nechsten Blóß.

Sticht er dir aber vnden zů / vnd will mit seinem Dolchen Oben versetzen / so fall mit deinem Dolchen von Oben auff sein Rappiers klingen / vnd Hauw dieselbige weil / mit ernstlichem gesicht vnd geberden gegen seinem Lincken Ohr / vnd in dem der Hauw / eben jetz soll antreffen / so wedne die halbe schneide außwerts gegen jm (damit erholstu einen andern hauw) zůck hiemit vor deinem gesicht vmb / vnd Hauwe eylents von deiner Lincken gegen seiner Rechten achsel vnderhalb seinem Dolchen / dieweil er mit demselbigen auffgefahren ist / schlims durch.

Summa so vil den Dolchen zům Rappier belanget / so raht ich dem Teutschen das er sich gewehne mit beyden Wehren zůgleich zů versetzen / vnd vnder des wahrneme / ob er mit dem Wehr oder Dolchen in letzen kónne / doch das er mit beyden Wehren nicht zů weit von einander komme / auff das er alwegen der einen / mit der andern zůhilff kommen móge / dann die erfahrung hats geben / das wann sich ein Teutscher schon mit dem Dolchen allein zůversetzen gewendet hat / so ist es jm dich zů weilen in ernstfachen zů schaden gerahten / dieweil es wider jhr art vnd natur ist / darumb jhe neher man (in disem fall) mit der gewohnheit bey der natur bleibet / jhe mehr damit außgereicht wirt.

Zu dem wirt auch ein Kappen oder Mandel bißweilen zů einer bey oder noht wehr gebraucht / welche (so du dich deren gebrauchen wilt) solt du die zů voren lehren recht vmb den Arm schlagen / damit du nicht (wan du vermeinest mit der Kappen zů versetzen / in Arm geletzt werdest / Wo du die aber nicht recht vmb den Arm schlagen kanst / so gehe jhr mússig / auff das du dich nicht selber hinderst / wiltu dich aber der Kappen nútzlich gebrauchen / so fleiß dich alle seine háuw mit deiner klingen auff zůfangen / vnnd ergreiffe jhm demnach sein Wehr mit deiner Kappen / halt jhm dieselbige auff / so lang biß du ihn mit der Wehr geletzt oder getroffen hast / welches dann leichtlich vnd in einem huy geschehen kan / vnd můß / dessen nim dise exempel.

Wann dich einer vbereylen / vnd mit ernst angreyffen wolt / so zůcke dein Wehr / vnd ergreiffe dein Kappen


oder Mantel mit deiner Lincken hand / inwendig bey deiner Lincken achseln / bey dem kragen oder vbrschlag / ziech den vom leib / vnnd wicklen den selbigen vmb den Arm / Hauwet oder Sticht er dir als dann gegen deinem gesicht oder leib her / so fang jhm (mit einem zůsprung vnder sein Wehr) sein hauw mit deinem Wehr auff / vnd in dem sein kling auff die deine jm Hauwen noch rúhret / so eyle mit deinem Lincken arm / sampt der Kappen auch an sein Wehr / vnd kanst jhm also mit deiner Kappen sein Wehr auffhalten mit nachfolgen / vnd bleiben / so lang biß du ihn nach deinem gefallen geletzt / getroffen / oder vberwunden hast.

Dises ist die beste Regel / das du jhm (wann einer auff dich Hauwet) sein streich mit deiner Wehr aufffangest / vnd in dem es noch rúhret / mit deiner Kappen an sein klingen fallest / jhm dieselbige damit auffzuhalten / vnd dieweil schauwest / wo du ihn mit hauwen oder stechen ereylen kanst. Bistu aber des vmbwicklens fertig vnd gewiß / so versetze jhm seinen hauw / mit deiner Kappen / vnnd hauwe jhm dieselbige weil / eben in dem du noch also versetzest / zů nechsten Blóß.

Ein anders.

WAnn du dein Wehr (dar zů genótigt) gezogen hast / so fasse dein Kappen oben bey dem kragen / vnnd halte die mit vndersich gehencktem Arm / neben deiner Lincken seiten / merck in dessen fleissig / als bald er herhauwet so schlage jhm dein Kappen von vberzwerch vmb sein herfliegende klingen / vnd als bald du jhm sein klingen außgeschlagen hast / so Hauwe jm oberhalb derselbigen zům Kopff / wie dir solches die kleinern bossen in hievor getruckter Figur zůr Rechten hand anzeigen.

Wie du dich mit einer Handgewehr / gegen einem Knebelspieß oder dergleichen gewehr halten solt.

DEm thů also / wann du von einem mit einem Knóbelspieß vbereylt vnd vberlauffen wurdest / so fúhre dein gewehr / nach dem du die in eil gezuckt hast / zůr Rechten in die Vnderhůt / also das du mit dem Lincken Fůß vor standest / vnd nim wahr / als bald vnd in dem er von Oben auff dich herschlecht / so springe jhm wol vnder sei

nen streich zů jhm / wende hiemit dein Wehr vbersich / vnd entzucke jhm deinen Kopff mit beyseits außgebucktem leib / vnder seiner Stangen wegk / fange jhm also den schlag auff dein flache hangende klingen / wie du solches an dem fúrgemolten bossen zůr Lincken hand in obgedachter Figur hievor sehen kanst / vnd greiffe vnder des mit deiner Lincken hand vnder deiner Wehr in sein Stangen / wo er dir aber die Stangen vbersich entzucket / also das du jm die nicht ergreiffen kanst / so Hauwe jhm dieweil er noch jm vbersich zůcken ist / zů der hand / welche er in der Stangen vor fúhret / vnnd spring gleichwol in dessen / dieweil er wider von Oben herschlecht (mit wider hoch auff gewenter Versatzung) vnder seinem Spieß ferner zů jhm hinein / damit du jhm keine blatz lassest zů arbeiten / dan jhe neher du vnder seiner Stangen kommen bist / jhe minder er außrichten kan.

Thrauwest du dir aber nicht seinen ersten schlag zů vnder lauffen / so weyche jhm denselbigen seinen ersten streych / vnd laß ihn fehl schlagen / merck aber fleissig / in dem er zů dem andern streich wider auffzeucht / das du behend / mit einem zůsprung vnder seine Stangen kommest / als bald du jhm die vnderlauffen hast / so ergreyffe jhm abermals sein Stangen mit der Lincken hand wie vor / vnd arbeite mit der Wehr deinem vortheil nach / zůr Blóß.

Fúhret er aber einen Stich auff dich her / so begegne jhm aber mit deiner Wehr in der rechten Vnderhůt / vnd fahre von derselbigen mit deinem Gefeß / mit fúrsich außgestrecktem Arm vbersich / also das dein klingen vndersich gegen der erden hange / vnd schlage jhm also seinen hergefúhrten Stich von deiner Rechten gegen deiner Lincken mit hangender klingen auß / zůgleich mit solchem außschlagen / spring wol gegen seiner Lincken seiten auß seinem stoß / auff das du jm den / nich allein außschlagest / sondern gleich mit auch auß demselbigen entspringest / sonst were das außschlagen fúr sich selber zů schwach / vnd ergreiffe jhm hiemit abermals sein Stangen mit deiner Lincken hand / wie oben / verzuckt er dir aber den Stich / also das du vergebens außschlechst / vnnd sticht behend wider / so bleibe mit deinem Gefeß jm verhengen hoch / vnnd schlage jhm seinen andern herkommenden stich auch mit hangender klingen von deiner Lincken gegen deiner Rechten auß / zů solchem außschlagen spring aber auß seinem stich gegen seiner Rechten / gleich wie du zů voren gegen seiner Lincken außgesprungen bist / also kanstu ihm allen seine verzuckten stichen mit hangender klingen mit vor dir außgestrecktem Arm begegnen / vnd die zů beyden seiten außschlagen biß du jhm die Stangen ereylest.

Ein ander vnderlauffen.

LAsse dein Wehr zů der rechten Vnderhůt wie vor / vnd mercke in dem er eben jetz von seiner Rechten herschlecht so fahre in des mit deiner Wehr vnder seiner Stangen gegn deiner Lincken seiten durch / vnd trit zůgleich mit deinem Rechten fůß / zwischen dir vnnd jhm gegen seiner Rechten seiten auch durch / Hauwe jhm also in solchem durch tretten / von deiner Lincken eylents wider sein herkomende Stangen / starck gegen der hand die er jm herschlagen vor fúhret / dises alles / nemlich das durchgehn mit der Wehr / vnd das tretten můß behend in einem sprung zůgohn / auch must du mit gebucktem Kopff vnder seinem streich durch / eylents entweichen / so gehet dir das stuck wol an / tringe als dann gewaltig auff ihn dar / vnd laß ihn zů keinem volkomenen streich mehr komen.

Ein anders / Wie du jhm seinen Stich außschlagen solt.

F'Iehre dein Wehr (nach dem du die gezogen hast) in der Rechten Oberhůt zům streich / Sticht er dann gegen deinem vndern leib her / so zůcke dein Wehr vmb den Kopff / vnnd Hauwe jhm sein Stich von deiner Lincken mit hangenden klingen / zůr seiten gegen deiner Rechten starck auß / vnnd springe hiemit gewaltig gegen seiner Rechten hinein / Sticht er dir zům obern / das nim auß / und versetze das / wie oben gelehrt.

Fechten im Dolchen.

Das vierte theil dises Buchs handlet vom Fechten im Dolchen daraus mann lehren kan / wie mann allerley dergleichen kurtze Wehren gebrauchen soll / sampt vil schónen Ring stucken so darunder begriffen.

Von der Oberhut.

IN die Oberhůt schicke dich also / fúhre deinen Dolchen hoch vor deinem gesicht / wie das grosser Bild zůr Rechten hand in diser Figur ausweißt / trit also zů jm vň bleib mit deinem rechten Fůß vor / Sticht einer auff dich her / gegen deiner Lincken / so fahre mit hangendem Dolchen von deiner Rechten gegen seinem / vnd fange jhm seine hand mit deinen Dolchen hinder seiner hand bey seinem glid auff / also das in solcher versatzung dein Dolchen knopff vbersich vnnd die klingen vnder stehe / als bald du nun mit solcher versatzung an sein glid rúhrest / so bald fahre mit deinem Dolchen (doch das du in dem allem mit der Dolchen klingen hart an seinem Arm bleibest) vnder seinem Arm durch / vnd oben wider vmb seine hand / truck dein Dolchen klinge wol zů deinem Arm / so klemestu in dester harter / Reiß im also sein hand gegé deiner Rechté seiten vndersich / Demnach fahre mit deinem Dolchen knopff inwendig an seinem rechten Arm vbersich gegen seinem gesicht oder Kin / fehret er aber deinem Dolchen nach vbersich auff / so zůcke vmb den Kopff / vnd Stich nach der zwerch inwendig gegen seinem rechten Arm zů seinem gesicht gantz durch / den letsten aber volbring in einem Riß sampt einem abtrit deines Lincken fusses / gerad von oben durch sein gesicht /


STicht er dir von oben gegen deiner Lincken wie vor / so Stich vberzwerch gegen seinem herkomenden Arm / also das dein Dolchen ober seinem Arm außgange / fange im also sein Arm in den winckel zwischen deiner hand vnd dem Dolchen / in das handgleich auff / zů solchem stich wende die Rechte seiten wol gegen seiner Lincken vmb / damit du jhm sein hand zwischen deinem glid vnd Dolchen dester harter fassen kanst / schliesse im also sein hand hart / vnd rucke im die vndersich gegen deiner Rechten von dir / damit verrenckestu im seinen Arm / wann du im seinen Arm vndersich gewunden hast / so zůcke deinen Dolchen behende gegen deiner lincken Achsel / von dannen stich oberhalb seinem rechten Arm (ehe dann er den vom vndersich Reissen auffbracht) vberzwerch gegen seinem gesicht durch / Den andern Stich im behend vornen gegen seiner Brust / bewar dieweil dein gesicht mit deiner Lincken hand.

Also hastu zwo versatzung von deiner Rechten gegen seiner Lincken / nemlich mit der ersten fangestu im sein handglid auff den hangenden Dolchen / starck von dir gegen deiner Lincken.

Die ander versatzung ist / das du im sein obgemelt hand gleich in dem er her sticht / vnder deinem Dolché mit einem gegenstich auff das glid deiner hand aufffangest.

Wie du nun solche von deiner Rechten volbracht hast / also soltu sie auch von deiner Lincken gegen seiner Rechten (wo er dir außwendig gegen deiner Rechten stechen würde) in das werck richten.

Sonst wann dir einer gegen deiner Lincken hersticht / so soltu im gewaltiglich von vberzwerch inwendig gegen seinem Arm / den fleschen oder dem inwendigen glid nahet der Restricta zů / starck durch / daň das lembt in sehr / mit dem andern Stich reiß ausser vnd oberhalb seinem rechté arm

schlims gegen seinem gesicht starck durch / damit nimstu vnnd reißt jhm (wo er schon hergestochen) denselben vndersich aus / Auch solt du auß diser Hůt mit oberstichen vberlangen / er steche von Rechter oder Lincker auff dich.

Underhut mit ihrer Versatzung.

IN die vnderhůt schicke dich also / stand mit deinem rechten Fůß vor / halt dein Dolchen neben deinem lincken Schenckel / das der vorder ort gegen des Mans gesicht außstande / Sticht dein gegenpart auff dich her / so trit gegen seiner Rechten zůr seiten aus / vnd Stich im außwendig vber seinen rechten Arm / reiß den vndersich zů dir / fahr mit deinem Dolchen knopff wider vbersich gegen seinem Kin wie oben gelehrt / Stich behend wider von Oben gegen seinem gesicht in einem Riß durch.

Item Sticht er von Oben / so fahr mit deinem zwerch Dolchen auff / vnd fang im sein hand hinder seinem Dolchen / bey seinem gelenck der hand auff / vnd wind jhm mit deinem Dolchen von inwendig vmb vber seinen Arm / Reiß also den gegen deiner Lincken seiten / demnach Stich behendiglich von vornen gegen seinem gesicht durch.

Mittelhut.

DIse Hůt ist wann du deinen Dolchen zůr seiten dem gürtel gleich fúhrest / oder auch gerad vor dir / Dieweil aber aus disen gleich wie aus den andern versetzt wirt / will ich weiter hievon zů schreiben / in die stuck sparen.

Wasz die fúrnemsten versatzung seind.

IM Dolchen hastu zwo versatzung / die eine geschicht mit dem Dolchen davon bißher gesagt / die ander geschicht mit der Lincken hand / also das du im mit derselbigen kónnest seine hand darinen er den Dolchen fúhret auffhalten / vnd empfangen / Wie du nun deren ein jede brauchen solt / wirstu auch durch aus in nachfolgenden stucken bericht werden.

Item trit also mit der Oberhůt zů im / vnd halt dein Lincke hand vor deiner Brust / sticht dein widerpart als dann auff dich von Oben / so fang jhm sein hand mit deiner verkehrten hand / vnd reib die vmb von dir / vnd stoß jhm mit dem Knopff vnden an sein gelenck / wie dich das eusser Bild in der Figur B. lehrt.

Merck im zůfechten geht einer auff dich mit einem oberstich / so vnderfahr jhm seine hand noch also hoch in der lufft / behalt jhm also sein hand mit deiner Lincken in der hóhe / greiff behend mit deiner Rechten hand zů sampt dem Dolchen vnder seinem rechten Arm durch / kome damit der Lincken zů hilff / wie du solches an den gróssern bossen in der jetz gedachten Figur B. sehen kanst / zůgleich in dem du also durch griffen hast / so trit mit deinem Rechten wol hinder seinen rechten schenkel / vnd schlieffe vnder des mit deinem Kopff vnder seinem rechten Arm durch / wirff jhn also vber ruck / oder brich jhm den arm.

Item im zůfechten komme in die Vnderhůt / vnd lege den Dolchen auff deinen Rechten arm / vnd merck in dem er von Oben her sticht / so vnderfahr im seiné rechten Arm mit einem zůsprung vnder seinem Dolchen / vnd fang im den auff dein zwerch Dolchen / nach bey seinem gelenck auf als bald vnd gleich mit ergreiff in auch mit deiner Lincken hand bei seinem Elenbogen / rucke den


auff solche weiß (wie du in der Figur B. an den kleinern bossen sihest) zů dir / vnnd Stich jhm wo du wilt.

Kreutzhut.

IM zůfechten halt deine hend kreutzweiß vor dir / die Recht vber die Lincke / also das dir dein Dolchen auff deinem rechten Arm lige / Sticht einer von Oben her / so spring im vnder seinen stich / vnd fahr gleich auch auff mit beiden armen / vnnd fang jhm den seinen hinder seinem Dolchen zwischen dein beide hend auff dein Dolchen klingen / vnd in dem sein hand auff die deine herfelt / so ergreiffe im die zůgleich mit verkehrter Lincker hand / Reib im die eilents vnnd mit gewalt von dir / vnd Stich im dieweil (du jhm also außreibest) mit deinem Dolchen oben nider in einem Riß durch / als dann nach dem er dir vnder des sein hand ausgerissen / vberzwerch durch seim gesicht vnd Arm nach.

Item Sticht dir einer von Oben / so vnderfahr im seinen Arm mit deinem zwerch Dolchen / auff deinem arm ligent / in dem du im also versetzest / so greiff behend gleich mit sein Rechte an / ruderdem aber dieweil du in mit deiner Lincken hand angreiffest / dieselbige weil fahr mit deinem Dolchen von seinem Arm hindersich zů ruck ab / vň fahr mit dem Knopff neben deiner rechten wider von vnden / vnd Reisse mit demselbigen starck vbersich zwischen seinen beiden Armen durch vnd Stich kurtz wider nider inwendig seinem arm zůr Brust.

Sticht dir einer von vnden / so falle mit dem zwerch Dolchen auff seinen Arm / vnd greiff im den gleich auch mit deiner Lincken an / vnd fahr In des mit deinem Knopff vberhalb seinem arm

ubersich gegen seinem gesicht / vnd dieweil er demnach aufffehret das abzůweisen / so stich jhm inwendig von vberzwerch zům gesicht durch / demnach ficht dich mit kreutzstichen von im.

Merck wann dich einer vberlaufft mit einem oberstich / so versetze im mit deinem zwerch Dolchen / der dann langs auff deinem Arm ligen sol / vnd gleich mit in solcher versatzung soltu deine Lincke hand auff deiner Rechten kreutzweiß haben / vnd begreiff im also (in dem er her gestochen hat) sein Dolchen / mit Lincker verkehrter hand von vnden / brich jhm den gegen seiner Rechten achsel vbersich aus / in dem du also ausbrichst / so greiff mit deiner Rechten hand wol außwendig vber sein Rechten arm / auff das wo er den Dolchen nicht lassen wolt / du bald mit deinem Rechten hinder seinen Rechten trettest / vnd werffest in vber ruck von dir.

Merck im zůfechten vnderfahre im seinen oberstich mit kreutzigeten henden / also das die rechte hand in dem versetzen oben sey / vnd gleich mit in der versatzung ergreiff mit deiner lincken verkehrten hand sein Rechte starck an / vnd Stich im dieweil du sein Rechte ergriffen hast / von vnden auff vnder sein vchsen / oder starck vberzwerch zů seinen Rechten Ripen / zůck dein Dolchen behend wider vnder deinem Lincken arm gegen derselbigen seiten / Stich von dannen vbersich / starck gegen seinem rechten Arm durch / demnach Stich von deiner Rechten vberzwerch gegen seinem gesicht vnd Arm wegk.

Sticht dir einer außwendig gegen deiner Rechten zům Kopff / so Stich im außwendig vber seinen Rechten arm / kleme jhm den zwischen deinem glid vnd Dolchen / vnd Reiß den zů dir biß an dein rechte Brust / fall jhm mit der Lincken hand auff sein gelenck des Elenbogens / vnd brich im den Arm / wie in der Figur C. an den obern kleinern bossen zůr Rechten zů sehen.


Werffen.

ITem Sticht dir einer Oben zů / so stich jhm außwendig vber sein rechten Arm wie vor / ruck den zů dir / trit mit dem Lincken hinder sein Rechten / vnnd greyff mit der lincken hand hinden vmb an sein lincke Achsel / vnnd ruck jhn auff dein Lincke seyten / vber dein fúrgesetzt beyn / wie die mitlern obern bossen in obgedachter Figur anzeygen.

Wie du einem den Dolchen nemen solt.

Item zůcket einer ein Dolchen auff dich / so greiff im sein hand nicht mit verkehrter sonder mit geradem griff / hat er nun von Oben gestochen / vnd du hast jhm sein hand wie gesagt ergriffen / so reibe jhm die in einem schwung gegen deiner Rechten vndersich / vnd greiff mit Rechter verkehrter hand sein Dolchen kling / brich im die von der hand aus / Sticht er aber von vnden oder vornen gegen deinem gesicht / so begreyff im abermals sein hand wie vor / also das im angreyffen alwegen dein kleiner Finger gegen seyné Arm stehe / dein daumen gegen seiner hand / vnd begreiff jhm gleichfals wie vor / sein Dolchen mit Rechter verkehrter hand / vnd brich jhm den auß / wie dich das eusser kleiner Bild in der Figur C. zůr Lincken hand lehrt.

Item Sticht dir einer von Oben zů / so greiff mit deiner Lincken verkehrten hand sein Rechte treib den vbersich vmb von dir / vnd spring mit dem Rechten hinder seinen Rechten / vnnd fahr mit deinem Dolchen Knopff sampt offenner hand / vornen an sein gurgel / würff jhn von dir vber dein recht beyn.

Bruch.

ZIech die Rechte hand zů dir / vnnd schlag jhm mit deinem Lincken Arm von aussen vber sein Rechte / schwing dich mit dem schlag von jhm / gegen deiner Rechten seiten vmb.

Item stehe mit dem Lincken vor / faß dein Dolchen in der mitte neben deiner Rechten / das der Knopff vber die hand außstehe / sticht er als daň auff dich / so versetz den stoß mit deiner Lincken verkehrten hand / von deinem gesicht / vnder des tritt mit deinem rechten Fůß wol zů jhm / also das du dein Rechte seiten vnder deinem arm wol gegen jhm gewendet habest / vnnd stoß in des mit dem Knopff von Oben aussen vber seinen rechten Arm zům gesicht / vnnd merck als bald er den stoß versetzen wil / so fahr jhm von inwendig vnden auff / zwischen sein beiden Armen zům Kün mit dem vorderen ort starck vbersich durch / demnach Stich jhm wider von Oben durch sein gesicht / mit einem abtrit / hab acht seiner Rechten mit deiner Lincken.

Item wann du jhm wie gelehrt / sein hand mit deiner Lincken auff gefangen hast / so trit abermals mit deinem rechten Fuß zů jhm / vnd fahr mit deinem Dolchen vnder seinem vnd deinem Arm durch / vnd reiß mit deinem Dolchen knopff ausserhalb vber seinem Rechten arm / starck vndersich gegen deiner Rechten auß / also das du in solchem vndersich außreissen / mit deiner Lincken seine Rechte ledig lassest / Stich demnach behendiglich von vornen durch sein gesicht / mit einem abtrit deines Lincken Fůß.

Merck im zůfechten schicke dich mit deinem Rechten fůß vor / vnnd fasse deinen Dolchen das dein klingen bey deinem kleinen Finger ausstand / vnd Stiche im von deiner Rechten von Oben durch sein gesicht / im durch stechen so wende dein Dolchen behendiglich neben deiner Rechten wider vbersich zům vnderstich / vň Stiche den andern gewaltiglich vbersich dem Arm zů durch / also das du nach endung des stichs zů deiner rechten Achsel ankomest / von deren stich als dann starck vberzwerch gegen seinem gesicht auch durch / den vierden stich starck von Oben wider durch sein gesicht / vnd fahre behende mit vberzwerchem Dolchen auff gegen seinem rechten Arm zůr versatzung.

Außreissen.

Im zůfechten so stich jhm vornen ernstlichen gegen seinem gesicht / vnd wann du merckest das er dem stich begegnen wil / so fahre in dem der stich eben jetz antreffen sol / vnder seinem Rechten arm gegen seiner Rechten durch / vnd Stich jhm außwendig vber seinem rechten Arm / mit dem selbigen stich aber / so Reisse gegen deiner Rechten volendt vndersich durch / vnd merck fleissig als bald er sein Arm vnder deinem herfúr entruckt / so folge mit der Lincken hand behendiglich von vnden seinem Rechten arm nach / vnd Stich jhm dieweil er noch im vbersich fahren ist / vnder seinem Rechten Arm / jhm gegen sein gesicht.

Weiter wann du so nahet zům Mann komest / also das du jhn in einem zůtrit erlangen kanst / so fasse dein Dolchen aber wie vor / also das du dein Dolchen klingen auff deinem Arm ligen habest / als bald er dir von oben zůstechen will / so fahr demnach mit deinem rechten Arm vnd dar

auff ligendem Dolchen von deiner Lincken vbersich / gegen seinem Rechten arm starck durch / vň folge auch mit deiner Lincken hand dem rechten Arm nach / auch vnder seinen Rechten / vnd behalt jhm also seinen rechten Arm mit deiner Lincken hand in der hóhe / vnd Stiche jhm dieweil du im seinen Arm mit deiner Lincken auff heltst für sein brust / von dannen fahr behend wider auff mit vberzwerchem Dolchen gegen seinem rechten Arm / als bald du jhm den ergriffen / so fahre mit dem vorderen ort von inwendig vber seinen rechten Arm / reiß jhm den vndersich / auch halt jhm den selbigen mit der Lincken auff / vnd such jhm dieweil ein Blóß.

Oder fahr abermal mit vberzwerchem vnnd auff deinem Arm ligenden Dolchen auff / gegen seinem herfallendem Rechten arm / vnd fahr mit solchem gegen dem seinen gantz vbersich durch / folge mit dem Lincken auch vbersich vnder seinen Rechten Arm / demnach dieweil du mit deiner lincken hand seine Rechte auffheltst / so Reiß mit deinem Dolchen Knopff neben deiner Rechten seyten von vnden vbersich / zwischen seinen beiden Armen gantz durch / vnd Stich jhm vnder von Oben nider gegen seinem gesicht.

Merck wann einer gegen dir sticht / es geschehe von oben vberzwerch / oder von vnden / so fange jhm seine hand hinder seinem Dolchen auff / vnd rucke jhm die in eyl vbersich / vnnd gehe mit deinem Kopff vnder seinem Rechten arm durch / zůgleich in solchem durchgehen trit auch mit deinem rechten Fuß hinder seinen Rechten / wie dir solches der grosser boß in der Figur D. anzeigt / zeuch also sein hand vber dein Achsel hart zů dir / vnd heb mit deiner Lincken hand sampt deinem gantzen leib / sein rechtes Beyn vbersich / also magstu jhm den Arm brechen / oder jhn werffen / welches du wilt. Bruch / wann dich einer also ergreyfft / so schauwe das du jhme den rucken angewinnest / davon hernach.


Oder so er dir von vnden zůsticht / so setze jhm den stich hinder seinem Dolchen auff sein hand gleich ab / zůgleich in dem du also mit deinem Dolchen versetzest / so ergreyff sein hand bey obgedachtem glid mit deiner Lincken / ruck die also mit beyden henden zů dir an dein Brust / vnnd schwing dich behend auff deine Rechte seiten von jhm / so brichst du jhm den Arm.

Desgleichen wann du deinem gegenman seinen stich (den er von vnden auff dich her gestochen hat) versetzt / vnd mit beiden henden angriffen hast / so rucke jhm seinen Arm vbersich / vnd auf dein Rechte seiten von jhm / vnd brich jhm den Arm vber dein Lincke Achsel / wie du an den kleinern bossen in der Figur D. oben im winckel zůr Rechten hand sehen kanst / dises kan auff etliche weg gebrochen werden.

Bruch.

MErck aber hie disen Bruch / wann dir einer dein hand also erwischt / vnd vbersich mit vmbgekehrtem leib auff sein Achsel rucken wil / so nim war in dem er sich vmbwendet / so verwent vnd ruck deinen Elenbogen vbersich / vnnd fahr jhm damit vber seinem Kopff vmb sein hals / also das dein Rechter arm auff sein rechte Achsel kome / dieweil du aber solches thůst / dieselbige weil greiffe mit der Lincken hand eilents vber seiner lincken Achsel hinein / an sein gurgel / setze im hiemit dein Rechten Fuß in sein Kni Kel / vnd zeuch jhn an rucken / auch kanstu disen Bruch mit andern stucken enden.

Ein anders.

Sticht einer ernstlich auff dich her von Oben / so fang jhm seinen Arm hinder seinem Dolché zwisché dein beide hend / die dann kreutzweiß vber einander / die Rechte vber die Lincke geschrenckt sein sollen / vnd in der versatzung greiff jhm sein hand gleych / oder den Arm nahet darbey / mit deiner Lincken verkehrten hand hart an / reib jhm die vbersich von dir / vnd trit hiemit auch zůgleich mit deinem rechten Fůß hinder sein rechtes Bein / vnnd fall jhm mit deiner rechten Hand vornen an sein gurgel / wirff jhn also an rucken von dir / wie du solches in der Figur D. zůr rechten Hand sehen kanst.

Merck sticht dir einer von vnden / vnd felt dir mit seiner Lincken hand zůgleich an dein brust / oder hals / gegen deiner Lincken seiten / so schlag dein Lincken Arm aussen vmb sein Lincken / vnd mit deiner Rechten hand begreyff sein Lincken an deiner Brust / vnd stoß starck auff dein Lincke seyten / so brichst jhme den Arm.

Item greifft er dir aber an dein rechte Brust / vnd Sticht vnden / so versetz jhme den stich mit der Lincken hand / vnnd in der versatzung so stoß mit deiner Rechten hand sein Lincke hand von der Brust / also das der Rechte daum vnden sey / vnd in dem stoß fahr bald mit deinem Arm vnder seinen halß / vnd mit der Lincken hand so greyff vnder sein Knibüge / so bald als du hast versetzet / vnd wirff jhn vber dein recht Kni.

Stehe mit dem Lincken Fůß vor / vnnd halt dein Lincke hand auff der Brust / Sticht er dir demnach gegen deiner Kehl / so versetz jhm den Stich starck von deiner Brust / auff das glid hin

der dem Dolchen / vnd in der versatzung begreyff sein Rechte hand mit deiner Lincken / vnd mit deinem rechten Arm greyff vnden durch / hinder seinem Elenbogen vmb seinen rechten Arm / vnd trit jhm vor mit deinem rechten Bein / vnd wend dich auff dein Rechte seyten kurtz vmb / vň wirff jhn vber dein recht Bein.

Item ein anders / Sticht er dir nach dem Halß / das versetz als vor / vnnd in der versatzung fahr mit deiner Lincken hand aussen vnden vmm sein rechten Arm / also das du mit deiner Lincken hand wider von vnden auff wider an dein Brust kommest / vnnd mit deiner rechten Hand greyff vnder sein Elenbogen / vnd heb also von vnden auff so brichstu jhme den Arm.

Item ein stuck vnd Bruch / Stichstu jhme zů dem Halß / vnd er will dir vmb den Arm fallen / als vorgeschrieben stehet / so zůck den stich gar wenig wenn er dich begreyfft / vnd mit deiner Lincken hand greiff bald vber sein Lincke achsel / vnd begreyff den ort am Dolchen / so hastu jhm den Lincken Arm gefangen / vnd wirff jhn also mit dem Dolchen vor dir nider / oder greyff im nach der gurgel.

Ein Bruch auff das wenn er den Dolchen also bey dem ort wil greyffen / so bald als er vber fehrt mit dem Arm / so greyff mit der Rechten hand seinen lincken Elenbogen / vnnd stoß den starck vbersich von dir / hinder trit jhm ein Fuß / so felt er auff den rucken.

Merckestu das er dir den Mittelstich versetzen will / so stich nit ferner dann an sein hand / bey derselben fahr behend vnden durch mit verkehrter hand / also das der Knopff vorgehe / vnd kom jhme also mit dem Rechten arm vnder sein Halß / vnd trit in des mit deinem Rechten bein hinder

sein Linckes beyn / vnnd mit deiner Lincken hand greyff inwendig ober dem Kni an das Beyn / vnd wirff jhn also vber dein Rechtes beyn.

Ein Bruch auff die verfúhrung.

EIn Bruch auff das / der dich also verfúhren will / vnd kompt dir mit dem Arm also vor den Halß / so begreyff bald mit deiner Rechten hand sein Rechte / vnnd mit deiner Lincken hand greyff sein Rechten Elenbogen / vnd stoß den von dir / vnd nim ime das gewicht / so fellet er auff die Nasen.

Stehe mit dem Lincken fůß vor / vnd versetz jhme den Oberstich starck von der Brust / mit deiner verkehrten hand / vnd bleib also starck vnd hoch in der versatzung / vnnd greiff bald mit deiner Rechten hand hinder seinen Rechten Arm durch / von vnden auff / vnnd begreyff damit an dein Lincke hand / auch trit hiemit behend mit deinem Rechten fůß wol auff sein Rechte seyten / also das sein Arm mit dem Elenbogen auff dein rechte Achsel kom / truck also von dir / so brichst jme den Arm / vnd merck wann du also vnden durch hast gegriffen an dein hand / vnd trucks nider / so magstu jhme auch den Dolchen nemen / mit deiner lincken Hand.

Item ein anders / Sticht er auff dich den Obernstich / das versetz starck / vnd als bald du versetzt hast / so fahr vber seinen Arm gar vmb / das dein Lincke hand kom wider vor dein Brust / vnd trucke den Elenbogen auch an die Brust.

Item ein anders stuck / Sticht er den Obernstich / das versetze jhme starck mit der Rechten

hand / vnd mit solcher versatzung begreyff auch sein Rechte hand / mit deiner Rechten verkehrten / Ruck die zů dir vmb / vnd fall starck vber seinen rechten Arm in der mitte hinder dem Elenbogen / vnd truck also von dir so brichst jhme den Arm.

Ein stuck im durchgehn.

ITem im zůfechten nim den Dolchen in der mitte / vnnd fúhr von deiner Rechten ein Mittelstich vnder seinen Armen durch / so kommestu in die Linck vnderhut / Sticht er nach / so nim mit dem Knopff von dir auß / vnd Stich jhm lang nach von deiner Lincke vber sein Rechte / zů seinem Kopff oder gesicht.

Item in was stuck dir einer dein rechten Arm erwischt oder greifft / es sey mit beyden oder einer hand / so schlag jhn von vnden auff starck in sein gelenck / oder fall jhm außwendig vber sein Arm / mit stóssen oder schlegen in sein gelenck / oder greyff jhn an mit Ringen.

Wie du einem sein Stich hinderen solt.

WAnn du mit einem zů thun hast / der ein Dolchen an hat vor welchem du dich besorgest / so fal jhm an die nechste hand mit gleicher hand / als mit der Rechten seine Rechte / sein Lincke mit deiner Lincken / mit welcher hand du in ergreyffest / zů derselbigen Ruck im sein hand / zůckt er als dann mit der andern hand seinen Dolchen / so greyff mit der andern hand aussen vber den selbigen Arm den du zů dir gezogen hast / vnd ergreiff also den andern Arm bey der Mauß / wie der bos=

sen gegen der Rechten hand in der Figur D. anzeygt / so kan er dich nit stechen / ob er schon mit der selbigen hand den Dolchen gezogen hat / magstu jhn also werffen oder andere brich fúr die hand nemen.

Suma das greiffen ist im Dolchen das fúrnemste / vnd werden die griffe nicht allein zů einer hand / sonder auch zů beiden henden volbracht / Damit du aber hieraus ein verstand haben mógest / so will ich dir solches durch etliche Exempel wider holen.

Der erste angriff.

IM zůfechten Sticht dir einer von Oben / so fahr auff mit deiner Lincken verkehrten hand / vnd fang jhm sein Rechte hand hinder seinem Dolchen bey dem glid / reib jhm die vmb von dir / vnd trit mit dem rechten Fůß wol zů im / zůgleich in dem du also zů tritst / dieselbige weil fahr mit deinem rechten Arm vnder seinem durch / vnd hebe vbersich so brichstu jhm den Arm / Auch kanstu aller hand stuck es sey mit dem Dolchen oder sonst mit Ringen auff in treiben.

Der ander griff.

STicht einer von Oben / so fang jhm abermal seinen rechten Arm hinder seinem Dolchen bey seinem handgleich / aber nicht wie vor mit verkehrter hand / sonder gerad zů mit offner hand / also das im angreiffen der Daumen gegen seiner hand / vnnd der klein Finger gegen seinem Arm stande / wann du jhn auff solche weiß ergriffen hast / so kanstu jhm den Arm von dir vnd zů dir schwencken / schwenckestu jhn oder reibest jhn von dir / so magstu die stuck auff jhn treiben welche

mit verkehrter hand gefochten werden / Reibestu im aber den / gegen dir auff dein Lincke seiten / so merck in dem du im die also herumb Ruckest / so wind solche volent fúr dein Brust / vnd greiff mit deiner Rechten hand seinen Dolchen / vnd ruck jhm den aus der hand / oder in dem du jhm also sein hand ergriffen vnd zů dir gewendt hast / so wende dich von jhm auff dein Rechte seiten / vnd Stich jhm hinden herumb in die anck / vnd was dergleichen stuck mehr seind.

Der dritte griff.

GEschicht mit beiden henden / also wann er auff dich her sticht / das du deine hend kreutzweiß habest / fang im also seine hand im gelenck zwischen dein beyde hend auff / Ruck die zů dir vff welche seiten du wilt / demnach laß die ein ahnd ab vnd ledig / doch das du jhn mit der anderen fest behaltest / vnd greiff anderswo ferner an nach deinem gefallen.

Merck im zůfechten Sticht er von Oben herein / so fahre mit deinem Lincken arm wol vnder den seinen / fang jhm denselbigen auff / winde im den selbigen von inwendig aussen vmb seinen Arm / vnd wende dich von jhm auff dein Rechte seiten / so brichstu im den Arm / wie du das / an dem obersten bossen in der Figur F. zůr Lincken hand sehen kanst.

Dieweil ich aber an einem andern ort vom Dolchen weiter schreiben werde / will ichs hie bey beruhen lassen / vnd allein noch etliche Regel im Fechten dienstlich setzen.

Die erste Regel.

Merck im zůfechten wann du deinen Dolchen gefaßt hast / also das die klingen bey dem kleinen Finger außstehet / du fúhrest als dann dein Dolchen in was Hut du wóllest / es sey vnden oder


oben / zůr Rechten oder Lincken / so hab acht vnd fleisse dich / das du jhm erstlich alwegen (es sey von inwendig oder von außwendig) vber seinen Arm stechest / vnd mit solchem vberstechen jhm seinen Arm vndersich Reissest / vnd behendiglich zůr Blóß stechest / oder mit dem Knopff stossest / auff solche weiß wann du jhm außwendig vber seinen rechten Arm stichst / vnd jhm den vndersich Reissest / wie oben auch gemelt / so fahr im behende mit deinem Knopff oberhalb seinem arm vbersich gegen seinem angesicht / wehrt er dir das vnd fehrt auff / so fahr jhm dieweil er noch auff fahrt / vnder seinem Rechten arm durch / vnnd Stich jhm inwendig gegen seinem gesicht oder der Brust zů.

Stichst du im aber von inwendig vber seinen Rechten arm / so Reiß den vndersich gegen dir oder deiner Rechten seiten / zůck vnnd Stich im behend von deiner Lincken außwendig vber seinen Rechten / auch ehe er mit dem arm wider auff komen ist / durch sein gesicht / Desgleichen soltu dich fúrs ander befleissen gegen seiner hand vnd dem arm zů zůstechen / es sey von vnden vberzwerch oder von oben / als dann folge mit kreutzstichen gewaltig nach.

Die ander Regel.

Die andere Regel ist Durchgehn / also schicke dich in die Oberhůt / vnd bleib starck in der versatzung / mit vbersich außgestrecktem arm vor deinem gesicht / wann er auff dich her sticht / nemlich von Oben oder schlims gegen deinem gesicht zů / so bucke deinen Kopff mit gesencktem leib vndersich / vnd fahre mit deinem Dolchen (dieweil er her sticht) vnder seinem Arm durch / in solchem durchgehn trit wol gegen der seiten / gegen deren du durch gangen bist / zůr seiten auß / vnnd Stich jhm oberhalb seinem Arm (dieweil er mit demselbigen nach herab fehrt) zů seinem gesicht.

Desgleichen soltu mit deinen Stichen auch durchwechseln / also Stich im von oben schlims gegen seinem gesicht / vnd merck als bald er aufffehrt dem stich entgegen / so fahre mit deinem Dolchen behende vnden durch / vnd dieweil du vnden durchwechselst / dieselbige weil fahr auch mit der Lincken hand fúr dein gesicht / seinem stich entgegen / vnd ficht im zůr andern seiten zůr blóß.

Die dritte Regel.

Ferner soltu auch wahrnemen vnd mercken / das du von beiden seiten gewaltig / nemlich mit Lincker vnd Rechter hand gegen einander vnnd zůsamen fechtest / also er steche dir von Lincker oder von Rechter / von vnden oder Oben zů / so fahr im mit der Lincken gewaltiglich dargegen / vnd schlage jhm eintweders seinen herkomenden Arm auß / oder fang jhm den auff zůgleich aber in dem du mit Lincker hand also gewaltig zůgreiffest / dieselbige weil ficht auch behendiglich zůr Blóß / oder kom mit dem Rechten arm sampt deinem Dolchen im angreiffen der Lincken zů hilff / damit du jhm seinen Rechten arm dester stercker außwinden / oder schwechen mógest / vnd demnach jhm also dester baß mit deinem Dolchen zůr blóß komen kónnest.

Deßgleichen wann du mit deinem Dolchen versetzest / du habest in dann auff deinem Rechten Arm ligen oder sonst / so kome eilent mit der Lincken hand der Rechten zů hilff / also das beide hend schier zůgleich antreffen / vnd alwegen ein hand der andern folget / vnd zů hilff komet / damit du alle Brich vnd Ringen dester stercker vnd geschwinder in das werck bringen mógest.

Die vierde Regel.

Ist das verfúhren / das treib also / fasse deinen Dolchen in der mitte / vnnd fúhre dein Lincke hand vor deinem gesicht demselbigen zů schutz / trauwe jhm als dann in einem sprung mit deinem

Dolchen knopff von Oben auff seinen Kopff zů stossen / vnd nim wahr in dem er auff fehrt dem zů begegnen / so zůck mit dem Knopff in solchem stoß vollen vmb den Kopff / vnd Stich im mit dem vordern ort vberzwerch gegen seinem gesicht durch.

Item fasse deinen Dolchen das die klingen vor deinem Daumen außgeht / Stich im von oben gegen seinem gesicht her / vnd in dem du jhm also zů seinem gesicht her stichst / so versetze im / vnd bewahr dich dieweil mit deiner Lincken hand / fehrt er dieweil auch auff / deinem stoß entgegen / so volfúhre deinen stich nit / sonder auff dem wege dieweil du noch hinein stichst / so verwende dein Oberstich in ein vnderstich / vnnd fahr jhm mit solchem stich vnder seinen Armen zům gesicht / vnd Stich also lang vor dir hin / her widerumb trauwe jhm vnden zůstechen / als bald er dem entgegen fehrt / so verzůcke den stich / vnd fúhre denselbigen anderswo hinein.

Die fünffte Regel.

Die fúnffte Regel lehrt dich aller hand angriff zů brechen / welches geschicht auff zweierley art / Erstlich mit außwinden / Zům andern mit gegen greiffen / das außwinden treib also / hat dir einer dein Rechte hand mit seiner Lincken verkehrten hand ergriffen / so wende eilents deinen Dolchen knopff ausserhalb seinem Arm vnder dem selbigen durch / also das dein Dolchen knopff inwendig an seinen Arm oder flech zůstehn kome / greiff auch mit deiner Linck zůgethonen faust vnden an dein Rechte / derselbigen zů hilff / reiß also mit deinem Knopff mit hilff deiner beider hend inwendig seines Arms vbersich auß / stich als dann ein Mittel vnnd Oberstich zůsamé / oder such sonst die Bloß mit andern stucké / Ergreifft er aber dir dein hand / doch nicht mit verkehrter hand so zůck die selbige eilent zů dir / vnnd winde gegen seiner offenen hand / bistu zů schwach / so kom

mit der Lincken abermal der Rechten zů hilff / fúrs ander hat dir einer dein Rechte hand mit seiner Lincken verkehrten hand ergriffen wie nechst gesagt / so greiff mit deiner Lincken vber deiner Rechten in seinen arm / ruck den also mit dein beiden henden zů dir / so gewinestu im den schwanck vnd das gewicht ab / magst als dann nach deinem gefallen weiter arbeiten / Summa fleiß dich alwegen das du jhm den Arm mit welchem er dich angriffen hat / mit deiner ledigen ergreyffest / ruck also zů dir / so nimstu jhm das gewicht so gewinestu deinen vortheil.

Item greifft dich einer an mit Ringen bey den Armen / so ergreiff in der eyl mit deiner Lincken seine Lincke hand / ruck die zů dir / vnd schlag in des mit dem Rechten arm aussen vber die Lincke / das dein Elenbogen vornen an sein Brust oder Kün kom / vnnd trit als bald mit deinem Rechten hinder sein lincken Fůß / vnnd wirff jhn aus dem Fůß.

Item greifft er dich an mit Ringen / helt er dich dann nit fast / so begreiff sein Rechte hand mit deiner Rechten / vnd ruck die zů dir / mit der Lincken hand begreiff jhm den Elenbogen / vň schreit mit deinem Lincken vor sein Rechten / schwing jhn also daruber / oder brich jhm den Arm / also fall jhm mit der Brust auff den Arm.

Item begreyff mit deiner Lincken hand seine Lincke / vnd ruck jhn zů dir / vnd schlag jhm dein rechten Arm aussen vber sein Lincke / vnd ergreyff jhn mit deiner Rechten hand sein rechté Arm / vnd trit mit dem rechten Fůß fúr jhn / vnd schwing jhn auff dein recht seiten / so fellet er.

Item greifft dich einer bey den Armen / vnd du jhn auch / so laß dein Recht hand ab / vnd fahr vnden durch / vnd schlag von vnden an sein gelenck / davon besihe die obern kleinern vnd mit=

lern bossen in der Figur A. des rechten Arms / vnd brich mit solchem schlag also von Undé vbersich durch / nach solchem vbersich schlagen ergreiff jn bey dem rechten Elenbogen / vnnd mit der Lincken hand greiff vnder dem Elenbogen an sein Arm / vnd trit mit dem Rechten fůß zwischen sein Beyn oder darhinder / vnd stoß in von dir.

Wann dir aber einer vmb dein leib fehrt / es sey mit Lincker oder mit rechter / so schlag mit demselben Arm vnder welchem er griffen hat / außwendig an sein gelenck / vnd wend dich von jhm.

Item hab acht als bald er sein Fůß starck helt / so trit jhm darwider / merck in allen Ringen das er dich nicht an die gemácht stoß / also hab acht als bald er sein Fuß auffhebt zům gemecht stoß / so schlag mit deinem Kni gegen seinem auß / trit jhm als dann nach mit einem trit oder stoß.

Item so dich einer beschlossen hat / oder nach dir grifft mit offenen henden / so schauw das du jhm ein Finger ereylst / den brich vbersich / so muß er lassen oder gewinst dein vortheil sonst.

Item Ringestu mit einem gleichgefasset / so schauwe das dein bede Arm vnden komen / begreiff jhn also bey der mit / vnd heb jhn von der erden / in dem du in also auffhebest / so schlag jhn mit einem Fůß an sein bein / vnd schwing jhn zůr andern seiten so fellet er.

Item so dich einer vmb den leib anfallet / vnd will dich heben vnnd werffen / so setz jhm ein Kni zwischen sein beide bein hart an / so mag er dich nicht auffhehen / in dessen hab acht als bald er dich hebt / vnd auff welche seiten er dich schwencken will / so hilff dir auff die ander.

Merck felt dir einer vnden an dein Bein (wie oben gelehrt) dich zůwerffen / so falle jhm mit dem leib auff seinen leib / vnd fang jhn mit der Lincken vmb den halß / truck mit derselbigen hart an dich / vnd mit der Rechten hand wart deines vortheils.

Merck wann dich einer vorwerths zů Rung will angreiffen / so hab acht mit welchem Arm er dich am ersten ergreiffen wil / denselbigen Arm ergreiffe im mit vmb gewundenem arm starck / mit der andern hand aber greiff in die Mauß des andern Arms / vnd truck mit derselbigen von dir / wie du solches in der Figur F. an den obern bossen zůr Rechten hand sehen kanst.

Merck wann dich einer ergreifft bey deinen Achseln oder Armen / so schlag mit beiden henden vnden auff / vnnd trenne jhm die Arm / fall jhm demnach behend mit gebucktem leib in die bein / vnd zeuch an dich so felt er.

Item merck in was Ringen dich einer an wil greiffen / so schauw in dem er her greifft / so thu beide feust hart zů / vnd stell die an beide seiten brust / vnd stoß mit den Elenbogen von dir vmb dich / so schwingest dich ledig / greiff jhn behend an nach deinem vortheil.

Merck so du einen in der eyl ergreiffst bey der hand / so ruck jhn zů dir / vnd fahr im mit der andern hand vmb den hals / das dein hand widerumb an dein Brust kom / vnd faß dein kleit zwing in hart zů dir / so hastu in gefangen / wie du solches an den mitlern vndern bossen in der Figur F. sehen kanst.

Ergreiffestu ein bei seiner Rechten hand / schwing in auff / vnd gehe vnder seim Arm durch / vnd trit mit deinem Rechten zwischen sein beide bein / vnd greiff mit deiner rechten Hand aussen vmb sein bein / ziehe sein rechten Arm wol zů dir vber deine Achsel / vnd heb vbersich / vnd wirff nach deinem gefallen.


Im antrit ergreyffe jhm sein Rechte mit deiner Rechten / vnd ruck den zů dir / vnnd greyff eylents mit der Lincken hand vber deinem vnnd seinem Arm hinuber / ergreyff jhn also bey seinem Lincken kni oder Hosen / wirff jhn auff dein Lincke seiten / wie du solches an den zweyen bossen in der Figur E. zůr Lincken hand sehen kanst.

Was aber weiter in den Figuren fúrgebildet / ist an jhm selber klar / Derhalben dieweil an einem andern ort hie weiter geschrieben wirt / wil ichs hiebey bleiben lassen.

Das fünffte vnd letste theil dises Bůchs in welchem gelehrt vnd auffs kürtzest gehandelt wirt / von dem Fechten in der Stangen / Helleparten / unnd vom langen Spieß.

DIse drei Wehr hab ich derenhalben zůsamen in ein Figur gatiert / dieweil der Spieß seiner lenge halben vň nach der perspectiva sich also oben in Figuren am besten geschickt hat / derenhalben dieweil dann ein jede Figur wie bißher auch geschehen / mit einem sondern Bůchstaben vermerckt / sol sich der fleissige Leser das nicht jrzen lassen / vnnd willalso die halbe Stangen als ein fundament aller langen Wehren / zům ersten für die hand nehmen / vnd erstlich anzeigen wie vil der Leger demnach wie du dieselbigen ins werck richten solt / lehren vnd beschreiben.

Von den Legern oder Hůten.

DEr Leger aber sein fürnemlich fünffe / nemlich die Oberhůt / gerad vbersich vor dir außgestreckt vnnd zů beiden seiten / demnach die Vnderhůt auch zů beiden seiten / ferner so hastu auch zwo Nebenhůten vnd ein Mittelhůt / letztlich die Steirhůt.

Oberhůt.

IN die Oberhůt schicke dich also / stand mit dem lincken Fůß vor / halt dein Stangen mit dem hinderen theil an deiner Brust / also das der vordern ort gerad vbersich gegen dem Himmel stande / wie du nun solche gerad vor dir anschickest / also soltu sie auch zů beiden Seiten in das werck richten / vnd ob du wol allwegen mit dem lincken Fůß vor bleiben solt / so mustu doch mit den Füssen nicht zů weit von einander kommen / auff das du mit dem lincken Fůß alwegen ein fürtrit haben könnest.

Vnderhůt.

DJe mach also / stand aber mit dem lincken Fůß vor / halt dein Stangen mit dem hindern ort an deiner weiche / vnd mit dem vordern ort vor dir außgestreckt auff die Erden / wann du nun also den hindern ort an deiner rechten Weiche behaltest / so gilt es demnach gleich ob du den vordern ort zůr Lincken oder Rechten oder gerad vor dir außgestreckt haltest / oder führest / welches außstrecken du wandlen magst / eintweders nach seinem herstechen oder nach deinen fúrgenomenen Stucken.

Nebenhůt vnd Mittelhůt.

ZV deren schicke dich also / stand mit dem rechten Fůß vor / halt dein Stangen mit dem mitleren theil auff deiner lincken Hüfft / also daß das kurtzer ort vnnd hinder ort gegen dem Man / das lenger aber hinder dir außstehe / beut jhm also die recht Seiten wol dar / wie dich solches das


under Bild in der Figur A. zůr Rechten hand lehrt / die Mittelhůt ist die gerade versatzung vor dem Mann / daraus man dann am meisten ficht.

Steürhůt.

JN diese schicke dich also / stand mit dem lincken Fůß vor / vnnd halt dein Stangen mit dem vorderen ort für deinem lincken Fůß auff die erden / vnd den hindern ort mit außgestreckten Armen vor deinem gesicht vbersich / allerding wie du solches an dem anderen Bild zůr Lincken hand in obgedachter Figur sehen kanst / Auch soltu dieseHůt also machen / stand mit dem Rechten Fůß vor / vnd halt dein Stangen hinder dir / auch mit dem vordern ort auff die erden / so bistu geschickt zům streich.

Von dem anbinden vnd der Stangen versatzungen / auch jhrer theilung.

DJe Stangen wirt auch in vier theil getheilt / gleichfals wie bißher von andern Wehren gelehrt / Derenhalben hastu auch vier anbind / vnd geschicht das erste anbinden am vordern oder eussern theil der Stangen / Das ander vor der hand / welche er in der Stangen vor führet / Das dritte in der mitte der Stangen / Das vierdte aber wirt durch das einlauffen mit dem hindern ort zů wegen gebracht / auff solche theilung vnd anbinde soltu sonderlich acht nehmen vnnd haben / dann es sonst sorglich ist / wo man sich nicht befleißt in einem jeden theil des selbigen zůgehórete stuck zů Fechten / als nemlich im ersten theil vnd anbind die schleg vnd fliegende stöß / im andern die bleiben Winden vnd nachreisen / vnd ferner in den andern die einlauffen vň Ringen.

Der Versatzung aber in der Stangen seind fürnemlich auch wie der anbinden vier / deren daň die erste mit dem vorderen theil deiner Stangen von beiden seiten / Die ander vor der hand / die dritte in der mitte / vnd die vierte mit dem hindern ort volbracht wirt / Dieweil aber solche alle in stucken gnugsam zů verstehn / ist ohn von nöten von deren eim jeden in sonderheit zůhandeln.

Oberhůt.

Im zůfechten schicke dich in die Oberhůt / vnd nim wahr als bald er dir gegen deiner Lincken seiten zů sticht / so trit du auff dein Rechte seiten von seinem stoß aus / vnd Stich mit jhm zůgleich hinein / im hinein stechen aber / so wende die Lange schneide gegen seiner Stangen / so felt er mit seinem stoß / vnd triffestu mit dem deinen.

Stoßt er dir aber gegen deiner Rechten / so trit aus seinem stoß gegen deiner Lincken seiten / vnd stoß abermal wie vor gleich mit jhm hinein.

Das ander stuck auß der Oberhůt.

Merck / im zů fechten schicke dich in die Oberhůt / Sticht er als dann auff dich her es sey vnden oder oben zům leib / so trit jhm (wann er dir zů einer seiten hersticht) aus seinem stich gegen der andern seiten / vnd schlag gleich in solchem austretten von oben nider auff sein vordere hand / und merck fleissig in dem er dieselbige zuckt / so stoß gerad vor dir hin gegen seinem gesicht.

Ein anders / wie du jhm von Oben nider durch seine Stangen Schlagen / vnd wider vbersich außreissen / vnnd mit einer hand nach schlagen solt.

JM zůfechten schicke dich in die Oberhůt zůr Lincken / das ist das dein Stangen mit dem vordern ort / oder langeren theil vber deiner Lincken Achsel auffstehe / trit also mit dem lincken Fůß vor zů jhm / stoßt er gegen deiner Brust oder deinem gesicht zů / so spring wol aus seinem stoß gegen seiner Rechten seiten / vnd schlag jhm mit deiner Stangen (die du dann zů beiden henden gefast behalten solt) von Oben nider / auff die mitte seiner Stangen gantz durch / also das du durch solchen schlag mit deiner Stangen in die rechte Vnderhůt komest / von deren (wo er ferner deinem gesicht aber zů würde steché) Reiß mit halber schneid wider vbersich gegé deiner Lincken Achsel / gleich mit in dem du also vbersich reissest / so gibe mit deiner lincken Hand deiner Stangen den schwung / in disem schwung laß die lincke Hand ab von deiner Stangen / vnnd schlage mit einer hand von deiner Rechten vberzwerch gegen seinem schlaff / der oberschlag sampt dem Riß sollen behend auff einander geschehen / als bald vnd in dem dieser schlag antrifft / so ergreiff mit deiner lincken Hand dein Stangen wider / vnd verzucke die in die gerade Versatzung.

Ein anders.

MErck wann du jhm also nun von Oben durch sein Stangen geschlagen / vnd dernach auch wider von vnden vbersich ausgerissen hast / vnd mit deiner lincken Hand sampt dem vor=

dern theil deiner Stangen wider vbersich komen bist / so wende als bald dein Rechte hand zů sampt dem hindern ort auch vbersich / vnnd lasse dieselbige weil / dein vordern ort mit der lincken hand neben deiner Lincken zůr seiten aus wider vndersich sincken / vnnd wende hiemit den vordern lengern theil deiner Stangen widerumb von vnden vbersich gegen seiner Rechten / dises alles můß in einem huy geschehen / stoß als dann ferner mit einem austrit gerad gegen seinem gesicht / aber hab acht das du nicht allein im hinein stossen dein rechte Hand wider vndersich zů deiner Brust wendest / sondern dieselbige auch wol an deiner Brust vnd inwendig an deinem lincken Arm im stossen für dir hin zů jhm hinein schiebest / also hastu aus der Oberhůt erstlich wie du austretten vnd mit jm zůgleich stossen solt / zům anderen jm sein Stangen von oben nider ausschlagen vnd nachstechen / Zům dritten wie du jhm gegen seiner Stangen von oben nider durchbrechen / vnnd von vnden vbersich ausreissen / auch wie du letztlich ein verführten stoß machen solt / gelehrt.

Wie du aus der Vnderhůt mit jhm zůgleich hinein stechen solt.

MErck / wann du nun also im zůfechten dein Rechte hand sampt dem hindern ort deiner stangen / an deiner Rechten weiche haltest / vnd dein vordern ort mit wol fürsich nach gehencktem leib / vor deiner Rechten zůr seiten aus auff der erden ligen hast / so nim war als balt er gegen deinem gesicht hersticht / so trit mit deinem Rechten Fůß gegen deiner Rechten seiten auß / vnnd mit deinem Lincken ferner gegen seiner Lincken zů jhm / stiche jhm also in dem er seinen stoß herführet / oberhalb seinem Lincken Arm zů seinem gesicht / auch soltu hiemit in dem du also mit jhm

hinein stossest / deinen Kopff wol von seinem herfliegenden stoß vber dein Stang gegen deiner Rechten seiten vndersich sencken / so bistu desterbas versetzt.

Ein anders / wie du jhm sein stoß auszschlagen / unnd nach stossen solt.

JM zůfechten schicke dich abermals mit wol fürsich gebogenem Kni / also das dein oberer leib der Stangen wol nach gesenckt sey / in die Vnderhůt wie vor / vnnd merck als bald er her stoßt / so schlage jhm seine Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken in einem ruck aus / bis in die gerade versatzung / vnnd ehe dann er sich von solchem stos wider erholt vnd ermant / so stos jhm mit einem aussprung gegen seinem gesicht.

Ein anders.

MErck wann du dich im zůfechten in die Lincke Vnderhůt verfallen hast / vnd er schlecht dir mit einer hand von Oben herein gegen deinem Kopff / so fahre mit beiden Armen vbersich auff / mit solchem aufffahren spring jhm wol vnder seinen streich hinein / versetze jhm also seinn schlag zwischen dein beide hend auff dein Stangen / als bald vnnd in dem der schlag auff dein Stangen bocht / vnd noch im zůsamen rühren ist / so zůck mit deiner Rechten hand den hindern ort zů dir / auch lasse hiemit den vorderen ort vndersich sincken / führe jm dasselbige zwischen seinen beiden henden vnder seiner Stangen zům leib / vnd stosse jhm also vnderhalb seiner Stan=

gen zwischen seinen beiden henden / fúr sein Brust / in dem du aber also hinein stossest / so wende deinen hinderen ort zů sampt deiner Rechten hand wider vndersich / gegen deiner Brust / auff das du mit derselbige den stoß hart an deiner Brust / vnd inwendig an deinem Rechten arm hinein führen könest / nach volbrachtem stoß soltu behend mit dem band wider an seiner Stangen sein / damit du dich dester baß vor seinem nachfechten schützen mögest.

Wie du jhm aus der Lincken Vnderhůt auß seinem stoß weichen / vnd mit jhm zůgleich hinein stossen solt.

JM zůfechten trit mit deinem Lincken Fůß vor / halt dein hindern ort sampt der Rechten hand in der Rechten weiche / vnnd lasse den vordern ort deiner Stangen gegen deiner Lincken ein wenig zůr seiten aus / vor dir ausgestreckt auff der erden ligen / vnnd merck aldo als bald dein gegenfechter auff dich her stoßt / so trit mit deinem Rechten fus hinder deinem Lincken zůr seiten aus / ein wenig gegen seiner Rechten seiten / vnd in dem du deinen Rechten fus im hinder tretten noch also nider setzest / so trit eilents mit deinem Lincken fus auch gegen seiner Rechten seiten fúrter zů jm / vnd stoß jhm oberhalb seinem Rechten arm (in dem er her stoßt) gegen seinem gesicht.

Wie du jhm seinen stoß von deiner Lincken vnderhut ausschlagen vnd nach stechen solt.

ODer wann du auff gemelte weiß in der Rechten Vnderhůt stehest / so trit abermals wie vor / in dem er her sticht gegen seiner Rechten seiten aus seinem stoß / vnd schlag jhm gleich mit sei=

ne Stangen von deiner Lincken gegen deiner Rechten ab / demnach stosse jhm behend abermals wie vor (ehe dann er sich wider erholt) gegen seinem gesicht.

Wie du mit Langer schneide von deiner Lincken vbersich außnehmen / vnd durch die Rosen wider von deiner Rechten unden auff gegen seinem gesicht stechen solt.

JM zůfechten schicke dich in die Vnderhůt zůr Lincken wie vor / stost er dann auff dich her / so fahre mit beiden Armen auff / vnd schlage jm seinen stoß mit dem vordern theil deiner Stangen von deiner Lincken vbersich / gegen deiner Rechten mit Lnager schneide aus / also das du in solchem ausschlagen mit deiner Stangen gantz vbersich durch kommest / wende demnach dein Stangen wider neben deiner Rechten von vnden auff / vnd stich von derselbigen wider vbersich gegen seinem gesicht.

Wie du jhm sein Stangen außrucken vnd nach stechen solt.

MErck wann du im zůfechten in der vnderhuten eine kommest / vnnd er nicht arbeiten noch stossen will / so laß dich mit geberden mercken vnd ansehen / als woltestu dich aller erst vmb sehen was dir fúr stuck zů Fechten seyen / als bald vnd in dem er aber sein Stangen also von jhm ausstreckt / so rucke jhm die in einem uhnversehenen ruck oder schlag aus / vnnd stoß jhm behend (all dieweil er nach mit seiner Stangen vom genomnen stoß daumelt) gegen seinem gesicht / in

disem ausschlagen soltu fleissig wahr nehmen / das du dich (wie nechst auch angeregt) nicht mit deiner Stangen dem ausschlagen nach zů weit auff die seiten verfahrest / sonder schlage jhm die seine (wie gelehrt) in einem ruck aus / auff das du mit deiner Stangen behend wider gerad vor seinem gesicht seyest / vnd also den stoß volbringest ehe dann er sich wider ermant.

Wie du auß der Mittelhůt fechten solt.

Jm zůfechten schicke dich in die Mittelhůt / auff solche weiß wie das grosser Bild in hievor getruckter Figur A. zůr Rechten hand anzeigt / vnnd nim wahr als bald du jhn erlange kanst / so wirff jhm dein Stangen mit deiner Rechten hand vberzwerch durch sein gesicht / zů solchem wurff gibe deiner Stangen mit deiner Lincken hand ein starcken schwung / vnnd laß dieselbige hiemit von der Stangen ab / auff das deine Stangen in disem wurff dester geschwinder durch sein gesicht vnd vmb dein Kopff fliegen kónne / in dem aber / das dein Stang also durch sein gesicht vnd vmb dein Kopff fleugt / so trit auch mit deinem Lincken Fůß fúrt zů jhm / vnnd greyff vnder des / dieweil dein Stangen im herumb fliegé noch in der lufft ist / mit deiner Lincken hand wider an dein Stangen / vnd schlage jhm zům andern von deiner Lincken gegen seiner Rechten durch das gesicht / auch gegen seiner Stangen durch wo er die vor jhm fúhret / dieser schlag soll mit beyden henden verricht werden / also das du nach endt des schlags in die Rechte Vnderhůt kommest / dieweil dein Stangen aber also in disem schlag in die Vnderhůt verfallet / wirt er dir behendiglichen gegen deinem gesicht (welches dann mit solchem verfallen enblóst wirt) herstossen / deren halben so trit mit deinem Rechten Fůß eilents auff dein Rechte seiten / vnnd stoß mit jm zůgleich auch gegen seinem gesicht hinein / doch das du im hinein stossen die Lange schnei=

de sampt dem hindern theil der Stangen gegen der seinen gewendet / vnnd deinen Kopff wol aus seinem stoß vber dein Stangen entzuckt habest / so bistu versetz.

Oder nach dem du also durch disen schlag in die Rechte Vnderhůt verfallen bist / vnd er deiner gegebenen Blósse zů stost / so Reisse mit halber schneide jhme sein herfliegende stangen vbersich / gegen deiner Lincken Achsel aus / zůgleich mit solchem Ausreissen fúhre dein Stangen oben vmb dein Kopff / vnd schlage jhm von deiner Rechten aussen vber seinem Lincken Arm / disen schlag soltu auch mit beiden henden herumb führen / hie zwischen hab acht ob er dir (dieweil du disen schlag also herumb führest) zům gesicht stossen wólle / so bald er dann solches thůt / so fúhre den hinderen ort im herumb fahren dester niderer vor deinem gesicht herumb / vnnd lasse den schlag dester geschwinder fliegen / versetzt er dir aber den schlag mit hangender Stangen / so merck in dem dein Stang auff die seine bocht oder felt / so bald wend auch den hindern ort vbersich / vnd stoß jhm ober oder vnderhalb seiner Stangen zům leib.

Ein anders / wie du dich vor jhm verkehren / oder ubergeben / ausnehmen vnd nachschlagen solt.

IM zůfechten schicke dich auff obgemelte form / in die Mittelhůt zůr Lincken seiten / vnnd trit also bald mit deinem Lincken Fůß hinder deinem Rechten zů jm / also das du in solchem vmbwenden / jhme den Rucken zů wendest / in dem du dich aber also vor jhm vmbwendest / wirt er dir eilents gegen deinem gesicht herstechen / in meinung das zů ereylen / derenhalben so erhebe in solchem hindersich treten dein beide hend zů sampt dem hinderen theil deiner Stangen / also das das vorder theil derselbigen gegen der erden hanget / behendiglich vbersich ausgestreckt gegen


seiner Lincken / vnd schlag jhm in solchem deinem vmbwenden / seinen herkommenden stoß mit deiner hangenden Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken zůr seiten aus / vnd laß die selbige durch ein schwung vollend vmb den Kopff fahren / in dem du aber also mit deiner Stangen herumb fahrest / so laß die Lincke hand (nach dem du mit derselbigen deiner Stange einen sterckern schwung gegeben hast) ab / vnd schlag mit einer hand einen starcken geschwinden streich zů seinem Lincken ohr / Dises ist ein geschwind stuck / welches im ersten angriff wol angeht / dan mit deinem vmbwenden reitzestu jhn zů stossen / stost er ddann / so nimstu jhm gleich in solchem vmbwenden sein Stangen aus / vnd triffst jhn gewiß / so er ernstlichen gestossen hat.

Diese bißher gelehrte stuck aus den seiten Legern / hab ich darumb erstlich setzen wollen / damit wann du durch Verschlagen / Verstossen oder Versetzen in derselben eines ankomen werest / dich dester füglicher wissest wider zů ermanen / auch dich in folgende stuck dester baß wissest zů richten / dann in disen langen Wehren komstu gleichfals wie auch in bißher verrichten Wehren / in vollem Fechten jmmer aus einem in das ander / in welchen du dich demnach nicht lang erst bedencken must was dir zů thůn sey / sonder mit den nechst fúrfalleten stucken fürtringen.

Nun in die gerade Versatzung aber / wie ich sie hie genent hab / schicke dich im zůfechté also / wie dich die zwen bossen in hievor getruckter Figur fürbilden vnd lehren.

Das erste stuck im eussersten anbinden.

SO du jhm mit deinem eussersten theil deiner Stangen an das eusserste der seinen anbindest / so truck jhm dieselbige in einem uhnversehenen starcken ruck zůr seiten aus / soch also das du mit der deinen dem austrucken nach nicht verfahrest / sonder stoß jm behendiglichen / von seiner Stangé ab / fúr dir hin zů seinem gesicht / vň das eilents ehe daň er sich vom austrucké erholt hat.

Ein anders / wie du nach dem außrucken durchfahren und auff der andern seiten stossen solt.

SO du aber in solchem ausrucken gewahr wirst / das er mit seiner Stangen so behend wider ankompt / also das du jhn mit gelehrtem stoß nit ereylen kanst / so thů jhm also / Ruck jm seine Stangen abermal auff ein seiten wie vor auch / vnd laß dich mercken als woltestu wie vor stossen / aber als bald vnd in dem er mit seiner Stangen wider her zů gegen deiner eylet / in meinung deinen stoß zůversetzen / so fahr du dieweil er noch herwischt / vnder derselbigen seiner Stangen durch / vnd stoß jhm auff der andern seiten mit einem aussprung eilents vnnd gewaltig zům gesicht / Dises ist ein geschwinder durchgang / wann du einem also sein Stang ohnversehens außruckest / demnach behend vnden durch fahrest / vnd auff der andern seiten hinein stost.

Ein anders / wie du jhm die Stangen außrucken / und zů seinem fürgesetzten bein schlagen solt.

JM zůfechten bind jhm von deiner Lincken hand / mit deinem eussersten theil an das eusserste seiner Stangen / vnd truck jhm die in einem vnversehenen ruck gegen seiner Lincken hand auß / vnnd zůcke dein Stangen behend wider zů ruck / gegen deiner Lincken vmb deinen Kopff / laß hiemit dein Lincke hand von der Stangen ab / vnnd schlage mit einer Hand von deiner Rechten starck vberzwerch / mit einem weiten zůtrit deines Rechten fůsses durch sein fúß / ergreiffe demnach dein Stangen dieweil dieselbige im streich noch also durch fahrt / wider mit deiner Lincken hand / vnd schlage als dann den andern mit beiden henden / von deiner Lincken schlims

gegen seiner Rechten achsel durch / also das du nach ende des schlags in die rechten Vnderhůt kommest / von deren stoß jhm nach obgeschriebener form zů seinem gesicht.

Oder wann du also zů seinem fúrgesetzten bein vberzwerch durchschlechst / so schauw das du dein Stangen im durchschlagen wider auff deiner Lincken seiten mit deiner Lincken hand ergreiffest / als bald du die ergriffen hast / so zůck dein hindern ort zů deiner Rechten and dein Brust / vnd mit der Lincken fahr wol mit ausgestrecktem Arm in die Stangen hinein / in dem du aber dein hend also in der Stangen von einander zeuchst / so wende dein Stangé gegen seiner / vnd schlag jm dieselbige (in dem er her stöst) auch auß / also das du dein Stangé gewaltig vnd starck mit außgespanenem Lincken Arm wider in die gerade Versatzung bekommest / vnd stoß als dann behendiglich gerad fúr dir hin zú seinem gesicht nach.

Ein stuck wie du den Hirnschlag machen solt.

DEn treib also / im zůfechten binde jm mit deinem eussersten theil deiner Stangen in sein eusserste an / aldo laß dich mit geberden mercken als sehest du dich ernstlich vmb / wo oder wie du jhm gegen seinem gesicht stechen wóllest / als bald er das mercken wirt / so wirt er fleissig war nehmen auff dein abgohn / auff das er dir behend in dem du abgehest nach stossen könne / Derhalben wann du dich am aller ernstlichen stellest / sam du alben zů stechen wollest / so ruck dein hindern ort eilents vbersich / vnd mit der Lincken hand aber schwing die Stangen zů ruck / gegen deiner Lincken vmb den Kopff / vnnd schlag jhm also mit einer hand ohnversehens gerad von oben zů seinem Kopff / vnnd ob er vnder dessen schon herstechen wirde / so geht jhm derselbige doch nicht an / dann du bist jhm zů geschwind mit dem schlag auff seinem Kopff / Diese vnd derglei=

chen stuck stand den mehren theil in der Practick / nemlich da du dein wider fechter mit ohnversehener behende vbereylest / wann er sich dessen am wenigsten versicht.

Ein anders mit dem schófferstreich.

MErck wann du deinem gegenmann wie bißher gelehrt / angebunden hast / so verkehre dein Rechte hand heimlich an deiner Stangen / vnnd verführe jhn dieweil mit geberden / auff das er dein fürnemen nicht mercke / als dann wan er sich des am wenigsten versicht / so trit mit dem Rechten Fůß eilents zů jm / vnd schlag hiemit vber die hand einen gewaltigen vnd geschwinden streich / gerad von Oben zů seinem Kopff / also das du mit deinem obern leib dem schlag nach wol vndersich gesenckt standest / fahre als dann behendiglich mit deiner Stangen wider auff / vnnd trit zůgleych auch mit deinem Rechten Fůß wider zů ruck / auch greyff vnderdes mit deiner Lincken hand wider an dein Stangen / damit du dich wider mit versatzung stercken mögest / zů dem vorgehenden Hirnschlag / zů disem Schöfferstreich kanstu dir auch raumen / nemlich wann du jhm die Stangen erstlich ausruckest / oder jhn sonst mit andern stucken hinderst / auff das du jhn mit dem Schöfferschlag ereylest ehe dann er wider auffkompt.

Wie du von seiner Stangen vmbschlagen und vberschiessen solt.

WEyter wann du im zůfechten sein eusserste theil der Stangen mit deinem eussersten erlangen kanst / vnd er ist dir hart an deiner Stangen / so hab ach als bald er dir mit gewalt zůr seiten austrucken will / so zůck dein Stangen behendiglich (in dem er dir solche außtruckt) vmb


deinen Kopff mit beiden henden / vnd schlag jn mit solcher aussen vber seinen Lincken Arm / mit einem außtrit zům Kopff / als bald dieser schlag antrifft / so schiebe dein Stangen eilents vber die seine nach bey seinen henden / wie du solches in der Figur G. hernach gezeichnet sehen kanst / waň du jhm also sein Stangen gefast vnd gespert hast / so bagstu jhm also dann mit dem hindern ort eingehn vnd stossen / oder mit dem langen theil fúr sein gesicht schlagen / fehrt er aber mit dem ort auff / vnd arbeit sich vnder deiner Stangen herfür / so folge jm von vnden nach / es sey mit stossen Winden oder trucken.

Wie du jhm durchgehn solt.

MErck ist dein gegen fechter mit seinem band hart ahn deiner Stangen / vnd truckt von jm / so fahr vnden durch / vnd stoß auff der andern seiten / Oder in dem er dir also dein Stangen austruckt mit seinem harten anbinden / so fahr abermal hart an seiner Stangen (dieweil er noch also truckt) vnden durch / vnd Ruck jhm die mit einem neydlichen schlag von der andern seiten auß / vnd stoß behendiglich nach / ehe dann er sich ermant hat.

Ein anders.

Bindet dir einer hart an dein Stangen / so halt jhm mit deinem band hart wider / truckt er auch gegen der deinen / so fahr eilents vnden durch / vnd thů sam du stossen wolltest / thůs aber nicht sonder zůck wider vnden durch / vnnd stoß jhm zů der seiten gegen welche du jhm erstlich angebunden hast.

Wie du in den Banden fehlen leren solt.

Das mercke fleissig waň du einem von deiner Lincken seiten angebunden hast / so nim fleissig wahr vnd fühle eben / als bald er von deinem Band abgeht / es sey vnden durch oder sonst zů arbeiten / so stosse jhm dieweil er noch also abgeht / gerad für dir hin gegen seinem gesicht.

Ein anders ist der bruch auff das vorige.

WAnn du im Band gewahr wirst / das dir dein gegen Fechter auff dein abgehn acht nimpt / vnd dir dieweil du abgehest zůr Blóß stossen will / so laß dich mit geberden mercken als wollestu ernstlich von seiner Stangen abgehn vnd stossen / vnd wann du vermeinest das er sich am aller besten zům nachstossen geschickt hab / so gehe mit deiner Stangen gehlingen auff di seite aus / ab / von der seinen / sam du wie gesagt stossen wollest / thůs aber nicht / sonder in dem er mit seinem stoß hereylet / so schlag jhm den auff die seiten aus / vnd stoß als dann erst vervollen hinein / dann wann er so gehlingen hereylet / kanstu jhm sein Stangen leychtlichen ausnemen / vnd jhn wol ereylen ehe er sich wider erholet.

Also soltu auff mercken vnd wahrnemen / was dein gegen Fechter auff dich Fechten vnd treiben wolle / das du jhn eben in seinen eigenen stucken fangest / als nechst hievor an disem der dann geneygt wahre bald nach zůstechen / Derenhalben můstu dich vor demselben fúrsichtlich vnnd gewahrsam blóssen / vnnd zů solchem blössen dich mit geberden also stellen / als wehre dir das vngefehr vnnd vnwissen widerfahren / oder habest dich deinem begirigen stoß nach mit vnwillen verfallen / auff das er hiedurch dester ehr vnnd begirlicher zů stossen angereitzt werde / mit welchem stossen oder schlagen er sich selber vergibt vnnd blöst / als fast das er so behendt

schwerlich wider auff komen vnd sich erholen mag / ehe dann du jhn ereylet habest / Dises aber wirt in der Helleparten noch weiter durch Exempel ausgeführt werden.

Ein verfúher stuck.

JM zůfechten wann du mit einem angebunden hast / vnd keiner will von des andern Stangen abgehn / so stich jm mit ernsthafften geberden zů seinem fürgesetzten Fůß / damit blössestu dein gesicht / zů welchem er behendiglich her stossen wirt / als bald vnd in dem er dann herstost / so tritt du mit dem vordern Fůß zůr seiten aus / folge mit dem Rechten / vnd stoß jhm von vnden vberhalb seiner Stangen (in dem dieselbige zům stoß herfleugt) gegen seinem gesicht / vnd entzucke jhm auch hiemit deinen Kopff wol von seinem stoß hinder dein Stangen / so triffestu jhn (dieweil er noch hersticht) in sein gesicht / Oder wann du jhm zů seinem Fůß stóst oder schlechst / vnd er dieweil deinem gesicht zů stost / so schlage jhm sein herfliegenden stoß aus / vnd springe zůgleich in solchem ausschlagen zůr seiten aus seinem stoß / vnd stoß behend vnd eilents nach.

Wie du mit einer hand aussen vber seinen Lincken arm zů seinem gesicht stossen / mit dem hindern ort durchwinden / vnd zůr Rechten achsel schlagen solt.

HAstu einem vornen von deiner Lincken gegen seiner Rechten angebunden / er aber ligt still vnd arbeit nicht / so trit mit deinem hindersten Rechten Fůß auff dein Rechte seiten / vnd gehe hiemit auch mit deinem vordern ort hart an seiner Stangen vnden durch / vnnd stoß jhm behents vnd ohnversehens von deiner Rechten vber seinem Lincken arm zů seinem gesicht / im hin

ein stossen aber / so laß die Lincke hand von der Stangen / vnd gib die Rechte seiten dem stoß wol nach / auff das du von vberzwerch dester weiter hinein langest / in solchem stossen wende die rechte hand mit sempt dem hindern theil der Stangen vbersich gegen deiner Lincken / vnd zůck dein Stangen hiemit vmb dein Kopff / auch spring in disem vmbzucken behends auff dein Lincke seiten / schlage jhm also schlims gegen seiner Rechten achsel / Dieser schlag zů sampt dem stoß sollen behends auff einander vnd zůsamen getrieben werden / spring als dann zů ruck / auff das du dein Stangen wider sicher mit deiner Lincken hand aufffangen vnd ergreiffen mógest.

Ein anders / wie du mit dem stoß durchwinden solt.

DEm thů also / im zůfechten so du jhn in gerader versatzung findest / so stoß jhm gericht von deiner Rechten gegen seiner Lincken hand / die er dann in der Stangen vor führet / im anfang aber / so laß dich doch mit geberden mercken als woltestu jhm in sein angesicht stossen / wann du nun mit deinem vordern ort nahet an sein hand komest / so fahre vnder seiner Stangen durch vnd trit hiemit auch mit deinem Lincken Fůs wol gegen seiner Rechten seiten aus / in solchem aus tretten nim dein Kopff wol mit / vnd wende also deinen vordern ort im durchstossen aussen vber seinem Rechten Arm zům gesicht / im hinein stechen aber / wende dein Rechtó offene hand wol vbersich / an deinem inwendigen Lincken arm hinein / so gehet der stoß desto dieffer.

Ein künstlichen vnd geschwinden stoß gegen dem der nicht arbeiten / sonder starck in der versatzung ligt zů brauchen.

MErck wann du im zůfechten deinen gegenpart in gerader Versatzung findest / so schicke dich auch also / vnd laß dich mit geberden mercken / als woltestu dich aller erst vmbsehen was dir

zů fechten sey / vnder des aber / wann er sich dessen am wenigsten versihet / so trit mit deinem rechten Fůß eilents gegen seiner Lincken seiten aus / vnd stosse jhm oberhalb seiner Lincken hand (die er dann in der Stangen vor fúhret) gerichts seiner Brust zů / doch also das du sein Stangen mit der deinen nit rúhrest / in disem stoß führe dein Rechte hand wol gegen deinem Lincken arm / vnd auff demselbigen hinein / zů dem so wende hiemit dein Lincke offene hand vbersich vmb / so geht der stoß dester dieffer / vnd triffst eben auff solche weiß an / wie dir solches an dem Bilde zůr Lincken hand in der Figur E. fürgestelt.

Ein anders / wie du mit einem stoß vbersich durch sein gesicht stossen.

TRinget dein gegenfechter im band auff dich / so bleibe mit deiner Stangen auch hart an der seinen / als bald jhr beide so nahet komen seind / also das die Stangen im anfang des anderen theils zůsamen rúhren / so bleibe vnder des mit dem band hart an seiner stangen / vnd stosse den hindern ort mit deiner Rechten hand von dir / also das dein vorderer ort auff seiner Stangen gegen seiner Rechten achsel aussehe / zů dem so trit auch mit deinem Rechten Fůß wol auß gegen seiner Lincken seiten / vnd stosse jhm mit deiner Stangen (doch das du mit deren hart auff der seinen bleibest) gegen seienr Rechten achsel / im hinein stossen aber / wende dein Rechte hand mit dem hindern ort wider zů dir / gegen deiner Brust vmb / also das deine Finger an deiner brust vnd die offene hand oben stehe / wann du also / dieweil du mit deiner Stangen hart auff der seinen bleibest / gegen seiner Rechten achsel stossest / vnd im hin stossen dein hinder ort wider zů dir wendest / so gehet dein stoß vbersich / vnd triffst jhn in sein gesicht / er muß aber sehr behendt vnd mit sterck ins werck gericht vnd volfúhret werden.

Zugleich mit disem stoß führe dein Stangen mit beiden henden vbersich / vnd schlage behend von oben nider gegen seinem gesicht wider nider / in solchem schlag aber / spring mit deinem rechten Fůß noch ferner gegen seiner Lincken seiten vmb.

Ein anders / wie du vor jhm hart an seiner Stangen fehl stechen / vnd lang nachschlagen solt.

JM zůfechten komme nicht zů nahet auff den Mann / vnd merck in dem er nicht arbeiten will / so stosse jhm gegen seiner Rechten seiten / hart an seiner Stangen hinein / als bald er den stoß wehrt / vnd gegen seiner Rechten abweist / so lasse dein Stangen neben seiner Rechten ablauffen / vnd zůck die mit der Rechten hand vmb den Kopff / vnd schlage jhm mit einer hand ein geschwinden streych zů seinem Lincken ohr.

Ein guter streich im vbergehen.

DEn treib also im zůfechten / so bald du jhm sein eusserste theil der Stangen / mit deinem eussersten erlangen kanst / so behalt dein vordern ort gerad vor seinem gesicht / vnd wende dich in dessen wol auff dein Rechte seiten / also das du jhm den rucken zůwendest / vnd in dem du jhm den rucken darwendest / dieselbige weil trit auch mit deinem Rechten Fůß hinder deinem Lincken zů jhm / mit solchem trit wende dich fúr vollen auff dein Rechte seiten vmb / vnd schlag mit einer hand / nemlich mit deiner Rechten hinden herumb / gerad von oben zů seinem Kopff / Dieser schlag geht sehr wol an wann du jn recht machest / daň ob er wol in dem du dich zům streich vmbwendest herstöst / so kann er dich doch nicht langen / dieweil du jhm an seinem vordersten ort an


gebunden hast / vnd ob er dich schon erlanget / so rúhret er dir Blóßlich den Rucken / du aber triffst jhn gewiß wann er herstóst / auch laufft der streych so geschwindt / das er vor demselbigen zů keinem stoß kommen kann / du magst auch in solchem vmbwenden den streych vberzwerch von der mitte herführen.

Ein anders / mit einem Mittelschlag.

ALso / wann du im zůfechten sein Stangen vornen mit deinem vorderen theil erlangen kanst / so zůcke dein Stangen gehlichen vmb deinen Kopff / vnd schlage mit einer hand vberzwerch von deiner Rechten gegen seinem Lincken ohr / zů solchem streich trit mit deinem Rechten Fůß wol gegen seiner Lincken seiten zů / vnnd in dem dein streich antrifft / so greiff mit deiner Lincken hand hart vor deiner Rechten wider in die Stangen / vnd zeihe dieselbige dein Stangen mit deiner Rechten hand wider an dein Brust / in dem du aber also dein Stangen an dich zeuhest / so fare mit der Lincken hand für dir hin in die Stangen hinein / wo weit biß dein Arm ausgestreckt auff deiner Stangen lige / vnd also die Lincke hand (als ein schilt) auff der Stangen vor deinem gesicht führest.

Die stóß verzucken.

WAnn du deinem gegen fechter vornen angebunden hast / oder in der Versatzung vor jhm stehest / vnd er nicht arbeiten will / so stosse jhm ernstlichen zům gesicht / mit einem weitern zůtrit deiner Lincken Fusses / vnd mercke vnder des fleyssig / so er bereit ist deinen stoß ab zůtragen vnnd zů versetzen / so volfúhere denselbigen nicht / sondern zůcke den eylents wider zů

dir durch dein Lincke hand / also das du dieselbige Lincke hand gantz aus gestreckt vor deinem gesicht habest / zůgleich in dem du also dein Stangen wider zů dir zeuchst / so stelle dich mit ernsthafften geberden / als woltestu vnden durchgehn / vnd auff der andern seiten stossen / zů solchen verzucken vnd geberden / mustu deinen vordern Fůß meisterlichen auff heben vnd wider nider setzé / auff das es nicht anders scheine / dann als stechest du alben zů auff der andern seiten schon daher / aber in dem er jetzt deinem stoß entgegen zůr seiten ausfehrt / denselbigen ab zůwenden / so stosse du nur wider gerad für dir hin an das selbige ort / davon du erstlich gezuckt hast / Dises alles sol behendiglichen zůgehn / vnd mit allen vmbstenden ernstlich volbracht werden.

Wann er aber vor dir arbeiten vnd auff dich herstossen würde / so setze jm den stoß mit deiner Stangen in einem ruck ab / vnd fúhre dem absatz oder der versatzung behend ein stoß nach / aber auff dem weg in dem du hinein stossest / so zůcke den selbige wider / sam du abermal vnden durch stossen wolltest / so wirt er demselbigen eilent begegnen wóllen / in dem er aber der andern seiten zůwischt / in meinung zůversetzen / so stosse gerad vor dir hin abermal an das ort von welchem du gezucket hast.

Mit disen gezuckten stóssen kanstu auch alle Leger brechen / Exempel also / findestu deinen widerfechter in der Vnderhůt zůr Lincken / so stosse jhm gerad gegen seinem gesicht / vnd nim war in dem er mit seiner Stangen auffehrt dein stoß aus zůschlagen / so zůck den ohnvolbracht ein wenig wider an dich / vnd fahr behends vnden durch / vnd stoß jhm auff seiner Lincken seiten (dieweil er noch im vbersich fahren ist) vber seinem Lincken arm zům gesicht / fehrt er deienr Stangen aber nach / so fahr wider vnden durch / vnd das so lang biß du dein gelegenheit ein Blóß zů ereylen ersihest.

Winden.

BIndet dein gegenmann von seienr Lincken gegen deiner Rechten / hart an dein Stangen / vnd tringt mit gerader Versatzung hart auff dich hinein / also das du mit keinem stuck von seiner Stangen abweichen darffest / so bleib mit dem Band hart vor seiner hand an der Stangen / tringe mit dem vordern ort gegen seinem gesicht / auff das er gezwungen werdt auff zůfahren / so bald er mit seiner Stangen ein wenig auff in die höhe kommen ist / so bleib mit dem vordern ort in dem allem gleichwol nach an seiner / vnd mit dem hindern winde jm behendiglichen von deiner Rechten gegen seiner Lincken / oben vber die seine / truck jhm die vndersich / vnd schlag jhm mit dem vordern theil (also das dein Lincke hand vber dein Rechte kom) auff sein Kopff / wie dir solches die mitlern bossen in der Figur D. hievor anzeigen.

Ein anders.

IM zůfechten binde jhm von deiner Rechten seiten gegen seiner Lincken starck an sein Stangen / vnd arbeite jhm mit dem vordern theil abermals gegen seinem gesicht / damit er gezwungen werde sein Stangen etwas in die hóhe zů fúhren / als bald vnd in dem er noch vbersich auffehrt / so bucke dich / vnd spring mit deinem Rechten Fůß hinein zů jhm vnder sein Stangen / vnder des bleibe gleichwol mit dem vordern theil hart an seiner Stangen / vnd mit dem hinderen theil gehe mit solchem zůsprung vnder der seinen durch / vnnd wend mit demselbigen auff seiner Rechten seiten vber sein Stangen / so kompt das vorder ort hernach / mit welchem schlage jhn auff seinen Kopff / oder trucke mit deinem hindern ort (in dem du vbergewunden hast) vndersich / vnd reisse mit demselbigen zůgleich auch auß / stoß jhn mit dem vordern ort gegen seinem ge=

sicht / ist er aber so starck im vbersich trucken / also das du jhm sein Stangen mit deinem hindern ort nicht vndersich zwingen kanst / so winde jhm den vordern theil (in dem du mit dem hindern darzů getrungé / aufffahren múst) von vnden auff / dieweil er vbersich tringt / neben seinem Rechten arm zů seim gesicht / wo er dir aber (in dem du mit deinem hindern ort vber seine Stangen windest) mit seinem hindern ort aufffahren vnd oben vberwinden wollte / so wende eilents von deiner Lincken / mit deinem vordern theil gegen seiner Rechten / vber seinem Rechten arm hin vber vmb sein Kopff / vnd faß jhn mit deiner Stangen vmb seinen halst / ruck hiemit auff dein Lincke seiten zů dir.

Oder bind jhm von deiner Rechten gegen seiner Lincken an / vnd bleib also mit deinem vordern theil hart an seiner Stangen / mit dem hindern ort aber wende in einem zů tritt deines Rechten Fůß / von vnden zwischen sein hand vnd Stangen hinein / Reiß damit vbersich aus / wie dir solches die mitlern bossen in nach getruckter Figur F. anzeigen / arbeite als dann ferner nach deinem vortheil.

Item binde jhm von deiner Lincken gegen seiner Rechten / hart vor seiner hand in sein Stangen / bleib mit demselbigen vordern ort hart an seiner Stangen / vnnd mit dem hindern widne jm (mit einem zůsprung deines Rechten fůsses) vber seiner Stangen / vnd vber sein Rechte achsel vmb sein halß / trit vnder des nach ferner mit deinem Rechten Fůß hinder sein Lincke / wirff jhn vber dein Recht bein / wie du solches in hievor getruckter Figur C. sehen kanst.

Ein Stangen nehmen.

ES begibt sich offt das beide Stangen in der mitte zůsamen gebunden werden / waň sich nun solches mit dir begibt / so bleib mit deiner Stangen an der seinen / vnd lasse dein Linck hand

ab / verkehr die / vnd greiff damit beide Stangen / vnd fahre demnach mit dem hindern ort vnder seiner durch / truck also mit der Rechten hand vbersich zů dir / so muß er die lassen / oder waň du jhm mit deinem Rechten Fůß hinder tritst / fallen.

Treiben.

DAs ficht also / wann du im zůfechten mit deinem Rechten Fůß vor bist / desgleichen auch die Lincke hand in der Stangen vorfúhrest / so erhebe dein Stangen mit beiden henden vbersich gegen deiner Lincken achsel / schlage also (mit einem nach fernern zůtrit deines Lincken fusses) gegen seiner Rechten / von oben an seiner Stangen zů seinen Fingern starck durch / biß in die rechte Vnderhůt / mit wol nach gehencktem leib / als dann Reisse starck wider vbersich durch sein Stangen / biß wider in die Lincke Oberhůt / er stosse hie zwischen wann er wólle / so nimstu jhm solche mit dem von oben niderschlagen / vnd von vnden vbersich ausreissen aus / dises treib ein streich drey / vier oder fónffe / mit sterck von vnden zůsamen / so lang biß du dein gelegenheit zů stossen ersihest.

Ein stuck aus dem Treiben.

JM zůfechten so bald du den Mann erlangen kanst / als bald treibe schlims von oben vnd vnden / wie nechst gelehrt starck zůsamen / wann du nun ein streich vier getrieben hast / so thů zům letsten als woltestu abermals gantz ernstlich vnnd stercker dann vor / gegen seiner Rechten achsel schlagen / aber im herab schlagen / so fúhre dein Stangen lüstig behendiglich hart an seiner Stangen vnden durch / vnnd trit in solchem durchfahren wol gegen seiner Lincken seyten aus / stoß also in dem du durchgangen bist / von der andern seiten vber seinem Lincken arm zů seinem gesicht.

In allem Fechten nim fleissig war / das du dich in keinen weg abreytzen oder verführen last / auch deine stóß ohn sonderlichen vortheil im Vor nicht ledig stossest / findestu aber deinen gegen fechter in einer solchen Hůt darinnen er dir ein Blóß dargibt / so soltu jhm nicht freffel zů derselbigen stossen / sonder schauwen ob du jhn mit verzuckten stóssen auffbringen / demnach durchwechseln mógest / wo er aber in seinen fúrgenomenen Legern zů lang verharret / so kanstu jn ohnversehens wol ereylen / wann er sichs am wenigsten versihet / hastu jhm aber angebunden / vnd darffest aber entblóssens halben nicht wol (im Vor) stossen / |so|fúhre einen stoß hart an seiner Stangen hinein / vnd fúle im hinein stossen eben / ob er dir wölle deinen stoß ausnemen oder ausschlagen / als bald du das entpfindest / so gehe mit deinem stoß vnden durch / vnd hilffe seiner Stangen vollen gegen der seiten / gegen welcher er dir ausgeschlagen hat / oder stoß jm dieweil er nach ausschlecht auff der ander seiten hinein / empfindestu aber das er mit dir zůgleich stossen will / so biß nicht zů geh mit deinem stoß / sonder verhalt den fein heimlich oder ohnmerksam / so lang biß er im vollen herstossen ist / als bald er dann herstóst / so fúhre jm seine Stangen in deinem hinein stossen aus / als dann stosse deinen angehebten stoß für vollen hinein / Also soltu in allen stucken nicht zů geh sein / sonder auffmercken was er für habe auff dich zůfechten / damit du jhm dester füglicher begegnen könnest.

Ein anders aus dem durchfahren.

TReibe abermals wie vor durch sein Stangen / einmal zwey / vnd wann er sichs am wenigsten versihet / so falle gehlingen vnder seiner Stangen durch / vnnd reisse jhm demnach eylents sein Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken vndersich aus / vnd laß hiemit dein Stangen vmb den Kopff fahren / vnd schlage mit einer hand lang nach / Ehe dann ich aber mit dieser Wehr schliesse / will ich zů voren di andern auch vberlauffen / vnd durchgehn / dieweil ohne das diese drey Wehr aus einem grund gefochten werden.


Von der Helleparten.

OB wol mein fürhaben nicht ist alhie an disem ort von einem jeden Hauw vnd Stich insonderheit zůschreiben / so hab ich doch nicht vmbgehn wollen / diese sechs Háuw in der Helleparten anfangs hieher zůsetzen / als die nicht allein zůr ůbung dadurch der leib zů aller behendigkeit angefúhret werde nützlich / sondern vil mehr einem jeden der sich in dergleichen Wehren zů ernstlicher gegen wehr geschickt machen will nötig / darumb so magstu die vor allen dingen lernen vnd manlichen von dir treiben / vnd hauwen wie volget.

Kreutzhauw in der Hellenparten von oben.

ALso / fúhrestu dein Lincke hand in der Stangen vor / so komme mit deinem Lincken Fůß im zůfechten auch vor / vnnd hauwe den ersten mit außgestrecktem Arm von deiner Lincken / von oben gegen seiner Rechten schlims durch sein gesicht / vnd neben deiner Rechten zů ruck hindersich durch / also das dein blat neben deiner Rechten oben wider vber vnd fúrschiesse / auff das die spitz deiner Helleparten gegen deines widerparts gesicht stande / aller ding wie du bißher vom Ochsen gelehrt bist / von dannen Reisse als dann mit deinem hocken vberort / vndersich gegen deiner Lincken / also das dein blat der Helleparten neben der selbigen auch hindersich zů ruck durch / vnd gantz fúruber laufft / damit du mit deiner Helleparten zůr Lincken in die Oberhůt kommest zům vorigen Hauw / vnd hauwe also wider wie vor von deiner Lincken von oben schlims gegen seinem gesicht durch / vnd treib das führter wie jetz gelehrt / ein hauw etlich hindersich vnd fůrsich / dem Mann gegen seinem gesicht nach außweisung des vberort kreutz durch.

Kreutzhauw von vnden.

KOmme aber mit deinem Lincken fůß vor / vnd führe dein Helleparten wie vor in der Oberhůt zůr Lincken / von dannen hauwe mit der scherpffe des blats / neben deiner Lincken von vnden gegen seiner Rechten / vbersich vber ort durch sein gesicht / mit solchem vnderhauw fahre mit beiden Armen hoch / also das du nach ende des Hauwes

dein Hellepart mit beiden henden zůr Rechten seiten hoch neben deinem Kopff haltest / vnnd die spitz abermal dem Mann gegen seinem gesicht stande / hiemit wende dich wol auff dein Rechte seiten / also das du jhm dem halben theil deines Ruckens zůkehrest / vnd Reisse als bald neben deiner Rechten von vnden schlims vberort vbersich gegen seienr Lincken durch sein gesicht / also das dein Hellepart nach ende des Risses hinder deiner Lincken achsel außsehe / so stehestu also zů einem gezuckten Oberhauw / von dannen wende die scharpffe schneide deines blats wider neben oder hinder deiner Lincken vndersich / vnd hauwe abermal neben deiner Lincken von vnden schlims vbersich gegen seiner Rechten vberort zů seinem gesicht durch / vnd wende dich mit solchem vnderhauw abermals wol gegen deiner Rechten seiten / auff das du wider wie vor / mit dem hocken deiner Helleparten neben deiner Rechten von vnden auff vbersich gegen seiner Lincken durch sein gesicht reissen könnest.

Treiben vberort durch den mann.

STand mit dem Lincken Fůß vor wie alwegen / vnnd fúhre dein Helleparten in der Rechten Oberhůt / auff solche weiß wie das eusser vnd ober kleiner Bild zůr Rechten hand anzeigt / von deren Reisse mit deinenm hacken gegen seiner Lincken zům gesicht / vndersich gegen deiner Lincken durch / also das dein Helleparten hinder dir gegen der erden außsehe / von dannen als bald hauwe demnach wider von deiner Lincken / mit dem scharpffen blat gegen seiner Rechten vberort schlims durch sein gesicht / biß wider in die vorige rechte Oberhůt / von dannen Reiß mit dem hocken wider vndersich gegen deiner Lincken / vnnd fúrter auff dise weiß treib mit deiner Helleparten schlims vber deinen fúrgesetzten schenckel / von oben vnd vnden vberort starck durch sein gesicht / einmal etlich biß du dein gelegenheit ersihest / wie du in stucken vernemen wirst.

Ein ander treiben.

JM zůfechten hauwe mit dem blat / von deiner Lincken gegen seiner Rechten schlims von oben durch sein gesicht / also das du mit solchem hauw biß in die Rechten Vnderhůt kommest / von deren reisse behendiglich wider gegen seiner Lincken schlims vbersich durch sein gesicht / biß wider in die Lincke Oberhůt / auff solche weiß solt

du geschwindt vnnd starck von Vnden vnd Oben gegen einander durchbrechten / auff das du jhm hiemit alle seine Stich abtragen könnest / vnd schauwe aber vnder deß fleissig auff dein gelegenheit / wie du hiezwischen ein Blóß ereylen mögest.

Dise vier Thribháuw / nemlich die ersten durchs Kreutz / vnd die zwen andern vberort / soltu alwegen ineinander treiben / vnd vndereinandern abwechseln kónnen / auß welchen dann andere Treiben mehr folgen werden / wie du aber auß dieser vnd dergleichen Wehr Fechten solt / will ich dir in der ordnung etliche stuck nach einander setzen / wie folgt.

Das erste stuck auß dem Oberhauw.

JM zůfechten wan du fúr deinen Man in gerader Versatzung oder flet Hůt / so nahet zů jhm komen bist / also das beide Blat zůsamen binden oder rúhren kónnen / so erhebe dein Helleparten zů sampt deinem Lincken Fůß / der dann vor stehn sol / eylents vbersich / vnd hauwe uhnversehenlich behend gegen seiner Rechten / hart an seiner Helleparten / von Oben gegen seinen henden starck durch nider / vnnd im herab hauwen / so Wechsele hiemit vnder seiner Helleparten durch / vnd Stich als bald auff der andern seiten / das ist / gegen seiner Lincken seiten zů seinem gesicht.

Das ander stuck aus dem Oberhauw / lehrt dich wie du dein Helleparten geger deiner Lincken vmb den Kopff zucken / vnd gegen seiner Lincken durch hauwen / demnach gegen seiner Rechten zum gesicht stechen solt.

FIehrestu dein Lincke hand in der Stangen deiner Helleparten vor / so mercke als bald du jm sein Blat mit dem deinen erlangen kanst / so erhebe deine Helleparten mit beiden henden eylents vbersich / vnd hauwe außwendig gegen seinem Lincken arm (welchen er in der Stangen vor hat) von Oben nider / mit einem fernern zůtrit deines Lincken fůsses / starck durch / auff das du nach ende des hauwes / durch weit von einander tretten / mit dem obern leib wol nach gesenckt standest / disem durchhauwen wirt er eylents nach stechen / Derwegen merck fleissig das du (in dem er hersticht) mit dem rechten Fůß hinder deinem Lincken außtrettest / vnd schlage jhm (dieweil


du also außtrittest) sein herfliegende Helleparten mit deinem Blat auß / dan dieweil er sich mit dem eylents nachstossen sehr in die Schweche gibt / kanstu seine Helleparten leichtlich so vil außschlagen / vnd dermassen schwechen / das du jhm (ehe dann er sich wider erholt) sicher vnd wol zůr Blösse stechen kanst.

Ein anders auß disem Oberhauw.

MErck wann du also in der geraden Versatzung zů jhm komest / vnnd er nicht arbeiten will / so erhebe deine Helleparten abermals in eyl wie vor / vnd thů als woltestu im wider also außwendig zů seinem linken Arm hauwen / du solt aber denselbigen Hauw nicht antreffen lassen / sonder dieweil er mit seiner Helleparten / den Hauw zůversetzen nach abfehret / so fahr du vnder der seinen durch / vnd stich im auff der andern Seiten mit einem außtrit gegen derselbigen / zům Gesicht / in disem hinein stechen dieweil du dich etwas in die Schwech gibst / vnd blóssest / wirt er dir mit stechen behendiglichen zůeilen / desselbigé seines stossens nim in deinem hinein steché fleissig war / vnd fahre jhm dieweil er also herstosset / mit deinem Blat vber sein Stangen / Reisse also eben in dem er herstoßt / auff seiner Stangen her / mit deines Blats hocken zů dir / so ergreiffestu jhm damit seinen hocken / vnnd nimst jm seine Helleparten / als bald du jhm sein Helleparten etwas außgerissen hast / so stosse eilents wider gerad für dir hin / gegen seinem gesicht.

Regel.

ALs offt du nun also neben seiner Helleparten nach seinem Arm / oder der Hand zů / von oben nider durchhauwest / es geschehe solches ihn damit auff zůbringen / oder auß seinem vortheil abzůlocken / oder im sein Hand oder Arm damit zůletzen / So merck fleissig / in dem du mit deiner Hellepart vnder der seinen durch fellest / ob er dir nach stechen wólle / alßbald er solches thůt / so fahre behend mit vberzwerchem Blat wider vbersich / vnd schlage ihme also seinen herfliegenden Stoß von vnden vbersich auß / vnnd stoß jhm behendiglich ehe dann er sich wider erholt / gewaltiglich nach.

Auß dem Vnderhauw.

JM zůfechten schicke dich in die Lange gerade Versatzung / von dannen erhebe dein Hellepart vbersich in die Oberhůt / vnnd dieweil du also dein Helleparten vbersich hebest / dieselbige weil verkehr dein lincke Hand /

in der Stangen / also das du sie gefast habest / wie dich das Bild in der Figur zůr rechten Hand lehrt / vnd hauwe neben deiner Lincken seiten von vnden gegen seiner Rechten / mit dem Blat schlims vbersich durch / biß in di Oberhůt / sticht er hiezwischen / so Reisse jhm den mit dem vnderhauw vbersich auß / demnach Reisse mit dem Blat wider vberort gegen deiner Lincken vndersich / vnd lasse vmb den Kopff fahren / hauwe also mit einer Hand gerad vnnd lang von Oben hinein / Dises Stuck wann du das geschwindt treibest / so geht es dir wol an.

Ein anders.

BInde jhm von deiner Lincken gegen seiner Rechten / mit deinem Blat an das seinige an / vnnd rucke jhm dasselbige in einem uhnversehenen Truck von dir auß / zůcke behend wider gegen deiner Lincken vmb den Kopff / in solchem vmbzucken (nach dem du hiemit der Stangen einen Schwung gegeben hast) lasse die lincke Hand ab / vnnd hauwe also mit einer Hand / von deiner Rechten vberzwerch von vnden gegen seiner Lincken zům Kopff / alßbald strecke dein rechte offene Hand wider von dir auß / vnd ergreiffe mit derselbigen dein Hellepart (die dann noch im von vnden vbersich fahren ist) wider / hauwe demnach behendiglichen mit beiden Henden von Oben nider / mit einem außtrit gegen seinem Kopff / mit disem Hauw solt du jhm (wo er vnder des herstechen wurde) seinen Helleparten nider Dempffen / vnd dem nach behendiglichen nachstechen.

Ein Stuck auß dem Mittelhauw

JM zůfechten wann du fůr den Mann komest / so erhebe dein Helleparten in die Oberhůt / aller ding wie dich das Bild in der Figur G. zůr lincken Hand lehrt / vnnd hauwe von dannen mit beiden Henden vberzwerch gegen feiner Rechten / dem Gesicht vnd der Helleparten zů starck durch / wende demnach eilents dein Blat vbersich / vnd reisse also bald herwider von deiner Rechten gegen seiner Lincken / auch vberzwerch / vnd starck gegen seinem Gesicht / vnd der Hellepart durch / zůcke hiemit dein Hellepart gegé deiner Lincken / mit beiden Henden vmb dé Kopff / vnd hauwe von oben nider gegen seinem lincken Arm den er vor führet / vnd dem Gesicht zů durch / stiche im letstlichen gerad seinem Gesicht zů / nach / Mit disen zweyen vberzwerchen Mittelhäuwen / reissestu im sein Helleparten von einer Seiten zůr andern auß / vnd zwingest jhn also / das er sich muß engsten / wie er sich mit seiner Helleparten in gerader stercke erhalte / derenhalben kanstu in wol (dieweil er sich also bemühet zůerhalten) mit dem Oberhauw ereilen.

Reissen.

MErck / als bald dir einer mit seinem Blat an das deinige hat angebunden / so mit deinem Blat an seiner Stangen ein wenig vber seines / also das du mit dem deinen vber das seinige hinein komest / vnd wend mit demselbigen vber sein Stangen / auff solches Reisse behend vnd starck vndersich zů dir / vnd ruck um also sein Wehr in die schwech / Stich also auff dasselbige behend an seiner Helleparten vbersich gegen seinem gesicht / fehrt er in eyl vbersich den stoß abzuwenden / so Wechsel behend (in dem er aufffehrt) vnden durch / vnd Stich jhm einem außtrit auff der andern seiten hinein / das gehet zů beiden seiten.

Wie du dich mit dem durchwechseln vnd Reissen / gegen dem der bald nachstóßt / halten solt.

SO du einem von deiner Lincken seiten angebunden hast / so Wechßle jhm mit vnachtsamen versaumlichen geberden durch / damit er dester ehe zů zůstechen angereitzt werde / als bald er nun (in deinem durchwechseln) hersticht / so wend mit deinem Blat vber sein Stangen / vnd Reisse abermals zů dir / gegen deiner Lincken / wie du zůvoren gegen deiner Rechten gerissen hast.

Item Stich auff einer seiten / doch mit fürsichtigkeit hinein / vnd merck fleissig ob er (in dem du hinein stichst) mit dir zůgleich hinein stechen wólle / so bald du das gewahr vnd innen wirst / als bald wende mit deinem Blat vber sein Stangen / vnd Reiß eben in dem er hersticht / mit deinem Blat vndersich zů dir / stoß behendiglich ehe dann er sich wieder erholt / gegen seinem gesicht / so wirstu jhm die Hellepart außreissen vnd treffen.

Oder Wann du also in deinem hinein stechen fúlest / das er mit dir zůgleich stechen will / so verhalt dein stoß fein heimlich vnd vhnmercksam / vnd trit hiemit wol beseits auß zů jhm / auch trucke jhm zůgleich sein Stangen eilents vnderisch von dir / schiebe also mit solchem vndersich trucken / dein Helleparten auff der seinen hinein / vber sein achsel hinauß / fasse ihn mit deinem Blat vmb den Halß / Reisse ihn mit demselbigen zů dir / wie du solches an den mittlern bossen in der Figur I. sehen kanst.

Weiter merck wann du einem mit deinem Blat angebunden hast / vnd er nicht arbeiten will / so gehe in eil vnd uhnversehens vom Blat ab / vnd trit ein wenig gegen der seiten / gegen welche du angebunden hast / auß / Stich


hiemit behendiglich gegen seinem gesicht zů / im hinein stechen aber nim war / ob er dir den stich versetzen vnd außschlagen wólle / thůt er das / so lasse dein Blat vndersich sincken / ergreiff ihn damit (dieweil er noch also im außschlagen ist) bey seinem fúrgesetzten bein / vnd Rucke dasselbige zů dir / wie du solchen in der Figur K. sehen kanst.

Stehestu vor einem in voller arbeit / so laß dich mit geberden mercken / als stechestu ernstlich / vnd blósse hiemit (doch fúrsichtig) dein gesicht / auff das er dadurch angereitzt werde zů stechen / als bald er demnach hersticht / so ergreiffe jhm mit deinem Blat das seinige / vnd Reisse hiemit also (eben in dem er hersticht) vndersich zů dir / so nimstu jhm aber sein Helleparten wie oben / davon besihe die Figur D.

Wie du jhm die Helleparten vornen an halß setzen solt.

SChicke dich mit deiner Helleparten in gerade Versatzung / vnd num fleissig wahr als bald er gegen deiner Rechten herein zům gesicht sticht / so trit du vnder des behendiglich gegen seiner Rechten auß / vnnd fahre jhm mit dem vberzwerchen Blat an seinem Halß / wie du solches in der Figur A. hievor sehen kanst / tring also gewaltiglichen zů jhm / im hinein tringen aber laß dein Stangen ein wenig durch beide hend (auff das du dester neher zů im kommest) hinder dir außfahren / vnd trit jhm wider seinen fúrgesetzten schenkel / so felt er.

Oder so dir einer gegen deiner Rechten zům gesicht hersticht (wie vor) so spring abermals in dem er hersticht / gegen seiner Rechten zů jhm / vnnd winde jhm hiemit zůgleich mit deinem Blat oder gantzen Helleparten Oben vber die seine / wie dir solches an den zweyen obern bossen zůr Rechten hasnd in der Figur F. fürgebildet / arbeit im nochmals gegen seinem gesicht / nach deinem gefallen. Bruch / so bald dir einer auff solche weiß oder dergleichen vberwindet / so lauffe jhm mit dem hindern ort ein.

Im zůfechten schauwe wie du jhm sein Hellparten hinder seinem Blat / deinem vberzwerchen Blatt aufffangest / oder im anbinden dieselbige also ergreiffest / aller ding wie solche in der Figur M. hernach fůrgemohlet ist / vnd lasse ihn darvon nit abkommen / sonder fúhre jhm die seiner hiemit vbersich / vnnd nim fleissig wahr / als bald er vbersich abgeht / so stich gerichts fúr dir hin (dieweil er nach abgeht) gegen seiner Brust / oder dem gesicht zů / deren eines du dann gewiß haben wirst / hat dir einer auff jetz gelehrte weiß dein Helleparten gefast / vnd wartet auff dein abgehn / so rucke dein Helleparten vbersich ab / vnd in dem er als dann herstoßt / so wende das hinder ort


vbersich / vnd sencke die Helleparten vornen vndersich / schlage jhm also seinen herkomenden stich mit hangenter Helleparten (auf solche weiß) aus / wie das Bild zůr Rechten hand in der Figur B. hievor anzeigt vnd lehrt als dann stich im eilents nach der nechsten Blóß zů.

Fůhret dir einer wie oben gelehrt / dein Hellepart zů° hoch vbersich / so bleibe oder trucke jhm hart auff seine blat / vnd lauffe im vnderdes mit dem hindern ort hinein / winde im mit demselbigen oberhalb oder vnderhalb seiner stangen zwischen die arm / oder vmb sein hals / hindertrit ihn zům wurff.

Wann du nun also dein Helleparten vor deinem man (der dann nicht arbeiten wil) in gerader versatzung mit dem Lincken fůß vorstehest / so hebe deine hindere hand eilents vbersich / die vorder aber / sampt dem blat / lasse gegen deiner Lincken vndersich sincken / vnd zůcke dieselbigen also mit beiden henden gegen deiner Lincken vmb den kopff / zůgleich in dem du also vmb den kopff vmbzuckest / dieselbige weil trit auch mit dem Lincken Fůß wol auß gegen seiner Rechten / vnd Hauwe hiemit gewaltiglich von deiner Lincken gegen seiner Rechten durch sein gesicht / in dem du aber also herhauwest / so merck ob er zů versetzen auffgefahren sey / so bald du das ersihest / so far behendiglich auch mit der hindern Rechten hand vbersich / vnd laß die Helleparten vornen etwaß vndersich sincken / wechsele also neben seinem Rechten arm vndersich herumb / vnd stoß ihn dieweil er noch mit beiden henden in der hóhe / fůr die brust / wie dir dann solches an den kleinen mitlern bossen in der Figur K. fůrgebildet ist.

Item hauwe abermals also einen hohen rund streich / von deiner Lincken mit einem außtrit gegen seiner Rechten / in dem er aber aufffehrt den zůuersetzen / so zucke dein Helleparten wider gegen deiner Lincken / von welcher lincken hauwe als dann vberzwerch durch sein fůß / vnd wende auff der andern seiten behendiglich mit einem Riß / wider gegen seiner Helleparten.

Auch soltu fůrnemlich mercken als offt du ein Rundstreich thůn wilt / ob er dir vnderdes dieweil du mit deiner Hellparten herumb zuckest / zů stechen wil / als bald er hersticht / so Hauweihm mit dem Rundhauw von oben auff sein Hellparten / nahet hinder seinem blat / schauwe aber das du zů solchem Hauw wol gegen seiner Rechten außgetretten seyest / als bald u im also ssein Hellepart triffst / so Reisse gegen deiner Lincken seiten vndersich zů dir / so numstu im sein Helleparten.

Item stich im ernstlichen gegen seiner Rechten zům gesicht / vnd im hinein stechen aber lasse dein vorder ort (dieweil er den stich abtragen vnd versetzen wil) vndersich sincken / zucke hiemit dein Hellepart mit beiden henden gegen deiner Licken vmb den Kopff / vnd hauwe also mit beiden henden gerad von oben / mit einem fernern zůtrit deines Lincken fůß / im zům kopff / mit disem hauw / dempstu im sein Hellepart (wo er anders herstechen wirt) zů grund / eyle bald mit dem stoß gerad fúr dir hin.


Etliche brüch auff die Leger / oder wie du jhn sonst angreiffen solt.

BEgegnet dir einer in der Oberhůt / vnd begert dir deine stich zů dempffen / so thů als woltestu ernstlichen gegen seinem gesichte stechen / damit du in herab reitzest / im hinein stechen aber nim fleissig war / als bald er mit dem Oberhauw herab felt / so tritt vnderdes behendiglichen zůr seiten auß / zůcke auch mit dein Helleparte vnder seinen herfůr / vnd falle jm mit derselbigen von Oben auff die seine / Reisse jhm die mit deinem blat vndersich zů dir / stich im als dann erst volkomen vom riß ab / gegen seinem gesicht. Oder trauwe im zů seinem gesicht zůstechen / vnd in dem er mit seiner Helleparten herab fellet / so zůcke dein Helleparten mit einem außsprung gegen der seiten auß / vnd stich jhm oberhalb der seinen zům gesicht.

Findestu einen in der Vnderhůt / so falle im vnversehener weiß mit deiner Helleparten hart hinder seinem blat / auf die seine / wie dir solches in der Figur G. fúrgebildet / halt in jhe so lang augg / biß du dein gelegenheit ersihest zů arbeiten. Oder stich im ernstlich gegen seinem gesicht / so wirdt er gehlingen aufffahren / in willens deinen stich auß zůschlagen / derhalben lasse in die nicht rúhren / sonder verzuck vnd wechsel (dieweil er noch aufffehrt) vnden durch / vnd stich jhm auff der andern seiten hinein / magst jhm auch von der andern seiten außschlagen / als dann erst nach stechen.

Findestu einen in der Nebenhůt / so treibe in mit einem verzuckten stich auff / als bald er nun auffgehet / so wechsele behendiglich durch / vnd ergreiffe im von der anderen seiten seinen hocken / mit dem deinen / vndd reisse zů dir / vnd schawe wo du ihn sonst mit stossen ereylen kanst.

Findestu einen in geratder versatzung / so binde im mit deinem blat an das seine an / vnnd merck fleissig wann er am ernstlichesten / auff dein abgehn warnemen wil / so hebe eilents dnen hindern ort vbersich / vnd sencke das blat neben seinem vndersich / damit reitzestu in (dieweil du hiedurch bloß wirst) das er ohne verzug nachstossen wirdt / als bald er nun hersticht / so hastu zweyerley stuck gegen j m zůtreiben die gůt seind / als erstlich wann du also dein Helleparten last vonen vndersich sincken / vnd den hinern ort vbersich gehebt hast / so trit in dem er jetz hersticht / mit dem Rechten fůß wol gegen seiner Lincken zůr seiten auß / vnd wende den hindern ort wider vndersich gegen deiner weiche / zů dir / vnd stiche in disem vndersich winden zůgleich mit jhm / gegen seiner Lincken zů seinem gesicht / in dem du also hinein stichst / so bucke deinen kopff wol auff dein Rechte seiten / vber dein Helleparten stang auff das

du jhm dein gesicht (welches er gewiß vermeint zů treffen) hiemit entziehest. Fürs ander wann du vor jhm dein Hellepart hast vndersich sincken lassen / so gehe also mit hangendem blat / vnder seiner Hellepart gegen deiner Lincken durch / als bald er dieweil hersticht / so wende abermals den hindern ort vndersich zů dir / vnd schlag jhm hiemit sein Hellepart von deiner Lincken seiten auß / als dan ehe er sich wider erholt / soltu in mit dem stich getroffen haben.

Ein Zornhauw.

IM zůfechten schicke dich in die felthůt / das ist in gerader versatzung / doch das du den hindern ort lassest hinder dir auß etwas durchgehn / als bald dir nun einer zůsticht / so nime jm seinen stich gegen deiner Lincken aus / vnd laß dein Hellepart hiemit gegen deiner Lincken vmb den kopff fahren / im herumbg zucken aber / lasse die vorder Lincke hand ab / vnd greiff mit derselbigen hinder deiner Rechten hand an das hinder ort deiner Hellparten / Hauwe jm also mit beiden henden das blat gegen seiner Lincken zům Kopff.

Es hauwe oder schlage dir einer von Obé was er wól / so versehe dein vordere Lincke hand in der stangen / fahr also mit beiden henden hoch auff / vnd spring hiemit wo zů jm vnder seinen streich / fang im den zwischen dein beiden hend winde im vnder oder oberhalb ein / vnd setz jhm an.

Oder hauw jhm vberzwerch von vnden dargegen / wechselt er durch / so Reise du jhm nach. Nun wil ich weiter auch zům langen Spieß / etwas von demselbigen in kúrtze zů handlen / fúrt schreiten / als dann letstlich mit einer gemeinen lehr vber dise drey Wehr beschliessen.

Fechten im Langen Spieß.

SO vil nun den langen Spieß anlanget / hastu erstlich die Leger / deren sein sechs als da ist die Oberhůt zům schlag / Mittelhůt / vň der Olber / demnach die Oberhůt auff deiner Lincken achsel zům stoß / Item Vnderhůt auff deinem fúrgeseckten kni / sampt der Dempffhůt / wie dann solche in der ordnung nach einander beschriben / als dann folgen die drey furnemsten stóß / als der Ober zům gesicht / der vnder zům gemecht / der dritte de Brust zů / in welchen dreyen die andern alle verfast vnnd begriffen / Demnach zům letsten die stuck auß den Legern / sampt ihren anhangenden Brůchen.

Oberhůt.

ZU deren schicke dich also standt mit dem lincken Fůß vor / vnd halte das hinder ort deines Spieß mit der Rechten hand / an der Rechten weiche / vnd mit der Lincken fúhre denselbigen m it dem vordern theil vbersich vor dir her.

Mittelhůt oder gerade versatzung.

WAnn du nun den hindern ort (wie jetz gelehrt) an deiner Rechten weiche behaltest / vnd last das vorder theil deines Spiesses vndersich sincken / also fern biß das dasselbige deinem gegenfechter in sein gesicht stande / so heist es zwischen der obern vnd vndern / die Mittelhůt oder gerade versatzung / Wann du als dan den hindern ort ferner hinder dir außgehn lassest / also das du dein Spieß in der mitte auff jetz gedachte form / den vordern ort gegen seinem gesicht fúhret / so wirt solches die Feldhůt genant vnnd geheissen / darumb dieweil der lange Spieß ohngefährlich auf solche form der mehrer theil im felt zůr gegenwehr also gefúhret wirt.

Nebenhůt vnd Wechsel

FIehre deinen Spieß mit dem hindern ort / wie oben bey der Oberhůt gemelt / an der Rechten weiche / vnd lasse das vorder theil desselbigen gerad vor dir außgestreckt auff der erden ligen / doch das du den mit beiden henden also gefast habest / damit du denselbigen nach deinem gefallen / so offt das not sein wirdt / zů einem stoß durch das gewicht auffschwingen mógest / wann du nun deinen Spieß / das hinder ort mit der Rechten hand in derselbigen weiche / die Lincke hand aber im Spieß hiein außgestreckt vnd mit dem vordern theil auff der erden fúhrest / zů welcher seiten als dann das vorder theil verzuckest / es sey gegen Rechter oder Lincken seiten / so heist es die Nebenhůt.

Wechsel aber / wann du von einer seiten zůt sndern abwechselst / dann sonst kein Leger darin man still steht / von jhm selber wechsel genant kan werden.

Oberhůt zům stoß.

WAnn du im zůfechten mit dem Lincken fůß vorkommest / vnnd hast deinen Spieß vor deiner Lincken hand auff deiner Lincken achsel ligen / wie dir dann solches an dem obern Bilde zůr Rechten hand / in der Figur: fůrgebildet / so hastu es recht gemacht / magst also hierauß Fechten / wie du hernach gelehrt wirst.


Underhůt.

ZU deren schicke dich also / stand abermals mit dem Lincken fůß vor / vnd halt dein Spieß mit der Lincken hand auff deinem vorgesetzten kni / also das der vorder ort vbersich / dem man gegen seinem gesicht stande / fast auff solche form wie dir das grosser Bild im spit zů vorderst am Bůch vnder dem Tittel anzeigt.

Dempffhůt.

WAnn du mit dem Lincken fůß vorstehest / vnd deinen Spieß mit dem hindern ort inwendit an deinem Rechten schenckel ansetzt / auch mit außgestreckter Lincken hand / auff das weitest so dir immer múglich / in den Spieß stangen hinein griffen hast / also dau deinen Spieß in gewaltiger sterck in einem weiten stadnd / aller ding wie dir solches in Figur I. zůr Lincken hand fúrgemahlet / vor dir her fúhrest vnd haltest / so hastu es recht gemacht / kanst jhm also hierauß seine stangen vndersich dempffen / vnd auff halten nach deinem gefallen / darumb dann dise Hůt Dempffhůt geheissen vnd genant wirdt.

Von Stóssen wie du die frey fliegendt ins werck richten solt.

DIeweil aber von aller hand stossen / nach der lenge in stucken folgen wirt / wil ich dir allein den Ober vnd vnderstoß (wie die ins werck zů richten seind) anzeigen also. Fúhre deinen Spieß in der Oberhůt / aauff deiner Lincken achsel / davon hievor gelehrt / gibe also deinem Spieß vornen einen heimlichen schwung / vnnd trit vnder des mit deinem Lincken fůß furt / stoß also mit diesen fúrtrit (dieweil dein Spieß noch im vorigen schwung vbersich fleugt) fúr dir hin gegen seinem gesicht / also das deine beide arm nach ende des stoß / auff das weitest außgestreckt seyen / indes dieweil dein Spieß wider vnersich gegen der erden sinckt / soltu mit dem Lincké fůß noch ferner fúrttretten / vnd dein Spieß (ehe dann er volkommen zů der erden gesuncken ist) mit beyden henden wider zů dir ziehen / auch dein obern leib dem Spieß noch vndersich sencken / vnd denselbigen hiemit auff dem wol fúrsich gebogen kni in die Vnderhůt sincken lassen / also das der vorder ort demn man in sein gesicht stande.

Stoß von vnden.

WAnn du nun deinen Spieß in der Vnderhůt hast / so gibe demselbigen vornen abermal einen schwung / vnnd in dem selbigen schwung stosse mit beiden henden fúrsich auff / gegen seinem gesicht / als bald deine Arm durch solches gegen seinem gesicht stossen / auff das eusserste gestreckt seind / so zůcke denselbigen mit wider auffgerichtem leib (ehe dann er den schwanz vndersich zůfallen bekommet) wider hindersich zů dir auff die Lincke achsel / ind die Oberhůt.

Wann du diese zwen stich zůsampt dem fliegenden recht machen vnd treiben kanst / so werden dir die andern alle zů Fechten dester leichter werden / Nun will ich ferner ein Leger nach dem andern / die stuck darauß anzuzeigen vnd lehren fúrnemen / Dieweil aber von der ersten Oberhůt / hernach bey den Brúchen / auff die Leger fúglicher gesagt wirt / will ich mit der andern Oberhůt meinen anhab nemen / auß welcher ficht also.

Fechten auß der Oberhůt.

SO vil nun die stuck vnd das Fechten im Spieß belanget / will ich dich zů vorderst ermant vnd erinnert haben / das du fleissig achtung geben wóllest / auff die Vor vnd Nachstóß / wie ich dir dann alle stuck (wo es nótig sein wirdt) in dreyerley weg zů verzichten / anzeigen vnd lehren wil. vnd zům ersten / wann du in der oberhůt / also / das du dein Spieß auf der Rechten achseln ligen hast / mit deinem Lincken fůß vorstehest / vnd er dein gegenfechter stoßt gegen deiner Lincken her / so trit mit deinem Rechten sprungsweiß wol gegen seiner Lincken / aus seinem stoß / stoß also zůgleich mit jhm hinein / auch lasse im hinein stossen / die Lincke hand vom Spieß ab / vnnd wende hiemit dein Rechte seiten deinem stoß wol nach / wann du nun also behendiglichen / außgesprungen / auch im hinein stossen dein Recte hand gegen deiner Lincken vbersich gewendet / vnd den Rechten arm dapffer außgestreckt hast / so fehlet er / vnd triffestu / nach dem du dich nun also verstossen / so rucke als bald den hindern ort mit der Rechten hand wider vbersich zů dir / in dem du aber deinen Spieß also zů dier ruckest / so trit mit dem Rechten Fůß wider zůruck / vnd dieselbige weil greiff auch mit der Lincken hand wider an dein Spieß / mit der Rechten hand winde im mit gewalt vndersich so schwinget sich dein Spieß vornen wider vbersich / vnd bringest denselbigen also wider in dein gewalt.

Ein gůt stuck auß diser Oberhůt.

WAnn er aber nicht zů erst stossen noch arbeiten will / so erhebe deinen Lincken fůß / vnnd lasse dich mit geberden mercken / als woltestu gewaltiglich gegen jhm von Oben stossen / thů es aber nicht / sondern tritt mit deinem auffgehebten Lincken Fůß weiter fúrt tu jhm / vnd im wider nider setzen desselbigen / stosse von der achseln gegen seinem gesicht / Disen stoß lasse aber wie gemelt nicht fúrtgehn / sonder verschwing deinen Spieß eben in dem jetz gemelten fúrttretten vnd nidersetzen deines fusses / mit dem hindern theil vndersich auff dein fúrgesetzt Linck kni / in die Vnderhůt / aldo wart / dieweil er ohn zweiffel bald nachstossen wirdt / dann so du jetzgemelten stoß mit ernsthaftten geberden recht gefúhret hast / so scheint es nicht anders / dann als habestu dich versossen / derhalben er dadurch angereitzt wirt / mit seinem stoß zů eilen / vnnd verstoßt sich hiemit selbs / denselbigen stoß (welchen so bald er den herfúhret) nim jhm mit einem seiten schlag (doch das du mit demselbigen nicht verfahrest) auß / vnd stoß vom schenckel gerad fúr dir hin / gegen seinem gesicht.

Fechten aus der vnterhůt.

SChicke dich in die Vnderhůt also / das deinen Spieß auff deinem fúrgesetzten kni / das das vorder ort gegen des mans gesicht stand / ligen habest / davon du oben gelehrt bist / vnd nim also fleissig wahr auff sein herstossen zů welcher seiten er herstoßt / so trag jhm seinen herfliegen stoß mit verwenden ab / vnnd trit zůgleich gegen der andern seiten mit den hindern Fůß aus / vnd stoß also zůgleich mit jhm hinein.

Im Vor arbeiten.

WIll er aber nicht zů erst stossen / sonder wartet auff den deinen / so binden jhm in die mitte seiner stangen an / vnd fúhle aldo ob du jhm die in einem eyligen vnd uhnvershenen / truck auff ein seiten außrucken kónnest / demselbigen truck nach / lasse behend dein Spieß fúrt schiessen gegen seinem gesicht / Oder so du jhm also hat angebunden / so wechsel fúrsichtiglich einmal zwey / vnder seinem Spieß zů beiden seiten durch / vnd merck vnder des fúrs erste fleissig auff welche seiten er sich deinem durchwechseln hach verfahren wirt / das du jhm dieweil behendiglichen mit stossen zůr Blóß eylest / Fúrs ander wann dir einer nun also durchwechselt / so nim fleissig war, wo er sich mit

seinem Spieß im durchwechseln zů weit vndersich oder auff ein seiten vergibt / wie das dann leichtlich geschehen kan / so stoß jhm dieweil der also durchwechselt / fúrsichtig vnd behend zům gesicht / Fúrs dritt eben darumb dieweil du vermerckest der dir auff dein durchwechseln lauren / so wechsele im erst durch / vnnd merck aber fleissig dieweil du vor jhm also durchwechselst / auff sein herstossen / als bald sein stoß herfleugt / so schlage im den mit einem seiten schlag auß / vnd stoß behendiglich nach / Wirstu gewahr das dich einer mit seinem durchwechslen zům stoß anreytzen vnd vmb denselbigen betriegen will / so thů als verstandestu das nicht / vnd stoß jhm ernstlich vnd doch fúrsichtig / also das du deinen Spiße nicht auß deinem gewalt fahren lassest / hinein jhm zů / vnnd in dem er dir den will außschlagen / so wechsel mit deinem stoß vndnen durch / so schlecht er nicht allein vergebens auß / sonder verfehret sich auch mit seiner Stangen zů weit auff ein seiten / damit er die ander seiten blóst / darumb stoß im dieweil er also auußschlagen will / nach deinem durchwechseln auff der andern seiten hinein.

Mittellhůt.

JM zůfechten schicke dich in die Mittelhůt / gegen welche seiden er dir als dann hersticht / so trit du auff die andere seyten / vnd stoß mit jhm zůgleich / im hinein stechen aber so wende die Lange schneide gegen seiner Stangen / damit du seinen stiß dester sicherer hiemit von dir abweisest.

So er dir aber zů deinem vndern leib herstossen wirt / so hebe den hindern theil deines Spiesses vbersich / vnnd lasse hiemit das vordertheil desselbigen vndersich sincken / vnd schlage jhm hiemit seinen herfliefegenden stoß zwischen dir vnd jhm / mit hangender Stangen zůr seiten auß / vnd stoß jhm behendiglich mit wider vbersich gewender stangen zůr Blóß. Begegnet dir aber dein gegenfechter in gleicher Hůt / so binde jhm mit ernsthafften geberden an / vnd ehe er sich des versihet / so trucke jhm seine stangen mit einem neidlichen truck zůr seiten auß / vnd in dem er sich gegen deinem außtrucken sperren vnd widerhalten will / so fahr eylens vnder seinen Spieß durch / vnd stoß auff der andern seiten mit einem außtrit hinein.

Dempffhůt.

MErck wann du im zůfechten (nach außweisung obgemelten Bildes / in der Figur I. zůr Lincken hand) in die Dempffhůt ankommen bist / so behalte deinen Spieß in gewaltiger stercke / also das er dir denselbigen nicht


leychtlich außschlagen noch außrucken móge / vnd nim wahr stoßt er gegen dir her / es seye gleich gegen Rechter oder Lincker seiten / so trit von seinem stoß zůr seiten auß / vnd stoß mit jhm hinein / oder Dempffe jhm sein Stangen (in dem sie zům stoß herfleugt) von Oben nider / vnd stoß behendiglichen ehe dann er sich wider erholt / gegen seinem desicht / fúhlestu aber das er so behendiglich mit seinem Spieß vbersich fehrt / also das du jhm mit dem stoß nicht ereylen kanst / so wechsele (in dem er vbersich fehrt) vnder seinem Spieß durch / vnnd stoß auff der andern seiten hinein.

Wo er aber zů erst nicht stossen wolt / sonder stelt sich gleichfals in starcke versatzung / so binde jhm hart in die mitte seiner Stangen / vnd trucke jhm dieselbige hart vndersich von dir / helt er hart wider / vnd truck vbersich / so fahr eylents vnd behend vnden durch / vnd falle jhm von der andern seiten wider seinen Spieß / truck abermal mit gewalt vndersich von dir / vnd das treibe von beyden seyten / so lang biß du ihn ermúdest vnnd krafftloß machest / also das er den nicht lenger in seinem gewalt erhalten mag / stosse jhm als dann (dieweil er also mit seinem Spieß noch baumelt) der nechsten Blósse zů.

Herwiderumb wann dir einer also hart ahn deinem Spieß ligt / vnd will dir die also zůr seiten vndersich austrucken / so nim dich an als woltestu hart widerhalten / vnd dargegen trucken / aber in dem wann er sich dessen am wenigsten versihet / so wechsele eilents vnder dem seinen durch / vnd fall jhm von der andern seiten wider an seinen Spieß / vnd trucke im den eben gegen der seiten / gegen welche er dir deinen außtrucken hat wóllen / so zwingestu jhm den vndersich / also das er sich schwerlich ohngeletzt oder ohn schaden wider erholen mag.

Will dir dein gegenfechter / von wegen deines außtruckens vnder deinem Spieß durchgehen / so falle jhm alwegen (dieweil er noch also im durchwechseln ist / von der andern seiten mit dem band hart an sein Spieß / vnd das gegen beiden seiten / jhe lenger jhe weiter vber die mitte seiner Stangen / damit er an keinem ort zů frúchten noch durchkommen kónne oder móge / so lang buß du dein gelegenheit zůstossen ersihest.

Nebenhůt.

JM zůfechten fúhre deinen Spieß mit dem vordern ort ein wenig zůr seiten auß auff der erden / aller dings wie das ober Bild zůr Lincken hand / in der Figur C. anzeigt / als bald nun einer gegen dir hersticht / so trit be

hendiglich gegen seiner Lincken seiten / wol auß seinem stoß / vnd erhebe hiemit deinen Spieß in einem schwung von der erden / stosse also mit jhm zůgleich hinein / oder nim jhm seinen herfliegenden stoß mit halber schneide vbersich aus / vnd stoß behendiglich nach.

Will er aber nicht zů erst stossen / sonder fúhret seinen Spies gerad vor jhm her / so erhebe deinen Spies eilents vnd schlage jm mit einem seiten schlag den seinigen starck aus / als bald stoß behendiglich nach / helt er aber starck herwider / so fahr nach solchem schlag behend vnden durch / vnd stosse auff der andern seiten mit gewaltigem austretten hinein. Wann dir einer deinen Spieß (wie nechst gelehrt) ausschlagen wolt / so wechsele / (in dem er also herschlecht) vnden durch / vnd stoß jhm (dieweil er mit seinem Spieß also verfellet / auff der andern seiten hinein.

Standt aber mit dem Lincken Fůß vor / halt dein Spieß mit dem hindern ort an deiner Rechten weiche / vnnd mit dem vorderen ort gegen deiner Lincken seiten ausgestreckt / auff der erden / wann du nun also vor einem stehest in diser Hůt / vnd er dein widerfechter stoßt gegen dir her / so trit mit deinem Lincken Fůß wol gegen deiner Lincken seiten aus seinem stoß / erschwing hiemit deinen Spieß / vnd stoß (in dem du austretten bist / vnd er herstost) oberhalb seinem Spieß zůgleich mit jhm hinein / oder schlag jhm seine Stangen mit der deinen auß / als dann stoß eylents vnd behend nach.

Das ander theil vom langen Spieß.

Brüch auff die Leger im Spieß / sampt andern geschwinden stucken.

IM zůfechten findestu einen in der Dempffhůt / so fúhre deinen Spieß in der Oberhůt zům streich / vnd schlage als bald von Oben nider gegen seiner hand (die er im Spieß vor fúhret) durch / mit disem schlag wirstu ihn dahin reitzen / das er behendiglich nachstossen wirt / derenhalben Reisse deinen Spieß in einem schwung starck wider vbersich / schlage jhm hiemit seinen stoß aus / vnd stosse behendiglichen nach.

Wie du an seinem Spieß herab schlagen / durchwechseln / und auff der andern seiten hinein stossen solt.

ODer binden jhm mit gleicher Hůt von deiner Lincken seiten an sein Stangen an / vnd schlage an seiner Stangen durch nider / gegen seinen fingern / im schlag aber so wechsele vnder seinem Spieß durch / vnd stosse behend mit einem außtritt / auff der andern seiten hinein. Gegen die aber / die nicht bald nachstossen / gebrauch das stuck also / Nach dem du jhm wie oben gemelt / angebunden hast / so schlage jhm abermal wie vor / an seiner Stangen zů seinen fingern nider / vnd fahre jhm hiemit vnden durch / trauwe jhm auff der andern seiten mit ernstlichen geberden zů stossen / in dem er aber deinem stoß entgegen fahren / vnd denselbigen versetzen will / so wechsel eilents wider durch / auff das er mit seinem versetzen vergebens verfahr / vnd stoß jhm mit einem außtritt eben auf der seiten (an welcher du den schlag volbracht hast) hinein.

Ein anders.

JTem Wechsele abermals mit obgemeltem schlag durch / vň schlag von der andern seiten krefftiglich vberzwerch wider seinen Spieß / vnd (dieweil er noch also daumelt) so stosse im zůr Blóß / Oder wo er hart wider helt / so wechsel durch / vnd stoß auff der andern seiten. Fúhrestu aber deinen Spieß in der Oberhůt zům streich / vnd er stoßt gegen dir her / zů welcher seiten er dann herstost / so trit du auff die ander / vnd schlage an seinem Spieß von oben nider / als bald in solchem schlag der vorder ort seinem gesicht gleich kommen ist / so schiebe den Spieß fúr dir hin / vnd mach also aus dem schlag ein stoß.

Durchwinden.

MErck wann einer in gerader versatzung / oder sonst in einer Hůt darinnen er sein Spieß gerad vor jhm herfúhret / dir begegnet / so binde im von deiner Lincken gegen seiner Rechten an / reitze in also mit geberden / trucken vnd trauwen auff allerhand weiß / so lang biß er stoßt / vnd in dem er demnach herstoßt / so gehe mit dem hindern theil deines Spieses / vnder dem seinen gegen deiner Rechten durch / vnd wende mit demselbigen gegen deiner Rechten vbersich / also das du im seinen Spieß mit solchem vbersichwenden / gegen deiner Lincken abtragest / davon besihe das ober Bild in der Figur D. zůr Lincken hand / setze im demnach dein Spieß inwendig ans sein brust.


Regel.

ALs offt du einem (der bald vnd leichtlich zům stoß zů bewegen ist) mit dem eussern theil deines Spieses vber die mitte des seinen ahngebunden hast / so kanstu jhm gegen welche seiten du wilt / mit dem hindern theil in einem abtrit durchwinden / vnd jhm durch wenden vnd austretten mit demselbigen vberisch fahren / damit du jhm seinen Spieß gegen der seiten von welcher du durch gewunden hast / nicht allein abtragest / sonder erholest dich auch hiemit an zůsetzen vnd zůstossen nach deinem gefallen / zů solchem durchwinden gehört ein sonderliche bescheidenheit / auch das du des fúhlens gewiß seyest.

Ein Bruch.

BEgegnet die einer in der Oberhůt zům stoß / also das er sein Spieß auff seiner Lincken achsel ligen hat / so stelle dich in den Wechsel zůr Lincken / das ist die Lincke Vnderhůt / von dannen schlage jhm mit dem deinen starck wider sein Spieß / so nimstu jhm denselbigen von der achsel / ehe er sich dann vom schlag wider erholt / so stoß der nechsten Blóß zů. Hergegen wann dir einer deinen Spieß von deiner Lincken achsel wolt ausschlagen / so wechsel eben in dem er herschlecht / vnder seinem Spieß durch / auff das er mit dem schlag verfehle / vnd stosse jhm dieweil er nach also im verfahren ist zůr Blóß / Wilt du einem seinen Spieß wie oben gelehrt ausschlagen / vnnd wirst gewahr das er dir durchwechseln will / so dich an sam merckestu es nicht / vnd schlage gleichwol mit ernsthafften geberden gegen seinem Spieß / in solchem schlag aber behalte deinen Spieß gleichwol in voller gewalt / damit du eben in dem er durchgeht / mit einem austrit zů stossen bereit seyest / oder auch von der andern seiten disen schlag entgegen ausnemen kónnest / vnd als dann erst volkomen nachstossest.

Ein ander Bruch.

FIndestu deinen gegenfechter in der Nebenhuten eine / so stelle dich sam stossestu ernstlich der Blósse zů / in dem er aber vbersich aufffehrt / deinem stos zů begegnen / so zůcke den deinen wider an dich / vnd Wechsel hiermit vnder seinem Spies durch / stos also auff der andern seiten hinein.

Nachreisen.

WAnn einer vor dir in der vnderhuten eine steht / vnd wil als dann vbersich gehn in die Oberhůt / so nim war in dem er noch im auffschwingen ist / so stoß jhm nach / so triffestu ihn auff solche weiß / wie dir das in der Figur / A. an den obern bossen fúrgemahlet ist / Dises nachstossen soltu in allen banden wahrnemen / das du so bald er abgehet / vnd noch im abgehn ist / nachstossest.

Regel.

VOm verstossen merck dise Regel aslo / wann du dich mit einem begirigen stoß / auff was weiß das geschehen sey / verstossen hast / so spring mit dem vordern Fůß zů ruck / vnd zůcke das hinder ort vbersich / wie du solches an dem obern Bilde zůr Rechten hand / in hievor getruckter Figur H. sehen kanst / thrage jhm also alle seine nachstóß ab / vnd greiffe vnder des mit der Lincken hand wider in dein Stangen / erschwing dieselbige wider in dein krafft vnd volmacht / biß in die Huten (so dir gelegen) eine / wie dir dann solches die úbung weiter offenbahrn wirdt.

Ein ander gut stuck damit du ihn aus seinem vortheil abreitzen kanst.

FIehre deinen Spieß in der Vnderhůt auff deinem fúrgesetzten schenckel / vnnd gibe demselbigen durch bwegliche gewicht einen schwang / in dem sich nun also das vorder theil deines Spieses vbersich schwinget / so stosse gleich im demselbigen schwung / mit außgestreckten armen vbersich gegen seinem gesicht / dieweil als dann dein Spieß im eusserst flug ist / so wirdt er eilents (nach dem er deinem stoß entwichen) nachstossen / darumb zůcke dein hend noch hóher vber dein kopff / vnd sencke das vortheil deines Spieses vndersich / schlage jhm also seinen herfliegenden stoß mit hangendem Spieß zůr seiten auff solche form aus / wie dir dann solches das ober Bild zůr Rechten hand in der Figur M. anzeigt / erschwinge eilents deinen Spieß / vnd stoß ehe dann er sich erholt / nach.

Ein anders.

JTem fúhre deinen Spieß in der Oberhůt / vnd mercke in dem er herstoßt / so sencke das vorder theil / vnd schlage jhn abermals aus / vnnd vollende wie vor / Aus disem stuck seind vil andere stuck zůnemen / doch gehórt ein starck Mann darzů.

Wie du deinen Spieß mit einer hand erschwingen / und hinein stossen solt.

JM zůfechten schicke dich mit deinem Spieß nach außweisung des obern kleinern Bildes / zůr Lincken Hand in der Figur L. fúr den man / als bald er demnach herstost / so erschwing deinen Spieß von deiner Rechten gegen deiner Lincken / vor deinem gesicht herumb / wie du solches an obgedachtes Bildes geberden mercken kanst / also das du jm in disem schwang mit dem hindern theil deines Spieses den seinen ausschlagest / oder im austretten aus seinem entweichest / in dessen tritt zůgleich auch mit deinem Lincken hinder deinem Rechten zů jhm / also das du im den rucken zůkehrest / vnd stoß also noch in krafft vnnd gewicht des ersten schwungs / neben deiner Rechten zůruck vbersich gegen seinem gesicht / zů solchen stoß trit auch mit dem Rechten fůß hindersich zů im / als bald der stoß volbracht / vnd in dem dein Spieß noch vornen auff die erden falt / so bleib mit dem Rechten Fůß stan / mit dem Lincken aber trit ein weiter schrit von jhm / vnd sencke den obern leib wol vom man / fúrsich vber dein Linck kni / welches dann wo fúrsich gebogen sein soll / vnd zieh hiemit den hindern ort mit der Rechten hand zů dir.biß hart neben dein Lincken fůß / auff die erden / vnnd wart alda auff sein herstossen / so bald er demnach herstost / so schwinge deinenSpies gewaltig / abermal mit einer hand von deiner Lincken vbersich gegen deiner Rechten / zů solchem schwung trit mit deinem Lincken Fůß gleich in einem sprung / wol aus gegen seiner Rechten / stoß also mit deiner hand (dieweil dein Spieß noch also in der lufft durch krafft des schwungs fleugt) von Oben gegen seinem gesicht vnd merck das du in disem allem / deinen Spieß bey dem hindern ort also gefast solt haben / das im halten des Spieses / der kleine finger mit dem halben handschlag der Stangen werts hinein / vnd der daumen sampt dem zeiger / vornen am ort heraus stehe.

Ein anderer stoß mit einer hand.

LEgere dich auf solche form fúr den man / wie dir solches an dem obern Bilde / in der Figur B. zůr Rechté hand fúrgestelt / vnd anzeigt ist / vnd schiebe dein Spieß in eim ruck / also mit einer hand von dir / vnd ruck den eilents mit dem hindern ort gegen deriner Lincken vbersich wider zů dir / auff das er sich eben in solchem rucken vornen vbersich heb vnd erschwing / in disem vbersich schwingen trit wol auff dein Rechte seiten gegen jhm / vnd stoß abermals mit einer hand gegen im.

Einlauffen.

EInlauffen im Spieß sein zweierhand / ein geschicht mit dem hindern / das ander mit dem vordern ort / das mit dem vordern ort threib also / Binde jhm von deiner Lincken hart gegen seiner Rechten / an sein Spieß stangen an / vnd merck in dem er herstost / so trit du mi deinem Rechten Fůß gegen seiner Lincken / mit wol fúrsich gebucktem kopff aus seinem stos / vnd wende zůgleich mit deinem hindern theil / vnder seinem Spieß gegen deiner Rechten durch / im durchwenden aber fúhre das hinder theil deines Spies behend / auch gegen deiner Rechten vbersich / damit du jhm seinen stos gegen deiner Lincken seiten abtraagest / vnder des gehe mit deinem Kopff zwischen deinen beiden armen gegen deiner Rechten durch / vnd lasse zůgleich auch die Rechte hand vom vordern ort ab / vnd greiff mit derselbigen (in einem behenden zůsprung gegen seiner Lincken seiten) fúr dein Lincke hand / wider an dein Spieß / also das dein hinderer ort ob deiner Lincken achsel ausgang / so versetzestu vnd triffst eben auff solche weiß wie dir solches in der Figur E. an dem obern Bild zůr Lincken fúrgemohlet ist.

Ein anders.

ITem setze den hindern ort deines Spieses an den dein Lincke hüfft / vnd schauw wie du jhm ursach gebest / das er dir gegen deiner Lincken seiten herstosse / als bald er herstost / so lasse die Rechte hand von dem hindern ort ab / vnd lasse dasselbige hinder ort nebé deiner Lincken zůruck hindersich durchschiessen auch spring zůgleich mit deinem Rechten fůß gewaltiglich gegen seiner Lincken seiten hinein / vň greiff vnder des mit deiner Rechten hand fúr deine Lincke hinein / wider an dein Spieß / vnd lauff abermal nach außweisung obgemelter bossen hinein.

Das ander Einlauffen mit dem hinderen ort / treib gegen die welche im Fechten ihren Spieß vornen vbersich fúhren / dann wan jhr einander habt angebunden / vnd im band bleibent / mit beiden Spiesen hoch vberisch kommen seind / so kanstu jhm mit dem hindern ort einlauffen / nach deinem vortheil vnd gefallen.

Letstlich damit ichs auff dißmal belschliesse / so soltu wissen / das du in deren Wehren keinem / se sey in Stangen Hellparten oder Spieß / dich leichtlich aus deinem vortheil geben / nach daraus abreitzen lassen solt / du habest in

dann nicht allein gewiß / sondern / solt auch fleissig bedencken / ob du ohn schaden deine Wehr wider vom gethonen stoß in deinen gewalt bringen / vnd bey zeit seinem nacheilen (wo dir dein stoß gefehlt het) entspringen vnnd versetzen mógest / Findestu aber deinen gegenfechter zů seinem vortheil in einem Leger / so stosse nicht ohne sondern vortheil zů seine Blóß / sonder schauwe / wie du ihn mit anbochen / rucken / durchwechseln / vnd trucken / biß weilen auch mit verzuckten stóssen / auß seinem vortheil auffbringen / vnd abreitzen kónnest / vnd als bald er ab oder auffgehet / oder anfacht zů arbeiten / so greiff vnd fach deine stuck an / zů dem so soltu fleissig in allen anbinden auff mercken vnd fúhlen / ob er hart oder weich im widerhalten sey / Item ob er bald oder langsam nachstosse / vnd im hinein stossen / also fúrsichtig vnd bescheiden sein / auff das wo du vnder dem hinein stossen fúhlest / das er behend nach oder zůgleich stossen will / so soltu denselbigen stoß nicht volnfúhren sonder aus demselbigen in ein absatz verwenden / vnd als dann erst volkomen nachstossen / also in allen stucken mache dich geúbt / vnd im Fechten bald bedacht.

Ein kurtze lehr wie du deinen Spieß in in ernstlichen sachen zů Feld brauchen / vnd nach deinem vortheil fúhren solt.

DEr Spieß vordert einen starcken ernsthafften vnd besosten man / der seinen Spieß wisse fúrsichtiglich zů regieren / auch seine stoß gewiß ansetzen / vnd zů rechter zeit ins werck richten kónne / dann es leicht geschehen kan / das du mit einem fehl stoß / in uhnwider bringlichen schaden (sonderlich dieweil der Spieß von seiner lenge wegen / eun fúrtrefflich gewicht hat) gerahten vnd komen kanst / derhalben soltu dich befleissen / einen rechten vnderscheid zwischen dem Vor vnd dem Nachstossen zůhalten / dessen ich dir dann durch volgenden exempel / ein kurtze lehr vnd regel geben will / dann wie bald sich einer verstossen / so er zůr uhnzeit vnnd doll angreifft / bezeuget genugsam die erfahrung.

Nun fúr das erste / begegnet dir dein feindt mit gleicher Wehr / das ist mit gleichem Spieß / so nim war ob er geh vnd zorning sey mit seinem angfriff / also das er eyleyt am ersten zůstossen / so nim dich an / vnd stelle dich mit ernsthafften geberden / als woltestu jhm seinen vorstoß ablauffen / vnd zůvoren komen / damit bewegestu ihn das er noch mehr mit seinem vorstoß eylen wirdt / aber du solt (ob du dich wol also stellest) nicht zů erst stossen / sonder schlage

jm seinen stoß in einem ruck auff ein seiten / vnd setze im ins gesicht / ist er aber so starck mit seinem Spieß / also das du dir mit dem ersten ausschlagen nit so vil raum machen kanst / also das du in treffen mógest / so thů im also / nach dem du im den ersten ausgeschlagen hast / vnd er erholt sich behendiglich wider / so schlage im dieweil er noch seinen Spieß wider nachsich oder zůsich zeucht / von der andern seiten auch darwider / wann du dise zwen sußschleg recht machest / so wirt dir geiß so vol blat werden / das du ihn in einem augenblick / eher er sich recht erholt / in sein gesicht stechen kanst / dann dem der also begirig vnd zorning stost / ist leichtlich sein Spieß zů nemen vnd auszuschlagen.

Ein ander stuck.

IM angriff fúre deinen Spieß mit dem eisen wol vndersich / ein wenige gegen deiner Lincken seiten aussehent / also das dir dein ganz gesicht entblóst ist / dadurch er auch angereitzt wirdt / demselbigen mit deinem stich zů zů eylen / als bald er hersticht / so fahre auff mit beiden henden / vnd schlage im seinen herfliegenden stoß / von deiner Lincken mit Lange schneid von vnden vberisch gegen deiner Rechten aus / zů solchem außschlagen springe mit deinem Lincken Fůß wol gegen seiner Rechten aus / zů im vnd stich im behendiglich (ehe dann er sich vom ausschlagen wider erholt hat) augenblicklich oberhalb seiner Spießstangen in sein gesicht.

Wann aber dein feind auch fúrsichtig vnd nicht zů erst stossen wolt / derhalben dir nicht gebiren wolt / auch also zů stehn / sondern mußt zů erst stossen / so thů im also / Im angriff (nach dem du deinen Spieß erschwungen) so fúre einen gewaltigen stoß mit grimigen geberden / neben seinem Spieß gegen seiner Rechten hinein / aber in solchem hinein stechen verhalt dein Spieß gleichwol in gewaltiger sterck / vnd lasse das eisen in disem stich / wo du ihn nicht treffen kanst / zůr seiten aus ein wenig vndersich sincken / sam habestu durch etwas hindernus mit ohnwillen verfehlt / du aber solt dich mit dem (das du deinen Spieß ein wenig auff ein seiten faren last) zů einem gewaltigen ausschlag erholen / vnd in dem er eben hersticht / so spring mit deinem Lincken Fůß wol gegen seiner Rechten zů im / vnd schlag im hiemit seinen Spieß in solchem zůtrit gewaltiglich vbersich / von deiner Lincken gegen deiner Rechten aus / vnd fahr in dessen mit beiden henden vbersich / vnd stich im oberhalb seinem Spieß in sein gesicht / Dises alles verstand wann du dein Lincke hand im Spieß fúrest / wo du aber die ander vor fúrest / so mustu die stóß sampt dem stuck gegen seiner Lincken fúren vnd vollenden / gleich wie du es zůvoren gegen seiner Rechten volbracht hast / auch soltu hie mercken das es im werck nicht so lang zůgaht / als lang sie darvon gelehrt vnd geredt wirdt / sondern muß alles

augenblicklich geschehen vnd zůwegen bracht werden / Was aber weiter von solchen stucken von nóthen / wirdt an einem andern ort / wie auch von den uhngleichen Wehren / nach der lenge dargethon vnd gelehrt werden.


Correctur im Schwerdt.
Folio. Pag. Parag. Lini.
1 1 2 vor am meisten gebreuchlichsten liß am gebreuchlichsten.
6 2 3 letsten vor den buchstaben B. liß C.
28 2 1 19 vor abzukest liß abzuckest.
32 2 vor den buchst. G. in der Fi. liß C.
33 2 2 2 vor verhauren liß verharren.
36 1 4 1 vor erbangen liß erlangen.
36 2 1 2 vor mim liß nim.
36 2 1 11 vor higur liß figur.
45 1 28 vor fellen liß fehlen.
48 2 2 6 vor gem liß dem.
51 2 2 7 vor allo liß also.
61 2 1 11 vor atm liß arm.


Correctur im Rappier.
Folio. Pag. Parag. Lini.
52 1 1 15 vor bleiden liß bleiben.
58 1 4 2 vor kline liß kni.
64 1 3 3 vor duch liß durch.
78 1 2 5 vor fein liß sein.
85 2 1 7 vor behedigich liß behendiglich.


Ende dises Bůchs.


Getruckt zů Strasburg bey Thiebolt Berger am Weynmarckt zům Treubel.