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Page talk:Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens (Joachim Meÿer) 1570.pdf/459

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Gründtliche Beschreibung, der freyen Ritterlichen unnd Adelichen kunst des Fechtens, in allerley gebreuchlichen Wehren, mit vil schönen und nützlichen Figuren gezieret und fürgestellet.

Durch Joachim Meyer, freyfechter zu Straßburg,

ANNO Ⅿ. Ⅾ. ⅬⅩⅩ.

Mit Römischer Keyserlich Mayestät Freyheit,

Auff zehen Jar in keinerley gestalt nicht nach zu Trucken.

.G.W.D.Z.

Dem Durchleuchtigen Hochgebornen Fürsten und Herrn, Herrn Johan Casimir, Pfaltzgraven bey Rhein, Hertzogen in Bayern, meinem gnedigen Fürsten und Herrn.

DUrchleuchtiger Hochgeborner Fürst, Erlaucht Fürstliche Gnade seyen mein gantz willige schuldige dienst, meines eussersten vermögens, underthenig zuvor bereit. Gnediger Fürst und Herr, das die Ritterliche und Edel Fechtkunst, jetziger zeit bey vilen etlicher massen in abgang gerathen, ist sonder zweiffel under andern, das die meyste und fürnemste ursach, Nemlich, das zu diser letsten zeit das schedliche geschütz aufkommen, und also gar uberhand genommen, das durch dasselbige, dem aller manlichsten und dapffersten Helden, sein leben, bißweilen auch von dem aller geringsten und zaghaffsten, auch zu zeiten mit beyder der freundt unnd feinde, schmertzen und bethawren, unversehenlich entzucket und geraubet wirdt.

Derhalben zwar kein wunder, das solliche freie Ritterliche übung nicht allein in abgang kommen, sonder auch zum theil nicht ohne geringen nachtheil uhralter löblicher gewonheit, gleich in verachtung gerathen, Wo anderst solliche ermelte ursach genugsam, und bey verstendigen Kriegsleuthen statt finden soll, Fürnemlich, dieweil mit dem geschütz, ohne andere rüstung, waffen und gewehr, nichts außgericht, ja etwan, der gantze streit durch solliche gebreuchliche waaffen[!] und handgewehr (wann das Geschütz für fallen der ursach halben nicht zugebrauchen, wie das die erfahrnen Kriegsleut bezeugen) auffgehalten muß werden.

Dieweil dem nun also, das bey und neben dem geschütz, auch andere zum Krieg dienstliche rüstung, waffen und gewehr, jetziger zeit gleich so wol, als bey unsern voreltern, von nöthen, Und aber, wie meniglichen bewust, nicht allein gute rüstung, waffen und gewehr, als Harnisch, Pantzer, Schwerdt, Hellenparthen, Spiesse, und dergleichen zugehöre, sonder vil mehr einer teglichen übung, dieselbigen zu eignem vortheil, und des feindts abbruch und nachtheil, recht wol und geschicklich zugebrauchen, hierzu gantz und gar notwendig zu lehrnen sein will. Wie dann die tägliche erfahrung, das manchem seine rüstung, waffen unnd gewehr (wann er auch zum besten damit versehen, weiß sich aber nicht darein zuschicken, noch sich damit bedechtlich zu defendiern) mehr hinderlich, dann zur beschützung seines leibs und lebens, erschießlich oder fürstendig werden.

Und sich aber solliche Ritterliche (wie auch alle andere künst) schwerlich im alter recht unnd fruchtbarlich begreiffen und lehrnen lassen, so haben zwar verstendige und Adelmessige personen, bey allen völckern, und zu jeder zeit, sich dahin beflissen, das ire auffwachsende jugent, neben andern freyen guten und zur erbar und Mannlicheit angehörigen tugenden, auch in diser Ritterlichen kunst, wie man allerhand Rüstung und gewehr, beyde zu Roß und fuß, geschicklich gebrauchen solle, nach notturfft underricht werden möchten, Wie sollichs die alte glaubwürdige geschicht Bücher aller völcker, fürnemlich aber die Römischen Historien, klar und lauter vermelden und zu erkennen geben, daraus dann sovil ervolgt, das bey sollichen völckern vil dapffer Rittermessiger Helden und theüwre beschirmer des Vatterlands, auffkommen und erzogen worden, ist auch die nutzbarkeyt angewendtes fleiß noch in der jugent, ehe dann sie das volkommen manliche alter erreicht, herfür getrungen, wie dann sollichs fürnemlich am Scipione Affricano erschienen, Nem=

lich das er, da er noch jung und bey ⅹⅷ. jaren alt war, mit sonderlicher geschicklicheit, die er auß sollicher Ritterlicher übung erschöpfft, seinen Vatter, den Burgermeister und öbersten Veldmarschalck, in einer Schlacht, so mit Hannibale am wasser Ticinio geschehen, von Feinden errettet und bey dem leben erhalten.

Das aber bey unsern voreltern und alten Teutschen, ihre jugent, neben andern guten künsten, auch in Ritterlicher übing auffzuziehen im brauch gewesen sey, darff keins beweifens, dieweil sollichs durch das werck selbs erwisen, am tag ligt, Dann nach dem die Römer vermeinten, wei sie die gantz welt bezwungen, und als sichere leuth, den wollüsten mehr dann guten künsten, policey und Ritterlichen übungen oblagen, und dardurch das gantze Reyserthumb zurrittet, allenthalben von seinden angefallen und zerrissen, Seind vor allen völckern, die Ritterlichen Teutschen sollichs zu Retten, anzunemen, und wider auffzurichten, beruffen und erfordert worden.

Welliches dann in keinen weg beschehen, wo nit die fürtreiffenliche Teutschen, neben guter Policey, auch in allerhand Ritterspil vnnd Kriegs sachen geübt unnd erfahren gewesen, wie dann an den großmeschtigen thatten viler vnüberwindlicher Teutschen Helden, als Pipini, Caroli Magni, Ludouici Pii und Henrici Primi zusehen, weliche dann alwegen dermassen mit wolgeübter Ritterschafft geziert, also das der jetzt unnd höchst gemelt lobliche Reyser Henricus primus, nach dem er durch seine Ritterliche Teutschen, in einem gefahrlichen streit oblag und siglich triumphiert, ob ihrer wol geordneten und erübten Ritterschafft sich nit allein verwundert, sonder auch auß rechtem Keyserlichem, gemüth dahin gedacht, wie dieselbigen nicht allein in sollichem stand (wie sie auff ihr May. auß fleiß derselbigen loblicher vordern kommen) wesentlich erhalten, sonder auch weiter auff die nachkomen gereicht und geplantzt werden möchte, und der=

halben die rechte Ritterschul, nemlich der loblich Teutsch Turnier zu Maydenburg auffgericht, vnd den nachkommetten denselben zuhalten also verlassen, welche Turnier noch heutigs tags, ob wol ermelte Turnier plätz, vileicht auß beweglichen ursachen abgestelt, an vilen unserer loblichen Teutschen Fürtsten höffen, nicht ohne sondern rhum noch gehalten werden, alles zu dem ende, damit junge angohnde, hoch und lobliche Fürsten, Graven, Herrn, und der Rittermässige Adel, zu Roß und fuß, zu allen Ritterlichen geschäfften erübt, und wie man zusagen pflegt, gehetzt und gewetzt wurden, Damit sie in der zeit der noth, dem gemeinen Vatterland desto fürstendiger, auch ihr selbs leib und leben umb souil besser retten, auffhalten, und dagegen dem feind stattlichen abbruch thun möchten, seytemal alwegen der erübte dem uhngeübten uberlegen.

Dieweil dann gnediger Fürst und Herr, mein gemüth und meinung dahin auch gesinnet, das ich ja mit dem geringen Talent, den der almechtig mir gnediglich mitgetheilt, dem gemeinen Vatterland mein schuldige deinst erzeigen möcht, und ich dann (ohne rhum zu melden) die löbliche Ritterliche kunst des Fechtens, nicht allein von künstlichen berümpten Meistern erlernet, sonder auch nun eben lange Jar getriben, und darinnen etliche junge Fürsten, Graven, Herrn, und vom Adel underwisen, Und dann von ihr Fürstliche Gnädig Gnade und vesten, zu mehrmalen gnedig und günstig ersucht worden, das ich die gemelte lobliche Fechtkunst in ein gewisse ordnung verfassen, und dieselbig durch den Truck offentlich publiciern, und vilen leuthen unserer Nation zu nutz ans liecht komen lassen wolt, So hab ich sollichem gnedigem und günstigem ansuchen, mich lenger nicht sollen widersetzen, Und hab also im namen, und durch Vätterliche verleyhung des Allmechtigen, das jenig, so ich in angezogener loblichen kunst in vilen Jaren mit müh und arbeit erlernet und erfahren, zusamen getragen, und in die aller verstendlichste ordnung so mir immer müglich, in disem

Tractat begreiffen, der tröstlichen hoffnung, es sol damit vilen personen, hohes und niders stands, so zu der kunst des Fechtens lieb luft unnd willen haben, zu gut und wol gedienet sein, inn erwegung, das meins wissens (ohne jemandts verkleinerung zu melden) dergleichen in Teutscher sprach nie außgangen.

Das aber, Gnediger Fürst und Herr, Erlaucht Fürstliche Gnade ich eben dises werck underthenigklich zu dedicieren mich undernommen, des hab ich zwar allerhand erhebliche ursachen, fürnemlich aber dise. Erstlich das es sich mit Erlaucht Fürstliche Gnade dermassen ansehen last, das unser Teutsche Nation auff die selbigen (als einem sondern hertzhafften Fürsten) ein tröstlichs zuversichtiglichs auffsehen billich haben solle, Dann wie Mannlich, Fürstlich, und Großmütig, Erlaucht Fürstliche Gnade sich noch also bey jungen Jaren, in den abgelauffenen beschwerlichen Frantzösischen Heerzügen bewisen und erzeigt, dauon wüst ich (aus relation ansehenlicher leuth) weitleuffige anmeldung zuthun, Zum andern, das ich in keinen zweiffel letz, Erlaucht Fürstliche Gnade werden neben deren wol angelegten studiis und andern guten künsten, dazu Erlaucht Fürstliche Gnade von deren fürgeliebten Herren Vatter, dem Durchleuchtigsten Hochgebornen Fürsten und Herrn, Herrn Friderichen Pfaltzgraven bey Rein, des heiligen Römischen reichs Ertz Truchsessen, und Churfürsten, Hertzogen in Bayern &c. meinem gnedigsten Herrn, mit höchstem fleiß Fürstlich erzogen, auch in dieser loblichen kunst des Fechtens underwisen, und deren nicht wenige erfahrung haben, Und derhalben von diser meiner gleichwol ringfügigen, aber doch getrewen und fleissigen arbeit, auß hohem beywonenden Fürstlichem verstand, gnedig und zum besten werden zu judiciern wissen, auß disen, und andern mehr erheblichen ursachen, billich disem meinem werck keinen andern Patronen, dann eben Erlaucht Fürstliche Gnade suchen sollen noch wöllen. Derhalben Gnediger Fürst und Herr, so ubergib Erlaucht Fürstliche Gnade ich dises

mein, durch lange erfahrung, mit allem fleiß zusamen getragne arbeit, und gründtliche beschreybung und erklerung der mehr angeregten Ritterlichen Fechtkunst, underthenig und mit höchstem fleiß, bittend Erlaucht Fürstliche Gnade wolte das mit allen gnaden von mit auff und annemen, auch desselbigen (als das nun mehr Erlaucht Fürstliche Gnade eygen) hohen Patron, und auch mein gnediger Fürst unnd Herr sein und bleiben, den Allmechtigen von hertzen bemütig bittend, er wölle Erlaucht Fürstliche Gnade sampt dem gantzen Churfürstlichen Hauß der loblichen Pfaltz, in langwiriger fridlicher Regierung, auch aller zeitlichen und ewigen wolfart allmechtiglich erhalten. Erlaucht Fürstliche Gnade mich zu gnaden hiemit underthenig befehlend, Datum Straßburg den 24. Februaruii, Anno 1570.

Erlaucht Fürstliche Gnade

Undertheniger und gehorsamer
Joachim Meyer Freyfechter unnd Burger zu Straßburg.

Vorred an den Leser.

DEmnach die freye Ritterliche übung und Fechtkunst, biß anher nicht sonderlich ans liecht komen, unnd doch alle andere freye kunste zu diser zeite dermassen beschrieben, und am tag sich sehen lassen, das sie bey nahe auff das höchste gestigen, ist solches ohne zweyffel auß zweyen ursachen beschehen. Erstlichen darumb das solche Ritterliche kunst, mit der fauste angegriffen, und mit zuthun des gantzen leibs erübt, und also mehr durch erfahrung, dann auß den Büchern muß gelehrt werden, Unnd hat zwar solche ursach mich eben lang auffgehalten, und in erwegung der grossen mühe und uhnkostens, beynahe gar zuruck gezogen, Jedoch seind mir vil ehrlibende leuthe, neben andern beweglichen ursachen, auch mit disen begegnet, und nemlich zum ersten, Das uhnangesehen und ob gleich vil gedachte kunst fürnemlich durch die leibs übung muß erlehrnt werden, so seye dannoch gewiß und wahr, das sie eben als wol als andere, vom lernenden vil besser, wann sie ihme neben guter anweisung, in richtiger ordnund zusamen gesetzt, fürgeschrieben, und für augen gestelt, ins gedechtnus eingebildet, volgends auch so vil dester ehe durch die leibs übung kan gelehrt und ergriffen werden, dann wann sie ihm also schlecht mündlich erzehlt, und stuckweise gewisen würde. Zum andern, so werden hiemit die ingenia durch vilfaltiges nachgedencken, solche zubehalten, nicht also hart beschwerdt, und mögen die zeit, welche sie sonst mit mühe daruber müsten verzehren, desto mehr zu andern ihrem studiis verwenden. Zum dritten, so kan sich hierauß dei auffwachsent jugent, nach dem sie von einem rechten Meister gelernt, und aber denselbigen nicht alzeit bey sich hat, erinnern, und täglich zu ihrer geordneten zeit üben, wirdt auch also das jenige so sie erlernt, nicht bald auß der achtunge gelassen, oder etwan gemeinlich den mehrer theil vergessen, wie dem pflegt zu geschehen, Darumb denn denselbigen, unnd sonderlich jungen Herren, und andern vom Adel, welchen für andern dise Ritterliche kunst zugeeiget und zu lernen gebürt, hiemit nicht wenig gedient und fürdernus mage geben werden.

Die ander ursach ist dise, Nemlich das sich solche Ritterliche Fechtkunst, schwerlich last in Bücher schreiben, oder mit Büchstaben verfassen, als die allein durch übung des gantzen leibs ins werck müß gerichtet werden, Dise ursach dieweil ich sie selbs erfahren, halt ich wie die verstendigen können urtheilen, für de meiste und wichtigeste,

dann so vil die erste belanger, muß ich wie meniglich bekennen, das ein jede kunst, wie oben gemelt, wann sie in guter ordnunge fürgeschriben, mit geringer mühe kan gewisen, und von den lernenden durch die leibs übung, mit der hand auch eher dann sonst mag begriffen werden.

Und zweyffelt mir nicht, wann man dise kunst vor unserer zeiten in verstendlicher guter ordnnnge[!] beschrieben und ans liecht gebracht hette, so wehre nicht allein die Edele kunst bey vilen nicht also gefallen, sondern auch viel mißbreuche so jetz mit gewalt eingeriffen, gentzlich verblieben, Der halben ich in guter hoffnung stehe, es werden sich vil redlicher gefellen und junge Fechter, unangesehen das mein schreiben bey etlichen wenig geachtet, herfür thun, und nicht allein des unordenlichen lebens, fressens, sauffens, Gotslesterns, fluchens, hurens, spilens, und alles dessen, dardurch biß her von vilen dise Adeliche kunst bemosget, wie denn dise Ritterlich kunst von manchem etwa nur zum schandtdeckel aller unzuchte und faulheite gebraucht worden, unnd solches neben vilen ehrliebenden leuthen, auch alle ehrliche Fechter auff das höcheste beklagen, sich mit fleisse enthalten und daruor hüten, sondern vilgedachte dise kunst gründlich zuverstehn, und zu erfahren einen rechten erbarn ernst anwenden, sich des unnützen Bawren getresch entschlagen, und also aller Mannlicheit zuchte und erbakeit befleissigen, auff das (wann sie solche kunst selbes recht und wol erlernt, und ein ehrliches leben führen) volgends auch andern und sonderlich der jugent für zustehn, und hiemit zu dienen tüchtig mögen erachtet werden. Wo ich denn sehen und spüren sol, das dises mein schreiben bey etlichen statt finden, wird mir mein gehabte mühe, hiedurch nicht allein etwas erleichtert, sonder vil mehr solche nach meinem geringen verstand, weiter an tag zubringen, angeretzt werden.

Und damit sich solche junge Fechter, dest besser in dises Buch wissent zuschicken, will ich neben dem, das ich anfangs im ersten Capitel einer jeden der dreyen ersten Wehre, die ordnung in welcher dasselbige Wehr beschrieben, und also füglich auch fürgetragen und gelehrt kan werden, in einer kurtzen Summa zusamen gesetzt, und für augen gestelt, auch die gantze Fechtkunst, in einer kurtzen Summarien, welche denn auch zu mehrem verstande dises Buchs dienen wird, erzehlen, Und stehet die gantze Fechtkunst fürnemlich auff zweyen stucken, Das erste begreifft in sich dei Häuw und Stich, mit welchen Häuwen und Stichen du fürhast deinen feinde zu letzen, und zu=

erlegen, Das ander stuck seind die Versetzen, das ist ein lehr, wie du solche gemelte Häuw, wo sie von deinem widerpart gegen dir herführet, oder auff dich gerichtet wurden, solt abwnden oder außschlagen. Nun vom ersten Haupstuck die Häuw belanget, solen wissen unangesehen, wie vil häuw gesetzt und gelehrt werden, doch eygentlich an ihm selber nich mehr dann vier vier Haupt und Principal häuw seind, auß welchen die andern alle jhren ursprung haben und nemen. Nemlich der Oberhauw, Zornhauw, Mitter oder Uberzwerch hauw, und der Underhauw, und kan also kein Hauw so seltzam auffbracht werden, der nicht in disen sey begriffen, dann ob wol vilerley namen der Häuw gebraucht werden, als Wechsel, Sturz, Schiel, Krumphauw und der gleichen, so werden sie doch nicht ausser den vieren volbracht, dieweil der Sturz an ihm selber nicht anders dann ein Oberhauw, allein also genandt, dieweil er sich im hauwen ob dem Haupt also ubersturzt, deßgleichen so wirdt auch der Wechsel darumb, daß das Schwerdt durch solchen Hauw von einer seiten zur andern abgewechselt, also geheissen, welcher ob es wol auch kan durch andere geschehen, so ist es doch durch disen Schlimmen hauw am füglichsten zuverichten, Aber die ursach allerley namen und Häuw, auch wie die zumachen seind, findest du in den beyden Wehren, nemlich Schwerdt und sonderlich im Dusacken, auch vierten Capittel nach der lenge außgefüret.

Das ander Hauptstuck wird auff zwen weg volbracht, Nemlich zum ersten, also wann dein gegenfechter mit häuwen und stichen auff dich her tringet, das du ihm dieselbigen mit außgestrecktem dargebottenem Gefeß oder Wehr, also aufffangest und abtragest, damit du eylents unnd behend ehe er sich von seinem gethonen streich oder stich wider erholet, mit wider streichen gefast und fertig seyest. Zum andern werden auch solche deines wiederparts Häuw und Stich, die er auff dich herführet, eben mit dem ersten Hauptstuck, das ist mit gleichen widerstreichen abgewendet, unnd von dir wegk gehauwen, dann wann dein gegenman mit einem streich von uberzwerch gegen dir herhauwet, so kanstu ihm denselbigen mit dem Oberhauw, eben so wol mit zugehörigem außtretten, von oben nider zü grund dempffen, als ihn mit demselbigen auff den Kopff hauwen, hergegen wann er von Oben hauwet, so kanst du ihm den mit einem Uberzwerchen hauw außnemen, und von dir abweisen.

Auß disen zweyen Hauptstucken entspringet durch die Practick das dritte, das ich dann hierinnen die Mittel, oder Handarbeit genent habe, Dises dritte fasset die ersten zwey Hauptstuck im gebrauch derselbigen zusamen, also

nahet, das bißweilen das Versetzen und letzen in einem streich mit einander kan geschehen, Zum letsten folget weiter die Practick an ihr selbs, und lehrt wie man gemelte stuck gegen dem man Recht und wol, ein jedes an sein gehöret ort solle in das werck richten, anschicken unnd brauchen, Derhalben wann du nun deinen gegenman mit gemelten stucken wilt angreiffen, so müstu denselbigen zuvoren ordenlich in etliche theil abtheilen, damit du deine stuck underschidlich nach vortheil könnest von einem ort zu dem andern verwenden, auch dieselbige wissest ihe nach dem er groß, klein, starck, schwach, behend oder langsam ist, an zuschicken, Damit aber solches dester baß in alweg möchte bedacht werden, sind die Leger hin zu kommen, welche dann an ihm selber im grund nicht anders seind, dann ein verweilung oder verhaltung der Wehr, an dem eussersten ort, dahin du dann mit derselbigen, im auffzucken zum streich bist ankommen, das du ehe der hauw gantz volbracht, in mitte desselbigen noch platz habest dich zu bedencken, ob derselbige hauw nach deinem ersten fürhaben zu volführen, oder anderßwo hin zu verwenden nützlicher sein werde, damit du also im Vor und Nach, kein zufellige gelegenheit versaumest, sonder (nach ermanung des worts Indes) auff alle vortheil behendigklich bedacht sein könnest, und daher sind wie gesagt, die Leger oder Hütten entstanden.

Von disen jetz erzelten zweyen Hauptstucken des Fechtens, sampt derselbigen vmbstende, sind nicht allein die herwachtsent jugent, von ihren darzu beruffenen unnd erfahrenen Fechtmesitern, ihe und alwegen mit höchstem fleiß underrichtet worden, sondern es haben auch alle fürtreffenliche Hauptleuth, bey allen völckern ihr under ohn habende Kriegsleuth, in solcher übung also ernstlich angehalten, das sie underweilen wo sie vor den feinden müssig und still gelegen, ihre Kriegsleuth selbs (wie sie ihre rüstung Wehr und waffen, nach vortheil führen, auch des feindes streich unnd stich geschicklichen abtragen, und ihre hergegen recht anstellen sollen) underwisen, wie dann solches außtrucklich von Hannibal gelesen wird, und diser ursach halben ist nach bey kurtz verschienen Jaren einem jeden Rechten Fechtmeister seinen ubersolt in den Feltzügen oder sonst gereicht worden, Wie nun die Fecht kunst ein fürnehm stuck der Kriegs übung, unnd durch solche übung, der lehrnent sein Meisterlich zu mehrem nachdencken aller hand vortheil recht zugebrauchen angereitzt wird, sampt andern vil mehr nutzungen so solche übung mit sich bringet, die kürtze halben hie zu melden umbgangen werden, also ist auch uber das ein Fechtgang ein

seine kurtze fürbildung, wie es sich mit einem Heerzug gegen dem feind zuverhalten seye, welche füglich auff solche weiß mit einander können verglichen werden, dann zu gleicher weiß, wie einem weisen verstendigen Kriegsherren von nöten, das er mit guter Kriegs Rüstung, sampt aller zugehöre auff das statlichest gerüst und versehen, auch des feindes macht, Rüstung und fürnemen, auch wie es umb den platz oder ort, an welchem sich derselbige auffhelt gaschaffen, durch gute kundtschafft habe erfahren, Demnach das er zuvoren (wie er sich gegen allerhand uhnversehne zufelle auffhalten, denen in die harr begegnen, unnd den Krieg zu endt führen wölle) wol bedacht habe, Deßgleichen für sich selbes ratschlägig, in aller hand Practick, den feinde auß seinem vortheil abzulocken unnd herauß zureitzen, geübt und erfahren, alß dann auch fürsichtig und manlich anzugreiffen, damit er nicht erwann ein fürfallete gelegenheit, die ihm vileicht so bald nimmer werden mag, mit zuvil lang bedencken unfruchtbarlich versaume, volgents auch ernstlich nachtrucken, und wo sein feinde weichen wurde, mit nacheylen nicht zugeh sein, auff das er das ihenige, so er zu voren durch sein geschiklicheit unnd manlicheit erlangt, nicht wider durch unfürsichtiges nachvolgen verliere, also sol er aller gelegenheit wol warnemen, damit er endtlich mit sig abziehen könne.

Eben also sol auch ein jeder güter Fechter (wann er mit seiner Wehr versehen) auch, aller umbstend seines gegenfechters (gleich wie auch der seinen) wol acht nemen, denselbigen nicht onfürsichtig in seinem vortheil angreiffen, sondern mit allerhand stuck practicieren, wie er in auß seinem vortheil ablocken, und herauß reitzen könne, und so bald er seinen vortheil ersihet, fürsichtig, behend und eilents angreiffen, Mannlich und bescheidenlich nachtrucken, und in also mit allerhand stucken, zu allen theilen seines leibs, dermassen betrengen vnd engstigen, das er zu keiner fruchtbarlicher arbeit oder gegenwehr kommen möge, als dann wan er sein fürnemen geschaffet, fürsichtiglich (damit er nicht zu letst erst durch sicherheit schaden entpfahe) abziehe, wann es sich aber begebe, das er etwan zufelliger ursach halben, zu seinem fürnemen nicht kommen möchte, so sol er dasselbige mal vor seinem gegen fechter nicht lang verharren, auff das er sich nicht vergebens abarbeite, sonder schauwen wie er sich füglich von ihm abziehen könne, damit er sich zu einem frischen angriff wider erholen möge, und sich also dem mangel (der ihn zuvoren von seinem fürnemen, abgehalten) künstlich ferner zu begegnen, gefast machen, In dem allem sol er auch fleiß anwenden, wie er des ge=

genfechter art im Fechtnm erkündige, und seine sunderliche stuck nicht eigenrhums halben zuvil sehen lasse, sonder dieselben auff das geheimest bey ihm behalten, Also ist bey nahet schier kein stuck das einem Kriegsman zustendig, nicht auch im Fechten nützlichen können bedacht werden, derhalben ob solcher fürgemelter uralter völcker Hauptleuth exempel noch heutigs tags nöthig zufolgen were, wil ich die erfahrne Kriegsleuth urtheilen lassen.

Demnach ich mich der kunst zu ehren diß werck, sovil in meinem geringen vermügen zu beschreiben undernomen, hab ich fürnemlich zum ersten auff die Häuw, als auff das rechte Hauptstuck alles Fechtens getrungen, Als dann zum andern hab ich den Mann, gegen welchem du solche häuw und sich führen solt, mit seiner abtheilung für augen gestelt, Nachgohnde zum dritten habe ich, wie man die häuw gegen dem abgetheilten Mann, der dann auch nicht feyren wirdt, führen sol, durch mancherhand Exempel anzeigen wöllen, nicht der meinung das man eben disen Exemplen folgen müsse, sondern vil mehr dahin gesehen, wie der lernent durch solche Exempel angeführet und geübt wurde, damit er als dann zur zeit der not, die Häuw nach seiner gelegenheit und vermögen seines leibs selbs anschicken und füren lernte, dann sich die Häuw, wie und wann man die hauwen sol, nicht also in ein sonderliche und gewisse form eintringen lassen, sonder muß hie allein der marckt, des keuffers lehrmeister sein.

Derhalben ist das mein rath, wann du den stilum diser kunst treffen wilt, das du zu vorderst, wie nun offt gemelt, erstlich die Häuw oder stich fürsich selbs, recht und wol mit außgestrecken Armen, auch mit zuthuung des gantzen leibs krefften, gewaltig von dir hauwen lernest, des findest ein nützliche form solche häuw anfang zuleren im Dusacken, durch vier Regel, im dritten Capittel fürgeschrieben, Wann du nun dieselbigen recht und wol wie gesagt, kanst hauwen, so lerne als dann zum andern, dieselbige in vollem flug oder lauff, wider künstlichen abzucken, und verfliegen zulassen, damit du ein jeden hauw, wann er eben jetz antreffen soll (und aber gewahr wurdest, das er an disem ort unfruchtbar sein wurd) noch in demselbigen flug, ehe ers recht gewahr wirdt, anderst wo hin verwenden könnest, Wann nun solches geschehen, so bistu erst abgericht und tüchtig gemacht, auff den blatz zu thretten, vnd anfangen solche häuw in der Pactick[!], auch gegen deinem widerfechter ins werck richten zu lernen, Hie fangen sich an die häuw sich nach eines jeden art, natur, stercke, und vermögen zurichten, dann der schwache muß hie ein andern vortheil in häuwen suchen, dann der starck, und so furt an der starck.

Wann nun also zwen, mit obgemelten häuwen zusamen treffen, so geberen di zwey Hauptstuck, als hauwen und versetzen, dieweil ein jeder lieber mehr hauwen dann versetzen wolte, ein wunderbarlichen kampff, also das jetz diser dann jhener schlecht, bald jhener dann diser versetzt, kempffen also beyde mit gleichen stucken vmb das Vor, und obligen.

Welche Practick ob sie wol schwerlich zuverfassen, Nemlich wenn, oder wohin, ein jeder hauw zu rechter zeyt angelegt und volbracht werden kan, so hab ich mich doch deß Vor und Nachs, durch alle stuck dermassen befliessen, Also das ich verhoff, es werde der fleissige Leser nicht ein geringe anleitung zu der Practick haben können, dieweil zwischen den dreyen mitlen kein underscheid mag gefunden werden, nemlich zwischen Vor, Gleich, und Nach, dann jhe (wann ihren zwen mit Wehren zusamen wöllen) einer under ihnen Vor das ist zum ersten hauwen, darauß dann folgt das der ander nachhauwen wirdt, oder werden beyde zugleich hauwen müssen, Nun hat der, der den ersten streich thun wil, wol zu bedencken ob er sich nicht etwan hiemit in ein gefahr gebe, und also (wo er den vortheil hierinnen zunemen nicht wuste) in seinem eigenen hauw gefangen und ereylt wurde, Deßgleichen hat es ein ander bedencken in den Nachhäuwen, auch ein andern vortheil mit den häuwen so zugleich geschehen, damit sie nicht beyd ein ander treffen, wie vil geschicht, Derhalben hab ich (wie gesagt) in allen häuwen und stucken, den underscheid mit fleiß und nach der lenge außgeführet, und sonderlich gelehrt, wie man etliche häuw zum anreitzen, ihn damit auß seinem vortheil zu bringen, etliche zum nemen, das ist wann du ihn durch obgemelt anreytzen, zu einem hauw auffbracht, denselbigen mit einen gegenhauw abwendest, oder mit versatzung entpfangest, und dann zum dritten etlich zum treffen brauchen soll, wie du solches im Dusacken unnd Rappier durchauß sehen wirst, und zwar so findt sich heirinnen erst die rechte kunst, und Practick, in welcher sich des menschen vernunfft, scharpffsinnigkeit, geschwinde bedachtlichheit, fürsichtigkeit geschicklicheit, unnd manlicheit sehen last, und herfür thut, dann hie scheid sich die kunst nach den personen, also das ein schlecht stuck, von einem bedechtlichen sinreichen, vil fruchtbarlicher ins werck gericht, dann von einem olbern, der besten eins gefochten wirdt.

Dieweil nun ein jeder, gleich wie er sonst anders dann der ander gesinnet, auch im Fechten anderst gebaret, so hat mich zwar für gut angesehen, die häuw auff allerley weiß (beyde wie man die hauwen, und die gegen ihm gehauwen werden) abwenden sol, zuhandlen, damit ihme ein jeder, er seye starck, schwach, behend oder langsam,

etwas ihme dienstlich, hierauß zu nemen habe, dann das Fechten ist eigentlich ein solche übung, dardurch der leib zu allerley behendigkeit die Wehr zu führen, abgericht wirdt, als dann wann er darinnen erübt, müß ers als dann im werck selber anschicken, und die Wehr nach dem es die gelegenheit erfordert, führen, jhe besser er demnach hierinnen erübt ist, jhe besser er einer jeden fürfallenden gelegenheit wirdt begegnen können. Was aber mehr für nutzbarkeit so zur leibs geradigkeit und gesundheit auß solcher übung erschöpfft wirdt, wil ich den mehr verstendigen zu erkennen heim gestelt haben.

Was nun aber hierinnen nach dem Buchstaben, form, zierlichheit nicht außgeführet ist, wie es wol sein solte, das wölle mir der Leser eingedenck meines wol meynens, zu gut halten, und also meinen gehabten fleiß und mühe, zum besten auffnemen und vermercken.

Inhalt des gantzen Buchs.

Nemlich was, und wievil Wehren darinnen gehandlet werden,

Erstlich das schwerdt als ein fundament alles Fechtens.
Der Dusacken.
Das Rappier.
Dolchen, Ringen.
Halbe Stangen.
Helleparten.
Der lange Spieß.

Inhalt des ersten Buchs vom Fechten im Schwerdt, unnd was für Ordnung in beschreibung desselben gehalten, auch warauff diser Ritterlichen Kunst grundtfeste gelegen.

DIeweil ich mir die kunst des Fechtens in disen Ritterlichen und Manlichen Wehren, welche jetziger zeit bey uns Teutschen am gebreuchlichsten,[1] nach meinem besten verstand und vermögen auffs fleissigest und trewlichest zubeschreiben fürgenommen, und aber die erfahrung gibt und offenbar ist, das, das Fechten im Schwerdt nit allein ein ursprung und quell alles andern Fechten, sonder auch für andern Wehren das aller künstlichst und manlichste ist, Derwegen hat mich notwendig und für gut angesehen, von diser meinen eingang zumachen, und auffs kurtzest, aber doch klärlich davon auff solche weiß zuhandlen, wie in andern künsten und übungen allen beschicht.

Erstlich ihre zugehörende terminos und art zureden, anzeigen, so von Meistern diser kunst mit sonderm fleiß darumb erfunden, das man die heimligkeit und geschwindigkeit derselben desto kürtzer und ringer lernen unnd begreiffen möge. Nachmals solche terminos erklären und auslegen, damit eigentlich jederman möge verstahn, was durch solche art zureden verstanden sol werden.

Dann zum dritten die übung der kunst an ir selbst darzuthun, wie sie sol auß den erklerten häuwen und Legern ins werck gericht werden, auff das nit allein die Jugent so sich auff solche kunst zubegeben willens, durch solche inen unbekandte wort irrig gemacht und zur ver=

achtung diser kunst verursacht würde, oder auch so mitten in der kunst solcher wort gedacht, erst von nöten sie zu erkleren, welchs dann eim sehr verdrießlich zu lesen, sonder auch die erfarnen abnemen mögen, das die übung des Fechtens, aus rechtem verstendigen grundt ihr herkommen habe, und nicht an leichtfertigem Gauckelwerck gelegen, sintemal under solchem Gauckelwerck und dem Fechten ein sehr grosser underscheidt ist, unnd die Ritterliche kunst des Fechtens von allen weit erfarnen Kriegsleuten, insonderheit den Römern in grossem werdt, Hiergegen aber die Gauckler, vor das unwerdest losest gesindt, so auff der welt befunden, ihe und alweg gehalten worden.

Und ist aber das Fechten im Schwerdt anders nichts dan ein übung, darin irer zwen mit dem Schwerdt zusamen streiten, im versatz, das einer den andern mit vorsichtigkeit und aller behendigkeit, künstlich, zierlich und manlich, im gebrauch desselben mit häuwen und anderer handtarbeit oblige unnd sige, auff das wo von nöten in ernstlichen sachen, einer durch solche übung desto hurtiger und geschickter, unnd zur beschützung seines leibs desto fürsichtiger sein möge.

Dises kan fürnemlich in drey theil füglich und wol getheilt werden, Nemlich in den Anfang, das Mittel und das Ende, welche drey theil in einem jeden stuck, welches du zu Fechten fürnimest, sollen un müssen eigentlich in acht gehabt werden, das du nemlich wissest mit was häuwen aus oder von den Legern du dein gegenpart angreiffen wöllest, als dan so du in angriffen, wie du ihm ferner im Mittel mit der handarbeit, frey fliegent zu den Blössen arbeiten, dein Vor so du im angriff ereilt zuerhalten. Zum letsten wie du füglich und wol, wo nit mit seinem schaden doch ohn dein verletzung von ihm abziehen mögest.

Den Anfang, nun nenne ich das zufechten, wann einer gegen dem Man, den er vor sich hat, zuficht. Das Mittel die beyarbeit oder handarbeit, wann einer im bundt oder lenger in seiner arbeit wider den gegenfechter verharret, und ihm mit aller geschwindigkeit zusetzet. Das ende

den abzug, wie sich der Fechter von seinem gegenpart one schaden ab unnd weg hauwen möge.

Das zufechten im anfang geschicht aus oder von den Legern mit den häuwen, welcher zweyerley seind, nemlich die Hauptleger und die Beyleger, so auß dem Hauptleger entspringen.

Der Haupleger seindt viere, der tag oder Oberhut, der Ochs, der Olber, und der Pflug. Der Beyleger achte, Zornhüt, Brechfenster, Lang ort, Schanckhut[!], Einhorn, Schlüssel, Eisenport, Wechsel.

Der häuw aber so vil das Schwerdt belangt seind zweierley art, welche beide in gemein die gerade und verkehrte häuw genent werden. Die erste heissen die Haupt oder Principal häuw, auß welchen alle andere häuw ihren ursprung haben, und deren seind vier, Ober, Under, Mittel, Zornhauw. Die andern werden die bey oder darauß wachsende häuw geheissen, deren zwölff seind, nemlich, Schiel, Krum, Kurtz, Glitz, Brell, Einfach und Dopel, Blendt, Wint, Kron, Knichel, Sturtz, Wechselhauw, &c.

Auß disen beiden werden genomen die rechte Meister häuw, welche darumn also genent werden, das alle meisterliche unnd künstlich stuck im Schwerdt in solchen begriffen gemacht und volbracht werden, nemlich Zorn, Krum, Zwerch Schieler, Scheitelhauw, welche alle wie sie volbracht und gemacht werden sollen, wil ich in irer beschreibung so ich auff das zufechten kom, und von den häuwen sag, klerlichen an tag thun.

Die Bey oder Handarbeit im Mittel begreifft die gröste kunst, und alle geschwindigkeit die im Fechten kan fürlauffen. Denn sie zeigt nit allein an, wie man das Schwerdt anbinden, Winden, Wechseln, Verfüren, Nachreisen, Schneiden, Doplieren, Ablauffen sol lassen, oder wölcher gestalt man umbschlagen, Schlaudern, Vorschieben, Absetzen, Zucken und Rucken, Verstellen, Ringen, Einlauffen, Werffen und nachtringen soll.

Sonder helt auch insich die Blösungen, welche durch die außtheilung des Mans und Schwerts muß verstanden werden, darzu denn auch das recht stehn und tretten gehörig, von welchem in seinem ort auch sol gehandelt werden.

Das abziehen am ende, fleußt auß dem Mittel, und hat in der Practicken grossen nutz, derwegen zu ende eines jeden stucks, von darauff gehörendem Abzug, ordenlich soll bericht beschehen, und soll dises alles im ersten theil vom Schwerdt Fechten volricht werden, von Meisterstucken aber, und was zu mehrer behendigkeit zu diser Wehr dienstlich, damit diß Buch beide den anfangenden schulern, und demnach auch den mehr erfahrnen diser kunst nutzlich sein möchte, soll im andern theil weitleuffiger und gnugsamer bericht beschehen.

Solchen eingang aber, hat mich derwegen für gut angesehen zu machen, damit diß Buch einem jeden desto leychter zuverstehn were, unnd er sich wüste darein zurichten, so er anfenglichen verneme, in was ordnung ich solche Ritterliche kunst wolt darthun, Will derwegen jetz im ersten Capitel von der theilung des Mans, als die am nützlichsten ist am ersten zumelden, bericht thun, und wie derselbig in vier quatier außgetheilt wirdt, anzeigen.


Von dem Manne und desselbigen theilunge.

Cap. 1.

WIewol die theilung des Mans aus welcher die Blösungen und Leger entstahn, zu und von welcher auch gefochten würdt, eingentlich zu der Mittel oder Handtarbeit gehöret, unnd derowegen auch im inhalt dises Buchs hievon meldung beschehen, jedoch hab ich dieselbe alhie zum ersten nit ohne sondere ursach wöllen setzen unnd beschreiben. Den dieweil im Fechten und in allen stucken und künsten, es am ersten von nöten ist zu wissen, was das sey darumb es zuthun, und derwegen darvon gehandelt würdt, hat sich zum ersten wöllen gebüren, hievon bericht zuthun, damit nit erst in dem Mittel oder Handarbeit so solcher Blösungen gedacht würt, von nöten davon zuschreiben, und ich im lauff meines schreibens hindersich gezogen wurd.

Nun wirdt aber der Man abgetheilt in vier quatier oder theil, in das Ober und das Under, und der jedes in das Recht und Linck. Dise was unnd wie sie an ihnen selbs seind, darff nicht weitleuffiges beschreibens, dieweil der augenschein selbs solches gibt am menschen was an ime das oberste oder das underste, auch Recht und Lincke theil sey. Doch zu mehrerm verstand was ich hiemit gemein, eklert das Bild zur rechten in obgesetzter Figur.

Und ob schon dise nun erzelte vier theil des Mans gnugsam were, nach dem gebrauch der Alten Teutschen Fechter, bey welchen das Stechen so wol als das Hauwen zugelassen, jedoch dieweil bey uns Teutschen jetziger zeit, unnd sonderlich in der Handarbeit mit den Winden, am meisten unnd fürnemsten nach dem Haubt gefochten wirdt, wil ich auch dasselbig wie den gantzen menschen in gemein, in die oberenante vier stuck abteilen, Nemlich in das Ober so die Schei=

tel betrifft, vnd das Under so dem Kin und Halß zustendig, und darumb das Rechte und Lincke theil, welche gemeinlich wegen der ohren, so beiden seitten zustendig, das Recht oder Lincke ohr genant werden.

Wiewol aber nicht ohne, das solche außtheilung etlichen sehr kindisch duncken wurd, wie dan aller ding mehr tadler denn verbesserer, müssen es doch die guthertzigen darfür achten, das diß fürnemlich und allein darumb gemeldet, das auß diser teilung alle andere notwendige und zum Fechten gehörige stuck, als auß einem quell und brunnen entspringen und herfliessen. Denn sinte mal das Fechten wie obgemelt nichts anders ist, dan so zwo Personen in gleichen wehren gegen einander Kempffen, wie einer den andern mit behendigkeit verletzen, oder sich fürsichtigklich ver teidigen und beschützen möge. Auch mein vornemen ist, wie denn in allen andern wehren, solchs durch gewisse stuck unnd kurtze begriff anzuzeigen und erkleren, hab ich nicht können noch sollen hindergehn, solche teilung der Person alhie zumelden, damit ob der gegenfechter auß einem oder anderm theil zufechten sich vermercken leßt, einer mit rechtmessiger versatzung, widerumb sich gefaßt zumachen wißte. Oder ob jener auff einer oder andern seiten sich etwa mit einer Blösse er zeigen wurd, er sein streich auch auff ihn rechtschaffen mit vortheil anstellen könde. Dann je ein man an deren vier orten einen, von wegen entdeckter Blösse getroffen, oder hinwider zuuerhütung dessen, sich in die Hut oder versatzung muß legen.

Derwegen was volgends von den Legern, Häuwen und Blösung gelehrt wirt, ist hie leichtlich abzunemen, das solches alles auß diser nun gnugsam beschreibung und abtheilung des mans herfleußt.

Von dem Schwerdt und seiner außtheilung.

Cap. 2.

NAch dem nun erklert, warumb es im Fechten zuthun, nemlich wie einer den andern etwa an einem theil seines leibs, Ritterlichen abbrechen oder hinwider seinen selbs verteidingen möge. Darauff auch die theil des menschen kürtzlich erklert, so ist weiter anzuzeigen von nöten, warumb und durch was mittel dasselb gegen einander zuvolbringen, und wiewol dasselb der Tittel oder uberschrifft dises teils vor sich selbst deutlich außweist, das als nemlich hierinne von nichts anders dann dem Schwerdt allein meldung geschehen sol, Dieweil aber dasselb nicht auff einigerley art und weise allein geschicht, sonder bald mit der Kurtzen, bald mit der Langen schneiden, bald mit der sterck, bald mit der schwech, wil sich gebüren nechstvolgendt von des Schwerdts gebreuchlichen und zu diser kunst gehörigen außtheilung auch etwas zusagen.

Des Schwerdtes teil, was seine form un figur antrifft, sein Knopff, Ort, Creutz oder Gefeß, Hefft oder Bindt und die Klinge, davon ohne not, was ein jedes, viler wort zugebrauchen.

Die Kling hat widerumb zwo underschiedliche theilungen, derer erste ist in die Stercke und Schweche, die ander in die Kurtze und Lange schneide, das ist vorder und hinder.

Die Sterck des Schwerdts nennet man den theil vom Kreutz oder hefft, biß mitten in die klinge, die Schweche von der mitten biß and das ort oder endt derselben, dardurch die verenderung der stucke in Lange und Kurtze herwachsen.

Die Langeschneid ist die volle Widerschneid von den fingern hinaus, gerad gegen deinem widerpart, die Kurtze oder halbe schneide heist die so gegen dem daumen oder zwischen dem daumen und zeiger, oder ersten finger gegen den Fechter selbst gekeret, als ob es umb gleichnus willen mit

andern wehren, also zu reden, der rucken am Schwerdt were, wie auß hie vorgesetzter Figur zusehen.

Auß oberzelten theilungen des Schwerdts entspringen die rechte gantze theilung, welche im Fechten sehr nutzlich, nemlich das das Schwerdt abermals unnd ferner in gemein in vier theil getheilet und underscheiden, wie in hievor getruckter Figur zusehen.

Der erst wirt genant, das Bindt oder Hefft begreifft in sich Knopff und Kreutz, zum einlauffen, Ringen, Greiffen, Werffen und anderer arbeit dienstlich.

Der ander die Sterck wie oberzelet, zum Schneiden, Winden, Trucken, und anderm was aus der sterck gefochten nützlich.

Der dritte theil ist das Mittel, wirt auß der sterck und schwech umb den halben theil zugleich genomen, und der wandelbaren arbeit, welche nach eines jeden gelegenheit alweg mag gebraucht werden, zugeeignet.

Der vierde ist die Schweche zum durchwechseln, Schnellen, Schlaudern, und was dergleichen aus der Lenge gefochten gehörig, wie du denn solches alles folgends vil und gnugsam Exempel und stuck haben würst.

Von den Legern oder Huten.

Cap. 3.

SIntemal in allem Fechten, umb mehrers nutz und verstands willen, deren so dise Ritterliche kunst zu lehrnen fürhabens, recht und billich drey fürneme stuck sollen in acht gehabt werden. Erstlich warumb es in dem Fechten zuthun, nemlich umb den Man, dann wamit solle

gefochten werden, als alhie mit dem Schwerdt, und aber bißher in den zweyen vorgehenden Capiteln, von beiden stucken gnugsamer bericht geschehen, so erfordert alhie ferner die ordnung, das auch von dem dritten theil und stuck erklerung gethan werde, welches ist auff was weiß alles Fechten soll volbracht werden, das denn fürnemlich beschicht durch drey stuck, den Anfang das Mittel und Endt wie oben angezeigt. Demnach aber der Anfang durch zweierley underschiedlich stuck soll und muß gemacht werden, nemlich aus und von den Legern, als aus dem die häuw ihren anfang nemen, sagen, wie vil seind erzehlen, unnd wie sie volnbracht sollen werden, erkleren. Die Hut oder Leger aber seind ein zierlich, aber doch nothwendig, stellung und geberd des gantzen leibs mit dem Schwerdt, in welche sich der Fechter so er, wie offt geschicht, ehe dend sein gegenpart zu ihm kompt auff den platz, stellet und Legert, damit er nit unversehens von ihm ubereilt und verletzt, sonder er in hieraus erwarten in acht haben, unnd als bald er zu ihm kompt, mit vortheil und gewisser geschwindigkeit angreiffen unnd zuhauwen, und sich also gegen seinem widerpart Legern, das er ohn schaden zu ihm nit einhauwen könne, sondern entweders, so er nach seiner Blösse arbeitte, sich blos geben müsse, und er ihm also die vermeinte zuhabne Blöß mit einem zu oder umbtritt entziehen, oder im auff das wenigst so er aus seinem vortheil hiedurch gereitzet, sein Kling ausnemen, in verhindern, und in in seiner arbeit stecken könne. Die Leger oder Huten aber, haben wie dan auch droben bemelt ihren ursprung aus der theilung des Mans, Dann wie der Mann in vier quatier Ober, Under, Recht un Linck getheilt, so seind der Blössen auch vier darauff der gegenfechter fürnemlich zutreffen, und wie vier Blösse, also seind auch gleichfals viererley Haubtleger oder Huten, daraus die andern alle herkommen und entspringen, als der Ochs, Pflug, Tag, und Olber, die andern aber so hieraus entstehn, seind Zornhut, Langort, Wechsel, Nebenhut, Eisenport, Hengetort, Schlüssel, Einhorn, davon denn ordenlich und kurtzlich soll gehandelt werden.


Ochs.

DEr Obertheil am Man wirt dem Ochsen zugetheilt, unnd wie dasselbige zwey quatier hat, das Rechte und Lincke, also kan man auch das Leger des Ochsens in zwey theil, nemlich den Rechten unnd Lincken abtheilen. Der rechte Ochs wirdt nun also gemacht, stehe mit deinem Lincken fuß vor, halt das Schwerdt mit dem Hefft neben deinem Kopff, zur Rechten Seiten in der höhe, das dein vorder ort dem Man gegen dem gesicht stehe. Zum Lincken Ochsen schick dich disem zugegen, nemlich trit mit dem Rechten fuß vor, halt dein Schwerdt mit dem Hefft neben deinem Kopff zur Lincken seiten wie oben gemeld, so hastu beider Ochsen Hut oder Leger, welches Leger in der Figur so mit dem Buchstaben B. verzeichnet ist, zur Lincken fürgebildet.

Pflug.

DEr undertheil des Mans wirt dem Pflug zugeeignet, unnd gleicher gestalt wie dieselbige zwey quatier oder zwo seiten die Rechte und Lincke hat, also wirt auch daher der Pflug der Rechte und der Lincke geheissen, seind beide an sich selbst nichts anders, dan ein stich von unden auff, den rechten Pflug volbring wie folget. Steh mit deinem Rechten fuß vor, halt deine Wehr mit dem Hefft neben deinem vorgesetzten Knie wende die spitzen oder den ort dem Man ins gesicht, als wolstu ihn von unden auff stechen, so bistu im Rechten Pflug, tritestu mit dem Lincken fuß fur, und thust ihm desgleichen, so ligestu im Lincken, unnd ist also der Recht Pflug in obgedachter Figur zur Rechten auch fürgebildet.

Tag.

DIe Hut des Tags, welche man auch sunsten die Oberhut nennet, wirt auff volgende weiß volbracht. Stehe mit deinem Lincken fuß vor, halt dein Schwerdt hoch uber deinem Haubt, das das ort gerad ubersich stehe, aller ding wie dich das Bilde zur Lincken, in der Figur welche mit dem Buchstaben .C.[2] gezeich=


net lehrt, was dann also von Oben herein gearbeit wirdt, heißt alles aus dem Tag oder Oberhut gefochten, darumb solch Leger der Tag genennet.

Olber.

DEr Olber wirt meines erachtens von dem wort Alber, welches ist so vil als einfeltig genennet, sintemal auß disem Leger kein volkomlicher fertiger streich mag erlanget werden, man erhole sich dann nach des widerparts durch einen absatz entpfangenen streichs, eines neuwen, welches fürwar einem Albern unnd einfeltigen menschen zu zu messen, ohne bereidten gegenstreich auff sich schlagen zulassen. Diser wirt also formirt, stehe mit dem Lincken fuß vor, halt dein Schwerdt mit dem ort vor dir außgestreckt auff die erden, für deinen vorgesezten fuß, das die kurtze schneid oben, die Lange unden stehe, so ligstu in diser Hut recht, wie du solches in gedachter Figur zur Rechten sehen kanst.

Zornhut.

DIe Zornhut ist also genant, das solch Leger zornig geberd erzeiget, wirt also gemacht. Stehe mit deinem Lincken fuß vor, halt dein Schwerdt auff der rechten Achsel, also das die Kling hindersich herab zum gefaßten streich hanget, und ist alhier zumercken, das alle stuck die aus der Hut des Ochsens gebracht, auch aus dem Zornleger gefochten werden können, allein das ungleiche geberde zu verführung des Mans in disem Quatier sich erzeigen, unnd jetzt dise, bald die andern gebraucht werden können, besihe hievon die Figur so mit dem Buchstaben E. verzeichnet.

Langort.

STeh mit deinem Lincken fuß vor, halt dein Wehr mit außgestrecken Armen, lang für deinem gesicht, das dein forder ort dem widerpart gegen seinem gesicht stehe, so ligstu in der Hut des Langen orts, wie dich das Bild in der Figur so mit dem A. verzeichnet lehret.

Wechsel.

DIse Hut wirt also volbracht, stehe mit deinem Rechten fuß vor, halt deine Wehr mit dem ort oder Schwech auff der Erden neben dir zur seiten außgestreckt, das die kurtze schneid gegen dem Man stehet, wie du solches an dem Bild in der Figur so mit dem D. vermerckt sehen kanst.

Nebenhut.

IN dise Hut schick dich also, Stehe mit dem Lincken fuß vor, halt dein Schwerdt neben der Rechten, mit der Spitzen auff der Erden, das der Knopff ubersich, und die kurtze schneid gegen dir stehe.

Eisenport.

WAs die recht Eysenport ist, wirstu hierunden im Rapier fechten weitläuffigern bericht finden, Dann dieweil das stechen mit dem Schwerdt bey uns Teutschen auffgehaben, ist auch dise Hut gentzlich abkommen und zu grundt gangen, brauchen es aber Heutigs tags die Italianer unnd andere Nationen, ist jetz im grund die schranckhut, und wirt von den unerfarnen als die von der Eisenport keinen bericht haben dafür gebrauchet.

Dieweil aber gleichwol ein underscheid darunder, hab ich die alle beide alhie kürtzlich erkleren wöllen, Unnd wirt die Eisenport also gemacht, stehe mit deinem rechten Fuß vor, halt dein Schwerdt mit dem Hefft vor deinem Knie, mit stracken hangenden Armen, das dein orth ubersich aus dem Manne gegen seinem gesicht stehe, hast also dein Schwerdt vor dir zum schutz, wie eine Eisenethür, dann wan du mit den füssen weit stehest, also das der Leib nider kompt, so kanstu alle häuw und stich daraus von dir abtragen.

Die Schranckhut aber ist, wann du dein Schwerdt mit geschrenckten henden vor dir mit dem ort auff der erden heltest, wie in volgender Figur deren Buchstaben das F. ist, augenscheinlich zuersehen.


Hangetort.

WIe du das Hangetort in das werck richten solt, lehret dich das Bild zur Rechten in obgedachter Figur, allein das darinnen die Arm nit gnugsam gestreckt hie angezeigt wirt, Derwegen schicke dich in gemelde Hut also, stehe mit dem rechten Fuß vor, halt deine Wehr mit außgestreckten Armen vor dir, das die Klingen etwas undersich gegen der erden hange, diß Leger ist durchauß fast dem Ochsen gleichförmig, allein das du im Ochsen die Arm strack in die höhe empor heltest, hie aber gerad vor deinem Gsicht außgestreckt sein sollen, und das Schwerdt gegen der erden hangen lassest, darumb es denn auch das Hangetort geheissen.

Schlüssel.

DEr Schlüssel ist in der Figur welche mit dem Buchstaben D. verzeichnet, also fürgebildet, stehestu mit deinem Lincken fuß vor, und haltest dein Schwerdt mit dem Hefft und gecreutzigten henden vor deiner Brust, das die kurtze schneide auff dem Lincken Arm lige, unnd das ort gegen des Mans gesicht stehe, so wirt dis Leger oder Hut recht gemacht.

Eynhorn.

KOmm im zufechten mit dem Lincken Fuß vor, flügel von beiden seiten auff, als wollestu dich in vorgenanten Schlüssel Legern, fahre mit geschrenckten henden ubersich zu deiner Rechten, das die spitz in der höhe ubersich heraus sehe, so heist es im Einhorn, und stehest wie du in der Figur hiegegen mit dem E. gezeichnet am Bild zur Rechten sehen kanst.

UNd diß sey von den Namen der anzal der Leger oder Huten, und wie ein jedes ins werck gesetzt oder volbracht wird, kurtzlich vermeldet. Nach dem aber in allem Fechten, du Hauwest, Arbeitest, Versetzest, oder treibest für arbeit was du wöllest, nicht in einem Leger verharren, sonder alweg auß einem in das ander verfahren, und eines in das ander verwandlen must, wil dir insonderheit gebüren ein gut fleissigs auffmercken zuhaben, wie oberzeiten Leger eins aus dem andern ervolgen, welches ich dann mit den Hauwen durch die Linien oder strassen etlicher massen mit wenig worten will erkleren.

Erstlich so du den odern oder Scheitelhauw thust findestu drey Leger, dann im anfang ligstu im Tag, im Mittel im Langenort, am endt im Olber, also hastu in der geraden Lini von ober herab von A. und E. drey Huten oder Leger, fehrestu widerumb von unden herauff mit geschrenckten händen zur Versatzung, befindestu abermals drey Leger, Nemlich im anfang die Eysenport, im mittel das Hangentort, im endt ubersich in voller höh das Einhorn, ziehest du dein Schwerdt mit dem hefft vor die Brust, das die halbe schneid auff deinem Lincken Arm ligt, so stehestu im Schlüssel, also kommestu im auff und abfahren in der Lini A. und E. aus einem Leger in das ander.

Der andern Linien so Schlim durch die rechte Lini herabwerts streichen seind zwo, eine die von dem rechten Ober quatier streichet, mit H. und D. bedeutet, die ander die von dem Lincken Obertheil zu dem Rechten undertheil geht, im B. F. gezeichnet, Du hauwest nun durch welche du wilst, dan hieroben gemelten und alhier ichs kurtzlich widerholet haben wil, das alle Häuw und Leger auff alle beide seiten, Recht und Lincks volbracht werden können, ob gleich umb geliebter kürtze willen zum mehrerm theil dieselb nur auff eine art beschrieben, so kommestu erstlich oder anfangs in die Zornhut, von welcher auch der Hauw den Namen bekomet, das er

der Zornhauw, umb zornigs geberdt willen genennet, auff halben weg des hauwes ins Langort, und am endt in den Wechsel. Zeihestu von dannen den streich wider herauff mit Langer schneid, so gehestu wider durch drey Leger, als im anfang gibt es die Nebenhut, in der mit widerumb das Langort, und im endt ubersich das Einhorn, Streichestu durch obermelten Lini eine, sey von welcher seiten es wölle, so kommestu auß dem Wechsel durch das Langort in die Zornhut, auch kanstu im auffstreichen dein Schwerdt verwenden in das Hangentort, aus welchem so du ferner ubersich fahrest kommestu in die Hut des Ochsens, also findestu alweg so offt du der gezeichneten Lini eine durchferest auff das wenigste drey Leger.

Es sol sich aber ein guter Fechter nicht gewehnen, in seinem Legern lang zuwarten, sondern als bald er seinen gegen mann kan erlangen, denselben angreiffen, unnd sein vorgenommen stuck ausfechten, Dann lang warten bedarff vil versetzens, aus welchem man langsam zu streichen kan kommen, wie unden vom versetzen weiter gesagt.

Es sein auch die Leger sehr nutz, zu der stuck abtheilung, dann ob einer im Vorhauwen ohne gefehr in ein Leger kommet, kan er sich als bald daraua erinnern, was für stuck daraus zufechten. Als denn dienen sie nit allein zum zierlichen unnd füglichen abwechseln, aus einem Leger in das ander, sonder auch zur verfürung des Mans, und das er irr gemacht wirdt, nicht wissen mag was er auff dich Fechten sol, und letzlichen ist auch diß hieraus nutzlichen und gut, das du deines gegenparts stuck leichtlich ersehen und kennen kanst, was er ungefehrlich auff dich Fechten wirt oder kan, und ihm also desto füglicher begegnen.

So viel sey gesagt von diser kunst anfang nemlich, dem zufechten gegen dem Man, welches geschicht mit den häuwen durch die Leger. Jetzt volgt der gantzen kunst anderer theil, so zu dem ersten noch gehörig, welches ist von den Häuwen.

Von den Häuwen.

Cap. 4.

NUn kompt das man zu der kunst und freien Ritterlichen übung selbst schreite, nemlich zu den Häwen, welche das eine rechte Hauptstuck im Fechten (wie solches anfangs gemeldet) seind, wie viel deren, was ein jeder sey, wie er gemacht und volbracht sol werden, ist nöttig hie etwas zusagen, wil allein hie den freundlichen Leser zu vorderst erinnert haben, Dieweil zwischen dem Schwerdt Fechten zu unsern zeiten, wie bey unsern vornfahren und uralten im gebrauch gewesen, ein grosser underscheid, das ich an diesem ort nur was jetzund gebrächlich unnd so viel zum Schwerdt gehörig von häuwen erzelen, so vil der alten gebrauch aber belangt, wie sie beide mit Hauwen unnd stechen scharpff gefochten, wil ich in seinem gewissen unnd sondern ort anzeigen.

Der Häuw aber so viel das Schwerdt jetzt belangt, sind zweierley underschiedne art, als gerade und verkerte Häuw, die Gerade nenne ich so mit Langer schneid und außgestreckten Armen gegen dem Man gehauwen werden, deren sein vier Ober, Zorn, Mittel, Underhauw, auß disen dieweil die anderen alle herkommen, und keiner auff der welt so seltzam erdacht noch erfunden kan werden, der nit under deren einem füglich möchte begriffen werden, seind sie auch, unnd billich, die Haupt oder Principal Häuw geheissen.

Die Verkerte Häuw seind die, wan man in den Häuwen die handt mit dem Schwerdt verkert also das man nicht mit voller oder Langerschneid, sonder etwa mit halber schneid, flech, oder einer ecken den Man trifft, als da geschicht mit dem Glitz, Kurtz, Kron, Schiel, Krump, Zwerch, Brell, Blend, Windt, Knichel, Sturtz, Wechselhauw.

Dise dieweil sie auß den vier oberzelten Häuwen herkommen seind, werden sie darauß wachsende Häuw genant.

Nun auß disen beiden komen und werden außgelesen fünff, so die Meisterhäuw genandt werden, nit das wer dieselben wie Recht volbringen kan, als bald ein Meister diser kunst zunennen, sondern das aus denselben alle rechte künstliche stuck die einem Meister wol gezimmen zuwissen her gehn, und der sie recht Fechten und brauchen kan, für einen kunstreichen Fechter zuhalten, sintemal alle Meisterstuck in denselben verborgen, und man derer mit nichten kan entberen. Die seind der Zorn, Krump, Zwerch, Schieler, und Scheitelhauw.

Dise alle wie sie gemacht sollen werden, will ich ordenlich nach einander anzeigen, und erstlich von den Geraden Häuwen sagen, under welchen der erst der Oberhauw.

Oberhauw.

DEr Oberhauw ist ein Gerader Hauw stracks von Oben, gegen deines widerparts Kopff nach dem Schedel zu, darumb er auch Schedelhauw genant wirt.

Zornhauw.

DEr Zornhauw ist ein Schlimmer Hauw von deiner Rechten Achsel, gegen deines widerparts Lincken ohrs, oder durch sein gesicht und Brust, Schlims durch wie die zwo Linien, so durch die auffrecht Linien kreutzweiß uber einander sich schrencken anzeigen. Diß ist der sterckest under allen andern, als darinen alle krafft unnd manligkeit des Mans gegen seinem feindt im Kempffen unnd Fechten gelegen, darumb er auch von den Alten Streithauw oder Vatterstreich genant und geheissen wirt. Von gedachten Lini findestu hernach, etc.

Mittel oder Uberzwerchhauw.

DEr Mittel oder zwerchhauw kan fast aller ding wie der Zornhauw gemacht werden, allein ist diß der underscheidt, das wie der Zornhauw schlims uber ort, also diser aber uberzwerch volbracht wirdt, wie zusehen an der uberzwerch Linien mit beiden Buchstaben G. und C. verzeichnet, solche Linie findestu hernach im Dusacken.

Underhauw.

DIsen machstu also, Verhauw dich das du in Rechten Ochsen kommest (davon im nechst vorgehenden Capitel gesagt ist) und als bald du deinen gegenfechter erlangen kanst, so trit und Hauw von Unden uberzwerch nach seinem Lincken Arm, das du mit dem kreutz hoch uber deinem Haupt kommest, so hastu in volbracht. Davon besihe die kleinen bossen in der Figur mit dem B. gegen der Lincken handt.

Schielhauw.

SChielhauw ist auch ein Oberhauw, aber darumb also genant das er gleich mit einer kleinen Schiele gehawen, wirt also gemacht, stell dich in die Hut des Tags oder Zorns (davon im dritten Capitel) mit dem Lincken fuß vor, wirt auff dich gehauwen, so Hauwe hingegen, doch im streich verwende dein kurtze schneid gegen seinem streich, unnd Schlag mit ebichter hand zugleich mit ihme hinein, trit mit deinem Rechten Fuß wol auff seine Lincke seiten, und nimm den Kopff geschwindt mit, so hastu ihm recht gethan, und stehest wie das grosser Bild in nechst gedachter Figur mit dem G. gegen der lincken anzeiget.


Krumphauw.

DIser Hauw wirt also volbracht, stehe in der Zornhut mit dem Lincken fuß vor, Hauwet dein gegen Man auff dich, so trit mit deinem Rechten fuß wol auß seinem streich gegen seiner Lincken seiten, Hauwe mit Langerschneid unnd geschrenckten henden seinem hauw entgegen, oder zwischen seinen Kopff und Klingen, uberzwerch auff seine hendt, und laß die Kling wol uber seinen Arm uberschiessen, wie solches in der Figuren mit dem D. an obern bossen zur rechten Hand zusehen.

Zwerch.

ZU der Zwerch schick dich also, stell dich im zufechten in die Zornhut zur Rechten (davon in vorgedachten Capitel) das ist, setz deinen Lincken fuß vor, halt dein Schwerdt an deine Rechte Achsel, als ob du ein Zornhauw thun woltest, Hauwet dann dein gegen Man auff dich von dach oder Oben, so Hauwe zugleich mit halber schneid, von Unden uberzwerch gegen seinem hauw, behalt dein kreutz hoch ob deinem Haupt, damit dein Kopff versetzet sey, und mit dem hauw zugleich trit wol auff seine Lincke seiten, so versetzestu und triffest mit einander wie die zwen bossen in der Figur mit dem H. gegen der Lincken anzeigen. Wie du dise Zwerch zur Lincken volbracht, also soltu sie auch gegen seiner Rechten in das werck richten, allein das du gegen seiner Rechten mit Langer schneide antreffen solt.

Kurtzhauw.

DIser ist ein heimlicher durchgang, und wirt also gemacht, wann man von Oben zu dir einhauwet, so stelle dich als woltestu mit dem Krumphauw, das ist mit halber schneide auff sein Schwerdt anbinden, underlaß es doch, unnd fahr behend under seinem Schwerdt durch, schlahe mit halber schneid unnd geschrenckten Armen

uber seinen Rechten arm zum Kopff, so hast sein Schwerdt mit Langer schneid auffgefangen, unnd den Kurtzhauw volbracht, und stehest nach ende desselbigen, wie an den obern kleinern bossen zur Lincken, das Bilde gegen der Rechten handt außweisset, welche Figur ist mit dem Buchstaben B. verzeichnet.

Glützhauw.

DEr Glützhauw wirdt dermassen volbracht, hauwet einer von Oben gegen dir zu, so schlag mit letzer oder ebichier handt gegen seinem streich, der Lincken obern Blöß zu, laß deinen Schwerdts klinge an seiner klingen mit ebichter fleche abritschen, das die kurtze schneidt im schwung uber die handt den Kopff treffe.

Prellhauw.

DIser ist zweyerley: Einer der Einfach, der ander der Doppel genandt. Der Einfache wirt also gemacht, Hauwet dein gegentheil auff dich von Oben her, so begegne seinem streich mit einer Zwerch, als bald es dan glitzt so zuck das Schwerdt umb deinen Kopff, unnd schlag von deiner Lincken mit außwendiger letzer flech, zu seinem Ohr, aller ding wie das grosser Bild zur Rechten hand in der Figur K. außweißt, das das Schwerdt widerumb zu ruck abprelt, zuck es also im abpreleten schwung wider umb deinen Kopff, Hauw mit der zwerch zur Lincken, so ist er volbracht.

Den Doppeln mach also, als bald im zufechten dein widerpart sein Schwerdt in die lufft bringt zur arbeit, so stell dich in den Rechten Ochsen (davon im nechsten Capitel) zucke das Schwerdt umb dein Haubt, unnd Hauw mit inwendiger flech von deiner Rechten starck wider seine klinge, das dir dein Knopff im schlag unden an die spindel rühre, wie solchs an dem grossern Bild in der Figur I. verzeichnet, gegen der Lincken handt zusehen, im streich aber trit mit deinem rechten fuß wol umb seinen Lincke, und so bald es glützt oder rühret, so ruck es ubersich, reiß in des gegen der Lincken seiten gleich mit auß, und schlage behend außwendig mit ebichter handt wider


umb zu der selben Blöß hinein, nemlich mit letzer oder ebichter fleche, als wann es sich in einem widerprell also herte umbprelt, so hastu !hn[!] recht gemacht.

Blendthauw.

BIndt dem Mann von deiner Rechten an sein Schwerdt, windt im Bandt mit dem gehültz oder Hefft unden dnrch[!] gegen seiner Lincken seiten, wann nun dein widerpart dem winden will nachwischen, so schnell geschwindt von deiner Rechten gegen seiner Lincken mit geschrenckten henden, die schweche zu seinem Kopff, das ist der vorder ort, windt behendt wider durch, oder reiß auff deiner Lincken seiten mit halber schneiden auß, so hastu den Blendthauw volbracht, dieser Blendthauw wirdt auff vil wege gemacht. Daruon in Stucken weiter.

Windthauw.

DEr Windthauw wirt volgender gestalt gemacht, Hauwet dein gegenpart auff dich von Oben, so Hauwe von Unden mit gekreuzten henden, von deiner Lincken an sein Schwerdt, also das dein Knopff under deinem rechten Arm außsehe, unnd so bald es glützt, so bald trit mit dem Lincken fuß von ihme aus, wol auff dein Lincke seiten, zeuch dein Schwerdts knopff wider ab in ein runde, gegen deiner Lincken seiten herfür, das deine Langeschneid uber seinem Rechten Arm hinder seine klingen seinen Kopff im schwang rühret, oder uber seinen rechten Arm treffe, davon besihe das grosser Bild in gedachter Figur mit dem H. gezeichnet zur Rechten, und das demnach zugleich dein Schwerdt neben deiner seiten ausfliehe, unnd Hauw behendt durch das kreutz wider dargegen, so ist er gemacht.

Kronhauw.

DIser helt sich also, wann du im Pflug stehest, oder sonsten durch ein Leger (von welchem im vorgehenden Capitel gesagt ist) von Unden auff zufechtest, unnd dein widerpart von Oben auff dich Hauwet, so fahre mit uberzwerchem kreutz ubersich, fang ihme seinen streich in der lufft auff dein schilt oder kreutzstang, und als bald es glitschet, stoß den Knopff behendt ubersich, und schlag ihn mit der halben schneiden hinder seiner klingen auff den Kopff, so hastu den Kronhauw recht volbracht.

Kniechelhauw.

DIeser hat den Namen von dem Gliedt, nach welchem er gerichtet wirdt, den vollend also, wann dumit de[i]nen henden hoch uber den Kopff nach dem ersten angriff, deinem gegenfechter under sein Schwerdt kommen bist, und seinen Kopff also zwischen beiden Armen heltet, so Hauw mit den Zwirchhäuwen under seines Schwerts Knopff, ubersich nach seinen Kniecheln, oder zu den gelencken zwischen seiner Hand und Arm, helt er die hendt gar zu hoch, so Hauw mit obgemelten Zwirchhäuwen von Unden auff nach dem knöpfflein bey den Elenbogen, so ist er gemacht.

Sturzhauw.

OB wol diser Hauw ein Oberhauw ist, unnd dafür geachtet das zwischen disem und jenem ein geringer underscheidt sey, wirdt doch diser darumb der Sturtzhauw genant, das er im durchhauwen alweg oben ubersturtzt, das die spitz dem widerpart gegen seinem gesicht kompt in Ochsen, und wirt den mehrertheil im gang oder zufechten gebraucht.

Wechselhauw.

DEr Wechselhauw ist nichts anders, dann vor dem Manne mit den häuwen von einer seiten zur andern, von Oben zum Undern und hinwider abwechseln, ihn damit irre zumachen.

Schneller oder Zeckrur.

SChneller oder Zeckrur ist fast ein ding, welche eigentlich nit häuw seindt die gehauwen, sonder geschnelt werden, die werden volbracht in mitten oder voller arbeit, wann einer fug hat, so du nemlich von Oben oder auff beiden seiten, oder von Unden gegen deinem gegenpart mit der flech oder eussern theil der klingen, das wehr last Schnappen oder in einem schwung oben oder under seiner klingen hinein schnellest.

Diß ist kurtzlich die eigentlich beschreibung der Häuw, wie sie im Fechten des Schwerdts üblich, Dieweil

aber dieselb mit den streichen, treten unnd Häuwen nur wie sie auff eine seiten unnd art einfach gebraucht werden mögen, alhier beschrieben, und aber sie auff beiden seiten können gefochten werden, hab ich den gutherzigen Leser dessen alhier erinnern wöllen, das gleicher gestalt ein jeder aus den vorgehenden Häuwen wie er gesetzt, unnd von einer seiten gemacht, also auch von der andern artig und füglich kan volbracht werden, darumb dann ich der selben weitleuffige widerholung unnd ernewerte beschreibung, als uberflüssig gutwillig ubergangen.

Weil aber umb vile der Häuw und ihrer verenderung möchte gefragt werden, warumb solches beschehe, so doch alles gnugsam in den vier Haupthäuwen sampt dem Schielhauw, mit welchem die andere verkehrte häuw begriffen unnd verstanden werden, wil ich den liebhabenden Leser dieser kunst ermanet haben, das solche bißher erzelte zuhäuw wol all in den fünff Meisterhäuwen begriffen, als die aus denselbigen herwachsen, jedoch eigentlich von den erfahrnen diser kunst, zu mehrer fleissiger unnd nutzlicher ersüchung, unnd von einander theilung der kunst darumb erfunden, unnd mit ihren underschiedlichen namen benamset, damit die kunst die also in einander gewickelt verborgen, desto ehe und leichter begriffen, gefast und underschiedlich behalten werden köndt.

Vom versetzen ein nützliche vermanung.

Cap. 5.

NAch dem das Fechten auff zweyen fürnemen stucken beruhet, als nemlich zum ersten auff den Häuwen mit welchen du dein feindt begerst zustillen, dann zum andern auff dem Versetzen, das ist wie du die Häuw so von deinem feindt auff dich gericht möchst abschaffen, krafftloß und die nichtsöllig machen solt. Wie du aber die Häuw volbringen und ins werck richten, ist hievor gnugsam erkleret, dieweil aber ein jeder Hauw so wol zur gegenwehr deins feindts streich, damit abzuschaffen gebraucht wirt, als zur verletzung seins leibs, haben die Häuw ohn mit lehrung der versatzungen nicht können gelehrt werden, derwegen wie du bißher gelehrt die Häuw

hauwen bistu zugleich auch wie du die Häuw abtragen solt, gelert und underricht worden, dises ob es wol mit den Häuwen wie jetzt gehört, nit kan abgesondert werden, wil doch von nöten sein, hie von insonderheit mit underschiedlicher theilung zuhandlen. Merck derwegen anfenglich das des Versetzens zweyerley ist, das erste ist da du ohn allen sondern vortheil, gemeniglich nur aus forcht versetzest, in welchem du nichts anders thust, dann mit deinem Wehr, so du deinem gegenfechter entgegen heltst die streich die von im beschehen aufffahest, auch nit begerest ihn zu beschedigen, allein benüget an dem, wie du ohn schaden von ihm abziehen mögest.

Wenn du aber zu disem versetzen mit gewalt unnd ubereilen getrungen wurdest, so sihe doch das du dich mit abtritten endtledigest, und mit vortheil zum Vor wider kommen mögest, Von dieser versatzung nun, thut auch Lichtenawer meldung da er spricht.

Vor versetzen hüt dich,
Geschichts dir not es mühet dich.

Mit welchem er das versetzen darumb nit gar wil verbieten, nemlich das du nichts anders dann zuhauwen lehren solt, dann wie es dein schad, wie droben gehört, wann du dich auff das versetzen woltest gewehnen, dieweil es an dem zuvil, so du zu versetzen gedrungen wurdest, Also ist es nicht nutz so du mit streichen uberbolderst, gleichfals auch hingegen unbedacht gleichsam mit zugethanen augen hinwider mit seinen streichen zuglich hinein Hauwen woltest, welches dann keinem Fechten, sonder vil mehr einem unbesunnenen Bawren getrösch gleichförmig.

Aber umb mehrer nutz willens, will ichs Hauwen und versetzen so mit einem streich geschicht alhie abtheilen, und dich lehren allein wie du solche Häuw zu versatzung brauchen solt, welches dann auch auff zweierley weiß mag beschehen, Erstlich da du deines gegenparts streich zuvor abtregst, oder mit einem Hauw abweisest, darnach wenn du im die vorwehr genommen, mit einem Hauw seinem leib zueilest.

Die ander Art zuversetzen ist, da du dein widerpart in einem streich zugleich versetzest und verletzest, welches die alten fürnemlich wie denn billich loben, daher das sprichwort erwachsen, ein rechter Fechter versetzet nicht, sonder Hauwet man so Hauwet er auch, trit man so trit er auch, sticht man so sticht er auch.

Von ersten soltu nun wissen, das der Oberhauw alle andere häuw als den Zorn, Mittel, oder Uberzwerch unnd Underhauw, von Oben undersich dempffet, auff dise weiß wann du ihm auß seinem Hauw springest, und zugleich auff seinen Hauw in dem er herfleucht mit sterck Hauwest, damit du ihm so du anders recht antroffen, sein Wehr dermassen schwechst, das du den andern wol zu seinem leib Hauwen kanst, ehe er sich recht erholet. Wie nun der Oberhauw die andern streich alle von Oben nider dempfft, so würdt er von dem Zorn oder Uberzwerchhauw abgetriben, und nimpt auch der Under so er mit sterck geschicht, unnd dem mit außtretten geholffen wirdt, die Oberhäuw ubersich aus.

Wo aber zwen gleicher häuw mit ihren zugeordneten tritten also zusamen geschehen, das ein trit ein wenig vor oder nach dem andern, wie das auch augenblicks geschicht, so bringen sie ihre versatzung mit, dise versatzung aber ist begriffen in den ersten und geraden Häuwen, die ander versatzung aber ist, da du zugleich versetzest und triffst, geschicht mit den verkehrten häuwen, als den Schielhauw, Glütz, Kron, unnd Zwirchhauw, wie solches denn volbracht, hastu Oben bey erklerung eines jeden Hauwes gehört.

Dann solche verkehrte Häuw sind fürnemlich darzu erfunden, das damit zugleich versetzt und getroffen wirdt. Aber damit ich nichts hindergehe, so du zu mehrerm verstand und underweisung möcht gerathen, will ich ein Exempel des versetzens mit dem Zwirchhauw geben.

Schick dich in die Zornhut, wirt denn auff dich von Oben her gehauwen, so trit mit dem Rechten fuß gegen deines widerparts seiten, und Hauw mit einer Zwirch das ist, kurtzerschneid uberzwerch zu gleich mit hinein, also das du sein Hauw auff die sterck deiner klingen, nahe bey deiner Kreutzstangen aufffangest, und mit dem eussern theil deines Schwerdts sein Linck Ohr treffest, so hastu denn zugleich versetzet und getroffen mit einander.

Was die andere Häuw mit welchen weder versetzt noch troffen wirt, als da ist der Kurtzhauw und Feler &c. werden eigentlich dem Fechten nit zugerechnet, sonder nur per accidens oder zufelliger weiß zugegeben, den Mann damit zuverfüren anzureitzen, zornig zumachen, und aus seinem vortheil zutreiben, welches denn offtermals nicht ohn gefahr beschicht, kan derwegen damit kein versatzung auch nit beschehen.

Handt arbeit.

NAch dem bißher im ersten stuck des Fechtens, beide von den Legern unnd Häuwen gnugsamer bericht gethan, und die also ferr kommen, das du dem Mann durch dieselben under das Schwerdt kommen, so erhebt sich erst der Rechte ernst und streit, wie du nemlich mit allerley Mittel arbeit als Verführen, Nachreisen, Wechseln, Doplieren, Nachtrucken, ihn dermassen treibest, engstigest und zwingest, damit du den Preiß so als ein ziel dahin alle Fechter begeren, gesteckt, mit geschwinder arbeyt erreichen unnd erhalten mögest.

Denn es mit nichten gnug wol und recht haben anfangen, wo du nit gleichfals auch fürsichtiglich nachtruckest, daran dann die gröste kunst gelegen, und alles hie in diesem Capitel der Handtarbeit begriffen. Dieweil aber dasselbig auff mancherley art geschehen muß, deren jeder sein sonderlich wort und art zu reden hat, wil von nöten sein, von demselben was sie seyen, wie sie volzogen werden sollen, klerlich bericht zuthun und zuverstendigen.


Und steht zwar die gantze Handtarbeit vornemlich im Binden oder bleiben, Nachreisen, Schneiden, Umbschlagen, Umblauffen, Verfüren, Verflügen, Absetzen, Versetzen, Zucken, Doplieren, Verkehren, Schnappen, Felen, Zirckeln, Rinden, Winden, Durchwinden, Wechseln, Durchwechseln, Abschneiden, Hendtrucken, Vorschieben, Hengen, Außreissen, Sperren, Verstellen, Ubergreiffen, Einlauffen, &c.

Anbinden, Bleiben, Fülen.

HEist wann die Schwerdter an einander Rüren, Bleiben ist zweyerley, Erstlich wann die Swerdter an einander gehalten, zusehen was der Mann will fechten, unnd wo er seinen gegenman anzugreiffen in willens. Darnach zum andern, welches mit streichen geschicht, wenn du dich stellest, als ob du zuckest einen streich zuerholen, und nur schlechts widerumb umbschnelst, und mit kurtzer schneid wider dahinein kompst, dahin du zuvor mit Langerschneid gehauwen. Hie merck das wort fülen welches soviel heist, als brüffen oder empfinden, damit du gewahr werden magst, ob er mit seinem Band hert oder weich an deinem Schwerdt ist, etc.

Nachreisen.

DIß ist ein sonder gut Handtarbeit, und welcher darin wol geübt und das wol weiß zu brauchen, mag billich ein Meister gelobt werden, und helt sich mit dem Nachreisen also, Wann du (so dein gegenfechter entweders mit seinem Wehr zu hoch uber oder undersich, oder zu weit neben aus Hauwet) ihm zur Blösse nacheilest, unnd also sein Hauw zuvolfüren hinderst, welches denn füglich kan und mag gegen die gebraucht werden, so mit ihren hauwen weit schweiffig umb sich Fechten, solches damit du es desto baß verstehen mögest, will ich dirs mit disem Exempel erkleren.

Wann einer gegen dir Fechtet, so nim war in welchem theil er sein Schwerdt führet, fürt ers dann im rechten Ochsen, das ist im rechten Obern quatier, so soltu als bald unnd in dem er sein Schwerdt von dannen auff die ander seiten zu Wechseln abnimpt, oder nur zum streich auffzeucht, daselbs behendiglich und mit list hinein Hau=

wen, und dich doch solcher hauw und stuck gebrauchen, auß welchen du gleich mit und als bald dein versatzung haben magst, Ficht er aber aus der Underhuten, so merck das du jhm (er Fecht von der Lincken oder Rechten seiten) als bald und in dem er aufffehrt, underhalb seinem Schwerdt listiglich mit der Langschneid nachfolgest, und der nechsten Blöß zu streichest.

Schneiden.

IST under der Handarbeit auch der Rechten kern stuck eines, dann so du von deinem gegenpart mit behenden und geschwinden stucken ubereilet, kanstu ihn mit keinem andern stuck besser stecken und hindern, dann mit dem schnit, welches du dir dann auch in allen stucken als ein sonders hie zu erfunden kleinot, im vorraht behalten solt, Du must aber das Schneiden also volbringen, nach dem du deines widerparts Schwerdt mit dem Band empfangen, soltu daran verharren, zufülen ob er vom Bandt abgehn oder umbschlagen wolt, als bald er umbschlegt, so fahr ihm mit der Langen schneiden auff sein Arm nach, stoß ihn mit der sterck oder schilt im ruck von dir, laß fliegen, und ehe er sich erholen mag, so Hauwe der nechsten Blössen zu.

Umbschlagen.

HEist vom Schwerdt umbschlagen, wann du von deiner Rechten gegen seiner Lincken angebunden, vom selben Bandt wider abgehest, zur andern seiten umbschlegest oder zu schnellest.

Ablauffen.

IST, von welcher Handt du dem Mann an sein Schwerdt bindest, so verkehr in dem es riert dein Hand, und laß mit halber schneid undersich ablauffen, und zuck under des dein Hefft ubersich in die höh zum streich, und solches treib zu beiden seiten.

Verführen.

HElt sich also, wann du dich mit geberden erzeigest, als ob du deiner gegenpart zu einer Blöß zufechten wöllest, thust es aber doch nit, sondern schlechst den streich zu einer andern Blöß hinein, zu der du am fuglichsten ohn schaden zukommen vermeinest, und ob aber schon vilerley stuck so dem verführen zustendig, als der Schillerhauw mit dem gesicht, das Verfelen, Verfliegen, Wincken, Ablauffen, Verzuck, Zirckel und andere, auch dero wegen das Verführen nit allein mit dem Schwerdt, sonder auch mit den geberden mancherley hieraus entstehet, so seind doch dessen nit mehr art, als art und eigenschaft der Fechter seind, denn es richt sich durchaus nach eines jeden eigenschafft unnd gewonheit im Fechten, als da der zornig, einander sitsam, diser geschwindt und hurtig, jhener langsam fichtet, also auch das Verführen gleicher gestalt gebraucht und in das werck gerichtet wirt.

Verfliegen.

MUß also geschehen, wann du im zufechten oder voller arbeit deines widerparts Blöß zuhauwest, er aber dein streich in der lufft zu empfangen dir entgegen fehret, das du in nit lassest mit seiner Klingen an dein Schwerdt rühren, sonder in der lufft solchen streich mit einem flug wider abzuckest, zu einer andern Blöß, welche arbeit den gegen disen sehr nützlich, o nur dein Schwerdt nachreisen und nit den leib zu verletzen begirig.

Absetzen.

DIeweil alle Fechtstuck, wie oben angezeigt, zwey ding erfordern nemlich Hauwen, unnd die hauw mit dem Schwerdt abtragen oder versetzen, so merck das hie dise Handtarbeit das recht abtragen oder versetzen ist, mit welchem du nit allein die streich schlecht empfahest, und nit herwider Hauwest, sonder auch zugleich in dem der absatz rühret zu seiner Blöß mit außtretten triffest, als kompstu im zufechten in Wechsel, Hauwet er dir als dann

von Oben zu, so fahr ubersich mit Langerschneid gegen seinem streich, und trit zugleich mit dem Rechten fuß gegen seiner Lincken unnd setz ihm ab, gleich in dem es dann glützt, so verwendt die kurtze schneid, unnd schnell ihm gegen seinem Kopff.

Schlaudern.

ISt nichts anders dann so du einen Hauw in einem Schlauder dem Mann zum Kopff fliegen last, also schicke dich in die Hut des Olbers, und zeihe dein Schwerdt neben deiner Rechten zuruck durch, trit also in dem du dein Schwerdt zuruck zeuchst mit deinem Rechten fuß zu im, unnd Schlauder ihm deinen Hauw zum Kopff, Diser Schlauderhauw sol eben daher fliegen wie ein stein auß einer Schlaudern geworffen wirdt, was aber sonst mehr von Schlaudern nötig, findestu in stucken hernach beschrieben.

Zucken.

MIt zucken welches ein sehr gut Handtarbeit ist, kanstu deinen gegenfechter meisterlich verführen, welches du also treiben solt, Nach dem du deinen Mann mit Langer schneiden angebunden oder eingehauwen hast, zu einer Blöß, so zuck behend wider ubersich als ob du auff die andere seiten Hauwen wöllest, fahr aber nit fort, sonder vollendt den Hauw mit kurtzer schneid behendt wider an den ort, von welchem du abgangen bist.

Doplieren.

ISt ein Hauw oder stuck doppel machen auff dise weiß, Hauwe erstlich von deiner Rechten zu seinem Ohr, als dann wann die Schwerdt zusamen glitschen, stoß dein Schwerdts Knopff under deinem Rechten Arm durch, fahr zugleich mit beiden Armen auff, und schlag ihn mit kurtzer schneiden hinder seiner klingen auff sein Kopff. Dise handtarbeit wirt derowegen Doplieren geheissen, dieweil dardurch ein Hauwe dopelt oder zwifacht volbracht wirt, erstlich mit Langer, denn mit halber schneidt.

Verkehren.

VErkehren ist, binde deinem widerpart gegen seiner Lincken an sein Schwerdt, unnd stoß in dem es rürt den Knopff under dein rechten Arm durch, entziehe ihm zugleich dein Kopff wol auß dem streich gegen deiner Rechten, truck volgends sein Kling oder Arm mit geschrenckten henden von dir, undersich damit du ihn zwingst das er nit mehr arbeiten kann, machst aber dir blatz nach deinem gefallen zu arbeiten.

Umbschnappen.

VMbschnappen ist zweyerley, das eine, wann du wie jetzt bemelt ihm mit verkeren auff sein Arm oder Klingen kommen, so halt im sein Klingen oder Arm, mit kreutzstangen steiff under dir, unnd laß under des die klingen umbschnappen seinem Kopff zu.

Das ander, so er aber dich mit verkeren undersich getrungen hat, so weich ihm mit dem Lincken fuß gegen seiner Rechten, und greiff zugleich mit dem Knopff oben uber sein Rechten Arm, ruck den undersich, und laß under seiner Klingen mit kurtzer schneid gegen seinem Kopff herfür umbschnappen, das dir dein hendt kreutzweiß uber einander kommen.

Fehlen.

FEhlen kan ein jeder wol, aber solches mit fug und zu gelegener zeit nützlich zugebrauchen, weis allein ein wol geübter Fechter, Derowegen wiltu mit vortheil ein Fehlstreich thun, das du ein andern daraus erholen möge[st],[3] so nim war. Wann du zü[!] einer Blös einhauwest, und dir dein widerpart versetzen will, das du den Hauw nit rüren sonder ablauffen last, und hauwest zu einer andern Blös zu, als zu einem exempel. Im zugang komm in rechten Zorn, und als bald du ihn kanst erlangen, so trit und Hauwe dem lincken Ohr zu biß an sein Schwerdt, in dem Hauw aber, ehe und denn es rüret, so erhebe den Knopff und laß die kling neben seiner Lincken fehl ablauffen, und zuck umb den kopff, als dann Hauwe im zur andern seiten, aussen uber sein rechten Arm zu seinem Kopff.


Zirckel.

WAnn du im Bandt vor dem Mann stehest, unnd beide du und er die Schwerdter uber dem Kopff in den lüfften führen, aber keiner vor dem andern sich Bloß will geben, so ist der Zirckel ein ausbündige sonder gute arbeit zu gebrauchen, welchen soltu also machen, Hauwe mit halber schneid und geschrenckten henden von Oben, neben seiner Rechten seiten für uber durch, das dein beide hendt ob dem Haubt bleiben, im Hauwen aber schrenck dein Rechte hand dapffer uber dein Linkce, damit du ihm das Recht ohr wol mögest mit halber schneid erlangen oder schürpffen, wischt er als dann mit den Armen undersich dem Schwerdt nach, so trit mit dem Rechten fuß wol beseits auff sein Rechte seiten oder hindersich zu ruck, und Hauwe ein geraden Scheitelhauw zu seinem kopff.

Rinde.

DEr Rinde seind zweierley, Einfach und Doppelt, Einfache Rinde ist, wann du dein Schwerdt von deines gegenparts klingen oder Blöß in einem schwung uber dein Kopff abzuckest, und in der lufft last umbfliegen, also das du ein runden Zirckel machest. Doppel Rinde ist diese, wann du also starck von seinem Schwerdt abzuckest, das es zweymal in vollem schwung uber deinem Haubt umblaufft, zu jeder seiten einmal, welche Rind beide Einfach unnd Doppel sehr dienstlich auch zum verführen seind, wie du solches in den stucken weitleuffiger sehen und erfahren wirst.

Winden.

DAs wörtlein Winden heist auff gut Teutsch Wenden, welche arbeit soll also gemacht werden, wann du von deiner Rechten an deines widerparts Schwerdt gegen seiner Lincken hast angebunden, so bleib am Bandt fest, und wende ihm das vordertheil deiner klingen einwerdts gegen seinem Kopff, unnd wider heraus, doch das

du alweg under des wie bemelt, steiff an seinem Schwerdt mit dem Bandt bleibest, wie solches hie in disem Exempel zusehen.

Hauwet einer von dach auff dich, so bindt von deiner Rechten mit einem Zwirch an sein Schwerdt, unnd in dem es glitscht, so stoß dein Knopff under deinem rechten Arm durch, unnd wend also die kurtze schneidt in einem schnall einwerts gegen seinem Kopff, in disem allem aber bleib mit dem schnit hart an seinem Schwerdt, wirt er des schnals gewahr und versetzt, oder wirstu fülen das er dir von Oben vom Schwerdt wil niderfallen zu der blöß so ruck den Knopff under deinem Arm wider herfür gegen deiner Lincken ubersich, unnd schlag ihm wider mit kurtzer schneiden durch die Zwirch zu seinem Lincken ohr.

Durchwinden.

SO du mit einem Zwirchhauw angebunden, und wie hievor bemelt, die kurtze schneid gegen deines widerparts Kopff einwerts gewunden, so trit under des mit dem rechten Fuß zwischen dir unnd ihm durch, gegen des Manns Rechten seiten, und wende zugleich mit deinem Hefft under seiner klingen auff dein Lincke seiten durch, und fahr ihm mit deinem Knopff außwendig uber sein rechten Arm, trit mit dem rechten Fuß zu ruck, unnd reiß zugleich auff dein Rechte seiten undersich aus, und schlag in damit mit Langer schneid auff den Kopff, also hastu nit allein durchgewendt, sonder mit dem Knopff ubergreiffen.

Wechseln.

WEchseln wil ein geübten Fechter haben, denn welcher ongeübt unnd nit zu rechter zeit Wechselt, der saumet sich nur, und gibt sich ohn ursach blos, wer aber im Fechten erfahren, und sich des Wechseln weiß zugebrauchen, dem ist es ein künstliche arbeit, und gehört gegen diese zu Fechten, die nur nach dem Schwerdt und nit nach dem leib arbeiten, Das Wechseln aber ist mancherley, Wechseln im zugang von einer seiten zur andern, Wechseln vor dem angriff von einem Leger in das ander,

Item im angreiffen gegen den Hauw durchwechseln, also im zufechten Hauw von deiner Rechten einen geraden Zorn oder Oberhauw, gegen deines widerparts Lincke sei=

ten, Hauwet er gegen dem Schwerdt und nit zum leib, so laß den ort sampt dem Hauw mit geschrenckten henden unden durch wischen, trit und Hauw zur andern Ober Blöß lang hinein, sihe aber das du fürsichtig seiest, das er dich im Nachreisen nit erhasche oder dir ansetze, gleichfals im zugang komme in das Lang ort, und streck dasselbig lang von dir, Hauwet er gegen deinem Schwerdt, und wil ausschlagen oder Winden, so laß den ort undersich durch sincken, und arbeit ihm zur andern seiten, wischt er ihm nach und wil versetzen, so Wechsel wider durch, biß dir entweders ein Blös wirt oder dir sonst fügliche arbeit zuschlehet, darnach du hauwen könnest.

Abschneiden.

ABschneiden soltu also treiben, halt das Schwerdt mit ausgestreckten Armen lang von dir, oder sencke dich in die Hut des Olbers, Hauwet dann dein gegenman mit langen Häuwen auff dich, so schneid dieselben mit Langer schneid von dir ab zu beiden seiten, so lang und vil biß du dein vortheil ersihest, das du zu anderer, dir mehr füglicher arbeit kommen mögest.

In disem Abschneiden ist das Nachreisen auch fein heimlich sampt dem Schnidt begriffen, darumb ihn den auch der Lichtenawer in einem Spruch verfasset da er spricht.

Schneidt ab die herten,
Von beiden geferten.

Das ist schneid die harten streich von dir ab von beiden seiten, aber von disem Abschneiden wirt hernach in den Exempeln, und andern Wehren mehr geschrieben.

Hendtrucken.

HEndtrucken vergleicht sich fast mit dem Schneiden auff die Arm, von welchen doben ist meldung gethan, sintemal nit anderst geschicht, denn mit dem Ober und Underschnidt, Als uberlaufft dich einer mit Büffelschlegen, so underfahr ihm seine streich mit der Kron, oder sonst hoher versatzung, oder undergehe ihn mit verhengen, und fang ihm sein Schwerdt auff deiner klingen fleche, und so du ihm under sein Schwerdt kommen, so hab acht

wenn er mit seinem streich von deiner Wehr wider ubersich abgeht, das du ihm mit der sterck deines Schwerdts nach volgest, unnd fallest ihm mit dem Schild von Unden für die feust, das du sie ihm beide mit der sterck deiner klingen fassest, stoß ihn mit dem Schild ubersich von dir, und Hauwe lang nach der Blösse.

Verschieben.

WAnn du im rechten Zorn stehest, und auff dich gehauwen wirt, so laß die kling hinder dir hangen, und schieb mit hangender kling also uber dein Haupt under seine kling, das du sein streich auff deine fleche empfangest, und dein Daumen den breiten weg auff deinem Schilt undersich stehe, als dann magstu Winden oder sonst fügliche arbeit, wie dichs am besten dunckt fürnemen.

Hengen.

HEngen ist auß dem vorigen klar zuverstehen, das mach also, Wann du im Pflug stehest, und dein widerpart auff dich Hauwet, so fahr mit deinem gefeß ubersich das die kling etwas gegen der erden hang, unnd empfach damit seinen streich auff deiner klingen fleche, als denn arbeite mit Winden, der nechste Blösse zu.

Außreissen.

BIndestu einem von deiner Rechten, so verkehr im Bandt dein Schwerdt, und reiß gegen deiner Lincken seiten aus, desgleichen so ihr beide nahe beysamen im Bundt stehet, so befleiß dich das du ihm mit dem Knopff von unden zwischen die Arm kommen könnest, unnd ubersich ausreissen, oder hettestu ihm von Oben mit dem Knopff uber die Arm griffen, oder auff was weg das mag geschehen gewunden, so reiß undersich aus, wie du denn hernach weiter im stuck hören wirst.

Sperren.

MErck wann einer im Wechsel oder Hut des Olbers für dir stehet, so fall ihm listiglich mit Langen schneid auff sein kling, und in dem es glütscht oder rührt, so verschrenck die hendt, und sperr ihn also das er nit auskommen mag, oder wann er vor dir auff streicht, so fall im mit geschrenckten henden auff die klingen und sperr in.

Verstüllen.

DAs verstüllen soltu also treiben, kompt dir einer für der mit allerley arbeyt zu den Vier Blössen behendt arbeitet, und geschwindt solches uber dem Haupt machen will, so fall ihm mit dem schnit auff die Arm oder sein Schwerdt, und laß in nit wider abkommen, sondern wo er hin will, so volg ihm mit dem Schnit auff seinem Arm hart nach, und verstill ihm also sein lauff das er nit arbeiten mög, als bald du denn dein gelegenheit ersehen, so stoß in mit dem Schnit von dir, und laß zur nechsten Blöß einfliegen.

Ubergreiffen.

UBergreiffen ist also, Hauw von deiner Rechten zu seiner Obern Lincken Blöß, im Hauw aber greiff mit den Fingern uber das kreuz oder Schilt herauß, jedoch so behalt den Daumen an dem Hefft, unnd mit der Lincken handt erheb den Knopff, und schlag ihn mit hangeter klingen uber oder hinder seiner versatzung auff den Kopff.

Einlauffen.

EInlauffen ist nichts anders denn einem under sein Schwerdt einlauffen, das beide Schwerdt zusamen rühren, Was ferner das Ringen unnd Werffen belangt, dieweil sich in stucken baß[!] schicket davon verstendig zuhandlen, wil ichs auch bis dahin sparen, und jetzt zum driten theil meines Zedels schreiten.

Bißher hastu nun günstiger lieber Leser nit allein gehört, auff was weis du mit den Häuwen deinen gegenpart angreiffen, sonder auch durch was mittel du ihm ferner in der Handtarbeit ohn dein schaden zukommen mögest, Dieweil aber solches nit gnug wo nit zum dritten ein guter abzug gemacht wirt, will ich dir in volgenden Capitel von dem abziehen rechte und klare anleitung geben.

Von dem Abzug.

Cap. 6.

OB schon wie man sagt, wol haben angfangen, einen fast der halbe mühe in allen dingen entlediget, so mag doch gleichwol ein böses endt alles, so zuvor wol und gut gemacht, zu nicht machen und verderben, wie denn teglich zusehen, dises nun damit es nit auch dir im Fechten begegnet, das du nach dem du wol angriffen und sicher nach getruckt hast, mit schanden auff die letz erst bestehst, welcher dann wol zuverhüten, will ich dir alhie wie der Abzug soll beschehen, eigentlich erkleren.

Da dann sonderlich wol zumercken, das du nach einem jeglichen gefochtenen sinck auff dise drey weis immer must abziehen, entweders zu ersten vor dem gegenman, oder zu letzt nach ihm, oder anch zugleich mit ihm. Wiltu vor ihm Abziehen so befleiß dich, das du ihn zuvor mit stucken der massen engstigest und auff treibest, das er müß in die höch zur beschützung fahren, in dem er dann wil ersehen was du ferner arbeiten wöllest, so streich als bald mit dem abzug Hauw durch, und fahr hinweg ehe und dann ers gewahr wirt.

Wöllestu aber nach ihm Abziehen, so merck das diß auff zweyerley weiß mag beschehen, erstlich wann du wartest auff des Mans abzug, also wann er abhauwet, das du im listiglich ober=

halb seiner Klingen mit deinem Abzug nachreisest. Zum andern wann du dich stellest mit geberden, als wöllestu vor ihm Abziehen, verhelst aber doch dein Hauw künstlich und verborgenlich zu ruck, damit wenn er dir nacheilet du ihn lassest fehlhauwen und verfallen, auff das du oberhalb seiner Wehr nach ihm zur Blöß Hauwen mögest. So du aber zugleich mit ihm Ab zuziehen willens, so schick dich das du mit außtretren[!] alweg mit dem Hauw oberhalb seiner klingen seyest, und wann er von seiner Rechten abhauwet, du wol auff sein Lincke, wo er aber auff sein Lincke Hauwet, du auff sein Rechte außtrettest, und zugleich mit ihm einhauwest.

Weil aber alle stuck solches mit sich bringen, wirstu an seinem ort so von stucken gehandelt, solches gnugsam wol können vernemmen.

Ein Ermanung von den Tritten.

Cap. 7.

ES möchte hie einen wunder nemen unnd sonderlich den, der des Fechtens unerfahren, das ich auch von den Triten bericht thue, und vermeinen das daran nit vil gelegen wie einer trete unnd ob schon was daran gelegen, das solches einen der Marckt wie man sagt, wol wurde lehren, aber hieran ist so vil gelegen, das wie es denn die erfahrung gibt, alles Fechten vergebens wie künstlich es geschehe, wo nit die Trit recht darzu gebraucht werden, daher denn auch die alten Fechter so diß alles wol erwegen und erfahren, in ihrer zwölfften Regel setzen.

Wer Trit erst nach den Häuwen,
Darff sich seiner kunst wenig frewen.

Derwegen ein jeder streich sein eigen Trit muß haben, welcher zugleich mit dem streich soll ge=

schehen, wiltu anderst etwas mit deinen stucken welcher du dich gebrauchest außrichten, denn Trittestu zu frü oder zu spat, so ist es umb dein stuck geschehen, und bringest dich also selbst umb deine Häuw, darumb so lerne du die Trit recht machen, damit deinem gegenfechter sein stuck nit wie er gern woltk, önne[4] von stat bringen, sonder das du ihm das erdtrich oder platz gleichsam abstelest. Im angreiffen nun laß dich also mercken, und stelle dich als woltestu grosse und weite tritt thun, so du doch in der warheit mit den Füssen nahet bleibest, hergegen aber wann er vermeinet du wöllest gemach zu ihm tretten, so sey du geschwindt an ihm mit weiten tritten, und greiff ihn an, denn es ist hier an sovil gelegen, das auch alle die so Fechten gelernt und dasselbig gebraucht, solches müssen bekennen.

Der Trit aber seind drey fürneme underscheidt, Erstlich hindersich und fürsich, was dise sein darff nit vil erklerens, wann nemlich einer zu oder vom Mann trit. Zum andern seind auch trit auff die seiten, welche werden durch den Triangel abgetheilt, nemlich also. Stehe auff gerader Lini mit dem rechten Fuß vor dem gegenman, unnd trit mit dem Lincken hinder dein Rechten, gegen seiner Lincken, und diser ist der Einfach. Der ander so doppelt gemacht helt sich also, Trit wie vor mit dem rechten Fuß gegen seiner Lincken, folg denn mit dem Lincken hinder dem Rechten gegen seiner lincken etwas zur seiten, unnd dann zum dritten mit dem Rechten wider seiner Lincken zu. Zum dritten seind die gebrochne oder verstolene Tritt, die werden also volbracht, stell dich als woltestu mit dem einen Füß vortretten, ehe unnd denn du ihn aber nider setzest, so trit wider mit im hindersich zu ruck hinder den andern fuß, Dise dieweil sie eigentlich in das Rappier gehören, so wil ichs daselbest hin sparen.

Vom Vor, Nach, Gleich und Indeß.

Cap. 8.

NAch dem bißher die rechte Hauptstuck des gantzen Fechtens im Schwerdt, wie vil ir seind, wie sie geheissen, gemacht und volbracht sollen werden, eigentlich in güter ordnung erklert, so were nun an dem das du gleichsam auff den platz gefürt, solche stückle ins werck zubringen.

Dieweil aber dein gegenpart gleichfals disen bericht haben mag, den du gefasser, unnd dir solches alles auch kan begegnen, so ist von nöten das du zuvor wissest mit was gelegenheit du ime zukommen mögest, Dann wie vil an der gelegenheit, unnd sonderlich im Fechten gelegen, bezeigt die tägliche erfahrung, sintenmal kein stuck es sey wie gut es immer wölle, wol mag nützlich gefochten werden, wo es nit angewendet wirt zu gelgner zeit.

So hab nun derwegen acht in allen dreyen theilen eines jeden stucks, nemlich im zufechten oder angreiffen, im mittel oder handtarbeit, und hernach volgendt im abziehen auff das Vor, Gleich, Nach, und Indes, welcher brauch dir nit ein geringer behilff im Fechten sein wirt.

Das Vor wirt genennet so du den Mann mit deinem Hauwen am ersten angriffen, und ferner dahin treibest das er zu seinem fürnemen oder stuck nicht kommen kan, sonder mit versetzen sich engsten muß, damit er sich vor dir beschützen möge.

Das Gleich ist, wenn beide du und dein gegenpart eines sins zugleich mit einander ewer häw volbringet, welches auch im wort Indes verfast ist.

Das Nach aber ist, wenn du von deinem gegenman wie oben angezeigt ubereilet würst, das du dein fürnemen nicht magst volbringen, ist also zwischen dem Vor unnd Nach ein stetes ab=

wechseln und verenderung, denn jetzo bald dein gagenpart[!], bald wider du, dasselbig bekommest, welcher aber das Nach hat, das ist, dahin getrungen, das er immer versetzen muß, sol des worts Indes wol eingedenck sein, und dessen nicht vergessen, dann dardurch muß er das Vor wider ereilen, wil er anderst ohn schaden abziehen, wer aber darauff achtung nicht gibt, ob er sich schon hefftig brauchet, wirt er doch nimmer etwas guts lernen Fechten.

Indes.

Das wort Indes haben vil verstanden sam het es sein ursprung von dem Latinischen wörtle in Intus, und begreiffe das inwendig Fechten in sich, welches aus den Winden und dergleichen arbeit herkompt, aber das diß nit also sey, würstu folgends hören.

Das wörtlein Intus was es bedeutet laß ich den Latinis bleiben, aber das wörtlein Indes ist ein gut Teutsch wörtlein, und hat in sich ein ernstliche vermanung zu behender bedechtlichkeit, das einer alweg und geschwindt besonnen sey, als wann du erstlich in dem du zur Lincken schlechst, zum andern auch zugleich mit zur Rechten die Blös sehest, Denn zum dritten eben so wol warnemest so du der ersehenen Blöß zueiles, wo oder mit was stucken man dir zukommen möge, auff das du dich nicht an deines widerparts Blösse vergreiffest, und des schaden nemest. Also ermanet dich das wörtlein Indes, das du ein scharpff gesicht habest, welches zumal vil ersehen und warnemen, auch an deines gegenmans geberden gnugsam erlernen mögest, was für stuck er zu gebrauchen im sinn habe, und was dieselbige für Blösse mit sich bringen, und wo sie sich eröffnen werden. Dann in disen dingen allen welcher dich das wörtlein Indes ermanet, stehet alle kunst des Fechten (wie Lichtenawer sagt) unnd wo du solches nit warnimst, bedacht und fürsichtig alle Häuw führest, wirst leichtlich zu deinem schaden anlauffen, wie dann an allen Fechteren zusehen, welche einen also uberpolderen und (wie man sagt) oben aus und nirgent an wöllen.

Anleitung auff die stuck, wie sie können und sollen aus den bißher erklehrten stücken gemacht werden.

Cap. 9

WEil dise bißher erzelte und erklerte stuck eigentlich nichts anders seind, denn ein anfang und Elemental daraus alle Fechtstuck des Schwerdts können genommen werden, so ist von nöten das ehe und denn ich etliche stuck hierauß ziehe, zuvor anzeig auff was weiß dis sol beschehen, Wie du denn nun alle Buchstaben wol must in dein gedechtnus und Memori fassen, auch was eines jeden art und eigenschafft ist gründtlich wissen, so du ein recht wort wilt gantz schreiben, damit dir dise hierzu dienstlich und gehörige Buchstaben ordenlich nach einander in die feder fliessen. Also soltu auch die bißher erklerte stuck wol fassen, und dir dermassen einbilden, das so offt du mit einem zu Fechten kommest, dir als dann dise fürfallen, so dazumal von nöhten sein werden. Weil aber zu einem oder jeglichen wort nit alle Buchstaben können gebraucht werden, so ist auch unmüglich alle nun erzelte stuck zumal fürnemen wöllen in jeglichem stuck.

Derhalben soltu acht haben wie es die sachen erfordert, wie sich dein widerpart gegen dir stellet, auch warnemen wie die person, ob sie geschwindt oder langsam, groß oder klein sey, unnd hiernach deine arbeit wissen zugebrauchen unnd ihm zubegegnen. Sintemal ein jegliches gantz Fechtstuck wie oben angezeigt, in drey theil abgesondert ist, nemlich in das zufechten Mittel und abziehen, unnd dise drey theil der ordnung nach erklert, was in einem jeden warzunemen angezeigt, so mustu im zugang durch die Leger erstlich etlich häuw brauchen, mit welchen du dein gegenpart am besten vermeinest anzugreiffen und zu ubereilen, und wenn du denn im ersten theil an=

griffen und zu ihm, oder villeicht under sein Schwerdt kommen bist, so mustu ferner noch mehr stuck haben, damit das gantze stuck vollendt werde, welches du denn aus dem andern theil diß Buchs lernest, nemlich der Handtarbeit, auff das du ihn ferner zu allen vier Blössen tringest, unnd er dir zu keiner schädlichen arbeit kommen möge, oder dergleichen stuck wie du denn der alda überflüssig gnug hast.

Und das du denn das stuck zu endt bringest, mustu letzlich mehr Buchstaben zu disem wort haben, unnd ferner im dritten theil des Buchs suchen, wie diß stuck möchte vollendt werden, und du ohne schaden könnest abziehen, oder deinem gegenfechter ein letz lassen.

Derowegen so sihe das du in der Mittelarbeit ihn also trengest, das du ehe ers gewahr werde zum abzug kommest, wie denn in sonderlichen stucken vil davon gelehrt wirdt, oder ihn reitzest das er dir abhauwe, damit du ihm zuglich Oben uber sein Schwerdt mit austretten zuhauwest, unnd füglichen deinen abzug nehmen und holen mögest, solches damit du es gantz eigentlich verstehn mögest, will ich dir ein gantz stuck von allen dreyen dingen fürstellen.

Im zufechten komm in rechten Wechsel, hab acht so bald er sein Schwerdt auffzeucht zum streich, so streich behend vor im ubersich durch, und Hauw mit einer Zwirch von deiner Rechten zugleich mit ihm eyn, im Hauw trit wol auff sein Lincke seiten, fehrt er mit seinem Hauw gerad zu deinem Kopff, so triffestu ihm mit der Zwirch an sein linck Ohr, merckest du aber das er nit gerad zu deinem Kopff Hauwet, sonder verwendt sein Hauw mit Langerschneidt gegen deiner Zwirch zur versatzung, so Hauwe ehe es rürt mit langer Zwirch, behend zu seinem Rechten ohr, trit Indes mit deinem lincken Fus wol umb zu seiner Rechten, jetz hastu angriffen aus dem Wechsel mit zweyen Zwirchhäuwen, zu beiden seiten gegen einander uber. Diß nimstu nun aus dem ersten theil, zu disem angriff, Ferner wiltu zur Mittelarbeit tretten, so hilfft dir das ander

theil also, schlecht er von deinem Schwerdt umb zur andern seiten, so reiß ihm nach mit dem Schnit auff sein Arm, truck ihn mit der sterck deiner klingen, oder mit deinem Schilt in einem ruck von dir, in dem er vom stoß noch dammelt, und sich noch nit erholet hat, so fahr in eil also mit gekreutzigten armen auff, und schlag ihn mit kurtzer schneidt uber seim rechten Arm auff sein Kopff, und solches wie bemelt ehe er sich vom stoß erholet, wo er sich aber erhielte unnd zur versatzung auffwischte, so laß dein Schwerdt wider abfliegen, unnd Zwirch mit einem abtrit deines lincken Fuß zu seinem Lincken ohr, oder wo er nit abgehet oder umbschlecht, sonder bleibt mit dem Schnit oder Langer Schneid darauff, so verkehr dein Schwerdt das dein halb schneid an sein komme, reiß ihm also sein Schwerdt auß auff dein Rechte seiten, in dessen aber laß in der lufft umbschnappen, damit deine hende hohe uber dein haupt wider kreutzweiß zusamen kommen, als dann schlag ihn wie vor, ehe er sich vom riss erholet mit kurtzer schneid auff sein Kopff, volgendt trit mit dem Lincken fuß zu ruck, und Hauw ein uberzwerchen Mittelhauw, mit Langer schneiden von deiner Rechten zu seinem halß, und in dem es glützt, so ziehe zu seiner Rechten mit hohen streichen ab. Also sihestu nun wie immer ein stuck nach dem andern, der gelegenheit und notturfft nach muß gebraucht und zusamen gesetzt werden, biß das ein gantz Fecht stuck gemacht werde. Hie merck aber letzlichen, das auch gantze stuck nur mit zweyen oder dreyen streichen können vollendt werden, als da du mit dem ersten streich in eil angreiffst, und mit dem andern wider abhauwest, und in disen streichen entweders mit dem ersten oder letzten triffst, mit welchen es am füglichsten mag beschehen, oder da du es mit dreien Häwen volfürest, mit dem ersten nemlich angreiffst, den andern nachfolgest, wenn aber, und zu welcher gelegner zeit solches muß beschehen, ist hie on not davon zu sagen, der Marck wie man spricht, wirt dich solches selbst wol leren, nach dem du alle andere Fecht stuck hierin begriffen mit fleiß erlernest.


Wie man nach den vier Blössen fechten sol.

Cap. 10.

DIeweil nun bißher günstiger Leser, alle zum Schwerdt Fechten dienstlich stuck meines erachtens dermassen erklert, also das ein jeglicher dem ernst sein wirt, solches neben fleissiger übung zu erwegen, gnugsame anleitung alle nach gesetzte stuck zuverstehn haben wirt, derhalben wil ich nun ferner ein Leger nach dem andern, wie man sich darinnen verhalten und au deren einem jeden Fechten sol, anzeigen, Zuvor aber dieweil alle deine Häuw und stuck, auff oder gegen die vier theil des Manns gericht werden sollen, hergegen du auch derselbigen von gemelten vier theilen gewertig sein must, ist derhalben nötig zum eingang des Fechtens auß den Legern, das ich von disem stuck eigentlichen bericht, welches ich durch folgende Exempel dargeben und setzen wil, und erstlich:

Im zufechten wann du kloffters nehe zum Mann kommest, so streiche von deiner Rechten vor ihm auff, durch sein gesicht ein mal zwey drey, also das du im driten auffstreichen vor im (doch das du mit deinem Linkcen fuß vor bleibest) in das Lang ort kommest, von dannen laß das vordertheil deiner klingen gegen deiner Lincken ablauffen, unnd in dem dein klingen eben im undersich sincken ist, so ziehe under des dein hefft übersich, trit und hauwe den ersten von deiner Rechten gegen seinem Lincken ohr, als bald solcher Hauw antroffen, so bald zuck in einem flug wider ab, und Hauwe den andern von Unden uberecke gegen seinem Rechten arm, zu solchem hauw aber bleib mit deinem kreutz hoch uber deinem Kopff, und trit mit deinem Lincken fuß zugleich mit solchem Underhauw, ein wenig gegen seiner Rechten zur seiten aus zu ihm, und so diser auch antroffen, soltu behendt dein Schwerdt wider ubersich rucken gegen deiner Rechten, und also von deiner Rechten zu seiner Lincken undern Blösse Hauwen, ehe das recht gerürt oder

getroffen so zuck wider ab umb dein Kopff, und Hauwe den vierten schlims gegen seinem Rechten ohr, von dannen Zwirch umb unnd zieh ab, Dise ersten vier Häuw sollen behend unnd geschwint von einer Blöß zur andern sampt ihren tritten volbracht werden.

Dieweil aber das Schwerdt oder dein schwerdts klingen, im herführen zum hauwen fürnemlich auff dreyerley weiß antreffen und rühren mag, als erstlich mit Langer davon jetzt gelert, demnoch mit kurtzer, und letzlichen mit der flech, Derhalben wil auch von nöten sein, das du die kurtze schneide eben als wol wie zu voren die Lange, behendiglich zu allen vier Blössenen führen könnest, demnoch auch zum letzsten mit der flech, gleichwol als wie jetz gemelt mit halber schneide, frey fliegendt von einer Blöß zur andern (nemlich mit der inwendigen flech zur Rechten, und mit der auswendigen das ist letzer oder ebichter flech zu seiner lincken) schlagen.

Damit du aber solches dester geübter werdest, so soltu mit dem ersten hauw alwegen umbwechseln, Also wann du einmal deinen ersten hauw zur Lincken obern Blöß, unnd den andern zu seiner Rechten undern Blöß, unnd also fürtan wie oben gelehrt, wie solches die ausserste ziffer in disem hiebey getrucktem Figürlein anzeigen) gehauwen hast, so soltu demnoch auch den ersten gegen seiner Lincken undern, den andern gegen seiner Rechten obern, und dann fürter wie die ander zal im gedachten Figürlein lehrt, darnach so Hauwe den ersten zu seiner Rechten unden, den andern zu seiner Lincken oben, und also fürter wie dich die drit zal weist, zum letzten Hauwe deinen ersten gegen seiner Rechten, und fürter wie solches die inere zal außweisset, unnd das alles lerne erstlich wie gemelt mit langer dann mit halber schneid, und letzlich mit der fleche in das werck richten, wanndu nun solches wol kanst, so folget nu ferner das ander stuck, nemlich das du solche vier Blösse wissest vor solchen gelerten häuwen zu bewaren, und eintwederst die mit deiner schwerts klingen auffhaltest oder

welches besser mit gegen häuwen von dir abweisest, dises seind also die zwey Hauptstuck im Fechten, daraus alle ander stuck herfliessen und ist das Original, Ferner folget nun für das drit ein zufellig stuck welches eigentlich zu reden die Practick heißt und ist, welche Practick ist dise, wann du nun deine Häuw aus den Legern wol zu allen theilen des Mans führen kanst, welches das erste stuck im fechten so im Vor ins werck bracht werden muß, und aber dein gegenfechter ist gleich, und behend auch fertig mit dem andern stuck der versatzung, dir deine häuw im Nach abzuschaffen oder auff halten, damit du dein fürgenommen ziel mit solchen Häuwen nicht erreichen kanst, Derwegen kompt nun das dritte stuck das ist die Practick genant, welches ist der list, und lehrt dich wie du dein Häuw wo du gewahr wirst, das solche an einem ort vergeblich oder unfruchtbar seind, bald unnd behendig von dannen ehe dann solcher Hauw antrifft wider abzuckest,[5] oder fehl füruber gehn lassest, und den einer andern Blöß zuführest, wil er daselbst auch versetzen, so zuck daselbst auch ab, und laß also verfliegen von einer Blös zur andern, so lang unnd vil biß du eine ereilen kanst zu treffen, Damit aber solches vom lernenden desterbas gemerckt und verstanden mag werden, wil ich demselbigen zu gut etliche exempel so meines erachtens einfeltig unnd deutlich lehren, dargegen und setzen, aus welchen der guthertzig Leser gnugsamen bericht, allerley beyfellige und verführte stuck, so hievor in mitler arbeit erzelt, dieselbigen zuverstehn nehmen kan, also:

Wann du im zufechten wie vor gelert auffgestrichen, und dich zum streich erholet hast, so lasse den ersten und den andern hart antreffen wie oben, den dritten aber lasse nicht antreffen, sonder verzuck den behend ehe dann solcher trifft wider ab in eim flug zu ruck, auff das du den vierten dester geschwinder und eher antreffen könnest.

Item triffe den ersten, unnd verzucke den andern und den dritten in einem geschwinden flug,

unnd lasse den vierten treffen, eben desgleichen trauwe den ersten unnd den andern biß an die Blösse, und verzucke doch solches wider ab, und führe den der andern nechsten Blösse eine zu, in diser verzuckung kanstu, und solt sie auch mit dem ersten angreiffen, aller ding wie hievor in der ziffer gelehrt abwechseln, nemlich das du jetz an diser dann an einer andern abzuckest unnd verfehlen lassest, und under des gleichwol fürsorg und auffmerckens habest, wo er dir irgendt zur Blöß würde einfallen, das du im bald von solchem verzucken mit dem Bandt an seinem schwert seyest, aus disem verzucken fleußt nun weiter das Ablauffen und Fehlen unnd dergleichen, Also wann du ein hauw diser obgedachten theilen des Mans eine zuführest, und aber in dem du gewahr würst, das er solchen Hauw versetzen, so zuckest du gleichwol nicht wider ab, sonder (auf das er deines vermerckens nicht gewahr werde) so lasse neben der selben seiten vollen fehl füruber ablauffen, unnd Hauwe ihm behende zu einer andern Blöß, ehe dann ers recht (was du führest) innen wirt, Exempel:

So du dich durch das auffstreychen zum streich erholet hast, wie Oben gelehret, so trit unnd Hauwe von deiner Rechten hoch herein gegen seinem Lincken ohr, als bald er dem nach wischt so lasse behend dein klingen mit der halben schneide neben seiner Lincken undersich sincken, unnd ruck damit dein Knopff und Hefft ubersich, und Hauwe ihm behend mit kurtzer schneide zu seinem Rechten ohr, also das dein hend in solchem hauw kreutzweiß kommen.

Item las den ersten gegen seinem Lincken ohr hart antreffen, den andern lasse behend auff vorige weiß neben seinem Rechten fehl füruber lauffen, unnd triffe dieff zu seinem Lincken ohr, also magstu auch (wo du den ersten mit im hart eingehauwen hast) behend darauff, auff beiden seiten ablauffen lassen, und demnoch zu der nechsten Blöß so die offen ist einfallen, dises alles so bisher gelehrt kanstu uberecke und kreutzweiß, auch gegeneinander einfach unnd doppel, in das

werck richten, nach deinem gefallen und gelegenheit, weiter so lehre auch dein klingen in voller arbeit, erstlich mit Langer dann auch mit halber schneid, oder auch mit der flech, gegen seiner seiten zur obern und undern Blösse, in vollem flng[!] behendiglichen zusamen führen, also.

Im ersten angriff Hauw ein Langen Oberhauw zu seinem Lincken ohr, in dem es glützt, so zuck beide hend ubersich, das dein Knopff under deinem Rechten arm im ubersich fahren durch gestossen werdt, unnd Hauwe behend mit Langer schneiden von Unden auch zu seiner Lincken, trit in des mit deinem Lincken fus hinder deinen Rechten zu ihm, und komm mit deinem Hefft in solchem hauwen hoch uber deinem Haupt, Herwiderumb so hauwe den ersten einen Underhauw, mit einem zutrit deines rechten Fuß, zu seiner undern Blös mit Langer schneid, zuck behendt neben deiner Rechten wider ubersich, unnd Hauwe den andern von Oben auch zu seiner Lincken mit einem abtrit deines lincken Fus, hinder deinem Rechten zu ihm wie vor, auff das du hinder deiner kling verdeckt standest.

Item zuck mit halber schneid von dem Rechten ein hohen streich zu seiner Lincken, aber in der lufft verschrenck dein hend, und schlag mit halber schneide zu seinem lincken ohr, wie du solches an den zweyen obern Bilder zur Lincken in der Figur so mit dem C. verzeichnet sehen kanst, zuck deine hende also kreutzweiß wider ubersich, unnd schlag mit einer Zwirch wider von Unden zu seinem lincken Ohr, also auch herwiderumb Hauw die Zwirch von Unden zu seiner Lincken mit einem zutrit, zuck behendt neben deiner Rechten ubersich, unnd stoß in solchem auffzucken dein Knopff under dein rechten Arm durch, und schnell also mit geschrenckten henden wider von deiner Rechten Oben hinein zu seiner Lincken, auff dise weise schlag es auch mit der flech Unden und Oben auff einer seiten zusamen, das gehet zu beiden seiten, und merck wann du zur Rechten undern Blöß schlechst, es sey flech, lang oder kurtz, so kommen dein hend kreutzweiß, aber wann du

zu seiner Rechten obern Blösse schlechst, so kommen deine hende nicht alwegen kreutzweiß, hievon merck auff folgend Exempel.

Also im zutritt schieß vor ihm durch, und schlag mit halber schneid, von deiner Lincken zu seinem rechten ohr nicht mit geschrenckten henden, sonder das dein Knopff gegen deiner Lincken aus steht, zuck behend wider ubersich gegen deiner Rechten, und verschrenck dein hende in der lufft, schlag ihm mit gekreutzigten henden zu seiner undern rechten Blöß, von deiner Lincken, in dem allem schaw das du mit dem Kopff wol hinder deiner kling, mit zwifachen tritten gegen seiner Rechten außtreten bist, also kanstu auch mit flech und Langer schneid, von unden unnd oben, neben seiner Rechten zusamen schlagen, wie ich dich nur vor gelert hab, das du die häw von einer Blöß zur andern verzucken und trauwen solt, also soltu hie auff einer seiten, auch die undern und obern Blöß zusamen trauwen und verzucken, Nemlich wann du ihm also ein haw zur obern Blösse führest, und merckest das er nicht hauwet, sonder deinem Schwerdt entgegen fehrt, das du als dann dein hauw nicht antreffen lassest, sonder dein klingen der undern Blöß zuführest, wo er aber under des hauwen wirt, so fahr mit deinem Hauw fürt doch gegen der sterck seiner klingen, Aus dieser arbeit erwachsen die winden am Schwerdt, nemlich wann du ihm an sein Schwerdt hast angebunden, von deiner Rechten gegen seiner Lincken, so bleib hart an seiner klingen, stoß dein Knopff ime unversehens under dein rechten Arm durch, bleib also ferner an seinem Schwerdt, und ruck als dann dein Knopff wider herfür, und windt ihm die kurtz schneiden außwendig zum Kopff, also findestu auch dreyerley schneid und flech, Nemlich außwendige und inwendige Lange schneide. Item außwendige und inwendige kurtze schneide, deßgleichen inwendig und auswendige flech, und das auff beiden seiten.

Also verstehstu nun das das dritte stuck im Fechten davon oben gemelt nichts anders ist, dann

ein rechte Practick, der zwey ersten Hauptstuck im Fechten, durch welche Practick gelehrt wirt, wie du solche nach zufelliger gelegenheit, nemlich im ersten Hauptstuck die Leger unnd Häuw verwandlen, ablauffen durchwechseln verfliegen unnd fehlen lasset, damit dem versetzer unnd abtrager solche Häuw entführet werden, desgleichen im andern Hauptstuck des versetzens, lert dich die Practick wie du im deine versatzung entzuckest, ihm nachreisest, schnidest, truckest &c. Damit du ihn auch umb seine häuw das er die vergebens, oder auff das wenigest zu seinem fürgenomen ziel nicht volführe noch ende. Und ist das die summa aller Practick, nemlich das du erstlich deinen gegenfechter durch die Leger, mit dem hauwen manliche unnd ohn schaden, zu seinem nachtheil, mit was listigkeit unnd behender verführung das geschehen kan, angreiffest, unnd nach dem du ihn als dann angriffen, ihne ferner mit obligender oder gleicher handtarbeit ihn also trengest, auff das du demnach zum dritten sicher nach deinem gefallen eintweders abziehest, oder wo er dir weichen müste, du ihm fürsichtig nach folgest, wie ferner aber solche Practick sich erstrecke und auff wie vilerley arth dieselbigen beide in den namen und im Fechten gebraucht werden, findestu hievor im Capitel von der handtarbeit weitleuffiger beschriben, will derwegen nun fürter das Fechten aus den Legern zu beschreiben fürt fahren.

Auß den Legeren zufechten.

Cap. 11.

SO vil nun aber die Leger belanget, so wil ich nicht das mann in deren einem lang verharre, dann sie seind auch solcher ursach halben nicht erfunden noch außgetheilt worden, sonder

darumb, auff das du wissen mögest, wann du dein Schwerdt zum streich auffzeuchst, unnd dir dieweil du also im auffzucken die Bügen zu dir zeuchst) zu gehauwen würde, wie du als bald von dem eussersten ort (dahin du mit dem auffziehen deines Schwerdts ankommen bist) herwiderumb dein Schwerdt behendiglich gegen im herführen solt, als wie hie von der Hut des Tags gehandelt wirt, welche Hut sich durch den Oberhauw verursacht, Also wann du zum Oberhauw auffzeuchst (den zu thun) so wirt das eusserste ort dahin du mit solchem auffziehen kommest der Tag genant, wirt nun dir nicht bald (in dem du noch auffzuckest zum streich) darin gehauwen, so fahrestu mit deinen Oberhauw fürt, das aber auch von den erfahrnen biß weilen in deren einem verharret wirt, ist dis die ursach, nemlich das du nit allein kein hauw noch streich unbedacht fürnimest, sondern auch nach dem du schon zur selbigen vorbedachten streich auffgezogen und dich erholet hast, und jetzt eben den streich her führen solt, das du an dem selbigen eussersten ort noch ein kleine und schier nur ein augenbliche weil verharren solt, aldo noch ferner zubedencken, ob dein fürgenomener streich zu volführen nützlich sey, oder ob dir under des ein bessere gelegenheit fürgefallen oder zustendig worden were, auff das du denselbigen noch also am eussersten ort zu einem andern haw verwandeln, und das du demnoch den Oberhauw, zu welchem du auffgezogen hast, mit einer Zwirch vollendest, Dises ist die fürnemste ursach der erfindung der Leger, unnd ist darumb dem der sich bisweilen in ein Leger Hut legert, zu sehen was des andern fürnemen sei (auff das er im dester füglicher wisse in seinen eigen stucken zufangen) solches nicht gewert, allein das er zusehe und seines fürnemen gewiß sei, dann zu solchem warten gehöret kunst unnd grosse erfahrung &c. Damit du nun ferner wisses haben mögest, wie und auff was weiß du dein Schwerdt von Tag, gegen deines gegenparts herfliegenden streichen brauchen solt, hab ich die volgende Exempel beide wann er hauwet, oder nicht hauwen will setzen wöllen.

Das erst stuck.

VNd erstlich wann du fur deinen Mann kommest, und aldo durch auffstreichen oder sonst mit auffziehen (zu einem Oberhauw) mit deinem Schwerdt in die höhe kommen werest, und er Hauwet dir in dessen gegen deiner Lincken zum Kopff, so spring wol auß seinem Hauw gegen seiner Lincken, etwas zu ihm umb, und schlag mit außwendiger flech gegen seinem herfliegenden streich, das du sein Schwerdt in die sterck antreffest, unnd das also starck, auff das sich dein vordertheil deiner klingen in solchem schlag, über seinem Schwerdt zu seinem Kopff einschwinge, welche dann gewis triffst, wann du mit ihm zugleich schlechst, unnd doch mit deinem Schwerdt oberhalb des seinen kommest, auff solchen Hauw er hab getroffen oder nit, so zuck dein Schwerdt wider übersich ab, und Hauwe übereck dargegen über, von Unden zu seinem Rechten Arm, in solchem Hauw trit mit deinem Lincken fuß wol aus gegen seiner Rechten, und bucke dich mit deinem Kopff wol hinder dein Schwerdts klingen, von dannen zucke behend wider übersich, und wincke ihm mit kurtzer schneide zu seinem Lincken ohr, ersihestu das er ihm nach wischet, so lasse nicht antreffen sonder fehl ablauffen, und verschrencke bald dein hend in der lufft (die Recht über die Lincke) und schlag ihm mit kurtzer schneide dieff zu seinem Rechten ohr, als bald Zwirch umb und ziech ab, unnd merck hie, wann er dir auff deinen obgelehrten Underhauw, so behend nach folgen, unnd so hart auff dem tach sein würde, also das du zu dem ablauffen nicht kommen kanst, so hab acht in dem er von deinem Schwerdt abzuckt, so folge ihm mit dem Schnit nach auff die arm, &c.

Das ander stuck.

HAuwet er dir aber von Unden gegen deiner Lincken, so trit abermal gegen seiner Lincken aus, und Hauwe mit Langer schneide Oben auff die sterck seines Schwerdts, als bald dein Schwerdt auff das seine rührt oder glitzt, so zuck dein Schwerdt wider übersich in die höh, und schlag mit kurtzer schneid in einem schnall wider nider, mit fernerm umbtretten gegen seiner Lincken zu seinem Lincken ohr, dieff hinein, das wirt er in solcher eil versetzen wöllen, und dargegen ubersich fahren, darumb Hauwe behend mit Langer schneid, widerumb zu seinem Rechten or, in solchem umbschlagen trit wol gegen seiner Rechten wie vor, und bleib gleichwol mit dem kreutz hoch uber deinem

Kopff, und merck als bald er umbschlecht, so fall ihm mit dem Schnit abermal auff die Arm, will er den auch nit leiden, sonder wil sich ledig arbeiten, so volg ihm (auff seinen Armen bleibent) nach, und wann ers am wenigsten versihet, so laß abfliegen einer andern Blöß zu, und Hauw dich von ihm ab.

Das drite stuck.

HAuwet er dir aber zu deiner Rechten, wann du also in die Oberhut ankommen bist, so trit behende mit deinem Linkcen fuß gegen seiner Rechten auß seinem Hauw, und falle ihm zugleich mit Langer schneide, Oben auff die sterck seines Schwerdts, und in dem du also auff sein Schwerdt fellest, so stoß dein knopff under deinem Rechten arm durch, also das du ihm mit geschrenckten henden die kurtze schneid wol über oder neben seinem Schwerdt zum Kopff schlagest, fehret er aber mit seinem Schwerdt übersich gegen seiner Rechten, so laß die halb schneide neben derselbigen ablauffen, und trit under des wol gegen seiner Lincken, zur seiten aus, unnd Hauwe mit Langer schneid gerad von Oben zu seinem Kopff, zuck aber behend wider übersich, und schlage mit einer Zwirch von Unden zu seinem Lincken ohr mit einem abtrit deines Lincken fus, als dann Hauwe dich von ihm ab, &c.

Das vierde stuck.

MErck wann du also im zufechten mit deinem Schwerdt in die höhe kommest, in die Hut des Tags, und wirst aldo gewahr das er dir nicht so eilends zuhauwet, also das du dein stuck im Vor wol anfangen kanst, so verschrencke deine hend ob deinem Kopff, (die Recht uber die Linck) also das es scheinet als woltestu im zu seinem gesicht stechen, trit under des mit deinem Rechten fus zu ihm, und zuck dein Schwerdt gleich mit, gegen deiner Lincken umb deinen Kopff, und Hauwe ihm also von deiner Rechten mit kurtzer schneide durch ein Zwirch, krefftiglich zu seinem Lincken ohr, zuck behend wider ab zu ruck, und trauwe ihm mit langer Zwirch gegen seiner Rechten undern Blöß, laß aber nicht rühren, sonder verzuck in dem selbigen flug dein schwerdt wider ubersich, und laß zum dritten die kurtze schneid dieff gegen seinem Lincken ohr ablauffen, und schlage ihm demnoch mit geschrenckten henden die kurtz schneid zu seinem Rechten ohr dieff hinein, als bald solches trifft, so trit mit dem Lincken fuß zu ruck unnd

Mislabeled. Should be H.

Hauwe mit Langer schneide von Unden gegen seinem Lincken arm, so stehestu wie das Bild zur Lincken an den kleinern obern bossen gegen der Rechten handt, in der Figur G. anzeigt, hie mercke wann dir im abtretten ein solcher Underhauw nach deiner Lincken undern Blösse gehauwen würde, so trit mit dem Lincken fuß zu ihm, unnd fall im mit geschrenckten henden und kurtzer schneide auff sein Schwerdt, steck ihm also den Underhauw wie solchs an dem andern Bild in obgedachten bossen gegen der Rechten handt zu sehen, Unnd merck weiter, in dem er als dann sein Schwerdt wider zu ihm ubersich zeucht, so rucke dein Schwerdt also mit kreutzigten henden vollen gegen deiner Lincken, und in dem er wider herschlecht, so nimme ihm denselbigen herfliegenden Hauw mit deiner auswendiger flech, von deiner Lincken gegen seiner Rechten, überzwerch starck aus, also das dein Schwerdt oberhalb dem Kopff in vollem flug wider umbfliege, und das sich deine hend in der lufft wider ubereinander schrencken dieweil aber dein Schwerdt also Oben umbfleuget, so trit wol gegen seiner Rechten, bleib aber gleichwol mit den henden hoch, und laß die halb schneide durch ein Zürck neben seinem Rechten or (doch das dieselbige treffen oder anschürpffe) ablauffen, Hauwe als dann mit einem abtrit lang nach, Diß stuck hab ich darumb so eigentlich beschriben dieweil sonst vil guter stuck hieraus genommen und gefochten können werden, derhalben magstu es nich allein wol lernen, sonder dem auch ferner leissig nach dencken. Wie ich dir dan auff dise art noch ein stuck mit einem andern anfang setzen wil, also.

Ein anders.

IM zufechten so du in Tag oder Oberhut kommest, so laß die klingen vor dir undersich sincken wie vor, gegen deiner Lincken seiten, und zuck umb dein Kopff, trit unnd Hauw einen uberzwerchen Mittelhauw, mit Langer schneid gegen seiner Lincken, zu seinem halß oder schlaff, als bald er riert, so zuck wider umb den Kopff, und Hauw den andern auch ein Mittelhauw uberzwerch von deiner Lincken gegen seiner Rechten, auch dem halß zu, so bald es glützt so hauw den dritten ein hohen streich mit Langer schneid gerad von Oben, Dise drey häuw aber sollen in einem flug bhendt auff einander gohn, Mag dir denn mehr blatz werden so erhebe dein Knopff gegen deiner Lincken ubersich, zuck also umb den Kopff, und nim mit der flech oder kurtzer schneid, neben deiner Lincken von unden durch sein Rechte, gegen deiner Rechten in einem riss ubersich aus, das dein kling in den lufft wider umbflie=

ge, und Hauwe mit halber schneid von Oben nider mit geschrenckten henden neben seinem Rechten ohr füruber fehl, weiter kanstu ihn dann mit der kurtzen schneiden im füruber lauffen erreichen, so laß treffen, unnd Hauw ein starcken Zornhauw zu seiner Lincken seiten nach, unnd Hauw dich folgend von ihm wegk, Diß ist zwar ein fast ernsthafft und starck stuck, das dir keiner bald so du das Vor hast, wirt wehren können.

Bruch auff das Leger oder Hut im Tag.

WIrstu gewar das einer gern nach dem auffstreichen uber dem Haupt, ein wenig pflegt in der Hut des Tags zu verharren,[6] so kom im zufechten in die Hut des Schlüssels, von dannen erhebe beide hend also kreutzweiß uber dein Haupt, und trit zugleich mit dem Rechten fuß zu ihm, und im trit streich mit kurtzer schneid neben deinem Rechten schenckel durch des Mans scheidel Lini, starck von Unden auff übersich durch, also das das schwert oberhalb deinem Haupt, widerumb von deiner Lincken zu seiner Rechten zu einem Underhauw verfliege, bleibe demnach mit den henden hoch in der versatzung, in dem es rürt so trit behend mit dem Rechten fuß zu seiner Lincken, und Hauw mit kurtzer schneid dieff zu seinem Lincken ohr in einem schwung hinein, von dannen Hauwe in einem lauff zwen Underhäuw, folgends schlag mit einem Zwirchhauw zu seinem Rechten ohr, und trit In des zugleich mit deinem Rechten fuß hinder deinen Lincken zuruck, so gehet die Zwirch desto dieffer, wann denn solches beschehen, so kanstu dich als bald von ihm Hauwen.

Oder kompt dir einer für der bald hoch auffgehet, so hab acht in dem er aus der undern Huten auffgehet, so folg ihm mit zweyen starcken Underhäuwen von beiden seiten behendt nach, aus was Huten oder Leger du wilst, als bald Hauw behend von Unden. Zum andern mit halber schneid behend in einem lauff von beiden seiten dieff zum Kopff, nach solchem binde ihm behend wider an sein klingen, geht er ab, so folge nach, bleibt er so Winde, reiß auß, und was dir für arbeit am nechsten werden mag.


Zornhut.

KOmpstu im zugang in die Zornhut, so trit als bald du ihn erlangen kanst, unnd hauw zu seinem Lincken ohr, ein geschwinden Zornhauw, welches er dann wehren mus, folgend hauw behend gegen uber zu seiner Rechten undern Blöß ein Underhauw, also hastu nun angriffen, under des ehe und dann er sich erholt zu arbeiten, und die Arm zum streich ansich zeucht, so fall ihm mit dem Schwerdt unden an sein arm, und hindere ihm also seinen lauff das er nicht arbeiten kann, ehe denn er aber dis recht gewahr wirt, so stoß ihn mit einem unversehenen ruck von dir, das er gleich dummelt als wolt er fallen, unnd schlag ihn dieweil zur nechsten Blös, die du denn gewiß hast, erholt er sich aber und hauwet auff dich her, so sey du mit dem absatz oder Schnit wider da, und fall ihm gegen seinem streich an die kling, gehet er wider von der klingen ab, so schneidestu ihm wider auff die arm, bleibt er aber an deinem Schwerdt, so stoß ihm sein Schwerdt mit deinem schildt beyseits aus, und laß dein Schwerdt behendt wider der nechsten Blös zufliegen, und von dannen behendt wider an sein Schwerdt, will er das Schwert nicht fangen lassen, so volg mit deinem Schwerdt aber nach auff seine Arm, damit zwingstu ihn nach deinem gefallen, Also soltu nun in allen stucken vom Schwerdt zum leib, und von dem leib zum Schwerdt, aber wo er dir zucken oder verfliegen wolt, so nim den Schnit alweg zuhilff, denn wer den Schnit nit kann, wirt das auch mit nutz nicht Fechten, wo du ihn aber recht machen kanst, so zwingestu ihn wie du wilt, es were dann das er den Schnit selbst brechen könde, deren wirstu wenig finden, wer aber den Schnit nit recht führen kan dem ist er bald gebrochen.

Stehestu im rechten Zornleger, und Hauwet dein widerpart von seiner Rechten gegen deiner Lincken auff dich zu, so fahr mit verschieben under sein kling uber dein Haupt, und fang sein Hauw auff dein flech, das dein Daumen unden standt, unnd die kling neben deiner Lincken etwas gegen der erden undersich hang, mit einem zutrit deines Rechten fuß, in dem es aber glützt, so trit mit dem Lincken fuß auff sein rechte seiten, unnd windt ihm die kurtze schneid under sein Schwerdt einwerts zum Kopff, wie die kleinen mitlern bossen in der Figur L. anzeigen wenn du nun gewunden, so behalt dein Schwerdt mit kurtzer an dem seinen, und reiß folgents[7] mit dem Schwert gegen deiner Rechten ubersich auß, wie dich solches die mitlern kleinen Bilder in der Figur F &c. lehren, also das

sich dein hend noch ende des risses in der lufft verschrecken, schlag in (doch das dein hendt in der höh bleiben) mit inwendiger flech, zu seiner rechten undern Blös, als bald er ihm aber nachwischet zur versatzung, so laß nit rühren, sonder zuck wider ubersich, und Hauw ein glützhauw zu seinem Lincken ohr, in solchem streich aber laß die kling uber dein hand dieff ein schwingen, und ficht dich also mit geschwindigkeit von ihm wegk.

Hauwet dein gegentheil von Oben auff dich, so trit und Hauw ihm von deiner Rechten, mit einem uberzwerchen Mittelhauw seinen herfliegenden streich mit langer schneid von dir wegk auch durch, das dir dein klinge wider umbfliege mit halber schneide gegen seinem lincken Ohr, neben demselbigen las abermals ablauffen, unnd zuck als bald von deiner Rechten gegen deiner Lincken wider umb dein Haupt, trit unnd schlag ihm mit ebicher letzer flech von deiner Lincken zu seinem Rechten ohr, uberzwerch durch die Mittel linien, wie solche an dem grossern Bild in der Figur A. zur rechten Handt zu sehen.

Im fall er aber nit hauwen wolt, so stelle dich in rechten Zorn, treib uber dein fürgesetzten schenckel also, Bleib mit deim lincken Fuß stehen, und Hauwe von deienr Rechten schlims uber dein Linck bein in den lincken Wechsel, von dannen reiß mit kurtzer schneid wider ubersich durch die streich Linie, durch welche du von Oben her gehauwen hast, das dein Schwerdt wider an dein rechte Achsel komme, das thu denn ein mal oder drey, unnd zum letzten wann du dein gelegenheit ersehen, so fahr mit kurtzer schneid in einem riß von deiner Lincken Oben ubersich in die lufft, und laß also uber dein Haupt in der lufft zu einem Underhauw nach seiner rechten undern Blös umbschnappen mit einem zwifachen zutrit, und ehe dann solches recht griert, so schlag wider mit kurtzer schneid uber dein handt zu seinem Lincken ohr dieff ein, laß in solchem dein Knopff wol ubersich schnappen, so gehet es desto dieffer, zuck denn wider umb, und trauwe ihm zur Rechten ein Hauw, jedoch Zwirch bald wider mit einem abtrit zu seiner Lincken, und ziehe denn ab.

Im zufechen verhauw dich in rechten Zorn, unnd so bald dein gegenfechter auffgehet, so erheb dein hend in die höh uber dein Haupt, unnd las ihm den vordern ort gegen seinem gesicht schiessen, als woltestu stechen, zuck aber wider an dich, und schlag mit ebichter handt oder auswendiger flech, sampt einem abtrit von deiner Rechten unden auff zu seinem lincken ohr oder arm, Hauwet er dann zugleich von Oben mit dir ein, so zuck behend nach dem die Scherdt getroffen wider umb, und schlag mit inwendiger flech, das dein hend kreutzweis kommen, ubereck zu seiner Rechten obern Blös dieff hinein, als denn ziehe wider an dich, als wöllestu zu seiner Lincken hauwen,

thu es aber nit, sonder zuck ungetroffen wider ab, unnd hauw also mit kurtzer schneid in einem Zirckel zu seinem rechten ohr, das die kurtze schneide an seinem ohr schurpffe, und dein hend under des hoch uber deinem Haupt bleiben, aber in dem der Zirckel umblaufft, so trit zu ruck und Hauw ein geraden Scheidelhauw zu seinem Kopff, zuck den behend wider ubersich mit uberzwerchem kreutz, das ist, komm mit der Kron uber dein Haupt, von dannen Zwürch[!] zu beiden seiten, den ersten zur Rechten mit langer schneid, den andern zur Lincken mit kurtzer schneid, das dein Daumen alweg unden auff deinem schildt bleib, und zeich ab.

Regel.

WEnn du im Rechten oder Lincken Zorn stehest, vnd einer dir von unden eintweder zur rechten oder lincken Blöß zuhauwet, so Hauw mit Langer schneid Oben darauff, und in dem es trifft so schieß ihm den ort auff seinem Schwerdt hinein zum gesicht, fahr in des auff mit den henden, und arbeit zu der nechsten Blöß, mit vor oder nach gehenden stucken.

Lincke Zornhut.

KUmmestu im zugang in die Lincke Zornhut, so treib uber den rechten Schenckel, wie doben uber den Lincken, ein Hauw zwen drey, als dann tritt und Hauw von deiner Lincken unden auff durch sein Rechte, starck ubersich durch, das dein Schwerdt in der lufft wider zu einem Underhauw wider umbfliege, gegen seiner Rechten, zuck als dann umb den Kopff, unnd Hauw ein starcken Zwirchhauw zu seinem Lincken ohr, schnell für der kreutzweis unnd uberzwerch zu allen vier Blössen, auff seiner Lincken uber die hand, es sey Unden oder Oben, das ist mit ebichter oder letzer handt, und auff sein Rechte mit inwendiger flech, das ist under der handt.

Der Ochs mit.

AUß disen bißher gelerten stucken, hoffe ich du habest genugsame anleitung, und bericht zu nemmen, wie du deine häuw und stuck gegen des Manns vier Blössen anschicken, auch wie du bißweilen ein winden, Schnit, Item ein Ablauffen, Zirckel und ein verfliegen damit lauffen lassen solt, welches aber nicht allein auß disen in welchen solches erzelt, sonder sol auch von allen andern Legern den mehrertheil zufechten verstanden werden. Derwegen dieweil der Ochs ein sonderlich gut Leger dein widerpart anzugreiffen, wil ich in disem, wie du den Mann im Vor angreiffen, ubereilen, und dir zuversetzen zwingen solt, ein kurtze lehr und regel geben.

Und merck für das erste, das du von einer jeden seiten vier fürnemer angriff hast, nach außweisung der vier Haupt linien, wie solches anfangs des Capitels augenscheinlich zusehen fürgestelt, welche Lini sein die rechten strassen aller Häuw so von dir gegen deinem gegenfechter geführet und gehauwen werden.

Derhalben wann du mit dem Sturtzhauw gegen deinem Mann zugehtst, welcher Sturtz so du also den ort gegen dem Mann haltest und still heltest der Ochs (wie oben gelehrt) von wegen seines zeigenden stoß genant wirt, aus welchem du nun so bald dein gegen fechter erlangen, angreiffen kanst, es sey von Under oder Oben, schlims oder uberzwerch, wie solches die Lini zugegen anzeigen, zu welcher Lini du nun von einer seiten angreiffest, gegen derselbigen soltu auch uberzwerch oder ubereck dargegen Hauwen, es sey mit Langer oder halber schneide, oder mit der flech, So du sie ihm Vor gewaltig und behend volbringest, zwingest du ihn das er dir andere arbeit ohn sein danck auch zulassen mus, dann ob er schon dargegen zufechten sich arbeitet, so bistu ihm doch schon auff dem hals, mit nachreisen, schneiden, trucken und dergleichen nach zufolgen, damit du ihn zu keiner volkommenen arbeit kommen lassest, also seind auch bißher gelehrte stuck auff disen grund, beide im angreiffen und im nachfechten gerichtet, Exempel.

Wann du im zufechten durch den Sturtz in die Hut des Ochsens kommest, so Hauwe (als bald du ihn erlangen[8] kanst) einen gewaltigen Zornhauw von deiner Rechten schlims gegen seinem Lincken ohr, mit einem weiten zutrit deines Rechten fußes, als bald der Hauw immer rühret oder trifft, so bald zucke wider umb und Hauwe dar=

gegen uber zu seinem lincken Arm, auch mit Langer schneide, zu solchem Hauw aber trit wol mit deinem Lincken gegen seiner Rechten, und nim[9] dein Kopff wol mit beiseitzs aus, hinder dein klingen, in dem wirt er villeicht fertig sein, eintweders zuhauwen oder sonst sein Schwerdt fürsich ausstrecken zu versetzen, Derhalben so laß dein klingen von seinem rechten Arm hinder dir abhangen, und zucke dieweil gleichwol dein Hefft umb dein Kopff gegen deiner Rechten, und nime ihm sein klingen (er führe die im herhauwen, oder zu versatzung ausgestreckt) mit deiner Langen schneide oder flech, gewaltig und starck von deiner Rechten gegen seiner Lincken uberzwerch aus, also das du mit deiner klingen gantz durch brechest, unnd laß also dein klingen in solchem außnehmenden lauff, in einem flug mit einer Zwirch wider Oben umb deinen Kopff gegen seinem lincken ohr fliegen, von dannen zuck dein Schwerdt wider umb dein Kopff, und Hauwe mit außwendiger fleche, einen starcken eingeschwungenen streich, außwendig zu seinem rechten ohr, Wie du solchen flechstreich an dem grossern Bild zur Rechten hand in der Figur[10] K. fürgemalt sihest, auch merck fleissig das du mit dem lincken Fuß in solchem streich wol auß, auff sein rechte seiten trettest, von solchen flechstreich oder Brellhauw zucke dein Schwerdt hoch über dein Kopff, behalt also die hendt in solcher höhe, und laß die klingen umbfliegen mit Langerschneid zu seinem rechten Arm, und doch nicht rühren, sonder Zwirch behendt mit einem abtrit deines rechten Fuß, gegen seinem lincken Ohr, und zeich ab. Dises stuck wann es dir schon gesteckt würde, so hast du doch (wie oben gelehrt) den Schnit im vorraht, mit welchem du dir wider blatz machen kanst, eintweder das stuck vollen auß zufechten, oder ein ander stuck für zu nemen &c.

Item wann du deinen gegenman auß dem Ochssen im zugang wie jetzt gelehrt, erlangen kanst, so zuck dein Schwerdt umb dein Kopff, und schlage mit außwendiger flech von deiner Rechten, starck und gerichts uberzwerch zu seinem Lincken ohr, von dannen zuck abermal behendiglich umb dein Kopff, und schlage mit außwendiger flech von der andern seiten, auch uberzwerch her gegen, nach disen zweyen Häuwen ficht nach gelegenheit was dich gut dunckt. Also kanstu alwegen kreutzweiß und gegen einander angreiffen, wie auch fürter auß fechten.

Auch kanstu bißweilen wann es die gelegenheit gibt, von einer seiten schlims, von der andern uberzwerch angreiffen, und das an einer seiten etwan mit langer, von der andern mit kurtzer oder flech dargegen. Zum letsten so merck auch wo dich einer in diser Hut ubereilen würde, also das du zu keinem stuck im Vor kommen kanst, so schiesse im den vordern ort in sein gesicht, mit einem zutrit in das Lang ort, und in solchem fürtschieben so wende die Lange schneid gegen seinem herfliegenden haw, als bald du den entpfangen, so winde an sein schwert der nechsten Blöß zu.


Einhorn.

ITem im zufechten komme mit deinem lincken Fus vor, und streich mit kurtzer schneide von deiner Rechtenubersicht, ein mal zwey durch sein gesicht, unnd das dritemal bleib in dem Langenort, mit deinem Schwerdt vor dir außgestreckt aldo, wende die Lange schneid ubersich gegen deiner Rechten, also das dein Knopff under deinem rechten Arm durch, und dein hendt kreutzweis uber einander kommen, fahre also mit geschrenckten henden ubersich, so stehestu wie hievor vom Einhorn gesagt, von dannen Hauwe ferner, doch das dein lincker Fuß alzeit vor bleibe) zwen Underhäuw zusamen, den ersten von deiner Rechten, den andern von deiner Lincken alle beide hart neben deinem leib ubersich, also das deine hend mit dem andern Underhauw wider kreutzsweis wie vor kommen, Fahr also behend ubersich wider in das Einhorn, mit sochem auffliegen, erhebe deinen lincken Fus etwas ubersich, doch setze den bald wider nider, mit solchen geberden und Ceremonien reitzestu in, das er dester ehe deiner lincken Blöß zuhauwet, in dem er aber herhauwet, so laß dein klinge vor dir undersich sincken, und zuck gleich mit deinem schwert umb dein Kopff, Hauwe also mit Langer schneid uberzwerch von deiner Rechten (mit einem zutrit desselben fus) gegen seinem herkommenen streich, also das du ihm sein streich auff die sterck deiner klingen von uberzwerch aufffangest, als bald die Schwerdter zusamen glützen, so spring mit deinem rechten Fuß noch ferner gegen seiner lincken umb, und erhebe dein Schwerdt eilents ein wenig ubersich von seiner klingen, Dieweil du aber (wie gemelt) ein wenig ubersich fahrest, so stoß under des dein Schwerdts knopff under deinem rechten Arm durch, das dein hend kreutzweiß kommen, schnell aslo behendiglich mit der inwendigen flech oder kurtzer schneid, mit nechst gemeltem austrit gegen seiner Lincken) hidner seinem Schwerdt auff seinem Kopff, wie an den kleinern bossen zur Lincken hand in der Figur C. zusehen, damit Blössestu deine Lincke seiten, wil er derselbigen zu eilen, so thu nit mehr dann ziehe deinen Knopff under deinem rechten Arm wider herfür, und verwende dein Schwerdt in das Langort das die Lange schneid gegen seiner klingen gekehrt stand, so stehestu in gerader versatzung, wie solches die andern kleinern Bilder zur Rechten in gedachter Figur außweisen,

oder wann du ihn also mit geschrenckten henden die halb schneide einwerts gegen seinem Kohff[!] geschrenckt hast, damit du dann dein lincke seiten bloß geben, ficht er dann (wie vor gemelt) derselbigen eilents zu, so behalt deine hendt also kreutzweis, und entziehe ihm dein Kopff wol gegen deiner Rechten, und schiesse ihm mit deiner klingen wol uber die seine, ihe neher bey seinem Schilt ihe

besser, reisse ihm also sein klingen gegen deiner Lincken auß, wie du in der Figur so mit dem D. verzeichnet, an den kleinern Bilder zur Rechten hand sihest, und wann du mit solchem ausreissen nahet zu deiner Lincken kommest so fahr mit den henden auff, und schlag mit halber schneide uber dein hand, wider zu seinem lincken ohr dieff hinein, nach solchem komme ihm behend mit Langer schneid wider an sein Schwerdt, so stehestu im Langen ort demnach ziehe ab nach deinem gefallen.

Oder wann du also vor deinem gegenman in das Einhorn kommen bist, so merck in dem er herhauwet von Oben, so laß deine klingen umb deinen Kopff verfahren, und bind ihm von deiner Rechten uberzwerch gegen seiner Lincken an sein Schwerdt, und als bald er von dem selbigen ubersich abgeht, so laß dein klingen wider umbschnappen, also das dein Rechte hand uber die Lincke komme, und fall ihm mit kurtzer schneid und geschrenckden henden dieweil er noch also im aufffahren ist, vornen für die Arm, wie an dem eussersten kleinen Bild in der Figur mit dem I. verzeichnet gegen der Rechten hand sehen kanst, stoß in also mit deinem Schilt gewaltig von dir gegen deiner Lincken zur seiten auß, und Hauwe behend dieweil er dummelt der nechsten Blöß zu, oder hal in also mit nach folgen auff, biß du deinen vortheil haben kanst.

Item wann du also zu beiden seiten auff geflüglet, unnd in die höh zum Einhorm[!] ankommen bist, Hauwet er dein widerpart als dann von seiner Rechten gegen deiner Lincken zum Kopff, so trit abermal mit deinem rechten Fuß gegen seiner Lincken wol auß seinem streich, und falle ihm also (doch das deine hend kreutzweiß bleiben) mit kurtzer schneide Oben auff die sterck seines Schwerdts, Diser aufffall sampt gemeltem außtrit, sollen mit einander zugleich gegen seiner herfliegenden klingen volbracht werden, und in dem die Schwerdter auff solche weiß zusamen glützen, als bald laß die kurtze schneide wider von seinem Schwerdt ab umbschnappen, und schlag in mit solcher uber die hand auff sein Kopff, oder brich mit solchem aufffallen, gegen deiner Lincken undersich durch, und zucke demnach dein hefft wider ubersich umb dein Kopff, Hauwe mit einem außtrit mit Langer schneide nach, &c. Auß disem Einhorn kanstu auch füglich und wol mit den Underhäuwen und der Zwürch[!] angreiffen und Fechten, wie auch sonst vil guter stuck, deren du selber weiter nach dencken solt.

Schlüssel.

DIse Hut wirt darumb Schlüssel genant, dieweil auß disem Leger alle ander stuck unnd Leger gebrochen werden können, dann ob solches wol aus andern auch geschehen kan, so mustu doch mehr gewalts darzu brauchen, dann in disem, und wie ein Schlüssel ein klein Instrument ohn sondere mühe, ein groß starck Schloß darzu man sonst grossen gewalt haben müste, auff thut, also werden und können auch auß disem schwachen Leger (darfür es angesehen wirt) alle andere stuck ohn sondere müh künstlich und zierlich gebrochen werden, und geschicht das ohngefehrlich auff solche weiß, Im zufechten schicke dich in dise Hut, unnd das eben auff solche form wie du dich ins Einhorn hievor gemelt gefochten hast, es legere sich dann dein gegenpart zur Rechten oder Lincken, in der obern oder undern Huten eine, so stich ihm auß dem Schlüssel gerichts für dir hin zu seinem gesicht in das Langort, welchen stich er dir (ob er nicht getroffen werden wil) wehren muß, von welcher seiten er dir den als dan außschlecht, so laß dein klingen mit willen den weg dahin er die mit seinem außschlagen hin gewisen hat, umb deinen Kopff fahren, und Hauwe ihm eben zu derselbigen seiten von welcher er dir außgeschlagen hat hinein, wischt er ihm aber nach, so magstu nit antreffen, sonder verfliegen lassen zu einer andern Blös, und ehe er sich des versicht dich gegen einer andern Blös von ihm wegk hauwen.

Zum andern legert sich aber dein widerpart nicht, sonder tringt auff dich mit häuwen, er Hauwe als dann von Oben oder von Unden, von Rechter oder von Lincker, so mercke in dem er herhauwet, so schiesse den Langenort für dir hin, abermal gegen seinem gesicht, und wende zugleich in solchem fürtschieben die Lang schneid gegen seinem herfliegenden hauw, wann du nun seinen Hauw auff dein Lange schneide in die sterck empfangen hast, so bleib hart an seiner klingen, und winde behendiglich hinein, und außwerts zu seinem Kopff, geht er aber behend von deiner klingen ab, gegen der andern seiten zuhauwen, so Hauwe oder schnelle ihm (dieweil er sein Schwerdt noch also herumb führt) zu seinem Kopff oder Armen, eile demnach bald wider mit dem Band an sein Schwerdt und gedenck des Nachreises, Schneides, Ausreisses, Verführens alle zeit.

Was du aber uhngefehrlich aus dieser Hut für stuck im Vor Fechten und dardurch angreiffen solt, das kanstu abnemen an dem stuck welches hievor zu einem bruch auff die Oberhut, aus disem Schlüssel gesetzt ist.


Hanget ort.

IM zufechten so streich gewaltiglich von deiner Lincken übersich gegen seim gesicht durch, in einem raht ein mal zwey, und das dritte mal aber laß alwegen dein Schwerdt vor deinem gesicht verschwingen, oder verwende in das Hanget ort, wie dich das Bild zur Rechten hand in der Figur mit dem F. hie zu gegen lehrt, unnd das thu ein mal etlich biß das du dein gelegenheit ersihest, mit einem stuck an zugreiffen, Hauwet er dein gegenpart aber under des (dieweil du also in dem Hangeten ort stehest) auff dich von Oben, uberzwerch, oder von Unden oder auch nach deinen Fingern, gegen deiner Lincken zum Kopff, so trit bald mit deinem Lincken fuß hinder deinem Rechten, gegen seiner Lincken aus, und zucke zugleich in dem er hauwet, dein Schwerdt also hanget ubersich gegen deiner rechten Achsel, von derselbigen Hauwe zugleich mit ihm, in obgelehrtem trit gegen seiner Lincken zum Kopff, in solchem Hauw verzeihe dein knopff, starck zu deinem inwendigen Arm an die flechs, so schwingt sich dein kling dester gewaltiger zu seinem Kopff, behalt also dein knopff hart an deinem Arm, und reiß also mit ausgestreckter klingen gegen deiner Lincken ubersich aus, laß also in disem riß umb deinen Kopff fliegen, und Zwirch gegen seiner Lincken starck hinein.

Hauwet er aber gegen deiner Rechten von Oben, so fange sein streich auff dein flache klinge, unnd trit aus gegen seiner Rechten, oder bleib mit deiner klingen (in dem die Schwerdter zusamen gerührt haben) an der seinen und winde ihm die kurtze schneide einwerts zu seinem Kopff, verwende behend mit dem Schwerdt aus dem winden in das Lang ort, also das du ihm sein nach arbeit mit Langer schneide von dir abweisest, ficht er dir aber under deiner klingen hinein zu deinem Rechten ohr, auff was weg das geschehe, so verwende abermal dein Schwert in das Lang ort, die Lang schneid undersich, so setztu ihm also sein kling ab, dieweil du aber also absetzest, dieselbige weil trit auch mit deinem Lincken fus behendiglich gegen seiner Rechten, und stoß under des dein knopff in dem der absatz gleich noch rührt) under deinen rechten Arm durch, erhebe also dein Schwerdt mit geschrenckten henden in die höhe, und schlag behend mit halber schneid wider nider zu seinem rechten ohr, versetz er solches, so las die klingen neben seiner Rechten ablauffen, und trit mit deinem Lincken fuß wider zu ruck, unnd Hauwe dieweil du abtrits einen gewaltigen Mittelhauw, uberzwerch zu seinem Lincken ohr oder armen, demnoch zieh ab, was weiter hieraus zufechten, ist aus disem leicht ab zunehmen.

Eisenport.

DIse Eiseneport ist eigentlich (wie oben gemelt) die Schranck hut, aus welcher ficht also, Hauwet einer auff dich von Oben, so fahre also mit gekreutzigten henden auff, und fang ihm sein hauw auff die sterck deiner klingen, in dem er als dann sein Schwerdt von gemeltem Hauw von deiner klingen wider abnimpt, so Hauwe ihm (dieweil er die Arm ubersich zeuhet) mit Underhäuwen gewaltiglich nach seinen Armen zu, so bald er herab fellet so ficht ihm zum Kopff.

Item versetze ihm seinen Oberhauw wie vor, unnd in dem die Schwerdter auff einander glützen, so winde behendiglichen die kurtze schneid einwerts zu seinem Rechten ohr, unnd winde demnach behende wider mit deinem knopff unden durch, gegen seiner Lincken seiten ubersich, und Hauwe mit einem abtrit lang gegen seiner Lincken zum Kopff. Wo er dir aber von Unden Fechten würde, so fall mit Langer schneid oben auff sein Schwerdt in das Lang ort, Dise Eisenport oder Schranckbut[!] brich auß dem Schlüssel, nemlich stich ihm gegen seinem gesicht damit zwingestu ihn ubersich, als dann ficht ihm von Unden (in dem er ubersich fehrt) nach.

Neben hut.

AUß diser Nebenhut soltu fürnemlich die Krumphäuw Fechten, als Hauwet dir einer der Blös zu, wann du in der rechten Nebenhut dich verhaltest, so trit sprungs weiß mit deinem rechten Fus wol aus seinem hauw gegen seiner Lincken, und Hauwe mit verschrenckten henden oberhalb hinder seiner klingen zum Kopff, zuck behend (wo du gegen deiner Lincken nicht ausreissen wilt) mit geschrenckten henden ubersich, und schlag mit der auswendigen flech starck umb, von Unden zu seinem Lincken ohr, wo er aber nicht Hauwen wolt, so ficht auff solche weiß wie du in der Mittelhut folgends gelert wirst.

Mittelhut.

VOn diser Mittelhut wirstu hernach im Dusacken bericht, derwegen wie du sie daselbs zu einer hand, also solt du sie hie zu beiden henden anschicken, dann ob ich wol anfangs nit gesint wahr solche hie zu setzen, hab ich sie doch (dieweil auß keiner andern Hut die Rosen füglicher gelehrt kan werden) nicht umbgehn können, und merck wann dir einer fürkompt, der sein Schwerdt vor ihm außgestreckt im Langen ort oder sonst in gerader versatzung führet, so fahr mit deiner klingen in einem Zürckel herumb, auß der Mittelhut umb die seinen kantz herumb, also das du mit deiner klingen gar nahet wider zu der ersten Mittelhut ankommest, von dannen schwinge ihm die schwech gewaltiglich aussen uber seinen Armen zum Kopff, oder so er dir (in dem du also durch die Rosen umb seine klingen fahren wurdest) dieweil von Oben nider zur Blös einfallen wurde, so nime ihm sein kling mit halber schneide auß, nemlich wann du zum andern mal in die Mittelhut ankomen bist, dan so geschwindt wirt er dir der Blöß als unversehens nit zu eilen, du wirst in des mit der Rosen herumb komen, damit du zu gemeltem ausnemen noch zeit gnug kommest, nach dem du ihm aber also aus genomen, so laß in der lufft ober deinem Kopff (ihn damit zu verführen) umblauffen in einer rinde durch ein Zürckel, der nechsten Blös zu, &c.

Oder so du im zufechten dich in die Mittelhut zu deiner Lincken verhauwen hast, unnd er dein gegen theil Hauwet dir under des zu von Oben, so trit wol aus seinem hauw gegen seiner Rechten seiten, und wirffe ihm dein kurtze schneid oberhalb oder ausserhalb seinem Rechten arm zum Kopff, und laß dein klingen in solchem einwurff wol einschiessen, eintweders zu seinem Kopff oder uber seine beide Arm, demnoch zuck dein Schwerdt behendiglich wider ubersich, und Hauwe ihm von deiner Lincken mit Langer schneid starck ubersich, gegen seinem rechten arm, von dannen ficht ihm fürbaß zu auß Vor und Nachgehenden stucken, nach deinem gefallen, und dieweil im Langen ort auch füglich die Rosen gefochten werden kan, wil ich die uberigen stuck die ich zu setzen willens, im Langen ort vollens beschreiben, also.

Langort.

LAngort ist bey den Alten eigentlich das Brechfenster genant worden, darumb das alle andere stuck daraus gebrochen werden können, dieweil aber (was man bey einem gleichen aus disem Leger Fechten sol) gnugsam aus bisher gelehrten stucken abzunemen ist, wil ich (dieweil das Langort ohne das das ende aller Bandt ist) etwas von demselbigen durch Exempel anzeigen.

Im zufechten so binde deinem gegenman durch den Oberhauw an sein Schwerdt, unnd merck als bald er von deinem Schwerdt wider ubersich fehrt so Hauwe ihm in dem er mit seinen Armen im aufffahren ist, von Unden zwischen sein beiden Armen zum künn, von disem stuck besihe die zwey obern kleinern Bilder, zur Lincken hand in der Figur so mit dem Buchstaben I. gezeichnet.

Item bind ihm an wie vor, unnd als bald die Schwerdter im Band zusamen ruhren, so brich mit er Rosen zwischen dir und ihm unden durch, unnd wirff ihm die kurtz schneid auff der andern seiten hinein zum Kopff, oder nach dem du vom Band mit der Rosen unden durch gebrochen hast, so reiss von der andern seiten mit der kurtzen schneid sein Schwerdt beseits aus, also das sich deine hend in der lufft uber einander schrencken, schlage ihm mit kurtzer schneid dieff uber zum Kopff.

Item bind ihme gegen seinem herfliegen Hauw ahn, und so bald die klingen zusamen rühren, so stoß dein knopf under deinem rechten Arm durch (auch trit under des wol gegen seiner Lincken seiten aus) unnd fahr also mit geschrenckten henden ubersich, und Hauwe ihm mit Langer schneid durch die Rosen von unden beseitz hinder seinem Arm zum Kopff.

Item, merck in dem du dem Mann anbindest, so laß die Lincke hand vom Knopff, unnd begreiff damit sein kling im Bandt zu der deinen, und das behend, demnach fahr mit deiner Rechten hand sampt dem Hefft, unden durch und schlag also gegen deiner Rechten ubersich, wie du solches an den zweyen kleynern bossen zur Rechten hand in der Figur H. sehen kanst, so nimstu ihm das Schwerdt.


Item bindet dir einer mit ausgestrecktem Schwerdt an das deine, so merck in dem die Band zusamen rühren, so Wechseln behendiglich unden durch, und schnel im die schwech flechlingen von der ander seiten zu seinem ohr, aus disem durchwechseln wirstu vil schöner stuck machen lernen, so du ihm fleissig nachtrachtest.

Item so du merckest das einer auff dich binden oder Hauwen will, so führe dein Schwerdt gegen ihm her, als woltest du auch anbinden, und merck aber in dem die klingen eben jetzt zusamen rühren sollen, so stoß behend dein knopff ubersich, und wende die klingen durch die Rosen von unden auff, und fang ihm sein Hauw also auff dein Lange schneid, wie solches das kleiner Bilde in der Figur N. gegen der Rechten hand anzeiget, nach dem du ihm also sein Hauw (wie gemelt) entpfangen hast, kanstu das selbige stuck auff zwen weg vollenden, Erstlich also, in dem die Schwerdter zusamen gerühret hand, so fahre vollen Unden mit deiner klingen durch, unnd reisse ihm die seine gegen deiner Rechten auß, und laß die hend abermal in der lufft umbschnappen oder kreutzweis ubereinander schrencken, und Hauwe ihm also mit kurtzer schneide starck zum Kopff, Dis ist ein Meisterlicher durchgang, der dir (so er anders von oben Hauwet) nit fehlet, Zum andern wann du ihm sein Schwerdt also entpfangen hast, so trit in dem die Schwerdter zusamen glützen wol auff sein Lincke seiten, und Hauw wider mit Langer schneid von aussen uber seinem Lincken arm zum Kopff, Diser letste Hauw gehet unversehens sehr geschwindt, sicher unnd starck an.

Wechsel.

WIewol ohne not den Wechsel in sonderheit zu setzen, dieweil doch sonst alle stuck aus disem füglicher dann in keinem andern können gefochten werden, hab ich doch nicht underlassen wöllen ein par stuck darinen zusetzen, auß welchen du auch etliche sondere geschwindigkeit vermercken kanst, also.

Findestu einen in gerader Versatzung, oder wie vor vom Langen ort gesagt, so streiche mit halber schneide aus dem rechten Wechsel starck ubersich durch, ein mal zwey, das dritte mal aber streiche under seinem Schwert durch, und trit mit deinem Rechten fuß zu ihm, und schlage ihn mit der fleche oder kurtzer schneide gewaltig und hoch ein, zu seinem Lincken ohr, wie dir solches das kleiner Bild zur Lincken in der Figur mit dem F. verzeichnet anzeiget,

damit zwingestu ihn das er gehlingen ubersich fehrt, als bald er solch es thut, so lasse dein Lincke hand vom knopff ab, und laß dein klingen gegen seiner Rechten von Unden auff in einer hand umb schnappen, unnd setze ihm den vordern ort an sein Brust, greiff in des dein knopff wider an, wie du solches an den kleinern Bilder zur Rechten hand mit dem F. hievor sehen kanst, stoß ihn also mit verkehrter hand von dir, laß als bald dein knopff wider ab, und dein Schwerdt umb dein Kopff fahren, und Hauwe lang mit angreiffung des knopffs nach, dergleichen stuck soltu gegen die welche gern einlauffen gebrauchen.

Item vermerckestu das dein gegenfechter gern und bald hoch aufffehrt, so streich abermal gewaltig vor im auf, unnd als bald du gewahr wirst das er ubersich fehrt, so Hauwe ihm dieweil er noch im auffziehen ist, uberzwerch von deiner Rechten gegen seinem lincken Arm, so bald der antrifft, so bald schlage widerumb mit inwendiger flech zu seinem Rechten ohr, in einem schwung gar dieff.

Brechfenster.

ISt eigendtlich der Oberhut zu getheilt, welche wirt allein im bundt (nach dem du dem Mann under sein Schwerdt kommen bist) gebraucht, von der lenge aber dieweil du des Manns orthe und klingen noch für dir sihest, solt du der Hut müssig gehen, dann du bist niergen sicher darinnen, aber so bald du dem Mann under sein Schwerdt kommen bist, so ist es der fürnemsten Huten eine, der brauch dich also.

Wann du nun under bes[!] Manns Schwerdt kommen, also das du dein Schwerdt uber deinem Kopff in gemeltem Brechfenster führen must, damit du dann beide deine Arm unnd finger Blos dargibst, derhalben so bald er von Oben dir zu den fingern hauwet, so trit wol aus seinem streich, einer seiten zu, gilt gleich zu welcher es sey, und Hauwe mit einer Zwirch gegen seinem herfliegenden streich, also wirstu ihm nicht allein sein Hauw nach bey deinem Schilt auff die sterck deiner klingen aufffangen, sondern (wo er anders sein Hauw unabgezuckt volführen wil) triffest ihn auch mit dem eusseren theil deiner klingen zugleich sein Kopff, Hauwet er dir aber zu deiner Armen einem, so Hauwe abermals von derselbigen seiten gegen welchem Arm er dir hauwen will, mit einer Zwirch von Unden, ubersich gegen seinem herfliegenden Hauw, unnd merck fleissig in dem er sein Schwerdt

wider auffzeucht, so Hauwe ihm dieweil mit Zwirchhäuwen ubersich oder uberzwerch in sein Arm, als bald er wider herab felt, so fang ihm sein klingen wider auff dein uberzwerche klingen, oder Schilt auff.

Zwircht er aber oder Hauwet von Unden, so hauwe ihm oben auff sein klingen, oder schauw das du ihm mit der Zwirch zu voren under sein klingen kommest, wo er dir aber mit der Zwirch under die deine kommen wehre, so laß dein klingen wol uber seiner abhangen, und truck die also mit deinem Schildt undersich von dir, magst ihn also hinder seiner klingen mit halber schneid seinen Kopff erlangen, oder nach dem du ihm sein klingen undersich von dir gestossen umbschlagen, &c. auch kanstu im ubergreiffen also.

Hauwet einer von Oben so Hauwe demselbigen von deiner Lincken von Unden entgegen mit Langer schneide, und in dem er sein Schwerdt wider von dem deinen abnimpt, und also mit seinen Armen ubersich fehrt, so greiffe dieweil mit deinen fingern uber dein kreutz in die klingen, und fahr ihm mit deiner klingen uber beide arm, wie du solches an den zweyen under Bildern in hienach getruckter Figur sihest, reiss also auff dein Rechte seiten aus, wiltu so magst du ihn werffen also, Trit mit deinem Rechten hinder seinen Rechten, unnd faß ihn mit deiner kurtzen schneide bey seinem hals, unnd stosse in des deinen knopff oberhalb deinem rechten Arm, gegen deiner Rechten von dir, wirff ihn also gegen deiner Lincken uber dein recht bein an rucken.

Item Zwircht dir einer zu deinem Lincken ohr, so fall ihm mit Langer schneid oben auff die mitte seiner klingen, in dem du aber also darauff fellest, so greiff mit deinen fingern obermal uber deinem kreutz in die klingen, und leg ihm die kurtz schneid hinder seiner klingen auff sein Kopff, davon besihe die grossern Bilder in jetzgedachter Figur, stoß also dein knopff von dir, auff das du ihn haltest das er nicht ledig werde, du habest ihn dann gewundt, reist er sich aber under deiner klingen herfür, so flog ihm behendiglich nach, und greiff ihm abermals uber sein beide arm wie vor, Oder in dem er her Zwircht, so fang ihm sein Zwirch auff dein hangete klingen, unnd greiff mit deiner Lincken hand in sein Schilt und kreutz, winde ihm die von dir aus, wie dir solches die kleinern obern bossen auch in jetz gedachter Figur zur rechten Handt anzeigen.

Und letzlich so mercke, so offt du mit einer Zwirch gegen einem Oberhauw anbindest, so winde ihm die kurtz schneid einwerts zum Kopff, her widerumb so dir aber einer also einwinden würde, so merck eben in dem er die kurtz schneid aus der Zwirch einwerts wendet gegen deinem Lincken ohr, so wende die Lang schneid ubersich gegen seiner klingen, so stehestu im alten Schilhauw davon oben gemelt, und triffestu ihn auff sein Kopff, das geht wie


die andern stuck all zu beiden seiten, dann er wende gegen deiner Rechten oder Lincken hinein, so blöst er sein ander seiten, derhalben kanstu ihm den Kopff mit gegen winden leichtlich treffen, dann wan er einwerts windet, so winde du auswerts, so triffestu und fehlet er, merck so du also einem einwindest, und wirst under des gewahr das er dir wie nechst gelehrt gegen winden wil, so wende gleichwol furt, im winden aber reiss mit deiner halben schneide auff die seiten gegen welcher du eingewunden hast aus, laß dein klingen umbschnappen, oder ficht ander stuck, Diser winden seindt achterley, welche hin unnd wider in stucken gnugsam angeregt, was aber weiter von gemelten winden an einem andern ort weiter gehandelt werden.

Also bistu nun bißher in disen ersten und andern theils disses Schwerdt fechtens, eigentlichen underrichtet worden, beide von des Manns und denn auch von des Schwerdts theilung, folgents vom zufechten, Mittelarbeiten und Abziehen, neben andern notwendigen stucken und lehren, sampt den Exempeln im andern theil so aus dem ersten gezogen, was ferner andere hie zu notwendige stuck belanget, wirstu im folgenden Buch vom Schwerdt fechten gnugsamen bescheidt finden, souil ich dißmal zuschreiben für hab.

Das dritte theil vom Schwerdt, in welchem der folgende Zedel mit vil schönen und geschwinden stucken erklert wirt, welchen dan ein kunst liebender Fechter mit nutz lesen und sich darinnen üben kan.

Frey Fechter Zedel.

MErck wiltu künstlich Fechten lehrn,
 Solt du mit fleiß den Zedel hörn,
Ein Fechter sol sich halten fein,
 Kein Rümer, spiler, sauffer sein,
Auch nit Gottslestern noch Schweren,
 Unnd sich nit schemen zu lehren,
Gottsfürchtig, Züchtig, darzu still,
 Sonderlich den tag er Fechten will,
Sey messig, erzeig den Alten ehr,
 Unnd dem Weibs bild, auch weiter hör,
Aller tugendt ehr und manlichheit,
 Der solt dich fleissen alle zeit,
Auff das du dienen könst mit ehren,
 Keyser, König, Fürsten und Herren,
Auch nützlich seyest dem Vatterlandt,
 Und nicht der Edlen kunst ein schandt,
Indes, das wort, auch Schwech und Sterck,
 Das Vor und Nach auch fleissig merck,
Brieff Weich und Hert, das fühlen lern,
 Trit mit streich, es sey nach oder fern,

F. F. Zedel.

Die theilung halt in guter hut,
 Vor grossem zorn auch dich behut,
Der Huten und der Hauw nim war,
 Das ihr Bruch dir sey offenbar,
Ober, Zorn, Mittel, auch Under,
 Aus den treib all deine wunder,
Als Schieler, Scheidler, Krump, und Zwer,
 Unnd was mehr stuck nach deim beger,
Schauw das der erst seyst auff dem Blan,
 Ehe sich dein Mann legt, greiff ihn an,
Indes nim war, versteh mich recht,
 Ihn triff, ehe er sein Leger schlecht,
Es kom dir für was Leger güt,
 Im Nach ihn triffst aus freyem muth,
Dein Häuw führ gewaltig von deim leib,
 Zu den vier Blöß dein arbeit threib,
So du Krumphauwst, fahr auff behend,
 Geschrenckt den ort wirff auff sein hend,
Den Zürckel laß zur Rechten rühren,
 Halt dein hend hoch, wilt ihn verführen,

Wann du ihm hauwest Krump zur sterck,
 Durchwendt, Uberlauff damit merck,
Des knopffs verführen solt gedenken,
 Mit Zeckrur, Schnellen werft ihn krencken,
Mit krump trit wol, wilt du versetzen,
 Das uberschrenken thut ihn letzen,
Krump zun flechen wilt dich stercken,
 Wiet ihn schwechst, solt fleissig mercken,
Als baldts rührt und glützet Oben,
 Zuck ab zur Blöß, wilt ihn betoben,
Auch so du Recht durchiessen wilt,
 Krump, Kurtz, durchwechßle an sein schilt,
Merck so er dich mit Krump wolt irren,
 Bleib am Schwerdt, recht den krieg thu füren,
Mit Winden, Schneiden, und was mehr,
 Mit verfliegen laß dich nit zu ferr,
Auch schnell die schwech zum Rechten dar,
 Zwifach schnellen, mit Schilt dich bewar,
Und deins Mans Schilt mit sterck verwindt,
 Indes stoß ab, und schlag geschwindt,
Den Schielhauw soltu weißlich machen,
 Mit Winden kanst ihn auch zwifachen,
Die Zwürch solt du auch halten werdt,
 Damit gantz wirt dein kunst im Schwerdt,
Dann alles was er ficht vom tag,
 Solchs dir die Zwürch versetzen mag,

Im angriff treib die Zwürch mit sterck,
 Verführen, Fehlen,[11] auch mit merck,
Zum Pflug und Ochssen sey behendt,
 Ihm trauw die Zwürch bald wider endt,
Merck was für Zwürch mit sprung wirt gfürt[!],
 Auch fehlest mit, noch wünschen rürht,
Doppel solt den Fehler machen,
 Deßgleichen Trit und Schnit zwifachen,
Vom Schwerdt zum Leib, damit verkehr,
 Zweymal oder Schnit in die Wehr,
Nachreisen ist außbindig gut,
 Mit Schneiden, Winden dich behut,
Bey zweymal, oder darinnen,
 Verfliegen laß, damit begüne,
Und zu all vier enden treib die treffen,
 Die zucken lern, wilt du sie effen,
Abschneiden, Schlaudern, bring auch mit,
 Die herten gfehrt[!] weiß ab mit Schnit,
Verlaß dich nit zuvil auf die Kron,
 Du bringst sonst von ihr spot und hon,
Den Langen ort durchstreich mit gewalt,
 Damit all harte gfert[!] auff halt,
Sich thu all Hauw und stuck recht brechen,
 Ob du dich an deim part wilt rechen.
Die hengen thu weißlichen bringen,
 Greiff nit zur unzeit wiltu Ringen,

Wilt du auch wissen der Meyster kern.
 Zu allen stucken recht tretten lern,
Versetzest nit vil, ist desta freyer,
 Darvor verwarndt dich Jochim Meyer.

Eingang in das dritte Buch.

NAch dem ich guthertziger Leser bewilliget, disen meinen Fecht zedel welchen ich auß rechtem grunde der Alten zusamen gesetzt, gebessert und in ein rechte ordnung gebracht, hab ich den (damit meniglich dester mehr nutz darauß haben möcht) durch vil schöner geschwinder stuck unnd Exempel auch etwas zu erkleren, unnd denn zu verstehn ein kleine anleitung geben wöllen, dann sie dermassen reich von stucken, und aller hand geschwindigkeit, also das wo du sie nach solcher anleitung erwigest, ihe lenger ihe mehr stuck hierauß erlernen wirst können, dann das die Reimen ohn auslegung nicht vil nutzen, ist offenbar an andern außgangenen Fechtbüchlein, und solt aber wissen das der erste theil solcher Reimen in meinem bisher gelehrten Fechten gnugsam erklärt, derwegen an disem meinen anhab nemen, also.

Shauw das der erst seist auff dem Blan,
Ehe er sich Legert greiff ihn an.

Das ist, wann du mit einem Fechten wilt, so schauw das du der erst bey ihm seyest auff dem blatz, damit du dich in dein fürgenomene stuck beyzeyt schicken mögest, als dann soltu mit Häuwen und in triten dermassen anhalten, das er nit zeit oder blatz möge haben sich in ein Leger oder stuck zuschicken nach seinem gefallen, unnd solt ihn also ehe und denn ers gewar wirt mit verborgenen tritten ubereilen, wie du denn solches in nachfolgenden Reimen, wie es zuwegen zubringen gnugsam kanst abnemen.

In des hab acht, versteh mich recht,
Ihn Triff ehe er sein Legert schlecht.

Solches solt du also verstehn, wenn du im zufechten bist, so hab acht wann er sich stelt als wöll er sich Legern,

so laß ihn nit Rühen oder dazu komen, sondern ficht immer furt vor im durch, in dem er aber seines Legers wil acht und war nemen, so greiff ahn, stracks der nechsten Blös zu, und stelle dich als ob du starck hauwen wöllest, laß aber fehl gahn, oder verfliegen, und greiff zu einer andern Blöß an, als bald du dann mit deiner klingen zum halben theil darinen, oder an sein Schwerdt komen bist, so feyre nit, sonder Zwirch oder schlag umb, oder reiss aus, oder Schneid, oder Windt, oder threib was für arbeit dir mögen am füglichsten zu handen komen.

Für dich kein Leger kompt so gut,
Im Nach ihn triffst aus freyem muth.

Hie möchte einer fragen wie solches zuverstehn, dieweil sovil guter Leger seindt, unnd auch hin unnd wider vil stuck aus denselbigen angezeigt und gelehrt worden, hierauff solt du mercken ob schon vil guter Leger seind, und auch schöne und gute stuck aus etlichen Legern gefochten werden können, wie ihr denn etlich auch hierin angezeigt und begriffen, so lehrest du doch aus disen Reimen, das allweg besser sey es Leger sich einer gar nit, sintemal aus den Legern leichtlich dein gegenmann kan abnehmen, was für stuck du zufechten im sinn habest, welches aber aus den häuwen nit mag also vermerckt werden, uber das lernestu hieraus wie du (wenn einer vor dir in einem Leger stehet) ihn treffen oder zur Blös komen solt, welches alles durch das Nach mag zuwegen bracht werden, das versteh also, Wenn dein gegenfechter in einem Leger stehet, so Hauw gegen uber zur andern Blös, als bald er (dein hauw zuversetzen) aus seinem Leger gehet, so zuck ehe es recht rührt (oder welches besser gar nit rührt) umb den Kopff, und schlag eben zu disem theil oder quatier hinein, von welchem er dir zubegegnen abgangen, aber auff das solches noch desto leichter sey, will ich dir des ein Exempel setzen, Nemlich so bald du im zufechten merckest das er sich in die Zornhut legert, so Hauw von deiner Lincken gegen deiner Rechten vor im durch, doch das du im nit so nach seiest, im durchhauwen aber laß dein Schwerdt in der lufft umbschiessen, sam du aus dem rechten Ochssen stechen wöllest, ehe du aber solches recht zeigest, und mit geberden dich dazu schickest, so trit in eil, und Hauw von Unden zu seiner Lincken ein, das deine hend hoch bleiben, damit zwingestu in das er dir eintweder auß seinem Leger versetzen, oder mit einem abtrit zugleich einhauwen muß, hauwet er denn, so merck als bald die Schwerdter zusamen rühren, so zuck umb den Kopff, und Hauw in einem schwung mit geschrenckten henden die kurtz schneid zu seinem rechten ohr


ein, wie diese Figur außseiset, in disem angreiffen oder Fechten, welches gar ein lustig stuck ist, soltu der trit gar wol warnemen, und den leib den häuwen nach wol mit gehn lassen, wann du in einem ort trauwest zuschlagen, denn dardurch kanstu ein gar bald verführen, must derowegen in solchem angreiffen ihm das erdtrich abstehlen, und im zugang dich stellen als trettest du nahe und enge trit, ehe erß denn gewar wirt, so trittest du weit zum angreiffen, hergegen laß dich anfencklichen mit grossen tritten mercken, so es denn dein widerpart acht nimpt, und will dir mit ernst begegnen in eil dir vor zukommen, so verhalt als denn dein trit und thu gemach, biß er sich vergebens verzabelt, in dem nimstu deines vortheils war, so bald du dein vorthel ersihest, so bistu in eil mit weiten triten bei im.

Die Häuw führ gewaltig von dem leib,
Zu den vier Blös dein arbeit threib.

In disen Reimen wirt gelehrt wie du deine Häuw gewaltig unnd lang, zu allen vier enden das ist zu allen vier Blössen frey fliegent, sampt dem Leib welchen du wol mit wie oben gemelt nehmen, führen solt.

So du Krumphauwst far auff behendt,
Geschrenckt, den ort wirff auff die hendt.

Die Krumphäuw werden auff mancherley art gefochten, denn alle Häuw so mit geschrenckten oder gekreutzigten henden gehauwen, werden Krumphäuw genent, daher denn auch der eine Schieler zun Krumphäuwen gezelt wirt, es gilt auch gleich sie geschehen mit halber oder gantzer schneid, wann du die hend kreutzweiß fürest.

Erstlichen aber merck wann dir einer von seiner Rechten von Oben stracks zum Kopff hauwet, so trit mit dem Rechten fuß, wol auß seinem streich auff sein Lincke, das du seinen streich in einem sprung auff seine lincke seiten erwischest, und Hauw mit geschrenckten henden von deiner Rechten gegen seinem Hauw, so komstu mit deiner Schwerdts klingen zwischen sein Haupt und Schwerdt auff sein halbe schneid, die dann gegen ihm stehet, in dem es rührt, so trit fürbaß mit deinem Rechten gegen seiner Lincken seiten umb unnd versetz, oder transferier mit deiner klingen von seiner klingen, zwischen seinem Kopff und Schwerdt auff sein Arm, truck also mit geschrenckten henden in einem ruck sein Arm undersich, under disen wirstu gewißlich ein Blöß finden zu welcher du hauwen

magst nach gelegenheit, und solt dich hiemit so bald du die Blöß ersehen nicht lang saumen. Ferner wann du im zufechten zu deinem widerpart kommest, so schauw in dem er seine Arm auffzeucht zum streich, so verschrenck dieweil deine hend in der lufft, und wirff ihm den ort das ist die schwech oder eussertheil deiner klingen auff sein hende oder Arm, diß aber merck wie bemelt, sol geschehen in dem er zum streich auffzeucht, und ehe er damit fertig soltu ihm mit einer Zwirch schon wider an seiner klingen sein, denn solche stuck sollen fliegend und geschwindt zugehen.

Den Zürckel laß zur Rechten rührn,
Bhalt hoch dein hendt, wilt ihn verführn.

Zürckel kompt auch auß den Krumphäuwen, unnd ist ein sonderlich gut stuck zum verführen für andern, dann es nit lehr oder vergebens und ungerührt (wie ander verführende stuck, als da ist Ablauffen Verfliegen und dergleichen ablaufft) sonder so man in recht macht, trifft der Zürckel mit der halben schneid im fürlauff sehr hart. Diß stuck aber treib also, wenn du (nach dem du mit dem ahngriff under sein Schwerdt komen) vor einem im bund stehest, und dein Schwerdt in der höhe ob dem Haupt führest, so bald er dir blatz lasset und dir nit nach deim Schwerdt bindt, sonder füret sein Schwerdt mit dem ort auch hoch, so verschrenck dein hendt in der lufft, und Hauwe mit kurtzer schneid also geschrenckt von Oben nider zu seinem rechten Ohr, das demnach dein klinge sie treff oder nit, ne ben seinem rechten arm füruber in einem zirckel herumb lauff, und behalt in dessen gleichwol die hend hoch uber deinem Haupt, so bald er dem Zirckel nachwischt, so trit mit deinem Lincken fuß wol auff sein rechte seiten auß, und Hauw mit Langerschneid hinder seiner klingen uber sein Rechten arm zum Kopff, nim den leib sampt dem trit wol auß, auff dein Lincke seiten, mit deim Haupt auß seinem streich.

Ein gut stuck auß dem Zürckel.

WAnn du wie vor bemelt in gleicher arbeit vor dem Mann stehest, so hab acht wenn dir die gelegenheit wirt, so trit mit deinem Lincken fuß auff dein lincke seiten beseitz auß, und Hauw zugleich mit dem trit ein Zirckel zu seinem Rechten füruber, doch das es im füruber lauffen zur Rechten anschürff und treffe, und trit zugleich in solchem Zirckel mit deinem rechten fuß zwischen dir und ihm auff sein Rechte seiten durch, unnd im durchtreten Hauw ein Zwirchhaw von deiner Rechten gegen seiner Lincken vornen zum gesicht, wie du an den obern bossen in diser Figur so mit dem K. verzeichnet sehen kanst, in des spring wol auß auff sein Rechte, und Haw im lang nach zu seim Kopff.


Mit Krump trit wol wiltu versetzen,
Das uberschrencken thut ihn letzen.

Solches soll also verstanden werden, wenn du Krump mit einhauwest, so trit zugleich mit dem Hauw wol auß seinem streich, das du dein Kopff hinder deiner klingen auß seinem streich entziehest. Zum andern wenn du also mit einem Krumphauw an sein Schwerdt gebunden hast, das du behend (wo du gelegenheit darzu haben magst) uberschrenckest, folgends umbschnappest, oder die schnellen nach seinem Kopff windest, oder ausreissest, oder lassest uberlauffen und dergleichen.

Ein fein stuck aus dem verkeren.

MErck im zufechten hab acht, wenn dein widerpart für dir auffgehet, so trit unnd Hauw von deiner Lincken mit kurtzer schneid und geschrenckten henden zu oder uber den Rechten arm, aber in disem Krumphauw trit wol zu ihm, verkehr dein Schwerdt, unnd reiss undersich auß, auff dein Rechte seiten, arbeitet er ubersich mit den Armen also das du ihn nit undersich zwingen magst, so fahr mit dem knopff von inwendig zwischen sein beide Arm, laß dein Lincke hand vom Hefft, greiff damit dein Schwerdts klingen und reiss ubersich auß wie die Figur mit dem[12] O. anzeiget.

Des Bruch also, laß die Linckhand ledig also das er vergeblich außreißt, in des fahr seinem ubersich rucken nach, mit dem Schnit auff sein Arm, und laß ihn ferner zu keiner arbeit kommen noch ledig werden, du habst dann deinen vortheil ersehen, demnach so laß zur nechsten Blöß fliegen.

Krump zun flechen wilt dich stercken,
Wie du ihn schwechst solt fleissig mercken.

Solchs ist ein lehr wie du dem Mann sein herkommenden streich schwechen solt, diß soltu aber also treiben, im zufechten hab acht wann dein gegenfechter dir von seiner Rechten zuhauwet, so trit wol auß seinem streich, und Hauw mit geschrenckten henden und Langer schneid auff die sterck seiner klingen in die flech, damit schwechest du


ihn also, das er sich kaum zu einem andern erholen mag, denn ehe er sich erholet kanstu ihm mit verwenden oder schnellen, auff seinem Kopff sein. Den Bruch aber soltu hierin also machen, Merckestu das dir einer mit einem Krumphauw begegnet, auff dein herkomenden streich dich zuschwechen, so Wechsel behend vdner seiner klingen durch, und arbeit ihm zu der seiten, von welcher er den Krumphauw her bracht hat.

Als bald es rührt und glützt oben,
Zuck ab zur Blöß wilt ihn betoben.

Dise vers seiud[!] sehr notwendig zumercken, sintemal sie dich ernstlich acht zuhaben vermahnen auff die fürfallende Blöß, dann hie ist gewiß wann du der sachen recht nachgehest, das du so offt es rührt oder zwen streich oben zusamen glützen, du unden ein Blöß ereilen kanst, solches wirt dir nit fehlen, diß aber damit du es desto baß verstehn könnest, so merck solchs durch diese nachfolgende exempel und stuck also.

Im zufechten als bald du dir trauwest den Mann zuerlangen, so trit und Hauw mit ihm von deiner Rechten ein gewaltigen Oberhauw hinein, in dem es glützt so schlag behend umb wider zu seinem Lincken ohr, unnd trit under des mit deinem Lincken fuß hinder dein Rechten, so triffst du gleich zweymal, oder volbringest zwen streich auff einer seiten ehe denn er einen.

Deßgleichen Hauwet einer von Oben wie vor auff dich, so Hauw von deiner Lincken von Unden gegen seinem streich, das du sein Oberhauw hoch in der lufft mit geschrenckten henden auff dein Schwerdt fangest, als bald es glützt, so Hauw mit dem vordern kurtzen ort, also mit geschrenckten henden von seinem Schwerdt, in einem Zürckel zu seinem rechten Ohr, diß aber soll geschwindt schier zugleich geschehen, also das in dem die klingen zusamen rühren, auch gleich mit die halb schneid von Oben nider treffen.

Ferner stell dich im zugang mit geberden sam du von Oben wöllest Hauwen, so bald du aber vermerckest das er dem Hauw ubersich entgegen wischet, so verwindt dein Oberhauw in ein Underhaw, ehe denn es oben recht rühret, welches ein rechter fehler ist, und triffest ihm also das Linck ohr ehe ers gewahr wirt.

Letzlich Hauwet dein widerpart von Unden, so fall mit deiner Langen schneid oben darauff, in dem es glützt so schlag behend der nechsten Blöß zu in einem flug, oder schlag mit der flech von seinem Schwerdt umb, in einem gewundenen schnall auch der nechsten Blöß zu.

Wann du ihm Hauwest Krump zur sterck,
Durchwendt, Uberlauff damit merck.

Wann du einem ein Krumphauw zuhauwest, und er hart widerhalt, also das du ihn mit uberschrencken oder anderer arbeit Oben nichts haben magst, so wend mit dem knopff unden durch, und greiff mit demselben im auff der andern seiten aussen uber sein klingen oder Arm, unnd reiss undersich, schlag ihn mit Langer schneid im riss auff sein Kopff, oder greiff mit dem knopff zwischen sein beide hend, wie in der Figur hievor getruckt an den zwen bossen gegen der Lincken hand zu sehen.

Bruch.

Hauwet einer ein Underhauw auff dich, so Hauw mit Langer schneid, das du dein hendt krum oder kreutzweiß habest, oben auff die sterck seiner klingen, in dem es dan glützt so schieb die kling gerichts für dir hin, unnd im fürtscheiben so winde die kurtze schneid in einem schnall umb zu seinem gesicht oder auff sein Kopff, fehret er auff und wehrt dir dein schnall, so fahr auch auff, unnd zuck umb dein Kopff, und schlag ihm zu seiner undern Blöß.

Des Knopffs verführens solt gedencken,
Mit Zeckrur, Schnellen würst ihn krenken.

Ist sovil, wenn du in einem Krumphauw einhauwest zu seiner Rechte, und er widerhelt oder versetzt hoch, so windt mit dem knopff unden durch, und stelle dich mit geberden als wolstu wie vor gelehrt, mit dem knopff ubergreiffen, ehe und denn er sich solches versicht, so Schnell ihm die kurtze schneide daselbst wider hinein, zu welcher seiten du erst den Krumphauw gethon hast.

Item greiff im zufechten dein gegenmann mit einem gewaltigen uberzwerch Mittelhauw, starck zum Lincken ohr an, zuck behend dein knopff umb dein Kopff, und trauw ihm damit, als ob du ihm mit dem Knopff zur andern seiten stossen wolß[!], und in dem er dir hie entgegen wischt den stoß zuversetzen, so schnell ihn mit der kurtzen schneid wider zu seinem Lincken ohr, und im schnall trit mit deinem Lincken fuß zu ruck hinder dein Rechten, und Hauwe dich von ihm.

Auch so du recht durchschiessen wilt,
Krump, Kurtz, Durchwechsel an sein Schilt.

Diß ist ein recht artig Meister stücklein, wenn du im zufechten bist so schick dich in rechten Zorn, als bald er sein Schwerdt in die lufft bringt, so Hauw ein freyen Oberhauw zu ihm, volführe den aber nit, sonder verschrenck in der lufft deine hend, das die Rechte hand uber die Lincke kom, und Hauw also mit kurtzer schneid Krump gegen seinem Hauw listiglich durch, in dessen trit wol mit einem zwifachen trit auff sein Rechte aus, unnd Hauw mit Langer schneid zu seinem Rechten ohr, oder kom mit dem durchwechseln an sein Schilt gegen seiner Rechten, alda arbeit mit Winden, Schneiden und was dir fur arbeit werden mag.

Ein stuck aus dem durchschiessen.

HAb im zufechten acht, so bald dein gegenfechter sein Schwerdt zum streich auffziehet, so Hauw dieweil behend und listig vor ihm Krump durch (wie oben gemelt) damit du zu seiner Rechten aussen an seinen Schilt komest, und als geschwindt es nur rührt so winde ihm die kurtze schneid einwerts zum Kopff, unnd ruck in solchem winden dein knopff wol ubersich, das die kurtze schneid dest dieffer kom, fehrt er dann auff zu versetzen, so laß dein kling wider umbschnappen das dein Rechte hand wider uber die Lincke kome, und schnell ihm also im umbschnappen wider unden zu seinem Rechten ohr hinein, in solchem aber trit mit dem Lincken fuß wol auß auff sein Rechte, Zwirch dann bald wider mit einem abtrit zu seinem Lincken ohr dieff, unnd wind an seinem Schwerdt dein kurtze schneid wider unden heraus, zu seinem Lincken ohr, demnach Hauwe dich von im, und solches alles soll durch das winden behendiglich volbracht werden.

Merck so er dich mit Krump wolt irren,
Am Schwerdt recht bleib, den krieg thu führen,
Mit Winden, Schnieden und was mehr,
Mit verfliegen laß dich nit zu ferr.

Auß disen versen lernestu wie sich zuverhalten sey, gegen dem der dir krump an dein Schwerdt bindt, es werden aber hie zu zwey stuck dienstlich vermeldet, nemlich das Bleiben und der Krieg, welches sich also halt, Wenn dir einer krump an dein Schwerdt bindet, so zuck nit bald ab, sonder bleib an seinem Schwerdt, zu fülen was dir für arbeit hie nötig sein werde, als wenn er abgieng das du Nachreisest, oder so er bleibt du windest, dann Winden Schneiden, Verkeren, Außreissen heist hie der krieg, dardurch immer einer dem andern sein stuck bricht, unnd ein Bruch aus dem andern volget, dann wehret er dir eines so verursacht er dich oder hilfft dir zum andern, und kriegen also beide umb das Vor, auch soltu mercken wenn dir einer mit Krumphäuwen zuficht, das du gar nit verfliegen lassest von einer Blöß zur andern, dann als bald du vom Krumphauw abgehest, so bistu ihm gantz bloß, wo er sich ein wenig weiß darein zuschicken.

Hieraus merck nun ein gut stuck, Hauwet einer von seiner Rechten ein Krumphauw auff dich so setz ihm den Hauw mit Langer schneid ubersich ab von dir, in dem es glützt, so bleib mit dem Bandt an seiner klingen, winde in des dein knopff ubersich gegen deiner Lincken, unnd die kling undersich gegen seiner Lincken, die kurtze Schneid an sein Linck ohr, Diß aber alles soll zugleich in einem trit zugehn, so triffestu gewiß, ob er aber so gescheid wer und auch den Krumphauw in das Langort verwenden würdt, so winde in einem schnall die kurtze schneid einwerts zu seinem Kopff, winde demnach behend mit dem knopff wider unden durch auff dein Lincke seiten, greiff also mit dem knopff uber sein kling oder arm unnd reiss aus, oder so dir das gewendt, so nim andere stuck so du hie am tüglichen ersihest für die hand.

Bald schnell die schwech zur Rechten dar,
Zwifach schnellen, mit Schilt dich bewar.

Merck kom im zufechten in rechten Wechsel, von dannen streich auff durch sein gesicht, das dein Schwerdt uber dein Haupt umblauff in einder Rinde, trit mit deinem Lincken wol auff sein Rechte, und schlag mit der außwendigen flech von deiner Lincken gegen seiner Rechten, uberzwerch zum ohr, nim den Kopff wol mit, wie hievor gemelt, aber in dem es glützt, so stoß behend dein knopff under dein Rechten arm durch, und schnell ihm also mit

inwendiger flech in einem schnall, von unden auff wider zu seinem rechten Ohr, in solchem winden bleib hart an seim Schilt mit deinem Schwerdt, und truck zugleich hart von dir, helt er wider, so laß dein Schwerdt leiß auß, und zuck umb den Kopff, schlag also mit außwendiger flech zu seinem Lincken, ein starcken Glützhauw uber dein hand, das dein knopff wol ubersich gang, so gehet der Hauw dester dieffer, windt mit dem knopff wider under deinem Arm durch, und schnell von inwendig hinder seiner klingen zum Kopff, bleib alwegen hart an seinem schilt unnd windt in eyl wider herauß, so stehestu wider im Glützhauw wie vor, arbeit weiter waß du wilt, nach den vier Blössen.

Item Hauwet einer ein Oberhauw auff dich von seiner Rechten, so Hauw auch ein Oberhauw, gegen seinem zugleich mit ihm hinein, in dem es glütz, so stoß in eil dein knopff under deinem arm durch, und schnell also wider einwerts zum Kopff, ehe das recht rühret zuck deine beid Arm also geschrenckt ubersich gegen deiner Lincken, und reiss an seiner klingen ubersich umb, schnell also wider mit außwendiger oder letzer flech zu seinem Lincken ohr von Unden, wie nechst hie oben, Diß zwifach schnellen soll behendt zugohn, und weil es ein sonderlich behendt stuck ist, hab ich dirs also eigentlichen dargeben, dann gewiß ist, wann du von einer seiten ihm an sein Schwerdt bindest, und bleibest hart daran, windest ihm also[13] hinein unnd außwerts in einem schnall, auff einer seiten Doppel zu dem Obern und Underen theil seines Haupts, so hastu auff der andern seiten, wann er die schnellen versetzt, ein Blöß welche du rühren magst mit einem Zirckel, oder umbschnall in einem flug, hierauß kanstu meins erachtens die winden wol merkcen und lehren.

Auch ihenes Schilt mit sterck verwindt,
In des abstoß und schlag geschwindt.

Das ist, wann dir einer das doppel Schnellen wehren wolt, und setzet dir ab, so fasse mit deinem schilt den seinen, gleich wie das kleiner Bild zur Rechten in der Figur so mit dem I. verzeichnet, dem andern die Arm gefaßt hat, doch auff solche weiß das du die Linck hand nit vom hefft lassest, unnd ruck ihm das Schwerdt in einem stoß von dir beseitz auß, laß in des die kurtz schneide umbschnappen, dieff zu seiner andern Blöß gegen uber.


Ein anders.

HAuwet einer gewaltig Püffel auff dich, also das du ihme mit solcher subteilen arbeit nit zukommen kanst, so Hauw den ersten zugleich mit ihm ein, und merck eben, in dem er sein Arm wider zu sich zeucht, so fahr ihm mit uberzwercher klingen an sein beide Arm von Unden, und im underfahren, laß dein Lincke hand vom knopff unnd begreiff dein kling in der mitte, wie die kleiner bossen in der Figur N. hievor getruckt zur Lincken handt anzeigen, reiß ihm sein beide Arm mit deinem Schilt und kreutz beiseits auß, und im stoß oder riss laß dein Lincke hand ab, Hauw behendt nach es sey kurtz oder lang, Derhalben merck, wann du also ein dach büffler für dich bekommest, so schauw wie du ihme ein streich zwen versetzt, biß du die gelegenheit ersihest, das er im besten aufffahren ist zum streich, so underfahre ihme behendt sein Arm, und trit wol under ihn, so schlegt er sich selbst, mit den Armen in dein klinge.

Den Schielhauw soltu weißlich machen,
Mit winden kanst ihn auch zwifachen.

Der Schieler seind dreyerley, nemlich zwen Schielhäuw, einer von der Rechten, den andern von deiner Lincken, welcher mit geschrenckten Henden, dem Krumphauw nit unehnlich, wie oben bey den Krumphäuwen gemelt. Der dritt ist ein Schieler mit dem gesicht, als do ich an ein ort sihe, mit sampt den geberden, sam ich dahin schlagen wolt, ich thüe es aber nicht sonder schlag anderswo hinein.

Von disen schielhäuwen bistu bißher im ersten theil gelehrt, und zu dem diewel hin und wider in stucken davon gemelt wirt, ist unnöthig insonders weiter dvon zu handlen, will derhalben allein von etlich Bruchen und dergleichen so hierauß genomen werden etwas sagen,

Bruch auff den Schiler.

Merck als offt dir einer ein Schielhauw, gegen deinem langen Hauw herfüret, so blösset er sein Rechte seiten, derhalben so laß ihn nit an dein Schwerdt kommen, sonder Wechsel unden durch, unnd Hauwe ihm zu seiner Rechten dem durchfahren nach von deiner Lincken lang hinein.

Bruch.

ITem Wechselt dir einer under deinem Schielhauw durch, zu deiner Rechten seiten, so bleib gleichwol mit dem ort gerichts vor seinem gesicht, und wende die Lange schneide gegen seiner klingen, laß in des dein knopff under dein Rechten arm durchgehen, und trit mit dem Lincken fuß wol auff sein Rechte seiten, so hat er vergebens durchgewechselt, dann du kommest ihm mit dem andern Schielhauw und geschrenckten henden auff den Kopff, laß als bald durch den Zirckel neben seinem Rechten ablauffen, und Zwirch zu seinem Lincken ohr.

Bruch auff den Pflug.

MErck wann dir einer fürkompt in der Hut des Pfluges, so greiff in frölich an mit dem Schielhauw, so bald er aufffehrt, so arbeit ihm zu den undern Blössen, und fürter zu allen vier enden.

Bruch anff[!] das Lang ort.

ITem stehet einer vor dir in das Langort, so stelle dich mit geberden sam du ein langen Oberhauw woltest zu seinem Lincken ohr Hauwen, thu es nit, sonder verwende in der lufft, unnd Hauwe ein starcken Schielhauw auff sein Schwerdt, in dem es glützt, so schieb den ort für dir hin zu seinem gesicht, das muß er versetzen, in dem er ubersich fehrt, so zucke dein Schwerdt in einem fluge umb dein Kopff, Hauwe mit gekreutzigten henden, die kurtz schneid uberzwerch zu seinem Rechten ohr, disen nenne ich den andern Schieler, laß die Linck hand wol under deinem rechten Arm ubersich gehen, so gehet die kurtz schneide dieff, zuck wider umb dein Kopff, unnd reiß ihm sein kling von deiner Rechten uberzwerch gegen seiner Lincken, mit der flech auß, das dein Schwerdt ober deinem Haupt widerumb fleuget, und laß ihm die kurtz schneide dieff einschiessen zu seinem Lincken ohr, als bald Hauw zwen Underhäuw zu seiner Rechten und Lincken, in des Hauwe dich wegk.

Ein anders.

ITem kompt dir einer fur, der gern von Oben lang auff dich bindet, oder seinen ersten streich lang von Tag auff dich führet, wann du dann nahte zu ihm kompst, so streich vor ihm durch, ubersich auff gegen deiner Lincken, das dein Schwerdt kling im sturtz uber deinem Haupt umbschiesse, gegen seiner Lincken, trauwe ihm als woltestu also gegen seiner Lincken schlagen, so wirt er ohn zweiffel fertig sein und herhauwen, derhalben so laß in des dein Schwerdt ober deinem Haupt wider umbschnappen, die recht handt uber die Linck, unnd schlag also mit kurtzer schneid zugleich mit seinem streich hinein zu seinem Rechten ohr, wie oben gelehret, machstu das recht unnd tritst wol darzu, so triffstu gewis, versetzet ers aber und fehrt auff, wie er dann so erß versetzen will aufffahren muß als bald zucke umb dein Kopff, unnd Hauwe ihme mit Langer schneide von Unden uberzwerch zu seiner lincken Spindel, nahet under seinem knopff hinein zum knochel, under disen zweien Blössen wirt dir eine werden, einweder das rechte ohr oder die Spindel, zuck dein gefeß wider ubersich umb dein Kopff, und Hauwe ein starcken Langen hauw zu seiner Lincken zu seinem Kopff, in disem dritten streich trit wol mit deinen beiden füssen in einem zwifachen trit, umb sein Lincke seiten, so gehet der Hauw wol an, das ist ein gut ernst stuck, so du einen daheim suchen wilt.

Ein ander stuck auß dem Schielhauw.

IM zufechten wann du schier bey ihn kommest, so stell dich sam du ein langen starcken Oberhauw thun wöllest, in dem er aufffehrt dir zu begegnen, so verwende in der lufft die kurtze schneide von deiner Rechten gegen seiner Lincken, und rucke dein knopff ubersich, schlag ihn mit der kurtzen schneid uber sein Arm oder hendt, trit wol auff sein lincke seiten, laß also in einem Zürckel füruber umblauffen, unnd Hauwe lang nach zur nechsten Blöß, ober ficht auß den Underhäuwen zu ihm.

Den Schieler zwifachen.

ITem im antrit, so Hauwe gegen seinem hauw ein Schilhauw auff sein Schwerdt, von deiner Rechten, in dem es glützt, so verkehr dein Schwerdt an seiner kling, und ritsch also auff seiner kling gegen deiner lincken seiten auß, trit mit deinem Rechten fürbas nach auch gegen seiner Lincken, laß dein kling umb den Kopff fahren, und Hauwe den andern Schielhauw auch von deiner Rechten, dieff oben hinein hinder seiner klingen einen wie den andern behendt auff einander, hinein mit einem zwifachen trit, zwyfach zu seiner Lincken, das ist ein geschwindt stuck auff die langsamen Fechter, die doch die Arm weit von sich führen.

Oder so du den ersten Schielhauw volbracht, und also den andern auch herführen wilt, so schieb dein knopff in eil (dieweil du dein Schwerdt in der lufft fürest) under deinem rechten Arm durch, unnd Hauwe den andern mit geschrenckten henden auch zu seiner Lincken gleich wie vor, und nim dein Kopff wol gegen deiner Rechten.

Der drit Schieler ist ein verführung mit dem gesicht.

IM zufechten kom im auff streichen in die Hut des Tags, so bald du ihn erlangen kanst, als bald wendt die kurtz schneid noch also in der lufft gegen ihm, stell dich mit deinem gesicht sam du mit dem Schielhauw zu seiner Lincken wolltest einhauwen, thu es nit, sonder laß den Schieler fehl neben seiner Lincken füruber lauffen, unnd arbeite ihm zu seiner Rechten, oder wincke ihm zu der Rechten, und schlag behendt wider zu seiner Lincken hinein, nim den leib wol mit, es ist schöne unnd geschwinde arbeit, die sich nicht lest schreiben als mit lebendigem leib erzeigen.

Merck ein geschwindt stuck auß dem Schieler.

IN dem du schier zu ihm kommest, so flügele vor ihm auff, das du mit geschrenckten henden in das Einhorn kommest, im aufflügeln erhebe dein lincken Füß etwas ubersich, dem gewicht nach, das du mit geschrenckten henden hoch durch das Einhorn kommest, so stehest du als woltestu durch schiessen, als bald er sein Schwerdt auß

streckt, so Hauwe also mit geschrenckten henden, und kurtzer schneide von Oben nider gegen seiner Rechten, biß an das eussertheil seiner Schwerdts klingen, und ehe es rührt, wende dein kurtz schneid umb, und schlag mit dem Schielhauw, das ist mit kurtzer schneid von deiner Rechten zu seinem lincken ohr, Arm oder gesicht, mit einem zutrit deines rechten Füses gegen seiner Lincken, so triffestu wie dich das grösser Bild gegen der Lincken handt in der Figur G. lehrt, und im treffen laß dein kling von seiner Lincken, ein wenig beiseits außlauffen, und stoß gleich auch mit dein Knopff under deinem rechten Arm durch, verschrencke also dein hendt, das dein halb schneide vor ihm wider umb schnap, gegen seiner Lincken uber sein Kopff oder Arm, reiß also mit geschrenckten henden von deiner Rechten gegen deiner Lincken sein Schwerdt auß, oder schrenck ihm uber sein beide Arm, helt er wider das du nicht außreissen noch uberschrencken kanst, so laß unden durchlauffen mit dem knopff, und greiff ihm uber sein rechten Arm, threib die ringen gegen ihm.

Vom durchwechseln.

DUrchwechseln gehört auff die, so also mit Schieler oder Krumphäuwen fechten, das merck also, streckt er sein hende nicht lang von ihm in seinen Häuwen, sonder behalt die im Fechten nahe bey sich, dem magstu frölich durchwechseln in der weite.

Item ficht er auß dem Winden, Verkehren, Krumphäuw, Schielhäuwen, oder was der stuck mehr seindt, damit er sein streich verkürtzet, oder nicht lang von sich kan Fechten, wie es dann in solchen stucken geschicht, denen soltu auch durchwechseln (ehe dann sie ihre stuck zum halben endt bringen) zur andern seiten, welche er mit solchen verkürtzen Blöst, damit zwingestu ihn zuversetzen, unnd das er dir das Vor lassen muß.

Item ob schon einer weit und lang von sich ficht, mit Langer schneid, aber doch mehr zu deinem Schwerdt dann leib, dem soltu aber durchwechseln, zur nechsten Blöß, und ihn mit seinen Häuwen verfallen lassen, Derhalben so fleiß dich was du fichtest, es sey mit langer oder kurtzer schneid, das du ihme fürnemlich zur Blöß, das ist zum leibe Hauwest, und ob es schon nicht alwegen kan sein, das du ihme den nechsten zum leibe hauwen magst, so soltu doch so bald er durchwechselt seinem Schwerdt nach zur Blös einfallen, auch merck dise Regel in allen häuwen, so du mit der sterck deines Schwerdts sein kling rührest oder empfahest im band, als bald und gleich mit, in dem es noch glitzt, soltu zugleich auch mit der schwech deiner klingen, das ist mit dem eussern theil zum Leib oder

nechsten Blös inhauwen, das also dein Schwerdt sein kling unnd leib zugleich trifft, oder so bald dein sterck sein Schwerdt rühret, so soltu noch also im zusamen glützen, die schwech zur nechsten Blöß wenden, mit Schnellen, schnappen und winden.

Ferner hald dich auch diser lehr, Wann du solche stuck Fechten wilt gegen denen er dir durchwechseln kann, als nemlich dieweil du dein Schwerdt in der lufft führest, zu einem Schielhauw oder Krumphauw.

Item zum verschrencken, verfellen, und was dergleichen ist, so bald du gewar wirst das er durchwechseln will, so verfall auß solcher arbeit in den langen schnit, das ist in das Langort der Blösse zu, die er dir geben wirt im durchwechseln, dann so offt er durchwechselt blöst er sich, unnd in dem du ihme zur Blöß durchreissest, so wardt mit der Langen schneide seines schwerdts, wo es dir zu nahe kommen wolt, das du mit der sterck gegen ihme wendest, und gleichwol mit der kurtzen schneide auff seiner Blöse bleibest, als bald du gerühret hast, so verharr nicht lenger, sondern laß behendt abfliegen von einer Blöß zur andern.

Die Zwirch soltu auch halten werdt,
Damit gantz wirt dein kunst im Schwerdt.

Die Zwürch ist auch der fürnemen Meisterstuck eins im Schwerdt, dann du solt wissen, wann die Zwirch nit wehre wie jetziger zeit im brauch ist, wehre es umb das halb Fechten geschehen, sonderlich wann du under des mannes Schwerdt darinen bist, da du nicht mehr mit langen häuwen durch kreutz Fechten kanst, ob ich schon foenen auch von den Zwirchen geschriben, sovil das wo einer Fechten kan, gnugsamen verstand daraus fassen köndte, aber dieweil vil an der Zwirch (wie gesagt) gelegen, zu den ich auch grossen Meistern, sonder vil mehr den tehrnenden[!] zuschreiben mir fürgenomen, Derhalben ich die Zwirch hie nicht allein wider holen, sonder auch weitläuffiger davon schreiben, zur lehr denen die solche kunst lieben.

Im zufechten hab acht, ob der Man auff dich von Tag, das ist von Oben angreiffen wil, so streich von dem rechten Wechsel auff, gegen des Mans gesicht, in dem er schlagen oder Hauwen will, so laß dein kling neben deiner Linken umb den Kopff fahren, das dein flech ubersich stehe, und dein Daumen undersich auff deinem schilt, oder der schilt auff deinem Daumen lige, trit mit dem Rechten fuß wol umb sein Lincke seiten zu ihm, gleich mit

dem trit, Hauwe mit halber schneide von deiner Rechten seiten, gegen seinem Lincken ohr, das dein gehiltz sampt dem Daumen unden hoch uber dem Haupt stehe zur versatzung, also das wo er schlüge, du ihm sein streich auff die stercke deines Schwerdts empfangest, unnd zugleich mit der eussern kurtzen schneid zwerch von unden zu seinem Lincken ohr treffest, so bald die Schwerdter zusamen rühren oder glitzen, so schlag mit der langen Zwirch, das dein Daumen unden bleib, ubereck zu seinem rechten ohr dieff.

Zum andern merck, wann du mit einem Zwirchschlag zugleich mit ime einhauwest oder anbindest, so bald such Oben und Unden auff derselben seiten die Blöß, mit verkeren und wider umbschnappen, oder Zwirchen Uberschrencken, Nachreisen, Schneiden, Hendtrucken, Außreissen, dann als bald dir einer von Oben zuhauwet, so versetz ihm mit der Zwirch, in dem die Schwerdter zusamen glitzen oder rühren, so verkehr schrenck ubersich die Blöß, unnd ficht was dir für arbeit hie neben gemelt zu erst werden mag, Darumb spricht Lichtenawer recht in seinen verborgenen Reimen, Zwirch benimbt, Was von oben kümpt. Item Zwirch mit der sterck, Dein arbeit damit merck. Das ist alle dach streich versetz mit Zwirch, oder wie ich sie hie meinen Reimen gesetzet.

Dann alles was da kompt von tag,
Die Zwirch solches versetzen mag.
Im angriff treib die Zwirch mit sterck,
Verkehren, fehlen auch mit merck.

Hauwet einer auff dich von Tag, so Zwirch gegen seinem streich mit sterck, damit zwingestu ihn das er dester dieffer mit seinen Hauw zu thal fallen muß, in dem es glitzt so stoß dein knopff under deinem rechten Arm durch, verkehr also und truck undersich, laß die kling als bald wider umbschnappen, die kurtz schneide in sein gesicht, doch das du im verkeren und umbschnappen mit dem Schnit auff sein Armen bleibest.

Diß stuck gehet wol an wann du es in einer geschwinde machest, wischet er dir aber mit den Armen zubehendt ubersich, so laß dein klingen umbfahren umb dein Kopff, das dein Lange schneid, vornen an sein Arm kome uberzwerch durch einen Underhauw, wie das kleiner Bild in der Figur I. zur lincken hand außweist, aber laß die lincke hand nit vom Hefft, sonder stoß ihn von dir mit geschrenkten henden.


Zum Pflug und Ochssen bist behendt,
Ihm trauw den Hauw bald wider endt.

Der Reimen ist an im selber auch gar dentlich[!], wie auch die andern, Nemlich das du zu dem Ochssen unnd Pflug, das ist zur undern und obern Blöß, zu Linck und Recht, behendiglich kreutzweiß und ubereck Zwirchen solt, zu allen vier theilen, wie mit andern Hauwen, so in den vier Blössen hievor weitleuffiger gelehrt.

Merck was für Zwürch mit springen wirdt geführt,
Auch fehlest mit, nach wüntschen rührt.

Merck im zufechten, wann du zur Lincken obern Blöß zwirchen wilt, so spring zu solcher wol auff, unnd laß auch den knopff wol ubersich gehen, so gehet die Zwirch dieff zum Kopff, sonderlich wann du die geberdt also verstellen kanst, auch gleich unversehens mit der Zwirch daher gesprungen bist, das er des sprungs nicht wahr nimpt biß er geschehen, und die Zwirch getroffen hat, ersicht erß aber und wehret oder versetzet solches, so trit eilents mit dem Lincken fuß gegen seiner Rechten seiten, unnd Zwürche ihm von deiner Lincken, mit gesenktem leib zu seiner Rechten undern Blöß, die hastu (wo er die erste Zwirch versetzt hat) gewiß.

Item wann du also dem Mann in einem sprung hoch und dieff zuschlechst, mit der Zwirch oder sonst einer flech, und last es aber nicht treffen, sonder neben seiner Lincken fehl lauffen, schlechst also in eil mit der Zwirch einer andern Blöß, so triffest du nach wunsch, dann ehe er sich besinnet die Zwirch zuversetzen, so hastu anderstwo[!] getroffen, wo du anders solches mit gantzen leib führest, das ist die geberdt zu solchem stuck recht brauchest.

Doppel solt du den Fehler machen,
Desgleichen Trit und Schnit zwifachen.

Der Fehler ist ein gut stuck gegen den Fechtern die gern versetzen, wie auch die vorige stuck auß der Zwirch, als wann du einer Blöß zuhauwest, und merckest das er dem Hauwe nach, versetzen, so laß du den Hauw fehl fürüber

lauffen, und schlechst einer andern Blöß zu, Doppel fehlen ist ein kunstreich stuck, und gehöret ein geübter Fechter darzu, aber ich will dir etliche stuck doppel und einfach hieher setzen unnd beschreiben, darauß du allerley fehler wol lernen kanst.

Im zufechten schick dich in die Zornhut zur Rechten, als bald er sein Schwerdt in die lufft bringt, so Hauwe von deiner Rechten umb dein Kopff, mit Langer schneid und außgestreckten Armen, zu seiner Rechten seiten fehl durch, also das die Zwirch gewaltig in der lufft wider umbfleugt gegen seinem Lincken ohr, laß aber nit rühren, sonder zuck wider umb den Kopff, und Hauwe mit Langer schneide das sich die flech dapffer einschwing zu seinem Rechten ohr, jetz verkehr, schnap umb laß verfliegen, und was dir für arbeit werden mag.

Item im zufechten hauw ein langen Oberhauw, zu seiner Lincken obern Blöß, wann du mit dem Hauw oben in der lufft schier an sein klingen rührest, so verwandle den Oberhauw in ein Zwirch, und schlag ihn mit der zwirch von Unden zu dem Lincken ohr, oder Armen, Dises seind die rechten Fecht stuck, darauß vil feiner stuck gefochten werden.

Ein Fehler mit dem falschen trit.

IM zufechten Hauwe einen hohen Oberhauw, und wann dein kling schier an sein klinge rühret, als bald verwandle den Ober hauw in ein Zwirch, und gleich mit der Zwirch trit mit deinem Rechten fuß zwischen dir und ihm beiseits durch, auff sein Rechte seiten, und Hauw ihn under des durch solche Zwirch den ort zwischen seinen Armen zum Maul, wie du solches an den kleinern obern Bilder in hienach getruckter Figur sehen kanst, als bald laß wider umbschnappen, und schlag ihn mit kurtzer schneide und gekreutzigten henden wider umb zu seinem Rechten ohr, oder hauwe mit Langer schneide nach, doch spring mit solchem streich wol auff sein Rechte, beiseits auß.

Zwifach oder doppel fehlen.

ITem im zufechten ehe du recht zu ihm kompst, so Hauwe neben deiner Rechten durch, das dein Wehr uberschiesse im sturtz, trit fürbaß mit dem rechten Fuß zu ihm, laß dein Schwerdt umb den Kopff fahren, und zuck ein


hohen streich von dach in der lufft, aber verschrenck deine hend, trauwe ihm mit der kurtzen schneiden zu schlagen, wischt er ihm nach und wil versetzen, so wendt dein hendt wider umb, unnd verwandle die Krumpschneide in ein Zwirch, laß die zwirch auch nicht rühren, sonder füruber lauffen fehl, und schlag zur andern seiner Rechten seiten, das ist doppel gefehlt, dise zwen fehler werden gleich in der lufft sam du windest umb sein klingen in einem flug volbracht, doch kanstu abbrechen darinnen wann du wilt zur versatzung oder in ein verwenden, so er dich erreichen würde, das du mit deinem stuck nit zu ihm kommen möchst, wann du ihn aber darzu getrungen hast, das er dir versetzen muß, so ist der doppel fehler sehr gut, unnd gehet gar geschwindt zu.

Item das heist auch doppelfehl wann einer doppel oder zweymal ablauffen lest, den Mann zuverführen.

Ein anders auß dem doppel fehler.

IM zufechten bring ein hohen streich von deiner Rechten und in der lufft, noch ehe dann es rühret, so verwende die kurtz schneide gegen ihm, sam du den Schielhauw wöllest hauwen, laß aber die kurtz schneide auch nicht rühren, sonder laß ihn einer behendt auch fehl lauffen, und schwinge ihm dein schwech zu seinem Rechten ohr, mit gekreutzigten Armen, laß behendt widerumb abfliegen, und fall ihme mit dem Schnit zur nechsten Blöß, oder an sein Schwerdt, von dannen zum leib und auff die Arm.

Bruch auff die Zwirch.

MErck wann du mit einem von Oben bindest, oder gleich mit ihm einhauwest, so sihe ob er mit der Zwirch wöl umbschlagen, in dem er umbschlegt, so kome vor mit der zwirch under seiner klingen an sein halß, wie das grösser Bild in der Figur L. zur Lincken hand anzeiget.

Item zwircht er von Unden, das du darunder nicht kommen kanst, so fange sein Zwirch mit fürschieben, an dein Schilt, und stoß dein knopff oberhalb deinem rechten Arm wol von dir, unnd wendt ihm die Lange schneid aussen uber seiner kling von Unden auff zum Kopff, wie das grösser Bild in der Figur N. zur rechten hand außweiset.


Von Tritten.

AM treten ist vil gelegen, darumb schauw das du einem jeden streich sein trit gebest, dann wan du ihme zur blöß Hauwest, und tritst nicht mit dem fuß, von welcher seiten du gehauwen hast, so ist der Hauw kein nutz, wan du aber den Hauw nicht gantz sonder nur trauwest zuhauwen, so darffestu auch nicht gantz treten, sondern mit geberden nur stellen, sam du trettest, doch wirt dich solches die übung besser lehren, Zwifach trit mach also, wan du mit deinen Rechten zu seiner Lincken treten bist, erfordert dann dein stuck das du noch ferner herumb treten must, so trit mit dem Lincken fuß dem Rechten nach, hinder dein Rechten hinauß oder füruber, ehe du dan den Lincken noch kaum setzest, kanst du mit dem Rechten fürt treten, den Schnit zwifachen, merck diß nachvolgendt stuck, Hauwet einer auff dich von seiner Rechten, so Hauwe auch von deiner Rechten gegen seinem streich, doch mit kurtzer schneide und gekreutzigten Henden, in dem die Schwerdter rühren, so trit in einem zwifachen trit mit dem rechten fuß behendiglich ferner umb sein Lincke zu ihm, und fall mit Langer schneid vom Schwerdt ab, auff sein Arm, jetz schrenck uber, fehrt er ubersich und wil den Schnit nit leiden, so folge ihm nach mit dem underschnit in seine Arm, stoß ihn also mit deinem kreutz und schilt von dir ehe er sich erholt, Hauw nach. Das ist der recht alt Schnit, und gehört ein Meister darzu,

Item wann du einem auff die Arm geschnitten hast von Oben, so magst ihm die schneide durchs Maul ziehen.

Vom Schwerdt zum Leib, damit verkehr,
Zweimal, oder Schneid in die Wehr.

Das ist die recht Glosse uber den vorigen Reimen, das aber sagt wind zweymal oder schneid in die Wehr, verstandt also, wann du vom Schwerdt auff sein Arm schneidest, soltu als bald verkehren, entwischt er dir dann ubersich, so soltu dein knopff, under deinem Arm wider herfür winden, so kehrt sich dein Schwerdt widerumb, In die Wehr Schneiden ist, wann dir das zweymal verkehren gefehlt, solt du zwifach nachreisen, mit dem Schnit auff den Armen bleiben, wehrt er das, so fall seiner kling zu mit dem Schnit, unnd schauw das du ihn ohn dein vortheil nit abkommen lassest, sondern reiss alwegen nach.

Nachreisen ist außbindig gut,
Mit Schneiden, Winden dich behut.

Nachreisen ist vil und mancherley, und gehöret zu treiben mit grosser fürsichtigkeit, gegen den Fechtern die da ohn alle kunst mit langen häuwen umb sich Fechten, die treib also, wann du im zufechten zu ihm kompst, mit dem Lincken fuß vor, und dein Schwerdt im Tag heltest, Hauwet er auff dich von Oben lang zu deinem Kopff, so versetze ihm nicht, sondern schauw wie du ihm entfallest mit dem Kopff und Schwerdt, under seiner klingen dieweil die noch in der lufft herfleuget, durch, gegen der andern seiten, das er der keins rühret, laß ihn also verfehlen, in dem er mit seinem Schwerdt und Hauw noch undersich fellet gegen der erden, so Hauwe im listiglich unnd behend in gemeltem durchtreten von Oben hinein zum Kopff vnd das ehe er sich erholet oder wider ubersich kompt, fehrt er aber so behend ubersich, also das er dir versetzet, so bleib hart auff seinem Schwerdt, unnd füle eben, ob er starck ferner ubersich tringt, so laß dein Scwerdt behend ubersich doch leiß außgehen, trit unnd schlag mit der Zwirch umb zu seiner Rechten.

Item bindt einer auff dich von seiner Rechten, so hab acht wann er umbschlegt, so folge ihm mit dem Schnit nach auff sein Arm zu seiner Rechten, Oder stehest du in der Hut, und er fellet dir auff dein Schwerdt mit dem seinen ehe du auffkommest, so bleib also unden an seinem Schwerdt, und heb ubersich, füle in dessen ob er dir dann auß der verzatzung ein Hauwe oder Winden machen wölle, so laß ihn von deinem Schwerdt nicht kommen, sonder volge ihme daran nach, unnd arbeite in des zur nechsten Blöß, auch merck das Nachreisen ist, wann einer zu hoch ubersich fehret, das du ihme unden in dem er auffzeucht zum streich Nachreisest, es sey mit Hauwen oder Schneiden, desgleichen verfehrt er sich auch zu weit auff die seiten, so reiß ihme auch seiner Wehr nach zur Blöß von Oben, in allem Nachreisen aber so hab acht wo er dir entgienge, das du die Lange schneide gegen seinem Wehr wendest, und nim des Schnits wol war, dann damit kanstu ihn zwingen auß aller seiner arbeit.

Bey zweimalen oder darinnen,
Verfliegen laß, damit begüne.

Das ist du solt acht haben, Wann du ihm mit dem Schnit auffgesessen bist, das du ihn nit gleich ledig solt lassen, sondern ein mal oder zwey mit dem Schnit nachvolgen, unnd ihn damit an seiner arbeit und stuck verhindern, wann er sich dann am wenigsten versihet soltu listig ihme unmercklich ehe er es gleich gewahr wirt, mit dem Schwerdt entfliegen, einer andern der nechsten Blöß zu, ist ein recht Meisterstucklein, damit begine das ist.

Zu allen vier enden treib die treffen,
Die zucken lern, wiltu sie effen.

Der vier Blössenen mustu wol bericht sein, wilt du anderst etwas gewisses Fechten, dann du fichtest für häw und stuck so gut sie wöllen, wann du nicht in einem jeden quatier weist ab zubrechen, unnd die fürgenommene stuck zu mutieren, in andere füglichere arbeit verwandelen, ihe nach dem er gegen dir ficht, unnd deinen stucken begegnet, dann es kan geschehen das du ein stuck dir fürnimbst, einer Blöß zu, und aber er sich so gegen die schickt das du ein andere nehere Blöß haben kanst, welche gelegenheit dir entgienge, so du dein fürgenommen stuck also ohne auffmerckens anderer zufelliger gelegenheit zufechtest, darumb fleiß dich das du bald bedacht seyest, zu allen vier Blössen frey fliegent zufechten, Dieweil du der arten nur dreyerley hast zuhauwen und zuschlagen, als mit Langer und kurtzer schneide, unnd mit der flech, von welchen alles Fechten zusamen Componiret, nach den vier theilen das Manns gerichtet, auß welchen sich dann all andere zufellige stuck als Zucken, Doplieren, Ablauffen, geben, davon hievor gnugsam gehandlet.

Abschneiden, Schlaudern, bring auch mit,
Die herten gefehrt weiß ab mit Schnit.

Wann du nun also deine stuck zu all vier Blössenen lauffen last, wie hievor gelehret, so hab gleich auch mit achtung auff seinem lauff, das ist auff sein stuck, also das du ihme die nach gelegenheit steckest unnd abschneidest, darumb so hindere unnd schneide ihm sein stuck also lang ab, biß du dein gelegenheit ersihest zur andern arbeit, Die

zwey gefert seind die streich von beiden seiten, wann du sie abschneidest, so schauw das du kein gelegenheit versehest, unnd schneid auch nicht zu weit von seinem leib, das er dir nicht durchgang.

Des Schlauderns aber nim war, so bald er eine seiten bloß gibt, so rausch von Unden auff mit der flech an seine ohren, schneid behend wider nider zur Blöß, vom Schlaudern besihe ferner das erste theil im Capitel von der Handarbeit.

Verlaß dich nicht zuvil auff d Kron,
Du hast sonst von ihr schad und hon.

Merck wann du mit uberzwerchen kreutz hoch uber deinem Haupt versetzest, das heist die Kron, wann du merckest das dir einer dein Oberhauw underlauffen will mit der Kron, so laß deinen Oberhauw nit gar rühren, sonder verzuck in dem Hauw, auff das er vergebens aufffehrt, und Hauwe mit Langer schneide, ein uberzwerchen Mittelhauw, zu seinen Armen oder Spindel, so du in lehmen wilt, Derhalben als offt du merckest das einer gern hoch aufffehret zuversetzen, so stelle dich mit geberden sam du hoch wöltest Hauwen, thus aber nicht, sondern schlag behendt umb zur undern Blöß, mit der Zwirch, flech oder langer schneide, Summa wer dir krönen will dem mach ein Fehler.

Den Langen ort durchstreich mit gewalt,
Damit all harte gefehrt auff halt.

Standt mit dem Lincken fuß vor, unnd streich von deiner Rechten dem Mann durch sein gesicht, das die halb schneide vorgehet, ein mal oder vier behendt auff ein ander, so bald du ihn aufftreibest, so greiff ihn unden zu an, es sey mit Zwirch oder Langer schneid, und merck wann du also gegen ihm auffstreichest, so nim war, wan er von deiner Rechten auff dich Hauwet von Oben, so wend im auffstreichen dein Lange schneide gegen seiner klingen, und fang seinen Hauw in der lufft, in die sterck deines Schwerds, das dein kling etwas uberzwerch stande, dein ort gegen seiner Lincken ubersich auß, trit bald mit dem Lincken fuß zu seiner Lincken, und stoß dein knopff in des

under dein Rechten arm durch, schlag ihn mit der kurtzen schneide mit abrützten hinder seiner klingen zum Kopff, wie dich der boß zur Linckenhand in der Figur mit dem B. verzeichnet lehrt, trit gleich mit deinem Rechten fuß wol gegen seiner Lincken, rucke den knopff behend wider herfür, das du mit deinem Schwerdt in der Zwirch standest, oder im hengeten ort.

Item streich vor ihm auff, und laß dein Schwerdt oben umbfliegen neben deiner Lincken, trit und Hauw von deiner Rechten, von unden gewaltig zu seinem Arm, versetzt er, so wind unden durch mit deinem hefft, und greiff mit deinem Knopff aussen uber seinen Rechten arm, laß dein lincke hand von dem Hefft, begreiff damit dein kling zu hilff der Rechten, schlag ihn mit Langer schneid auff sein Kopff, wie dich solches die bossen in der Figur O. zur Rechten hand anzeigen.

Den Blendthauw soltu lassen bröllen,
Umbwirff die Zwirch, fleiß dich des schnellen.

Streich den Langen ort in sein gesicht, trit und zucke dein Schwerdt umb den Kopff, und schlag mit inwendiger flech von deiner Rechten, zu seinem Lincken ohr, durch die mittel Lini, nim den Kopff wol mit, und windt behendt an seinem Schwerdt wider umb die außwendige flech, auch zu seinem Lincken.

Die hengen soltu weißlich bringen,
Greiff nicht zu unzeit wiltu Ringen.

Das ist so ihr beid einander eingelauffen seind, solt du dich des angreiffens gewiß machen, wann du anders ringen wilt, dann mit einem griff (so du fehlst) kanst du dich in gefahr geben, von welcher du dich ohn schaden kaum retten kanst.

Von disem Greiffen und Ringen, merck dise folgende exempel, under welchen das erste auß dem Oberhauw genomen.

IM zufechten, führe dein Schwerdt mit außgestreckter klingen vor dir her, das der vorder ort gegen seinem gesicht auß standt, als bald du ihn also erlangen kanst, so laß dein klingen von seinem gesicht gegen deiner Lin=

cken undersich sincken, zuck hiemit dein Schwerdt mit hangender klingen umb deinen Kopff, und Hauwe in einem zusprung, ein hohen und gewaltigen streich gegen seinem Lincken ohr, so bald der hauw getroffen, als bald zucke dein Klingen gerad ubersich ab, und bleib also mit den henden hoch uber deinem Kopff, die klingen aber lasse hiemit neben deiner Lincken seiten undersich sincken, zu einem Underhauw gegen seinem Rechten Arm, underdeß sencke dich mit dem obern leib eilents undersich, und lasse dieweil deine lincke Hand vorm hefft ab, und ergreiffe mit derselbigen dein Schwerdts klingen in der mitte, fahr ihm also von unden auff, behendiglich (dieweil er mit seinem Armen dem ersten streich zu versetzen hoch ist) an seine beide Arm, wann du ihm nun also seine Arm zwischen dein beide hend, mit der Langen schneide deines Schwerdts auffgefangen hast, so winde mit gewaldt mit dem vordern ort aussen uber seine beyde Arm, ist er zu starck, und tringet ubersich, so bleibe gleichwol mit deiner klingen hart an seinen Armen, und wind mit dem Knopff unden durch, greiffe mit demselbigen außwendig uber seinen Lincken Arm,[14] und reiß mit gewalt undersich auß, in dem du also mit deinem Knopff undersich zu dir außreissest, so setze ihm dein vordern ort mit der Lincken hand uber seinen Lincken arm, innerhalb seinem Rechten in sein gesicht, will er aber mit seinem Schwerdt weiter arbeiten, so ergreiffe ihm sein Rechte auch mit dem vordern theil deiner klingen, und reisse undersich, und schlag ihn mit deinem Knopff in sein angesicht.

Bruch.

WAnn du gewahr wirst, das dir einer mit seiner klingen aussen uber deine beide Arm winden will, so lasse dein Lincke hand von dem Knopff, und ergreiffe damit dein Schwerdts klingen in der mitte, fahre dieselbige weil mit deinem Knopff zwischen seine beide Arm, unnd greiffe mit demselbigen, von inwendig uber seinen Rechten Arm, reiß also mit dem Knopff zu dir, unnd mit der klingen truck von dir, so nimstu ihm sein Schwerdt, Also folget immer ein Bruch auff den andern.

Ein Ander.

IM zufechten führe dein Schwerdt mit außgestreckten Armen, außgestreckt und lang vor dir her, unnd merck fleissig auff die gelegenheit, wann du die ersehen, so Hauwe abermals mit herumb gezucktem Schwerdt, ge=

waltig von Oben gegen seinem Lincken ohr, in dem der Hauwe trifft, so fahr auff mit beiden Armen, unnd stoß dieselbige weil deinen Knopff under deinem Rechten Arm durch, lasse hiemit dein Lincke hand eilents vom heffte, und greiffe mit derselbigen oberhalb deinem Rechten Arm wider an dein Schwerdts knopff, Stich ihm also hinder seinem Schwerdt gegen seinem gesicht, oder so du ein kurtz Schwerdt hast, so Stich ihm von Oben zwischen seinen beiden Armen hinein, und setze ihm den vordern ort an seine Brust, und trit mit dem Rechten fuß zuruck, stoß ihn also mit dem vorderen ort von dir, laß in dessen dein Schwerdt wider verfahren, und Hauwe von deiner Rechten uberzwerch zu seinem Lincken ohr, mit einem abtrit deines Lincken fusses, gantz durch, den letsten Hauwe zum abzug von deiner Lincken durch sein Rechte, Oder wann du einem also zwischen seinen Armen, von Oben hinein gestochen hast, so lasse dein Lincke hand vom Knopff, unnd ergreiffe mit derselbigen dein klingen, underhalb seinem Rechten Arm, wende mit derselbigen ubersich, vor seinem gesicht gegen seiner Lincken, und mit dem Knopff oder mit Rechter hand reisse undersich, so nimstu ihm sein Schwerdt.

Ob du wol mit nach gedencken, vil Bruch aus den vorgehenden stucken erlehrnen kanst, so hieher dienstlich, will ich dir doch auch einen setzen also.

Fehrt dir einer mit seinem hefft oder beiden henden, also wie gelehrt hoch auff, so fahre mit der Kron auch hoch auff, also das er mit dem ort nicht ansetzen kan, komme hiemit auch noch neher zu ihm, und lasse die Rechte hand von deinem hefft, verkehr dieselbige, unnd greiff damit zwischen seinen beiden Armen in sein hefft, ruck also mit verkehrter hand auff dein Rechte seiten, so nimstu ihm sein Schwerdt.

IM zufechten so streiche mit außgestrecktem Schwerdt, von deiner Rechten starck und gewaltig ubersich, durch sein gesicht, als dann trit unnd Hauwe mit Langer schneide, von deiner Rechten, von uberzwerch ubersich, mit einem zutrit deines Rechten fusses gegen seinem Hals, als bald derselbige getroffen, so Hauwe den andern von deiner Lincken gegen seiner Rechten, auch uberzwerch von Unden, aber in dem du disen Underhauw herführest, so lasse dein Lincke hand ab vom hefft, und ergreiff damit abermals dein klingen in der mitte, und winde ihm mit dem vordern theil deiner klingen, oberhalb seinem Rechten arm zum gesicht, fehrt er aber mit seinen Armen auff, und wil versetzen, so bleibe mit der Rechten hand sampt dem kreutz hoch, und wechsele mit der Lincken hand sampt dem vordern ort von Oben herab, neben seinem Rechten Arm herumb, unnd führe dasselbige vorder

ort zwischen seinen beyden Armen hinein, und greiffe mit demselbigen, von inwendig uber seinen Rechten arm, truck also mit dem Knopff von dir, und mit der klingen reisse zu dir, so nimstu ihm abermals das Schwerdt.

Bruch.

MErck in dem der Underhauw gegen deiner Rechten antrifft, unnd du den selbigen versetzt hast, so lasse dein Rechte hand vom Schwerdt, und greiffe mit derselbigen aussen uber seinem Lincken arm, in sein Schwerds Knopff, Reiß den zu dir, auff dein Rechte seiten, so nimstu ihm sein Schwerdt.

Ein ander stuck zum einlauffen.

WAnn du an einem gewahr wirst, das er dich mit einem hohen streich ubereylen, unnd hiemit einlauffen will, so fahre mit deinem hefft und offenen henden ubersich, fange ihm also seinem hauw in dein hefft, wie dir solches mit den obern bossen in der Figur O. zur Lincken fürgemohlet ist, als bald der hauw auff dein hefft trifft, so fahre mit dem kreutz von Oben zwischen seine beide Arm, trit hiemit zu ruck, und Reiß mit dem kreutz undersich zu dir auß, Hauwe ihn mit solchem zug auff den Kopff.

Werffen.

WAnn dich einer mit seinem Schwerdt underlauffen hat, also das ihr gar nahet zusamen komen, so wirff dein Schwerdt hindersich von dir, auch bucke dich eylents vor im undersich, und ergreiff im mit beyden henden beide bein, zuck an dich, so fellet er an rucken, davon besihe die obern unnd kleinern bossen, zur lincken Hand in der Figur D.

ODer so ihr beyde so nahet zusamen komen seind, und er führet sein Schwerdt ober dem Kopff, also das sein klingen ein wenig hinder ihm abhangt, so lasse dein Rechte hand vom Schwerdt, unnd fahr mit derselbigen aussen uber seinen Lincken Arm, und ergreiff damit sein Rechte hand bey dem glid, zugleich in dem du ihm sein hand ergreiffest, so trit mit deinem Rechten fuß hinder seinen Lincken, zeuch ihn also mit der Rechten hand uberruck von dir, und stoß ihn mit der Lincken hand sampt dem Schwerdt, für die Brust, so fellest du in uber dein für gesetzt bein an seinen rucken.

WAnn ihr also nahet zusamen komen, so trit ihm mit deinem Lincken fuß zwischen seine beide bein, laß hiemit dein Lincke hand vom Schwerdt, unnd wende ihm ein wenig den rucken, greiff under des mit deiner, vom Schwerdt abgelassener Lincker hand, under seinen beiden Armen durch, und aussen uber seinen Lincken arm, mit der Rechten hand aber, sampt dem Schwerdt (oder wirffe dasselbige von dir) greiffe aussen uber seinen Rechten arm, also das du mit deiner Rechten hand dein Lincke oberhalb seinen beiden Armen wider ergreiffest, trucke ihm also beide Arm zusamen, auff dein Lincke achsel, hie zwischen trit auch mit dem Lincken fuß vornen für seine beide fuß, schwinge dich hiemit auff dein Rechte seyten, und in dem schwung bucke dich fürsich undersich, und wirff in fur dir nider.

Ein anders.

ODer in dem ihr durch einlauffen so nahet zusamen komen seind, also das es zu rung gerahten muß, so trit mit dem Rechten fuß zwischen sein beide bein, laß die Lincke hand vom Schwerdt, unnd greyffe mit den Rechten hand sampt dem Schwerdt under seinen rechten Arm durch, aussen umb seinen leib, und mit der Lincken hand ergreyffe ihm von inwendig durch, seinen rechten Schenckel, ihe niderer ihe besser, und schauwe das du mit deinem Rechten fuß zwischen sein beyde bein wol durchgetretten seyest, auff das du mit demselbigen mit widersperren unnd außrucken, dem wurff zu hilff komen könnest, erhebe ihn also in einem schwung, unnd wirff ihn hinder dir auff seinen Kopff.

Ein anders.

UNderlaufft dir einer mit der Zwirch dein Schwerdt, so merck in dem er dir gegen deiner Lincken herzwircht, so versetze ihm solche Zwirch mit hangender klingen, und greiff mit der Lincken hand (die du dann vom Schwerdt ablassen solt) under deiner und seiner k[l]ingen durch, außwendig uber seinen rechten Arm, fall ihm also mit derselben verkehrten Lincken hand an die gurgel, auch trit under des mit dem lincken fuß hinder seinen Rechten, wirff ihn abermals an seinen rucken.

Damit du aber den Ringen und Greiffen ein grund habest, so will ich dir die Hengen und Winden erlicher masen dar thun und erkleren, auß welchen dann die Kampffstuck im kurtzen Schwerdt herfliessen und erwachsen, und werden die Hengen zu zweyerley fürnemen ins werck gericht, gebraucht, Nemlich zum ersten werden sie gebraucht

die häuw damit auffzufangen, und dieselbige auff der flachen klingen abrischtzen lassen und nachfechten, oder mit solchem verhengen dem Man under sein Schwerdt gehn, und darunder einwinden, und dise werden den mehrertheil auß dem Pflug, oder von den Underhäuwen zu wegen bracht und vollendet. Zum andern so werden sie auch gebraucht zum, ein, oder uberhengen, welche dann auß dem Oberhauw und von dem Ochsen hergebracht werden, welche beyderley Hengen verstand also.

Wie du auß dem Underhengen ein und auß winden solt.

IM zufechten so kome mit deinem Lincken fuß vor, und streiche mit außgestreckten Armen ubersich, gegen seinem Schwerdt, also das in solchem ubersich streichen die halb schneid Oben stand, und vorgange, demnach wann dein vorder ort, in solchem ubersich streichen seinem (nemlich deines gegenmans) gürdel gleich kompt, und er dieweil eben herschlecht, so stosse eylents deinen Schwerdts knopff under deinem Rechten arm durch, und fare also mit gekreutzigten henden ubersich, gegen seiner Lincken, also das damit dein klingen ein wenig gegen seiner Rechten seiten hang, und schauwe das in solchem aufffahren, dein flache klingen auff dein Daumen zu ligen komme, fang also seinen hauw auff deine uberzwerche stehende flache klingen auff, also das in solchem auffangen und undergehn, beyde Schwerdter in die stercke zusamen rühren, unnd dein Kopff under deinem Schwerdt bedeckt und wol bewart sey, so bald nun also sein hauw auff deine klingen rühret, so rucke deinen knopff wider under deinen rechten Arm, gegen deiner Lincken seiten herfür, und wende hiemit dein halbe schneide einwart hinder seiner klingen, uberzwerch uber seinen Kopff, in solchem einwinden aber, bleib mit deinem Schwerdt hart an dem seinen, auff das du fühlen könnest, wann er abgehn wölle, auch soltu deinen Kopff mit solchem einwinden wol aus von seiner klingen, gegen deiner Lincken seiten entzichen, wirstu aber in dessen gewahr, das er (dieweil du dich mit solchem einwinden etwas blössest) von Oben nider derselbigen zu eylen wölle, so trit mit deinem Lincken fuß behend gegen seiner Rechten seiten auß, unnd stosse deinen knopff wider under deinem Rechten arm durch, unnd fahr mit beiden Armen auff, wende ihm also die halbe schneide wider außwerts an sein Recht ohr, auff dise weiß kanstu auff der einen seiten mit der klingen under seinem Schwerdt, ein und außwerts Winden, auff der andern seiten aber, magstu mit dem Knopff ubergreiffen, Also, wann du ihm auff vorige weiß sein Schwerdt mit verhengen auffgefangen hast, so trit behendt in dem die Schwerdter noch zusamen rühren, mit dem rechten Fuß ge=

gen seiner Lincken seiten, und greiff mit dem Knopff, außwendig Oben uber seinem Rechten arm hinein, unnd reisse zu dir auß. Oder nach dem du ihm ein und außwerts gewunden hast, unnd er mit den Armen hoch auff gefahren ist, so wind ihm mit dem Knopff inwendig zwischen seinen beyden Armen hinein, und greiff also mit demselbigen von inwendig uber seinen Rechten arm, und reisse gegen deiner Lincken auß, wiltu so magstu dein Lincke hand vom hefft ablassen, und mit derselbigen in die mitte deiner klingen greiffen, demnach wie du mit der Rechten hand gegen deiner Lincken seiten zu dir zeuchst, also trucke mit deiner Lincken hand, gegen seiner Lincken von dir, Auch magstu ihm auß allen Legern mit hangender klingen underschieben und versetzen, und also wie gelehrt, an seinem Schwerdt ein und außwahrts Winden, und das zu beiden seiten.

Wie du die einhengen und winden von Oben in das werck richten solt.

IM zufechten führe einen gewaltigen hauw von Oben gegen seinem Lincken ohr, unnd in dem dein hauw an sein Schwerdt rühret oder glützt, so stosse deinen Schwerdts Knopff abermals under deinem Rechten Arm durch, und henge ihm die klingen also mit gekreutzigten Armen, wol hinder seiner klingen hinein zum Kopf, oder nach dem du ihm also von Oben eingewunden hast, so henge ihm dein klingen wol uber seine beyde Arm, unnd reisse also mit deinem Schwerdt, gegen deiner Lincken seiten auß, so bald du aber in solchem hinein winden fühlest, das er deiner Blösse von Oben nider zu eilen will, so rucke deinen Schwerdts knopff abermals wider herfür, und fahr mit demselbigen wider hoch ubersich auff, und henge ihm die halbe schneid wider außwerths hinein zum Kopff, wehrt er dir solches, so winde behend mit deinem knopff unden durch, und außwendig uber seinen rechten Arm hinein, reisse also abermals undersich zu dir auß, oder greiffe im auch inwendig zwischen seinen Armen hinein, fasse ihm derselbigen einen von inwendig mit deinem knopf, und reiß zu dir abermals auß.

Item wan du einen Oberhauw auff deinen gegenfechter hinein fürest, und er versetzt dir solchen mit der Zwirch, so merck als bald dein hauw auff seine klingen rührt, so stosse deinen Schwerdts knopf (es sei under deinem Rechten arm oder nit) hoch ubersich, und hencke im dein klingen uber die seine hinein zum Kopff, magst also hart auff seiner klingen bleiben, und hinein und außwerts winden, nach gelegenheit. Wehrt er dir solche winden und fehrt auff, so

winde (in dem er auffert) aber mit dem knopf umb seine Arm, also kanstu im von allen seiten wie du ihm angebunden hast, mit gewalt aus und einwerts winden, letstlich soltu auch alwegen so offt du einwinden wilt, drei ding betrachten, Nemlich zum ersten den haw, Zum andern das einwinden an im selbs, mit welchem du treffen solt, Zum dritten den schnit, dan dieweil du dich mit dem winden blössen must, so soltu mit dem Schwerdt hart an dem seinen bleiben, uff das wan er (dieweil du windest) nachfolgen oder abgen wil, du im mit dem schnit nachfolgest, und an seinem Schwerdt bleibest, und ime dasselbige mit dem schnit außführest und abwendest, oder (dieweil er abgeht) mit gedachtem schnitt der nechsten Blöß zu einfallest.

Ein guter Bruch auff alle oberhäuw.

IM zufechten schicke dich mit deinem Schwerdt in den Lincken Wechsel, und merck (in dem er von Oben gegen dir herhauwet, so trit mit deinem Lincken fuß gegen seiner Rechten, oder auff dein Lincke wol zur seiten auß, zugleich mit solchem außtretten Hauwe mit Langer schneide ubersich, gegen seinem herfliegenden hauw, also das du in solchem ubersich hauwen, deinen Schwerdts knopf under deinem rechten Arm durch gestossen, und seinen streich also mit kreutzigeten henden hoch in der lufft, auff deine Lange schneide in die sterck, auff gefangen habest, in dem nun also die Schwerder zusamen rühren und glützen, so rucke deinen Schwerdts knopf neidlichen under deinem rechten arm wider herfür, damit sich das forter theil deiner klingen, durch solches herauß rucken, hinder seinem Schwerdt, uberhalb seinem Rechten arm hinein, und schlims durch sein gesicht wider herauß schwinge, in dem du aber den Underhauw also durch einen Oberhauw gegen seinem gesicht wider herauß windest, eben dieselbigew[!] weil, trit auch mit dem Lincken fuß ferner gegen der Lincken seiten auß zuruck hindersich, wie du dessen in der Figur H. an dem grossern Bild zur rechten Hand ein anzeigung hast, Hauwe ihn also im abtretten durch sein gesicht, wann nun dieser Underhauw sampt dem außtrit, unnd herauß winden in einem huy behendiglichen gemacht und volbracht wirt, so geht es dir gewiß und wol an, auß disem Windhauw werden auch vil andere und schöne stuck genomen und zuwegen bracht.

Ende des Schwerdts.

Ordenliche Beschreibung und anweisung des fechtens im Dusacken, darinn vil Mannliche und geschwinde Stucke, durch wölche die angehende Schuler zur behendigkeit, volgends im Rapier zufechten, sovil deß besser mögen abgericht werden, in guter Ordnunge begriffen, und nach einander furgestellet.

Mit diser wehr Reich weit und lang,
 Dem Haw nach fürsich uberhang,
Mit deinem Leib, darzu trit ferr,
 Dein häw führ gwaltig umb ihn her,
Zu all vier enden, lass die fliegen,
 Mit geberden, zucken, kanst ihn triegen,
Inn die stärck soltu versetzen,
 Mit der schwäch zugleich ihn letzen,
Auch näher soltu kommen nit,
 Dann dast ihn langest mit eim trit,



Wann er dir wolt einlauffen schier,
 Das Vorder ort, treibt ihn von dir,
Wehr er dir aber glauffen eyn,
 Mit greiffen, Ringen, der erst solt sein,
Der stärck und schwäch nimm eben war,
 Indes, die Blöß, macht offenbar,
Im Vor, und Nach, darzu recht tritt,
 Merck fleissig auff die rechte zeit,
 Und laß dich bald erschrecken niht.


Innhalt des Fechtens im Dusäcken, und in was ordnung solches Fechten beschriben wirdt.

Das erst Capitel.

NAch dem bißher mit dem Fechten im Schwerdt der grundt gelegt, volgt nun ferner der Dusack, welcher seinen ursprung auß dem Schwert nimpt, als auß der rechten quelle alles Fechtens, beides so zu einer unnd beiden Händen verricht wirdt: Will derhalben denselbigen, als der beii uns Teutschen nach dem Schwerdt nicht allein am breuchlichsten, Sonder auch als ein anfange und grund aller Wehr, so zu einer hand gebraucht werden, hieher setzen, unnd volgends mit allen umbstenden, und zugehörenden stucken, der ordnunge nach handlen und erklären.

Dieweil aber der Dusack dem Schwerdt so nahe verwandt, Also das der mehrer theil stuck, die im Schwerdt zu beiden henden gebraucht, mit gar wenig enderung, im Dusacken mit einer hande Gefochten werden, will ich in beschreibung desselbigen, eben der ordnunge, so ich bißher im Schwerdt gehalten, alhie auch gäntzlich volgen, Und derwegen, nach dem hievor im Schwerdt, von der theilunge des Manns, umb welchen es zuthun, und von theilung des Wehrs genugsamen bericht geschehen, am aller Ersten die Läger oder Hutten, für und an die hand nemen, auch wie vil deren, und wie sie ins werck sollen gericht werden, erzelen.

Darnach aber, zum andern will ich die Häwe, und wie sie sollen volbracht werden, der ordnunge nach setzen und handlen. Zum dritten, will ich des Manns theilung, nach welchem jetzgedachte Häwe sollen gericht werden, Nemlich von der selbigen nutze und gebrauche, so

zuvor im Schwerte, als hierzu dienstlich, gespart verblieben, damit nicht so zur sache gehörig, underlassen werde, vollends verrichten.

Zum vierdten, will ich ein notwendige nutzliche Lehr und vermanung vom Versetzen, und wie man die Häwe zu dreyerley nutz underschiedlichen gebrauchen solle, hinnan hencken, unnd letzlich, nach dem nuhn alle nottwendige zum Dusacken fechten dienstliche stucke verhandlet, will ich ein Läger nach dem anderen fürnemen, und wie du aus der selbigen jedem, so du in vollem Fechten oder durch verhawen in deren eins kommen werest, fechten solt, durch mancher hand exempel dargeben, auch wie die bißher gelehrte stucke zusamen zusetzen, das ein gantz fecht stuck daraus zumachen, richtig beschreiben.

Von den Lägern oder Hutten und ihrem gebrauche.

Cap. 2.

OB wol dise Läger, so im Dusacken gebreuchlich, auß dem Schwerdt ihren urspung nemmen unnd haben, Auch denselbigen in betrachtung nicht ungleich angesehen werden: So haben sie doch nach enderung der Wehre einen underschiedlichen gebrauch, beyde in den namen, und darauß zu Fechten.

Derhalben ich für nottwendig geachtet, solche Läger nit weniger, den die hieuor im Schwerdt, der ordnung nach zu setzen, und war zu sie insonderheit dienstlich und nutzlich mögen gebraucht werden, an tag zugeben. Und Erstlich so seind der Läger fünff: Nemblich die Zorn hut, der Stier, die Mittel hut, der Eber, und der Wechsel: welche, wie du sie zur Rechten anschicket, also solstu sie auch zur Lincken ins werck richten. Ferner hastu gerad vor dir von vornen herab, durch die auffrecht scheittel Lin auch fünffe. Nemblich und zum Ersten die Wacht, Zum andern den Schnidt, welches ist die versatzung, von oben, das Lang orth, die Bastey auff zweyerley art, im wider aufffahren, hastu das fünffte. Nemblich den Bogen welches ist die andere versatzung von unden, wie du im Capitel vom Versetzen hören wirdst. Dieweil aber hernach die Läger, bey ihren zugeordneten Stucken in Figuren fürgemalet werden. Hat mich für gut angesehen, die meldung von Legeren, wie du dich darein zuschicken, daselbs hin, als da sie am füglichsten neben anschawung der Figuren beschhriben werden, zusparen: Wie denn ein jedes Leger mit seinem sonderen zeichen vermerckt, in nach gesetztem Register zufinden.

Will derhalben nun ferner von derselbigen nutz, und warzu sie dienstlich, zu beschreiben fortfahren. Und für das erste, ob ich wol nicht will, das du inn den Legeren, auff des Mans angreiffen wartten sollest. Sondern also, bald du den mann ereylen und erlangen kanst, ihn mit deinen stucken, deinem vortheil nach angreiffen, und dasselbige außfechten solst: So begibt es sich doch vilmalß und offt, das du ohn sondern schaden der dir daruber begegnen möchte, deine stuck ihm Vor nicht kanst anheben, vil weniger mit nutz außführen. Derwegen auß notturfft ervolgt, das du dich in fürsichtigkeit, mit zierlichen doch Ernstlichen geberden, In ein solch Leger schickest, in welches er dir ohn seinen schaden und nachtheil nicht wol hawen könne, damit du dich in solchem Leger sicher nach deinem vortheil in anzugreiffen umbsehen, oder auff seine Häwe zuwarten geschickt seyest. Zum andern seind sie auch darzu dienstlich, das du durch die Leger, alle deine stuck ordenlich abtheilest, damit so offt du dich, in ein Leger verhawen, oder auch mit ubersich fahren in eins komen werest, bald wissen möchst und bedacht seiest, was

du auß demselbigen orth unnd Leger für stuck am füglichesten gegen ihm Fechten sollest, auff das du mit lang bedencken, nicht gesaumpt werdest, Dann in allen Häwen und stucken komestu immer auß einem Läger ins ander. Für das dritte solstu deines gegenparts Fechten, unnd was er wol für stück auff dich treiben werde, auß seinen Lägern lernen erkennen, demnach leichtlich abzunemen, wann er sein wehr, oben oder unden in ein Läger gebracht hat, was er ungefehrlich für stucke auff dich Fechten werde. Weitter dieweil man gewonlich an Legeren, wie oben gelert, des gegenmans Fechten spüren oder mercken kan, So solstu für das vierdt wissen, das du in keinem Leger stillzuligen verharren, sondern immerdar von einem Leger ins ander abwechßlen, und solches nicht allein darumb, das du ihn verführest, sonder vil mehr ihn damit irr zumachen, auff das er nicht wissen möge, was für stück auff in gefochten, oder er auff dich, Fechten solle. Daruon besihe im Rapier vom gebrauch der Hütten. Nun will ich volgends zu den Häwen, welches das recht Haubtstuck im Fechten ist, fortschreiten.

Von den vier Häwen, mit vier guten Reglen, wie man die recht führen und lernen solle, sampt etlichen angehenckten exemplen.

Das dritt Capitel.

NAch dem die Läger oder Hutten mit iren anhangenden Nützen hieuor erklärt, komme ich nun ferner zum Rechten Haubtstucke des Fechtens, und seind solches eben die Häwe, so auß den Legern endtstehn, Derselbigen aber seind an ihm selber nicht mehr dann vier, Auß welchen die andern alle ihren ursprung und herkommen haben, wie hernach soll angezeigt werden. Dieweil auch dise vier Häwe der rechte Grund alles Fechtens, will ich dem güthertzigen Leser zu dienste, dieselbigen nicht allein wie sie schlecht an sich selber geHawen[!], sondern auch, wie sie auff mancherley weise Nutzlich können gelehrt und getriben werden, ordentlich erkleren, Damit du sehen und erkennen mögest, wie immer ein stuck auß dem andern erwachse, unnd urspringlich eins dem andern die handbiete. Dieweil aber gedachte vier Häwe ohn vorwissen und kundtschafft etlicher Linien so zu underrichtung der Häwe dienstlich, nit artlich unnd eigentlich mögen gelert, vil weniger vom Lernenden verstanden werden, Will notwendiglich erfolgen, das ich dich zuvor solcher Linien, welcher massen die gestalt unnd genennt werden, underrichte. Wie nun der Häwe nicht mehr denn vier, also seind der Strassen oder


Linien, durch welche sie gehawen werden, auch vier. Also zum Ersten, die auffrecht Lini, durch welche der Oberhaw geführt unnd gehawen, und darumb Scheittellini genandt wirde, dieweil durch solche der Mann in Linck und Recht underscheiden wirdt. Die andere Schlime oder hangende Lini, durch welche der Zorn Haw geführt, würdt von dem Zornhaw, die Zorn sonst auch strich Lini geheissen. Durch die dritte Zwerch oder mittel Lini, wirdt der Mittel haw volbracht. Die vierdte Schlime auffsteigende Lini, weisset den underhaw seinen weg, gleich wie sie dem Zornhauw, von der anderen seyten, von oben herab den weg zeigt. Also das durch die Lini, durch welche die Zorn häwe Schlims von oben gehawen, das durch dieselbigen auch die under häwe ubersich geführt werden. Wo du dir nun solche vier Linien, als ob sie mit dem Puncten in welchem sich dieselbige uber einander schrencken, dem künn gleich stünden, (fürbildest) Also das die Zwerch oder mittel Linien dem mann uber beyden Achseln ligend herstreiche, so steht das Kreutz recht, unnd kanst also dann nicht allein die vier Haubt häwe, sondern auch alle ander Häwe sicher und wol darnach richten. Du solst aber hie nicht meinen, das du die Häwe nicht auch niderer oder höher führen dörffest, denn die Linien außweisen, sondern ist allein dahin zuverstehn, das du die Häwe erstlich dardurch führen und hawen lernest. Züm andern so merck auch das, wann dein gegenpart auff dich Hawet, unnd du wilt mit ihm zu gleich hawen, so mustu deinen Hawe der Linien hühe gleich führen, anderst bist du mit deinem Hawen nicht versetzt noch verwardt. Wann du aber deinen Haw ihm Vor gegen deinem Part führest, unnd er deinem Hawe zubegegnen mit keinem streiche fertig ist, magstu als dann under oder oberhalb seinem Dusäcken zum leibe hawen, unangesehen wo die Linien hinweisen, wie hernacher, in stucken gnugsam gelehrt wirdt. Was nun weiter den gebrauche unnd nutz der Häwe, und welcher oder wie sie ander brechen belangt, davon will ich im vierden Capitel hernach nach der lenge handlen, derwegen alhie fortfahren, unnd die Häwe durch ihre obgemelt vier Linien, auff viererley weyse und art lernen Hawen, als die dir nicht eine geringe fürderung, die Stucke recht zu haweu[!], und zuverstehen sein werden.


Die erste Regel wie du die vier Häwe einen jeden durch seine an, gehörige Lini, Erstlich halb, das ist biß ins Lang orth. Zum andern, gantz durch die Lini, Haw in Haw, von einer seitten führen sollest.

STeh mit deinem Lincken Fusse vor, halt deinen Dusäcken im Stier, oder wie das grosser bild gegen der Lincken in hievor getruckter Figur außweißt, tritt unnd Hawe also gerad von Oben durch die auffrecht Lini herab, biß auff den Punckten, auff welchen sich die Linien uber einander schliessen, so stehstu mit außgestrecktem arme im Langen orthe, darvon besehe das grosser bild auch zur Lincken in hie nach getruckter Figur, Von dannen laß ferner das vordertheil deines Dusäckens gegen deiner Lincken undersich sincken unnd ablauffen, und zuck zugleich in dem dein vordertheil undersich sinckt, dein gehultz also mit hangender klingen ubersich, umb deinen Kopff, zu einem streyche, Under des, dieweil du deinen Dusäcken auffzeuchst zu einem andern Hawe, so zeihe zugleich auch deinen hindersten Fuß hernach, biß an den vorderen Rechten, auff das du zu deinem gezuckten Hawe, mit deinem Rechten Fusse wider einen völligen zutrit habest, Hawe also wider wie vor, durch die auffrecht Lini, doch nit Ferner dann biß auff die schliessung der Lini, ins Lang Orth. Von dannen ermahn dich wider ferner zühawen, aber aller dinge wie vor, unnd solches treib einen Haw drey oder vier fürsich, so vil du nun der Häwe fürsich Hawest, also vil Hawe unnd trit soltu auch wider zu ruck hindersich Hawen wie du aber im vorrigen fürsich Hawen, den hindersten Fuß hernach, biß zu dem vordersten, (auff das du mit dem forderen weitter zutretten könnest) gezogen hast, Also mustu auch, wann du im Hawen hindersich tretten wilt, inn dem du uffzeuchst zum streich mit dem forderen biß zu dem hindersten zu ruck weichen, unnd wie du vor zu dem streich, mit dem rechten Fuß fürgetretten, also mustu jetz im Hawen mit dem hindersten und Lincken, zu ruck tretten, deßgleichen wie du bißher den Oberhaw, durch die auffrecht Lini, biß auff den Puncten gehawen hast, also und auff solche weiß soltu auch die andern Häw durch ihre gehörte Lini volbringen.

Nemblich den Zornhaw, durch die Schlime hangende Lini. Den Mittelhaw durch die uberzwerg. Und den Underhawe durch die ubersich steyget Lini, unnd das allwegen nicht ferner dann biß inn die mitte dem Puncten gleich, alda laß wider gegen deiner Lincken ablauffen, und erhol dich mit ubersich zucken deines gehültz zu einem anderen deßgleichen Haw, dise Häw sollen dir darzu deinen, auff das du alle deine Häw (ehe dann sie gantz vollbracht) noch also auff halbem weg lernest auff halten, und in ein versatzung verwennden, damit du deines gegenparts Häwe in vollem lauff mit gleichen Häwen empfangen könnest.


Zum andern soltu obgedachte Linien gantz durch Hawen, Also schick dich mit deim Dusäcken zustehen, wie oben gelernet, von dannen Haw durch die auffrecht Lini mit außgestrecktem arm, gantz durch, unnd wende dein Rechte seitten dem Haw wol nach, gegen deiner Lincken, also das dein Dusäcken in solchem Haw, neben deiner Lincken zuruck für uber lauffe, In dem aber dein Dusäcken neben deiner Lincken zuruck durchlaufft, so ziehe under des auch zugleich dein gehültz, neben deiner Lincken ubersich umb den Kopff, biß in die Wacht wider zum streich, so stehstu wie das Bildt zur rechten in hie vorgetruckter Figur so mit dem buchstaben B. verzeychnet anzeigt, zugleich in dem du dein Dusäcken also wie gemelt auffzeuchst zum streich, soltu mit dem hindern Fuß hernach rucken, biß zu dem forderen, auff das du wider zu solchem Haw mit dem rechten fordern fuß ein fürtritt habest, aller ding wie nechst gelert. Tritt also dann ferner mit dem rechten Fuß furt, und Haw auß der Wacht widerumb geradt von Oben wie vor, gantz durch die auffrecht Lini, das treib auch ein Haw drey oder vier fürsich unnd hindersich auff das du ihr wol geübt werdest. Wie du nun den Oberhauw durch die auffrecht Lini volbracht, also und auff solche weiß, soltu auch die andern drey, gantz durch ihre gehörende Lini Hawen, Damit du aber solliches (dieweil es eim ungeüpteu[!] schwer zuthun) dester baß vernemmen mögest, will ich dir den Underhaw auff was weiß er gantz durch die Linien zu hauwen sey, auch heiher setzen.

Also stand mit dem lincken Fuß vor, halt dein Dusäcken in hievor gemeltem Stier, alß dann dritt unnd Hawe mit langer Schneid uberzwerchs von Unnden der auffsteigenden Lini nach, durch sein gesicht, Inn solchem Haw, verwende dein handt in der lufft, das dein daumen gegen deiner Lincken sehe, unnd dein Kurtz Schneid in vollendung des Hauws, auff dein lincke Achsel komme, zu dem wendt dein rechte seitten, wie oben auch gemelt, wol dem Haw nach, gegen deiner Lincken, als bald du mit solchem Haw nahet zu der Lincken Achsel ankommen bist, so zucke dein gehiltz behendt wider zu eim anderen streich ubersich umb dein Kopff, unnd ruck dein Lincken Fuß hernach biß zu dem Rechten, Als dann Haw wider mit eim zutritt deines rechten Fuß von deiner Rechten von unden Schlims ubersich, durch sein gesicht, also das du mit deim Dusäcken zu deiner Lincken Achsel kompst, wie vor, von dannen erhol dich wider mit einem andern Hawe, Solches treib dann fürter ein Haw drey oder vier hindersich unnd fürsich, wie du mit vorigen halben Häwen gethon hast. Wie du nun mit den halben Häwen hievor gelehrt bist, deines gegenparts streich auff zufangen, Also lehrne im seine Häwe mit disen durchhäwen gantz abweisen, unnd hinweg hawen.

Die ander Regel wie du die Häuw durch ein Lini gegen einander threyben solt.

FUrs ander, nach dem du nun die vier Häw vonn deiner rechten, ein jeden, durch sein gehörende Linie halb und gantz wie jetz gelert, Hawen kanst, soltu demnoch auch eine jede Linie vor beiden seitten gegen einander uber durch Hawen lernen, Also, Standt mit dem rechten Füß vor, doch mit den füssen nicht zu weit von einander, auff das du zu dem ersten Haw ein fürtritt haben mögest, als dann tritt und haw, von deiner Rechten von Oben durch die auffrecht Linie, mit außgestrecktem arm, gantz durch, so fernn das dein Dusäcken (in dem er neben deiner Lincken zu ruck durchlaufft) in lincken Stier verschiesse, auff solches hawe bald wider von dannen, Unden auff mit langem Schnidte, durch die auffrecht Linie gewaltig unnd starck Ubersich durch, also das dein Dusäck uber deinen Kopffe durch den Sturtz wider umbschiesse, in rechten Stier: In solchem Hawen, soltu allwegen mit dem rechten Füß im Stehen und Tretten, vor bleiben, auff das du aber zu einem jeden streiche ein furt tritt habest, erhole dich ferner zum tretten, wie ob gelehrt, auff dise weiß treib also den Oberhaw, vor deiner rechten von oben, den Underhaw von deiner lincken, von unden starck zusamen, durch deß Manns gesicht, und laß beyde den Oberhaw von oben uberstürtzen, und den Underhauw von unden ubersich durch umbschiessen, auff das der vorder orth alwegen nach dem verschiessen gegen seinem gesichte stehe, Wie du nun die auffrecht Linie von Unden und Oben gegen einander durch gehawen hast, also soltu auch die andern zwo Linie, nemlich die schlimme hangende, und die uberzwerch allwegen von beyden orten gegen einander uber durch hawen.

Wann du aber die auffsteygende Linie von deiner Rechten, Welche mit den beyden Büchstaben D. und H. verzeichnet, gegen einander durchhawen wilt, so soltu nicht verschiessen lassen, sondern nur einfeltig uber deinen fürgesetzen Rechten Schenckel von deiner Rechten von Unden übersich, biß in den Lincken Zorn oder auff die Lincke Achsel schlims durch obgemelte auffsteigende Lini, auff und nider gegen einander treiben, von disem treiben und warzu es dienstlich und nutz seye, bistu hievor im Schwerte nach der länge gelehrt.

Die dritte Regel vom anfang deß Verführens, und wie man die Häw abzucken, und in einander verwechsseln solle.

WAnn du nun ein jede Lini gegen einander durchtreyben gelehret hast, soltu auch ferner die Häwe lernen abzucken, nemblichen also: Nach dem du dich in einen stand für den mann nach gelegenheit geschickt hast, So tritt und Haw mit außgestrecktem arme, und Langer schneide, von Oben nach außweisung der auffrechten Lini zum Kopffe, und merck in dessen, ob er deinem Hauwe mit versatzung begegnen wölle, als bald du solches ersehen, so laß deinen Haw nicht rüren, oder auff seiner versatzunge antreffen, sondern zucke deinen Hauw eher denn er auff seine versatzung trifft, behendt wider zu ruck ab. Und Hauw neben deiner Lincken von Unden eben durch die selbigen auffrechte Lini, mit streckte gewaltiglich ubersich durch. Wie das Bild in diser Figur zur rechten weisdet.

Herwiderumb Haw den ersten neben deiner Lincken, von unden, gahr nach biß an seine versatzung, unnd in dem es eben jetz Rühren soll, so zuck behendiglich wider zu ruck ubersich umb deinen Kopff, und Haw von Oben gantz durch die auffrecht lini, das ist durch sein gesicht. Auff solche weiß Haw von deiner Rechten gegen seiner Lincken, der Mittel Linien nach, biß an seine versatzung, unnd laß es auch nit Rühren, sondern in dem es eben antreffen soll, so ziehe wider ab umb den Kopff, und Hauwe von der andern seitten, gantz durch dieselbige Mittel Lini, dises soltu gegen, unnd durch alle vier Linien treiben lernen, gleich wie auch die vorigen zwen Häwe. Solches abzucken, ist der anfang alles verfürens.

Die vierde Regel, wie man die Häwe under einander Wechseln solle.

ZUm vierdten ist auch nottwendig und nutzlich, das du die Häwe frey fliegendt ab, unnd durch einander Wechßlen könnest, welches dieweil es auff dreierley arht unnd weise geschehen kann, will ich dir erstlich den grunde, solches wechseln, durch die drey Linien, Nemblich durch die zwo Schlimme, als die Hangende unnd Auffsteigende, unnd durch die uberzwerch Mittel Lini anzeigen, Darnach etlich Exempel hinan hencken, also. Wann du nun von deiner Rechten, von oben, oder Unden Schlims durch den Maun[!] Hawest,


also das du mit deiner Wehre zu deiner lincken kommest, so Hauw den andern baldt wider von deiner Lincken, durch seine, Rechte uberzwerch der Mittel Linie nach, durch den Mann, hastu aber von deiner Lincken durch der schlimmen Linien eine, es seye durch die auffsteigende oder Hangende Lini gehauwen, also das du mit dem Hawe durch komest, gegen deiner rechten, so Haw als bald von dannen, auch durch die Mittel Lini, wie vor von deiner Lincken durch seine Rechte, also jetz von deiner Rechten durch seine Lincke: Dann so offt du durch eine Schlimme Lini Huwest[!] von einer seitten, also baldt Hawe auch von der andern uberzwerchen, durch die Mittel Lini.

Weitter merck, wann du den ersten also von deiner Rechten seitten von oben schlims durch gehauwen hast, auch den Mittelhauw, von der andern hergegen, also das du wider zu der Rechten seiten kommen bist, so Haw als dann nicht wider von Oben durch die Schlime Hangende, sonder von unden durch die auffsteigende Lini ubersich durch, und von der andern auch ubersich, durch die Auffsteigende Lini. Demnach hawe wider einen Mittelhauw von deiner rechten durch seine Lincke, damit du ferner den Oberhauw Schlims durch seine Rechte Hawen könnest und stehet das Fundament aller Häwen abzuwechßlen, in den zweyen Linien, als in der Schlimmen und uberzwerchen, dann so offt du von einer seitten uberzwerch Hauwest, so offt soltu von der andern Schlim herwider umb Hawen. Derhalben Hawstu von diser Schlims, es seye von Unden Oder oben, so Hawe von der andern uberzwerch, damit du aber solch wechßlen deste besser verstehen mögest, will ich dir dreyerley nützliche Exempel hieher setzen.

Exempel mit sechs Häuwen.

ALso trit, und Hauwe den ersten von deiner rechten, einen Zornhauw gegen seiner Lincken, durch die hangende Lini, welche mit dem Buchstaben B. und F. verzeichnet: Den andern Hawe von deiner Lincken gegen seiner Rechten, durch die uberzwerch Mittel Lini: Den dritten, Hawe von deiner Rechten gegen seiner Lincken, durch die ubersich steigende Lini starck mit einem underhauw ubersich durch, also das dein Dusäcken nach ende des Hawes, hinder deiner Lincken Achsell abhange. Von dannen Hawe ferner auch einen Underhauw, gewalttig Schlims ubersich durch seine Rechte. Demnach zum fünfften Hawe einen Mittelhaw von deiner Rechten gegen seiner Lincken, durch seine uberzwerche Lini. Den sechsten aber Hawe gerad von oben

der Scheydel Lini nach zu dem Kopff, oder durch sein gesicht, mit einem weiten zutritt. Dise sechs Häuwe sollen geschwindt nach einander lauffen. Zu solchen Häwen bleib allwegen mit dem rechten Füsse vor, und so du fürter zu den Häuwen tretten wilt, wie du denn zu einem jeden Hawe einen tritt haben solt, so erhole dich alwegen mit dem hindern Füsse etwas zu dem forderen, so kanstu mit dem Rechten weitter[15] einen fürttritt haben.

Das kreutz wechseln durch den Mittelhauw.

DIss Kreutz lang Hauwen, und von einer seitten zur andern Wechseln, durch den Mittelhauw, ist sehr güt, in welchem du die Mittelhäuw allwegen mit außgestreckten armen stärcker von dir Hauwen solt, dann die andern zwen Schlimme durch das kreutz, unnd das treib also: Nemlich Hawe den ersten von oben Schlims gegen seiner Lincken durch, Den andern Hawe von deiner Lincken, gegen seiner Rechten auch Schlims von oben durch. Den dritten Hawe von deiner Rechten gegen seiner Lincken uberzwerch, durch die Mittel Lini, so kompstu mit deinem Dusäcken zu deiner Lincken in die Mittel hüt: Von dannen fang wider an, unnd Hawe den ersten von deiner Liucken[!] Schlims durch seine Rechte, den andern aber Schlims durch seine Lincke, alle beide von Oben, Den dritten wider ein Mittelhauw gegen seiner Rechten, Von deiner Lincken, Unnd Furter Haw wider von deiner Rechten, das treib ein Hauw sechs oder siben, auff einander, Zu solchen Häuwen bleib allwegen mit dem Rechten Füsse Vor.

Ein kreutz Wechsel.

DAs Kreutz Wechseln treib also: Steh auch mit dem Rechten Vor, wie allwegen, unnd Hauwe den Ersten von deiner Rechten Durch seine Lincke Zorn Lini mit einem Weiten Zutritt, so kompstu in Lincken Wechsel: Von dannen Reiss mit Kurtzer schneide wider ubersich, durch die obgemeldte Zorn Lini durch welche du mit dem Zorn Hauw, herab kommen bist, Ubersich, gegen deiner Rechten Achsel, laß oben in der Luffte umb deinen kopff fahren, unnd Hauwe den andern durch seine Rechte Zorn Lini, schlims uber deinen

fürgesetzten Rechten schenckel, Also das dein Dusacken mit dem orth, neben deiner Rechten, auff die erde komme, Von dannen Reiß abermals ubersich, mit kurtzer Schneide, gegen deiner Lincken Achsel, Eben durch die Lini, durch welche du von Oben geHauwen hast, laß oberhalb deinem kopffe den Dusacken wider umb fahren, und Hauw wider von deiner Rechten, durch seine Lincke, das du wider in den Lincken Wechsel kommest, von dannen Reiß abermals ubersich durch, wie zuvor, und also fortan, das treib einen Hauw drey oder vier, nach deinem gefallen, Gewaltig durch des Manns gesicht: Also hastu nun die vier Haubt Häuwe, unnd wie du sie auff viererley art Hauwen solt, welche ich darumb so weitleuffig gehandelt, dieweil alles Fechten in disen vier Häuwen, wie oben gemeldt, begriffen. Und ist gewiß, wann du die vier Häuwe auff obgemeldte weise wol Hauwen kanst, so werden dir alle stucke leicht zu Fechten sein. Nun volgen ferner die Beyhäuwe.

Von den Beyhäuwen, welche auß den vier Haubthäwen ihren ursprung haben, und wie man sie ins werck richten solle.

Das vierdt Capitel.

DIeweil nun die vier Haubthäuwe, als ein grund aller anderer Häuw, gelegt, wil ich dir von denselbigen heraußwachsenden Beyhäuwen, sovil ihrer von nöten, auch hieher setzen, unnd aber Erstlich die ursach ihres herkommens, auch wie sie von den andern underschieden, anzeigen. Nemlich unnd fürs Erste, soltu wissen, das die oberzelten Häuwe nicht nur gerad zü, wie bißher gelehrt, Sondern auch verkerth[!], darvon hievor im Schwerdte auch meldung geschehen, gehauwen werden, als da die Handt im Hauwen umbgewendt oder verkehrt wirdt, also das du nicht mit der vordern Langen, sondern mit der hindern Kurtzen Schneide, oder mit der Fläche antreffest. Derhalben wie die Häuwe im verkehren anderst gehauwen, also werden sie auch anderst genandt, unverhindert, ob sie wol auch von Oben schlims uberzwerch, oder von Unden, gehauwen werden, Wie dann solches am Krumphauw zusehen, welcher allein im Dusäcken also genent, Dieweil im verkehren die kramme schneide vorgehet, unnd mit derselbigen getroffen wirdt. Also ist die verkehrung die erste und meiste ursach solcher villerley namen der Häuwe.

Das aber etliche häuwe im Hauwen nicht verkehrt, unnd doch anders genennt werdt, ist dises die ursach und kompt daher: Erstlich nach dem fürhaben des ihenigen der in Hauwet, als da geschicht mit dem fehl unnd Bochhauw, welche ob sie wol Oberhäuw seindt, so werden sie doch also genant, dieweil mein fürnemmen ist, mit dem einem züfehlen, mit dem andern an zu Bochen, ob mit auffgethan würde. Etliche namen aber, verursachen sich auß bewegung des gemuts, als der Zorn und Entrüst Hauw. Auch bekommen etliche ihre namen von der gestalte, deren sie im Hawen gleich angesehen werden, wie der Rosenhauw, Desgleichen werden etliche genendt von den glidern, zu welchen sie Gehauwen werden, wie du solches im Rapier am Handthauwe unnd dergleichen sehen wirst. Auß disen bißher gesetzten ursachen, kanstu nun leichtlich die hernach gesetzten Häuw verstehen, und wie fern sie von den andern underscheiden seind vermercken. Der Beyhäuwe aber seind an der zal Funffzehen: als nemlich.

Sturtzhauw wird auß dem Ober und Zornhauw züwegen bracht.

STurtzhauw, diser wirt den mehrertheil im züfechten gebraucht, also, Im züfechten Hauwe ein Oberhauw mit sampt den tritt von deiner Rechten, neben deiner Lincken, zü ruck durch, das dein Dusäcken ob deim kopff wider umbschiesse, oder ubersturtze, das der vorder orth nach ende des umbstürtzens wider gegen des Mans gesicht stande, dem Lincken Stier nicht unehnlich, allein das du den orth lenger von dir gegen des Mans gesicht furtschieben must, Von diesem uberstürtzen hat er den namen, sonst ist es an ihm selber nur ein Oberhauw, als dann lasse dein Vorder ort uber die hand gegen deiner Rechten wider undersich sincken, unnd zucke in des dein gehültz ubersich umb den kopff, unnd erhebe zugleich, in dem du also ubersich zuckest, dein Lincken fuß, tritt also mit demselbigen furt, und Hauwe von deiner Lincken, neben deiner Rech=

ten zu ruck durch, das dein vorder orth gleichsfals wie vor, uber dein kopff umbstürtze, damit das vorder orth gegen des Mans gesicht stande, laß als dann andersmals gegen deiner Lincken ablauffen, unnd Hauwe von einer seitten zur andern, biß du auff dein fürgenommen platz kommest.

Krumphauw.

KRumphauw wirdt also gemacht, umbgreiffe dein handthab am Dusäcken wol, also das die Krum schneid im Hauwen vorgang und treffe, Hauwe als dann von Oben, oder Unden mit Krummer schneid nach gelegenheit.

Kurtzhauw.

KUrtzhauw im zufechten, wann du gewar wirst, das er von oben Hauwen will, so hab acht in dem er mit seim Dusäcken zum Hauw auffgehet, so zucke under des dein Wehr gegen deiner Lincken Achsel, von dannen Hauwe mit ihm zugleich mit kurtzer schneid Uberzwerch, oberhalb seim Arm zum gesicht durch, das dein offene hand im Hauwen ubersich stand, so nimstu ihm sein streich, unnd triffest zugleich &c. Auch ist Kurtzhauw zun zeiten kurtz under seiner Wehr durchfahren. Davon du im Schwerdt gelehrt bist.

Zwingerhauw.

ZWingerhauw wirt auff zweyerley art volbracht, Erstlich wann du in der Mittelhut zur Lincken stehest, unnd von dannen deines gegenparts Häuw vor dir mit langer schneid wegk Hauwest, davon besihe die Mittelhut.

Zum andern geht er nun auch auff dise weiß, nemlich, Stand aber mit dem Rechten Fuß vor, halt dein Dusacken mit strackem Arm vor ir im schnit, oder gerader versatzung, Hauwt dein gegen Fechter auff dich vonn seiner Rechten, und führet sein Hauw hoch, so laß dein orth undersich sincken, unnd zuck zugleich mit deim gehultz gegen deiner Lincken, under sein Dusacken durch, auff das er oberhalb deim Dusacken fehl Hauwe, unnd Hauwe behend außwendig uber sein rechten Arm, (in dem er mit seim Dusacken noch undersich gegen der Erden feldt) zum kopff, schauw das du ihm im durchgang dein Kopff mit gebucktem Leib under dein versatzung entzuckest, das er dich nicht erlangen möge.

Brummerhauw.

BRumerhaw hat daher solchen namen, Dieweil er in eim flug so geschwindt gehet, das er gleich ein Brausenden windt von sich gibt, den treib also, Schauw wie du den Mann mit seiner versatzung in die höhe treibest, In dessen umbgreiff dein Handthab, das du dein Dusacken krumb habest, zuck also dein gehültz mit hangendem Dusacken umb dein Kopff, und Hauw neben deiner Rechten von Unden, uberzwerch mit krummer schneid, mit eim außtritt deines rechten Füsses, gegen seiner Rechten, under seim Dusacken, zu der spindel, oder inwendig zu flechsen


ihe nach dem er auff gefahren ist, doch las dein Dusacken vor deim Gesicht wider verschiessen zur versatzung, Von disem Brummerhauw würstu hernacher in stucken mehr gelehrt werden, danner auff mancherley art gebraucht und gefochten wirdt.

Weckerhauw.

WEkerhauw treib also im zufechten, Hauw einen gewaltigen Oberhauw auff ihn hinein, versetz er den Hauw, so merck in dem es glützt, oder auff sein versatzung tiert, so verwende den Haw in einen Stich, umbscheübe dein Dusacken auff dem seinen hinein, zum Gesicht, wie dich die zwen bossen in diser Figur zur rechten Handt lehren, Fehrt er auff, so Hawe ubersich mit krummer schneid, durch sein Arm, wie du an dem grössern bossen sehen kanst.

Rosenhauw.

ROsenhauw, Findestu einen im Bogen zuwarten, so thu als woltestu von Oben zum Kopff hauwen, laß den Hauw nicht rieren, sondern fahr außwendig seines Rechten Arms unden durch, das du in ein zirckel umb sein Dusacken herumb kommest, und laß in der lufft neben seiner Rechten wider ablauffen, und hauw ihm zum gesicht, Also magstu auff die ander seitten auch in eim zirckel umb sein versatzung herumb fahren, unnd hinein hauwen, wo du ihn bloß findest.

Gefehr Hauw.

GEfehrhauw, den treib also, wann du im zufechten für den Mann kompst, so hab acht, so bald du ihn thrauwest zu erlangen, so merck fleissig wann er Hauwen will, In dem er dann sein Dauscken auff zuckt zum streich, so Hauw ihm neben sein gehültz (in dem er sein Dusacken nach in der höhe hat) von oben zu dem Gesicht oder Brust, diser gfehr Hauw muß mit fürsichtigkeit gethonsein, anders ist er gefehrlich, daher er auch Gesehrhauw genennet wirt.

Entrüsthauw.

ENtrüsthauw würt auch auff mancherley weiß volbracht, auch mit zweyerley namen genent, als Rüsthauw, darumb das er di Oberhäuw aufffangt in der lufft, unnd auffhelt wie ein gerüst, Entrüst wirt er darumb genent, das er so unversehens und ernstlich kompt, als werest du mit zorn unversehenlich gegen ihm entrüst worden, also seinen Häuwen zübegegnen, den treib also: Hawt einer auff dich, von Oben, So merck: In dem er seinen Dusacken in die lufft zeucht zum streich, in dessen zuck behendt auch umb dein Kopff, und Hauw uberzwerch ein wenig vonn unden, ubersich gegen seim Hauw, das du sein Hauw noch Oben in der lufft auff fangest, mit langer schneid und uberzwerchem Dusacken, also das dein Dusack zwischen dir unnd ihm uberzwerch stande, wie das grosser Bild in diser Figur zur Rechten anzeigt, In dem die Dusecken also zusamen rüren, kanstu viel schöner stuck machen, &c.

Ferner würt er auch auff dise weiß gemacht, Stand mit dem lincken Füß vor, halt dein Dusacken im Eber, wie du denn hienach findest, Hawt er von Oben, so fahr auff mit beyden Armen zu versatzung, also das dir dein Dusacken mit dem ruck auff dein Lincken Arm zu ligen komme, und spring im under sein streich, In dem es glützt, so stich im ausserthalb seim rechten Arm zum gesicht, tritt ab, unnd Hauw als dann gegen seiner


Lincken, uberzwerch, auch durch sein gesicht, wie du in der Figur, so mit dem Buchstaben O. verzeichnet, an den kleinen Bossen zur Lincken sehen kanst.

Fehlhauw.

FElhauw, Findestu im zufechten dein gegenfechter im Bogen, oder gerader verzatzung, so tritt und hauw außwedig zu seinem Rechten arm von Oben, und in dem du merckest, das er versetzen will, so laß die kurtz schneidt hart vor seinem Arm undersich sincken, und zuck zugleich dein gehültz wider ubersich, das du mit dem hauw nit antreffest, sondern laß ihm also fehl vor seinen Arm füruber lauffen, damit er um sunst verfahr zuversetzen, tritt behendt auß auff sein Linck, und hauw ihm gerad durch sein gesicht, also magstu den Hauw neben einer jeden blöß felh[!] lauffen lassen, denen, die dem Hauw entgegen fahren, zuversetzen.

Blendthauw.

BLendthauw, wirt auff mancherley gemacht, alhie aber merck ihn auff dise art, Hauwet einer von Oben, so fang ihm sein streich hoch uber dein Haupt, in der lufft, mit uberzwerchem Dusacken, auff dein lang schneid, das dein ort gegen seiner Lincken außsteht, aller ding wie oben vom Entrüsthauw gelehrt, Als bald es bocht oder riert, so wende die kurtz schneide einwerts in eim schnal in sein gesicht, und wende[16] als bald nach dem schnall dein Dusacken mit dem gehültz wider ubersich gegen deiner Lincken, zuck behend wider gegen deiner Rechten, und Hauwe ihn mit langer schneid vornen zum gesicht, zu solchen Hauw trit wol umb gegn seiner Lincken auff sein streich.


Schnellhauw.

SChnel hauw, Merck so du im Bogen vor einem stehest, will er nit hauwen, so zuck ubersich in die Wacht, sam du oben hauwen woltest, thüe es aber nit, sonder verwends in der lufft, und hauw mit langer schneid von Unden auff, zu seim rechten Arm in eim schnall, und windt den Dusacken wider zu ruck gegen deiner Lincken Achsel, von dannen hauw ein Weherstreich durch sein Rechte, es sey underhalb oder oberhalb den Armen, durchs gesicht. Item wann einer vor dir im Bogen stehet, unnd nicht arbeiten will, so schnelle im mit kurtzer schneid oberhalb seim Dusacken zum Kopff, oder, So er sein Dusacken hoch in Versatzung helt, so schnell ihm under sein versatzung zum gesicht.

Windthauw.

WIndthauw, ein gewundener Hauw, ist an ihm selber nicht anderst, dann von welcher seitten du hinein hauwest, das du gegen derselben wider herauß komest, also, wann du von deiner Lincken Oben hinein hauwest, so zuck und wende den Dusacken gegen deiner Lincken undersich wider herauß, unnd das alles eim flug gleich, als woltestu ein stuck, einen halben mann gleich, auß seiner seiten hauwen, und gehet zu beiden seitten.

Bochhauw.

BOchhauw treib also, Wann ewer zwen voreinander in hoher Versatzung im Bogen stondt, unnd keiner vor dem andern Hauwen will, sonder ihe einer auff des andern streich wartet,

so sencke dich vor ihm, unnd hauw gerichts für dir hin wider sein Dusacken, das du mit deim gehültz sein Brust rierest, also starck, das im sein Dusacken wider sein gesicht brelt, ein mal oder zwey, damit zwingstu ihn das er arbeiten muß, und merck, so bald er auffgehet, so trit auß auff sein Lincke seitten, und hauw ihm neben seim gehültz hinein zum gesicht, oder nim andere dir füglichere stuck für, nach dem du ihn also hast auffgetrieben.

Wechselhauw.

WEchselhauw wirdt auch under den fünff häuwen dein schuler anfangs gelert, welcher im grundt, und an ihm selder, nicht anderst ist, dann durch die häuw von einer seitten zur andern Wechseln. Dieweil aber in desem Buch von abwechßlung der Häuw, unnd stuck, offt gedacht wirt, ist unnöttig solches hie zu eröffnen.

Kreutzhauw.

KReutzhauw seindt an ihm selber zwen Zornhäuw von beiden seitten, werden volbracht durch die zwo Schlimm und Hangenden Lini, so von beiden seiten schlims durch den mann streichen, unnd sich ubereinander schrencken, Den hauw also, Stand mit dem Rechten fuß vor, und hauwe den ersten von deiner Rechten, durch sein Lincke, den andern von deiner Lincken, durch seine Rechte, alle beide Schlims durch sein gesicht, das lerne ein hauw vier fünff oder sechs, fürsich und hindersich, doch das du alwegen mit dem rechten Fuß vor bleibest,

darumb wann du tretten wilt, so erhole dich mit dem hinderen Fuß, damit du mit dem Rechten fürtretten könnest, dann du solt auff das wenigst, allwegen zu beiden Häuwen (so von beiden seitten durchs creütz gehauwen werden) ein tritt haben.

Disen Kreutzhauw sampt obgedachten vier Häuwen, soltu frey fligendt, gewaltig und behendt, mit außgestreckten Armen, hauwen lernen, und in den hauwen die Arm nicht also in busen (wie man sagt) das ist, kurtz bey dir füren, Dan der, der also kurtz Fichtet, und die Arm nahe bey ihm führet, ist leichtlich zuverführen, unnd zu rieren, wiewol das außstrecken auch sein maß und ziel, nach gelegenheit der zeit, haben muß. Derenhalben will ich dich in sonderheit ermanet haben, so du dir anderst diß Buch nutz machen wilt, du wöllest vor allen dingen die Häuw frey lang und wol lernen hauwen, und so du die Principal Häuw wol kanst, so werden dir als dann die andern alle leicht werden. Dann du Fechtest was für stuck du immer wöllest, wie gut sie auch seindt, wann du die Häuw an ihn selber, ein jeden nach seiner arth, insonderheit nicht wol kanst, und die stuck recht führest, so wirst du nicht vil nützliches außrichten, dann alles Fechten, wie offt gesagt, stehet auff den Häuwen.

Zum letsten, merck wie die Häuw einander brechen, kürtzlich dise Regel, nemlich, Zum ersten so bricht der Oberhauw (so du den gegen des mans Dusacken zu der stärck gegen seiner Rechten hand fürest) all ander Häuw, die auff dich gehauwen werden, es sey von Unden, Schlims oder Uberzwerch, Hergegen, so bricht oder nimpt der Zornhauw, oder der uberzwerch Mittelhauwe, den Oberhaw, Demnach, so merck auch, das alwegen zwen gleiche Häuw, die gegen einander mit iren tritten gehauwen werden, einander abtragen und versetzen, doch richt der mit seim Hauwen am meisten auß, der mit seim Wehr im Hauwen Oberhalb des andern kompt, Derhalben so offt dir einer von unden Uberzwerch zu Hauwet, es sey von Lincker oder Rechter, dem begegne mit

Oberhäuwen. Hauwt er dir aber von Oben, so nim ihm die Oberhäuw mit uberzwerchen oder Schlimmen Zornhäuwen hinweg, solcher Regel ist wol war zunemen in allem Fechten, und sonderlich nim hierinnen, im Vor und Nach, der stercke und schweche wol wahr.

Wie man sich der vier Blöss gebrauchen soll.

WAs die theilung des Mans, und warzu sie dienstlich, hastu zum theil hievor im Schwerdt sovil daselbs von nöten, durchauß gehört, Dieweil aber an diser teilung nit weniger, dann auch an Häuwen selbs, gelegen, hat mich für nottwendig angesehen, vom gebrauch und nutz derselbigen, sonderlich was hie zu diser Wehr dienstlich, weiteren bericht zugeben, Dann an diser theilung die gelegenheit, wie und wann du die Häuw nutzlich anlegen kanst, zum theil ersehen muß werden. Derwegen hastu fürs Erste hie zu lernen, wie man die Blöß bald erkennen, Fürs ander, wie man sich gegen derselbigen anschicken soll, Dieweil aber solches auff mancherley weiß geschehen kan, und derhalben alle fehl zuerzehlen, hie zu lang, will ich doch solches in kürtzt also dargeben, das ich hoff, wo dir ernst sein wirdeneben fleissiger ubung solches zubetrachten, du werdest auß gesetzter lehr den nutz der theilung genugsam ersehen und lernen können, Und fürs erste, die Blöß an deines gegenparts Häuwen zuersehen, merck dise lehr also, Im zufechten hab fleissig acht von welcher Seitten er dir zuhauwen wölle, und In dem er herhauwet, so schaüw wie du seinem streich entweichest, oder den auffangest und von dir unschädlich abweisest, Hauwe als dann behend eben zu disem theil, von welchem, oder durch welches theil er dir zugehauwen hat, Dann fleissig zu mercken, das allwegen das theil am Blosesten ist, von welchem theil er seine streich herführet, Dises ist ein sehr merckliche Regel, deren du mit fleiß nach dencken, unnd darauff achtung geben solt, das du mit listiger und behender Arbeit eben zu der Blöß Fechtest, von welchem, oder durch welches theil er mit seim Wehr herkommen ist, Fürs ander, so ist die Blösse leicht und gut zuersehen, an seiner versatzung oder an seiner Legerung, Dann so er sein Wehr zu Hoch oder Nider, oder auch zu weit zur seitten außführet, soltu deine Häuw, doch fürsichtig, disem theil gewaltig und lang zuführen, welches du am Blößisten ersihest, unnd ehe diser recht getroffen, behend auch dargegen aber hauwen, doch so fern er dir solche Blöß nicht mit fleiß geben

hab, dann demselbigen der dir ein Blöß mit fleiß darbeut, dem soltu nicht bald ohn vortheil Einhauwen, sonder auff dein gelegenheit wol acht nemen, Dann er kan dir (wo du ihm also unfürsichtig zu Bloß Hauwest, wie du hernach in stucken sehen wirst) die bald mit außtretten Entziehen, unnd dich in seinem Hauw zugleich uberlangen, Als, zum Exempel, Wann er sein Wehr im Zorn zur Rechten helt, und du Hauwest ihm als dann gerad zum Kopff, so kan er mit seim Rechten zur seitten auß, auff sein Rechte gegen deiner Lincken tretten, unnd zugleich von Oben hinein gegen deim Kopff Hauwen, also das du seiner Blöß, die er dir entzogen, nicht allein fehlest, sonder auch dich erst mit solchem zulangen mehr Blösest, das er dich desto besser mit seim Hauw uberlangen kan, also fehlestu mit deim Vorhauw, unnd trifft er mit seim Nachhauw. Derhalben volgt nun fürs ander, wie du die Blössen durch betriegen angreiffen solt also, Nemlich, helt er sein Dusacken zur Rechten seitten inn einer Hut, es sey in was Hut es wölle, Unden oder Oben, so führe ein gewaltigen hohen Streich gegen seiner Lincken seitten, welche er vor hat, nicht das du in also treffen wollest, Sondern darumb, das er von deiner Rechten seitten deinem Hauw begegnen müsse, dem zuversetzen, Laß aber dein Hauw auff sein Versatzung nit rühren, sondern verzuck dein Hauw gleich verborgenlich noch also in vollem flug wider ab, unnd führe den behendiglich zu der andern seiner Rechten, von welcher er herkommen ist, deim Hauw zubegegnen, auff das er also umb sonst verfahren sey, zuversetzen, das treibe nicht allein zu beiden seitten, Sonder gegen alle vier Blöß, Also wo er sein Wehr in der Quattier eins führet, das du mit Hauwen dargegen uber angreiffest, nicht zum treffen, sondern das du ihn auß solchem Quattier ablockest, Hauwe ihm als dann, in dem er von solchem theil mit seiner Wehr herauß gehet, mit list daselbst hinein, also solt du in allen Vorhäuwen fürsichtig und bescheiden sein. Ferner soltu deine Häw auff solche weise anschicken, also das alwegen under zweyen einer treffe, es sey der erst oder der ander, und dessen will dir auch etliche Exempel setzen, also, Stehet einer für dir im Bogen, und halt sein Versatzung so nider, das du ihme uberhalb sein Dusacken sein Gesicht ersehen magst, so nim zwen Mittelhäuw von beiden seitten, gegen einander uber zuhauwen, für dich, also, Hauwe den Ersten von deiner Rechten Oberhalb seim Dusacken hart vor seinem gehültz, Uberzwerch, mit außgestrecktem Arm, durch sein gesicht, unnd gib dein Leib wol gegen deiner Lincken, den Hauw nach, Den andern Hauwe von deiner Lincken Underhalb seim Dusacken, uberzwerch gegen seim Rechten Arm durch, Will er nun von dem ersten Hauw nicht in sein Gesicht troffen werden, so muß er ubersich fahren, und mit solchem aufffahren dir raum geben, das du im den andern streich, von deiner Lincken sein

Rechten arm treffest, Als bald hauw zum dritten ein Zornhauw, von deiner Rechten Schlims gegen seiner Lincken durch sein Gesicht, Helt er aber sein Versatzung hoch, so Hauwe den Ersten underhalb seinem Dusacken, von deiner Lincken gegen seinem Rechten Arm durch, und in dem er herab fellet, dem Hauw nach, so Hauwe den andern behend von deiner Rechten, Oberhalb seim Dusacken, zu seinem gesicht, Wann du dise zwen Häuw behend auff einander thust, so triffestu entweders im Ersten sein Arm underhalb seim Dusacken, oder mit dem andern sein gesicht, Oberhalb seim Dusacken, Dann schwerlich wirt er sie dir beide Versetzen, Desgleichen, führet er sein Wehr zu weit auff seiner Rechten seiten, so Hauwe den Ersten von Oben gegen seiner Lincken seiten gewaltig durch, tritt und Hauwe den andern (in dem er mit seiner Wehr dein streich zu begegnen auff sein Lincke seitten verfehrt) auffen uber sein Rechten Arm, Herwiderumb, wann er die Wehr zu weit auff seiner Lincken führet, so Hawe den ersten gegen seiner Rechten von Oben durch, den andern, zu seiner Lincken, mit abtretten, und solche Häuw sollen allwegen behend alle beide auff einander gehen mit ihren tritten, Wie man aber von einerr Blöß zur andern verführen soll, wirstu durchauß in stucken genugsamen bericht finden.

Vom versetzen, unnd wie alle Häuw in drey theil, das ist in Reitzer, Nemer, und Treffer geteilet werden.

Das sechst Capitel.

DEmnach bißher die Leger und Häuw, auch von den Blößenen, auff welche die Häuw gerichtet werden, nach lenge erklärt, und aber nicht genug, das du bißher gelehrt, wie du die Häuw gegen deiner feindt stadtlich und lang von dir hauwen kanst, sonder ist auch von nöten, das du nicht weniger solcher Häuw, wo sie von deiner widerpart auff dich gehauwen werden, abweisen und versetzen könnest, Derhalben ob ich wol im Schwerdt vom Versetzen in gemein geschreiben, so wils doch die notturfft erfordern, das ich hie im Dusacken vom Versetzen, als von dem andern Hauptstuck des Fechtens, etwas klärlicher unnd eigentlicher handle, Ist derowegen zu mercken, das der Versatzung fürnemlich zwo seind, Nemlich, Eine von Oben, die Ander von Unden, Auß der ersten, so vom Oberhauw kompt, entspringt das Leger, genandt Schnitt, oder auch gerade Ver=


satzung, Die ander Versatzung kompt vom Underhauw, auß welchem der Bogen seinen ursprung her nimpt, Diser zweyer Versatzung wirdt ein jede auff zweierley weiß volbracht, Einmal, mit aufffangen oder dem streich zubegegnen, Das andermal mit weghauwen, Aufffahen aber ist nicht anders, dan do du deines gegenparts streichen mit Versatzung begegnest und auffheltest, es sey mit dem Bogen durch den Underhauw, oder mit gerader Versatzung, durch oder von dem Oberhauw, Dise Versatzung aber soltu nicht verstehen, wie etliche in gewonheit haben, Nemlich das sie ihre Wehr nur darhalten und ihnen lassen drauff schlagen, sondern wiltu einem seinen streich entpfahen und Versetzen, so soltu mit deiner Versatzung von Unden ubersich mit außgestrecktem Arm seinem Oberhauw in die lufft entgegen fahren, Dann ihe höher du ihm sein Hauw in der lufft aufffahest, ihe mehr du im den schwechst, unnd kanst deine Nachhäuw nicht allein desto fruchtbarlicher anlegen, sondern auch desto sicherer vollenden.

Deßgleichen wiltu die Underhäuw versetzen, so soltu auch von Oben den Häuwen entgegen fahren, und mit außgestreckten Armen darauff fallen, Solche Versatzung enden sich beide im Langen ort, Nemlich also, Hawet einer von Unden, oder Uberzwerch, auff dich, so fall im darauff mit gerader Versatzung, und merck, in dem es riert oder bocht, so wende dein Ort mit eim außtritt, von seinem Hauw, in sein gesicht, Hauwet er aber von Oben, so fange ihm den von Unden auff im Bogen, und in dem die Dusacken zusammen bochen, so schiebe dein vorder ort für dir hin in sein Brust, Diser wirt bißweilen der Storcken Schnabel genandt.

DIe ander art zuversetzen geschicht mit gleichen Häuwen, als da ein Hauw mit den andern gebrochen wirt, Hie soltu aber mercken, das alweg der Nachhauw den Underhauw bricht: also, In dem er herhauwt, so Hauwe mit ihm zugleich, unnd mit solchem Gleichhauw spring wol auß seim Hauw zur seiten auß, so kompt sein Dusack im zusamen rühren Unten, und deiner Oben, darzu hat dir als dann der Tritt gedienet, das er also im Vorhauw Unden und du im Nachhauw Oben kommen bist.

Also kanstu ihm auch sein Oberhauw mit deim Underhauw brechen, Nemlich, In dem sein Hauw herflügt, so trit beseits auß seinem streich, und Hauwe mit gewalt gegen seim Oberhauw ubersich durch, dann ob wol der Underhauw gegen dem Oberhauw zu schwach ist, so wirdt doch der Underhauw mit dem tritt zum außnemen gnugsam gesterckt, Also bricht immer ein Hauw den andern, wie hievor auch gemelt, der Oberhauw aber bricht


all ander Häuw, wie du in der Wacht hernach hören wirst.

Damit du aber solches desto besser verstehen mögest, will ich dir die Häuw zu dreyerley gebrauch underscheiden, als Erstlich werden sie gebraucht zum Reitzen, Zum andern, zum Nemen oder Versetzen, Zum dritten, zum Treffen, Die Reitzstreich nenne ich solche Häuw, mit welchen ich den Mann auffbringe und anreitze auß seinem forteil zu gehen und zu Hauwen, Den Nemer nenne ich solche häw, mit welchen ich im die Häuw, darzu ich ihn bewegt und auffbracht habe, weghauwe und außnim, Den Treffer nenne ich solche Häuw, nach dem ich ihn am ersten zu Hauwen auffbracht, und zum andern sein streich, darzu ich ihn bewegt, außgenomen, so hauwe ich behend zum dritten, ehe dann er sich wider erholet, von sein genommenen streichen zur nechsten Blöß.

Wann sich nun dein gegenpart im zufechten in ein Leger, Hut, oder Versatzung legt, und will nicht schlagen, und du darffst ihm auch nicht also in sein vortel zur Blösse Hauwen, so thu ihm also, Streck dich lang vor ihm, unnd hauw ein hauw zwen drey vor im durch, gegen seiner Blöß, oder durch sein Versatzung, etwan mit Ernstlichen zornigen geberden, als habest du dich verhauwen, unnd merck under des fleissig, Als bald er auffgehet und herhauwet, so tritt beseits aus seim Hauw, und Hauwe ihm sein Hauw mit eim gewaltigen Hauwe von dir weg, wirdt er aber mit einem nicht gnügsam geschwecht, so thue es mit zweyen oder dreyen Häuwen Kreutzweiß von dir durch sein Dusacken, so lang, biß du fülest, das er genugsam geschwecht sey, als dann, und ehe er wider zu krefften, oder auffkompt, und sich erholet, so Hauwe der nechsten Blöß zu, unnd von der Blöß biß behend wider an seinem Dusacken, es sey mit binden oder mit hauwen, So er aber vor dir steht in einer Hut, also das du ihm nicht kanst durch sein Versatzung hauwen, oder das er sein Versatzung also führet, das du dir nit trauwest ohn schaden dein ersten Reitzhauw zur Blöß zuthun, so merck, oder hab acht, das du als bald mit dem andern streich zu oder gegen seim Wehr durch Hauwest, ihe neher bey seiner Handt, ihe besser, mit eim oder zweien streichen gegen einander, nach gelegenheit.

Ferner soltu auch wissen unnd mercken, das es sich mit den dreien Häuwen immer abwechselt, also, das bißweilen der erst, jetzt der ander, dann der dritt ein Reitzer, Nemer, oder Treffer wirdt.

Derhalben wann du mit dem ersten Treffen kanst, soltu den andern zu einer Versatzung brauchen, triffet du aber mit den andern, so versetz mit dem dritten, dann so du sicher in den Wehren, so zu einer handt gebraucht werden, fechten wilt, soltu dich gewehnen alwegen drey Häuw behendt auff einander zufüren, nicht das es einerley Häuw sein müssen, sondern das der Ober, Mittel, und Under, immer under einander abgetheilt unnd gewechselt werden, also das alwegen under dreien einer treffe, Nemlich, der erst, der ander, oder der dritt, So aber in nachvolgenden stucken dergleichen Exempel fürfallen werden, will ich dich dessen erinneren.

Nun folgen die Leger sampt den stucken.

Das sibend Capitel.

DEmnach ich nun bißher alle notwendige stuck zu disem Wehr gehörig, gelehret, will ich ferner die Leger sampt ihren stucken zuerkleren fürtschreiten, Du solt aber hie wol mercken (wie hie vor auch gemelt) das die Leger nicht allein als ein wart, darinnen zu harren, auff des gegenmans Fechten verstanden müssen werden, sonder vil mehr als ein anfang oder ende der Häuw oder Versatzung, Das vernim, als wann du im Bogen stehest, wilt du nun auß dem Bogen Hauwen, so kombstu in erholung des Hauws ubersich in die Wacht, oder Stier, und in dem du dein Dusacken umb den Kopff zum streich zuckest, so komstu im umbzucken durch die Zorn Hut, von dannen geschicht erst volkommen der Hauw, als dann wan du den Oberhauw vollendet hast, komstu nach ende desselbigen, wo du mit den Hauw nicht zur seitten durchfarest in ein Wechsel, wiltu von dannen übersich Versetzen, so kombstu in Bogen, oder in das Lang Ort.

Derhalben merck nun, wie sich die Geberd inn dem umbzucken oder erholung eines Hauws erzeigen, also werden sie nach derselbigen gestalt genennet, Als, der Zorn Hauw, von seinen Zornigen geberden, Der Stier, von seinem stoß, Der Eber aber darumb, das er von der seiten Hauwet wie ein Eber. Dises ist nun die fürnemest ursach der erfindung solcher Leger, das wann du zu einem Hauw auffzeuchst in ein Leger, denselbigen noch also in der Lufft endern, unnd zu einer andern Blöß hinwenden oder führen könnest, Also auch, wann du zu einem Hauw auff zeuchst, das du am Eussersten ort, dahin du mit deim auffzucken ankommen bist, ein wenig verharrest, zu sehen ob er dir in deim Hauw der Blöß zuhauwen wölle, damit du in der lufft ersehen mögest, ob du ihn uber seinem herfliegenden Hauw mit

gleichen uberhäuwen erlangen könnest, Jedoch so soltu in keinem Leger lenger verharren, dan so lang sich ein erholung zum streich verweilet, sonder immer auß eim Leger in das ander abwechseln, so lang, biß du gelegenheit ersihest zuhauwen, auch solt du dir die stück, so eim jeden Leger zugeordnet, wol einbilden, die üben, und dir bekant machen, damit wie du in vollem Fechten in ein Leger ankommest, das du mit widerstucken bereit und fertig seyest. Ferner soltu auch wissen, ob ich wol eim jeden Leger sein sondere stuck zugetheilet hab, so ists doch nit die meinung, das man solche stuck nicht auch auß andern Legern Fechten soll, oder geschehen könne, Das ich aber eim Leger dise, eim andern andere stuck zugetheilet hab, ist die fürnembste ursach, damit solche in einer ordnung gehandlet würden, Auch seind dise stuck nicht dermassen gesetzt, das sie nicht im Fechten könten geendert werden, sonder seind nur als Exempel, daraus ein jeder, seiner Gelegenheit nach, stuck heraus suchen, nemen, und lernen kan, und, wie sie im dienstlich, die anschicken und verwandlen mag, Dann wie mir nicht alle einerley Natur, also können wir auch nicht alle einerley art im Fechten haben, muß aber gleichwol auß einem grundt alles herfliessen und genommen werden.


Von der Wacht unnd derselbigen zugetheilte stuck.

Das acht Capitel.

DIese Oberhut ist der anfang des Oberhauws, unnd wirt darumb Wacht genant, dieweil du also mit gefertigtem streich auff merckest, unnd Wacht heltest, das, wo er sich mit Hauwen für dir blöst, du ihn als dann mit hauwen von Oben uberlangen könnest, Dan es hauw dein gegenpart auff dich wie er wölle, so kanstu ihn auß solcher Hut uberlangen, oder auff das wenigste ihm seine Häuw zu nicht machen und dempffen.

Zu solcher Hut schick dich also, Stehe mit dem rechten Fuß vor, und halt dein Dusacken uber den Kopff, und laß die klingen hind dir abhangen, wie das Bild gegen der Rechten handt in hievor getruckter Figur außweisct[!], Damit du aber auch wissen mögest, was hierauß zufechten seye, will ich dir solches durch etliche hienach gesetzte Exempel erkleren, Nemlich fürs erste.

Wie und auff was weise du einen mit gleichen Häuwen uberlangen solt.

IM zufechten schicke dich in die Oberhut, Hauwet dir dein gegenfechter außwendig zu dem Leib, es sey zum Arm, hoch oder nider, so mercke, In dem er sein Arm zum Hauw außstreckt, so tritt gegen seiner Rechten von seim streich, unnd hauwe ihm außwendig uber sein rechten arm zum Kopff stark vor dir durch, das dein Dusack nach geschehenem hauw zu deiner Lincken in die Mittelhut komme, von dannen hauwe uberzwerch gegen seinem rechten Arm durch sein gesicht, gilt gleich ob das mit der Flechen oder mit der Langen, s chneid geschehe, so kombstu nach ende des hauws mit deim Dusacken zu deiner rechten Achsel, Von dannen hauw augenblicklich und behende zwen Zornhäuw von beiden seiten Kreutzweiß gegen einandern durch sein gesicht.

Hauwet er dir aber vornen zum gesicht gegen deiner Lincken, so tritt, in dem er herhauwet, mit deinem Lincken fuß hinder dein rechten, gegen seiner Lincken seitten umb, auß seinem Hauw, unnd volge mit dem Rechten Fuß nach, etwas zu ihm, in den du also trittest, so Hauwe zwen lange gerade häuw mit außgestrecktem Arm, von Oben Schlims zu seim gesicht und gegen seiner hand durch, beide geschwind auff einander, so kommestu nach ende des andern hauws zu deiner Lincken in die Mittelhut, und Blößst also mit solchem verhauwen dein Rechte seitten, Darumb so mercke under des, das wo er deiner gegebenen Blöße zuhauwen wurde, das du ihm seinen herfliegenden Hauw von deiner Lincken, gegen deiner Rechten mit einer gewaltigen hauw von dir ubersich weghauwest, und das also starck, das dein Dusacken ob deim Kopff wider umbschiesse in rechten Stier, zugleich in solchem außhauwen trit auch mit deinem Lincken fuß gegen seiner Rechten, und trawe ihm mit dem Vorder ort außwendig uber seinen rechten Arm zustechen, zucke aber dein stoß behend wider an dich, und hauwe ihn mit einem abtrit vornen durch sein gesicht. Wo er aber deiner gegebenen Blöße nicht zu hiewe, so Hauwe gleichwol mit Langer schneid von deiner Lincken ubersich durch sein Rechte, und volfüre das stuck wie jetzt gelehret, Hauwe dich als dann durchs kreutz von ihm ab.

Regel

In summa, wann du also in der Oberhut stehest, er Hauwe dir dann außwendig oder inwendig zum Leib, das ist, zur Lincken oder Rechten, so tritt alwegen auß seinem streich, unnd hauwe zugleich lang Oberhalb seinem streich, hinein zum Kopff, und so offt du von einer seiten einen solchen Oberhauw volfürest, also offt Hauw auch von der anderu[!] seitten einen Mittelhauw dargegen, durch sein gesicht, Demnach so volg ihm ferner nach mit anderen stucken, oder hauwe dich durchs kreutz von ihm.

Wie du auß der Wacht fechten solt, so dein gegenFechter zu erst nicht Hauwen will, Das erst stuck auß dem Fehler.

MErck, so dein gegenpart nicht hauwen will, sondern stellet sich ein Versatzung für dich, so trit mit deinem rechten Fuß gegen seiner Rechten umb, und hauwe den ersten von Oben außwendig zu seinem rechten Arm, das muß er wehren, als bald du dann gewahr wirst, das er mit seinem Dusacken deinem hauw entgegen fehret zu versetzen, so laß deinen hauw nicht antreffen noch rieren, sondern laß den in dem er aufffehret, fehl füruber ablauffen, und des tritt behend wider herumb gegen seiner Lincken, unnd Hauwe ihm abermals vornen durch sein gesicht.

Ein stuck und Exempel wie du dein gegenpart anreitzen solt, auff das er ubersich fahr, damit du ihm den rechten Arm letzen mögest.

EIn anders, Hauwe den ersten von Oben, gerad gegen seiner Scheitel, unnd in dem dein hauw von Oben herflugt, so verwende in der lufft die Kurtz schneide außwerts gegen ihm, als woltestu mit derselben antreffen, und merck aber, in dem er aufffehret deinen hauw zu empfangen, als bald zuck ungetroffen wider ab, zu ruck umb den Kopff, und Hauwe mit der Fleche außwendig von deiner Lincken, uberzwerch gegen seinem rechten Arm, starck durch, und das sol geschehen, in dem er mit seinem hauw herab fellet, als dann volge mit kreutzhäuwen nach, Dises ist ein geschwind Fehl stuck, dann mit dem das du die kurtz schneid gegen ihm wendest, erholest du dich eben damit, auff das du den Mittel streich desto geschwinder unnd stercker volfüren könnest, dann eben in dem er aufffehret mit seinem Arm, fleuget dein schlag uberzwerch der und trifft.

Ein anders in welchem gelert wirt, wie du sein gegenpare zu eim Hauw anreitzen, denselbigen auffangen, und als dann wan er ferner aufffahren wil, wie du ihm dieweil durchs gesicht oder Arm hauwen solt.

WAnn du an einem gewar wirst, daß et[!] bald nach Hauwet, so soltu solche stuck auff in treiben, mit welchen du ihn anreitzest und fürderst zu hauwen, Also, Stelle dich mit geberden als woltestu gewaltiglich hauwen, laß aber doch nicht treffen, sondern verziehe denselbigen hauw zu einer versatzung, damit du ihm sein hauw, mit welchem er vermeint dich zuereilen, aufffangest, und ihm sein vortheil also abjagest, dessen nim ein Exempel, Führe mit einen zutritt einen hohen streich auff ihn, und in dem es jetz antreffen sol, so wende die kurtz schneid gegen seiner Lincken, erhole dich damit zu einem Underhauw gegen seiner Rechten, welchen Underhauw, du doch nicht volbringen solt, sonder als bald er demnach auffzeucht und herhauwet, so hauwe den Underhauw zu welchem du dich jetzt erholet hast, unnd fange sein herfliegenden hauw noch in der lufft, mit solchem Underhauw von deiner Lincken, auff, und merck, Als bald er wider von der versatzung abgehet, und auffehret, so hauw dieweil ein gewaltigen Mittelhauw von deiner Rechten, behend durch sein gesicht, als dan von deiner Lincken ein Zornhauw, lang hernach.

Wie du einen mit gewalt auff und nider treiben solt, damit er dir mit den Mittelhäuwen, beide zu im zu Armen, und durch sein gesicht zu Hauwen, raum geben muß.

WEnde die recht seit wol gegen ihm, unnd Hauwe, mit zweyen zutritten deines rechten Fuß, zwen hoher gerader unnd starcker häuw in eim trib durch sein gesicht, so bald du in mit seinem Dusacken in die höhe getriben hast, so hauwe behend Zwen Mittelhäuw, von beiden seiten gegen einander, Den ersten von deiner Rechten under seim Dusacken, gegen seim inwendigen Arm durch, Den andern in dem er herab fehret,

von deiner Lincken gegn seiner Rechten Oberhalb seim Dusacken durch sein gesicht, Den dritten hauw wider ein hohen streich von deiner Rechten von Oben durch sein gesicht.

Der Wacht seindt sonderlich zwey stuck zugetheilt, so durch den Oberhauw verzicht werden sollen, Nemlich das erst Uberlangen, wie bißher zum theil gelehrt, Das ander die Häuw dempffen, wie in der geraden Versatzung hernach weiter volgen wirt.

Vom Stier und seinen Stucken.

Das neundt Capitel.

DIses Leger ist dem Sturtz nicht unehnlich, und der besten Leger eins, auß welchem, durch alle Häuw, allerley stuck füglich zum angreiffen im Vor, können gefochten werden. Zu disem Leger schick dich also, Stand mit den Lincken füß vor, halt dein Dusacken mit deim gehültz zur Rechten, neben deim Kopff, Also das der vorder ort dem Mann gegen seinem gesicht stand, aller ding, wie das grösser Bildt, in hievor getruckter Figur zur Lincken an zuzeigen im tritt ist, Und ist das Leger an ihm seber nichts anderst, dann ein gezuckter stoß von oben.


Das erste Stuck, in disem wirt gelehret, wie du ihn mit gleichem hauw aus dem Stier uberlangen solt mit einem angehenckten Mittelhauw, sampt einem stoß, und einem creützhauw nach.

WAnn du im zufechten in die Hut des Stiers kommest, und dein widerpart Hauwet dir zu von seiner Rechten, es sey von Unden oder Oben, so spring wol auß seinem streich gegen seiner Lincken seitten, und Hauw mit ihm zugleich, doch das du mit deiner Wehr uberhalb der seinen bleibest zu seinem gesicht, und gegen seiner hand, darinnen er sein Wehr führet, mit außgestrecktem Arm gantz durch, also starck, das dein Dusack wider uber deinem Haupt umschiesse in den Sturtz, das ist in Lincken Stier, von dannen Hauw ein Mittelschlag mit außwendiger Fleche gegen seiner Rechten, wider gegen seinem gesicht durch, das dein Dusack abermal uber deinem Kopff umbschiesse in rechten Stier, dise zwen häuw sollen behend unnd starck auff einander gehen, Demnach trawe von dannen einen stoß, auff halbem wege aber zuck den stoß wider, unnd hauwe zwen streich durch das kreutz, nach.

Das ander stuck, in welchem gelehret würt, wie du, in dem er auffgehet, durch sein Arm solt Hauwen, und in dem er wider herab Hauwet, du ihm zugleich oberhalb seinem Wehr zum Kopff hauwen solt.

WAn du im zufechten in dise Hut kommest, so hab acht, Als bald er im hauwen ist, so hauwe ihm uberzwerch, oder von unden (in dem er auffzeucht zum streich) von deiner Rechten, gegen seiner hand durch, Demnach hauw auch behend, in dem er wider herhauwet, mit gewaltigem außtretten gegen seiner Rechten, auß seinem streich, aussen uber seinem rechten Arm zu seinem Kopff.

Das dritte stuck, Wie du auß dem Stier, so er dir außwendig, das ist zur Rechten zuhauwet versetzen, und nachhauwen solt.

HAuwet er dir aber zu deiner Rechten seitten, so du im Stier stehest, es sey Unden oder Oben, so tritte mit deinem Rechten Fuß gegen seiner Rechten, zur seitten auß zu im, und streck deinen Dusacken gegen seiner Rechten von dir, laß in solchem fortschieben dein Vorder Ort gegen der Erden hangen, unnd weise im also mit hangenden Dusacken, seinen streich von deiner Lincken gegen deiner Rechten, ab, Diser absatz und austrit sollen miteinander geschehen. Als bald dein haw also an die außwendige fleche deines Dusackens im Versetzen rüret, so zuck deinen Dusacken von seinem wider ubersich gegen deiner Lincken ab, zum streich, und hauwe außwendig uber seinen Rechten arm, zum kopff, zu solchen hauw trit auch ferner gleich mit umb gegen seiner Rechten, oder wen du ihm, also mit dem hangenden Dusacken seinen streich durch den Bogen hast abgesetzt, unnd er von deiner Versatzung auffzeucht zu hauwen, so trit mit einem zwyfachen trit, wol auff seine Rechte seitten, auß, und zugleich solchem außtretten, zuck deinen Dusacken ubersich umb deinen kopff, und hauw mit krummer Schneid von deiner Rechten, Under seinem Dusacken, Schlims ubersich zu seiner inwendigen Spindel oder Flech, wie in diser nachgesetzten Figur zusehen, diser Underhauw muß geschehen, in dem er auffzeucht zuhauwen, das dein Dusack zu deiner Lincken Achsel komme, von dannen hauw zwen streich, durch das creütz, lang nach.

Das vierde stuck ist ein Regel, in welchem gelert wirt wie du alle Häuw, sie kommen von Rechter oder Lincken, in allen Legern sich er aufffangen solt.

DIses ist ein gute Regel, das, wo du mit fleiß, oder durch verhauwen, in der Leger eins kommen werest, und hauwet er dir eilends und unversehen nach, so fahre auß demselbigen Leger mit dem Ort gegen seinem gesicht, doch das in solchem fürtschieben dein Lange schneid gegen seinem herfliegenden streich den

auff zufangen gekehret sey, also, das du zu ende des stosses im Langen ort standest, dessen nim ein Exempel also, wann du im zufechten in gemelten Stier für den man kommest, und dein widerpart hauwet dir von seiner Rechten gegen deiner Lincken, so tritt behend mit deinem Rechten Fuß gegen seiner Lincken etwas zur seiten auß, und stich in dem er herhauwet, mit außgestrecktem Arm gegen seinem gesicht, in solchem stechen aber wende die Lange schneide gegen seinen herkommenden hauw, also versetzestu ihm seinem Streich unnd stichest zugleich, wehret er dir den stich unnd führet den ubersich, so fahr auch auff mit deinem gehültz gegen deiner Lincken, von dannen Uauw[!] ein Underhauw durch seine Rechte, und demnoch hauwe behend wider mit fernern zutritt, deines Rechten Fuß gerad von Oben durch sein Gesicht.

Was du auß dem Stier, gegen dem, er nicht zu erst Hauwen will, Fechten solt.

Im ersten zufechten, wann du gewar wirst das er nicht Hauwen wil, noch zu erst mit seinen stucke angreiffen, so merck fleissig wie er sich in ein Hut oder Leger schicken wil, damit du sehen mögest ob er sein Hand im Fechten zu hoch oder nider, oder auch zu weit gegen einer seiten auß füret, Derhalben so hab acht, also bald du ersihest das er sein Hand mit sampt der Wehr zu hoch füret, das du ihm also unnd auff solche weiß zufechtest, nemlich, trit und hauwe auß jetztgemeltem Stier, von deiner Rechten uberzwerch von Unden, underhalb seinem Dusacken (dieweil er den noch in der höhe führet) ubersich zu seinem gesicht, unnd gegen seiner Rechten Hand, in welcher er die Wehr führet durch, also das du nach ende des Underhauws zur Lincken in die Zornhut kommest, von dannen Hauw abermals wie vor mit Langer schneid gewaltig unnd starck übersich, gegen seiner Rechten durch sein gesicht, zu solchem Underhauw solt du mit deinem Rechten Fuß welchen du ohne das vor hast, weiter zu ihm fürt tretten, so komstu mit disem ubersich hauwen in der rechten Oberhutten eine, von solcher hauwe behend lang unnd sarck, ein Kreutzstreich nach durch sein gesicht.

Ein Exempel und stuck, wie du einen der sein Wehr im fechten hoch füret, herab bringen, unnd oberhalb desselbigen zum Kopff oder gesicht kommen solt.

IM zufechten tritt mit deinem rechten Fuß zu ihm, und stich ihm underhalb seinem Dusacken gegen seinem gesicht oder Brust zu, aller ding wie dich das ober und kleiner Bild, in der Figur (welche mit dem Buchstaben K. verzeichnet) lehret, als bald er dem stoß nach, den zuversetzen (wie er dann solchen wo er anders nicht ins gesichte getroffen werden wil) versetzen muß, herab fellet, so zucke deinen Dusacken wider zu ruck umb den Kopff und hauwe eben (in dem er mit seinem Dusacken herab fellet) Oberhalb desselbigen überzwerch durch sein gesicht, demnach Hauwe zum dritten gerad von Oben durch die auffrecht Lini, mit einem fernern zutrit deines rechten, also das du nach ende des Hauwes in Lincken Wechsel kommest, von dannen fahr behend ausserhalb seines rechten Armes mit Langer schneid, ubersich gegen seiner Wehr zur versatzung, bind ihm also von Unden an sein Dusacken, aldo merck fleissig, als bald er von deinem Wehr abgeht, unnd den ubersich zeicht zuhauwen, so Hauwe in dem er noch im ubersich ziehen ist, hart neben seinem gehültz von Oben nider durch sein gesicht, zu solchem Hauw soltu mit dem rechten Fuß also fürter umb zu ihm tretten, damit du mit deinem Obern leib dem Hauw nach wol fürsich nider gesenckt, und mit den füssen weit von einander standest, so kanstu mit dem Dusacken dester ehe zur versatzung wider auffkommen.

Wie du dem der sein Wehr zu nider führet begegnen solt.

FUhret er aber sein Dusacken mit seiner Versatzuug[!] nemlich im Bogen niderig, also das du ihm Oberhalb seinem gehültz sein Angesicht wol ersehen unnd erlangen kanst, so tritt und Hauwe von deiner Rechten auß dem Stier oberhalb seinen gehültz uberzwerch durch sein gesicht, also hart an seinem ge=

hültz, auff das du im dasselbige mit gemelten hauw anrürest und treffest, In dem aber dein hauw also durch sein gesicht herfleugt, so zuck zu gleich auch dein gehültz wider ubersich, und trit under des mit deinem Lincken Fuß hinder deinem Rechten gegen seiner Lincken, und folge mit dem Rechten auch ferner zu im gegen gemelter seiten, hauwe also behend den andern mit solcheo[!] tritten gerad von Oben durchs gesicht, Dise zween Häuw, nemlich der uberzwerch, Demnach der Ober sollen sampt mit gelehrten tritten behendiglich und geschwind auff einander volbracht werden, so gehet das Stuck wol an.

Ein Exempel und Stuck, wie du dem der bald nach hauwet, durch die schweche seines Dusackens (in auff zu bringen) hauwen, Demnach seinen Hauw aufffangen, und mit krummer schneid zur Rechten, mit langer zur Lincken, durch sein gesicht hauwen solt.

WEiter helt oder führet er seinen Dusacken weit vor ihm auß gestreckt, und ist bereit auch bald nach zu hauwen, so trit und hauwe den ersten von deiner Rechten auß gemeltem Stier, gegen seiner Lencken abermal durch die schwech seines Dusackens, Disem Hauw wirt er bald nach hauwen wöllen, in meinung dich zu ereylen, derhalben zucke behend nach dem ersten streich dein gehültz wider ubersich umb deinen kopff, unnd hauwe den andern auch von deiner Rechten, doch uberzwerch gegen seinen hauw, zu wölchem du ihn dann mit deinem ersten durchhauw angereitzt und auffbracht hast, auff das du ihm den selbigen (dieweil er noch also im herfliegen ist) aufffangest, aller ding wie das grosser Bild in der Figur wölche mit dem Buchstaben G. verzeichnet, gegen der Rechten hand anzeiget, Als bald sein hauw also auff die Lange schneid deines Dusackens rüret oder bocht, so trit behend mit deinem Lincken Fuß gegen seiner Rechten seiten auß, umb, und zugleich mit solchem trit zucke deinen Dusacken wider ab von seiner wehr umb dein haupt, und hauwe mit krummer schneide ausserhalb seinem Rechten Arm zu seinen Kopff, wie dich dann solches die kleinern Bilder zwüschen den grossen auch in gemalter Figur lehren, das muß er (wo er anders nit wil getroffen wern) versetzen, Aber in dem er dir solches wehren unnd versetzen wil,

Blößt er damit sein gesicht, zu welchem du als dann behendiglichen mit einem abtrit deines lincken Fußes starck durch hauwen solt, nach solchem verhauwen fahr behend wider auff in gute Versatzung.

Ein Exempel und stuck, wie du durch deines gegen Fechters versatzung, von Unden unnd von Oben, mit gewalt durchbrechen solt.

BEgegnet dir dein gegenpart in einem Leger (gilt gleich was es für ein Leger sey) so schicke dich im zufechten in die Hüt des Stiers auch zur Rechten, von dannen trauwe ihm ein gewaltigen stoß, von Oben gegen seiner Lincken, und als bald er aufffehret deinem stoß zubegegnen, so zucke denselbigen behend wider an dich, unvolbracht übersich gegen deiner Rechten, unnd schlaudere von dannen mit krummer schneide, und gewaltiger stercke ubersich gegen seiner Lincken, durch sein gesicht und versatzung, zu solchem allen soltu auff dise weise tretten, nemlichen also in dem du den stoß trauwest, so erhebe dein rechten Fuß zu dem tritt, und zucke den getrauweten stoß also behend, auff das du mit solchem tritt eben in volführung des Underhauwes, den erhebten Fuß im fürtretten wider nider setzest, also das der tritt und der streich mit einander vollendet werden.

Auff disen Underhauw, hauwe behend mit fernerem außtretten gegen seiner Lincken, von Oben durch sein gesicht gewaltig und lang von dir, wann du nun also den Riß von Unden, sampt dem Oberhauw geschwindt nach einander führest, miit ihren zugehörenden tritten, so geht das stuck wol an.

So dir aber ein anderer mit solchem stuck begegnete, so brich ihm das also, nemlich in dem du gegen seinem stoß den auff zufangen ubersich verfahren bist, unnd aldo gewahr wirst das er dir den wider entzucket, und von Unden hauwen will, so tritt mit deinem rechten Fuß wol gegen seiner rechten seitten, unnd falle mit Langer schneid starck von Oben auff seinen herfliegenden Underhauw, also das in solchem daraufffallen der Vorder ort deines Dusackens gegen des Mans rechten seiten außsteht, sperre ihm also den Underhauw, auff das er nicht durchkommen möge, von dannen zucke behend wider ab gegen deiner Lincken Achsel, von welcher hauwe ihm ferner außwendig uber seinem rechten Arm zum Kopff, so er dir aber mit seinem Riß ubersich durch gebrochen

wehr, so fang ihm (zu dem das du im den vorigen Underhauw von Oben, dir unschedlich abgewisen hast) auch seinen Oberhauw ubersich auff dein Lange schneid, unnd merck fleissig, in dem sein hauw auff dein versatzung bocht oder riert, sol gleichfals wie vor dein Dusacken gegen deiner lincken Achseln gezuckt werden, und hauw ihm zur nechsten Blöß, oder in dem du ihm sein Oberhauw auff dein versatzung empfangen hast, so stich ihm behend (ehe das ersich wider erholet) Underhalb seinem Dusacken zu seinem gesicht, das muß er wehren, und dir damit raum geben zur obern Blöß.

Ein Exempel und stuck, wie du einen mit geberden, zu sampt den Häuwen, auffbringen solt, damit du ihm desto besser mit krummer schneide die Spindel letzen mögest.

MErck, wan du im zufechten bist, so nim fleissig war, ob sich dein gegen Fechter in den Bogen schicken wölle, als bald du solches ersehen hast, so trit unnd führe ein gewaltigen Oberhauw, auß der Hut des Stiers mit ernsthafften geberden gegen seiner Lincken, laß aber solchen Hauw nicht antreffen noch rieren, sonder merck fleissig, als bald er ubersich aufffehret den zuversetzen, so verzucke deinen Hauw behendiglich gegen deiner Lincken wider ab umb dein Kopff, und in solchem abzucken umbgreiff dein Handhab noch mehr auff das wann du fürterhin hauwen wilt, die krumme schneid im treffen vorgang, und Hauwe also (in dem er auffgefahren ist, dein hauw zu empfahen) von deiner Rechten underhalb seinem Dusacken, inwendig zu seinem Arm ubersich gegen deiner Lincken durch, wie du an disem Bild in gesetzter Figur zur Rechten, lernen unnd mercken kanst, du solt aber zu solchem hauw nicht neher zu ihm kommen, dann das du ihm bloß seinen Arm zwischen seinem Elenbogen unnd seiner hand mit dem eussersten deines Dusackens erlangen kanst, nach solchem hauw laß dein Dusacken oben umb dein Kopff verfahren, unnd Hauwe ihm ein Mittelhauw sampt einem Oberhauw, durch sein gesicht, &c.


Ein gut stuck auß dem Gefehrhauw, welches auch auß dem Stier füglich kan gefochten werden.

FIndestu dein gegenpart im Bogen, so tritt unnd Hauw ein gewaltigen Hauw von Oben starck auff sein gehültz, disem Hauwe wirdt er behend und bald nach hauwen, Derhalben merck das du mit deinem hauw nicht durch kommest, sondern als bald dein hauw auff dem seinem bocht, so laß dein klingen neben seinem rechten Arm undersich ablauffen, unnd zuck zugleich dein gehültz wider ubersich, Hauwe also den andren[!] behend in dem er auffzeucht zum streich, neben seinem gehültz (dieweil er solches zu seinem streich noch in der höhe führet) inwendig durch sein gesicht, und schauw aber gleichwol das du mit deinem Fuß nicht neher, dann das du ihn mit dem eussersten deines theils wol erlangen kanst.

Ein anders auß dem Wecker.

MErck wan du einen im zufechten im Bogen findest, zu versetzen, so tritt und Hauwe ein gewaltigen Hauw auß dem rechten Stier, als bald der hauw auff sein versatzung bocht oder rieret, so wende den vorder ort oberhalb seinem Dusacken hineinwerts zum gesicht, und stich ihm also auff seinem Dusacken hinein, das muß er ubersich versetzen unnd wehren, Derhalben merck in dem er aufffart, so zuck dein Dusacken umb den Kopff, und hauwe von deiner Rechten uberzwerch gegen seiner Lincken (dieweil er mit seinem Dusacken noch also in der höhe ist) zu seinem Gesicht, versetzt er dir den abermal von Oben, so bleib mit deinem Dusacken an dem seinen im Band, unnd wende im dein ort widerumb an seinem Dusacken einwerts gegen seinem gesicht, wehrt er dir den auch, so fahre mit deinem orte under seinem rechten Arm durch, unnd stiche im außwendig uber seinen rechten Arm auch zu seinem gesicht, wehret er dir den stich abermals, so lasse deinen Dusacken umb deinen Kopff fahren, und hauwe durch Mittelhäuwe uberzwerch gegen seiner der nechsten Blössen einer zu durch.

Ein gut stuck auß dem Stier, mit welchem du gewaltig durchbrechen kanst.

MErck im zufechten, Als bald du nun deinen gegenpart erlangen kanst, so trit und Hauwe einen starcken hauwe mit außgestrecktem Arm gewaltiglich durch seine versatzung, also, das sich dein Dusacken nach ende des hauwes neben deiner Lincken mit dem vordern ort hinder dir auß zusehen, verschwinge, von dannen Hauwe herwiderumb, abermals gewaltiglich unnd starck von Unden ubersich durch seine Rechte, Den dritten hauwe von deiner Rechten gegen seiner Lincken, es sey Unden oder oberhalb seines Dusackens, durch sein Gesicht.

Ein gemeine Regel, allerhand stuck zubrechen.

OB ich wol erstlich fürhatte, einem jeden stuck seinen sondern Bruch zu ordnen unnd zu setzen, so hatt es mich doch für gut angesehen, solches alhie anzustehen lassen, besonders dieweil ich in meinem andern Buch (welches ich mit der zeit, auch der Kunst zu gut, villeicht wirt außgehen lassen) vil schöner stuck sampt ihren Brüchen gesetzt unnd beschriben, Will derwegen alhie allein ein general Regel, darauß du allerhand Brüch nemen unnd lernen kanst, dargeben, Zu dem, so ist es auch mit dem Fechten also geschaffen, das du nicht leichtlich wissen, oder in eil mercken kanst, was er für stück auff dich Fechten wölle, wil geschweigen, das du soltest so behend wissen mögen, wie ihm das zubrechen sey, Darumb halt ichs alzeit mit dem, der vil stuck unnd wenig Brüch kan, als dann auch dieselbige, im Vor und Noch, fürsichtiglich durch Fechten, unnd lasse den andern umb die Brüche sorgen, er aber sey mit stucken also gefaßt, auff das, wo ihm eines gebrochen wirt, er zwei andere an die stat, und schon im werck habe. Der gemeine Bruch aber welchen ich hie setzen wil, ist diser, nemlich also, Wann du von deinem gegenfechter mit Häuwen ubereilet wurdest, also das du ihm versetzen must, so gehe ihm mit stacker versatzung under seine häuwe, und halt im die auff, das er mit solchem nicht durch kommen könne, damit er seinen Dusacken wider von dem deinen zu ruck umb zucken müsse, stiche ihm als dann dieweil er also von

deinem Dusacken auffzeucht zu einem andern streich gerad für dir hin in sein Gesicht, und wende under des gleich wol die Lange schneide gegen dem ort, von welchem du sihest das er wider herhauwen wil, so bistu versetzt. Wann du ihm aber seine häuwe nicht auff halten kanst, dieweil er dir villeicht zu starck ist, und mit gewalt durch brechen wurde, so mercke in dem sein hauwe von deinem Dusacken durch, gegen der erden verfellet, oder zur seiten auß verfahren, das du ihme (dieweil sein Dusacken noch also im durchfahren ist) auch gerade zu seinem gesicht stechest, und solchen stich ehe dann sein Wehr volkommen zur erden verfallen ist, vollendest, Begegnet er dir aber mit verführten häuwen, so stich ihm abermals in dem er seinen Dusacken also herumb von einen ort zum andern führet, gerad fürsich auß dem Langen ort, gegen seinem Gesichte oder seiner Brust, und nim under des fleissig wahr, wo er mit seinem hauw herein fallen wölle, gegen dem selbigen ort wende die Lange schneide mit dem gehültz ubersich, und bleibe under des mit deinem vordern orth gleichwol vor seinen gesichte oder Brußt, als bald und so offt du demnach deine gelegenheit ersihest, so lasse ein hauw der nechsten Blösse zu fliegen, unnd ist das die rechte summa, und entliche meinung aller Brüch, Nemlich als offt zwen häuw zusammen rieren oder binden, das du in dem sie noch im Band bochen, also an seinem Dusacken für dir hin stechest, unangesehen wo sein Dusacken von dem deinen verfahre. Diser Regel soltu in allen treffen wol wahr nemen unnd mercken, so wirstu einem jeden er Fechte auff dich was er wölle, leichtlich einbrechen, und ihn mit seinen stucken von dir abtreiben können. Demnach so dir aber dein wider Fechter nicht hauwen wolte, und sich gleichwol also für dich Legert, auff das du ihm abermals nicht also unbedacht zur Blösse hinein hauwen darffest, Derhalben wil auch von nöten sein, das du auch alle Leger zubrechen, und wie du ihn darauß treiben sollest gut wissens habest, nemlich also, Es Legere sich dein widerFechter in was Hut er wölle, so stich ihm gerade zu auß dem Langen ort sein gesicht, von welcher seitten er dir als dann deinen stoß außschlecht, eben zu der selbigen Seitten hauwe ihm hinein, davon dann hernach offtermals meldung beschehen wirt.


Von der Zorn Hut.

Das zehend Capitel.

DAs Leger wirt auch zu beiden seiten gebraucht, von welchem der streckeste Hauw (der Vater streich genant) hergebracht wirt. Zwischen disem Leger aber, und zwischen dem Stier, ist kein anderer underschneid, dann das der Stier den Stoß, und der Zorn den hauw mit zornigen geberden von sich erzieget, So vil aber die stuck darauß zufechten belanget, kanstu auß einem Fechten wie auß dem andern, Auß diser Zornhut aber, ob sie wol die eine seiten gantz bloß darstellet, so kanstu doch vil unnd mancherley geschwinde und starcke stuck darauß herbringen und Fechten, deren ich dir alhie erliche erzelen und setzen wil. Wie du dich aber in dise Hut schicken solt, das lehret dich dises bild zur rechten hand in hievor getruckter Figur, auß welchem Leger du als dann alle streich, so auff dich gehauwen werden, von dir abweisen, und nachhauwen solt.

Das erste stuck lehret dich, wie du ihm seine häuw von Oben und Unden nemen, auff solches mit Windthäuwen nach Hauwen solt.

MErck, wann du also im zufechten in die rechte Zornhut kommest, mit welcher du die gantze Lincke seiten bloß dargibst, dardurch dann dein gegenfechter verursachet wirt, dieselbige mit häuwen an zu fechten, Derhalben merck fleissig als bald er dir von Oben zuhauwet, so trit under des mit deinem Rechten Fuß wol auff seine Lincke seitten zu ihm beseits auß seinem streiche, und Hauwe zugleich mit ihm (doch das dein Dusacken in solchem gleich hauwen oberhalb seinem Dusacken komme) hinein seinem Kopff unnd der hand (darinnen er die Wehr führet) zu, also das dein Dusacken nach ende des Hauwes neben deiner Lincken in Wechsel komme, von dannen (wo er dir der rechten Blösse zuhauwet) nim ime sein herfliegenden streich, mit Langer Schneid starck ubersich, gegen deiner Rechten auß, zugleich mit solchem außnemen, trit mit deinem rechten Fuß wol gegen seiner Rechten seitten, und laß dein Dusacken in gemelten außnemen vollen umb dein Kopff fahren, Hauwe ihm als dann mit Windthäuwen außwendig uber sein rechten Arm.

Das ander stuck lehret abermals, wie dn ihm sein häuw ferner nemen, und weiter von derselbigen seiten nach hauwen solt.

STehestu im rechten Zorn wie vor, zu warten auff des Mans angreiffen, als bald er dir dan deiner gegebenen Blösse zuhauwet, es sey von Unden oder von Oben, so trit auß gegen seiner Lincken, und Hauwe ihm seinen herkommenden streich mit einem Zornhauw gegen seiner Hand von dir hinweg, ehe er sich als dann von solchem genommenen streich wider erholet, so hauwe den andern behend ehe er auffkompt, wie gesagt, auch von deiner Lincken zur Blösse mit einem fernern zusprung deines rechten Fußes, Nach disen zweien häuwen soltu bald wider von aussen ubersich gegen seinem rechten Arm, durch ein Underhauw in Versatzung kommen.

Ein Exempel und stuck, wie du in allen treffen den Ort in sein gesicht wenden solt.

FErner hauwet er dir ausserhalb deines rechten Arms zum Leibe, es geschehe von Oben oder Unden, so trit under deß mit dem rechten Fuß wol gegen seiner Rechten auß seinem streiche, unnd Hauwe eben (in dem sein streich herfleugt) Oberhalb desselbigen von aussen über seinem rechten Arm zum Kopffe, oder Hauwe einen Dempffhauw von Oben auff seine hand, wendet er aber seine Versatzunge gegen deinem hauw, so mercke in dem die Dusacken zusamen rieren und treffen, so schiebe deinen vordern ort an seinem Dusacken oder auff seinen rechten Arm vor dir hinein zu seinem gesichte, disem stoß muß er wehren, und dir deinen Dusacken zur seitten außschlagen oder führen, von welcher seiten er dir nun deinen stoß außnimmet, zu der selbigen hauwe behend hinein, es sey zur Lincken oder Rechten, wie hievor von Brüchen auch gelehret bist, führet er dir aber dein Dusacken im außnemen übersich, so lasse bald oberhalb deinen Kopffe verfahren, unnd hauwe uberzwerch von Unden mit krummer schneide (dieweil er noch seinen Arm mit dem außnemen) in der höhe führet, durch sein gesichte.

Ein anders wie du ihm dein ort, vor dir hin in sein gesicht wenden solt.

IM zufechten schicke dich in die Zornhut, und mercke fleissig, als bald er auff dich herhauwet so trit unnd hauwe mit ihm zugleich, mit außgestrecktem Arme gegen seiner Lincken zu seinem Kopff, als bald er aber die häuwe zusamen rieren oder bochen, so schiebe deinen Dusacken stracks mit deinem ort für dir hin in sein gesichte, unnd in solchem fürtschieben wende die Lange schneide sampt deinem gehültz übersich gegen seinem herfliegenden Wehr, als bald aber sein anderer streich auff deine Lange schneide bochet, so fahr mit deinem gehültz hoch auff, unnd bleib also mit gemeltem gehültz uber deinem Kopff, unnd schlage in des gleichwol mit inwendiger Fleche unnd hangendem Dusacken außwendig zu seinem rechten Arm, als bald er deinem schlag nach wischet, so trit zu ruck, und Hauwe ihm vornen durchs gesichte.

Wie du des gegenparts häuwe aus Zornhut mit verschüben, aufffangen und als dann nach hauwen solt.

SChicke dich im zufechten abermals in die Zornhut, und mercke als bald dein gegenfechter auff dich hauwet, so fahre mit deinen Dusacken uber deinem kopff under seinen herkommenden streiche, unnd fang im seinen hauwe mit der Langen schneide deines Dusackens auff, also das in solchem aufffangen seines hauwes deinen Dusacken mit dem Ort undersich gegen deiner Lincken zu der erden abhange, Demnach so bald sein hauwe auff deinen Dusacken glützt, so hauwe mit krummer Schneide von beiden seitten von Unden ubersich durch sein gesicht, zwen geschwinder und starcker streich, nach solchen Underhäuwen hauwe behend herwiderumb ein uberzwerchen Mittelhauw sampt einem geraden Oberhauw von deiner Rechten, auch durch sein gesicht, oder wo er Bloß ist, also das du nach ende des letzten hauwes zu deiner Lincken in Wechsel kommest, von dannen fahr mit Lan-ger[!] schneide wider ubersich zur Versatzung.

Ein anders.

WAnn du also im zufechten in die gemelte Zornhut kommest, und wirst aldo gewahr das dein widerpart zum ersten nicht hauwen wil, so führe mit einem zutrit deines Rechten Fusses einen gewaltigen hohen streiche gegen seinem kopffe, under des merck fleissig, als bald er mit seinem Dusacken aufffehret in den Bogen zu versetzen, so lasse deinen hauw auff seiner Versatzung nicht antreffen, sondern zucke deinen Dusacken wider zu ruck ubersich gegen dir umb, und stoß ihn mit deinem Vordern Ort underhalb seinem Dusacken zu seiner Brust (wie solches die obern kleinen Bilder in der Figur, so mit dem Buchstaben K. verzeichnet, anzeigen) von dir, so du wilt magstu auch den ersten von oben starck antreffen, und demnach gleichwol deinen Dusacken in der lufft umbschnappen lassen, und ihn vor dir Brust stossen, als bald er aber deinen stoß nach herab fellet, so hauwe behend Oberhalb seinem gehültze uberzwerch durch sein gesichte.

Ein guter angriff auß dem Zornhauw mit vier häuwen.

MErcke, wann du im zufechten in die Zornhut kommest, als bald du ihn erlangen kanst, so erhebe dein hand auß der rechten Achsel, unnd kehre Indes die spitz am Dusacken gegen seinem gesicht, trauwe ihm also zustechen, zucke aber dein Dusacken behend wider an dich umb deinen Kopffe, und hauwe den ersten Underhalb seines Dusackens übersich durch sein gesichte, den anderen hauwe von deiner Rechten überzwerch auch durch sein gesichte, Deßgleichen hauwe den dritten Schlims von Oben wider gegen seiner Lincken, abermal durch sein gesichte, Den vierdten aber, Hauwe als dann von deiner Lincken Schlims gegen seinem rechten Arm durch, und mercke auch wie manchen hauwe du von einer seiten hauwest, so manchen trit soltu auch mit dem rechten Fuß gegen derselbigen seiten, deinen häuwen nach zu ihm tretten, dann du solt in disen stucken zum tretten, alwegen mit deinem rechten Fuß vor bleiben.

Stier und Zorn zur Lincken.

DIeweil du nun dise zwey Leger von deiner Rechten, und was du darauß Fechten solt, auff das kürtzest gehöret, auß welchen leichtlich zu verstehn ist, was du ohngefehrlich auch auß disen umbgekerten Legern Fechten sollest, nemlich die stuck nur umbkehren ohne sondern bericht, Aber damit ich dir zu sochem umbkehren ein wenig anleitung gebe, hab ich nicht underlassen wöllen, etliche stuck Exempels weiß hieher zusetzen, und darumb dise beide Leger zusamen genommen, dieweil auß deren einem jeden zufechten, wie auß dem andern, wenig außgenommen, Wie du dich aber in den Lincken Zorn schicken solt, lehrt dich das Bildt in der hievor getruckten Figur, gegen der rechten Hand, so mit dem L. verzeichnet ist, Vom Lincken Stier aber, merck wie du in hievor zur Rechten in das werck gericht, also soltu ihn auch zur Lincken anschicken.

Das erste stuck auß dem lincken Zorn.

MErck, wann du im zufechten in Lincken Zorn kommest, so treib von deiner Lincken von Oben, und von deiner Rechten von Unden, starck zusamen, uber deinen fürgesetzten rechten Schenckel durch sein gesicht, nach außweisung der schlimmen hangenden Lini, welche mit den beyden Buchstaben H. unnd B. verzeichnet, ein hauw drey oder vier, so lang biß du ein Blöß ersihest, zu derselben hauw hinein, demnach Hauwe behend wider lang nach durchs kreutz, damit du dich ferner vor seinen häuwen beschützest.

Ein gut stuck wie du ihn mit seiner Versatzung herab zwingen solt, auff das du ihm zum gesicht kommen mögest.

ITem treibe uber dein rechten Schenckel wie vor, doch führe alle häuwe underhalb seinem Dusacken zu seinem Arm oder nach seinen Fingern, damit reitzest und zwingest ihn, das er mit seiner versatzung herab fahren müß, als bald er mit seinen hauw herab fellet, o Hauwe ihm behend unnd unversehens

Oberhalb seinen Dusacken, von deiner Lincken gegen seiner Rechten Schlims durch sein gesicht, oder hauwe von deiner Lincken ein Mittelhauw Oberhalb seinem gehültz uberzwerch gegen seiner Rechten, abermals durch sein gesichte, auff disen hauwe den andern behend gegen seiner Lincken durch.

Ein behend und starck stuck, welches mit fünff Häuwen volbracht, auß dem Lincken Stier zu fechten.

IM zufechten schicke dich in die Hut des Lincken Stiers und merck als bald er dir außwendig gegen deiner Rechten seitten zuhauwet, so tritt mit deinem Lincken Fuß wol auß seinem hauw gegen seiner Rechten, Und hauwe mit ihm zu gleich (doch das du mit deinem Dusacken oberhalb des seinem im herhauwen kommest) Schlims gegen seiner Rechten durch sein gesicht, also das du nach ende dises hauwes mit deinem Dusacken neben deinen Rechten schenckel mit dem ort auff die erden kommest, neben der selbigen wende die Lange schneide wider ubersich, und ziehe einen starcken Underhauw von deiner Rechten mit Langer schneid ubersich gegen deiner Lincken, das dein Dusacken nach ende solches hauws zu deiner Lincken Achseln ankomme, von der selbigen hauwe einen Underhauw starck ubersich durch sein Rechte seiten, also das dein Dusacken nach solchem hauw in die Hut des Rechten Stiers verschiesse, aus dem selbigen hauwe ein geschwinden hauw uberzwerch durch sein gesicht, Demnach zum letsten hauwe auch ein gewaltigen Oberhauw Lang nach mit einem weiten zutrit auch gerad von Oben durch sein gesicht, etc.

Ein gut stuck welches auß dem Lincken und Rechten Stier zusamen gefochten wirt.

ITem treib mit gewaltiger sterck, ubereck Schlims über deinen rechten Schenckel dem mann durch sein gesichte, ein hauw oder drey, von Unden oder Oben zusamen, und mercke, wann du das dritte mal zu deiner Lincken Achseln ankommen bist, so hauwe als dann zwen Underhäuw, ein von deiner Lincken den andern von deiner Rechten, beide starck übersich durch sein gesichte, das du noch ende der zweyer Underhäw wider in die Lincke Zornhut kommest, von dannen hauwe mit kurtzer schneide, oder schlag mit der fleche und mit außgestrecktem Arm überzwerch durch sein gesicht, also starck das sich nach ende des hauwes dein Dusacken in die Hut des Rechten Stiers verschiesse, Von dannen tritt abermals mit deinem rechten Fuß ferner zu ihm, unnd stich ihm mit außgestreckten Arm von oben gegen seinem gesichte, demnach hauwe zum letsten behendiglich dem stoß nach auch von Oben durch sein gesicht, und in allem tretten bleib mit deinem rechten Fuß vor.

Regel.

ITem hauwet dir einer gegen deiner Rechten (wan du also in der Lincken Oberhutten einer stehest) so hauwe mit einem außtrit gegen seiner Rechten einnen gewaltigen Windthanwe, außwendig üBer[!] seinem rechten Arm zum Kopff, Dann so offt du in diser zweyer Leger eines kommest, so soltu dich befleissen, das du ihme alwegen auß seinem herkommenen streich trettest, unnd zugleich ihme oberhalb seinem Dusacken, mit weitem zulangen zum Kopff hauwest.

Bruch auff denn Stier und Zorn zur Lincken.

SO du im zufechten ersihest und gewar wirst, das dir dein gegenfechter in gemelten Lincken oberen Hutten einer begenet, so schicke dich bald in die Hut des rechten Stiers, von dannen stich ihme mit einem weiten zutrit von deiner Rechten gegen seinem gesicht, das muß er wehren, unnd dir den stich außschlagen, so lasse den selbigen gegen der seiten, zu welcher er dir solchen mit seinem außschlagen abgewisen hat, umb deinen Kopff fahren, unnd hauwe ihm als dann gegen der andern seiten zur Blöß, wirstu aber gewahr das er dir den selbigen auch abtragen, und versetzen wil, so lasse deinen Dusacken vor derselbigen seiten fehl fürüber ablauffen, un d[!] hauwe ihm zur andern seiten.

Die gerade Versatzung oder der Schnit,

Das ölffte Capitel.

IN dise Versatzung schicke dich also, stand mit deinem rechten Fuß vor, und halt deinen Dusackem mit außgestrecktem Arm vor, das die Lange schneide gegen dem Mann, und der vorder ort fürsich auff stehe, wie das grösser Bild zur Rechten hand in hiebey[!] getruckter Figur außweisset, Dises Leger lob ich für das beste under allen, darumb dieweil du in disem stand sicherer dann in keinem anderen, deines Feindes erwartten kanst.


Ein Exempel und stck, wie du von Unden zur Blöß arbeiten solt.

WAn du nun also in gerader versatzung für deinen Man kommest, aldo mercke wann er dir vornen zum gesicht hauwen will, so wende die Lange schneide gegen seinem hauwe, unnd fange ihm den in der lufft gegen seiner Rechten auff, zu dem so trit under des mit deinem Lincken fuß hinder deinem Rechten zu ihm, unnd volge mit deinem rechten Fuß behend fürbaß nach gegen seiner Lincken, als bald sein streich also auff deinem Dusacken bochet, so wende dein Lange schneide wider ab von seinem Dusacken, und ziehe ihm die Lange schneide gegen deiner Rechten durch sein Maul, in des zuck aber behend widerumb, und hauwe ein Mittelhauw, mit guter versatzung gegen seiner Lincken, zu seinem gesichte, also das du ihm mit solchem Mittelhauw, sein hauwe (wo er anderst hauwen wurde) auffhaltest, oder abweisest, nach solchem Mittelhauw zucke behend widerumb deinen Kopff, und schnell ihm außwendig zu seinem Rechten arm, als bald hauwe mit kreutzstreichen Lang von dir, Den Schnit und den hindertrit soltu zugleich miteinander volbringen, so gehet das stuck wol ahn.

Ferner hauwet er dir vornen zu deinem gesichte, so wende die Lange schneide gegen seinem hauw wie vor, als bald die Dusacken zusamen bochen, so zucke deinen Dusacken wider zu ruck ab, vor deinem gesicht umb, und hauwe außwendig zu seinem Rechten arm, demnoch hauwe den andern wider behend vornen durch sein gesicht.

Ein anders.

ITem versetze ihm seinen Oberhauw wie vor, mit Langer schneide, und in dem die Dusacken zusamen bochen, so rucke dein gehültz ubersich, gegen deiner Lincken das du vollend in den Lincken Stier ankommest, von dannen hauwe einen Underhauw oder Mittelhauw, oder auch Schlims oberhalb seinem Rechten arm gegen seiner Rechten durch sein gesicht, gewaltig und Lang von dir, als bald hauwe ferner mit kreutzstreichen Lang nach, auch durch sein gesicht.

ITem versetze ihm seinen steich mit Langer schneide wie vor, unnd in dem es rieret, so zucke deinen Dusacken wider gegen deiner Rechten zu rucke umb deinen Kopff, trit unnd stich ihm außwendig uber seinen Rechten arm zum gesicht, zuck behend wider und hauwe ihm vornen auch zum gesicht.

Item stehestu in offtgemelter versatzung, und dein gegenfechter hauwet dir außwendig zu der Rechten, so versetze ihm seinen hauw mit Langer schneide, und hauwe als bald ein Under oder Mittelhauw, von deiner Rechten gegen seiner Lincken durch sein gesicht, solchen hauwe thue so starck, also das dein Dusacken in solchen Windt zweimal oberhalb deinem Kopff umblauffe, zu jeder seiten einmal, mit welchem umblauffen du ihn irre machest, auff das er verführt werde, und hauwe als bald kreutzstreich nach.

Wie du im seine Häuw absetzen, einhencken, und ubersich durch sein Gesicht ziehen solt.

ITem stehestu vor deinem Mann in gerader Versatzung, und er hauwet dir außwendig gegen deiner Rechten, in dem er herhauwet, so tritt mit deinen Lincken Fuß behend gegen seiner Rechten auß seinem streich, unnd wende under deß die Lange schneide gegen seinem hauwe, zugleich in der Versatzung fahre auff mit deinem gehültz, und scheibe im den Ort an sein Dusacken aussen uber seinen Rechten arm in sein gesicht, und hencke ihm deinen Dusacken in eyl auffen uber seinen Rechten arm vor seiner Brust hinein, tritt zu gleich mit solchem einhencken ferner auff sein Rechte seiten, zeuch im dein Lange schneide wider ubersich gegen deiner Lincken durch sein gesicht, als dann hauw bald mit dem Kreutz wider Lang von dir.

Ein gut stuck wie du aus gerader Versatzung absetzen, außtretten, und durch sein gesicht schneiden solt.

ODer stehestu in obgemelter Versatzung, und er hauwet oder schnelt dir außwendig zu deinem Rechten arm, so tritt (dieweil er schlecht) wol gegen seiner Rechten, und wende ihm seinen hauw mit deiner Langen schneiden in einem abtrit, wol ab von dir gegen deiner Rechten, von dannen zeuhe ihm die

Lange schneide oberhalb seinen arm wider gegen deiner Lincken durch sein gesicht biß in die Mittelhut, von der selbigen ficht ferner wie du hie nach in der Mittelhut gelehrt wirst. Wo er dir aber von beiden seiten so geschwinde zuhauwet, also das du im so behend in die erste häuwe nicht fechten darffest, so wende ihm etliche häuw mit Langer schneide gegen beiden seiten ab, und schaw eben, wo er sich mit verhauwen Bloß gibt, das du ihm eylend daselbest hin nach hauwest.

Item hauwet dir dein gegenmann von seiner Rechten ein Zornhauw gegen deiner Lincken seiten, unnd führet den Hauw hoch herein, so nimme den Hauw mit keiner Versatzung nicht an, sondern laß deinen Vordern ohrt undersich sincken, fahre also under seinem Rechten arm durch, mit einem weiten außtrit zu deines gegenmanns Rechten seiten wie du hievor im Zwinger gelehret bist, und Hauwe mit im zu gleich außwendig uber seinen Rechten arm, eben zu der seiten oder Blöß, von welcher er gehauwen hat, solches soltu brauchen gegen die so do hoch und doch mehr zum Dusacken dann zum leib hauwen. So dir aber einer nicht hauwen wolt (wann du in solcher versatzuug[!] stehest) so mercke wie er sich gegen die Lägert, schicket er sich als dann in ein seiten Leger, es sey Unden oder Oben, so stich ihm mit auß gestrecktem Arm mit deim Langen ort, gerad für dir hin zu seinen gesicht, das muß er wehren, Als dann mercke von welcher seiten er dir deinen stoß außschlecht, oder nimpt, so laß umbfahren, und Hauw im eben zu derselben seiten hinein, von welcher er dir den stoß außgenommen oder ubersetzet hat, disen Nachhauw magstu von Oben uberzwerch oder von Unden thun, als dan hauwe ferner bald mit kreutzhäuwen hinnach.

Oder so du merckest, das er dir deinen stich sampt dem hauw versetzen will, so stich ihm gerad zum gesicht, wie oben gelehrt, in dem er dir den stoß abtregt, so thu als woltestu zu der seiten hauwen, von welcher er dir versetzet hat, laß aber den hauw nicht antreffen, noch rieren, sonder verzuck den wider ab umb den Kopff, und hauwe zur andern seiten, dann als offt du nun gewahr würst das er dir einen hauw versetzen will, so laß denselben nicht antreffen, sonder zuck wider ab, zu einer andern seiten, fehret er ihm aber nach mit verzatzung, so zuck abermals ab, und so lang biß du dir trauwest ein Blöß zutreffen.

Regel.

Es Hauwe dir einer zur Rechten oder Lincken, so versetze im mit Langer schneide, unnd als bald es glütz, so zucke wider ubersich, und hauwe gerad von Oben wider der nechsten Blöß mit außtretten zu.

Item er binde diran, oder steheter in einer versatzung vor dir, so merck fleisssig auff sein auffgehn, dann als bald er auffzuckt zu einem streich, so hauw ihm überzwerch gegen seiner Spindel durch.

Ein geschwind verführ stuck, auff dise gerade versatzung zufechten.

MErck, wann du deinen gegenfechter in gerader versatzung findest, so schicke dich im zufechten in obgemelte Zornhut oder Stier, und füre mit ernsthafftigen geberden ein hohen streich, von deiner Rechten Achsel gegen seinem gesicht, laß aber nicht antreffen, sonder in dem der hauw oben rieren soll, so fahr mit deinem Dusacken gegen seiner Lincken umb sein Dusacken, Unden durch die Rosen in ein Zirckel, gantz herumb, also das du mit deinem Dusacken, under seinem rechten Arm wider herfür gegen deiner Lincken, ubersich in die lufft kommet, aldo laß behend in der lufft zweimal ablauffen, einmal gegen seiner Lincken, das andermal gegen seiner Rechten, und Hauw ein Mittelhauw von deiner Rechten vornen gegen seinem gesicht durch, zu solch em allen soltu zwen fürtrit haben, den einen zu dem ersten Zornhauw, mit welchem du nicht treffen solt, sonder fehl neben herumb faren, den andern zu den beiden ablauffen sampt dem Mittelhauw, dann in dem du dein Dusacken in die lufft bringst zum ablauffen, soltu zugleich dein rechten Fuß auffheben, unnd also die zwei ablauffen so behende treiben, auff das du eben im wider nider sitzen deines Fußes, mit dem Mittelhauw antreffest.

Dises ist ein frei fliegend und geschwind stuck, und das wol angehet, so du es zuvor wol lehrest machen, als bald der uberzwech hauw antroffen hat, so hauw widerumb uberzwerch von Unden, zu seinem rechten Arm mit guter versaztung, in den du mit solchem hauw antriffst, so merck ob er mit seinen Armen hoch oder nider sey, ist er hoch, so wende dein orth under sein Arm mit eim stoß zur Brust oder Hufft, ist er aber nider, so wende ihm den or

uber dein hand, oberhalb seinem Arm zum gesicht, das dein Lange schneid in solchem stoß übersich stande, welcher under disen zweyen stossen einer, dir am füglichsten fürfellet, es sey under uder[!] ober der Hand, so volge demselbigen stoß, gewaltig und behend mit disen häuwen nach, Nemlich dem Oberstich, mit einem Underbauw durch sein Rechte, dem understoß mit eim Oberhauw durch sein Lincke.

Item findestu einen in gerader versatzung, so hauwe von deiner Rechten behend mit einem zutrit überzwerch gegen seinem gehültz, in dem die Wehr zusamen rieren, so trit und winde mit deim gehültz unden durch, und fahre damit auffen über sein rechte Hand, reiß die undersich zu dir, zeich im den Dusacken durch sein gesicht. Wie du aber dise gerade versatzung ferner brechen solt, findestu in der Mittelhut.

Letstlich aber wann du in solcher gerader versatzung stehest, so mercke wie hievor auch gemeldet, Es hauw dir demnach einer zur Rechten oder zur Lincken, so wende die Lang schneid gegen seinem hauwe, und zugleich mit solcher versatzung, schiebe ihm den ort für die hin zu seinem gesicht, damit zwingest du ihn, das er aufffahren muß zuversetzen, und raumet dir also zu den Blössen, hauwet er aber nicht, so greiff in an mit allerley stucken, die dich am besten duncken füglich sein, wie du deren hierinnen gnugsam findest.


Wie du auß dem Bogen fechten solt.

Das zwölfft Capitel.

IN dise Hut, welches ist die versatzung von Unden, schicke dich, wie das Bild zur Lincken in diser hiebey getruckter Figur außweiset.

Wie du ihm seine häuw auff deinen Bogen abreitzen und nachhauwen solt.

MErck wann du also im Bogen für den Man kommest, so hab acht, als bald er von seiner Rechten gegen deiner Lincken zum Kopff hauwet, so wende also mit hangendem Dusacken die Lang schneid ubersich gegen seinem streich, under des unnd zugleich mit solchem versetzen, trit mit deinem Lincken Fuß hinder deinen Rechten auß seinem streich zu ihm, und laß also seinen hauw auff deiner Langen schneiden neben deiner Lincken undersich abrauschen, trit mit dem rechten Fuß ferner zu seiner Lincken, und hauwe im vornen durch sein gesicht. Oder so du im sein hauw mit deinen Bogen ubersich gegen deiner Lincken versetzest hast, wie oben gelehrt, so zucke deinen Dusacken in dem es noch glützt oder bocht gegen deiner Lincken Achsel, als bald hauw von der Lincken Achsel gegen seiner Rechten Schlims durch sein gesicht oder Arm, ferner hauwe mit Mittel und kreutz häuwen von dir. Von diser Versatzung besihe die kleinen Bilder zwüschen den grossen in der Figur B.

Ein anders mit welchem gelehrt wirt, wie du ihm unden oder oberhalb seinem Dusacken zum gesicht hauwen solt, ihe nach dem er im versetzen zu hoch oder nider auffgefahren ist.

MErck wann du also vor deinem Man im Bogen stehest, und er hauwet dir gewaltig durch deine versaztung, so hab achtung wie er wider aufffehret zur versaztung, ob er zu hoch oder nider kommet, und er im aufffahren zu hoch, also das du ihm sein gesicht oberhalb seinem Dusacken ersehen kanst, so hauw ihm

behend ein Mittelhauw uberzwerch zu seinem gesicht, oberhalb seinem Dusacken, ehe dann er recht auffkommet zur versatzung durch, als bald zuck wider umb dein Kopff, unnd hauw ein kreutzstreich von dir, fehret er aber zu hoch auff, nach den er gehauwen hat, so hauwe im bald im dem er noch im aufffahren ist, underhalb seinem Dusacken uberzwerch zu seinem gesicht nach.

Regel wie du in verfehlen lassen und nachhauwen solt.

IM zufechten schicke dich in Bogen, und schauwe das du ihm nicht zu nahe seyest, als bald du merckest das er hauwen wil, so fang ihm sein streich nicht auff, sonder laß ihn fehl hauwen, also in dem er herhauwet, so zuck dein Dusacken ubersich an dich, unnd weich mit deinem vorderen Fuß zu dem hindern, damit er nit antreffe, in dem aber sein Dusacken gegen der erden fellet, so Hauwe mit einem zutrit behendt hinach, solchem Nachhauw magstu auch von Oben oder Schlims uberzwerch von Unden thun, nach dem du sihest das er zutreffen sey, auch soltu auff solchen Nachhauw behend mit kreutzhäuwen nachvolgen, es sey dann das du gelegenheit ersihest zu andern stucken.

Wie du einem in dem er zum streich auffziehen wil, zur Spindel hauwen solt.

FIndestu dein gegenpart im Bogen, so schicke dich auch also, unnd hab acht, so bald er auffzuckt zuschlagen, so Hauw ihme in dem er auffzeucht, mit einem Mittelhauw inwendig gegen seiner Spindel durch, wie du solches in hievor getruckter Figur, so mit dem P. verzeichnet an den kleinen Bildern zur Lincken hand sehen kanst, auch kanstu ihm also in dem er auffzeucht, mit Windthäuwen außwendig uber seinen Arm Fechten.

Oder merck in dem er auffgehet, so trit gegen seiner Lincken auß, unnd laß deinen Dusacken in der Handt wol umbfahren, hauwe ihm also in dem er auffzeucht, neben oder under seinen gehültz inwendig zum gesicht.

Bruch auff den Bogen.

WIll er aber nicht hauwen auß dem Bogen, so treib die stuck auß dem Oberhauw auff ihn also, Hauwe einen geschwinden Oberhauw gegen seinem gesicht durch die schweche seines Dusackens, mit selchem hauw Reitzest du in zuschlagen, so bald er auffgehet zuhauwen, so hauwe im seinen herkommenen streich durch ein Mittelhauw gegen seiner Handt, von dir wegk, als dann den dritten behend nach.

Merck stehestu sampt deinem widerpart im Bogen, so zuck dein Dusacken gegen deiner Lincken achseln, von dannen fahr mit der außwendigen Flech neben seinem gehültz übersich gegen seinem gesicht, damit erschreckestu ihn, das er übersich fehret, laß also in solchem ubersich rauschen umb den kopff fahren, und Hauwe den andern von deiner Lincken uberzwerch gegen seinen Rechten Arm durch.

Item so du im zufechten in Bogen kommest, so zucke deinen Dusacken auß dem Bogen in die Mittelhut, gegen deiner Lincken, von dannen fahre mit außwendiger Fleche ausserhalb seines rechten Arms ubersich gegen seinem gesicht und gegen deiner rechten Achsel, unnd solches vollende in einem starcken schwung, also das dein Dusacken ferner oberhalb deinem Kopff umb schnappe, und trauwe im mit inwendiger Fleche auffen zu seinem rechten Ohr zuschnellen, so bald er disem schnall nach wüscht, als balde zucke wider ubersich umb deinen Kopff, und Hauwe mit krummer schneide uberzwerch von deiner rechten gegen seinen gesicht, oder Armen durch, dises ist ein fehr gut stuck so du das recht machet, wird es dir nicht fehlen.

Die Schnellhäuw.

MErck so du im Bogen vor einen stehest, wil er nit hauwen, so zuck ubersich in die Wacht, stell dich mit geberden als woltestu Oben hauwen, thu es aber nit, sonder verwende noch in der lufft, unnd hauwe mit langer schneide von Unden in einem schnall zu seinem rechten Arm, unnd wind den Dusacken

wider zuruck gegen deiner Lincken Achsel, von dannen hauwe herwiderumb durch sein rechte Achsel, es sey under oder oberhalb des Arms durch sein gesicht, asl dann hauw kreutzhäuw, oder gerade Treibhäuw Lang von dir.

Item hauwer er aber von Oben, so versetz ubersich gegen deiner Lincken und in dem er seinen Dusacken von seinen gethonen hauw wider auffzeucht, so Hauwe dieweil behend von deiner Lincken, gegen seiner Rechten durch, es sey unden oder oberhalb seinen Dusacken, ihe noch dem er behend oder langsam auffgefahren ist, so kompstu nach ende des hauwes mit deinen Dusacken neben dein Rechte seiten, von dannen hauw behend wider uberzwerch von unden auff mit Langer schneide starck durch, also das dein Dusacken wider auff die Lincke achsel komme, von dannen hauw gerichts und lang von Oben hinein nach.

Wann einer auff dich von Oben hauwet, so merck in des er auffzeucht, so zuck dein Wehr auch auff dein Lincke achseln, Hauw also mit Langer schneid von deiner Lincken uberzwerch, gleich mit ihm hinein, zu solchem hauw trit wol gegen seiner Rechten auß, so triffestu ihn, und nimbst ihm seinen hauw hinweg durchs kreutz.

Ein gut stuck durch drey Mittelhäuw.

HAuw dein ersten Mittelhauw von deiner Rechten, oberhalb seinem gefeß durch sein gesicht, Den andern von deiner Lincken under seinem Rechten arm auch starck durch, Den dritten widerumb von deiner Rechten gegen seiner Lincken zum gesicht, so du die recht hauwest, so wirt under disen dreyen einer treffen.

Merck so du im zufechten für den Mann kommest, er aber schlecht nicht gleich, sonder wartet auch auff deine streich, so schauwe das du ihn mit geberden also lang und vil anreitzest, biß das er auffgeht und schlecht, under deß merck fleissig, als bald er auffgeht unnd herschlecht, so zucke deinen Dusacken auch umb deinen Kopff zum streich, unnd schlage mit ihm zugleich auff solche weiß hinein, also das du sein streich auff die sterck deines Dusackens empfangest, unnd das du auch zugleich in dem sein Dusacken auff den deinen bocht, ihne mit der eussersten halben schneiden auff seinen Kopff treffest, wie du solches an den zweyen kleinern Bildern in der Figur mit dem H. zwischen den grössern sehen kanst, von dannen laß behende wider umb schnappen, und stich ihn mit verkerter hand under seinem Dusacken vor sein Brust, aller ding, wie dich solches auch die kleinern Bilder zur Rechten

in der Figur so mit dem Buchstaben K. verzeichnet lehren, demnach hauwe durch das kreutz lang von dir. Was aber nun folget auß disen beiden versatzungen zufechten, findestu in dem andern theil.

Wie du auß dem Banden durchwechseln, nachreissen, schneiden und fechten solt.

NEmlich, also, stehstu sampt deinem gegenpart im Bogen, so binde im an die mitte seines Dusackens, gült gleeich ob das mit dem Bogen oder gerader versatzung geschehe, bleib also mit dem Band an seinem Dusacken, und reitze in mit deinem vorndern ort ober oder underhalb seinem Dusacken je nach dem du angebunden hast, so lang biß er auffgeht zu hauwen, als bald er demnach ab oder von deinem Dusacken umbzuckt, so Hauwe ihm diewil er sein Hand zum herhauwen (noch also in der höhe füret) neben seinem gehültz zu seinem gesicht, oder gegen seinem Arm durch mit einen abtrit, also ist wol war zunemmen das du in allen Banden, sie geschehen durch was hauw sie wöllen, mit den Winden an seinem Dusacken ein Blöß ereylen kanst, wie du solches auff folgenden reimen die ich auß meinem Zedel hieher gesetzt, vernemen kanst, wölche ich dir (ehe dann ich die andern Leger vollen beschreibe) etwas erkleren, und stehet under anderm also.

Dann so offt dein hauw inn Banden riert,
 Im wenden der ort zur Blöß wirt gfiert.
Und füllest recht ihn allen bleiben,
 Deßgleichen ab und gegenschneiden.
Die häuw verziehest gerad und schlecht,
 Durch farest behend so findest ihn Recht.
Wechselst bald durch mit tritten fehr,
 Brust und angesicht lest ihm fehr.

Das erste stuck so hierinnen begriffen, ist dises, nemlich als offt du mit dein Dusacken auff den seinen bindest, es geschehe von unden oder von oben, so soltu eben in dem dein wehr auff die seine rieret, deinen Ort einwerts gegen seinen Leib wenden, deßgleichen auch als offt zwen häuw gegen einander antreffen, alwegen den Ort wie gemelt abermals behend an seinen Dusacken einwehrts wenden, und das eben in dem die Dusacken zusamen rieren oder Binden, das sol oder kan in allen Häuwen volbracht werden, doch soltu wahr nemmen das du gegen dem Oberhauw überherhauwest und andbindest, und gegen dem uberzwerchen oder underhauw von oben darauff Bindest, als offt nun also zwen häuwe auff solche weiß zusammen rieren, so kehre dein ort noch also an seinem Dusacken blibend einwerts und stich im zum Leib, eylet er under deß der Blöß zu, so wind wider gegen seinem Dusacken unnd weise ihm den mit einem gegenschnitt von dir.

Das ander stuck, so in gemelten reimen begriffen, lehret dich wie du die häuw vom Band zum Leib, vom Leib zum Band, das ist zum Dusacken Recht verziehen solt, Nemlich, als offt die wehren im Band zusamen treffen oder du im seine häuw mit versatzung empfangen hast, das du von dem selbigen Band mit deinem Dusacken in einem gezogenen schnitt gegen seinem Leib schneidest, und als dann vom Leib mit widerschneiden bald wider an seinem Dusacken seygest, also das du die wehr zum Leib vom Leib wider zur wehr, davon in gerader versatzung, hievor auch gegelert[!], durch den schnitt verziehest.

Das dritte stuck aber davon hie gelehret wirtist das durchwechseln, welches durchwechseln ob es wol auch sunst ausserhalb den Banden gefochten wirt, so ist es doch fehr dienstlich und künstlich solche auch auß den Banden zu fechten, dan als offt zwen häuw gegen einander antreffen, so kanstu in dem die wehre zusamen rieren oder Binden, füglich mit außtretten under dem seinem durchfahren unnd auff der andern seiten gegen ihm mit allerhand stuck zur wehr und dem Leib fechten.

Das vierdt, ist wie du im die häuw und versatzung entzucken, als nemlich wan dein gegenfechter auff dich herhauwet das du im in dem sein hauw eben treffen sol, in verfehlen lassest, und ime als dann behendiglich nach hauwen solt, Davon ich auch hievor gemelt, oder fürest einen gewaltigen hauw gegen seiner Blösse eine, und als bald er mit versatzung dargegen auffehret wider abzuckest, und den selbigen einer andern Blösse zu fürest.

Zum letsten so soltu auch recht tretten und mit fleiß fülen lernen, welches dir under disen stucken allen das beste in eyl zu fechten sein werde, dann mit dem wort fülen, wirt hie auch verstanden das du die rechte und gelegene zeit eines jeden stucks erkennen lernest.

Diewil aber von gemelten stucken fast hin und wider in Legern gehandelt wirt, ist uunöttig[!] weitleiffig hie davon zumelden, wil allein das notwendigest auff das kürtzest anzeigen. UNd für das erste wie du den ort einwerts zum Leib wenden solt, hast bißher in beiden Hutten, nemlich Stier und zorn gehört, derhalben so vil die verzogene Häuw anlanget, merck dise exempel, Findestu einen im Bogen so binde ihm auch mit deinem Bogen an, am vordersten theil seines Dusackens, in dem es aber rieret so füre deinen forder ort aussen umb den seinen hinein zum Leib, und ziehe im die Lang schneid zwüschen seinen Leib und Dusacken ubersich durch sein gesicht, F. I. und ob du dich wol mit deinen ubersich ziehen in der lufft verfahrest und Blössest, so kanstu dich doch mit undersich oder gegenschneiden wider fristen und erholen.

Item binde im mit deinem Bogen an den seinen inn die sterck, und in dem die Wehren auch zusamen rüren, so wende mit einem zu trit dein gehiltz über seinen Dusacken hinein gegen seiner Brust, und trucke im sein Dusacken in eil undersich, und zeihe im dein Lange schneid hinder seinem Dusacken durch sein gesicht.

Item bindestu im an nahet bey seinen gehültz, so hauw (als bald dein Band rieret, so er anders seine versatzung widerhelt) von auffen Oberhalb seinem Rechten arm innwendig durch sein gesicht, helt er aber seine versatzung hoch wann du im mit gleichem Bogen an die mitte seines Dusackens gebunden hast, so wende dein kurtze schneide under seinem Dusacken einwerts gegen seiner Lincken, und bleib under des gleich wol mit den Band an seinem Dusacken, wende aber mit der kurtzen schneide behend wider gegen seiner Rechten, so kumpt im die kurtz schneid auff den kopff, oder durch sein gesicht, aller ding wie dich die kleineren Bilder in der Figur mit dem K. verzeichnet lehren, zuck behend das gehiltz wider ubersich gegen dir, und Hauw Lang nach, dises stuck scheinet am fürgeben unmüglich sein, aber wann du solches zu seiner zeit machest, und das behend im ersten antreffen des Bandts, so wirstu es ehe dann ers gewar wirt volbracht haben.

Item bindet dir einer mit deinem Bogen an den deinen und ist hoch mit seiner versatzung, so wende im abermal dein Kurtze schneide under seinem Dusacken einwerts gegen seiner Lincken, damit gibstu dich vornen Bloß, welcher blöß, so er dir deren von oben zueilet, schneide im von deiner Rechten in dem er mit seinem streich herfehret mit eim außtrit auff seine arm, wie dich solches die grösseren Bossen in den Figur so mit dem K. verzeichnet lehren, auß solchem schnit fahr behend mit den Ort gegen seinem gesicht.

Item binde ihm auff seinen Bogen mit gerader versatzung das ist

mit den Oberhauw, unnd in dem solcher hauw rieret, so wende die Lang schneid mit dem Band noch auff seinen Dusacken bleibend einweders undersich oder ubersich gegen oder durch sein gesicht, wie du an den kleinen Bossen in der Figur mit dem P. verzeichnet, zur rechten Hand sehen kanst, damit treibestu ihn übersich, darumb hauwe im dieweil er aufffehrt, uberzwerch durch sein Arme, wie du aber ab, und gegenschneiden solt, hastu hierinen an etlichen orten zufinden, nemlich also, Wann einer von Oben auff dich herhauwet, so Hauwe uberzwerch dargegen, und in dem dein Hauw an den seinen rieret, so trit under des behend zur seiten auß, gegen seiner Lincken, und zeihe ihm die Lange schneide von seinem Dusacken ab gegen deiner Rechten durch sein gesicht, eilet er aber under des deiner Blösse zu, so schneide bald widerumb gegen seiner Wehr, fehret er aber deinem Dusacken nach, so fahre behend unden durch wie im durchwechseln folget.

Vom durchwechsel aber merck dise Regel also, hauwet einer von seiner Rechten auff dich, so Hauwe auch von deiner Rechten gegen dem seinen, und in dem die häuw eben zusamen treffen sollen, so fahr under seinem Dusacken durch, gegen der andern seiten, mit einem weiten außtrit, unnd wirff ihm deine klingen außwendig seines rechten Arms zum Kopff, etc. Oder wo er nicht hauwen wil, so Hauwe abermals mit ernsthafften geberden ime gegen einer Blöß zu, und merck fleissig als bald er mit seinem Dusacken herfehret, deinen Hauw zu empfangen, so laß nicht antreffen, sonder in dem es eben jetz rieren sol, so fahr under seinem Dusacken durch, unnd sencke im deinen ort aussen uber seinen rechten Arm zum gesicht, wehret er dir solches und weiset den stoß von ihm ab, so ziehe ihm die Lang schneid inwendig seines rechten Arms ubersich durch sein gesicht, und Hauwe behend von deiner Rechten wider dargegen, wo dir aber und des notwendig zuversetzen fürfallen wurden, soltu dich daran nichts hindern lassen.

Item steht dein gegenpart vor dir im schnit, so hauwe von deiner Rechten gegen seiner Lincken, und in dem es jetz eben antreffen soll, so trit wol auff seine Rechte seiten, unnd fahr gleich mit deinem Dusacken unden durch, und stich im außwendig seines rechten Arms abermals zu seinem gesicht, weret er das, unnd feret ubersich, so fahre aussen umb seinen Arm, wider mit dem ort underhalb desselbigen an sein rechte Brust, wehret er solches abermal unnd fehret undersich, so führe den ort widerumb von aussen umb seinen rechttn[!] Arm, und stich ihm wider von Oben aussen uber demselbigen zum gesicht, auff solche weiß soltu alwegen mit deinem Ort umb deinen Arm fahren, auff das du jetz underhalb bald Oberhalb seinem Dusacken, mit deinem ort an seinem Leib seyest.

Nachreisen lern mit jede.n[!] gefert,
Reisestu nach und folgst mit schnitten,
Er sey banden weich oder hert,
Seins Arms nim war biß behend mit tritten.

Was das nachreisen, und das es ein sonderlich kunstuck sey, hastu bißher gnugsam gehört, derhalben wil ich dir alhie allein anzeigen, wie du im nachreisen dich der stärck unnd schwech, deßgleichen hert unnd weich gebrauchen und dargegen Fechten solt, ein kurtze anleitung geben.

Und merck wann er in den Banden mit dem widerhalten hart an deinem Dusacken ist, so fahr oder wechsel behend unden durch oder lasse wider ab zu ruck umb schnappen, davon du bißher nach lenge gelehrt bist, Helt er aber nit hart wider, sonder ist weich mit dem Band an deinem Dusacken, so trucke ihm denn in einem ruck von dir, doch soltu mit solchem außtrucken nicht zu weit verfallen, auff das du ihm behendiglich mit dem Schnit oder mit hauwen an der Blösse (ehe dann er dir die wider entziehe) seyest. So du im aber an die stercke seines Dusackens angebunden hast, wie das zugangen wehre, so folge im (wo er dir von dannen umbschlecht) mit dem schnit gegen seinem Arm unnd der Blöß zu, und schauw das du dich dem Arm nach nit (wo er dir durchgehn wurde) verfahrest, solches alles verstand von beiden seiten, wie du aber von der schwech mit schnitten oder zügen nachreisen solt, findestu in stucken hin und wider, die solches verstendigen gnugsame exempel.

Von dem Eber. Das dreyzehend Capitel. ALso hastu die ober Leger, sampt ihren stucken zum theil gehört, nun volgen die under Leger auß welchen die Oberhutten gebrochen werden, dann wan dein gegenpart auff dich von Oben Ficht, so soltu gegen im von Unden Fechten, die Hut des Ebers wirt allein zur Rechten gebraucht, auff solche weiß wie das Bvld[!] zur Lincken in der Figur so mit dem Buchstaben M. verzeichnet, außweiset.

Das erste stuck sagt, wie du sein streich auff seinem Dusacken solt abrütschen lassen, und lang nach hauwen. WAnn dir begegnet in der Obern Hutten zur Rechten, so schick dich in Eber, so bald er auff dich von Oben hauwet, so trit mir deinem rechten Füß wol gegen seiner Lincken auß seinem streich, unnd fahr zugleich mit solchen trit auff mit hangendem Dusacken, also das du sein streich auff dein Bogen lassest abrütschen, und hauwe behend durch sein Lincke Lang nach zwen streich auff einander.

Ein anders wie du ihm durchtretten, und mit Windthäuwen außwendig zum Kopff und Armen fechten solt. HAuwet er von Oben, so tritt mit dem rechten Fuß gegen seiner Rechten, und schiebe dein Dusacken gerichts mit dem ort gegen seinen gesicht, und fange im zugleich mit solchem fürt schieben seinen hauw auff dein Lange schneid, in dem der hauw bocht oder rieret, so windt mit dem gehültz under sein Rechten arm durch ubersich gegen deiner Lincken, aller ding wie das kleiner Bild zwischen den grossen Bossen gegen der Lincken in diser Figur so mit dem Buchstaben F &c. anzeiget, trit als dann behend gegen seiner Rechten, unnd hauwe mit Windthäuwen gewaltiglich außwendig uber sein rechten Arm, so bald du under des ersihest, das er mit seiner versatzung zu weit vom gesicht kommen ist, so bald ficht im vornen zum gesicht.

Wie du ihm seine häuw underlauffen und für die Brust zum gesicht stossen solt, auff das er sich Blössen müsse. WAn du im zufechten also in Eber kommest, und einer hauwet auff dich von Oben, so far hoch auff mit dem Bogen, und fang sein streich in der lufft auff mit einem zutrit deines rechten Fuß, sencke dich bald mit deinem Leib undersich, unnd stoß ihn mit dem vordern ort under seinem Dusacken auff sein Brust

von dir, trit behendt zu ruck unnd hauwe ihn mit Kreutzhäuwen durch sein gesicht. Oder nach dem du ihm sein hauw auß dem Eber mit dem Bogen entpfangen hast, so trit behind auch mit deinem Lincken Fuß wol umb sein Rechte, und stich ihm außwendig uber sein Rechten arm zum gesicht, das muß er wehren oder getroffen sein, wehret ers so blößt er vornen sein gesicht, darumb trit behend mit dem Lincken wider zu ruck, und treib in mit Oberhäuwen gewaltig durch das selbig.

Bruch. Versetz den stoß zum streich, unnd hauwe ein Mittelhauw, durch sein gesicht, als dann hauwe nach durchs kreutz.

Wie du ihm auß voller versatzung, underhalb seinem Dusacken zum gesicht stechen solt. FAng ihm seinem Oberhauw au ff[!] dein Bogen, hoch inn der lufft auff, unnd zuck den Dusacken in der höch zu ruck under seinem str eich[!] herfür, unnd stich neben deiner Rechten seiten von Unden auff under seinem Dusacken zu seinem gesicht, bleib under deß mit deiner Lincken handt oberhalb dem Kopff, biß das du dein gehültz wider ubersich in Bogen verwendest, von dannen soltu als bald umb den Kopff zucken, von Oben zuhauwen, der stoß von Unden muß behend geschehen, ehe dann er sich von seinem hauw wider erholet hat.

Wie du auß dem Eber stechen solt im Vor. SO dir einer nicht hauwen wolt, so zeuch deinen Dusacken auß dem Eber, neben deiner rechten zu ruck, trit unnd ihm von Oben, in demselbigen trit zuck den stich unvolbracht behend wider zu ruck, uund stich neben deiner Rechten von Unden auff wie vor, under seinem Dusacken, zuck den wider ubersich, und vollende wie vor.

Ein gut stuck, wie du auß der Versatzung überschnellen und mit Windhäuwen und schnellen den rechten Arm suchen solt. ITem schick dich in der Hut des Ebers, hauwet dein gegenfechter auff dich von oben, so trit mit den Rechten fuß zu ihm, und fahr mit dem Bogen gewaltig ubersich, als bald sein hauw auff dein Dusacken bocht, so bald schnell ihm die kurtz schneid uber die Hand uberhalb seinem Dusacken zu seinem Lincken ohr, trit behend mit deinem Lincken fuß uberzwerch gegen seiner Rechten auß, und hauwe ihm gewaltig mit einem Windthauw außwendig uber sein rechten Arm, oder als bald nach geschehenem schnall laß deinen Dusacken wider umbschnappen, und schnell im aussen zu seinem rechten Arm mit hangendem Dusacken und inwendiger flech, demnach hauw vornen durch sein gesicht, mit einem abtrit, Der Brummer und der Wecker, brechen beyde den Eber.

Von der Mittelhut, wie unnd was man darauß Fechten soll. Das viertzehend Capitel. DIse Mittelhut heiß ich darumb also, dieweil solche auß dem Mittelhauw endtspringt, du kanst aber nach ende dreyer häuwen in dise Hut kommen, als wann du von deiner Rechten ein krummen hauw durch den Zorn Lini hauwest, unnd den neben deiner Lincken zu ruck verschwingen last biß in die Mittelhut, darnach durch den Mittelhauw selber, Zum dritten, auch wann du ein Krumphauw von Unden durch die ubersich steigent Lini von deiner Rechten gegen deiner Lincken hauwest, Solche drey häuw verschwingen sich alwegen zu der Mittelhut am nechsten, du verziehest sie dann mit fleiß zu einer andern.

Zu deren schicke dich, wie das Bildt diser Figur gegen der Rechten handt außweiset, auß diser Hut kanstu alle stuck so im Lincken Zorn und Stier gelehrt werden auch hierauß Fechten, Derenhalben wil ich dir auch nur auff das kurtzest etliche stuck erzelen darauß du gnugsam den brauch diser Hutten lernen würst.

Wie du deines widerparts häuw auß der Mittelhut, von dir abweisen und nach hauwen solt. UNd zum Ersten, so du im zufechten für den man in die Mitelhut kommest, und er hauwet dir den nechsten zur Blöß, so Hauwe ihm seinen herkommenen streich mit Langer schneid von deiner Lincken gegen seiner Rechten, von Oben durch die schlimme hanget Lini hinwegk, das du mit deinem Dusacken zur Rechten seiten kommest, zu solchem hauw trit mit dem Lincken wol auß auff sein Rechte seiten, so bald solches geschehen, so trit mit deinem Rechten auch ferner zu im, und Hauw von deiner Rechten behend, ehe dann er sich von seinem erst genommenen streich wider erholet, oberhalb seinem Dusacken durch sein gesicht, oder uber sein rechten Arm, ist er aber nach dem ersten streich so behende, das du im mit deinem andern streich nicht uber sein Arm zukommen kanst, so Hauwe ihm gleichwol von deiner Rechten, dieweil er im auffziehen ist, oder ubersich fehret, inwendig zu seinen Arm oder hand durch, so kompstu wider in die Mittelhut wie vor.

Wie du ihm sein streich auß der Mittelhut, von Unden übersich wegk hauwen solt, und mit Windthäuwen nachvolgen. HAuwet er auff dich von Oben, wann du also in der Mittelhut stehest, so nim im seinen herfliegenden streich von Unden ubersich auß mit Langer schneid, so starck das dein Wehr oberhalb deinem Kopff wider umbflieg zum streich, trit behendiglich mit zwifachen tritten wol auff sein Rechte, und Hauw im mit einem gewaltigen Windthauw außwendig uber sein rechten Arm, oder zur seiten, wo du ihn in solcher eil erlangen kanst, dise zwen häuw sollen geschwindt zugohn, auff das du mit deinem anderen streich triffest, ehe dann er sich von seinem ersten genomenen streich erholet, oder ob er geschwind were, und auff keme, ehe du den Windhauw volbracht hettest, so schauw das du auff das wenigst mit ihm zugleich außwendig mit dem Windhauw uber seinen rechten Arm kommest.

Wie du dein Dusacken aussen über sein rechten Arm einwerffen, und die Lang schneid übersich durch sein gesicht ziehen solt. ODer wann du also in der Mittelhut stehest, so Merck in dem er auff dich hanwet, so trit auß seinem hauw auff sein Rechte, in disem wirff ihm dein krumme schneid gegen seinem Rechten, aussen uber seinen rechten Arm hinein zum gesicht, und in solchem einwerffen bucke deinen Kopff wol, von seinem streich hinder dein Dusacken, und merck fleissig wo er im ersten antreffen nicht hart wider helt, so truck mit der sterck deines Dusacken ruckens in der eil undersich von dir, als dann ziehe dein Lange schneid ubersich durch sein gesicht (wie das die obern kleinern bossen in der Figur mit dem L. verzeichnet anzeigen) ubersich in die lufft, und in der lufft verziehe dein Dusacken widerumb zu einem Mittelhauw, gegen seiner Rechten wider an sein Dusacken, unnd wan du ihm also mit einem Mittelhauw von deiner Lincken gegen seiner Rechten wider anbunden hast, so hab acht also bald er vom Bandt ubersich abgehet, so Hauwe im dieweil er auffgehet vornen zum gesicht, oder welches sicherer ist, inwendig nach seinem Arm mit einem abtrit, als dann wehr dich durch das kreutz.

Wo er aber sein hauw gegen deinem einwurff in ein versatzung verwenden wurde, so zuck dein gehültz wider ubersich gegen deiner Lincken, und laß Oben in der lufft umb dein Kopff fliegen, Hauwe als dann von deiner Rechten von Unden mit krummer schneid ubersich mit sterck durch, das dein Dusack wider zu deiner Lincken kom, es sey in die Zorn oder Mittelhut, von dannen Hauw bald ein kreutz nach.

Wie du auß der Mittelhut gegen deinem widerpart der nicht hauwen wil, Fechten solt. WO dir aber dein gegenpart nicht will hauwen, so sicht auß der Mittelhut alo gegen im, wie volget. Merck als bald du in erlangen kanst, so Hauwe ein kreutz durch sein gesicht, wo er aber sein Dusacken außgestreckt hat zur versatzung, so ficht im solches kreutz zur hand darinnen er die wehr fuhret, mit solchem kreutzhauw wirstu in treiben, oder reitzen, das er auch hauwen wirt, als bald er solches thut, so biß behend fertig

und Hauwe also mit zweyen Mittelhäuwen von beiden seiten, gegen seinem herfliegenden streichen, gegen einander mit gewalt durch, damit schwechstu im nicht allein sein streich, sonder vermüdest im sein Arm dermassen das du als dann wol mit andern nach häuwen zur Blöß kommen kanst.

Ein anders wie du gegen dem, der nicht hauwen wil, auß der Mittelhut angreiffen solt. MErck wan du einem im Bogen oder sonst gerader versatzung findest, und du hast dein wehr in der Mittelhut, so trit mit dem Lincken fuß wol gegen seiner Rechten, zur seiten auß, unnd gleich mit solchem trit Hauwe uberzwerch aussen zu seinem Arm, in des hab acht, ob er solliches wehren oder Versetzen wil, als dann laß dein hauw nicht rieren, sonder zuck den bald wider an dich umb den Kopff, und hauw ihm inwendig durch sein gesicht mit einem abtrit gegen seiner Lincken seiten.

Oder wann er dir mit gerader versatzung begegnet, so würff ihm die krumbschneid aussen uber sein Rechten Arm zum gesicht, wie die obern kleinern Bilder gegen der Lincken in hievor getruckter Figur mit dem C. verzeichnet außweisen, das muß er weren, damit raumet er dir sein gesicht, das du mit abtretten wol darzu hauwen kanst.

Wie du auß diser Hut aussen zu seinem rechten Arm schnellen solt. EIn anders, begegnet dir einer im Bogen oder in gerader versatzung, so schicke dich in die Mittelhut, von dannen schlag ihm außwendig zu seinem rechten Arm, mit außwendiger flech in eim schnall, zuck dein gehültz behend ubersich, also das dein klingen in solchem ubersich zucken undersich hange, unnd ruck dein Dusacken gleich mit umb dein Kopff, Hauwe also ferner mit einem zutrit deines rechten Fuß, mit krummer schneid von Unden inwendig gegen seinem rechten Arm durch, das du nach ende des hauwes mit deinem Dusa=

cken in die Lincke Zornhut kommest, von dannen hauw krefftiglich von Unden durch sein gesicht, demnach hauwe durchs kreutz behendiglichen nach, auch kanstu auß diser Hut durch die Rosen, mit schnell häuwen unnd andern verführungen angreiffen, dann die Rosen häuw gehent sonderlichen wol, durch ein verführung auß diser Mittelhut also. Findest du einen in dem Bogen, der von person kleiner ist denn du, so fahre mit der außwendigen flech von deiner Rechten gegen seiner Rechten oberhalb seinem gehültz, ausserhalb seinem Rechten arm, in einem flug under seinem Dusacken wider herumb ubersich gegen deiner Rechten, laß also oberhalb deinem Kopff in der lufft mit erhebtem Fuß wider umbfliegen, und schlag im als dann mit hangendem Dusacken, und inwendiger flech in einem schnall aussen zu seinem rechten Arm, auff das zucke ferner ubersich, unnd Hauwe den Brummer (wie du den in häuwen hievor gelehrnet hast) uberzwerch durch die Mittel Lini, unnd solches muß in einem flug zugohn, also das du im ersten anflug deinen Rechten fuß auffhebest, und im antreffen des Brummers wider mit einem fernern fürtrit nidersetzest.

Vom Wechsel und seinen stucken. Das fünffetzhend Capitel. IN dise Hut schicke dich also, stand mit dem rechten Fuß vor, halt dein Dusacken mit außgestrecktem Arm neben dir beiseits auß, mit dem ort auff die Erden, das die halb schneid gegen dem Mann stand, wie dich in hievor getruckter Figur so mit dem N. das grösser Bild zur rechten lehret, wirdt darumb Wechsel genant, dieweil du durch die Wechselhäuw in dise Leger kommest, unnd gehet zu beiden seiten.

Wie du einem den Bogen ubersich außreissen solt, und ehe er sich wider erholet zum gesicht hauwen. BIstu ein starcker Mann, so schicke dich gegen dem Bogen in Wechsel, unnd Reisse ihm mit halber Schneid sein fürgehengten Bogen mit gewalt ubersich auß, damit zwingest du ihn auff zugehen,

in dem er als dann aufffehret unnd sein Dusacken noch in der höhe füret, so Hauw ihm dieweil behend von Oben wider nider zu seinem gsicht[!] oder Brust, zu disem stuck gehört nur ein trit, welchen du mit dem außtrit in einem zusprung deines rechten Fuß volbringen solt.

Diß stuck ist auch ein Bruch auff den Bogen. MErck wann dir einer im Bogen begegnet, so schicke dich in Wechsel zu deiner Lincken, trit und stich von Unden auff under seiner Versatzung Lang von dir gegen seinem gesicht, oder der Brust zu, als bald du empfindest das dein ort getroffen oder angesetzt ist, so fahr in des behendt auff mit deim gehültz für das Haupt, und bleib under des gleichwol mit dem ort auff seinem Leib, das wirt er wehren oder außschlagen, so hab acht als bald er auffgehet zum streich, so trit auff seine Lincke seiten, und schlag ihm neben seiner versatzung hinein, zum gesicht.

Bruch. MErck so dir einer aber under deiner versatzung hinein zum gesicht stich, wie Oben gelehrt, so wende den stoß ab, damit Blössestu dein gesicht, als bald er dem zuhauwet, so under fahr im sein streich nach bey seiner hand, zwischen deinen beiden henden, und stoß ihm das gehültz in das gesicht, wie bie[!] kleinen Bilder gegen der Lincken in hienoch getruckter Figur, welche mit dem Buchstaben B. verzeichnet außweisen.

Ein anders auß dem Wechsel. WAnn du nahet zu dem man kommest, so Hauw vor im durch, von deiner Rechten in Lincken Wechsel, mit solchen geberden, als hettestu dich verhauwen, als bald er deiner Blöß von Oben zu eilet, so fahr behend ubersich mit Langer schneid außwendig gegen seinen Rechten arm zur versatzung, als bald die Dusacken auff einander bochen, so wende den vordern ort behend ubersich, unnd stich ihm uber dein hand außwendig uber sein Arm zum gesicht, zuck behend wider ubersich, und laß die klingen umbschnappen, schlag ihn also mit der inwendigen Flech under deiner hand mit hangendem Dusacken aussen an sein Elenbogen, ehe das recht volbracht, so trit zu ruck, und Hauw ihm vornen durch sein gesicht, ist ein sein verführ stuck, damit du einen fehr entblössest wan du sloches behend treibest.

Bruch auff den Wechsel zur Lincken. BEgegnet dir dein gegenpart auch im Lincken Wechsel, so fahr auff auß dem selbigen in Rechten Stier, von dannen Hauwe ein Underhauw durch sein Lincken, den andern trit und Hauw von deiner Rechten von Oben auch durch sein Lincke, zu solchem Under und Oberhauw trit wol gegen seiner Lincken, mit zwifachen tritten auß, als dann Hauw mit einem kreutzstreich Lang nach.

Bruch auff den Wechsel zur Lincken. WAnn du einen im zufechten im Wechsel findest, als bald du in erlangen kanst, so Hauw von deiner lincken Achsel Schlims durch sein gesicht, nach außweisung der Lini H. und D. verzeichnet, also das du nach ende des hauwes neben deinem Rechten, mit dem ort auff die erden kommest, aldo verwendt dein Dusacken, und Hauwe in einem zug von Unden in dem er aufffehrt durch sein Arm, under seinem Dusacken mit sterck durch, das dein Dusack wider zu deiner Lincken Achsel komme, von dannen Hauw ein Underhauw uberzwerch durch sein gesicht, das nach ende solches hauwes dein Wehr zur rechten Achsel komm zum streich, von derselbigen Achsel Hauw mit einem kreutz Lang nach.

Schick dich in die Hut des Ebers, von dannen trit unnd stich ihm vornen gegen seinem gesicht mit außgestrecktem Arm, das muß er wehren, und Blößest damit sein gesicht.

Bruch auff den Rechten Wechsel, fahr mit dem langen ort in sein gesicht, als bald er auffgehet, so Hauw von deiner Lincken mit langer schneid ein Underhauw durch sein Rechte, folg mit Mittelhäuwen nach.

Merck wan du dich verhauwest in Rechten Wechsel, und dein gegenpart eilet dir nach, so Hauwe mit Langer schneid ubersich, gegen seinem hauw starck durch, laß oben umb den Kopff fahren, und Hauwe wider von deiner Rechten durch sein Lincke von oben mit umbtretten, wo du aber im ubersich hauwen nicht durch kommest, so verwende dein Dusacken an dem seinen zu einem stich.

Bastey. BAstey halt ich sey daher von den Alten so genandt, dieweil dardurch das undertheil des leibs dem Obern zu gut, gleich wie durch ein Bastey, das undertheil einer Stat Mauren verwaret und beschirmbt würt, zu deren schick dich also. Standt mit dem Lincken fuß vor, lege dein Dusacken weit von dir außgestreckt auff die erden, gleich dem Olber im Schwerdt, allein das du hie mit dem gehültz weitter für deinen Lincken fuß kommen solt, und das obertheil deines leibs wol hinnach hencken, wie du dich nun mit den Olber im Schwerdt heltst, also Ficht auch im Dusacken, auß diser Hut mit absetzen und abschneiden, auch wirt die Bastey auff dise weiß gemacht, Nemlichen standt wie vor, setz dein Dusacken vor dein Fuß mit dem ort auff die erd, das dein gehültz ubersich stande, es hauwe dir einer zu wo er wölle, so trit auß seinem hauw, und hauwe mit ihm zugleich uber, oder fang ihm den hauw auff die Lang schneid, unnd arbeit zur nechsten Blöß, dann es seind vil seiner stuck darauß zu Fechten, aber du findest deren hievor und nach.

Ein stuck zum einlauffen. IM zufechten hauw ein hohen streich, von Oben zu seinen Kopff, versetzt er den hauw auff sein Bogen, und fehret hoch ubersich, so fahr auff mit dem gehültz, unnd senck ihm den vorderen ort uber seiner versatzung hinein zum gesicht, aller ding wie Oben vom Wecker gelehrt, damit treibest du ihn noch

höher zu verseten, in des sencke dich mit deinem leib sampt einem zusprung ein wenig nider, unnd fahre ihm mit dem hindern ort, das ist mit dem gehültz under seinem Dusacken hinein auch zum gesicht, falt er mit dem Dnsacken hernach, so stich ihn mit dem vordern ort abermals außwendig uber sein rechten Arm, wie du an den kleinern bossen in hievor getruckter Figur welche mit dem Buchstaben O. verzeichnet, zur Lincken hand oben sehen kanst, demnach Hauw dich wider von im durch das kreutz, Oder wann dich einer uberlauffen will mit hohen streichen, so fang ihm den auch noch also hoch in der lufft, von unden auff dein Bogen, mit einem weiten zusprung under sein Wehr, in dem es glützt oder rühret, stoß ihn mit dem gehültz under sein Dusacken, in sein gesicht, als dann vollende das stuck wie vor.

Es seind etliche die habens im brauch, nach dem sie die armen mit allerley lumpenwerck wol vertarest haben, nemen sie den Kopff zwischen die Arm, und lauffen einem dem nechsten under sein Wehr, denselben dieweil du dich vor seinen einfall von Oben besorgen, unnd mit keinen stucken dich blössen darffst, soltu dise dreyerley stuck brauchen, Erstlich wann er dir also under die Wehr laufft, so fahr zugleich mit deinem Arm auch auff, und bleib mit versatzung hoch, und schlag ihn dieweil ihr beide mit den armen hoch seind, mit krummer schneid in einem schnall in sein gesicht. Zum andern wehrt er dir solches, so fahr mit den ort aussen umb sein Arm, und schlag ihn mit krummer schneid außwendig seines Rechten arms auff sein Kopff, wie dir solches in hievor getruckter Figur G. die kleinern Bilder zwischen den grossen anzeigen.

Item bleib mit beiden henden auch hoch, und behald dein Lincke ober deinem Kopff, nahet an seinem gehültz, und schlag ihm dieweil behendt ehe dann ers ersicht, under seinem Lincken arm hinden zum nack, hievon besihe die kleinern bossen in gemelter Figur zur lincken Hand, Demnach wann du abermal so nach zu dem Mann kommest wie jetzt gelehrt, so soltu im wegk oder abhauwen vor ihm in keinen weg durch hauwen, du könnest ihm dann mit einem außtrit seinem Oberhauw entweichen.

Wann du dich aber sicher von im abhauwen wilt, so stell dich mit geberden sam du dich mit ernst vor im durch seiner Blöß zu verhauwen wöllest, thu es aber nicht, sonder verwendt dein Hauw in vollem lauff zu einer versatzung, in das Langort, das die Lang schneid gegen seinem herfliegenden streich (den er dir eilent nach hauwet) gewendet sey, dann so bald er merckt das du vor im durch, der Blöß zuhauwen wilt, so wirt er behend von Oben

nach hauwen, den selben Hauw fangestu mit solcher außgestreckter versatzung auff, so bald es aber rühret oder bocht, so Hauwe als dann erst volbomen nach, und ziehe durchs kreutz ab. Oder wann er dir also nach kommet, das ihr beide mit den Armen hoch stand wie jetz gemelt, so stoß ihn mit dem vorderen ort für sein Brust von dir, wie der boß in hievor getruckter Figur außweißt, welches heist Strocken schnadel[!], darumb das du mit dem stoß lang von dir reichst, wehrt er dir den stoß, so Hauwe lang nach.

So du aber einen sterckern findest denn du bist, so kom nicht zu nah auff ihn, und laß ihn dir auch nicht einlauffen, zu dem so hab acht wo er herhauwet, das du ihm sein Hauw hoch in der lufft empfangest, unnd under seinem Wehr behend durch gangest, so du ihm anderst sein Hauw mit versatzung auff halten unnd abweisen wilt, so du aber seinen Häuwen kanst entweichen welches besser ist, und ihn fehl hauwest last, so soltu es thun auff solche weiß wie oben in Nachhauwen auch gelehrt. Nun volget weiter vom einlauffen, davon besihe hievor gesetzte Reimen, so auch auß meinem Zedel gesetzt seind also.

Auch so du kompst nach auff den man,
 Mit Lincke greiff sein Rechte an,
Lern beide griff, gradt und verkert,
 Mit behenden trirten sey bewert,
Den ungenandten nimb behend,
 Verkert sein handt an dein Brust wendt,
Wilt du dich ferner an ihm rechen,
 So kanstu ihm den Arm zur brechen.

Zu allem einlauffen ist fürnemlich achtung zuhaben, auff das Greiffen, Ringen, Brechen unnd Werffen, welches ob des wol mancherley ist, seind sie dich in oberzelten Reimen kurtzlich verfaßt. Derhalben merck für das erste, so bald du nahet auff den Mann oder under sein Wehr kommen bist, das du ihm den nechsten mit deiner Lincken hand nach seinem rechten Arm greiffest, in welcher er sein Wehr führet, bey seinem gelenck nah hinder

seiner Handt, als bald treib ihm die umb, ruck sie nach zu dir, ihe nach den du dein vortheil ersihest, Und soltu wissen daß das greiffen auff zweyerley art wie gemelt, nemlich gerad, und verkert volbracht wirt, Was geradt zu greiffen sey darff keins erklerens, die verkerten griff seind auch zweyerley, Erstlich wann du im greiffen den Daumen einwerts, Zum andern im greiffen außwerts wendest, welche alle wie du sie brauchen solt, her nacher im Dolchen weitleuffiger beschriben wirt, derhalben will ich dir hie allein etliche stuck zum einlauffen oder werffen gehörig erzehlen.

Das erste. WAnn dich einer mit hohen streichen uberlangen will, so versetze ihm den streich mit hoher versatzung, und greiff zugleich und behend under deiner versatzung mit Lincker verkerter hand, sein rechte sterck an, reib die umb uber sich von dir, under des trit mit dem Lincken hinder sein Rechten für, und stoß in mit deinem gehültz vornen auff sein Brust auch von dir, so fellet er an rucken, oder uberlaufft dich einer so versetz hoch wie vor, under der versatzung trit mit dem Rechten fuß zwischen sein beide bein, und greiff mit deiner Rechten under sein rechten Arm, mit gebucktem leib außwendig umb sein ruck, mit der Lincken hand greiff unden an sein Recht knie, heb zugleich ubersich und wirff ihn, dieweil ich aber das einlauffen im Dusacken gantz nicht lob, so will ichs hiebey auff dißmal bleiben lassen.

So merck nun zum Beschluß, wann du mit einem Fechten wilt, so hab acht greifft er mit seinem stucken behend an, unnd führet seine Häuw weit umb her, so richt alle delne[!] stuck dahin, das du ihn mit noch hauwen wo er sich verfahren hete, in dem er noch im verhauwen ist die Blöß ereilest, under des biß gleichwol nicht zubegirig auff das du kein vortheil verlirest. Zum andern wolte aber dein gegen fechter nicht zu erst Hauwen, sonder fleist sich zu versetzen und nach zu hauwen, so brauch dich des verführens, und führe deine Häuw biß an sein versatzung, zuck den unvolbracht wider, und Hauwe zu einer andern Blöß, auch soltu acht haben auff sein Leger, unnd im zur Blösse einhauwen nicht zu treffen, sonderu[!] ihn damit auß seinem vortheil zubringen, auff das du ihn mit den andern Häuwen nach dem er sich hoch oder nider verfehrt, dester gewisser treffen könnest, dessen nim ein klein Ex=

empel, führet er sein Wehr im Bogen zu weit gegen seiner Lincken, so Hauwe von deiner Lincken uberzwerch von unden gewaltig gegen seinem Rechten arm, versetzt er solches mit hangendem Dusacken (so Blöst er sein gesicht) darumb zuck dein gehültz behend wider ubersich gegen deiner Lincken, und Hauwe ihm von derselbigen wider uber halb seinem Dusacken zu seinem gesicht, wie dir solches die kleinern Bilder in der Figur A. anzeigen, also kanstu ihn auch mit geberden von einem ort zum andern abreitzen, und Hauwe im dieweil er noch also umbschweifft, liftig und behend mit vortheil zur Blöß, kompt dir aber einer für der auff dein auffziehen acht nimpt, und dir (dieweil du zum streich auffzeuchst zur Blöß hauwet, denselben soltu umb seine Häuw betriegen, also, zuck sam du albereit zu Hauwen wollest, und merck mit fleiß also bald er Hauwen will, so verwende dein gezuckten Hauw in ein versatzung und fang ihm den auff, und so bald sein Hauw auff deiner versatzung rühret, so soltu nach hauwen, wie du dann aller hand stuck gnugsam hierinen begriffen findest.

Dise Wehr hab ich darumb so weitleuffig gehandelt, dieweil gemeinlich die Jugent in deren zur behendigkeyt angeführet sol werden, welchen dann ein ding so nit eigentlich dargeben, schwert zu verstehn sonderlich in diser kunst, auch haben erliche stuck ohn widerholung oder eingreiffung etlicher anderen, nicht können verstendtlich gelehrt werden, Derenhalben wölle ihm der guthertzige Leser meinen dienst hierinen gefallen lassen. ENDE.

Inhalt des Fechtens im Rappier, und in was Ordnung solches dar gethon und beschrieben wirt. Cap. 1. SOvil das Rappier fechten welches jetziger zeit ein sehr notwendige und nützliche übung ist, anlanget, ist kein zweyffel das es bey den Teutschen, ein newe erfundene unnd von andern völkern zu uns gebrachte übung ist, dann ob wol bey unsern voreltern in ernstlichen sachen, gegen dem gemeinen feinde, das stechen auch zugelassen, so haben sie doch solches in schimpflichen übungen nicht allein nit zugelassen, sondern auch solches in keinen weg iren zusamen geschworen Kriegsleuten, oder andern so ausserthalb des gemeinen feindts zwiträchtig zusamen gerathen, gestatten wöllen, welches dann noch hentiges tags bey ehrlichen Kriegsleuten, unnd anderen Burgerlichen Teutschen gehalten werden solle, Derhalben were das Fechten im Rappier ein uberfluß, wo nicht durch beywonunge frembder völcker, das stechen wie auch vil andere sitten so den alten Teutschen unbekandt, bey unns eingewurtzelt weren, Dieweil aber solche frömbde gebreuch sich bey uns von tag zu tag an vilen orten mehren, ist nun mehr auch von nöten gewesen, das uns nicht allein solche außlendische und frembde gewonheit der völcker offenbar unnd bekandt seyen, sondern das wir uns deroselbigen nicht weniger als sie (so vil zu notwendiger gegenwehr dienstlich) üben und geschickt machen, auff das wir ihnen (wann es von nöten sein wirt) uns zu beschirmen, desto füglich begegnen und obsigen können.

Derhalben wil ich mir das Rappier fechten, so vil ich von gedachten völckern erlernt unnd

durch tegliche übung selbes erfahren, wie mann sich in solche oder dergleichen Wehr schicken sol, ordenlich anzeigen und beschreiben, damit nun solches dem lernenden zu mehrerm nutz möcht volbracht werden, hab ich erstlich ein stuck nach dem andern, ein jedes in sonderheit in solcher ordnung erkleren wöllen, nemlich im anfang dieweil der Mann ferner und anders dann biß her getheilt wirt, derselbigen nutz und gebrauch, sampt der Wehr theilung anzeigen, als dann auch lehren wie Mann die Leger, Häuw, Stich, mit sampt ihren umbstenden ins werck richten soll, Demnach wie mann die Häuw in Stich und die Stich in Häuw verwandeln,

Item die verführen, recht tretten, auch wie man sich aller hand versatzungen gebrauchen sol, ordentlichen und verstendlichen darthun, und das alles soll im ersten theil gehandelt unnd verricht werden, Als dann wil ich die übung an ihr selbes, wie man solche bisher gelehrte stuck gegen dem widerpart Fechten soll, im andern theil zu handeln fürnemen, und zum eingang (mit einer notwendigen nützlichen lehr) wie Mann uber ort auß einem Leger gegen dem andern Abschneiden, Absetzen, und zum verühren anreitzen (auch aus einen in das ander abwechseln sol) meinen anhab nehmen, demnach mit der gemeinen und geraden versatzung das Fechten beschreiben, und dieweil man aber mit einem jeden Hauw, Stich, oder mit versetzen, in der ob erzelten Leger ein verfellet, ver fehret, oder ankommen muß, so wil ich (ehe dann ich mit obgemelter versatzung zu end kome) anzeigen und lehren, wie du dich aus deren einem jeden (so du in vollem lauff deines Fechtens in deren eins ankomen wehrest) behendiglich wider erholen, unnd ihme damit du nicht ubereilet werdest) begegnen kanst, und demnach mit einführung vil geschwinder und fortheiliger lehren und stucken die gerade Versatzung beschliessen, auch letstlich ein kurze lehr, wie man sich zur not einer beywehr (als da seind Dolchen, Kapen und der gleichen) gebrauchen sol, hinan hencken, Derwegen verhoff ich, wann du die Wehr in die hand nemen und mit auffmercken lesen wirst,

du werdest solches inn gemelter ordnung beschrieben woll verstehn, unnd dir nutz machen können.

Von der theilung des Manns, und der Wehr, und von ihrem gebrauch. Cap. 2. OB wol bisher von der theilung des Manns so vil gehandelt, also das sich ein jeder auch in diser Wehr leichtlich darnach richten köndte, so hat es mich doch für notwendig angesehen, von der selbigen nach gelegenheit des Rappiers, dieweil solches im gebrauch von andern teutschen Wehren underscheiden, alhie weitleuffiger auff solche weiß zu handlen, damit du nachgesetzte Häuw gegen des Manns leib hoch oder nider, mit mehrem verstand dester sicherer führen lernen köndest, und helt sich mit der theilung also, der Mann wirt gleichfals wie hievor mit einer auffrechten Lini in Linck und Recht underscheiden, derselbigen Lini aber werden noch zwo andere gleiche auffrechten Lini zugesellet, mit welchen beide die Rechte und Lincke achsel an den seiten herab durch schnitten werden, zum andern so wirt er auch mit dreyen Schlimen hangenden Lini ubereck in vier theil abgetheilt und underscheiden, also das die erste Lini anhebt auf seiner lincken Achsel hart am Hals, streicht fernern uber das obertheil seiner Brust, und endet sich under seinem Rechten arm, Die ander hebt an oberhalb seiner Lincken hüfft, und durch streicht schlims seinen Bauch, endet sich demnach am anfang seines rechten Schenckels, Die dritte aber hebet an in der dicke seines Lincken schenckels, unnd endet sich auff der andern seiten bey seinem lincken Knie, wann du nun disen zugegen von der andern seiten auch drey Lini ubereck, schlims durch den Mann auff jetz gemelte weiß herzeuchst, so finden sich drey kreutz auff solche form wie

du solches hernach fürgemalt sehen wirst, eben desgleichen werden auch zum driten noch drey andere Lini uberzwerch durch den Man (dardurch der selbige abermals in vier theil abgetheilet wirt) gezogen. Dise bißher gelehrte theilung dienen dir erstlich und fürnemlich dazu, das du dich nach solchem mit des leibs bewegungen zu deinen Häuwen, die du dann entweders nach seinem obern oder undern leib herführest, wissest unterschiedlichen nach noturfft an zuschicken, dann wann du deine Häuw sie geschehen von Oben, schlims, uberzwerch, oder von Unden gegen seinem obern theil her führest, so mußtu mit deinem leib auch auffrecht und hoch bleiben, auff das dein Achsel so vil dein lenge zugibt dem oberntheil, nach welchem gehauwen oder gestochen wirt gleich stande, welche mit den andern Häuwen die du gegen seinem undern leib führest, nicht geschehen soll, sonder ihe niderer du hauwest, ihe mehr du mit deinem obern leib nider gesenckt komen solt, welches dann mit tretten zu wegen bracht werden muß, wie du dessen in häuwen hernach weiter bericht finden wirst, dann so du zu den häuwen welche du gegen seinem obern leib zu hauwen für hast, mit deinem leib nider komen woltest, so wurde hiemit dein streich verkürzt, desgleichen wann du woltest unden hauwen, und mit deinem leib auffrecht unnd hoch bleiben,[17] so wurde dardurch dein Hauw nit allein verkürzt, sondern gebest hiemit auch deinen obern leib gantz bloß dar.

Die Wehr aber wirt hie nicht anders getheilt, dann hievor im Schwerdt auch beschehen, nemlich in vier gleiche theil, an welchen theilungen du lernen kanst wie du dich, du seyest nah oder fern bey dem Mann halten, unnd waserley stuck du dich in einem jeden theil zufechten gebrauchen solt.

Also wann du im Fechten so nahet bey ihm bist, das du ihm das eusserste theil seiner klingen mit deinem eussersten blößlich im bandt erlangen kanst, so magstu als dann wol umbschweiffige

häuw und stich, es sey mit verführten oder sonst andern verzuckten häuwen, gegen ihm Fechten, dann ob er wird er dir wol (dieweil du mit deiner Wehr herumb fahren wurdest) zur Blöß ein tringen wolte, so kan er dich doch nicht ereilen, dieweil du eben so bald mit deinem herfliegenden streich, als er mit seinem nach tringen fertig sein kanst, wan ihr aber einander neher komen seind also, das beide klingen in der mitte im band zusamen rühren, als dann soltu in keinen weg umbhauwen, noch ohne sonderlichen vortheil von seiner klingen abgehn, dann so bald du von seiner klingen abgehn wurdest, so kan er dich im nachreisen ereilen, sondern fleiß dich der stuck, welche an seiner klingen gefochten können werden, und merck fleissig wo er sich verhauwen oder sonst Blössen würde, das du ihm nach tringest, kompstu aber noch neher, also das du mit deiner mitlen klingen in die mitte der seinen angebunden hast, so biß behend mit Greiffen Ringen und Werfen, dann do hastu kein ander mittel, du tretest dan zu ruck von ihm.

Von den Huten und Legern im Rappier. Cap. 3. DEr Leger im Rappier werden fürnemlich fünffe gezehlt, deren dann ein jedes (wie es fürsich selbs gerad vor dir) also auch zu beyden seiten gemacht und zuwegen bracht wirt, welche ich dir wie sie genent und volbracht sollen werden, der ordnung nach setzen und erkleren, wie volget.

Oberhut sampt den Ochssen. DIe Oberhut wird zu den seiten auff zweyerley weiß angesehen und gemacht, nemlich ein mal zum stich, das ander mal zum Hauw, zu deren schick dich also. Standt mit dem rechten Fuß vor, halt dein gefeß neben deiner Rechten hoch fürsich ubersich zur seiten ausgestreckt, aller dings wie das grosser Bild in der Figur B. zur rechten außweiset, also das dein vorderer ort das ist die spitz gegen des Mans gesicht stande, das wirt also der Ochß, darumb das du mit deinem Wehr in solchem Leger ein stich von Oben trauwest, genandt, dann der Ochß ist an ihme selber nichts anders dann ein stich von Oben, wann du nun die Wehr mit deinem gefäß (also wie gelehrt) mit ubersich zur seiten außgestrecktem Arm behaltest, unnd aber die kling nicht fürsich gegen dem Mann, sonder von dem Mann hinder die auffreckst, so heißt diß die Oberhut zum streich, wie das ander die Oberhut zum stich.

Oberhut zur Lincken. STandt mit dem rechten Fuß wie nechst vor, halt dein Wehr mit dem gefäß hoch neben deiner Lincken, mit obersich außgestrecktem arm, also das die spitz abermals dem Mann gegen seiner Rechten inn sein gesicht stande, so stehestu recht in der Oberhut des Ochsen zur Lincken. Behaltestu aber dein gefäß also neben deiner lincken ubersich, und fürsich außgestrecktem arm wie vor, und wendest du aber oder kehrest dein klingen mit der spitz hinder deiner Lincken achsel ubersich auß, so stehestu abermal in der Oberhut zum streich, neben deiner Lincken gleich wie vor zur Rechten, Auch wirt die Oberhut gerad vor deinem gesicht, mit ubersich und fürsich außgestrecktem Arm, das die spitz auch ubersich fürsich ausstand volnbracht, doch zu keinem stich, sonder nur zum Hauw, wiewol derselbige auch in ein stich verwandlet werden kan, Also hastu die Oberhut zur Rechten und Lincken, zum stich unnd streich, deßgleichen auch gerad vor dir ubersich auß.

Underhut. DIe Underhut spreit sich auch unden herumb auß zu dreyen malen, nemlich gerad vor dir, und zu beiden seiten, die gerade aber ist nichts anders dann das ende eines geraden Oberhauws, wie dann die zu den seiten das ende der schlimmen Zornhäuw seind, dann du kompst mit deiner Wehr nach ende des gemelten Oberhauws also, das dein kling langst vor dir außgestreckt mit dem vordern ort auff die Erden gegen dem Mann, und dein gefäß mit außgestrecktem Arm und nachgehendem leib, wol vor deinem gebogenen knie auch zur erden gesuncken gehalten werde, wirt anders selten zu einer Hut oder wart gebraucht.

Underhut zur Rechten. IN dise Hut schicke dich also, stand mit deinem rechten Fuß vor, halt dein Wehr mit hangendem stracken arm auswendig deines Rechten schenckels neben dir, laß die spitzen das ist der vordern ort außwerts vor dir auff der erden lige, aller dings wie solches an dem grossern Bild in der Figur D. zusehen, wie du nun von der Underhut zur Rechten gelehrt bist, also verstand auch von der Underhut zur Lincken, doch das du den rechten Fuß alwegen vorsetzest, so stehestu aller dings wie vom Wechsel im Dusacken gesagt, und hastu es recht gemacht.

Eisenport. ZU deren schicke dich also, stand mit dem rechten Fuß vor wie alwegen, halt dein Wehr mit fürsich hangendem stracken Arm vor deinem rechten Knie, also das die Spitz fürsich auff gegen des Mans gesicht stande, wie das Bild in hienach getruckter Figur so mit dem Buchstaben C. verzeichnet ausweiset,,[!] wirt darumb Eisenport genant, dieweil du in diesem Leger vor deines gegenparts stichen und häuwen, gleich wie hinder einer eisenen thür nicht allein wol verwart, sonder auch dein gegenpart hierauß mit allerley stucken sicher betrengen kanst, so du anders die Wehr in diesem Leger sampt den stucken, ein jedes zu seiner gelegenheit recht führest, du kanst auch dein wehr in solcher form behalten, und gegen der Rechten und Lincken seiten verrucken, oder zur seiten gleich so wol als gerad von dir führen, Also hastu die Eisenporten gerad vor dir, und zu beyden seiten.

Pflug. DEr Pflug ist an im selber nicht anders dann ein understich, aber zu einem Läger, brauch den also, stand mit dem rechten fuß, wie bißher vor, halt dein wehr mit uberzwerchem Kreitz underhalb für deim rechten Knie, das im halten des wehrs dein daumen uber das kreitz heraus auff der fleche der klingen lige, welche flech dann ubersich gegen dir, die ander undersich von dir gegen der erden gekert stehn solle. Zu solchem stand, soltu mit den füssen weit von einander, und mit dem vordern Knie, wol fürsich gebogen stehen, auff das der leib dem wehr nach wol fürsich darüber hang, auch soll die spitz fürsich wol gegen des Manns bauch außgestreckt werden, solches Läger wirt auch zu beiden seiten, nemlich zur Rechten und Lincken, wie die eysen Porten ins werck gericht.

Lang Ort. DAs Lang ort im Rapier ist das End aller stich, die do lang von dir beschehen, dann alle stich welche sich im antreffen nicht im langen ort enden, seind zu kurz, verstand fliegende stich, Was aber belanget verkertte, oder sonst andere abgekürzte stich, die können wol ausser dem Langen ort vollbracht werden, doch so fern, das du bald wider von solchen in das Lang ort verwendest, Dises läger wirt auch dreymal versetzt, nit nach der zwerch zur seiten auß, sonder nach der lenge des auffrechten Manns, nemlich das erst Lang ort erstrecket sich gegen seim gesicht, das ander gegen seinem gürtel, das dritte gegen seinem bauch oder gemecht. Zu solchem Langen ort in gemein schicke dich also, stand mit dem rechten fuß vor wie allwegen, halt dein wehr mit außgestrecktem arm zum lengsten gegen deß Mans gesicht, also das allwegen dein Achsel dem ort, zu welchem du gestochen, in gleicher höhe stand, wann du nuhn deine stich gegen seim gesicht fürest, so darffestu nicht zu weit tretten, sondern ist genug, wann du allein so fehr trettest, das sich dein oberer leib wol dem stich nach uberhencke, auff das du mit deiner Achsel, nicht zu nider kommest, Wann du aber zum gürtel oder noch niderer stechen wilt, so mustu mit den füssen also weit tretten auff das dein Achsel dem ort dahin du gestochen hast gleich nider stand, aber hievon findestu hernach weittern bericht.

Von eintheilung der vier Häuw, auch wie die mit ihren umbstenden ins werck gericht, und gegen dem Mann gefochten sollen werden. Cap. 4. DIeweil an ihm selber nicht mehr dann vier Haupt häuw (wie nun offt gemelt) seind, und aber sich in diser eben so wol, als in bisher verrichten Wehren, vil andere mehr Häuw zutragen und gefochten werden, so wil ich dir gemelte vier häuw zu beiden seiten, auch hoch und nider nach außweisung der ob angezeigten Linien eintheilen, und damit du aller häuw ein grüntlichen bericht haben mögest, dich underweisen und lehren, wie solche underschiedlichen gegen des Mans leib hoch und nider angeschickt und volbracht sollen werden, und zum ersten so werden aus dem Oberhauw dreyerley häuw gemacht und genomen, under welchen dan der erste gerad von oben nider der mittelsten auffrechten Lini nach zum Kopff gehauwen, und schedelhauw oder hirnschlag genant wirt, Der ander aber wo du im herab hauwen die hand verkerest also das du mit halber oder hinder schneide antriffst, wirt Schielhauw genant, Demnach wirt der dritte (so er im herab hauwen zu den beiden seitten Lini, auff nach geschriebene art geführet wirt) Dempffhauw geheissen.

Weiter so wirt der ander Hauw auch nach außweisung der schlimen hangenden Lini, zu drey malen underschiedlichen hoch und nider gehauwen, under welchen der erste und öberste achsel hauw und wehrstreich, der andere Hüffthauw, der drit Schenckelhauw genant wirt.

Eben desgleichen wirt der Mittel oder uberzwerch hauw, auch zu dreien orten gegen des Mans leib durchführet, welche dann auch mit dreien underschiedlichen namen benamset, nemlich Halß, Gürtel und Fußhauw, die Underhäuwe aber, werden eben durch die Lini ubersich

gehauwen, durch welche die Oberhäuw von Oben herab gerad oder schlims geführt seind worden, ohn alle sonderliche namen außgenomen, was von fligeln und scheydlen gesagt wirt.

Also verstehestu nun das dise vier Häuw, ob sie wol von dir zuhauwen in ihrer art einerley bleiben, so werden sie doch im hinhauwen ihe nach dem du die hoch oder nider gegen seinem leib führest, mit den namen nach den glidern oder ihrer würckung geendert, nun wil ich dir all häuw so auß disen genomen, ordenlich nach einander setzen und erkleren also.

Der erste Schedelhauw oder Oberhauwe. WAs ein Oberhauw an ihne selber seye, bistu biß anhero im Schwerdt und Dusacken gnugsam bericht, wil derohalben jetzt allein leren wie er zugebrauchen, und zu was gelegenheit er nützlich und dienstlich anzeigen, also steht einer vor dir in der Eysenport oder gerader Versatzung, so schick dich im zufechten auch also, von dannen hebe dein Wehr mit außgestrecktem arm gerad ubersich, doch also das dein Wehr in solchem auffheben vor dem gesicht bleibe, und merck under des welche seiten er dir am blösten gibt, zu der selben seiten hauwe schnits weiß, gerad von Oben also nahet bey seiner klingen, das es scheinet als woltest du ihme vornen auff die spitz hauwen hinein, spring behend zur andern seiten, und zucke dein Wehr wider ubersich gegen der selben seiten (auff welche du gesprungen bist) zum streich, und Hauwe behend auch zu derselben ein geraden Oberhauw, nahet an seiner klingen schnits weiß durch nider, in solchem Hauwe soltu mit den füssen im treten weit von einander komen, und das vorder Knie wol fürsich gebogen haben, auff das sich dein oberleib mit dem Hauw wol fürsich undersich sencke, also das dein Wehr so vil möglich mit gleicher klingen zur erden fall, fahr behend wider auff mit deinem Wehr, in das lang ort zur versatzung, ziech under des dein vordern fuß wider zu dir, unnd kom mit deinem

leib wider auffrecht, aber in dem du dich also auffrichtest, so sencke dein Wehr mit dem gefeß undersich in die Eisenport, so stehestu wie anfangs, unnd so vil von disem Hauw im Vor, im Nach aber merck dise gelegenheit.

So ewer zween im zufechten beide in die vorgemelte Hut oder versatzung komen weren, und würst alda gewahr, das dein gegenfechter mit Hauwen zu erst fertig ist, so nim war in dem er her hauwet, so zucke dein vorderen rechten fuß zu ruck, biß an den Lincken, und fahre zugleich in solchem zu ruckziehen deines fordern Fus, mit ausgestrecktem Wehr ubersich, vor deinem gesicht in die Höhe, und laß ihn also mit seinem Hauw vor dir fehl gegen der erden verfallen, oder ob er schon antrifft, das er nicht mehr dann dein geFeß[!] erlangen möge, als bald nun sein hauw vor deinem gefeß für uber kommen ist, so Hauwe mit einem zusprung deines Rechten fuß schnits weiß von Oben nider zu seinem Kopff, und das soll behendiglich zugehn, auff das dein hauw treffe, ehe dann sein Hauw gantz zur erden gesuncken ist. Demnach komme wider in die versatzung wie nechst gelehrt.

Dempffhauw. WIe es sich nun im Fechten begibt, das du jetz Vor, dann Nach hauwest, also schickt es sich offt das ihren zwen zugleich hauwen, derohalben weil oben der Dempffhauw solcher ursach halben aus dem obern genomen wirdt, wil ich dir den selbigen auff solche weis dargeben, nemlich also, wan du ersihest das dein gegenmann auff dich hauwen wil von seiner Rechten, es geschehe dann schlims, uberzwerch oder von Unden, so merck eben in dem er sein Wehr auff zeucht zum hauwe, so zucke zugleich auch dein Wehr ubersich, in solchem auffziehen spring behend

aus dem seinen, gegen seiner Lincken seiten, und führe deinen Oberhauw in dem sein hauw herfleugt gegen seiner rechten Achsel, also das dein gefeß im herab fahren, deiner klingen etwas vorgang, auch das du im treten mit den füssen weit von einander komest, auff das dein oberer leib dem hauwe wol nach gesenckt werde, wie oben auch gesagt, so wirstu ihn entweders auff sein rechten Arm, oder auff die stercke seiner klingen treffen, mit solchem Hauw soltu ihm sein klingen zu grundt dempffen, und ihn also schwechen, das du ihm wol ein Hauw oder stich geben kanst, eh dann er sich wider erholet, Wo er sich aber so bald under deiner klingen wider herfür arbeiten würde, und dir mit hauwen so eilends nachtringen, also das du ihn ohngefohr zur blösse nicht Fechten kanst, so trit behend zwifach aus gegen seiner Rechten seiten, unnd zucke neben deiner Lincken seiten wider zu einem Oberhauw, führe also denselbigen in dem er herhauwet, aussen uber seinem Rechten arm gegen seiner lincken Achsel, so triffestu abermals entweders von oben nider den Rechten Arm, oder sein kling wie vor, von der andern seiten, Auch wirt der dempffhaw auff solche weiß volbracht, schicke dich in die Eisenport vor dir, und in dem er auff zeucht, es seye von Rechter oder Lincker seyten zum streich, so erhebe behendiglich dein Wehr, und Hauwe zugleich mit ihm oben auff die stercke seiner klingen, doch also das dein klingen im herab faren deines Hauws ubersich außstehe, vnd dein geFäß[!] undersich gegen dir hang, Hauw also auff alle seine häuw dir er auff dich thut, beide von Rechter und Lincker, mit außgestrecktem Arm, und nider gesencktem leib, welches dann mit weit von einander stehen geschehen kan, so lang biß du ihn fülest gnugsam geschwecht sein, das du ihm eh er auff kompt und sich wider erholt, zur Blöß Fechten könnest, in disem allem merck ihe nider er seine häuw auff dich führet, ihe niderer du mit deinem obern Leib durch weit tretten kommen solt, auff das dein Knopff im Hauwen wol gegen der erden gesenckt werde, also das du ihm alle seine häuw recht mit deiner Eisenport an=

treffest, hoch oder nider, ihe nach dem er seine häuwe führet. Nun volget der dritte nemlich Schielhauw, welches ist ein Oberhauw mit verkehrter hand also.

Schielhauw. GEhört gegen die, so mit außgestrecktem Arm steiff vor ihrem gesicht zuversetzen bleiben, dann du threibest ihn mit solchem auß seiner versatzung ubersich, disen Hauw threib also, wann du dein gewehr mit ausgestrecktem arm für dir ubersich in die Oberhut gezogen hast zum streich, und er führet under dessen ein hauw gegen deinem leib, von welcher seiten es seye, so trit du auff die ander seiten von seinem hauw, und Hauwe von Oben nider auff die stercke seiner Klingen, doch also das du im herab fahren dein Hand umbwendest, auff das du nicht mit Langer, sonder etwas mit kurtzer schneid, oder flech auff sein klingen treffest, als bald und in dem die gewehr zu samen rühren, wo du anderst ihn mit dem eussersten theil deiner klingen mit kurzer schneid nicht getroffen hast, so stich an seiner Klingen für dir hinein zu seinem gesicht, in solchen hinstechen verwende die Lang schneid undersich, also das du nach ende des stichs im Langen ort standest, in der verkehrung der häuw aber merck dise Regel.

Hauwet er von seiner Rechten gegen deiner Lincken, unnd du wilt ihme mit einem Schielhauw darauff fallen, so verkehr dein Hauw im hauwen außwerts, die halb schneid von dir undersich, Führet er aber sein Hauw von seiner Lincken gegen deiner Rechten, so verkehr dein hand im herab Hauwen einwerts gegen deinem leib, die halb schneid undersich, und gilt gleich ob du mit der flech oder halber schneid an sein klingen kommest, doch ihe neher beyde stercke zusamen

kommen, ehe er dein schwech oder eusserste theil deiner klingen hinder der seinen antrifft.

Oberhauw schlims. DIser Hauw hat im Rappier zwen namen, nemlich Zornhauw unnd Wehrstreich, Zornhauw heist er, wann du solchen hauw ohne hindernus im Vor zum leib hauwest, wie du aber disen Hauw ihe nach dem er sein Wehr führet, nützlichen zu seiner Blöß Fechten solt, würstu auß nachfolgenden Exemplen abnemen können, also, Führet er sein Wehr unden, so Hauw ihm behend und unversehens oberhalb seiner Wehr schlims durch sein gesicht, unnd demnach behend wider von der andern seiten dargegen, führet er aber sein Wehr hoch, so Hauw im underhalb seinem Wehr auch schlims durch seinen leib, und das behend wie vor, als dann von der andern seiten dargegen, und das ist vom Zornhauw, Wehrstreich aber heist er wann du mit solchem hauw seine Häuw und stich von dir abweisest, dann er hauwe oder steche von Oben was er wölle, so nimpts diser schlimme Oberhauw (so du in durch sein gesicht und gegen seiner hand führest) hinwegk, Hauwet er dir aber niderer, nemlichen zu der mitten deines leibs, so füre dein hauw auch nider schlims gegen seiner hand, also das du im sein klingen antreffest, hauwet er dir aber noch niderer, nemlich zu deinen füssen, so Hauwe mit gesencktem leib unnd hangender klingen auch gegen seinen füssen, so geben die klingen im zusamen treffen unden ein kreutz, wie in diser Figur welche mit dem Buchstaben B. verzeichnet zusehen, auß disen zweyen Zornhäuwen kompt der Kreutzhauw, nemlich wann du deren zwen von beiden seiten gegen einander führest, hoch oder nider, wie die drey kreutz an dem Bild in nachgetruckter Figur anzeigen.

Letstlich so soltu auch dise zwen schlime Zornhäuw hoch oder nider, von beyden seiten durch

die drey kreutz (gleich wie vor von einer seyten) mit ihren tritten lernen, artlich und lang von dir (nicht mit ungestüm) sonder schnitsweis mit gezogenen häuwen Hauwen und volbringen.

Zu dem ersten und obersten schicke dich also, stand mit deinem rechten fuß vor, doch mit dem leib (wie oben gemelt) auff recht, Hauwe also mit außgestrecktem arm von beiden seiten schlims durch seine Achsel, in solchem hauwen aber wende die rechte seiten wol dem hauw nach gegen ihm.

Zum andern mitlern kreutz aber schicke dich uff solche weiß, kom aber mit dem rechten Fuß vor, doch das du im treten mit den füssen umb ein schuch oder mehr, weiter von einander standest dann vor, und biege das knie wol fürsich, auff das du mit der rechten Achsel von welcher du dann deine häuw herbringest etwas nider gesenckt, und mit derselbigen dem puncten des mitlern kreutzes in gleich höhe standest, Hauwe also von beiden seiten schlims zusamen, durch die mitte des Mans leib, wie du vor durch sein obern leib gehauwen hast.

Zum understen kreutz aber mustu mit den füssen noch weiter von einander stahn, wie du dann auch dein vorder kni[18] mehr dann bißher fürsich gebogen haben solt, also das du mit deinem obern leib so vil dester mehr dann vor beschehen, undersich gesenckt standest, unnd also mit der Rechten Achsel

gleich wie den andern, also auch disem in gleich höhe komest, wo dir solches leibs halben unmüglich, so soltu des undern kreutzes müssig gehn, wie es dann nit für ein jeden &c. Dann wan du im zun füssen Hauwen, und doch mit dem leib auffrecht bleiben woltest, so kan er mit dem geraden stich gar bald dein gesicht ereylen, wiewol man zun zeiten ihme unversehen ehe dan ers gewahr wirt, ein fuß hauw enden kan, deren drey kreutz soltu ein jedes insonderheit sampt iren tritten, fürsich und hindersich hauwen lernen, damit du deren wann du sie brauchen solt, zuvoren wol geübt seyest, doch das du alwegen im treten mit dem rechten Fuß vor bleibest, Auch kanst du dich weiter auff solche weiß nützlichen nach disen dreyen kreutzen Exercieren, also Hauwe den ersten gegen dem obern kreutz, durch desselbigen lincke uberort hangende Lini, Den andern mit einem fernern zutrit, von deiner Lincken gegen seiner Rechten uberort durch das mitler kreutz, Den driten Hauwe wider von deiner Rechten gegen seinem Lincken undern kreutz, schlims durch sein fuß, mit einem noch weitern zutrit deines vordern fusses, Dise drey häuw sollen behend mit dreyen zutriten des vordern Rechten fusses volbracht werden, wie du nun von obern biß zu den undern abgewechselt hast, also kanstu auch von undern biß zu den obern Lini, von einer zu der andern abwechseln.

Hüfft hauwe. DEn mach also, führe ein gewaltigen Oberhaw gegen seim Kopff, doch laß den nicht antreffen noch rüren, sondern wende die halbe schneid im herab faren deines hauws, außwerts von dir gegen seinem Lincken ohr, und sencke im also den vordern ort dieff zu seim gesicht, darmit zwingstu in nicht allein zuversetzen, sondern erholest dich auch hiemit, zu dem nachfolgenden haw,

Also in dem er zuversetzen aufffehrt, so zuck als bald dein geFeß vor deinem gesicht herumb, gegen deiner Lincken ubersich, und Hauwe im von deiner Lincken ausserthalb seinem Rechten arm, in dem er auffgefaren ist, schlims von Oben nider zu seiner Rechten Hüfft, solchs sol in einem trit und zug zugehn, also das du mit dem ersten gezuckten Oberhauw dein Rechten fuß auffhebest, und im fürttreten denselbigen zugleich in volendung des hüffthauwes wider nider setzest, so hastu in recht volbracht, diser geht zu beiden seiten, Den selbigen hauw kanstu auch mit eim stich zuwegen bringen, also stich auß der Eisenport gerichts ubersich zu seinem gesicht, als bald er mit seinem geFeß auff fert, so Hauw im wie vor zur hüfft.

Rundstreich. DEn treib also, stehestu in der Eisenport, so zuck dein geFeß ubersich gegen deiner Lincken, in die Hut des lincken Ochsen, von dannen zeuch ein Mittelhauw uberzwerch, gegen seiner Rechten zum gesicht ganz durch, den andern Hauwe eben in demselbigen zuge, von deiner Rechten gegen seiner Lincken auch gantz durch seine schenckel oder Kni, dise zwen häuw sollen in eim zug, der erste oben durch sein Rechte, der ander unden durch sein Lincke, behend mit einem zutrit in einem zirckel (welcher dem Mann oben das gesicht, unnd unden die schenckel durch streicht) verricht werden, wie er dann auch umb solches zirckels willen, den er im herumb fahren macht, Rundstreich genant wirt.

Doppel Rundstreich. ZU dem schicke dich also, Hauwe den ersten uberzwerch von deiner Rechten gegen seinem gesicht, laß aber disen nit antreffen, sonder zucke dein gefeß im herhauwen zwischen dir und im, gegen deiner Lincken in die selbige Hut des Ochsens, und wende die rechte seiten wol gegen deiner Lincken dem geFes nach, aber an disem ort soltu kein augenblick verharren, sonder in dem selbiegn ubersich zucken so sencke deinen Kopff undersich, und Hauwe den andern umb deinen Kopff gegen seiner Rechten seiten uberzwerch der mitte oder Achsel zu, doch das solcher hauw auch nit durch, sonder nur biß an sein versatzung (so er die fürgewendt het) komme, und fahr also in solchen Hauw mit deinem geFeß abermals ubersich gegen deiner Rechten, laß dein klingen zu ruck wider umbfahren, unnd Hauw den dritten erst volkomen von deiner Rechten uberzwerch durch sein füß, Mit den triten aber halt dich also, zu den ersten zweyen Mittelhäuwen, setz dein rechten Fus nur ein wenig furt, doch nicht fast auf die erd, sonder erhole oder nim eben mit solchem trit das gewicht, auff das du mit demselbigen fus dester statlicher zum dritten hauw fürt tretten kanst, dann so baldt der Fus im ersten trit die erden rühret, soll er wider erhebt, und mit dem dritten hauw furt gesetzt werden.

Dise drey häuw solt du auch in einem zug, gleich einem auffrechten S. mit zweyen tritten behendiglich volführen, zu dem soll auch der letste hauw am sterckesten, unnd gantz durch gehauwen werden, der andern zweyen sol keiner durch, sonder nur biß an die blöß, und von denselbigen wider umb gezuckt werden, unnd das alles wie gesagt einem flug, So du nun dise zwen Rundstreich, nemlich den einfachen und den doppeln recht unnd wol lerest machen, wie dann

vortheil unnd nicht gewalt, zu allen gezogenen häuwen gehört, wirstu vil schöner und künslicher stuck daraus Fechten können.

Halß hauwe. DEn ficht auff solche weiß, führ dein gewehr zur Rechten in der Underhut, oder Eisenport, und wart ob er dir von seiner Rechten zufechten wölle, sticht oder hauwet er dann von selben gegen deiner Lincken her, so spring wol gegen seiner Lincken aus seinem stich oder hauw, und zugleich in solchem sprung, schlage mit der inwendigen flech uberzwerch, oben auff die sterck seiner klingen, und in dem dein flache klingen auff die seine rühret, so spring under des behend noch ferner gegen seiner Lincken seiten umb, in des zeuch ihm dein scharpff schneid (nach dem du ihm sein kling mit der flech undersich getruckt hast) gegen seiner Rechten durch sein Halß, wie du nun solches von diser seiten volbracht, also kanstu es auch von der andern seiten ins werck richten, auch kanstu den hauw ohn alle vorbereitung, frey nach dem er sich verfallen oder verhauwen, durch ein Mittelhauw uberzwerch gegen seinem Halß volführen, wie du dessen in stucken hernach gnugsame exempel haben wirst.

Fußhauw, und vom Mittelhauw. MIt dem Fuß wirt hie verstanden das ganz bein, vom Knie an biß auff die Fuß solen, zu welchen kan gehauwen werden uberzwerch unnd schlims, Der uberzwerch ist nichts anders dann der Mittelhauw, er geschehe hoch oder nider, Der schlims der Zornhauw, jedoch soltu zu keinem Fuß hauwen, du habest in dann mit dempffen davon hievor gelert, geschwecht, oder aber

ihm sein kling durch andere stuck genommen, es sey dann sach das er sich mit langem warten versaumpt, oder sonst ubersich verfahren hette.

Hand hauwe. DEr Handhauw kan auff vil weg volbracht werden, wie du solches in stucken wol abnemen wirst, hie aber merck als offt er dir zum füssen hauwet, so muß er die hand weit von sich außstrecken, Derohalben kanstu im wol mit dem fuß entweichen, und gleich mit zur hand hauwen, wie dich die zwei Bilder in der Figur welche mit dem Buchstaben B. verzeichnet leren. Zu dem kanstu auch zur hand hauwen, als offt einer zu hoch oder zu weit umb sich schweifft. Diser Hand hauw ist im Rappier der fürnemsten einer, dann wan einem das gelegen darmit er sich wehren muß, hat ers zum halben wo nit gar verloren. Was nun ferner die verfürte und verkerte häuw belanget, davon wirstu in stucken hernach im andern theil auch gnugsam hören.

Doppel hauw. DIsen mach also, Hauwet einer auff dich von seiner Rechten gegen deiner Lincken, so Hauwe mit einem uberzwerchen oder Underhauw seinem hauw entgegen, und fang im den ihe höher in der lufft jhe besser auff, merck aber als bald sein hauw auff dein kling glützt, so wende dein halb schneid an seiner klingen einwerts, und ziech im dein Lange schneid von seiner klingen eilents ab gegen seinem gesicht durch, in solchem hauw zuck dein gefeß ubersich, und laß die kling under seinem rechten Arm gegen deiner Lincken durchlauffen, spring zugleich mit gebucktem leib wol gegen seiner rechten seiten auß, und Hauwe im mit Langer schneid außwendig uber seinen rechten Arm

zum Kopff. Dise drey häuw so du sie recht machst, werden in einem lauff mit einer geschwinde verricht, aus disem Doppelhauw ist leichtlich abzunemen, wie mann all ander häuw doppeln solle. Was nun weiter anlangt die Fußhäuw, schlims und uberzwerch, sampt den schlegen, welcher dann auch gleich wie der häuw vier sein, nemlichen Ober, Schlimer, Uberzwercher und Underschlag, können auch mit in und außwendiger flech verricht werden.

Dieweil aber solche alle in stucken hernach gut zuverstehn, also das unnötig von solchen hie insoderheit zuhandlen, wil derohalben nun ferner die stich, wie vil deren, unnd wie man die Fechten sol anzeigen, und solche zu schreiben für fahren.

Von stichen. Cap. 5. DEr stich aber seind fürnemlich drey, auß welchen die andern alle entspringen und herfliessen, Nämlich, der Erste von Oben, der ander von Unden, deren ein jeder von beiden seiten gemacht wirt, Der drit geht von deiner mitte gerad von dir hin in das Lang ort, aus disen dreyen Hauptstichen, will ich dir etliche so auß den selbigen wie gemelt hieher setzen, auß welchen du alle andere stich genugsam verstehn und lehrnen können würst, Den Oberstich aber welcher auß dem rechten Ochsen gegen des Manns gesicht oder brust gericht soll werden, treib also, schicke dich in die Oberhut des rechten Ochsen von der du oben gelehrt bist, erhebe alda dein rechten fuß zu einem fürtritt und gleich mit solcher erhebung deines Fußes, zucke dein gefäß, auf deiner Rechten Achsel hindersich zuruck, zu erholung eines starcken stosses, von dannen stich mit einem weiten zuschritt, deines erhebten fuß gegen seiner brust zu, aber in dem solcher stich eben antreffen solle, so wende die Lang schneyd schintsweise undersich gegen deiner Lincken, also das du nach endt des stichs, mit deim vordern Kni wol fürsich gebogen, und dem Oberleib wol darüber fürsich dem stich nach gegen der erden gesenckt seyest, und das nach volendung des stichs dein Kling mit außgefirecktem[!] arm langs vor deim fust, im herab schneiden auff die erden komst, von dannen fahre mit langer schneyd und erholtem fuß wider ubersich in dem rechten Ochsen, aller dings, wie du anfangs gestanden bist, das geht zu beiden seitten.

Gesicht stich. DIsen lerne erstlich uber die hand von deiner Lincken also stechen, schicke dich in die hut des Lincken Ochsens, sticht er demnach gegen deiner Rechten her, so spring wol auß seinem stich gegen seiner Rechten, und stich von deiner Lincken oberhalb seinem Rechten arm, in dem er hersticht mit außgestrecktem arm in sein gesicht.

Item schicke dich in die hut des Rechten Ochsens und merck so bald er auf dich her sticht, so trit mit deinem Lincken fus auff dein Lincken seiten auß seinem stich, und folge behend mit deinem Rechten fuß auß gegen seiner Rechten, zu gleich aber in solchen tritten laß dein klingen gegen deiner Lincken ablauffen, unnd neben der selbigen auch umbschnappen, in die hut deß Lincken Ochsens, von dannen stich wie vor in dem er noch hersticht ober seinem Rechten arm zum gesicht, so triffestu wie die kleinern bilder in hievorgedruckter figur A. zu sehen und stehst im Langenort dasselbe muß behend in dem er her sticht zugohn.

Gurgelstich. DIser stich wirt auff mancherley art zuwegen bracht, deren ich dir einen setzen will also, Wa du im zufechten, dein gegenpart in der Eysenporten findest, so trawe ihm ein stich auß der Lincken Oberhut des Ochsens, mit außtretten aussen uber seim rechten arme, gegen seim gesicht zufechten, doch also das du mit deim geFeß hoch bleibest, Merckestu under deß, das er mit seim gefeß auffehrt gegen seiner Rechten, inn meinung, dein stich abzuwenden, oder zuversetzen, so laß dein vordern ort, neben seiner rechten Achseln undersich sincken, und fahr, oder wechsel mit demselbigen ort, under seinen Rechten arm durch, stich als dann erst recht volkomen inwendig seins rechten arms, von unden auff zur gurgel. Also das in hineinfürung deines stichs, die lang schneid undersich, die kürtze ubersich stehe, und dein wehr nach volendung des stichs im Langen ort hoch habest, so ist er auff dise art recht vollbracht, diser muß geschwind und unversehens zu wegen bracht werden.

Hertz stich. DEr herz stich kan von oben, von der mitte unnd von unden ins werck gericht werden, auß allen aber merck hie dise art, Hauwet einer von seiner Rechten, so Hauw auch von deiner rechtem uberzwerch gegen seinem wehr, mit solchem hauw tritt wol mit deinem Rechten fuß under seiner klingen durch, gegen seiner Rechten, Also das du im sein streich in die sterck deiner klingen auffangest, ihe näher bey seim gefäß und ihe höher in den Lufft das geschicht je besser das ist, in dem aber das die klingen also zusamen glützen, so wende die spitz doch das dein kling an der seinen bleibt, einwerts (das die halb schneid an sein lang schneid gekert sey) gegen seiner Lincken brust, und stich also an seiner klingen bleibent hinein, wie das die grossen bossen inn der Figur welche mit dem buchstaben G. verzeichnet anzeigen, in solchem allen merck fleissig, ob er von deiner klingen wolt abgehn, als bald du solches fülest, so wend dein Lang schneid wider gegen seiner klingen, fahr also mit dem schnit an seiner klingen, bleibent, seiner klingen noch fürsich gegen seinem leib und schawe wo du nach dem vortheil dieweil ansetzen kennest.

Gemecht stich. DEn treib also, Hauwet dir einer außwendig zu deinem rechten schenckel, knie oder fuß, so fange ihm sein klingen mit einem gegenhauw, von deiner Lincken auff, under des trit mit deinem Lincken fuß wol aus gegen seiner Rechten, als bald die klingen zusamen rühren, so trit ferner mit deinem Rechten fuß fürbas zu ime, wende in dessen die spitz under seiner klingen hinein ubersich, unnd stich ihm zum gemecht, oder sticht er dir anfangs von Unden, so trit mit deinem Lincken fuß abermals gegen seiner Rechten beiseits aus, und führe ihm sein herfliegenden stich von deiner Lincken gegen deiner Rechten, mit hangeter klingen auß, aber als bald dein klingen an die seiner ühret, so bald trit auch mit deinem rechten fuß fürter zu ihme, und stich ihm under seiner klingen zum gemecht wie vor.

Verkehrter stich. DIeser ob er wol auch auff vilerley art mag angefangen werden, so wirt er doch alwegen auff ein weiß geendet, zu dem schicke dich also, steht dein gegenman in gerader versatzung, oder Eisenporten vor dir, so stich ihm auß der rechten Underhut gerichts ubersich, inwendig seiner Wehr hart an seiner klingen zu seinem gesicht, und im hinstechen so wende die Lange schneide gegen seiner klingen und deiner Lincken ubersich, truckt oder fürt er dir dein klingen gegen seiner Rechten von ihm ubersich oder zur seiten auß, so laß die deine oben wider gegen dir umbschnappen, also starck das sich dein klingen neben deiner Lincken undersich umb mit dem ort unden auff wider ubersich under seiner klingen hinein verschwing, stich also mit verkehrter hand bey seinem rechten Arm under seiner klingen hinein, wie du solches an den kleinern bossen in der Figur welche mit dem C. gezeichnet, zur Lincken hand sehen kanst. Die spitz muß in disem stich im ersten schwung, mit umbschnappen angesetzt werden, sonst ist der stich zu schwach.

Zuck als bald dein Wehr gegen deiner Lincken ab, unnd Hauw von dannen ein Wehrstreich durch sein Rechte Achsel, gesicht oder seiten, oder laß wider über dein hand umbschnappen, undstich ihm außwendig seines rechten Arm wider zu seinem gesicht, also das in solchem fürstechen, die offen hand oben die halb schneid gegen seiner wehr gekehrt stande, in solchem allem bucke dich mit deinem Kopff wol gegen deiner Lincken undersich auß seinem wehr, disen stich muß er wehren und abwenden, als bald er dann solches thut, so führe die spitz ausserhalb seinem Arm wider herumb, also das du in solchem umbfahren die hand wider wie vor verkehrst, und stich mit verkehrter hand wie vor under seinem rechten Arm zum leib, folg mit dem Wehrstreich wie vorgelehrt nach.

Doppel stich. BEgegnet dir einer in der Eisen porten gerad vor ihme, so stich ihm auß der Underhut von deiner Rechten, inwendig hart an seiner Wehr bey seinem gefeß, ubersich zu seinem gesicht, damit zwingestu ihn, das er mit seinem gefeß ubersich auffahren muß, als bald du gewahr wirst das er mit seinem gefäß ubersich fehrt zuversetzen, so hebe dein gefeß im hinein stechen auch ubersich, mutier dein Understich in ein Obern, und stich also hinder oder neben seinem gefeß von uberzwerch zum leib.

Ein anders. Oder stich ihm inwendig zum leib, als bald er dem stich begegnet mit versatzung, so wende die halb schneid einwerts gegen seinem leib, und laß die kling under seinem rechten Arm gegen deiner Lincken seiten, under seiner klingen durchlauffen, und laß also neben deiner Lincken seiten in der höhe umbschnappen, in die Hut des Lincken Ochssens, von dannen stich ihm mit einem austrit gegen seiner Rechten, auswendig seines rechten Arms zum gesicht, dise zwen stich sollen behend in einander lauffen.

Oder stich ihm außwendig uber sein rechten Arm zum gesicht, wendt er dir dein stich gegen seiner Rechten zur seiten auß, so laß dein klingen als bald gegen deiner Lincken umbschnappen, wider in die Hut des lincken Ochsens, trit under des mit deinem lincken fuß wol hinder deinem rechten Arm zu ihm, gegen seiner lincken seiten, stich ihm also auß der Lincken Oberhut des Ochssens, mit einem zutrit deines rechten fuß, inwendig seiner Wehr gegen seinem gesicht, aber die stich werden sonst auch auff vil weg gedoppelt, davon im andern theil weiter.

Verfierte stich. IM zufechten füre ein gewaltigen stich auß der rechten Oberhut, des Ochsens gegen seim gesicht, im herstechen aber so wende dein stich von unden auff mit eim weiten zutrit deines füß, und stich ihm under seim gefeß ubersich zum bauch. Wann du disen Oberstich durch[19] die rosen recht in ein understich verkerest, so scheinet es anfangs nicht anders, dann als stehestu von oben, ehe dann er sichs aber versicht, so hastu unden troffen,

Item steht dein gegenpart in der Eysenyorten[!] für dir, so stich ihm innwendig seines wehrs ubersich gegen sein gesicht fehl, also das dein klingen gegen deiner rechten wider umbschnappe im rechten Ochsen, thu als woltestu ihm außwendig uber sein rechten arm stehen, verfüre aber den stich in der lufft, und stich ihm von oben underhalb seiner wehr inwendig zu seinem gesicht.

Fliegender stich. DIser fliegendstich ist der fürnembste, welcher eim jeden Fechter sehr nothwendig zu wissen, den treib also, schicke dich im zufechten in die underhut zur rechten, also das du mit den fussen nit zu weit von aneinander standest, auff

das du zu einem jeden stich ein zutritt haben mögest, zu dem, so soltu auch dein rechten arm im gelenck des Ellenbogens in allen stichen steiff und so vil muglich ungebogen behalten, als dann verstelle dich mit beweglichen geberden als woltestu albenzu hin stechen, und ob du wol dein spitz ettwas gegen im zeigest zu stechen, so verhalte doch dein wehr listiglich bey dir in deiner volmacht, auff das so bald du dein gelegenheit (nach dem du in etwan mit ernsthafften geberden verführet hast) ersihest, ihm unversehens wan unnd wo ers am wenigest vermeinet, flügen von dir gegen im hin stehest, und das also behend mit einem fehrnern zutrit als wehr er von eim armbrust geschossen kommen, so behend du nun hinein gestochen also behend soltu dein wehr wider zuruck in die obgemelt nebenhut gezogen haben, von dannen soltu wo er ferner noch stehen wirt, von beiden seiten abschneiden und damit du solches stichs dester baß geübt werdest so nim ein gewissen ort dahin du stechen kanst für dich, und stich mit einem zutrit auß der rechten underhut fur dir hin also das du im antreffen deß stichs aller ding standest, wie das bild in der Figur so mit dem A. verzeichnet außweißt als dann zuck dein wehr wider in das obgenannt läger, in solchem ruck dein fuß auch wider biß an sein vorige stel, von dannen stich eilents abermals mit eim zutrit gegen im, verzuck dein wehr vom stich behend mit sampt dem fuß wider zu ruck an sein stell &c. Das treib ein stich oder sechs.

Dieweil es sich aber nicht (wie mit lebendigem leibe zeigen) beschreiben laßt, so soltu ihm mit ernstlicher übung sampt des Fechtmeisters hilff, dester fleissiger nachdencken.

Ein gute lehr und Regel wie man die Häuw in Stich, die Stich in Häuw verwandlen soll. Cap. 6. NAch dem du bißher die häuw sampt den stichen auff das kürzest dargeben und gelert seind worden, will ich demnach auch in kurzem anzeigen, wie mann die Häuw in stich, und die Stich in häuw mutieren sol, dann es ist ein sonderlich sein Meister stuck, solche verwandlung recht zu treiben, und nach gelegenheit anschicken können. Dieweil aber solches auff vil und man=

cherley gefochten werden kan, Derwegen allerley fehl zu erzelen hie zu lang, wil ich solches allein durch etliche Exempel aus den vier häuwen dargeben, und also leren nemlich.

Im zufechten wann du ihm sein eusserst mit deinem eussersten erlangen kanst, so Hauwe einen gewaltigen Oberhauw schlims gegen seiner Lincken, unnd in dem dein hauw also herfleugt, so verwende dein hand das die halb schneid einwerts gegen ihm gekert wirt, im herhauwen verhalt dein gefeß gleich verborgenlich, ein wenig in der lufft auff, so lang biß dein kling under des zum stich fürgeschossen ist, stiche als dann den andern weg, für follen mit einem weiten zutrit gegen seiner Brust, auff solche weiß wie du vom Oberstich hievor gelert bist.

Item Hauwe ein Mittel oder Underhauw von deiner Rechten gegen des Mans Lincke, und merck fleissig als bald er entgegen fehrt zu versetzen, und dein hauw eben jetz antreffen soll, so ver wende denselbigen hauw ehe er antrifft behendiglich in ein stich, so du aber mit deinem hauw an sein klingen ahn triffst es geschehe mit einem Ober, Schlimmen, Uberzwerchen oder Underhauw, so wende als bald und in dem die klingen zusamen rühren und glitzen die spitz einwerts gegen seinem leib, stich also an seiner klingen hinein, aller ding wie vom wecker im Dusacken gelert.

Die stich aber in häuw verkehren treib also, führe einen gewaltigen Oberstich gegen des Mans gesicht, und wann du auff halbem weg gewahr wirst, das er ubersich fehrt und versetzen will, so verzuck in dem dein stich eben jetz antreffen soll, dein gefeß in eil ein wenig ubersich, und Hauwe beiseitz neben oder under seinem gefeß durch.

Item führe ein geraden stich von dir gegen seinem gesicht, in dem er eben antreffen soll, so wen de[!] dein gefeß ubersich gegen deiner Lincken, und laß dem kling umb den Kopff fahren, hauwe ihm auswendig schlims uber ort durch sein Rechte, es sey unden oder oben, wirstu aber mit einem hauw ubereilt, also das du versetzen must, so verwende als bald sein hauw auff dein kling,

rühret, die kling an der seinen mit der spitz einwerts gegen seinen leib, damit erholest du dich nach deinem gefallen zu hauwen, Aus disen bißher erzelten stucken kanst du genugsam verstehn, wie die Häuw in stich die Stich in häuw zu verkehren seind, wo du ihm fleissig nachtrachten wilt, auß disem fleußt nun her die verführung wie volgt.

Von der verführung. Cap. 7. BIßher seind die Häuw mit sampt allen umbstenden gnugsam erklert, dieweil aber hernach in stucken vil unnd offtmals der verführung gedacht wirt, ist von nöten gewesen etwas dar von zumelden, damit ich nicht erst in stucken zuruck gezogen, oder im schreiben auffgehalten wirt.

Der verführung aber seind zweyerley, die erste wirt mit dem Wehr, die ander mit geberden volführet, mit der Wehr zu verführen acht ich nicht not sein, nach leng zuhandeln, Dieweil deren bisher offt in den zwey vorgehenden Wehren gedacht ist worden, nemlich das verführen nichts anders sey, dann wann ich mein streich gegen einer Blös herführ, und aber alda gewar wirt, das er demselbigen entgegen fehrt zu versetzen, also das mir derselbige hauw unnütz wirt, so laß ich ihn daselbst fehl füruber lauffen, unnd verzuck ihn in demselbigen flug behend anders wo hin, der nechsten Blös zu.

Zu solcher verführung gehört nun, das du der vier Blösse sampt anderen theilung wol bericht und geübt seyest, also das du Meisterlich einen hauw den du nach einer obern Blösse richtest, im herhauwen sein künstlich unmercksam verziehest, und den eben in dem ersten lauffen auff der selbigen seiten unden durch, oder zu einer Blösse volfüren könnest, des nim diß Exempel, führe

ein gewaltigen Zornhauw gegen seiner Lincken, in dem und ehe dann solcher hauw den halben weg gelauffen, so wende die halb schneid noch in der lufft dieweil die klingen im herfahren ist, gegen ihm einwerts, das es scheinet gleichsam du ihm zum gesicht stechen woltest, eben mit solcher verwandlung in der lufft erholest du dich zu einem andern Hauw, welchen du als dan erst vol komen auch durch sein Lincke thun solt, es sey unden oder oben durch.

In summa wiltu den Mann Oben rühren, so wincke oder trauwe zu voren Unden, oder wilt du ihn zu Linck treffen, so trauwe ihm zu erst gegen seiner Rechten, auff das er mit seiner Wehr hernach wischen muß, und dir also zur andern seiten raum gebe, wie solches in stucken weiter gelert wirt werden.

In disem verführen nun ist das ander, so mit den geberden volbracht begriffen, aus welchen beiden stucken vil und mancherley wunderliche stuck gefochten werden, damit du aber solches verführens mit geberden ein eigentlichen verstand nemen mögest, wil ich dir solches etwas weit leuffiger durch Exempel und sonst erkleren, dieweil aber das verführen mit geberden, wie auch mit der Wehr in summa nichts anderst ist, dann ein hauw oder stuck also zeigen unnd auff ein andere weiß vollenden, so mustu hie das Reitzen, Nemen und treffen, davon du hievor im Dusacken gelert bist, wol mercken und betrachten.

Dann alle reitzung mit geberden oder sonst, wirt erstlich dahin gericht, das du ihn auff bringest aus seinem vorheil zu hauwen oder stechen, so bald er dann herhauwet oder sticht, das du im zum andern sein hauw (darzu du in auff bracht hast durch dein reitzen) mit gewalt auff haltest oder außnemest, und ihn dermassen schwechest, auff das du ihm zum dritten ehe er sich wider erholet in wol ohn schaden rühren und erlangen könnest, als dann ob er sich schon wider erholet du mit schirmstreichen eben als bald wider fertig seyest im zubegegnen, als er kommen kan, doch

damit du solches dester baß verstehn mögest, wil ich dir etliche Exempel, nicht das es eben also sein müste, sonder zur anleytung in bessere stuck, setzen, nemlich.

Wiltu nun einen mit geberden verführen so gebrauch dich ongefehrlich nachgesetzter Ceremonien also, wann du einen findest in der Underhut zur Rechten, so schicke dich in die Eisenport, und stell dich mit geberden sam du ernstlich zu seinem gesicht stechen wöllest, zu solchen geberden erhebe dein rechten fuß, und behalt dein gesicht steiff auff sein gesicht, unnd führe ihm also mit beweglichem Arm, und zugetruckten henden, mit gerimpffter naß und auffgehebtem fuß die spitz gegen seinem gesicht, als woltestu ernstlich stechen, und im hinein stechen wende die lange schneid gegen deiner lincken ubersich, erschreck ihn also mit dem stich das er gehlingen aufffehrt den zuversetzen, so laß dein stich (in dem er aufffehrt) umb dein Kopff verfahren, und Hauw im mit gebucktem leib außwendig zu seinem rechten Schenckel, mit einem weiten zutrit, wach behend auff mit Wehrstreichen, dir zum schutz.

Item schicke dich in die Eisenporten wie vor, und stell dich mit anschicklichen geberden sam du im zum fuß hauwen woltest, und das auff solche weiß, Im zufechten sihe ihm mit ernsthafften auffgethonen augen steiff auff sein fürgesetzten fus, in des erhebe dein Wehr, und buck dein leib mit auffgehebtem fus, sam du alben zu mit einem zutrit Unden hauwen wöllest, aber in dem du dein fus im zutretten nider setzest, so stiche von dem ort dahin du dein Wehr auffgehaben hast, für dich hinein zum gesicht, in solchem stich behalt dein gesicht sampt den geberden steiff auff seinem fuß, so merckt er den stich nicht biß das er geschehen ist, dann das ubersich heben deines Wehrs zum Hauw ist dir ein erholung zum stich, und endet sich der trit und stich mit einander zugleich, und dise alle soltu gegen die gbrauchen[!] und lernen, welche so steiff in ihrer versatzung ohn alle arbeit stond zu warten, auff dein verhauwen oder stechen, dise mustu also auffbringen, und auß irem

vortheil reitzen, dieweil du ihm nicht also ohn vortheil darffest angreiffen, dann du mußt sorgen das er dich in deinem eigenen stuck uberlang oder fange, derhalben mustu schauwen wie du ihn auß seinem vortheil bringest, damit du solches dester besser verstehn kanst, so will ich das oben angezeigt Reitzen, Nemen, Treffen, kurtzlich widerholen.

Findestu den Mann in einer Hut oder quatier, darinen er auff dein stich oder hauw wartet, so Hauwe im der nechsten Blöß zu durch, nicht das du in treffen woltest, schauw auch das du nicht zu nahe bey im seiest, und hab acht das du dich in solchem hauw nicht vergebest, oder dein gwehr[!] zu weit von dir auß der macht lassest, sonder behalt dein gwehr[!] gleich verborgenlich bei dir in guter sterck und vollem gewalt, verstel dich doch mit gerberden sam habest dich verhawen, als bald er deiner gegebenen blös zueilt mit hawen oder stechen, so erman dich gleich wider zum streich, und Hauwe im sein herkomenden hauw oder stich mit der sterck von dir aus, oder hawe mit eim Dempffhauw oben darauff wie dir das werden mag, und das heist der Nemer, darumb das du ihm die Wehr gleich mit gewalt außnimest, welches er sich doch nicht versehen het, als bald du ihm sein streich oder stich also genomen hast, so eile der nechsten Blöß zu, mit hauwen oder stechen, solche nachhäuw heissen als dann der Treffer.

Also hastu Reitzen, Nemen und Treffen, welches doch nicht anders ist dan ursach geben zum hauw, und denselben geursachten hauw versetzen oder abtragen, und als bald auch wider nach hauwen zur Blöß, und ist nicht die meinung das du im Reitzhauw oder auch im Nemer, wo du anders kanst, nicht treffen solt, sonder wirt allein darumm so genent, dieweil die fürnemst meinung ist, entweders in aus seinem vortheil zu reitzen, oder sein hauw ausnemen und abtragen, kanstu in dessen zugleich auch treffen ist ungewert, dann solche gemelte drey stuck kanstu auch wol durch einerley häuw volbringen, als zum Exempel.

Nim den Zornhauw das ist der Wehrstreich vor dich, und schauw ob er sein wehr ober oder underhalb des gürtels fürt, helt er sein wehr oberhalb des gürtels, so Hauw den ersten underhalb seiner wehr durch die under Lini von deiner Rechten, den andern hauw auch von deiner Rechten durch der obern Linien eine, den driten Hauw durch die ober oder under Linie nach, wo du ihn bloß findest.

Auch wirt diser proceß nicht alwegen gehalten, dann du kanst wol Reitzen uund[!] treffen, und zum letsten nemen, dieweil aber die erfahrung solche stuck (welche sich allein durch tegliche übung lernen lassen) den mehrertheil muß verstendigen, will ichs allein bey disem Exempel bleiben lassen, Nemlich findest du einen in der Underhuten eine, so Hauwe im zufechten ein Mittelhauw ihm unversehens durch sein gesicht von deiner Rechten, mit disem hauw machstu das er behend ubersich fehrt, und damit wirt er unden bloß, Derhalben hauwe den andern behend von deiner Lincken durch sein füß ehe er des innen wirt, das ist der Treffer, auff solches wirt er behend sein und dir zueilen, darumb Hauwe den dritten ein Wehrstreich von deiner Rechten, damit nim stu[!] ihm sein herfliegende klingen aus, das ist dann der Nemer, dann die zwen Mittelhauw sollen behend auff einander gohn, auff das dein anderer hauw trifft, ehe er recht aufffehrt den ersten zuversetzen, damit der drit erst der Nemer wirt.

Vom versetzen und wie vilerley deren im Rappier sondenlich für andern Wehren gebraucht werden. DEr Versatzung werden hie sibenerley art gefunden, mit namen Absetzen, Abschneiden, Druchgehn, Dempffen, Verhengen, Sperren, auß oder abführen mit auffrechter und mit hangen=

ter kling, Absetzen ist wann du aus der vier Legern eins, die Lang schneid gegen seinem Wehr gekehrt, und in das Langort verwendest, Also führestu dein Wehr in der Underhut zur Rechten, und dein gegenpart hauwet oder sticht auff dich, so trit von seiner Wehr beiseits auß, und fahr mit ausgestrecktem Wehr ubersich, fürsich in das Lang ort, und fang ihm also sein herkomenden stich oder hauw auff dein Lange schneid auff, in dem du ihm aber sein hauw also aufffangest, so stich zugleich mit dem Langen ort für dir hin, das treib auß allen vier Legern.

Abschneiden. TReib also, schick dich in die Underhut zur Rechten, und merck alda als bald dein gegenpart sein hand auffzeucht, gegen dir zu hauwen oder stechen, so erhebe zugleich auch dein Wehr, und streck also dein hand sampt der Wehr von deiner Rechten gegen seiner Lincken auß, zugleich sencke in solchem ausstrecken dein geFeß undersich deinem Kni gleich, oder wo es dir müglich dar under, also das dein kling mit dem ort etwas fürsich ubersich auff stande, entpfang ihm sein kling auff die Lang schneid, und führe ihm die schnits weiß gegen deiner Lincken undersich vor dir, das gehet auch zu beiden seiten.

Dempffen. DAs Dempffen wirt genomen auß dem Oberhauw, wie es dann an ihm selber nichts anders ist, mit welchem Oberhauw alle andere häuw gedempfft unf gebrochen können werden, auff nach geschriben weiß also, schicke dich in die Underhut zut Rechten, wann er dir als dann

von seiner Rechten von Unden oder Oben, gegen deiner Lincken dir zu hauwet, so mercke in dem er sein Arm außstreckt zum streich, so erhebe dein Wehr mit im zugleich, doch also das in solchem erheben dein kling ubersich von dir aus, und dein gefeß undersich gegen dir stande, in solchem allem tritt zwifach aus seinem hauw gegen seiner Lincken, und Hauwe nach ausweisung der auffrechten Lini zu seiner Rechten, mit Langer schneid und gesencktem gefeß, sampt einem weiten zutrit deines Rechten fuß von Oben, so triffestu auff die sterck seiner klingen, also das du in solchem Dempffen dein oberer leib dem hauw nach, wol fürsich uber dein gebogen Kni undersich sencken werdest, auff das dein gefeß im herab fahren etwas vor deiner klingen, mit ausgestrecktem Arm zur erden kom, entzuckt er dir aber die Kling under der deinen herfür, unnd führet wider einen andern gegen deiner Rechten, so spring in eil zwifach mit beiden füssen wol gegen seiner Rechten, und Hauwe abermal von Oben, auswendig uber seinen rechten Arm, in solcher maß wie vor, doch das der hauw nach seiner Lincken auffrechten Linien (wie der vorig nach seiner Rechten Lini) gericht sey, so triffestu aber auff sein sterck, also kanstu mit dem Oberhauw aus allen Legern Dempffen, so lang biß du ihn damit sein Arm dermassen schwechst und müde machest, also das du ihm als dann leichtlich zum leib Fechten kanst.

Durch gehn. ISt nichts anders dann wan du ihm in dem er sein kling herführet, under seiner klingen durchfarest gegen der andern seiten, und als dann von derselbigen sein herfliegenden streich abfürest gegen derselbigen seiten, bey welcher du erstlich dein Wehr hieltest, also führest du dein wehr in der rechten[20] Underhut, so merck aldo in dem er sein Wehr zum stich oder hauw herführet, so

führe oder thransforiere dein kling ein wenig gegen der erden hanget under seiner klingen durch in eil gegen deiner lincken seiten, und schneide ihn von der selbigen sein herlauffenden haw oder stich gegen deiner Rechten (ehe er in gantz volbracht hat) ab, also das du mit solchem abschneiden wider in die rechte Underhut komest, und solches kanstu auch thun aus allen Legern zu beiden seiten.

Verhengen. VErhengen ist ein solche Versatzung, da du dein gefeß mit fürsich ausgestrecktem Arm, oberhalb deinem gesicht führest, also das dein kling gerichts undersich gegen der erden hang, und thregest ihm also seine stich, bisweilen auch streich, mit deiner flech zu beiden seiten ab, heist darumb Verhengen, dieweil in solcher versatzung dein kling vor deinem gesicht hangt, dasselbige zu beschützen, und ob es wol auch aus allen Legern zu wegen bracht wirt, so ist es doch fürnemlich und am bequemsten aus den Legern zur Rechten seiten zu brauchen, auff solche weiß schicke dich in die Underhut zur Rechten, sticht oder hauwet dein widerpart auff dich, so trit mit deinem lincken fus hinder deinem Rechten aus, gegen seiner Lincken, folg behend mit deinem Rechten ferner zu ihm, in dem fahre mit deinem gefeß ubersich, unnd führe ihm sein klingen von deiner Rechten gegen deiner Lincken, auff der flech deiner hangenden klingen ab, wie du solches an den zweyen obern bossen zur rechten hand in nachgetruckter Figur, mit dem Buchstaben E. verzeichnet sehen kanst.

Sperren. MErck hauwet dir einer auswendig zu deinem rechten Fuß, wann du in der Eisenporten stehest, so sencke dein klingen mit dem ort undersich auff die erdt, ausgestreckt gerad vor deinem Fuß, und weich mit austretten ein wenig beiseits, aus seinem hauw gegen seiner Rechten, Sperre ihm als dann sein kling das er nicht durchkommen kan, also kanstu ihm alle häuw die er unden durch hauwen will Sperren, und auffhalten, was aber sonst weiter Sperren sey, findestu hievor im Schwerdt.

Außschlagen mit hangender kling DIses außschlagen volget aus dem Sperren also, Hauwet oder sticht dir einer gerichts zu deinem undern leib, so zuck in dem er sein Wehr herführet, dein rechten Fuß zu ruck biß zu dem hindersten, und erhebe zugleich auch dein Wehr ubersich, Hauwe also mit ausgestreckter Wehr doch das die kling ein wenig undersich hang, von oben nider, sein kling von deiner Lincken gegen deiner Rechten aus.

Oder schicke dich in das Lang ort hoch, sticht dir dein gegenpart unden zu, so laß dein kling von deiner Lincken gegen deiner Rechten etwas undersich sincken, und Hauwe im also sein klingen mit gesencktem wehr von dir, zwischen dir und ihm zur seiten aus, folg stehend mit deinen stucken nach.

Außnemen mit halber schneid. STell dich in die Underhut zur Lincken, dem Wechsel gleich, also das die halb schneide gegen deinem widerpart stande, sticht dein widerpart auff dich gegen deinem gesicht, so nim solches mit halber schneid von deiner Lincken ubersich aus, gegen deiner Rechten starck in einem riß, also das dein klingen oberhalb deinem Kopff wider umbschiesse in rechten Ochsen, von dan nen[!] stich gegen seiner Brust, und in solchem stich verwende die Lang schneid undersich, unnd kom wider in die lincke Underhut, von dannen nim wider aus wie vor.

Wie du nun mit halber schneid ubersich aus zu nemen gelehrt bist, also kanstu auch mit Langer schneid und mit der flech ubersich außschlagen, und das aus beiden Underhuten, was aber weiter vom Versetzen nötig, hastu hievor im Schwerdt und Dusacken nach der lenge gehört.

In disem Capitel wirt gehandelt vom Wechseln, Nachreisen, Bleiben, Fühlen, Zucken unnd Winden. Cap. 8. DUrchwechseln ist zweyerhand, eins das do under seinem Wehr durch, so darumb Durchwechseln genant, Das ander so oben umb die klingen von einer seiten zur andern volbracht wirt, welches Umbwechseln genant wirt, Durchwechseln treib also, zum ersten wann du ein hauw auff deinen gegen man führest, es sey oben oder unden zum leib, so merck in dem du herhauwest ob er gegen deinem hauw aufffehrt den zu versetzen, wirstu solches gewahr, so laß als

dann dein Hauw auff seiner Versatzung nicht rühren, sonder zuck und führe deinen Hauw under seiner klingen durch, unnd stich ihm zur andern seiten, also führe oder zucke alwegen (du hauwest von welcher seiten du wöllest) dein Hauw an seiner versatzung, wann es jetz eben rühren soll under seinem geFeß oder klingen durch, unnd arbeyte ihm zur andern seiten, es sey mit stechen, Hauwen, Dempffen oder Abschneiden.

Zum andern treib das Durchwechseln aus deiner versatzung also, er Hauwe auff dich von welcher seyten er wölle, so merck fleissig ob er seine Hauw zu hoch, oder gegen deiner klingen, oder sonst nicht genugsam zum leibe führe, als bald sein Hauw demnach also gegen deiner versatzung herfleugt, so entweich mit deinem fordern fuß ein wenig zu ruck biß zu dem hindersten, und entzucke ihm dein klingen under der seinen durch, gegen der andern seyten, laß also seinen hauw fehl gehn, unnd stich ihm eben zu der seyten von welcher er sein hauw her geführet hat, und das so behend, auff das dein stich antreffe ehe dann er von dem verfallenem hauw noch wider aufkfommen ist, solches Durchwechseln kan auff vilerley art getriben werden, wie solches die stuck geben werden, Umbwechseln darff keins weitern erklerens, dieweil bißher offt darvon gehandelt ist.

Nachreisen aber treib also, führet dein gegenpart sein Wehr zu seiner Rechten unden, so wart als bald er von dannen abgeht, so stich behend in dem er sein Wehr abführet, daselbest hinein, desgleichen merck fleissig wann er sein Wehr zu seiner Lincken führet, in dem ers wider von der selbigen seiten abnimpt, so stich ihm eben dieweil er abgeht behend und listiglich daselbst hinein, desgleichen wan er von unden ubersich geht, so folg im (in dem er also aufffehrt) nach mit eim stich von unden, also auch wan er sich mit hauwen verfelt, so folg im behende von oben nach, in solchem nachreisen aber merck fleissig, das du allwegen die Lange schneid in dem du mit

deinem stich antriffst, wider gegen seinem herfliegenden Wehr (wo er anders hauwen oder stechen würde) verwendest, dann so bald er deines nachreisens gewahr wirdt, wirt er als bald mit seiner Wehr wider zu der deinen eilen, unnd hieneben zugleich deiner gegebenen Blöß (so du mit solchem nachreisen unnd zulangen geöffnet hast) zu eilen und die anfallen, welches du ihm als dann mit gegen schneiden Verwenden wider absetzen abschneiden und nemen kanst.

Item bindestu ihm mit deiner kling an die seine, so merck und fühl als bald er mit seiner abgeht von dem band umb zuschlagen, oder zu einer andern seiten zu stechen, so folg ihm (in dem er ab geht) mit einem stich gerad zugegen seinem leib, und wende die Lang schneid beide im hinein ste-[!] stechen und im heraus fahren, alwegen gegen seiner kling, also ist hie fühlen nicht anders dann brieffen, empfinden, wie und wann er von deinem band abgehn wil, das du ihm als bald unnd behend könnest und wissest sicher nach zu folgen, wie im Schwerdt auch gemelt.

Bleiben unnd Zucken bistu auch hie vor im Schwerdt gelehrt, Wenden aber ob du wol solches hievor auch gelehrt, so ist solches doch hie anders zugebrauchen, und das also, so offt du deinem widerpart anbindest in die mitte seiner klingen, so solt du von dannen ohn sondern vortheil nicht abgehn, ursach er möchte dich mit nachreisen ubereylen wie hievor gelehrt, sonder bleibe hart mit dem band an seiner klingen, und wende die halb schneid oder den vordern ort einwerts gegen seinem leib, unnd setz an, wehret er das und truckt dir die kling zur seiten aus, so zuck behend unden durch, und stich mit einem abtrit zur andern seiten.

Wo er dirs aber nicht zur seiten außführet, sonder als bald er dein einwenden merckt, tringt er mit einem stich stracks für ihm hin zu deinem leib, wirstu solches gewahr, so bleib gleichwol mit deinem ort an seinem leib, und wende mit deinem gefeß sampt der langen schneide undersich wider gegen seiner klingen, wind ihm also seinen ort aus, unnd tring ferner mit dem stich uber

dein hand, mit außtretten furt, von disem allem hab ich dir allein zu einer erinnerung geschriben, das du ihm fleissig nachdenken solt, auff das wann hernach in stucken deren eins gesetzt wirde, das du es dester eher verstehn unnd mercken könnest, und die stuck daselbst auch dester ehe vernemen mögest.

Von Tritten. So vil nun die Trit belanget, so ist ohn not (dieweil bey einem jeden stuck im nachfolgenden Fechten) auch eigentlich von zugehörten tritten gehandlet[!] wirt.

Ende des ersten theils im Rappier.

Das ander theil vom Fechten im Rappier. DEmnach bißhero ein stuck nach dem andern, dermassen dargethon und erklert ist, also das ein jeder der solches mit fleissigem auffmercken und nachdencken lesen, und ernstlichen üben wirt, solches hieraus so er anderst zuvor einen Meister gehabt, wol verstehn unnd lernen kan, Derowegen nach dem ich nun die übung an ihr selbst, wie du dieselbigen gegen deinem widerpart ins werck richten solt, zubeschreiben fürhabens, so will ich zuvor die Leger wider fürnemen, und dieweil er notwendig und sehr nutzlich ist, lehren, wie man uberort von einem in das ander Abschneiden, Absetzen, und Abwechseln solle, wie volgt.

Also schicke dich in die Oberhut der rechten Ochsens, und trit mit auffrechtem dargebotenen leibe, das dein rechter Fuß alzeit vorgange zu ihme, Reitze ihn also mit frölichen oder trutzigen

geberden zur arbeit an, sticht er under des gegen deinem leib her, so trit eben in dem er sein stich herführet, mit deinem rechten Fuß ferner gegen seiner Lincken umb zu ihm, und wende zugleich hiemit dein Lange schneide undersich gegen deiner Lincken, in solchem undersich wenden aber, sencke deinen leib mit gebogenem Kni deinem Wehr nach wol fürsich, und schneide oder führe ihm also sein klingen mit deiner Langen schneiden undersich von dir, so komstu nach solches abschneiden mit deiner wehr, und mit nider gesencktem leib zu der lincken Underhut, von deren (so bald er deiner gegebenen rechten Blöß wider zu stechen oder hauwen wirde) fahre eilents mit deinem geFeß unnd Langer schneide auch auffgerichtem leib wider ubersich, biß in obgemelte Oberhut, und so du wilt magstu behendiglich aus diser Oberhut mit einem weiten zutrit gegen seinem gesicht nachstechen, aber wan du solches thun wilt, so verwende im hinein stechen und fürt tretten die Lange schneid mit starckem verwenden gewaltig undersich mit nach gesencktem leib, auff solches verwende eylents dein Wehr neben diener Lincken wider zu einem streich, unnd Hauwe von derselbigen mit ausgestrecktem Arm gegen seiner Rechten schlims uberort, durch sein gesicht, also das du nach ende solches hauwes in die Underhut zu deiner Rechten kommest, in welcher Hut du abermals mit deinem gesicht bloß vor ihme stehest.

Derohalben nim fleissig wahr, als bald er dir solcher Blösse zu sticht, so trit mit deinem Lincken Fuß hinder deinen Rechten gegen seiner Lincken aus, unnd führe mit außgestrecktem Arm dein geFeß und Lange schneid, aus diser Underhut ubersich gegen deiner Lincken, biß in dieselbige Oberhut des Ochsens, von desselbigen (wann er dir ferner zusticht) wende eilents die Lange scneide wider undersich gegen deiner Rechten, in solchem verwenden aber trit wol von seinem stich gegen seiner rechten seiten aus, führe ihm also sein klingen mit außgestreckter Langer schneide vom lincken Ochsen undersich, wider gegen deiner rechten Underhut, aber in dem du

sein stich wie gemeldet von dir Abschneidest, soltu mit gesencktem leib wol uber dein fürsich gebogen Kni, dem Hauw nach zulangen, Wann dan solches geschehen ist, so stehestu wider in der rechten Underhut wie anfangs, wo er dir weiter zustechen würt, so fahr eben auff vorgelegte weiß, mit Langer schneide wider ubersich, biß in die lincke Oberhut, von dannen stich behendiglich mit einem außsprung gegen seiner Rechten lang für dir hin gegen seinem gesicht, in disem stich soltu abermals die Lange schneide so starck undersich gegen deiner Rechten wenden, und in disem Abschneiden soltu dein klingen neben deiner Rechten zum streich verwenden, das du demnach einen geschwinden hauw, zu einem Wehrstreich, schlims durch sein lincke achsel haben mögest, wann du den volbracht hast, so wirstu dein Wehr zur Lincken in der Underhut haben, von deren du als dann mit Langer scheide, wider ubersich biß in die Rechte Oberhut versetzen magst, und fürter.

Also bistu bißher gelehrt worden, wie du auß der rechten Oberhut unnd aus der lincken Underhut, undersich und ubersich gegen einander uberort, nach außweisung der schlimmen unnd hangenden Lini versetzen solt, und als dann von der lincken Underhut mit einem Wehrstreich, durch sein Rechte zur andern seiten Umbwechseln solt, in die recht Underhut, demnach von der selbigen gleichsfals wie von der andern geschehen, uberort ubersich unnd undersich versetzen, unnd nach deiner gelegenheit wider durch einen Zornhauw, oder Wehrstreich abermals umbwechßlen, auff solche weiß kanstu alwegen aus einem Leger in das ander, undersich unnd ubersich mit Langer schneid, kreutzweiß unnd gegen einander Versetzen, Abschneiden und ubersich führen.

Weiter so kanstu auch aus allen vier seiten legern mit austretten, biß in das Lang ort Absetzen auff solchen art wie volgt.

Schick dich auff obgelehrte weiß in die Oberhut des rechten Ochsens, und trit also zu ihme, sticht er als dann gegen deinem gesicht her, so wende die Lange schneid aus der Oberhut gegen seiner klingen mit außgestrecktem Arm, biß in das Lang ort, under des aber dieweil du also Absetzest, so trit zugleich auch mit deinem lincken Fuß hinder deinem Rechten zur seiten aus, von seiner klingen, und stich also auff seiner klingen für dir hin, zu seinem gesicht oder Brust, wie du nun aus der Oberhut undersich abgsesetzt, also soltu auch aus der rechten Underhut ubersich, auch biß in das lang ort Absetzen, und das soll von beyden seiten gefochten werden. Nun folget ferner wie du aus einem Leger in das ander abwechseln solt, also:

Abwechßlen. WAnn du für deinen Mann kommest, so schick dich in die Eisenport, oder in die gerade versatzung, und fahre aus derselbigen mit deinem Wehr ubersich in rechten Ochsen, stich er noch nicht, so gehe ferner wider herab, durch die streich Lini schnits weiß, bis in die lincke Underhut, wil er noch nicht arbeiten, so gehe ferner aus derselbigen ubersich, in die linck Oberhut, von derselbigen Oberhut gehe wider uberort undersich in dei recht Underhut, in disem abwechseln behalt alle zeit die spitz vor dir, er steche dann hie zwischen wann er will, so schneide es mit Langer schneid nach obgesetzter form von dir wegk, durch die kreutz Lini, von einem Leger biß in das ander, wie du bißher gelehrt hast, also kanstu so lang mit dargebottener Blöß vor ihme umbtretten, unnd aus einem Leger in das ander abwechseln, biß du dein gelegenheit ersihest, was aber weiter von dem gebrauch der Leger nötig zuwissen, hastu im Dusacken gehört.

Wie du auß der geraden Versatzung fechten, unnd dich bschützen[!] solt. NUn wil ich die gemeine oder gerade Versatzung fürnemen, und dich für das erste lehren, wie du ihm gegen alle vier ort versetzen und nachstechen oder nach hauwen solt, Demnach zum andern wie du dich für der verführung hüten, Unnd fürs dritte wie du (wann er nicht weder hauwen noch stechen wolt) dich gegen ihm halten, und im Vor gegen ihm Fechten kanst, und das auff deutlichest, zur anleitung in die andere stuck.

Wie du ihm seinen hauw den er von seiner Rechten auff dich herführet, aufffangen unnd gegen seiner Lincken behend und gerad zustechen solt. IM zufechten schicke dich in die gerade Versatzung, wie dich das mitler und eintzige Bild in der Figur welche mit dem F. verzeichnet lehrt, trit also mit ausgestreckter und steiffer Versatzung zu ihm. Hauwet oder sticht er demnach von seiner Rechten schlims her gegen deiner lincken, so wende die Lange schneide zu sampt dem geFeß ubersich gegen seinem herfliegenden haw oder stich, under des aber diweil[!] du also versetzest, so trit mit deinem hindern lincken Fuß hinder deinem Rechten, gegen deines widerparts Lincke zur seiten aus, von seinem stich oder hauw und fange also seine klinge im gelehrten austretten, auff die sterck der deinen, nahe bey deinem geFeß auff, in dem unnd dieweil die klingen noch also im Bande zusamen rühren, so trit auch mit

deinem rechten Fuß fürbas gegen seiner Lincken seiten zu ihm, und stich zugleich mit solchem fürt tretten, an seiner klingen (oder von derselbigen gerad für dir hin) gegen seinem gesicht, biß in das obere langort, als bald der stich angetroffen oder vollendet ist, so wende die Lang schneid wider gegen seiner klingen, und verzucke wider biß in die vorige versatzung, mit welcher beschirme dich so lang, bis du dein gelegenheit zu einem andern stuck ersihest.

Auff was weiß du ihm die stich und häuw von seiner Lincken aufffangen, und behendiglichen ehe er sich wider erholet gegen seiner Rechten nach stechen solt. HAuwet oder sticht er dir aber von der andern (nemlich von seiner Lincken) gegen deiner Rechten seiten, auch schlims von oben zu, so wende abermals dein Lange schneide sampt dem gefeß mit außgestrecktem Arm, gegen seiner herfliegenden klingen, die zuversetzen oder auff zufangen, in dem du nun also dein gefeß zur versatzung gegen seinem wehr ausstreckst, so trit auch eben dieselbige weil mit deinem Lincken Fuß gegen seiner Rechten, zur seiten aus von seiner klingen, demnach als bald sein klingen in solcher versatzung auff die deine glützt, so zucke dein gefeß oberhalb deiner rechten Achsel zu ruck (zu erholung eines gewaltigen stichs) hinder dir aus, stich also mit einem zutrit deines Rechten fusses, nach seiner Rechten strack gegen seinem gesicht, also das du nach ende des stichs abermals mit ausgestreckter wehr in dem obern langen ort standest, nach solchem stich fleisse dich ferner aus solcher obgemelter versatzung, seine auff dich geführte häuw und stich abzuwenden, so lang biß die ein Blösse geöffnet wirt.

Wie du dich gegen dem der dich mit streichen uberboldern will, halten solt. WUrde aber einer von beiden seiten so behend auff dich hauwen und stechen, also das du im mit deren stich keinem einkomen könnest, so bleibe mit strackem Arm starck in vor dir außgestreckter versatzung, und wende mit solche alle seine häuw und stich zu beiden seiten von dir ab, und mercke under des fleissig, wann er sich schier verzablet und vermüdet hat (dann er kan solches mit vortheil nicht lang treiben) so wende dein geFeß ubersich, gegen einem seiner herfliegenden häuwen oder stichen, welcher dir dann zu solchem als gelegen gefallen wirt, und Hawe ihm behendiglich schlims durch dieselbige Achsel, von welcher seiten er seinen hauw oder stich hergeführet hat, gantz durch, also das dein Wehr auff der andern seiten, wider uber umbschiesse zum Oberstich, nemlich hauwestu durch sein rechte Achsel, so lasse dein klingen (in vollem lauff dises hauwes) neben deiner Rechten zu ruck durchlauffen, und in die rechten Oberhut zum stich umbschnappen, Hauwest du aber seinem hauw nach, durch sein lincke Achsel, so lasse dein klingen neben deiner lincken seiten zu ruck durch lauffen, und in die lincke Oberhut zum stich umbschnappen, Wie du nun durch disen hauw, deine klingen behendiglichen in der Oberhut eine hast lassen umbschnappen, also soltu auch aus der selbigen eilents unnd behend, gewaltig gegen seinem gesicht oder seiner Brust zü stechen, und solt also deinen obern leib dem stich nach, im zulangen wol uber dein fürsich gebogen Kni nach sencken, dann wann diser hauw unnd stich behend und starck auff einander gohnd, so raumstu dir hiemit auch zu einer andern Blöß.

Wie du dem der dir von Unden zuhauwet, auß der geraden Versatzung begegnen und nachstechen solt. FErner sticht oder Hauwet er dann von Unden oder uberzwerch, es sey von Rechter oder Lincker auff dich her, von welcher seiten er dann hersticht oder hauwet, so trit du mit deinem hindersten (das ist mit deinem lincken) fuß gegen der andern seiten, aus seinem herkomenen stich oder hauw, und weiß ihm die mit (ausgestreckter Langer schneide, undersich von dir zur seiten aus ab, als bald nun dein Wehr in solcher versatzung auff das seinige rühret, so trit mit deinem Rechten fuß auch zu ihm, und stich behendiglich von seiner klingen ab, stracks ehe er sich ermant gegen seinem gesicht zu, dises alles nemlichen die versatzung trit und stich sol augenblicklichen und behend mit einander zu gohn, dises verstand auff solche Underhäuw, welche er gegen der mitte deines Leibs, oder noch höher herhauwet.

Wie du von Oben versetzen, unnd under seinem Wehr hinein stechen solt. ITem hauwet oder sticht er dir abermals von Unden, oder underhalb deiner Wehr zu deinem leib, so fall aus obgelehrter versatzung mit Langer schneid von Oben nider auff sein klingen, also das dein kling im versetzen zur seiten aus undersich hange, wie dir solche versatzung in der Figur mit dem C. an dem kleinern Bild zur lincken fürgemalet ist, und zu gleich in dem du also versetzest, so trit auch mit zwifachen tritten sprungsweiß wol gegen seiner Rechten seiten

aus von seiner klingen, und stich ihm behend under seinem Rechten Arm zum leib, wie solches das ander Bild gegen disem anzeigt, von solchem stich, zucke dein Wehr behend gegen dei ner[!] lincken Achsel, unnd Hauwe als dann von derselbigen ein Wehrstreich uberort durch sein Rechte Achsel, so komstu nach ende desselbigen hauwes in die rechte Underhut, von welcher biß behend wider auff in gerader versatzung, dich ferner damit zu beschirmen.

Führet er aber seine Häuw gahr nider gegen deinen füssen, so versetze ihm derselbigen keinen, sondern entzucke oder entweiche ihm mit dem vordern fuß zu ruck, bis zu dem hindersten aus seinem Hauw, und stich ihm (dieweil er noch im herhauwen ist) stracks gegen seinem gesicht, wie du solches an dem mitlern bossen in der Figur mit dem F. gezeichnet sehen kanst, dann mit allen Häuwen, die er dir underhalb deinem gürtel zuhauwet, muß er sich (in dem er herlangen will) oben bloß geben, darumb kanstu ihm nach jetz gesetzter Regel, wol sicher (in dem er seine hand mit der Wehr ausstrecket und herlanget) zum gesicht stechen oder hauwen.

Wann er dir solchen nach stich außschlagen oder abtragen, wie du dich ferner halten solt. BIßher hastu gelehrt, wie du von der Versatzung mit austreten behendiglichen nachstechen solt, dieweil er dir aber solchen stich ausnemen und abtragen kan, so merck fürs ander dise lehr, Nemlich wann du ihm einen stich oder Hauw auff deine versatzung entpfahest, auch demnach einen stich gegen seinem gesicht hinein stichst, aber er schlecht dir den behendiglich aus, so merck fleissig von welcher seiten er dir den ausschlecht, gegen derselbigen trit und las deine klin=

gen gleich in dem schwung (welchen er der klingen mit seinem außschlagen) geben hat, umbschnappen zum stich, und stich ihm eben zu derselbigen, von welcher er aus geschlagen hat hinein. Als nemlich ficht er von seiner Rechten gegen deiner Lincken, du aber versetzest ihm von deiner Rechten, sampt dem austretten gegen seiner Lincken (wie bißher gelehrt) mit ausgestreckter Wehr, und stichst ihm also von der versatzung ab, gerichts gegen seinem gesicht zu, das mus er dir (wo er anders nicht will getroffen werden) wehren, und dir dein klingen gegen seiner lincken ausschlagen, als bald er das thut, so trit wol aus gegen seiner Rechten seiten, unnd las dieweil dein klingen umbschnappen in die rechte Oberhut des Ochsens, dar zu er dir dann mit seinem ausschlagen fürdernus geben, und stiche demnach behend auswendig seines rechten Arms, krefftiglich aus gedachter Oberhut hinein, wie du nun solches gegen seiner Rchten volbracht, also kanstu es auch von deiner Lincken in das werck richten.

Wie du dem der dir den ersten Stich außschlagen will, Durchwechseln unnd zu der andern seyten stechen solt. MErck wann du ihm seine Häuw und stich mit ausgestreckter klingen von dir abweisest, und nachstechen wilt, wei bißher gelehrt, wirst aber under dessen gewahr das er versetzen wil, so schauwe das du nicht zu nahe zu ihm getretten seyest, und merck fleissig in dem er mit seinem geFeß zur versatzung aufffehrt, so volführe deinen stich (den du dann mit geberden gezeige oder getrauwet haben solt) nit, sonder fahre mit deiner Wehr (dieweil er auff gefahren ist) under der seinen durch, und stich ihm zu der andern seiten krefftiglich mit ausgestrecktem Arm hinein, zu

solchem Durchwechseln und stechen soltu wol gegen der seiten zu welcher gestochen hast, von seiner Wehr ausgesprungen sein.

Wie du ihm die stich verzucken, sam du anderswo hin stechen, und doch in dem er daselbst hin versetzen wil, wider dahin stechen solt, da du anfangs den stich hin gezeiget hast. ABermals wan du vermercken oder gewahr wirst, das er den stich welchen du aus der ersten versatzung thun wilt, versetzen, so zucke den stich ernstlich zu dir, als woltestu unden durch fahren, und auff der andern seiten stechen, so bald du aber under des ersihest das er mit seinem geFeß daselbst hin fehret, in meinung zu versetzen, so stich behendes (dieweil er also abfahret) wider dahin du erstlich zu stechen willens warest, da von findestu weiter in den verführten stucken an seinem ort.

Wie du under des dieweil er hauwen wil, nach stechen solt. MErcke wann du mit obgemelter versatzung im zufechten bist, und dein widerpart begegnet dir in gleicher gerader versatzung, so trit mit starcker versatzung ernstlich und nahet zu im, also das du ihm die mitte seiner klingen, mit der deinen erlangen und anbinden kanst, aller dings wie dich solches die zwey obern Bilder in der Figur C. lehren, und wart aldo fleissig wan er mit seiner Wehr von der deinen abgehn wolte, eintweder zu hauwen oder zu stechen, so stich im (die

weil er sein Wehr umzucket) stracks für dir hin zu seinem gesicht, Brust oder dem bauch zu, damit er aber dester ehe ab zu gehn, und zu hauwen angereitzt werde, so magst ihm ein Blöß doch mit deinem vortheil betrieglichen darbieten, davon hernach weiter.

Wie du deines widerparts Häuw und stich aufffangen unnd nach hauwen solt. TRit mit offtgemelter gerader Versatzung zu dem Mann hinzu, und merck alda von welcher seiten er her stechen oder hauwen wöll, von Unden oder von Oben, führet er nun seine häw unnd stich von seiner Rechten, gegen diener Lincken von Oben her, so wende dein Lange schneide sampt dem geFeß mit ausgestreckter Wehr gegen seiner herfliegenden klingen, unnd in dem sein[21] klingen noch im herfliegen ist, so trit dieselbige weil mit deinem Rechten fus gegen seiner rechten zur seiten aus, auff das so bald sein klingen auff die deine fellet oder antrifft, du nach in demselbigen trit ihm behendiglich, mit wider umbgezuckter Wehr durch seine Rechte seiten hauwen könnest, es sey hoch oder nider durch sein leib nach gelegenheit, so kompt dein Wehr nach ende solches hauwes in die rechte Underhut, von dannen fahr wider auff zur versatzung.

Eben desgleichen thun ihm auch, wann er von seiner Lincken gegen deiner Rechten herhauwen wurde, und versetze ihm den auch mit ausgestreckter Wehr, in die sterck deiner klingen, und trit eben in dem du dein geFeß zur versatzung ausstreckst, mit deinem rechten Fus gegen seiner Lincken, als bald nun sein klingen auff die deine glützt, so lasse dieselbige wider zu ruck umb dein Kopff fahren, und Hauwe also mit obgemeltem trit, eben gegen seiner Lincken seiten (von wel=

cher er sein Wehr her bracht hat) durch sein gesicht, komme demnach behend wider von solcher Underhut (in welche du mit disem hauw ankommen bist) wider in die gerade versatzung.

Wie du dich gegen die Underhäuw mit nachhauwen halten solt. ALso hauwet dir einer von Unden her, gegen welcher seiten das geschicht, so trit du in dem er her hauwet auff die ander, von seiner klingen beiseits aus zu im, in solchem ausspringen aber falle mit undersich ausgestreckter Wehr von Oben auff sein klingen, ihe neher zu seiner sterck ihe besser, also das du ihm Wehr noch underhalb deinem gürtel auffhaltest, demnach Hauwe behend (ehe dann er sein kling ferenr ubersich bringt) uberzwerch gegen seinem halß oder gesicht zu, durch.

Wo du ihm aber seinen hauwe nicht auffhalten kanst, sonder er bricht mit seinem Underhaw gegen deiner versatzung ubersich ganz durch, so bleibe du gleichwol mit deiner Wehr undersich zur seiten ausgestreckt, vor dir in der versatzung starck, also das er dich nicht schädigen könne, und in dem er aber mit seiner Wehr im ubersich fahren ist, so Hauwe ihm dieweil er seinen Arm noch in der höhe hat, von Unden uberzwerch durch sein gesicht oder Brust gantz durch, diser hauw muß seinem ubersich durch brechen behend nach folgen, auff das du in von Unden triffst, ehe dann er seinen Underhauw zu end bracht hat, und das so starck damit du nach ende solches hauwes, dein Wehr gegen der anderen seiten zu der Achsel verschwungen habest, also das dein klingen nach dem verschwingen hinder dir abhange, von dannen hauwe behend zwen schlimme Zornhäuw durch das ober kreutz nach.

Ein anders, wie du mit einem stich von Unden Nachreisen solt. AUch kanstu ihm mit einem stich nach folgen, also wann du ihm seinen Underhauw wie gelehrt worden, versetzen wilt, er aber bricht dir mit gewalt durch, so merck in dem er mit seiner Wehr gegen deiner durchbrochen, und noch im ubersich fahren ist, so wende aus der versatzung den ort gegen seinem leib, unnd stich ihm also von Unden (ehe dann er sein Underhauw vollendet) gegen seiner Brust zu, biß in das mitler Lange ort, alda nim war wo er sein klingen wider her führet, so wende aus dem Langen ort, die Lange schneide gegen sein klingen, die selbige mit versatzung zu entpfahen, als dann ficht ferner bißher gelehrt stuck, nach dem du deinen vortheil haben kanst.

Wie du ihn durch zwen Mittelhäuw auß der versatzung angreiffen und nach stechen solt. ODer wann du also in gerader versatzung zu ihm, deinem gegenfechter getretten bist, so bleibe mit ausgestrecktem Arm starck in der versatzung, und wende alwegen die Lange schneide (er hauwe von Oben uberzwerch oder von Unden) gegen seinen herkommenen häuwen oder stichen, trage im solche ab mit deinem geFeß, beiseits aus von dir, und merck fleissig auff dein gelegenheit, wannn[!] er sichs dan am wenigsten versihet, so zucke umb den Kopff, und hauwe den ersten Mittelhauw uberzwerch von deiner Rechten durch sein gesicht, also das du nach ende solches hauwes in die Mittelhut zur Lincken ankommest, welche du hievor im Dusacken am 5. und 43. blat

in der Figur welche mit dem Buchstaben C. verzeichnet fürgemalt sihest, von der selbigen Hauwe den andern auch gewaltig uberzwerch gegen seiner Rechten durch sein gesicht, und denselbigen also starck durch, das sich dein klingen neben deiner Rechten verschwinge, in die rechte Ober hut des Ochsens, under des aber dieweil dein klingen also oberhalb deinem Kopff umbfahrt, so trit mit deinem lincken Fuß wol zur seiten aus gegen seiner Rechten, folge gleich behendiglich mit deinem rechten Fuß fürter zu ihm (und stich also in disem zutrit deines Rechten fusses) von Oben gewaltig gegen seinem gesicht, in solchem fürt stechen büge dein vorder Kni im nidersetzen des fuß wol fürsich, und sencke den obern leib wol undersich fürsich, dem stich nach, wann du nun in dem hinein stechen mit starckem verwinden die Lange schneid undersich wendest, so komstu nach ende des stichs in die Underhut zur Lincken, von dannen eile behendiglich wider in die gerade Versatzung.

Wie du in Versetzen, Dempffen unnd nach fechten solt. MErck wann du an deinem gegen fechter gewahr wirst, das er mit ungestümen häuwen dich mit gewalt zu ruck treiben wil, so versetze ihm (wie bißher gelehrt)mit außgestreckter versatzung ein hauw zwen drey oder vier, so lang biß du dein gelegenheit zu nach geschribenem haw haben magst, als bald du die ersehen hast, unnd er von von einem gethanen hauw die Wehr wider nach sich oder zusich ziehen will, so erhebe dein Wehr zugleich (in dem er sein Wehr zu einem andern hauw auffzeucht) auch ubersich, und spring under des behende gegen seiner andern seiten von seinem hauw beseits aus, etwas ferners zu ihm, und Hauwe eben dieweil er nach herhau=

wet, gerad von Oben zwischen seinem Kopff und seiner klingen nider, als woltest du ihme den Arm darinnen er die Wehr führet, an seiner Achsel abhauwen, in dem Hauw aber so lasse dein geFeß der klingen (im herab fahren) gegen der erden etwas vorgehn, auch komme mit den füssen im tretten weit von einander, auff das du deinen obern leib dem Hauw nach dester baß uber dein fürsich gebogen Kni fürsich undersich sencken könnest, wann du nun auff solche weiß aus seinem herfliegenden Hauw ausspringest, und Hauwest also in dem er herhauwet zwischen seinem Kopff und Wehr gerad von Oben nider zu seiner Rechten achsel, also das nach disem haw nicht allein durch weite von einander tretten, mit dem obern leib wol fürsich undersich gesenckt kommest, sondern das auch dein geFeß im herab führen des Hauwes, doch mit ausgestrecktem Arm, gegen der erden der klingen wie gemelt etwas vorgange, so triffstu ihm (wann du anders seines rechten Arms fehlest) sein klingen nahet bey seinem geFeß in die stercke, und schwechst in dermassen, das du ihm wol zum leib stechen oder hauwen kanst, ehe dannn[!] er sich wider erholte, wann du ihn aber mit einem nicht gnugsam schwechen kanst, so dempff im der Häuw einen oder zwen von beiden seiten, wann du dem recht thust, so wirt er dir uber drey häuw ungeschwecht nicht können volbringen, Dises stuck hab ich nicht allein darumb also eigentlich beschrieben, und etlich mal repitiert, dieweil es an ihm selber ein sehr gut stuck ist, sonder auch darumb dieweil es schwer an ihm selbs, und ohn zeigung mit lebendigem leib schwerlich gemerckt, auch mit sonderer geschicklichheit ins werck gericht muß werden.

Wie du dich vor dem verführen hüten, auch wie du dich gegen die verführten Häuw und Stich verhalten solt. DIew eil du nun bißher verstendlichest unnd einfeltig gehört hast, wie du deines gegenmans Häuw afffangen, abtragen, und behendiglich nach Fechten solt, so ist nun fur das ander auch nötig zu wissen, wie du dich gegen die so dir die Häuw verzucken, in solcher versatzung damit du nicht verführest werdest) halten solt, dann ist dein gegenfechter etwas erfahren und geübt, so wirt er die häuw (wo er dein steiffes versetzen mercken wirt) nicht alwegen antreffen lassen, sonder wirt dir die verzucken, umbwechseln, und dich verfehlen lassen, Derenhalben damit du von solchen nicht betrogen, sondern zu vor kommen mögest, will ich dir solches durch nach gesetzte Regel erkleren.

Also und fürs erste mercke dises, nemlich das du in allem versetzen, nicht uber spannen weite von dem Puncten in welchem du dein versatzung führest, mit derselbigen zur seiten (es sey ubersich oder undersich) aus fahrest, sonder das du alwegen mit deinem geFeß einer guten spannen oder eines werkschuchs weite, im gezirck umb den Puncten dein versatzung herumb bleibest, dieweil aber dein leib mit solcher versatzung nicht alzeit gnugsam bedeckt oder verwahrt ist, so soltu das uberige theil deines leibs mit außtretten oder mit gebucktem Kopff die Blöß aus seinem hauw, von seiner klingen entzucken oder entziehen, also das du dein geFeß mit ausgestrecktem Arm alzeit vor dir führest, als ein Schilt, und wo er also herhauwet oder sticht, demselbigen die Lang schneid entgegen wendest, und dein Kopff unnd gesicht von seiner klingen hinder die deine entziehest, wo er aber so gahr nider stechen würde, so soltu nicht allein mit dem Wehr

undersich fahren, sondern auch mit dem gantzen leib mit außgestreckter Wehr dich sencken, es sei dann das du deinen vortheil ein stuck zu Fechten ersehen habest, oder wann er dir so gahr nider zu sticht, so verzucke ihm den undern leib mit ausweichen, unnd Stiche ihm dieweil gerad vor dir hin zu seinem gesicht.

Zu diser gehört nun die ander Regel, welche ist dise nemlich, führe in allem versetzen die spitz gerichts oder gegen seinem gesicht, und wo er nun herhauwet, so wende im gleichwol (wie bißher gelehrt) die Lange schneid gegen seinem Hauw, unnd mercke under des sehr fleissig wann er seinen herkomenden hauw oder stich wider abzucken wolt, so soltu mit deinem geFeß nicht hernach wischen, sonder allein die Lange schneid herumb wenden, aber mit den tritten folge oder trit behend gegen der seiten, von welcher er seinen Hauw wider abgezucket hat, und Stich ihm eben dieweil er noch im abzucken oder herumb fahren ist, gerichts für dir hinein gegen seim gesicht.

Also versetzestu gahr nicht, nemlich das du mit dem geFeß dargegen fahrest, sonder als bald du gewahr wirst das er abzucken will, so tritst du auff die ander seiten, unnd wendest allein die Lange schneide herumb, und stich gleich mit gerade zu für dir hin so bistu versetzt, dann welcher den Mann also mit umbzucken oder Durchwechseln verführen oder betriegen will, der Blöst sich oder verkürtzt sich selber, es seye dann sach das er zu sampt dem verfühen mit den geberden gahr behend sey, aber gegen unerfahrene und ungeübte Fechter ist es ein gewisser treffer, davon hernach weiter.

Also hastu bißher gehört, Erstlich wie du jenes Häuw und Stich abtragen und nach fechten, Zum andern wie du dich gegen seinem verführen anschicken, und im (dieweil er umb oder durch wechselt) nachstechen oder eintringen solt, Derhalben will ich jetzt ferner für die hand nemen,

und lehren wie du dich gegen die (so da weder Hauwen nach stechen, sondern allein versetzen und auff das nach Fechten warten) halten im Vor mit Fechten und sie angreiffen solt, zuvor aber ist noch ein stücklein nötig hieher zusetzen, welche ich zuvoren verrichten unnd kurtzlich handlen will, also.

Wie du deinen widerpart mit seinen ungestümpten Häuwen verfehlen lassen, und nach fechten solt. WAnn du im zufechten mit gerader Versatzung zu deinem gegenpart ankommen bist, so bleib in gerader Versatzung mit außgestreckter Wehr steiff vor dir, unnd nim wahr wann dein widerfechter mit Hauwen und Stechen also ungestüm von beiden seiten auff dich hertringt, so wende im derselbigen Häuw, Stich ein oder etlich, mit außgestreckter und guter versatzung von dir ab, so lang und vil biß du under des dein gelegenheit ersihest, welche gelegenheit ist wan er am ernstlichsten und sichersten mit seinem häuwen herin ficht, Derhalben merck fleissig wann er einen (dir darzu gefelligen hauw herfürt) so weiche mit deinem vordern rechten Fuß biß zum hindersten, und entzucke im eben in dem sein hauw jetzund treffen sol, dein versatzung ubersich zu dir, gegen der seiten gegen welche er seinen Hauw herführet, auff das er mit seinem hauw auff deine versatzung nicht antreffen, sonder hart vor derselbigen dem gach (durch) verfall, unnd Hauwe ihm behend mit einem weiten zutrit deines Rechten fuß (ehe dann sein hauw noch recht zur erden komen) gegen seinem gesicht, Brust oder hand zu, Dises ist ein sehr gut stuck welches du dir durch übung gemein machen, und dem mit fleissigem auffmercken nach forschen solt.

Wie und auff was weiß du deinem gegen fechter, der dann nicht (im Vor) weder Hauwen nach Stechen wil, angreiffen und gegen im Fechten solt. IN disem (Vor) angreiffen mustu der vier Blöß wahr nemen, unnd fleissig auffmercken in welchem theil er sein Wehr im zufechten führet, wie ich dich dan mit Exempeln auff das einfaltigest und deutlichest von einer Blöß zur andern führen will, Also im ersten zufechten nim wahr, führet er sein Wehr vor im zu seiner Rechten seiten hoch, so stiche ihm underhalb derselbigen inwendig zu seinen bauch, und das mit weit ausgestrecktem und zulangetem Arm, disen stich muß er (will er anders nit getroffen werden) abwenden, versetzen unnd wehren, Derhalben merck fleissig in dem er mit seiner Wehr (den stich zuversetzen) im herab fallen ist, so zuck den stich wider ab, unnd fahre dieweil er herab fellet mit deiner klingen under der seinen durch, und zu disem durchfahren trit sprungs weiß wol gegen seiner Rechten auß von seiner Wehr, unnd stich im behends (ehe dann er sich mit seiner Wehr wider ermant) außwendig uber seinem rechten Arm zu seinem gesicht oder der Brust zu, wie dir solches die kleiner zwen bossen in der Figur F. gegen den Lincken hand anzeigen, als bald du mit disem stich angetroffen, oder den volbracht hast, so lasse dein klingen von demselbigen ort gegen deiner Lincken abhangen, unnd zucke also dein Wehr mit hangender klingen gegen deiner Lincken achsel zu, unnd Hauwe von derselbigen ein Wehrstreich uberort schlims durch sein gesicht, dises abzucken, durchfahren und der Stich, sampt dem tretten und letsten Wehrstreich, sollen behendiglich auff einander getriben werden, so geht es dir wol an.

Ein Anders. ODer Hauwe im mit ernsthafften geberden underhalb seiner Wehr, gegen seinem leib durch, unnd in solchem Hauw trit wol mit gebucktem leib gegen seiner Rechten seiten, deinem haw nach, also das es scheinet sam habest dich verhauwen, so wirt er dir ohn zweiffel ernstlich der Blöß zu nach eilen, Derhalben mercke in dem er also sein Wehr herfüret, so Stich im abermals mit einem außtrit ausserhalb uber seinem rechten Arm zum gesicht, wie vor.

Auch magstu (nach dem du dich also fürsetzlich verhauwen hast) seine herfliegende klingen von der Lincken seiten (zu deren du mit verhauwen ankomen bist) mit einem Wehrstreich behendiglich von dir wegk hauwen, oder den sonst außschlagen, und solchem außschlagen nach oben in der lufft umb den Kopff fahren lassen, und wider gegen seiner rechten seiten stechen oder hauwen.

Wie du ihm begegnen solt, wann er sein Wehr zur Lincken seiten zu weit undersich führet. ALs bald du in im zufechten erlangen kanst, so Stich im unversehens und behend ausserhalb uber seinem rechten Arm gegen seinem gesicht, und nim war so bald er ubersich aufffehrt und versetzen wil, so wende dein geFeß ubersich gegen deiner Lincken, erhole dich also zu einem haw, und Hauwe eilents zum andern (in dem er mit seinem Wehr auffgefahren ist) underhalb demselbigen zu seinemschenckel durch, so komstu in die Rechte Underhut, von deren hauwe als dann uberort schlims durch sein gesicht, biß wider in dei Underhut zur Lincken, und ficht ferner.

Ein anders, wie du ihm (so er sein Wehr zu weit auff die seiten führet) zu fechten solt. ALso führet er sein Wehr zu weit gegen seiner Lincken, so Hauwe mit einem außtrit gegen seiner Rechten seiten, von aussen uber seinem rechten Arm zum Kopff, unnd als bald er demnach aufffehrt den zu versetzen, so zucke dein Wehr (in dem sie eben jetzt antreffen sol) von seinem Arm wider ab, unnd fahr mir derselbigen under der seinen durch, und Stich im inerhalb seiner Wehr zum Bauch, wan du solchen stich volbracht hast, so fahre behend mit ausgestrckter wehr gerad ubersich in die Oberhut, zum streich vor dir außgestreckt, auff das (wann er dir Unden weiter zu stechen würde) du ihm solches von Oben nider dempffen könnest.

Wie du dich gegen dem (der sein Wehr zu weit gegen seiner zur Rechten führet) anschicken solt. FIehret er nun sein Wehr zu weit (wie gesagt) auff sein Rechte, so merck als bald du in erlangen kanst, so Stich ihm eilents (ehe er sich dessen verficht) gerad von vornen gegen seiner Brust zu, wehrt er oder versetzt dir den, so wende die halbe schneide gegen seiner Wehr undersich, laß also dein klingen under seiner gegen deiner Lincken durch sincken, und Hauwe demnach behendiglich von deiner Lincken gegen seiner Rechten uberort schlims durch sein gesicht, also das dein klingen in solchem durch hauwen neben deiner Rechten seiten hinder dir zu ruck durchlauffe, unnd wider umbschiesse in die Oberhut des rechten Ochsens, zugleich in solchem ummschnap

pen trit wol auß noch ferner gegen seiner Rechten seiten, und Stich von Oben mit starckem verwenden gegen seinem geischt, also das du mit solchem stich mit deiner Wehr in die Lincke Underhut verfallest, von dannen ficht ferner die stuck so du hernach in diser Hut beschriben findest.

Ein anders auff den, der sein Wehr zu seiner Rechten seyten führet. IM zufechten führe einen gewaltigen Hauw gegen seiner Lincken, aber auff dem weg dieweil du noch im herhauwen bist, so wende die kurtze schneide einwerts gegen im, auff das es scheine als stechestu von Oben, aber merck in dem er aufffehret zu versetzen, und solcher Stich eben jetz antreffen soll, so lasse die klingen vollends undersich gegen der erden hangen, und zucke das geFeß (mit von dir außgestrecktem Arm) ferner ubersich, führe ihm also sein klingen (wo er anders under des her stechen würde) mit verhengen (das ist mit hangender Wehr) zur seiten auß, zucke also dein geFeß mit hangender klingen in solchem ausnemen gegen deiner Lincken Achsel, wende auch dein Rechte seiten dem Wehr wol gegen deiner Lincken seiten nach, und Hauwe von derselbigen (mit zwifachem außtretten gegen seiner Lincken) oberhalb seinem Wehr gegen seiner Rechten schlims durch sein gesicht, also das du nach ende des hauwes zu deiner Rechten in die Underhut kommest, von dannen Stich behendiglich gerichts vor dir hin gegen seinem gesicht, in das Lange ort, ficht er dir weiters zu, so schneide seine klinge von dir wegk.

Mit was stucken du ihn angreiffen kanst, wann er in gerader versatzung steht. FIehret er aber sein Wehr also starck und steiff vor ihm in gerader versatzung, also das du ihm weder zur Lincken nach Rechten inbrechen kanst, so nim solche Practicierlich stuck für dich, mit welchen du ihn vom Leger oder aus seinem vortheil ablockest, auff das du ime dieweil er abgehet zur Blöß kommen mögest, Dieweil aber solche Practick so mancherley, also das unmüglich solche in gewisse forma zu stellen, derhalben wil ich allein etliche Exempel aus welchen du genugsam abnemen, und wie du dich ohngefehrlich anschicken solt, lernen kanst.

Das erste Exempel. ERhebe eylents dein Wehr ubersich, und stelle dich mit geberden als woltestu im neidlichen zum Fuß hauwen, und Hauwe auch also ein theil wegs hinein, zu solchem hauw bucke dein leib dem trit und hauw wol nach fürsich, also das es scheine wie du dich gantz bloß geben habest, aber schauwe das du dich in solchem nicht vergebest, sonder behalt dein Wehr in voller sterck, und merck fleissig (in dem du also hinein hauwest) ob er dir der Blöß zu eilen wölle, so zucke deinen gezeigten hauw wider ubersich gegen seiner herfliegenden klingen, und schlage ihm dieselbige mit solchem ubersich zucken, ubersich zur seiten aus, und Stich ihm ehe dann er sich wider erholet, zur nechsten Blöß, dann so bald er seinen Arm von sich gibt, oder zum stich ausstreckt, so helt er sein klingen dester schwecher, derhalben kan im die leichtlich außgeschlagen und genommen, und ehe er sich recht wider erholt, zur Blöß gestochen werden.

Ein anders. ALso stelle dich sampt den ernstlichen geberden, als wöllest du abermals wie vor ihm zun füssen hauwen, aber in dem er deiner gegebenen Blösse zueilet, so spring behendiglich zur seiten aus, auß seinem stich, unnd Stich ihm (dieweil er noch also sein Wehr ausstreckt) uberzwerch ober demselbigen gegen seinem gesicht, welches du ihm gewiß (wo er anders vorsticht) erlangen und treffen kanst.

Wie du ihm sein kling mit gewalt außnemen und nach hauwen solt. ALso, Stich ihm oberhalb seiner kli ngen[!] gerad für dir hin gegen seinem gesicht, im hinstechen aber, wende dein geFeß ubersich gegen deiner Lincken, zu dem so wende auch dein Rechte seiten dem geFeß wol nach, und schlage mit der auswendigen flech neben deiner Lincken starck ubersich gegen seiner Rechten durch sein klingen, also das du ihm die mit gewalt von Unden ubersich aus nimest, laß also dein klingen gegen deiner Rechten oben umb den Kopff fahren, unnd Hauwe den andern mit einem weitern zutrit, auch von deiner Lincken, doch schlims von Oben durch sein Rechte, diser ander hauw muß so behend kommen, auff das er antreffe ehe dann er sich von deinem außschlagen wider erholt hat, Den dritten Hauwe als dan von deiner Rechten durch sein Lincke, biß in dei Lincke Underhut, von dannen stich behend (mit einem aussprung von seiner klingen) gerad vor dir hin gegen seinem gesicht, biß in das Lang ort, ficht ferner aus demselbigen wie du bey dem Langen ort geleht wirst.

Ein anders. MErck begegnet dir einer in solcher steiffer und gerader versatzung, davon bisher gelehrt, so trit mit gleicher versatzung zu im, und wann du ihm sein klingen in der mitte erlangen kanst, so erhebe eilents dein Wehr mit ausgestrecktem Arm ubersich, biß in die Rechte Oberhut zum streich, unnd Hauwe von derselbigen unversehenlich mit einem fernern zutrit deines Rechten fusses, von Oben schlims durch die mitte seiner klingen, also starck das du durch solchen hauw mit deiner Wehr bis in die Mittelhut zur Lincken kommest, von derselbigen hauw abermals behendig ich[!] uberzwerch gegen seiner Rechten seiten durch sein gesicht, unnd gilt gleich ob du den mit Langer, halber schneid, oder fleche volbringest, doch also das dein Wehr durch solchen starcken flug neben deiner Rechten oben wider umbschiesse, in die selbige Oberhut zum stich, von dannen stich fernern gewaltig mit starckem verwenden gegen seiner Brust, also das die Lang schneid in solchem furt stechen durch das verwenden undersich kome, und in die Lincke Underhut verfalle, von dannen fahr behend ubersich in die Oberhut des rechten Ochsens, aus welcher Hut du als dann die stuck so hernach darinnen beschrieben werden Fechten solt.

Ein anders. IM zufechten führe dein Wehr auch in gerader versatzung doch hoch, unnd merck in dem er sein Wehr also ausgestreckt vor ihm her führet, so schlage ihm sein klingen unversehens mit hangeder klingen behendiglich[22] von dir zur seiten aus, fast auf solche weiß wie dir solches das

Bilde in der Figur C. gegen der Lincken hand anzeiget, zugleich in solchem außschlagen spring wol aus gegen seiner Rechten seiten, und laß dein kling wider von seiner Wehr gegen deiner Lincken umbschnappen in die Hut des lincken Ochsens, doch nicht so hoch neben dir wie sonst, und Stich also uber die hand gerad vor dir hin gegen seinem gesicht, diser stich sampt dem aussprung muß behendiglich auff das ausschlagen (ehe es sich mit seiner Wehr wider erholet) volbracht werden.

Ein anders. IM zufechten als bald du dein gegenpart erlangen kanst, so Hauwe ihm in einem Ruck sein Wehr unversehens von dir zur seiten aus, aber in solchem ausschlagen schauwe das du dich nicht seiner wehr nach verfahrest, sonder behalt dein Wehr in guter sterck, und Stich eilents gerad für dir hin zu seinem gesicht, und das ehe er sich vom außschlagen erholet, Wann du ihm nun also unversehens ausschlagest und nach stichst, so wirt er gehlingen wider ubersich fahren wöllen zu versetzen, darumb so hab acht in dem er ubersich aufffehrt, das du ihm behendiglich zu seinem fürgesetzten Fuß hauwest.

Ein anders. ODer, so er sich mit keinem stuck abtreiben noch aus seinem vortheil bringen lassen wil, so Hauwe ihm von beiden seiten kreutzweis underhalb seiner klingen nahet an seinem geFeß durch, dan mercke gleichwol under des, wann er aus derselbigen seiner versatzung herfehret zu stechen,

so Hauwe ihm sein herfahrende klingen von dir aus, unnd eile behendiglich zur Blöß, dann mit dem das du ihm also von beiden seiten etliche Häuw durch sein versatzung hauwest, machstu in zornig, auff das er dester ehe dein Blöß (die du ihm mit solchem durchhauwen geben must) zuficht, als bald er dann sein Wehr von ihm ausstreckt, so ist er mit derselbigen in der versatzung schon schwecher, darumb kanstu ihm sein klingen leichtlich ausschlagen und nach fechten, oder fahr mit deiner Wehr ubersich in die Oberhut, und biete im den vordern leib also bloß dar.

Oberhut. DIeweil du nun durch das ganze Fechten immer auß einem Leger in das ander komest, so will ich wie anfangs gemeldet, ein Leger nach dem andern fürnemen, und dich durch Exempel lehren wie du aus denselbigen ohngefehrlich fechten solt.

Das erste Exempel wie du mit einem, auß der Oberhut zugleich hinein stechen solt. WAnn du im zufechten mit der geraden versatzung für deinen Mann kommest, unnd er aber sich mit keinen stucken wil ablocken noch aus seinem vortheil reitzen lassen, so führe dein Wehr ubersich in die rechte Oberhut des Ochsens, und führe ihm also den ort mit ubersich fürsich außgestrecktem Arm gegen seinem gesicht, als bald er demnach auff dich sticht, so weiche mit deinem lincken Fuß hinder deinem Rechten zu ihm aus, unnd trit behend mit dem rechten Fuß auch fürter zu ihm, in solchen tritten aber wende die Lange schneide gegen seinem herkommenden stich, und Stich also mit im zugleich von dir hinein, so versetzestu und triffest mit einander, wie das grösser bild in der Figur F. gegen der Lincken hand anzeiget, Dises stuck kanstu aus allen andern Huten auch treiben, gleich wie aus diser Oberhut, nemlich das du aus seinem stich ausweichst, und wendest die Lange schneide gegen seiner klingen, führest ihm die zur seiten aus, und stichst mit ihm hinein.

Ein anders, wie du ihm sein klingen von dir wegk schneiden und nach fechten solt. WAnn du also ubersich in die Oberhut zum stich ankommen bist, und dein widerpart sticht oder hauwet von seiner Rechten gegen dir, so trit abermals zwifach wie vor gegen seiner Lincken seiten auß seinem stich, unnd wende behendiglich die Lange schneide aus der Oberhut undersich, und in solchem undersich wenden, so Hauwe in einem flug mit nachgestrecktem Leib vollen gegen seiner klingen durch, biß in die lincke Underhut, von dannen hauwe oder stich (ehe er sein klingen under der deinen herfür Ruckt) gegen seinem gesicht, dises ist auch ein gute Regel aus allen Legern zufechten, nemlich das du im von einer seiten sein klingen schlims oder uberort undersich von dir wegk hauwest, und demnach eilents den andern von der andern seiten nach, es sey under oder oberhalb seiner klingen (ihe nach dem er behend wider auffkommen ist) zu seinem Leib.

Wie du ihme mit verhengen außnemen und nach fechten solt. ALso wann du dein Wehr in der Oberhut zum stich führest, und es sticht dein gegen fechter auff dich her, so behalt dein geFeß vor dir, ein wenig zur seiten ausgestreckt, unnd laß dein klingen mit dem ort gerichts vor dir undersich hangen, wende also mit hangender klingen (in dem er wie gesagt hersticht) dein geFeß gegen deiner Lincken, auff solche weiß führe ihm sein klingen zur seiten aus, Wann du ihm nun also sein klingen sampt den austretten mit hangender klingen ausgeschlagen hast, so magst du als dann dem ausschlagen nach die klingen umb den Kopff fahren lassen, unnd mit einem weiten zutrit deines rechten Fuß, von deiner Rechten gegen seiner Lincken uberzwerch starck durch hauwen, den andern hauw gerad von Oben mit einem gezogenen Dempffhauw durch sein gesicht, so kompstu im herab hauwen mit deinem geFeß ehe zur erden dann mit der klingen, wie das grosser Bild in der Figur G. zur rechten hand anzeigt, von dannen stich behend (ehe er sich wider von solchem Dempffen erholet) gegen seinem gesicht.

Oder wann du ihm also mit hangender klingen ausgeschlagen hast, so laß dein kling (in dem du gegen seiner Lincken austretten bist) auch umb dein Kopff fahren, zu dem so laß auch die spitz gegen des Mans gesicht für schiessen, in die Hut des lincken Ochsen, von dannen stich gleich mit vorgemeltem austretten gegen seinem gesicht, als dann Hauwe von beiden seiten kreutzweis schlims gegen seinem geFeß durch.

Oder nach dem du im also ausgeschlagen hast, so laß die klingen umbschiessen in die Hut des lincken Ochsens wie vor, trauwe ihm also uber die hand zu stechen, welchem stich er entgegen ubersich fahren wirt den zu versetzen, dieweil er aber also ubersich fahret, so trit mit dem Rechten fuß noch ferner umb zu seiner Rechten, und Hauwe ihm gegen demselbigen schenckel zu durch, Den andern Hauwe behend uberort von oben durchr sein gesicht, also das du mit deiner Wehr in die Underhut zur Lincken ankommest, von welcher Underhut Reisse behendiglich mit halber schneid wider ubersich gegen deiner Rechten, und lasse dein klingen hiemit umb dein Kopff fahren, und Hawe ihm gegen seiner Rechten schlims durch sein gesicht.

Ein gut stuck so mit dem verhengen, volbracht kan werden. WAnn du im zufechten in die Oberhut des rechten Ochsens ankommen bist, und wirst aldo gewahr das einer mit gewalt auff dich her sticht, so trit sprungsweiß wol gegen seiner Lincken zur seiten aus seinem herkommenden stich, und wende ihm den mit hangender klingen wie bißher gegen deiner Lincken aus, in solchem ausnemen aber trit mit deinem Lincken fuß noch ferner hinder deinem rechten fuß zu ihm, auch folge mit dem rechten eilents dem stich nach fürt, und wende ihm hiemit deinen rucken, Stich also under deinem rechten Arm mit verkehrtem stich von hinden gegen seinem Bauch, demnach wende dein gesicht behend wider gegen ihm, und Hauwe mit ausgestreckter Wehr in einem rad gerad von oben nider, mit einem hindersich trit deines rechten Fusses, durch sein gesicht, als dann fahr mit deinem gefeß wider ubersich, und verwechsel zu gleich mit deinen Füssen auff das der recht wider vor stand.

Regel. AUß disem Ochsen ficht ihm fürnemlich gegen seinem Arm, also wann er von Unden oder gerad zu, gegen dir her ficht, so entziehe ihm deinen leib mit zusamen weichung deiner füß zu ruck, und Hauwe oder Stich im dieweil er seinen Arm ausstreckt gegen demselbigen Arm, geFeß, oder hand, darinnen er sein Wehr führet.

Item wann du also in gemelter Oberhut vor deinem widerpart stehest, und er Sticht dir von Unden oder gerad her, dir zu, so trit mit deinem lincken fus wol aus gegen seiner Rechten, unnd verwende dieweil dein klingen mit der spitz hinder dir aus zum streich, Hauwe ihm demnach seine herfliegende klingen von deiner Lincken gegen deiner Rechten mit hangender klingen aus, wie solches das under grosser Bild zur lincken hand in der Figur C. anzeigt, trit gleich in disem ausschlagen mit deinem Rechten ferner gegen seiner Rechten, von solcher versatzung zucke dein Wehr gegen deiner Lincken wider ab, umb den Kopff, und Hauwe im oberhalb seiner Wehr (ehe dann er die wider auff oder die in sein kreffte bringt) von deiner Rechten schlims durch sein gesicht, oder gegen seinem arm und hand darinen er die Wehr führet zu, so kompstu in die Lincke Underhut.

Wann er nicht Hauwen nach stechen wil, wie du vor ihm fehl stechen ausnemen und nachstechen solt. ITem im zufechten kom ubersich in die Oberhut, in dessen wann du also vor ihn stahst und er nicht arbeiten wil, so trit mit deinem Lincken fuß fürter zu ihm, unnd in dem du also fürtritst so Stich von Oben ausserhalb deinem Lincken fuß zu ruck durch fehl füruber, also das du (nach ende des stichs wider in die Hut des lincken Ochsen kommest, von dannen Reiß ihm sein herfliegenden klingen mit halber schneid undersich gegen deiner Rechten aus, in solchem ausnemen aber trit ferner mit deinem rechten Fuß wol gegen seiner Rechten umb zu ihm, Stich ihm von Oben mit starckem verwenden, unnd einem weiten zutrit deines rechten Fusses gegen seinem gesicht, also das du nach ende des Stichs zur Lincken in die Underhut kommest.

Item wann du im zufechten neben deinem fürgesetzten Lincken schenckel zu ruck fehl durch stichst, so gibst du hie mit dein gesicht gantz bloß dar, Derhalben wirt er ohn zweiffel in dem du zu ruck durch stichst, bald nach stechen, darumb wann du solches seines her stechen gewahr wirst, so trit mit deinem rechten Fuß ferner zu im gegen seiner rechten seiten auß, und stich aus dem lincken Ochsen (in welchen du mit gemeltem durchstechen ankommen bist) mit ihm zugleich ausserhalb seines Rechtens arms zum gesicht hinein, unnd merck fleissig das du in dem hinein stechen die Lange schneide bald gegen seiner klingen wendest, auch den Kopff wol auff dein Lincke seiten, von seiner klingen hinder die deine entzuckest, so triffestu (wo er anders gestochen hat) gewiß an, auß diser Hut kanstu auch Dempffen, Durchgehn, Sperren, und was dergleichen mehr stuck seind gegen im fechten.

Sperren treib also, wann du also in der Hut des Ochsen stehest zur Rechten, hauwet dir einer zun füssen her, es sey von welcher seiten es wölle, so sencke den vordern ort von der andern seiten gegen seinem hauw, biß auff die erdt, mit außgestrecktem hangendem Arm, so geben die klingen ein kreutz wie du solches in der Figur B. sehen kanst, sperr ihm also den Hauw das er mit seinem hauw nit durch komen kan, und trit gleich auch mit beyseitz auß, aus seinem hauw, und als bald es glitzt so stich an sein Wehr, uber oder under seiner klingen behendiglich gegen seinem leib, zuck die Wehr behend wider und Hauw durch das kreutz von dir nach.

Auß diser hut hastu natürlich den Zornhauw, welchen so du ihn durch sein Lincke hauwest, so komestu in die Underhut zur Lincken, auß welcher ficht also.

Wie du auß der Underhut zur Lincken außnemen und nach fechten solt. WAnn du nun (es seye durch Abschneiden oder sonst durch verhauwen zugangen) in dise Hut ankommen bist, und er sticht demnach von Oben gegen deinem gesicht her, so nim ihm sein herfliegende klingen mit halber schneid in einem Riß übersich gegen seiner und deiner Rechten mit außgestrecktem Arm starck aus, in solchem außnemen laß dein klingen ober deinen Kopff vollen umbschnappen, in die Hut des rechten Ochsens, von welchen stich behend mit einem fernern zutrit deines rechten Fuß gegen seinem gesicht, auch wende in solchem fürt stechen die Lange

schneide undersich, auff das du ihm (wo er in dessen auch stechen würde) sein stich mit dem deinen außwindest.

Oder wann du ihm also seinen stich ausgenomen hast, so laß dein klingen nach solchem außnemen oder deinem Kopff umbfahren, und trit dieweil mit deinem rechten Fuß wol aus, gegen seiner Rechten, und Hauwe ihm hiemit außwendig gegen seinem Rechten schenckel durch, also das du nach ende des hauwes mit deiner Wehr in die rechte Underhut ankomest, von deren Hauwe als dann eilents gegen seiner Lincken, aber einen Zornhauw schlims überort mit außgestreckter klingen starck durch, so komstu wider in die Lincke Underhut.

Oder so du ihm also hast außgenomen, so laß abermals ober deinem Kopff umbschnappen in die Hut des rechten Ochsens, und trauwe im also von oben zu stechen, das wirt er versetzen wöllen, aber in dem er aufffehrt solchen stich abzutragen oder zuversetzen, so lasse den stich nicht antreffen, sonder verzuck dein klingen wider gegen deiner Lincken umb den Kopff, und Hauwe ihm von deiner Rechten mit wol nider gesencktem leib, unnd außgestreckter Wehr, auch gegen seiner Lincken zu seinem fürgesetzten schenckel uberzwerch durch, Den andern Hauwe als dann von deiner Lincken durch sein Rechte, der obersten uberort hangenden Lini nach, als ein Wehrstreich durch, biß in die rechte Underhut, also hastu nach disem außnemen dreyerley art nach zu fechten gelehrt, Nemlich mit einem Oberstich, Zum andern mit eim Hauw, Zum driten mit eim verführten hauw.

Wie du auß der Underhut außnemen und von Unden nach fechten solt. IM zufechten schicke dich in die Lincke Underhut, so bald er auff dich herstechen oder hauwen wil, nemlich gegen deiner Rechten, so trit als bald gegen seiner Rechten zur seiten aus, unnd gleich mit solchem außtretten so wende dein klingen hinder dir auß zum streich, Hauwe im also von deiner Lincken von oben uberzwerch auff seine klingen, ein starcken Dempffhauw, und Stich im demnach ehe dann er sein klingen under der deinen herfür bringt, ubersich gegen seinem gesicht, biß in das Lang ort hoch, von dannen, wo er dir aber unden ferner zu stechen wirdt, so schneide solches undersich biß in die Lincke Underhut von dir ab.

Item wann du ihm sein Hauw also von Oben nider gedempffet und nach gestochen hast, so merck in dem er auff fehrt und dir den stich versetzen will, so fahr mit der spitz neben seinem rechten Arm herumb, unnd Stich ihm dieweil er aufffehrt, under seinem Arm hinein.

Ein ander stuck nach seinem rechten schenckel gerichtet. ALso wann du in der Underhut zur Lincken stehest, unnd dein gegenfechter sticht oder hauwet von oben her, so verwende dein klingen hinder dir auß zum streich, und Hauwe mit Langer schneide von unden auff ubersich gegen seiner klingen, und als bald nun die klingen zusamen glützen, so wende die kurtze schneide uber die hand gegen seiner klingen einwerts, und dieweil die klingen also noch zusamen rühren, so wende dein knopff wol übersich, damit erholest du dich zum hauw, Hauwe demnach behend von seiner klingen ab, außwendig zu seinem fürgesetzten schenckel, also hast zwen häuw von einer seiten volbracht, Nemlich den ersten von Unden gegen seiner klingen, Und den andern von Oben außwendig zu seinem Rechten schenckel.

Ein anderß, wie du aus der lincken Underhut durch gehn solt. ALso wann du dein Wehr in der Underhut zur Lincken führest, so merck in dem er hersticht, so führe dein klingen mit dem ort nahet bey der erden bleibent under der seinen, von deiner Lincken gegen deiner Rechten durch, also behend, auff das du ihm seine herfliegende klingen von deiner Rechten gegen deiner Lincken außschlagen könnest, dieweil du ihm aber seinen stich außschlechst, dieselbige weil trit auch wol gegen seiner Lincken, und Stich ihm inwendig zu seiner Brust, welche du gewiß hast, wo er anderst fürt sticht, und du ihm recht thust.

Ein anders, wie du im ubersich außreissen und im herabfahren durch hauwen, und zur andern seiten stechen solt. IM zufechten schicke dich in die Lincke Underhut, und nim fleissig wahr als bald er gegen dir her sticht, so nim ihm sein klingen mit deiner halben schneide mit außgestrecktem Arm starck ubersich gegen deiner Rechten auß, also das du mit deiner Wehr ubersich in die Oberhut zum streich komest, von deren Hauwe behend wider von oben underhalb seiner klingen (dieweil der dieselbige im wider zusich ziehen noch in der höhe führet) gegen seinem bauch durch, biß wider in die lincke Underhut, von derselbigen Stich behendiglichen (mit einem außsprung gegen seiner Rechten) oberhalb seinem rechten Arm gegen seinem gesicht.

Wie du ihm alle stich auß der lincken Underhut, sie komen von Oben oder Unden. ALle Stich die dein widerpart auff dich herführet von Oben oder gegen deinem gesicht zu, die solt du von Unden ubersich, nach außweisung der Schlimmen uberort auffsteigenden Lini außschlagen, unnd das kanst du thun mit der halben oder gantzen schneide, und auch mit der außwendigen flech, demnach so bald du außgenommen hast, so magstu zu welcher seiten du wilt nach stechen oder hauwen, allein das solches behend (ehe das er sich wider erholet) gescheche und volbracht werde.

Sticht er aber von Unden, so solt du ihm denselbigen von Oben schlims uberort gegen deiner Rechten undersich außschlagen, und das auch wie vor, mit der gantzen oder halben schneide, wie auch mit der flech, du nemest im die nun von Oben oder von Unden auß, so soltu zugleich auch von seiner Wehr gegen seiner Rechten wol außtretten, so geht dir das außnemen dester stercken an, demnach hauwe oder stich behendiglich nach, so bald du aber nach gestochen oder gehauwen hast, so bald soltu auch wider mit einem absatz an seiner klingen sein, dich ferner von seinem uberfal zu schützen, auff solche weiß kanstu nun auß diser Underhut (wo du dich darein verhauwen hast) behendiglich gegen ihm Fechten.

Oberhut zur Lincken. WAnn du nun also in der Underhut zur Lincken stehest, so erhebe dein Gefeß ubersich neben deinem Kopff, biß in die lincke Oberhut, und ficht als dann auß derselbigen auff solche art wie volgt.

Merck wann du also vor deinem gegen man in der Lincken Oberhut stehest, unnd er sticht dir gegen deinem gesicht zu, so spring in dem er hersticht wol auß seinem stich, gegen seiner Rechten seiten, und stich mit im zugleich aussen uber seinem rechten Arm zu seinem gesicht hinein, unnd in solchem hinein stechen wende die Lange schneid gegen seiner klingen, so versetzestu und triffst zugleich mit einander. Oder setze ihm sein stich, dieweil du also außtritst mit Langer schneide ab, als dann stich erst behende nach.

Zwen guter stich aus beiden Ochsen zufechten. WAnn du dein Wehr also in der Lincken Oberhut führest, und er sticht dir als dann gegen deinem gesicht zu, so Stiche aus diser Oberhut, ausserhalb seiner Wehr gegen seiner herfliegenden klingen, mit im zugleich krefftiglich zu seinem Arm hinein, und in dem du also hinein stichst, so wende dein Gefeß under seiner klingen durch, ubersich gegen deiner Rechten seiten, auff das du mit solchem durchwinden, ihm sein klingen gegen deiner rechten seiten auswindest und abführest, demnach Stiche ihm innerhalb seinem Gefeß in dem er sein Wehr zu sich zeucht behendiglich gegen seiner Brust hinein, zugleich mit disem stich wende dein Gefeß sampt der Langen schneide wider undersich gegen deiner lincken, so führestu im sein klingen abermals aus, zu dem das du getroffen hast.

Ein anders. So aber dein gegenfechter auff dich weder stechen noch hauwen wil, als dann treib dise stich also auff in, Stiche erstlich aus der Lincken Oberhut ernstlich auswendig seinem rechten Arm zu, im hinein stechen aber so wende mit deinem Gefeß sampt der klingen under der seinen durch, ubersich gegen deiner Rechten, und Stiche im behendiglich in dem er mit seinem Gefeß deinem ersten stich entgegen gefahren ist, innerhalb desselbigen zu seiner Brust, welche er dann mit seinem versetzen gantz entblöst hat. Ferner kanstu auch alle häuw und stich, aus diser Hut mit Langer schneide abwenden biß in das langort.

Auß diser Hut kanstu Abschneiden, Dempffen, von Unden ubersich außschlagen, Sperren und was dergleichen stuck seind, die du alle in andern Legern weitleuffiger beschriben findest, auß welchen du es auch wol in dise Hut durch übung bringen kanst.

Underhut zur Rechten welche wirt auch Nebenhut genant, wie du darauß Fechten solt. AUß diser ficht also, wann er dir (dieweil du in die Nebenhut ankomen bist) zu sticht, so trit mit deinem Lincken fuß wol hinder deinem Rechten zu im, gegen seiner Lincken seiten, und trit mit dem Rechten auch fürter zu ihm, unnd in solchem tretten stiche auß der Underhut gerad gegen seinem gesicht, aber in dem du also hinein stichst, so wende die Lange schneid sampt dem geFeß gegen seiner klingen, auff das du ihm sein klingen hiemit abwendest, und also in dem du versetzest, zu gleich auch mit der spitz antreffest, so bald du den stich vollendet hast, so hebe dein klingen mit außgestrecktem Arm ubersich gegen deiner Rechten, unnd Hauwe behends wider von Oben nider auff die mitte seiner klingen, also das du ihm sein klingen starck ausschlagest, unnd ehe er sich wider ermane und auff kompt, so Stich ihm eilents wider gerad für dir hin gegn seinem gesicht.

Wie du auß diser Hut Abschneiden unnd nach Fechten solt. STicht oder Hauwet dein widerfechter von seiner Rechten auff dich, so erhebe dein Wehr (in dem er hersticht) ubersich gegen deiner Rechten, under des trit auch mit deinem rechten Fuß ferner zu ihm, unnd Hauwe zugleich mit solchem zutretten gegen seiner herfliegenden klingen, von deiner Rechten schlims uberort starck durch, in solchem hauwen aber soltu dein geFeß der klingen im herab fahren etwas vor führen, zu dem auch durch weit tretten mit dem obern leib wol fürsich undersich gesenckt komen, führe im also sein klingen durch disen hauw mit auß=

[23] gestrecktem Arm schnits weiß von dir undersich ab, unnd Stich ihm behendiglich (ehe dann er sein klingen under der deinen herfür bringt) ubersich zu seinem gesicht, also das du im antreffen des stichs im Langen ort hoch standest, und so er dieweil wider fertig ist, underhalb deinem Wehr gegen deinem Bauch her zu stechen, so behalt dein hand smapt dem Gefeß also außgestreckt vor deinem gesicht, die klingen aber laß dieweil gegen seiner Rechten undersich sincken, und schlage ihm also seinen stich mit hangender klingen von deiner Lincken, gegen deiner Rechten zur seiten auß, und das mit der inwendigen flachen klingen, zugleich in solchem außschlagen trit mit deinem Lincken Fuß wol aus gegen seiner Rechten, demnach zucke dein Gefeß ubersich gegen deiner Lincken, und trit in dessen mit deinem rechten Fuß auch weiter gegen seiner Rechten zur seiten aus, Stich oder Hauwe als dann behendiglich von deiner Lincken gegen seinem gesicht, oder seinem Arm zu.

Wie du mit deiner klingen under der seinen durch gehen solt. ITem merck fleissig in dem er von Oben her sticht, so fahre mit deiner klingen under der seinen durch, und führe ihm die mit abschneiden von deiner Lincken gegen deiner Rechten, wie du solches an dem undern mitlern Bild in der Figur D. mercken kanst, ab, und Stich ihm behendiglich gegen seinem gesicht, oder nach dem du im mit deiner Wehr durchgangen, und ihm die seine abgeschnitten hast, so laß dein klingen neben deiner Rechten auß fahren, und Hauwe ihm mit gewaltigem außtretten gegen seiner Rechten, ehe das er recht auff kompt vornen zu seinem gesicht.

Wie du auß der Underhut alle deines gegenmans Häuw und Stich, von beiden seiten kreutzweiß von dir wegk hauwen und nachfechten solt. WAnn du nun also in der Underhut zur Rechten stehest, so Hauwe ihm von beiden seiten alle seine Häuw und Stich mit Wehrstreichen, das ist mit schlimmen Zornhäuwen, durch die uberort Lini von beiden seiten kreutz

weiß starck, und schnitsweiß von dir, und das hoch oder nider, mit auffrechtem oder nider gesencktem leib, ihe nach dem er seine Häuw hoch oder nider herführet, so lang biß du ihn eintweders müth machest unnd schwechest, oder sonst deinen vortheil andere stuch zu Fechten haben kanst.

Es gilt auch gleich und soll dich nicht irren, von welcher seiten er seinen hauw am ersten herführet, dann wann er seine häuw von seiner Lincken gegen deiner Rechten herführet, so soltu mit deiner klingen unden durch gehn, und auch von deiner Lincken gegen seiner Rechten dar gegen hauwen, wie nechst hievor vom durchgehn gelehrt, Hauwet er aber von seiner Rechten, so Hauwe auch mit erhebter Wehr von deiner Rechten gegen seiner klingen durch.

Ein anders, wie du ihm sein klingen ubersich außschlagen, und durch ein Mittelhauw schwechen, und mit einem Oberhauw Dempffen, und eilents nachstechen solt. BEgegnet dir einer in gerader versatzung, wann du in die Rechte Underhut komen bist, so führe dein klingen eilents mit dem ort, das ist, mit der spitz unden bey der erden, under der seinen biß zu deiner halben klingen durch, in solchem durchfahren so wende die Lange schneide ubersich, also das die außwendige flache hand gegen dir stand, Hauwe also von Unden ubersich gegen seiner klingen durch, und ziehe hiemit dein Wehr umb deinen Kopff, und Hauwe den andern ein Mittelhauw von deiner Rechten, uberzwerch starck durch sein gesicht, also das dein wehr gegen deiner Lincken seiten wider umb den Kopff fliege, und Hauwe den dritten behend von Oben nider, in einem zug gerichts durch sein gesicht, zu solchem hauw soltu durch weit von einander tretten, und mit dem obern leib wol nider gesenckt kommen, auch dein Gefeß mit außgestrecktem Arm der klingen, im herab hauwen ein gut theil gegen der erden vor führen, dardurch du ihm sein klingen dester mehr schwechen und undersich tringen kanst, also bald du disen hauw volbracht, als bald Stich gerad für dir hinein, er habe sein Wehr wider under der deinen herfür bracht oder nicht, allein wende im hinein stechen die Lange schneide gegen seiner klingen, so hast fu ihm bald versetzt.

Wie du ihm mit hangender klingen außschlagen und nach stechen solt. AUch magstu das ende des fünfften hievor gesetzten stuck, auch auß diser Underhut auff solche weiß gegen der geraden Versatzung brauchen, Also erhebe dein Wehr auß der rechten Underhut neben deiner Rechten ubersich, und trit dieweil mit deinem Lincken fuß gegen seiner Rechten zur seiten auß, und schlage hiemit sein klingen mit deiner inwendigen fleche, von deiner Lincken gegen deiner Rechten, zwischen dir unnd ihm auß, also das in solchem außschlagen dein klingen undersich hang, unnd dein Knopff ubersich stand, so bald das außschlagen geschehen, so spring noch ferner gegen seiner Rechten umb, unnd Stich ihm behend ehe dann er sich von dem außschlagen wider erholt, zu seinem gesicht.

Wie du mit den Häuwen von einer seiten zur andern umbwechseln solt. DAs mercke wann du in die rechte Underhut ankommen bist, unnd dein gegen fechter hauwet oder sticht von Oben auff dich her, so Hauwe mit Langer schneide schlims von unden starck ubersich, gegen seiner herfliegenden klingen, und gegen deiner lincken Achsel gantz durch, ja so starck das dein Wehr eben in demselbigen schwung gegen deiner Lincken umb dein Kopff wider ablauffe, zucke in dem allem dein Gefeß vollen umb den Kopff, und Hauwe den andern auch von deiner Rechten, schlims von Oben durch sein lincke Achsel, zu solchen beiden häuwen soltu alwegen mit den füssen im tretten weit von einander komen, auff das du mit dem obern leib den häuwen nach, desto weiter zulangen könnest, demnach wann du nun mit dem andern Hauw zu deiner lincken Underhut komen bist, und er hauwet oder sticht abermals auff dich her, so Hauwe auch aus diser Underhut, gleich wie aus der vorigen, von Unden gegen deiner und seiner Rechten, wie auch gegen seiner herfliegenden klingen uber sich, uberort starck durch, also das dein klingen Oben neben deiner Rechten ablauffe, unnd zucke dein Wehr von

derselbigen deiner Rechten vollen umb den Kopff, und Hauwe den andern auch von deiner Lincken, aber von Oben gegen seiner Rechten, uberort oder schlims mit wol nach gehengdem leib durch sein gesicht, so kommestu mit deiner Wehr wider zur Rechten in die underhut.

Wie du im hinein stechen durchwechseln solt. WAnn dir einer in der Eysenporten begegnet, so laß dich mit ernsthafften geberden und tretten mercken, als woltestu ihm alben zu vornen gegen seinem gesicht stechen, dieweil du dich aber also mit geberden zum Stich anschickest, und zum theil hinein stichst, so nim fleissig wahr ob er sich vor deinem stich besorget, und demselbigen mit versatzung begegnen wölle, als bald du dessen im hinein stechen gewahr wirst, so führ dein stich (in dem er dem selbigen entgegen aufffehrt) under seiner klingen durch, gegen seinem rechten Arm zu, als bald er also dein durchstechen vermercken wirdt, so wirt er eilents sein Gefeß herumb wenden, und den stich auch versetzen wöllen.

Derenhalben ob du wol ernsthaffte geberde führest, so soltu doch mit deinem hinein stechen nicht zu gehe sein, auff das wann du seines versetzens gewahrt wirst, du deinen vordern ort neben seinem Gefeß ein wenig undersich sincken lassest, und dasselbige unden durch führen könnest, Stich ihm als dann behendiglich von inwendig zu seinem bauch, demnach hebe dein Wehr behendiglich ubersich gegen deiner Rechten, und Hauwe eilents ein kreutzstreich durch sein gesicht, dises alles sol eilents und behende volbracht werden. Auch soltu in disem Durchwechseln acht haben das er dir nit ohnverletzt (dieweil du durch fehrest) gerichts für ihm hin zu deinem gesicht steche, dann das ist der Bruch auff solches Durchwechseln, darumb wann du dessen in deinem durchwechseln innen wirst, so soltu behend mit deinem Gefeß ubersich aufffahren, mit außgestrecktem Arm biß für dein gesicht, hiemit seinen sticht abzutragen, und Stich behendiglich wider nach, dann ihm unmüglich ist, sich von seinem gehlingen eilen so geschwindt zu erholen.

Wie du ihm sein klingen mit einem gegenhauw abweisen, und nach stechen solt. IM zufechten merck wann dein gegenfechtern sein Wehr zu einem Hauw oder stich zu sich zeucht, dieselbige weil erhebe auch dein Wehr ubersich, uberort gegen deiner Rechten, und in dem er sein Wehr herführet, es sey zum hauw oder stich, so Hauwe auch schlims gegen seiner klingen starck durch, also das du ihm mit disem seine klingen gewaltig zur seiten außschlagest, als bald und ehe dann er sein Wehr wider auffbringt, so Stich ihm gerad vor dir hin zu seinem gesicht.

Wie du ihm seinen hauw außschlagen, und durch seine füß hauwen solt. DEm thu also, als bald er auff dich her hauwet oder sticht, so Hauwe ihm wie nechst gelehrt sein klingen mit sterck von dir auß, also das du mit solchem hauw dein Wehr zu deiner Lincken seiten bringest, wann du ihm nun also sein klingen mit stercke ausgeschlagen hast, so wirt er aus forcht des stichs mit seiner Wehr wider ubersich Reisen, derenhalben Hauwe im dieweil er aufffehrt von deiner Lincken, uberzwerch durch sein rechtes Bein, mit wol nach gehencktem leib ganz durch, laß dein Wehr dem hauw nach, nicht zu weit verfahren, auff das du von deiner Rechten gegen seiner Lincken durch sein gesicht einen gewaltigen und geschwinden Wehrstreich haben mögest.

Ein ander stuck, wie du ihm den Stich verzucken, und mit verhengen auß der Underhut fechten solt. IM zufechten so bald du ihn erlangen kanst, so Stich ihm unversehen aus der Underhut gegen seiner Lincken, zucke dein Wehr eilents vom stich wider ab, gegen deiner Rechten Underhut, in dem du aber also abzuckest,

wirt er dir eilents nach stechen, derenhalben so wende dein Gefeß in dem du solches zu dir zeuchst, mit außgestrecktem Arm auch ubersich in die höh biß für dein gesicht, dein klingen aber lasse in dessen undersich hangen, schlage ihm also sein herfliegenden stich mit hangender klingen, von deiner Rechten gegen deiner Lincken aus, in solchem ausschlagen aber, spring wol gegen seiner lincken seiten aus, auch laß dein klingen nach solchem ausschlagen neben deiner lincken seiten umbschnappen, in die Lincke Oberhut, von deren Stich in gemeltem aussprung behendiglich und starck gegen seiner Lincken zu seinem gesicht.

Oder nach dem du ihm also sein herfliegende Klingen mit deiner abhangenden Wehr, unnd mit hoch ausgestrecktem Arm gegen deiner Lincken ausgeschlagen hast, so zucke dein Wehr vollen umb dein Kopff, und Hauwe von deiner Rechten gegen seiner Lincken uberzwerch durch sein gesicht, also das du mit deiner Wehr zu deiner Lincken in die Mittelhut ankommest, als dann spring behendiglich gegen seiner Rechten seiten aus, in solchem ausspringen aber Hauwe von deiner Lincken gegen seiner Rechten, starck uberort durch sein gesicht gantz durch, also das dein klingen neben deiner Rechten seiten wider umbschnappe, in die rechte Oberhut des Ochsens, in dem allem spring noch fernern gegen seiner Rechten, und Stich ihm krefftiglich gegen seinem gesicht.

Volgen etliche stuck aus dem Pflug zu fechten. IM zufechten kom mit dem rechten Fuß vor, halt dein Wehr mit uberzwerchem kreutz, inwendig neben deinem rechten Schenckel, also das dein Arm undersich außgestreckt, und die spitze ubersich gegen deines mannes gesicht stehe, trit also mit wol under und fürsich gebucktem leib dem Wehr nach zu ihm, sticht er nun under des, es sei von Oben oder gerad auff dich zu, so behalt dein spitz in voriger gleicher höhe gegen seinem leib, mit dem Gefeß aber wenden von unden ubersich gegen deiner Rechten, auff das du ihm sein herfliegende klinge mit der fleche welche zuvor undersich gegen der erden gestanden ist, in solchem auffwinden ubersich außschlagest, aber in solchem ubersich außwinden so laß dein vorderen ort neben seinem Gefeß ein wenig undersich sincken, unnd fahr mit demselbigen under seiner klingen gegen der andern seiten durch, Stich also behendiglich von uberzwerch inwendig seinem Gefeß gegen seiner Brust zu, in disem hinein stechen aber, wende dein Gefeß eilents undersich, so kompstu wider in den lincken Pflug, mit welchem du anfangs zu ihm getretten bist.

Ein geschwind stuck auß dem Pflug, wie du zu beiden seiten durchwechseln, und inwendig zur Brust stechen solt. IM zutretten so führe dein Gefeß auswendig neben deinem Rechten Kni, auff solche weise wie du die Wehr zuvor inwendig dem Fuß gehalten hast, trit abermals mit ubersich gekehrter spitz zu ihm, Sticht oder hauwet er nun deinem gesicht oder der Brust zu, so wende dein Gefeß ubersich gegen deiner Lincken, also das du ihm seine herfliegende klinge mit deiner außwendigen fleche ubersich abwendest, wie du es zuvor von der andern seiten ubersich abgewisen hast, in dem du aber seinen stich oder hauw ubersüch[!] mit deiner fleche versetzet hast, so laß dein vorderen ohrt under seiner klingen gegen der anderen seiten durchgehn, Stich also ausserhalb seiner klingen gegen seiner Rechten, und Stich im eilents und behend von uberzwerch inwendig seinem Gefeß, wie vor gegen seiner Brust zu, Winde auch gleichfals wie vor mit deinem Gefeß wider undersich gegen deiner Lincken, als denn kompstu wider in den lincken Pflug. Dise beide stucke sollen mit behender geschicklichheit des leibes ins werck gericht und volbracht werden.

Ein ander stuck auß dem Absetzen. SChicke dich im zufechten in erst gelehrten Pflug, beut ihm das gesicht mit wol fürsich gebucktem leibe trutziglichen dar, und merck in des fleissig als bald er her sticht, so wende dein Gefeß ubersich gegen deiner Lincken seiden, und setze ihm hiemit seinen hergehenden stich mit außwendiger fleche gegen deiner Lincken krefftiglich ab, also das dein vorderer ort in solchem absetzen gegen seiner Lincken außstehent bleibe, als bald und in dem die klingen nach also zusamen Rühren, so stich ihm mit wider herumb gewendem Gefeß, innerhalb dem seinen gegen seiner Brust, als bald der stich getroffen, so wende mit deinem Gefeß wider gegen deiner Lincken undersich, damit wo er underdes wider hersteche, du ihme das abwendest, diseß stuck geht zu beiden seiten.

Drey in einander lauffende stich, durch welche du dich zu behendig exercieren kanst. DIe treib also, schicke dich in den Pflug zur Lincken, und hab acht als bald er sein Wehr in der Eisenen porten oder in gerader Versatzung vor ihm herführet, so Stiche ihm auß dem Lincken Pflug den ersten gerichts ubersich, ausserhalb hart an seiner Wehr gegen seinem gesicht, welchen stich er dir gegen seiner Rechten abwenden wirt darumb so laß im hinein stechen (als bald du seines abwendes gewahr wirst) neben seiner Rechten seiten ab, und gegen deiner Lincken zuruck durchlauffen, also das dein klingen neben deiner Lincken umbschnappen in dieselbige Oberhut, in dem dein klingen aber also umbschnapt, dieselbige weil trit wol gegen seiner Lincken, mit zwifachen tritten zur seiten auß, und Stich ihm den andern mit solchem außtretten, auß dem lincken Ochsen innerhalb seiner Wehr gegen seiner Brust, disen stich wirt er dir auch gegen seiner Lincken versetzen wöllen, derhalben in dem du solches gewahr wirst, so wende die kurtze schneid gegen seiner klingen einwerts, und laß dieselbige in solchem einwerts wenden, under seiner klingen gegen deiner Lincken durchlauffen, und abermal neben deiner Lincken in den selbigen Ochsen umbschnappen, in solchem durchlauffen unnd umbschnappen deiner klingen, spring wol gegen seiner Rechten seiten auß, unnd Stich ihm hiemit zum dritten auß dem lincken Ochsen, ausserhalb seinem Rechten Arm zum gesicht.

Wie du im hinein stechen den Oberstich in ein Understich verkehren solt. ALso, wann er sein Wehr vor ihm her in gerader Versatzung führet, so Stiche ihm behend unnd ohnversehens inwendig ubersich gegen seinem gesicht, also das in disem hinein stechen dein klingen hart an der deinen bleibe, auff das du ihm in solchem hinein stechen auch sein klingen auff ein seiten außtruckest, so wirt er mit seinem Gefeß, in die höhe fahren, Darumb so bald du dessen gewahr wirst, so rucke dein Gefeß eilents ubersich, und laß den vorderen ort neben seinem Gefeß herumb, undersich sincken, unnd Stich ihm von Oben under seiner Wehr hinein zum Bauch.

Wann er dir aber (in dem du den ersten stich hinein thust) dein klingen gegen seiner Lincken aus truckt, so wende abermal dein Gefeß eilents ubersich, und volführe den stich wie vor.

Vom einlauffen. IM zufechten schicke dich in Rechten Pflug, hauwet er von Oben auff dich, so wende dein Gefeß (in dem er herhauwet) mit ausgestrecktem Arm ubersich zwischen dir und ihm durch, gegen seiner Rechten achsel, so steht dein klingen uberzwerch vor deinem gesicht, unnd fangest ihm also seinen herfliegenden hauf auff dein flache klingen auff, in solchem versetzen dieweil du ihm sein klingen noch mit deiner versatzung in der lufft auffheltest, deiselbige weil trit auch mit gebucktem Haubt under seiner klingen, gegen seiner Rechten seiten durch, und verwende dein Wehr aus der versatzung in ein stich, so triffestu ehe er sich dessen versehen hat, wie dir solches das mitler und eusserste Bild in der Figur G. zur Lincken hand anzeigt, magst dich ferner mit absetzen schützen, wiewol wann du dise stuck mit scharpffer klingen treibest, wirstu seines absaß bedörffen, Auß disem stuck werden zum ernst gewisse stich genomen, dieweil aber solches nicht in die gemeine gehört, hab ichs bey dem bleiben lassen, auß welchem der fleissige nachdencker wol etwas nemen kan.

Wie du ihm die Wehr nemen kanst. SChicke dich in den Pflug zur Lincken, Hauwet oder Sticht er dir von Oben her, so wende dein Gefeß sampt der klingen ubersich, und fange ihm seinen hauw mit uberzwercher klingen noch in der lufft, nahet bey seinem Gefeß auff, also das in solchem versetzen dein Gefeß gegen seiner Lincken, und dein klingen gegen seiner Rechten nach der zwerch auß sehe, in dem du aber aufffahrest also zu versetzen, so spring mit deinem Liucken[!] fuß wol under seinem streich zu ihm, und dieweil sein klingen mit solchem streich noch auff deiner im treffen ligt, so greiff mit deiner Lincken verkehrten hand under deiner klingen durch in sein Gefeß, wende ihm das mit umbreiben gegen seiner Rechten auß der hand, wie dir dann solches der öberste boß in hievor getruckter Figur G. auch zur Lincken hand anzeigt, will ers nicht bald gehn lassen, so stoß ihm mit deinem Knopff auff ein gelenck.

Ein anders. HAuwet einer auff dich von Oben, so springe ihm abermals wol under seinen streich, unnd fange ihm den mit uberzwercher und von unden ubersich gewendter klingen, nahet bey seinem Gefes (wie vor) auff, und greiff mit deiner lincken Hand (dieweil sein streich auff dein klingen felt und glützt) under deiner durch an seines Wehrs knopff, und wende in dessen dein klingen auswendig uber die seine, und truck im dieselbige undersich gegen im, zeihe also mit deiner Lincken hand sein knopff zu dir, und truck mit deiner Wehr sein klingen von dir gegen seinem leib, wie dir solches mit dem oberen und eusseren Bilde gegen der Rechten hand in obgedachter Figur G. fürgemalet ist, und magst ihm also die Wehr nemen, und ihn mit deiner oder seiner Wehr letzen, nach gelegenheit und gefallen.

Ein anders. UNderlauffe ihm seinen Oberhauw, und versetze ihm den wie nechst gelehrt, also das du ihm abermals auff dein klingen entpfangest, wie du solche versatzung in hienach getruckter Figur I. zur Rechten hand oben sehen kanst, in dem du aber noch also versetzest, wende dich mit deiner Lincken seiten zu ihm, und ergreiffe ihm seinen Arm bey dem handgleich, eben auff solche weis wie dir das Bild welche wie jetz gelehrt, versetzt hat, anzeigt, halt den starck, und wende ihm den in einem Riß undersich gegen deiner Lincken umb, so bricht ihm der Arm, oder er muß sich gar sehr fürsich bucken, thut er das, so greiff mit deinem knopff in die büge seines Elenbogens, Reiß damitzu dir auff dein Rechte seiten, so felt er fürsich auff sein gesicht.

Merck wann du ohne Wehr von einem andern mit einer Handgewehr uberlauffen oder angerendt wurdest, und du ihme in keinen weg mehr ungeletzt entweichen kanst, so schlage dein beide hend kreutzweis uber ein ander, die Rechte uber dein Lincke, und schauwe wie du ihm aus einem Hauw entspringest oder außweichest, also das er vor dir fehl hauwe, in dem aber das sein hauw gleichsam noch zur erden fellet, so spring eylents zu ihm, auff das du ihm eben in dem er wider zu einem andern streych auffzeucht, under sein Wehr kommest, unnd ergreiff ihm eylents den Rechten Arm zwischen deine beide hend, unnd wende ihm den behend in einem ruck auff dein Rechte seiten undersich umb, behalt ihm sein hand also mit deiner Lincken, und mit der Rechten verkehrten hand ergreyffe

ihm sein Gefeß, winde ihm das undersich aus, wirt er aber (under des dieweil du hinein springest) mit seinem streych fertig und Hauwet daher, so nim wahr gegen welcher seiten er den herführet, mir demselbigen Arm schlage seiner klinge starck entgegen, nemlich in die sterck seiner klingen, oder ihe neher bey seinem Gefeß ihe besser, und ob er dich schon etwas letzen würde, so geschicht er doch nicht so hart wie sonst, wann du ihm nicht dargegen schlechst, spring also fürbaß, und laß ihn zu keinem streich mehr kommen, sonder ergreiffe ihm eilents seinen rechten Arm mit verkehrten henden, mit welcher hand du ihm seinen Arm also ergreiffest, gegen der selbigen seiten wende ihn umb, unnd ruck ihm mit der andern hand in die Wehr, davon besihe die eussersten zwen bossen in der Figur H. gegen der Lincken hand.

Summa. WAnn du im Rappier Fechten, oder sonst zu schaffen haben wilt, so trit mit ausgestreckter gerader und starcker Versatzung zu ihm, und nim eben wahr was er auff dich Fechten, und von welcher seiten er her hauwen oder stechen will, von welcher seiten er nun seinen hauw herführet, entpfange und versetze ihm seinen hauw, und Hauwe oder stiche ihm eben zu der seiten hinein, von welcher er seinen hauw her geführet hat, und das ehe er den seinen gantz vollendet, oder auff das wenigest sich wider von dem selbigen erholt hat, auch hastu gegen seiner jeden seiten eine drey strassen, durch welche du deine häuw gegen ihm führen kanst, Als die eine von Oben, Die andere von uberzwerch, Die dritte von unden, und wirt deren ein jede auch zu drey malen hoch oder nider versetzet oder verendert, wie du im ersten theil gelehrt bist.

Wolte er aber nicht zum ersten hauwen noch stechen, sonder begegnet dir in gleicher versatzung, und will auff dein angreiffen warten, so soltu abermals der dreyen strassen zu beyden seiten acht haben, und mercken gegen welche dir am füglichsten sein werde sicher zu hauwen, Zu disem vor hauwen gehören nun mancherley Practick, dann das hastu leichtlich zuerwegen, dieweil du nichts weder hauwen noch stechen kanst, du mußt dich dardurch blössen, er werde sich darumb in solche versatzung geschickt haben, damit wo du dich mit einem hauw mercken lassen oder blössen würdest, er dir den nechsten der Blöß zu eintringen könne, Derhalben wiltu im Vor gegen ihm hauwen oder stechen, so mustu die ersten Häuw mehr zum anreitzen und auffbringen anschicken, dann zu treffen, auff das wann er deiner Blöß die du mit solchen häuwen gezeigt hast zu hauwen würde, du geschickt seyest ihm dieselbigen

a uß[!] zu schlagen unnd zu nemen, als dann erst (nach dem du in geschwecht und entblöst hast) zu dritten der Blöß volkommen zu eylest.

Daher kommen auch die drey Häuw, die man billich als ein Meisterliche brüffung halten solt, welche drey häuw bey den uhralten in hohem wert gehalten worden, wie dann nachmals die fünffe daraus entsprungen seindt, welches nicht also zuverstehn, das nicht mehr in der Zal gehauwen werden sollen, sondern vil mehr das alle häuw in dise drey underschied getheilt werden, Nemlich das etliche gebraucht werden, den Mann aus seinem vortheil abzureytzen, Die andern zuversetzen, unnd mit denselbigen deines gegenmans häuw abzuweisen, Etliche aber werden zum treffen gebraucht, den leib fürnemlich zu letzen, unnd ist hie kein gewisses ob du zu deren einem jeden ein oder zwen oder auch mehr häuw brauchest, wie es dann auch gleich gilt, mit was Häuwen dises volbracht wirt.

Derenhalben ist hie auch etwas auffmerckung zuhaben, auff die eigenschafft der Menschen, welche dann in diser Fechtkunst artlich können in vier theil getheilt werden, und sich nach fleissigem auffmercken auch also viererley Fechter finden, damit du aber solchen nützlichem nachzudencken anleitung haben magst, will ich dir die erstlich erzehlen, und demnach wie du dich gegen deren einem jeden halten solt, ein kurtze lehr und Regel geben und setzen.

Und seind die ersten dise, welche so bald sie den Mann im zufechten erlangen können, den nechsten mit ohngestüm herhauwen und stechen, Die andern seind etwas bescheydener, und greyffen nicht zu grob an, sondern wann sich einer Verhauwen, Verfallen, oder sonst ihme durch Wechslen versaumbt hette, Reisen sie unnd volgen der nechsten gegebenen Blöß eylents nach, Die dritten Hauwen nicht ehe zur Blöß, sie haben dann die selben nicht allein gewiß, sondern haben auch acht ob sie sich auch von desselbigen zulangen des hauws wider sicher in ein versatzung, oder zun Wehrstreichen erholen können, mit welchen ichs auch allermeist halte, doch nach dem emin gegen Fechter ist, Die vierdten aber schicken sich in ein Hut, und warten also auff des Manns stuck, welche seind entweders Alber oder gar Schamper, dann wer auff eines anders stuck warten will, muß geschickt auch wol geübt und erfaren sein, sonst wirt er nicht vil ausrichten.

Also wie nun die ersten ungestüm und etwann thumkien, und wie mann zusagen pflegt doll, Die andern listig und schamper, Die dritten fürsichtig und betrieglich, Die vierdten gleich alber, Also mußtu dich deren aller vier auch selbst anmassen und geschickt machen, auff das du den Mann etwan mit ungestüm, etwan mit list, etwann mit fürsichtigem auffmercken betriegen könnest, oder auch mit alberen geberden anreitzest, verführest und ihme

also nicht allein umb seine fürgenommene stuck betriegest, sondern auch dir hiemit zur Blöß raumest und blatz machest, damit du ihm die dester sicherer rühren und treffen könnest.

Nun gegen die ersten Fechter schicke dich also, wann du merckest das dich einer im angriff also mit hartem hauwen oder stechen ubereylen und dich tringen will, so versetz im sein Hauw oder Stich mit außgestrecktem Arm, auff dein Lange schneid, nahet bey deinem Gefeß in die stercke, unnd wende im also dein Gefeß gegen alle seine herfliegende häuw und stich, doch das du in solchem versetzen nicht zuweit auß dem Langen ort, von deinem gesicht zur seiten ausfahrest, dann ihe strecker du in solchem abwenden mit deinem Gefeß vor deinem gesicht bleibest, ihe besser es ist, und entzeuch ime alle zeit dein Kopff und gesicht von seiner klingen hinder die deine, Und in dem du im also sein Hauw und Stich auffheltst, so mercke fleissig ob du im die versatzunge im andern, dritten oder vierden hauw entzucken mögest, mit einem abtrit zu ruck, das er sich mit seinem hauw oder stich verfellet, als dann stich oder Hauwe eben in dem er noch im verfallen isi, oder ehe er sich wider erholt, behendiglichen nach, Dann welche also ungestüm mit hauwen oder stechen auff dich hinein stürmen, denen soltu alwegen im Langen ort, oder gerader Versatzung begegnen, auch ime am ersten etwas nachgeben und weichen, doch das du gleichwol alle Häuw und Stich von dir austragest unnd abwendest, Als dann wann er schier müdt unbesunnen oder sicher worden ist, und du deinen vortheil ersehen hast, so volge behendiglich und fürsichtig nach, dann ihe mehr du weichest, ihe ungestümer er wirt, ihe leichter du in demnach ubervortheilen kanst, doch das du dich hiemit nicht aus deinem vortheil tringen lassest, Dann welcher so ungestüm von sich hauwet, der hat sich bald verhauwen. Gegen die aber welche nicht also ungestüm im Vor hinein Fechten, sondern im nahe auff des Mans Vor hinein Fechten acht nemen, gegen dieselbigen schicke dich im zufechten in der Huten eine, als dann Wechsel vor ime mit fürsichtigkeit aus einer Hut in die ander, und beute ihm eine Blöß nach der andern dar, doch das das ort alwegen vor im bleib, aller dings wie hievor vom Abwechseln gesagt, als bald er dir under des zu sticht oder hauwet, so fall ihm mit Absetzen oder Dempffen darauff, und eyl im bald der geöffneten Blöß zu.

Gegen die dritten Fechter Practicier also, wann du merckest das dein gegenfechter nicht zu erst hauwen, noch der Blössen bald zueilt, er hab sie dann gewiß, so schick dich im zufechten in die Nebenhut, oder im Wechsel ver harr ein kleine weil darin, als woltest du auff seine stuck warten, in dessen aber gehe auß der Underhut, wider

ubersich, und stell dich als woltestu in die Oberhut verwechseln, wann du schier in der Oberhut ankommen bist, so verwende dein Wehr in eyl zum streich, Hauw also eylents ehe er sich des versicht, der nechsten Blöß zu durch, mit außgestrecktem Arm, damit du dich abermals blössest, welcher Blöß er ohn zweiffel bald (dieweil du im die, also durch einen ohnversehenen streich dargebotten hast) eylents zuhauwen wirt, thut er solches so setz im ab, und arbeit fort zur Blöß, hauwet er nicht, so Stich, deinem volbrachten hauw bald ein starcken stich nach, Dises ist ein geschwinder betrug, das du dich mit geberden stellest, als woltestu erst lang vor im aus einem Leger in das ander gehen, und thust es auch zum theil, aber wann du schier in deinem Wehr zu der fürgenomenen Oberhut ankommest, und ersihest in des dein gelegenheit, so verwende dein Wehr ehe dann du volkomen in das Leger kommest zu einem streych.

So vil aber die vierdten Fechter belanget, sich gegen sie an zu schicken, das findestu in bißher gelehrten stucken durch aus. Also soltu nun auff deines gegenmans gewonheit art und natur achtung geben, da durch sein fürnemen zu erkennen, damit du einem jeden nach gelegenheit zu begegnen wissest, letstlich so soltu alwegen drey häuw fleissig in acht haben, also das du mit dem einen Reitzest, mit dem andern Nemest, Versetzest, unnd mit dem dritten Treffest.

Exempel. WAnn du nun gegen deinem widerpart hersichst, und wilt ihn am ersten Manlichen angreiffen, so mustu ihm der Blösse also zuhauwen, damit du dich selber nicht in gefahr gebest, darumm dieweil er so in seinem vortheil steht, sonder Hauwe den ersten schlims, entweders durch sein Wehr oder leib, damit du ihn mit solchem hauw auffbringest, und auß seinem vortheil zu gehn abreitzest, als bald er demnach auffgehet und hersticht, so nime ihm mit deinem andern hauw sein herkomenden Hauw oder Stich hinweg, und Hauwe oder Stich ihm zum dritten behend ehe dann er sich von seinem genomenen streich wider erholet zum leib, wiltu nun, oder ist dir nötig, dieweil du dich mit deinem ernstlichen nach hauwen blössen must, so nime die zwen schlimmen häuw durchs kreutz auch für, dich ferner damit zu beschützen und wider zu erholen.

Hauwet er aber ernstlich, so nime ihm seine herfliegende klingen mit dem ersten, unnd wo es nötig ist, auch mit dem andern, seinen andern, und wan du ihn fühlest gnugsam geschwecht zu sein, so Hauwe und Stiche ihm als dann zum andern behendiglich nach, beschirme dich demnach zum dritten, und erhole dich wider mit Wehrstreichen, also will ichs hiebey bleiben lassen, und mit disem folgenden stuck beschliessen.

Wann du mit vorher geführter Versatzung für den Mann komest, der nicht als bald hauwen noch stechen wil, dem Hauwe (doch das du mit dem Rechten fuß alzeit vor bleibest) den ersten schlims uberort durch sein Rechte achsel, auff das du mit solchem hauw in die rechte Underhut verfallest, und also deinen obern leib bloß darbeutst, welcher Blöß er behendiglich zu eylen wirt, den selbigen seinen herfliegenden stich, schlage ihm von deiner Rechten gegen deiner Lincken starck aus, und Hauwe zum dritten von deiner Lincken uberzwerch durch seine Rechte, auch ein Mittelhauw durch sein gesicht, gilt gleich ob das mit halber schneid oder fleche volbracht werde, in disem Mittelhauw lasse dein klingen umb den Kopff fahren, unnd Hauwe den vierten abermals schlims uberort durch sein Rechte Achsel, auff disen Hauwe behend den fünfften, auch schlims durch sein Lincke achsel, mit welchem hauw komstu in die Lincke Underhut, von deren nim gewaltiglich unnd starck mit halber schneide durch seine Rechte ubersich auß, und Stich ihm nach dem du dein Rappier oder deinm Kopff in die Recht Oberhut umb verschwingen hast lassen, grimmiglich von Oben gegen seinem gesicht.

Nach dem nun bißher gnugsam ein Wehr zu einer hand allein zu führen, gelehrt ist worden, will ich auch kurtzlich anzeigen, wie du dich neben der Handgwehr, auch einer bey Wehr gebrauchen solt, als

zum ersten so fasse dein Rappier in die Rechte, und den Dolchen in die Lincke hand, unnd trit also mit beiden von dir ausgestreckten Armen zu ihm, wie dir solches das gegenwertig Bild hievor anzeigt.

Wann du nun also dem Mann in solcher versatzung entgegen gehest, so hastu der versatzung und art oder Regel zu fechten, dreyerley, als die erste ist, do du alle deines gegenmans Häuw und Sich[!], allein mit deinem Dolchen aufffangest oder auffheltest, es geschehe von unden oder von Oben, gegen Lincker oder Rechter seiten, und under dem dieweil du also versetzest, auch zugleich mit deiner Wehr under oder oberhalb deinem Dolchen zu stichst, ihe nach dem du ihme sein Wehr mit deinem Dolchen auffgefangen und abgewisen hast.

Die ander ist wann du ein jede seiten, mit derselbigen Wehr vertritst und bewartst, und gleichfals wie vor, dieweil du dich mit der einen schützest, ihn mit der andern letzest, als, do du mit deiner Wehr dein Rechte, mit deinem Dolchen die Lincke seite verwarst.

Die dritte ist do du mit beiden Wehren zugleich versetzest, oder einer, mit der andern zu hilff kommest, welcher dreierley versatzung ich eine nach der andern, der ordnung nach fürnemen, und mit iren exemplen und stucken auff das kürtzste handlen.

Wie du dich gegen dem, der von seiner Rechten gegen deiner Lincken von Oben hersticht, halten solt. WAnn du nun nach obgelehrter Versatzung für den Man kommest, unnd also deine beide Wehren mit fürsich ausgestrecktem Armen, ein wenig undersich gesenckt, vor dir her führest, Hauwet oder Sticht er von Oben gegen deiner Lincken her, so versetze ihm den mit deinem Dolchen, auff solche form, wie dir solches am grossern Bild zur Rechten hand in nach getruckter Figur fürgebildet ist, unnd Stich ihm dieweil du ihm also versetzest, underhalb deinem Dolchen zum leib.

Oder versetze ihm seinen Oberstich oder hauw, wie vor, und in dem du ihm also versetzest, dieselbige weil Hauwe behendiglich von deiner Rechten, uberzwerch gegen seiner Lincken zun Füssen durch, also das du nach ende des hauwes, dein Wehr under deinem Lincken arm habest, under welchem hauwe als dann behendiglich, dieweil du deinen Dolchen noch also in der höhe fürest, von deiner Lincken schlims uberort, hoch oder nider, ihe nach dem er sich blöst, durch sein Rechte seiten, Dise zwen häuw sollen behend auff einander (dieweil du noch versetzest) gemacht und volbracht werden.

Oder in dem du ihm also versetzest, so Stich under deinem Dolchen durch, aussen uber seinem Rechten arm, uber dein hand gegen seinem gesicht, wie du das an dem eussersten unnd obersten Bilde zur Rechten hand mercken kanst, wende also mit deinem Gefeß under deinem Lincken Arm (auff das du dich hiemit zum streich erholest) wol ubersich, und Hauwe ihm von deiner Lincken, zu seinem fürgesetzten bein, oder schlage ihm seinen herfliegenden stich mitdeinem Dolchen gegen deiner Lincken zur seiten aus, und Stich im dieweil von Oben gegen seinem gesicht, will er das mit seinem Dolchen aufffangen und versetzen, so zuck deinen stich neben seinem Dolchen herumb, und Stich ihm dieweil er mit dem Dolchen nach auff fehrt, von unden gegen seinem Bauch.

Oder schlage ihm mit deinem Dolchen, seinen herfliegenden Sticht von deiner Lincken gegen deiner Rechten aus, und Hauwe ihm dieselbige weil, oberhalb deinem Dolchen schlims uberort durch sein Rechte Achsel, sticht er dir aber von Unden gegen deiner Lincken, so wende ihm seinen herkommenden stich mit hangendem Dolchen von dir gegen deiner Lincken zur seiten aus, wie dich das under Bild gegen der Rechten hand, in gedachter Figur lehrt, und Stich oder Hauwe ihm hiezwischen zur nechsten Blöß.

Die andere Versatzung. HAuwet oder sticht er dir aber zur andern seiten, nemlich gegen deiner Rechten, so versetze ihm den mit deiner Wehr, und spring in des mit deinem Lincken fuß zu ihm, und Stich ihm (dieweil du versetzest) mit deinem Dolchen zu seinem Rechten arm.

Item versetze ihm seinen hauw oder stich, den er gegen deiner Rechten herführet, mit deiner Wehrs klingen, in dem und als bald sein klingen auff die deine rühret, so spring mit deinem Lincken fuß zu ihm, unnd fall ihm zu gleich mit deinem Dolchen auch an sein klingen, und halt ihm die seine damit so lang auff, biß du ihn mit deiner Wehr oberhalb deinem Lincken arm mit einem stich geletzt hast, welches dann augenblicklich geschehen muß, oder nime andere Häuw und Stich für dich, wie du dan deren aller hand in dem hie vor gelehrten Rappier fechten gnugsam findest, als bald du ihn mit deiner Wehr geletzt hast, so trit mit deinem Lincken füs wider zu ruck, auff das du mit deinem Rechten fuß wider vor standest, und dich mit beyden Wehren, ferner wie anfangs schützen mögest.

Sticht oder Hauwet er dir aber unden zu, nemlich gegen deiner Rechten, so versetze ihm solche mit deiner han=

genden klingen, und Stich ihm behends von seiner klingen ab, gegen seinem gesicht, fahre dieselbige weil, mit deinem Dolchen nach seiner klingen, mit einem zutrit deines Lincken fuß, als bald zucke dein Gefeß nach gethonem stich ubersich, und bleibe dieweil mit deinem Dolchen vor deinem gesicht, Hauwe demnach mit einem zutrit deines Rechten fusses, neben demselbigen von unden auff mit halber schneid ubersich, krefftiglich durch seinen leib, und zucke hiemit dein Wehr gegen deiner Lincken umb dein Kopff, unnd führe ihm einen gewaltigen hauw gegen seiner Lincken von Oben, unnd merck in dem solcher hauw auff seiner Versatzung antreffen soll, so zucke dein Wehr zu dir, und fahre mit derselbigen neben seinem Dolchen herumb, und stich ihm zur nechsten Blöß, führe (dieweil du solches thust) dein Dolchen mit ausgestrecktem Arm vor deinem gesicht.

Die vierter art aber zu versetzen und zu Fechten, geschicht mit beiden Wehren zugleich, nemlich das du (in dem er seinen hauw oder stich herführet) deine beide Wehren kreutzweiß uber einander schrenckest, und also seine klingen zwischen deine beide klingen entpfangest, demnach so bald du die also auffgefangen, mit dem Dolchen an seiner Wehr (die auff zuhalten) bleibest, und mit der andern aber eylents (ehe er seine klingen von deinem Dolchen erhebt und abgenomen hat) zur Blöß stechest oder hauwest, welche ich dir auch kürtzlich erzelen.

Der nach Stich aber hat es fünff, nemlich zwen von deiner Rechten gegen seiner Lincken, deren dann der eine von Oben, der ander von Unden volbracht wirdt, Die andern zwen werden, der eine oberhalb, der ander underhalb, gegen seiner Rechten ins werck gericht und gestochen, Der fünffte ist ein gerader stich, für dir hin gegen seiner Brust oder dem gesicht zu, welcher etwan auch oberhalb oder underhalb deinem Dolchen hinein geführet wirt, ihe nach dem du mit deinem Dolchen versetzen mußt.

Wie du nun der Stich fünffe, also hastu der nach Häuw auch fünffe, als der erste so du nach dem Kopff, Der ander nach dem Hals und der Achsel zu, Der dritte der hand, Der vierdte der hüfft, Und der fünffte den füssen zu gericht und gehauwen wirt, welches dann wie oben gelehrt, von oben, schlims, uberzwerch, und von unden, volbracht werden kan, und das zu beiden seiten, Demnach wan du nun alle Häuw unnd Stich recht treiben, unnd deinen Dolchen dir zum schutz fürsichtiglich führen kanst, solt du als dann fleissig acht haben, auff das Vor unnd Nach, wie auch auff das wort Indes, durch welche dan die rechte und gelegene zeit eines jeden hauws und stichs, wann deren einer zuvolbringen, und nützlich zu treiben sey, erlernt muß werden, Damit du aber solches durch fleissiges üben und nachforschen, dester statlicher ins werck richten und lernen könnest, so will ich dir der ordnung nach etliche Exempel dargeben und setzen, also.

Exempel. IM zufechten wann du deine beiden Wehren nach oben fürgemalter gestalt, mit ein wenig undersich gesenckt und außgestrecktem Armen für dir her führest, so Hauwe ihm eylents ehe dann er sich des versehen het, mit einem noch fernern zusprung deines Rechten fusses, gerad von Oben nider, schnits weiß in einem zug durch sein gesicht, hie zwischen dieweil du also herab hauwest, so fahre mit deinem Dolchen ubersich für dein gesicht, mit disem Hauw reitzestu ihn, das er ohn zweiffel der Blösse behendiglich es sey mit Hauwen oder stechen zu eylen wirdt, Derhalben als bald er her Sticht oder Hauwet, so fahre mit Langer schneide, und uberzwercher klingen ausserhalb deinem Dolchen ubersich, mit welchem ubersich fahren, du ihme seine herfliegende klingen ubersich ausschlagen solt, demnach dieweil sein klingen noch auff die deine rühret, mit deinem Lincken Fuß etwas gegen seiner Rechten seiten zu ihm thretten, und hiemit behendt under deinem Dolchen durch, ausserhalb seinem Rechten Arm gegen seinem gesicht stechen, in solchem hinein stechen, wende dein Gefeß oder Lange schneide wol ubersich gegen deiner Lincken, unnd Hauwe ihm als dann dieweil er den stich abtragen und versetzen will, außwendig zu seinem fürgesetzten Rechten bein, und bewahr dich in dessen fleissig mit ausgestrecktem Dolchen, wann du nun durch solchen hauw in die Rechte Underhut mit deiner Wehr ankomen bist, so fahre von derselbigen, uberzwercher Wehr ausserhalb vor deinem Dolchen, behend wider ubersich, auff das du deine beyde klingen mit außgestreckten Armen kreutzweiß vor dein gesicht bekomest, zu dem, dieweil du mit deiner klingen also auß der Underhut ubersich farest, so trit mit deinem Lincken fuß wider zu ruck.

Wie ich dich nun disen Oberhauw im Vor ihn damit auff zubringen, hab lernen hauwen, also soltu auch die andern drey, nemlich den schlimen uberzwerchen, oder den von unden von deiner Rechten, gegen seiner Lincken Hauwen lernen, und das hoch oder nider gegen seinem leib durch, an welchem glid du ihn am besten trauwest zu erlangen, und dieweil du deren gedachten Häuw einen gegen seinem leib durch hauwest, dieselbige weil fahr auch gleichfals wie vor dich zu beschützen, mit deinem Dolchen auff, so bald du nun deren häuw einen gegen seiner Lincken durchgehauwen hast, so fahre abermals mit deiner Wehr ausserhalb deinem Dolchen, seine herfliegenden klingen abzuwenden, ubersich wie oben, und volfüre als dann den stich sampt dem Fußhauw, und ende solches wie oben, oder nach gelegenheit.

Das ander WAnn du auff obgedachte form, mit beyden Wehren für den Mann kommest, so lasse eylents dein Dolchen vornen sincken, unnd zucke dein Wehr umb dein Kopff, Hauwe ihm also oberhalb deinem Arm Schlims uberort durch sein Rechte achsel, zu solchem hauw trit mit deinem Lincken fuß zu ihm, und fahre hiemit behendiglich mit deinem uberzwerchen Dolchen wider auff, mit außgestrecktem Arm für dein gesicht, dieweil du aber also mit deinem Dolchen aufffehrest, so Stich ihm mit deinem Rappier under demselbigen ernstlich und starck zum Bauch, wirstu aber under des gewahr, das er dir den Stich abtragen und versetzen will, so zucke dein Wehr eylents gegen deiner Lincken seiten undersich, von derselbigen deiner Lincken seiten schlage ihm mit flacher klingen starck under deinem Dolchen wider die seine, auff das du ihm die selbige etwas betheubest und außschlagest, und Stich ihm dieweil er sich bemühet sein Wehr in voller gewalt zu erhalten, oder von gemeltem außschlagen zu erholen, eylents gerad für dir hin der nechsten Blöß zu.

Das dritte. IM zufechten Sticht er dir von seiner Rechten gegen deiner Lincken unden her, so versetze ihm seinen stich mit deinem Dolchen von dir undersich ab, in dem und dieweil du also versetzest, so Stich ihm von Oben hinein gegen seinem gesicht, und mercke under des fleissig, als bald er mit seinem Dolchen deinem stich entgegen (den zu versetzen) aufffehret, so wechsel mit dem vorderen ort neben seinem Lincken arm unden durch, und Stich ihm zwischen seinen beiden Wehren inwendig zu seinem leib, versetzet er dir solches abermals, so zucke dein Rappier zu ruck wider ab, und Stich im von Oben zwischen seinen beiden Armen hinein, und brich mit solchem stich undersich gegen deiner Lincken zwischen seinen beiden Wehren durch auß, in dem du aber also außreyssest, so weiche mit deinem Dolchen zu ruck, neben deiner Lincken seiten hindersich, damit du nach ende des außreisses ungehindert mit deinem Rappier zur Lincken seyten ankommen könnest, von welcher Lincken seiten reisse mit halber schneide, sampt einem zutrit deines Lincken fusses, gegen seiner unnd deiner Rechten seyten durch seine beide Wehren starck auß, und fahre mit deinem Dolchen, deinem Rappier behendiglichen nach, auch an seine Rappiers klingen, unnd halte ihm dieselbige so lange auff, biß du ihn ober oder underhalb deinem Dolchen mit einem stich erlangen

unnd ereylen kanst, Dann wo du das Stuck recht machest, so wirst du gewiß ein Blösse finden werden &c.

Das viert. MErck wann einer im zufechten, seine beide Wehren in starcker Versatzung vor ihm her führet, so hauwe eylents einen ernsthafften Oberhauw gegen seiner Lincken Achsel, welchem hauw er mit seinem Dolchen entgegen aufffahren und versetzen wirt, Derenhalben so lasse deinen hauw nicht antreffen, sonder zucke dein Wehr im herab fahren zu dir, und Stiche ihm (dieweil er also mit seinem Dolchen aufffehret zu versetzen) under demselbigen zum leib.

Das fünfft. IM zufechten führe dein Rappier zur Rechten in der Underhut, und deinen Dolchen in der Lincken Oberhut, als bald er als dann auff dich her sticht, so fahre mit deinem Rappier ubersich, uberzwerch biß in das lang ort, und wende zugleich auch mit deines Dolches Gefeß undersich, uber deinen rechten Arm, also das der vorder ort deines Dolchen uberzwerch gegen seiner rechten Achsel außstande, so hastu deine beide Wehren kreutzweiß uber einander, fange ihm also seine herfliegende Rappiers klingen zwischen deine beide klingen auff, trit under des mit deinem Lincken fuß gegen seiner Rechten zur seiten auß, unnd truck ihm seine klingen gegen deiner Rechten beyseits auß, Stich ihm dieweil du noch also im außtretten unnd außtrucken bist, mit deinem Rappier innerhalb an seiner klingen hinein zum leib, als bald wechsel mit deiner Wehr under der seinen, gegen deiner Lincken seiten durch, unnd Hauwe einen Wehrstreich under deinem Arm, durch sein Rechte seiten, beware dieweil dein angesicht mit deinem Dolchen.

Das sechst. SChicke dich im zufechten mit deinem Rappier in die Lincke Underhut, und führe dein Dolchen auch zur Lincken seiten hinder dir, Sticht er als dann gegen deinem gesicht her, so fahre mit Langer schneide und außgestrecktem Arm ubersich gegen seiner klingen, als bald du ihm sein klingen auffgefangen hast, so fahre mit deinem Dolchen underhalb seiner und deiner Wehr durch, und reisse ihm mit demselbigen sein klingen, von deiner Rech=

ten gegen deiner Lincken starck auß, und Stich ihm in dem du ihm also außgerissen hast, von Oben gegen seinem gesicht, volführe aber denselbigen nicht, sonder zucke den eylents wider an dich, und Stich ihm als dann erst volkomen behendiglich und starck inwendig zwischen seinen beyden Wehren zum leib, mit disem gelehrten verzucken betreugestu ihn umb seine versatzung.

Das sibent. ABermals wann du mit deinem rechten Fuß vor komest, so schicke dich mit deinem Rappier in die Lincke Underhut, und halte deinen Dolchen mit außgestrecktem Arm vor deinem gesicht, in dem Langen ort hoch, sitcht oder hauwet er demnach auff dich zu, so schlge ihm seinen herkomenden stich mit gewalt von deiner Lincken ubersich, gegen deiner Rechten auß, unnd ehe dann er sich mit seinem Wehr von gemeltem außschlagen wieder erholt hat, so Hauwe zum andern behendiglich mit einem weiten zutrit deines rechten Fusses, mit nachgebucktem leib und weitem zulangen, under deinem Dolchen uberzwerch durch seine füß, under deß bleibe alzeit mit deinem Dolchen vor deinem gesicht, dasselbige damit zu schützen, nach geschehenem hauw stehestu wider wie anfangs, Trünge er als dann ferner und weiter mit Stichen oder Häuwen auff dich, so schlage ihm sein klingen mit deinem Rappier abermals (doch das du mit deinem Dolchen in Versatzung bleibest) schlims von Oben, krefftiglich gegen seiner und deiner Rechten undersich auß, also daß dein klingen neben deiner Rechten zur seiten auß, zu ruck durchlauffe, und in die rechte Oberhut des Ochsens wider umbschnappe, von welcher, Stich als dan gewaltiglich von Oben gegen seinem gesicht, im hinein stechen aber verwende die Lange schneid undersich, also das du mit deiner Wehr durch solchen stich wider in die Lincke Underhut komest, von dannen Hauwe zum letsten ein Wehrstreich, mit einem abtrit deines rechten Fusses, durch sein rechte Achsel.

Das acht. WAnn du nun also zuruck getretten, und ein Wehrstreich durch sein rechte Achsel gethon hast, so stehest du mit deinem Lincken fuß vor, unnd hast dein Wehr in der Underhut neben deiner Rechten seiten, den Dolchen mit außgestrecktem Arm vor deinem gesicht, Sticht er nun abermals gegen deinem gesicht her, es geschehe gegen

deiner Rechten oder Lincken seiten, so wende die Lange schneide deines Dolchen gegen seiner Wehr, damit du im sein klingen aufffangest, oder den ohn schedlich von dir abtragest, zugleich in dem du also mit deinem Dolchen versetzest, so fahr dieselbige weil mit deiner Wehr under seiner klingen ubersich, deinem Dolchen zu hilff, also das du mit beyden Wehren zugleich versetzest, als bald sein klingen auff deine glützt oder rühret, so Stich underhalb deinem Dolchen zu seinem Bauch oder zur nechsten Blöß.

Sticht er dir aber Unden zu, und will mit seinem Dolchen Oben versetzen, so fall mit deinem Dolchen von Oben auff sein Rappiers klingen, und Hauw dieselbige weil, mit ernstlichem gesicht und geberden gegen seinem Lincken Ohr, und in dem der Hauw, eben jetz soll antreffen, so wedne die halbe schneide außwerts gegen im (damit erholstu einen andern hauw) zuck hiemit vor deinem gesicht umb, und Hauwe eylents von deiner Lincken gegen seiner Rechten achsel underhalb seinem Dolchen, dieweil er mit demselbigen auffgefahren ist, schlims durch.

Summa so vil den Dolchen zum Rappier belanget, so raht ich dem Teutschen das er sich gewehne mit beyden Wehren zugleich zu versetzen, und under des wahrneme, ob er mit dem Wehr oder Dolchen in letzen könne, doch das er mit beyden Wehren nicht zu weit von einander komme, auff das er alwegen der einen, mit der andern zuhilff kommen möge, dann die erfahrung hats geben, das wann sich ein Teutscher schon mit dem Dolchen allein zuversetzen gewenet hat, so ist es im doch zu weilen in ernstsachen zu schaden gerahten, dieweil es wider ihr art und natur ist, darumb ihe neher man (in disem fall) mit der gewohnheit bey der natur bleibet, ihe mehr damit außgericht wirt.

Zu dem wirt auch ein Kappen oder Mandel bißweilen zu einer bey oder noht Wehr gebraucht, welche (so du dich deren gebrauchen wilt) solt du die zu voren lehren recht umb den Arm schlagen, damit du nicht (wan du vermeinest mit der Kappen zu versetzen, in Arm geletzt werdest, Wo du die aber nicht recht umb den Arm schlagen kanst, so gehe ihr müssig, auff das du dich nicht selber hinderst, wiltu dich aber der Kappen nützlich gebrauchen, so fleiß dich alle seine häuw mit deiner klingen auff zufangen, unnd ergreiffe ihm demnach sein Wehr mit deiner Kappen, halt ihm dieselbige auff, so lang biß du ihn mit der Wehr geletzt oder getroffen hast, welches dann leichtlich und in einem huy geschehen kan, und muß, dessen nim dise exempel.

Wann dich einer ubereylen, und mit ernst angreyffen wolt, so zucke dein Wehr, und ergreiffe dein Kappen

oder Mantel mit deiner Lincken hand, inwendig bey deiner Lincken achseln, bey dem kragen oder uberschlag, ziech den vom leib, unnd wicklen den selbigen umb den Arm, Hauwet oder Sticht er dir als dann gegen deinem gesicht oder leib her, so fang ihm (mit einem zusprung under sein Wehr) sein hauw mit deinem Wehr auff, und in dem sein kling auff die deine im Hauwen noch rühret, so eyle mit deinem Lincken arm, sampt der Kappen auch an sein Wehr, und kanst ihm also mit deiner Kappen sein Wehr auffhalten mit nachfolgen, und bleiben, so lang biß du ihn nach deinem gefallen geletzt, getroffen, oder uberwunden hast.

Dises ist die beste Regel, das du ihm (wann einer auff dich Hauwet) sein streich mit deiner Wehr aufffangest, und in dem es noch rühret, mit deiner Kappen an sein klingen fallest, ihm dieselbige damit auffzuhalten, und dieweil schauwest, wo du ihn mit hauwen oder stechen ereylen kanst.

Bistu aber des umbwicklens fertig und gewiß, so versetze ihm seinen hauw, mit deiner Kappen, unnd Hauwe ihm dieselbige weil, eben in dem du noch also versetzest, zu nechsten Blöß.

Ein anders. WAnn du dein Wehr (dar zu genötiget) gezogen hast, so fasse dein Kappen oben bey dem kragen, unnd halte die mit undersich gehencktem Arm, neben deiner Lincken seiten, merck in dessen fleissig, als bald er herhauwet so schlage ihm dein Kappen von uberzwerch umb sein herfliegende klingen, und als bald du ihm sein klingen außgeschlagen hast, so Hauwe im oberhalb derselbigen zum Kopff, wie dir solches die kleinern bossen in hievor getruckter Figur zur Rechten hand anzeigen.

Wie du dich mit einer Handgewehr, gegen einem Knebelspieß oder dergleichen gewehr halten solt. DEm thu also, wann du von einem mit einem Knöbelspieß ubereylt und uberlauffen wurdest, so führe dein gewehr, nach dem du die in eil gezuckt hast, zur Rechten in die Underhut, also das du mit dem Lincken Fuß vor standest, und nim wahr, als bald und in dem er von Oben auff dich herschlecht, so springe ihm wol under sei=

nen streich zu ihm, wende hiemit dein Wehr ubersich, und entzucke ihm deinen Kopff mit beyseits außgebucktem leib, under seiner Stangen wegk, fange ihm also den schlag auff dein flache hangende klingen, wie du solches an dem fürgemolten bossen zur Lincken hand in obgedachter Figur hievor sehen kanst, und greiffe under des mit deiner Lincken hand under deiner Wehr in sein Stangen, wo er dir aber die Stangen ubersich entzucket, also das du im die nicht ergreiffen kanst, so Hauwe ihm dieweil er noch im ubersich zucken ist, zu der hand, welche er in der Stangen vor führet, unnd spring gleichwol in dessen, dieweil er wider von Oben herschlecht (mit wider hoch auff gewenter Versatzung) under seinem Spieß ferner zu ihm hinein, damit du ihm keine blatz lassest zu arbeiten, dan ihe neher du under seiner Stangen kommen bist, ihe minder er außrichten kan.

Thrauwest du dir aber nicht seinen ersten schlag zu under lauffen, so weyche ihm denselbigen seinen ersten streych, und laß ihn fehl schlagen, merck aber fleissig, in dem er zu dem andern streich wider auffzeucht, das du behend, mit einem zusprung under seine Stangen kommest, als bald du ihm die underlauffen hast, so ergreyffe ihm abermals sein Stangen mit der Lincken hand wie vor, und arbeite mit der Wehr deinem vortheil nach, zur Blöß.

Führet er aber einen Stich auff dich her, so begegne ihm aber mit deiner Wehr in der rechten Underhut, und fahre von derselbigen mit deinem Gefeß, mit fürsich außgestrecktem Arm ubersich, also das dein klingen undersich gegen der erden hange, und schlage ihm also seinen hergeführten Stich von deiner Rechten gegen deiner Lincken mit hangender klingen auß, zugleich mit solchem außschlagen, spring wol gegen seiner Lincken seiten auß seinem stoß, auff das du im den, nicht allein außschlagest, sondern gleich mit auch auß demselbigen entspringest, sonst were das außschlagen für sich selber zu schwach, und ergreiffe ihm hiemit abermals sein Stangen mit deiner Lincken hand, wie oben, verzuckt er dir aber den Stich, also das du vergebens außschlechst, unnd sticht behend wider, so bleibe mit deinem Gefeß im verhengen hoch, unnd schlage ihm seinen andern herkomenden stich auch mit hangender klingen von deiner Lincken gegen deiner Rechten auß, zu solchem außschlagen spring aber auß seinem stich gegen seiner Rechten, gleich wie du zu voren gegen seiner Lincken außgesprungen bist, also kanstu ihm allen seine verzuckten stichen mit hangender klingen mit vor dir außgestrecktem Arm begegnen, und die zu beyden seiten außschlagen biß du ihm die Stangen ereylest.

Ein ander underlauffen. LAsse dein Wehr zu der rechten Underhut wie vor, und mercke in dem er eben jetz von seiner Rechten herschlecht so fahre in des mit deiner Wehr under seiner Stangen gegn deiner Lincken seiten durch, und trit zugleich mit deinem Rechten fuß, zwischen dir unnd ihm gegen seiner Rechten seiten auch durch, Hauwe ihm also in solchem durch tretten, von deiner Lincken eylents wider sein herkomende Stangen, starck gegen der hand die er im herschlagen vor führet, dises alles, nemlich das durchgehn mit der Wehr, und das tretten muß behend in einem sprung zugohn, auch must du mit gebucktem Kopff under seinem streich durch, eylents entwichen, so gehet dir das stuck wol an, tringe als dann gewaltig auff ihn dar, und laß ihn zu keinem volkomenen streich mehr komen.

Ein anders, Wie du ihm seinen Stich außschlagen solt. FIehre dein Wehr (nach dem du die gezogen hast) in der Rechten Oberhut zum streich, Sticht er dann gegen deinem undern leib her, so zucke dein Wehr umb den Kopff, unnd Hauwe ihm sein Stich von deiner Lincken mit hangenden klingen, zur seiten gegen deiner Rechten starck auß, unnd springe hiemit gewaltig gegen seiner Rechten hinein, Sticht er dir zum obern, das nim auß, und versetze das, wie oben gelehrt.

Fechten im Dolchen. Das vierte theil dises Buchs handlet vom Fechten im Dolchen daraus mann lehren kan, wie mann allerley dergleichen kurtze Wehren gebrauchen soll, sampt vil schönen Ring stucken so darunder begriffen.

Von der Oberhut. IN die Oberhut schicke dich also, führe deinen Dolchen hoch vor deinem gesicht, wie das grosser Bild zur Rechten hand in diser Figur ausweißt, trit also zu im und bleib mit deinem rechten Fuß vor, Sticht einer auff dich her, gegen deiner Lincken, so fahre mit hangendem Dolchen von deiner Rechten gegen seinem, und fange ihm seine hand mit deinen Dolchen hinder seiner hand bey seinem glid auff, also das in solcher versatzung dein Dolchen knopff ubersich unnd die klingen under stehe, als bald du nun mit solcher versatzung an sein glid rührest, so bald fahre mit deinem Dolchen (doch das du in dem allem mit der Dolchen klingen hart an seinem Arm bleibest) under seinem Arm durch, und oben wider umb seine hand, truck dein Dolchen klinge wol zu deinem Arm, so klemestu in dester harter, Reiß im also sein hand gegen deiner Rechten seiten undersich, Demnach fahre mit deinem Dolchen knopff inwendig an seinem rechten Arm ubersich gegen seinem gesicht oder Kin, fehret er aber deinem Dolchen nach ubersich auff, so zucke umb den Kopff, und Stich nach der zwerch inwendig gegen seinem rechten Arm zu seinem gesicht gantz durch, den letsten aber volbring in einem Riß sampt einem abtrit deines Lincken fusses, gerad von oben durch sein gesicht,

STicht er dir von oben gegen deiner Lincken wie vor, so Stich uberzwerch gegen seinem herkomenden Arm, also das dein Dolchen ober seinem Arm außgange, fange im also sein Arm in den winckel zwischen deiner hand und dem Dolchen, in das handgleich auff, zu solchem stich wende die Rechte seiten wol gegen seiner Lincken umb, damit du ihm sein hand zwischen deinem glid und Dolchen dester harter fassen kanst, schliesse im also sein hand hart, und rucke im die undersich gegen deiner Rechten von dir, damit verrenckestu im seinen Arm, wann du im seinen Arm undersich gewunden hast, so zucke deinen Dolchen behende gegen deiner lincken Achsel, von dannen stich oberhalb seinem rechten Arm (ehe dann er den vom undersich Reissen auffbracht) uberzwerch gegen seinem gesicht durch, Den andern Stich im behend vornen gegen seiner Brust, bewar dieweil dein gesicht mit deiner Lincken hand.

Also hastu zwo versatzung von deiner Rechten gegen seiner Lincken, nemlich mit der ersten fangestu im sein handglid auff den hangenden Dolchen, starck von dir gegen deiner Lincken.

Die ander versatzung ist, das du im sein obgemelt hand gleich in dem er her sticht, under deinem Dolchen mit einem gegenstich auff das glid deiner hand aufffangest. Wie du nun solche von deiner Rechten volbracht hast, also soltu sie auch von deiner Lincken gegen seiner Rechten (wo er dir außwendig gegen deiner Rechten stechen würde) in das werck richten.

Sonst wann dir einer gegen deiner Lincken hersticht, so soltu im gewaltiglich von uberzwerch inwendig gegen seinem Arm, den fleschen oder dem inwendigen glid nahet der Restricta zu, starck durch, dann das lembt in sehr, mit dem andern Stich reiß ausser und oberhalb seinem rechten arm

schlims gegen seinem gesicht starck durch, damit nimstu unnd reißt ihm (wo er schon hergestochen) denselben undersich aus, Auch solt du auß diser Hut mit oberstichen uberlangen, er steche von Rechter oder Lincker auff dich.

Underhut mit ihrer versatzung. IN die Underhut schicke dich also, stand mit deinem rechten Fuß vor, halt dein Dolchen neben deinem lincken Schenckel, das der vorder ort gegen des Mans gesicht außstande, Sticht dein gegenpart auff dich her, so trit gegen seiner Rechten zur seiten aus, und Stich im außwendig uber seinen rechten Arm, reiß den undersich zu dir, fahr mit deinem Dolchen knopff wider ubersich gegen seinem Kin wie oben gelehrt, Stich behend wider von Oben gegen seinem gesicht in einem Riß durch.

Item Sticht er von Oben, so fahr mit deinem zwerch Dolchen auff, und fang im sein hand hinder seinem Dolchen, bey seinem gelenck der hand auff, und wind ihm mit deinem Dolchen von inwendig umb uber seinen Arm, Reiß also den gegen deiner Lincken seiten, demnach Stich behendiglich von vornen gegen seinem gesicht durch.

Mittelhut. DIse Hut ist wann du deinen Dolchen zur seiten dem gürtel gleich führest, oder auch gerad vor dir, Dieweil aber aus disen gleich wie aus den andern versetzt wirt, will ich weiter hievon zu schreiben, in die stuck sparen.

Wasz die fürnemsten versatzung seind. IM Dolchen hastu zwo versatzung, die eine geschicht mit dem Dolchen davon bißher gesagt, die ander geschicht mit der Lincken hand, also das du im mit derselbigen könnest seine hand darinen er den Dolchen führet auffhalten, und empfangen, Wie du nun deren ein jede brauchen solt, wirstu auch durch aus in nachfolgenden stucken bericht werden.

Item trit also mit der Oberhut zu im, und halt dein Lincke hand vor deiner Brust, sticht dein widerpart als dann auff dich von Oben, so fang ihm sein hand mit deiner verkehrten hand, und reib die umb von dir, und stoß ihm mit dem Knopff unden an sein gelenck, wie dich das eusser Bild in der Figur B. lehrt.

Merck im zufechten geht einer auff dich mit einem oberstich, so underfahr ihm seine hand noch also hoch in der lufft, behalt ihm also sein hand mit deiner Lincken in der höhe, greiff behend mit deiner Rechten hand zu sampt dem Dolchen under seinem rechten Arm durch, kome damit der Lincken zu hilff, wie du solches an den grössern bossen in der jetz gedachten Figur B. sehen kanst, zugleich in dem du also durch griffen hast, so trit mit deinem Rechten wol hinder seinen rechten schenkel, und schlieffe under des mit deinem Kopff under seinem rechten Arm durch, wirff ihn also uber ruck, oder brich ihm den arm.

Item im zufechten komme in die Underhut, und lege den Dolchen auff deinen Rechten arm, und merck in dem er von Oben her sticht, so underfahr im seinen rechten Arm mit einem zusprung under seinem Dolchen, und fang im den auff dein zwerch Dolchen, nach bey seinem gelenck auf als bald und gleich mit ergreiff in auch mit deiner Lincken hand bei seinem Elenbogen, rucke den

auff solche weiß (wie du in der Figur B. an den kleinern bossen sihest) zu dir, unnd Stich ihm wo du wilt.

Kreutzhut. IM zufechten halt deine hend kreutzweiß vor dir, die Recht uber die Lincke, also das dir dein Dolchen auff deinem rechten Arm lige, Sticht einer von Oben her, so spring im under seinen stich, und fahr gleich auch auff mit beiden armen, unnd fang ihm den seinen hinder seinem Dolchen zwischen dein beide hend auff dein Dolchen klingen, und in dem sein hand auff die deine herfelt, so ergreiffe im die zugleich mit verkehrter Lincker hand, Reib im die eilents unnd mit gewalt von dir, und Stich im dieweil (du ihm also außreibest) mit deinem Dolchen oben nider in einem Riß durch, als dann nach dem er dir under des sein hand ausgerissen, uberzwerch durch seim gesicht und Arm nach.

Item Sticht dir einer von Oben, so underfahr im seinen Arm mit deinem zwerch Dolchen, auff deinem arm ligent, in dem du im also versetzest, so greiff behend gleich mit sein Rechte an, under dem aber dieweil du in mit deiner Lincken hand angreiffest, dieselbige weil fahr mit deinem Dolchen von seinem Arm hindersich zu ruck ab, und fahr mit dem Knopff neben deiner rechten wider von unden, und Reisse mit demselbigen starck ubersich zwischen seinen beiden Armen durch, und Stich kurtz wider nider inwendig seinem arm zur Brust.

Sticht dir einer von unden, so falle mit dem zwerch Dolchen auff seinen Arm, und greiff im den gleich auch mit deiner Lincken an, und fahr In des mit deinem Knopff uberhalb seinem arm

ubersich gegen seinem gesicht, und dieweil er demnach aufffehret das abzuweisen, so stich ihm inwendig von uberzwerch zum gesicht durch, demnach ficht dich mit kreutzstichen von im.

Merck wann dich einer uberlaufft mit einem oberstich, so versetze im mit deinem zwerch Dolchen, der dann langs auff deinem Arm ligen sol, und gleich mit in solcher versatzung soltu deine Lincke hand auff deiner Rechten kreutzweiß haben, und begreiff im also (in dem er her gestochen hat) sein Dolchen, mit Lincker verkehrter hand von Unden, brich ihm den gegen seiner Rechten achsel ubersich aus, in dem du also ausbrichst, so greiff mit deiner Rechten hand wol außwendig uber sein Rechten arm, auff das wo er den Dolchen nicht lassen wolt, du bald mit deinem Rechten hinder seinen Rechten trettest, und werffest in uber ruck von dir.

Merck im zufechten underfahre im seinen oberstich mit kreutzigeten henden, also das die rechte hand in dem versetzen oben sey, und gleich mit in der versatzung ergreiff mit deiner lincken verkehrten hand sein Rechte starck an, und Stich im dieweil du sein Rechte ergriffen hast, von unden auff under sein uchsen, oder starck uberzwerch zu seinen Rechten Ripen, zuck dein Dolchen behend wider under deinem Lincken arm gegen derselbigen seiten, Stich von dannen ubersich, starck gegen seinem rechten Arm durch, demnach Stich von deiner Rechten uberzwerch gegen seinem gesicht und Arm wegk.

Sticht dir einer außwendig gegen deiner Rechten zum Kopff, so Stich im außwendig uber seinen Rechten arm, kleme ihm den zwischen deinem glid und Dolchen, und Reiß den zu dir biß an dein rechte Brust, fall ihm mit der Lincken hand auff sein gelenck des Elenbogens, und brich im den Arm, wie in der Figur C. an den obern kleinern bossen zur Rechten zu sehen.

Werffen. ITem Sticht dir einer Oben zu, so stich ihm außwendig uber sein rechten Arm wie vor, ruck den zu dir, trit mit dem Lincken hinder sein Rechten, unnd greyff mit der lincken hand hinden umb an sein lincke Achsel, unnd ruck ihn auff dein Lincke seyten, uber dein fürgesetzt beyn, wie die mitlern obern bossen in obgedachter Figur anzeygen.

Wie du einem den Dolchen nemen solt. Item zucket einer ein Dolchen auff dich, so greiff im sein hand nicht mit verkehrter sonder mit geradem griff, hat er nun von Oben gestochen, und du hast ihm sein hand wie gesagt ergriffen, so reibe ihm die in einem schwung gegen deiner Rechten undersich, und greiff mit Rechter verkehrter hand sein Dolchen kling, brich im die von der hand aus, Sticht er aber von Unden oder vornen gegen deinem gesicht, so begreyff im abermals sein hand wie vor, also das im angreyffen alwegen dein kleiner Finger gegen seynen Arm stehe, dein daumen gegen seiner hand, und begreiff ihm gleichfals wie vor, sein Dolchen mit Rechter verkehrter hand, und brich ihm den auß, wie dich das eusser kleiner Bild in der Figur C. zur Lincken hand lehrt.

Item Sticht dir einer von Oben zu, so greiff mit deiner Lincken verkehrten hand sein Rechte treib den ubersich umb von dir, und spring mit dem Rechten hinder seinen Rechten, unnd fahr mit deinem Dolchen Knopff sampt offenner hand, vornen an sein gurgel, würff ihn von dir uber dein recht beyn.

Bruch. ZIech die Rechte hand zu dir, unnd schlag ihm mit deinem Lincken Arm von aussen uber sein Rechte, schwing dich mit dem schlag von ihm, gegen deiner Rechten seiten umb.

Item stehe mit dem Lincken vor, faß dein Dolchen in der mitte neben deiner Rechten, das der Knopff uber die hand außstehe, sticht er als dann auff dich, so versetz den stoß mit deiner Lincken verkehrten hand, von deinem gesicht, under des tritt mit deinem rechten Fuß wol zu ihm, also das du dein Rechte seiten under deinem arm wol gegen ihm gewendet habest, unnd stoß in des mit dem Knopff von Oben aussen uber seinen rechten Arm zum gesicht, unnd merck als bald er den stoß versetzen wil, so fahr ihm von inwendig unden auff, zwischen sein beiden Armen zum Kün mit dem vorderen ort starck ubersich durch, demnach Stich ihm wider von Oben durch sein gesicht, mit einem abtrit, hab acht seiner Rechten mit deiner Lincken.

Item wann du ihm wie gelehrt, sein hand mit deiner Lincken auff gefangen hast, so trit abermals mit deinem rechten Fuß zu ihm, und fahr mit deinem Dolchen under seinem und deinem Arm durch, und reiß mit deinem Dolchen knopff ausserhalb uber seinem Rechten arm, starck undersich gegen deiner Rechten auß, also das du in solchem undersich außreissen, mit deiner Lincken seine Rechte ledig lassest, Stich demnach behendiglich von vornen durch sein gesicht, mit einem abtrit deines Lincken Fuß.

Merck im zufechten schicke dich mit deinem Rechten fuß vor, unnd fasse deinen Dolchen das dein klingen bey deinem kleinen Finger ausstand, und Stiche im von deiner Rechten von Oben durch sein gesicht, im durch stechen so wende dein Dolchen behendiglich neben deiner Rechten wider ubersich zum understich, und Stiche den andern gewaltiglich ubersich dem Arm zu durch, also das du nach endung des stichs zu deiner rechten Achsel ankomest, von deren stich als dann starck uberzwerch gegen seinem gesicht auch durch, den vierden stich starck von Oben wider durch sein gesicht, und fahre behende mit uberzwerchem Dolchen auff gegen seinem rechten Arm zur versatzung.

Außreissen. Im zufechten so stich ihm vornen ernstlichen gegen seinem gesicht, und wann du merckest das er dem stich begegnen wil, so fahre in dem der stich eben jetz antreffen sol, under seinem Rechten arm gegen seiner Rechten durch, und Stich ihm außwendig uber seinem rechten Arm, mit dem selbigen stich aber, so Reisse gegen deiner Rechten volendt undersich durch, und merck fleissig als bald er sein Arm under deinem herfür entruckt, so folge mit der Lincken hand behendiglich von unden seinem Rechten arm nach, und Stich ihm dieweil er noch im ubersich fahren ist, under seinem Rechten Arm, ihm gegen sein gesicht.

Weiter wann du so nahet zum Mann komest, also das du ihn in einem zutrit erlangen kanst, so fasse dein Dolchen aber wie vor, also das du dein Dolchen klingen auff deinem Arm ligen habest, als bald er dir von oben zustechen will, so fahr demnach mit deinem rechten Arm und dar=

auff ligendem Dolchen von deiner Lincken ubersich, gegen seinem Rechten arm starck durch, und folge auch mit deiner Lincken hand dem rechten Arm nach, auch under seinen Rechten, und behalt ihm also seinen rechten Arm mit deiner Lincken hand in der höhe, und Stiche ihm dieweil du im seinen Arm mit deiner Lincken auff heltst für sein brust, von dannen fahr behend wider auff mit uberzwerchem Dolchen gegen seinem rechten Arm, als bald du ihm den ergriffen, so fahre mit dem vorderen ort von inwendig uber seinen rechten Arm, reiß ihm den undersich, auch halt ihm den selbigen mit der Lincken auff, und such ihm dieweil ein Blöß.

Oder fahr abermal mit uberzwerchem unnd auff deinem Arm ligenden Dolchen auff, gegen seinem herfallendem Rechten arm, und fahr mit solchem gegen dem seinen gantz ubersich durch, folge mit dem Lincken auch ubersich under seinen Rechten Arm, demnach dieweil du mit deiner lincken hand seine Rechte auffheltst, so Reiß mit deinem Dolchen Knopff neben deiner Rechten seyten von unden ubersich, zwischen seinen beiden Armen gantz durch, und Stich ihm under von Oben nider gegen seinem gesicht.

Merck wann einer gegen dir sticht, es geschehe von oben uberzwerch, oder von unden, so fange ihm seine hand hinder seinem Dolchen auff, und rucke ihm die in eyl ubersich, unnd gehe mit deinem Kopff under seinem Rechten arm durch, zugleich in solchem durchgehn trit auch mit deinem rechten Fuß hinder seinen Rechten, wie dir solches der grosser boß in der Figur D. anzeigt, zeuch also sein hand uber dein Achsel hart zu dir, und heb mit deiner Lincken hand sampt deinem gantzen leib, sein rechtes Beyn ubersich, also magstu ihm den Arm brechen, oder ihn werffen, welches du wilt. Bruch, wann dich einer also ergreyfft, so schauwe das du ihme den rucken angewinnest, davon hernach.

Oder so er dir von Unden zusticht, so setze ihm den stich hinder seinem Dolchen auff sein hand gleich ab, zugleich in dem du also mit deinem Dolchen versetzest, so ergreyff sein hand bey obgedachtem glid mit deiner Lincken, ruck die also mit beyden henden zu dir an dein Brust, unnd schwing dich behend auff deine Rechte seiten von ihm, so brichst du ihm den Arm.

Desgleichen wann du deinem gegenman seinen stich (den er von unden auff dich her gestochen hat) versetzt, und mit beiden henden angriffen hast, so rucke ihm seinen Arm ubersich, und auf dein Rechte seiten von ihm, und brich ihm den Arm uber dein Lincke Achsel, wie du an den kleinern bossen in der Figur D. oben im winckel zur Rechten hand sehen kanst, dises kan auff etliche weg gebrochen werden.

Bruch. MErck aber hie disen Bruch, wann dir einer dein hand also erwischt, und ubersich mit umbgekehrtem leib auff sein Achsel rucken wil, so nim war in dem er sich umbwendet, so verwent und ruck deinen Elenbogen ubersich, unnd fahr ihm damit uber seinem Kopff umb sein hals, also das dein Rechter arm auff sein rechte Achsel kome, dieweil du aber solches thust, dieselbige weil greiffe mit der Lincken hand eilents uber seiner lincken Achsel hinein, an sein gurgel, setze im hiemit dein Rechten Fuß in sein KniKel, und zeuch ihn an rucken, auch kanstu disen Bruch mit andern stucken enden.

Ein anders. Sticht einer ernstlich auff dich her von Oben, so fang ihm seinen Arm hinder seinem Dolchen zwischen dein beide hend, die dann kreutzweiß uber einander, die Rechte uber die Lincke geschrenckt sein sollen, und in der versatzung greiff ihm sein hand gleych, oder den Arm nahet darbey, mit deiner Lincken verkehrten hand hart an, reib ihm die ubersich von dir, und trit hiemit auch zugleich mit deinem rechten Fuß hinder sein rechtes Bein, unnd fall ihm mit deiner rechten Hand vornen an sein gurgel, wirff ihn also an rucken von dir, wie du solches in der Figur D. zur rechten Hand sehen kanst.

Merck sticht dir einer von Unden, und felt dir mit seiner Lincken hand zugleich an dein brust, oder hals, gegen deiner Lincken seiten, so schlag dein Lincken Arm aussen umb sein Lincken, und mit deiner Rechten hand begreyff sein Lincken an deiner Brust, und stoß starck auff dein Lincke seyten, so brichst ihme den Arm.

Item greifft er dir aber an dein rechte Brust, und Sticht unden, so versetz ihme den stich mit der Lincken hand, unnd in der versatzung so stoß mit deiner Rechten hand sein Lincke hand von der Brust, also das der Rechte daum unden sey, und in dem stoß fahr bald mit deinem Arm under seinen halß, und mit der Lincken hand so greyff under sein Knibüge, so bald als du hast versetzet, und wirff ihn uber dein recht Kni.

Stehe mit dem Lincken Fuß vor, unnd halt dein Lincke hand auff der Brust, Sticht er dir demnach gegen deiner Kehl, so versetz ihm den Stich starck von deiner Brust, auff das glid hin=

der dem Dolchen, und in der versatzung begreyff sein Rechte hand mit deiner Lincken, und mit deinem rechten Arm greyff unden durch, hinder seinem Elenbogen umb seinen rechten Arm, und trit ihm vor mit deinem rechten Bein, und wend dich auff dein Rechte seyten kurtz umb, und wirff ihn uber dein recht Bein.

Item ein anders, Sticht er dir nach dem Halß, das versetz als vor, unnd in der versatzung fahr mit deiner Lincken hand aussen unden umm sein rechten Arm, also das du mit deiner Lincken hand wider von unden auff wider an dein Brust kommest, unnd mit deiner rechten Hand greyff under sein Elenbogen, und heb also von unden auff so brichstu ihme den Arm.

Item ein stuck und Bruch, Stichstu ihme zu dem Halß, und er will dir umb den Arm fallen, als vorgeschrieben stehet, so zuck den stich gar wenig wenn er dich begreyfft, und mit deiner Lincken hand greiff bald uber sein Lincke achsel, und begreyff den ort am Dolchen, so hastu ihm den Lincken Arm gefangen, und wirff ihn also mit dem Dolchen vor dir nider, oder greyff im nach der gurgel.

Ein Bruch auff das wenn er den Dolchen also bey dem ort wil greyffen, so bald als er uber fehrt mit dem Arm, so greyff mit der Rechten hand seinen lincken Elenbogen, unnd stoß den starck ubersich von dir, hinder trit ihm ein Fuß, so felt er auff den rucken.

Merckestu das er dir den Mittelstich versetzen will, so stich nit ferner dann an sein hand, bey derselben fahr behend unden durch mit verkehrter hand, also das der Knopff vorgehe, und kom ihme also mit dem Rechten arm under sein Halß, und trit in des mit deinem Rechten bein hinder

sein Linckes beyn, unnd mit deiner Lincken hand greyff inwendig ober dem Kni an das Beyn, und wirff ihn also uber dein Rechtes beyn.

Ein Bruch auff die verführung. EIn Bruch auff das, der dich also verführen will, und kompt dir mit dem Arm also vor den Halß, so begreyff bald mit deiner Rechten hand sein Rechte, unnd mit deiner Lincken hand greyff sein Rechten Elenbogen, und stoß den von dir, und nim ime das gewicht, so fellet er auff die Nasen.

Stehe mit dem Lincken fuß vor, und versetz ihme den Oberstich starck von der Brust, mit deiner verkehrten hand, und bleib also starck und hoch in der versatzung, unnd greiff bald mit deiner Rechten hand hinder seinen Rechten Arm durch, von unden auff, unnd begreyff damit an dein Lincke hand, auch trit hiemit behend mit deinem Rechten fuß wol auff sein Rechte seyten, also das sein Arm mit dem Elenbogen auff dein rechte Achsel kom, truck also von dir, so brichst ime den Arm, und merck wann du also unden durch hast gegriffen an dein hand, und trucks nider, so magstu ihme auch den Dolchen nemen, mit deiner lincken Hand.

Item ein anders, Sticht er auff dich den Obernstich, das versetz starck, und als bald du versetzt hast, so fahr uber seinen Arm gar umb, das dein Lincke hand kom wider vor dein Brust, und trucke den Elenbogen auch an die Brust.

Item ein anders stuck, Sticht er den Obernstich, das versetze ihme starck mit der Rechten

hand, und mit solcher versatzung begreyff auch sein Rechte hand, mit deiner Rechten verkehrten, Ruck die zu dir umb, und fall starck uber seinen rechten Arm in der mitte hinder dem Elenbogen, und truck also von dir so brichst ihme den Arm.

Ein stuck im durchgehn. ITem im zufechten nim den Dolchen in der mitte, unnd führ von deiner Rechten ein Mittelstich under seinen Armen durch, so kommestu in die Linck Underhut, Sticht er nach, so nim mit dem Knopff von dir auß, und Stich ihm lang nach von deiner Lincke uber sein Rechte, zu seinem Kopff oder gesicht.

Item in was stuck dir einer dein rechten Arm erwischt oder greifft, es sey mit beyden oder einer hand, so schlag ihn von unden auff starck in sein gelenck, oder fall ihm außwendig uber sein Arm, mit stössen oder schlegen in sein gelenck, oder greyff ihn an mit Ringen.

Wie du einem sein Stich hinderen solt. WAnn du mit einem zu thun hast, der ein Dolchen an hat vor welchem du dich besorgest, so fal ihm an die nechste hand mit gleicher hand, als mit der Rechten seine Rechte, sein Lincke mit deiner Lincken, mit welcher hand du in ergreyffest, zu derselbigen Ruck im sein hand, zuckt er als dann mit der andern hand seinen Dolchen, so greyff mit der andern hand aussen uber den selbigen Arm den du zu dir gezogen hast, und ergreiff also den andern Arm bey der Mauß, wie der bos=

sen gegen der Rechten hand in der Figur D. anzeygt, so kan er dich nit stechen, ob er schon mit der selbigen hand den Dolchen gezogen hat, magstu ihn also werffen oder andere brich für die hand nemen.

Summa das greiffen ist im Dolchen das fürnemste, und werden die griffe nicht allein zu einer hand, sonder auch zu beiden henden volbracht, Damit du aber hieraus ein verstand haben mögest, so will ich dir solches durch etliche Exempel wider holen.

Der erste angriff. IM zufechten Sticht dir einer von Oben, so fahr auff mit deiner Lincken verkehrten hand, und fang ihm sein Rechte hand hinder seinem Dolchen bey dem glid, reib ihm die umb von dir, und trit mit dem rechten Fuß wol zu im, zugleich in dem du also zu tritst, dieselbige weil fahr mit deinem rechten Arm under seinem durch, und hebe ubersich so brichstu ihm den Arm, Auch kanstu aller hand stuck es sey mit dem Dolchen oder sonst mit Ringen auff in treiben.

Der ander griff. STicht einer von Oben, so fang ihm abermal seinen rechten Arm hinder seinem Dolchen bey seinem handgleich, aber nicht wie vor mit verkehrter hand, sonder gerad zu mit offner hand, also das im angreiffen der Daumen gegen seiner hand, unnd der klein Finger gegen seinem Arm stande, wann du ihn auff solche weiß ergriffen hast, so kanstu ihm den Arm von dir und zu dir schwencken, schwenckestu ihn oder reibest ihn von dir, so magstu die stuck auff ihn treiben, welche

mit verkehrter hand gefochten werden, Reibestu im aber den, gegen dir auff dein Lincke seiten, so merck in dem du im die also herumb Ruckest, so wind solche volent für dein Brust, und greiff mit deiner Rechten hand seinen Dolchen, und ruck ihm den aus der hand, oder in dem du ihm also sein hand ergriffen und zu dir gewendt hast, so wende dich von ihm auff dein Rechte seiten, und Stich ihm hinden herumb in die anck, und was dergleichen stuck mehr seind.

Der dritte griff. GEschicht mit beiden henden, also wann er auff dich her sticht, das du deine hend kreutzweiß habest, fang im also seine hand im gelenck zwischen dein beyde hend auff, Ruck die zu dir uff welche seiten du wilt, demnach laß die ein hand ab und ledig, doch das du ihn mit der anderen fest behaltest, und greiff anderswo ferner an nach deinem gefallen.

Merck im zufechten Sticht er von Oben herein, so fahre mit deinem Lincken arm wol under den seinen, fang ihm denselbigen auff, winde im den selbigen von inwendig aussen umb seinen Arm, und wende dich von ihm auff dein Rechte seiten, so brichstu im den Arm, wie du das, an dem obersten bossen in der Figur F. zur Lincken hand sehen kanst.

Dieweil ich aber an einem andern ort vom Dolchen weiter schreiben werde, will ichs hie bey beruhen lassen, und allein noch etliche Regel im Fechten dienstlich setzen.

Die erste Regel. Merck im zufechten wann du deinen Dolchen gefaßt hast, also das die klingen bey dem kleinen Finger außstehet, du führest als dann dein Dolchen in was Hut du wöllest, es sey unden oder

oben, zur Rechten oder Lincken, so hab acht und fleisse dich, das du ihm erstlich alwegen (es sey von inwendig oder von außwendig) uber seinen Arm stechest, und mit solchem uberstechen ihm seinen Arm undersich Reissest, und behendiglich zur Blöß stechest, oder mit dem Knopff stossest, auff solche weiß wann du ihm außwendig uber seinen rechten Arm stichst, und ihm den undersich Reissest, wie oben auch gemelt, so fahr im behende mit deinem Knopff oberhalb seinem arm ubersich gegen seinem angesicht, wehrt er dir das und fehrt auff, so fahr ihm dieweil er noch auff fahrt, under seinem Rechten arm durch, unnd Stich ihm inwendig gegen seinem gesicht oder der Brust zu.

Stichst du im aber von inwendig uber seinen Rechten arm, so Reiß den undersich gegen dir oder deiner Rechten seiten, zuck und Stich im behend von deiner Lincken außwendig uber seinen Rechten, auch ehe er mit dem arm wider auff komen ist, durch sein gesicht, Desgleichen soltu dich fürs ander befleissen gegen seiner hand und dem arm zu zustechen, es sey von unden uberzwerch oder von oben, als dann folge mit kreutzstichen gewaltig nach.

Die ander Regel. Die andere Regel ist Durchgehn, also schicke dich in die Oberhut, und bleib starck in der versatzung, mit ubersich außgestrecktem arm vor deinem gesicht, wann er auff dich her sticht, nemlich von Oben oder schlims gegen deinem gesicht zu, so bucke deinen Kopff mit gesencktem leib undersich, und fahre mit deinem Dolchen (dieweil er her sticht) under seinem Arm durch, in solchem durchgehn trit wol gegen der seiten, gegen deren du durch gangen bist, zur seiten auß, unnd Stich ihm oberhalb seinem Arm (dieweil er mit demselbigen nach herab fehrt) zu seinem gesicht.

Desgleichen soltu mit deinen Stichen auch durchwechseln, also Stich im von oben schlims gegen seinem gesicht, und merck als bald er aufffehrt dem stich entgegen, so fahre mit deinem Dolchen behende unden durch, und dieweil du unden durchwechselst, dieselbige weil fahr auch mit der Lincken hand für dein gesicht, seinem stich entgegen, und ficht im zur andern seiten zur blöß.

Die dritte Regel. Ferner soltu auch wahrnemen und mercken, das du von beiden seiten gewaltig, nemlich mit Lincker und Rechter hand gegen einander unnd zusamen fechtest, also er steche dir von Lincker oder von Rechter, von unden oder Oben zu, so fahr im mit der Lincken gewaltiglich dargegen, und schlage ihm eintweders seinen herkomenden Arm auß, oder fang ihm den auff zugleich aber in dem du mit Lincker hand also gewaltig zugreiffest, dieselbige weil ficht auch behendiglich zur Blöß, oder kom mit dem Rechten arm sampt deinem Dolchen im angreiffen der Lincken zu hilff, damit du ihm seinen Rechten arm dester stercker außwinden, oder schwechen mögest, und demnach ihm also dester baß mit deinem Dolchen zur blöß komen könnest.

Deßgleichen wann du mit deinem Dolchen versetzest, du habest in dann auff deinem Rechten Arm ligen oder sonst, so kome eilent mit der Lincken hand der Rechten zu hilff, also das beide hend schier zugleich antreffen, und alwegen ein hand der andern folget, und zu hilff komet, damit du alle Brich und Ringen dester stercker und geschwinder in das werck bringen mögest.

Die vierde Regel. Ist das verführen, das treib also, fasse deinen Dolchen in der mitte, unnd führe dein Lincke hand vor deinem gesicht demselbigen zu schutz, trauwe ihm als dann in einem sprung mit deinem

Dolchen knopff von Oben auff seinen Kopff zu stossen, und nim wahr in dem er auff fehrt dem zu begegnen, so zuck mit dem Knopff in solchem stoß vollen umb den Kopff, und Stich im mit dem vordern ort uberzwerch gegen seinem gesicht durch.

Item fasse deinen Dolchen das die klingen vor deinem Daumen außgeht, Stich im von oben gegen seinem gesicht her, und in dem du ihm also zu seinem gesicht her stichst, so versetze im, und bewahr dich dieweil mit deiner Lincken hand, fehrt er dieweil auch auff, deinem stoß entgegen, so volführe deinen stich nit, sonder auff dem wege dieweil du noch hinein stichst, so verwende dein Oberstich in ein Understich, unnd fahr ihm mit solchem stich under seinen Armen zum gesicht, und Stich also lang vor dir hin, her widerumb trauwe ihm unden zustechen, als bald er dem entgegen fehrt, so verzucke den stich, und führe denselbigen anderswo hinein.

Die fünffte Regel. Die fünffte Regel lehrt dich aller hand angriff zu brechen, welches geschicht auff zweierley art, Erstlich mit außwinden, Zum andern mit gegen greiffen, das außwinden treib also, hat dir einer dein Rechte hand mit seiner Lincken verkehrten hand ergriffen, so wende eilents deinen Dolchen knopff ausserhalb seinem Arm under dem selbigen durch, also das dein Dolchen knopff inwendig an seinen Arm oder flech zustehn kome, greiff auch mit deiner Linck zugethonen faust unden an dein Rechte, derselbigen zu hilff, reiß also mit deinem Knopff mit hilff deiner beider hend inwendig seines Arms ubersich auß, stich als dann ein Mittel und Oberstich zusamen, oder such sonst die Bloß mit andern stucken, Ergreifft er aber dir dein hand, doch nicht mit verkehrter hand so zuck die selbige eilent zu dir, unnd winde gegen seiner offenen hand, bistu zu schwach, so kom

mit der Lincken abermal der Rechten zu hilff, Fürs ander hat dir einer dein Rechte hand mit seiner Lincken verkehrten hand ergriffen wie nechst gesagt, so greiff mit deiner Lincken uber deiner Rechten in seinen arm, ruck den also mit dein beiden henden zu dir, so gewinestu im den schwanck und das gewicht ab, magst als dann nach deinem gefallen weiter arbeiten, Summa fleiß dich alwegen das du ihm den Arm mit welchem er dich angriffen hat, mit deiner ledigen ergreyffest, ruck also zu dir, so nimstu ihm das gewicht so gewinestu deinen vortheil.

Item greifft dich einer an mit Ringen bey den Armen, so ergreiff in der eyl mit deiner Lincken seine Lincke hand, ruck die zu dir, und schlag in des mit dem Rechten arm aussen uber die Lincke, das dein Elenbogen vornen an sein Brust oder Kün kom, unnd trit als bald mit deinem Rechten hinder sein lincken Fuß, unnd wirff ihn aus dem Fuß.

Item greifft er dich an mit Ringen, helt er dich dann nit fast, so begreiff sein Rechte hand mit deiner Rechten, und ruck die zu dir, mit der Lincken hand begreiff ihm den Elenbogen, und schreit mit deinem Lincken vor sein Rechten, schwing ihn also daruber, oder brich ihm den Arm, also fall ihm mit der Brust auff den Arm.

Item begreyff mit deiner Lincken hand seine Lincke, und ruck ihn zu dir, und schlag ihm dein rechten Arm aussen uber sein Lincke, und ergreyff ihn mit deiner Rechten hand sein rechten Arm, und trit mit dem rechten Fuß für ihn, und schwing ihn auff dein recht seiten, so fellet er.

Item greifft dich einer bey den Armen, und du ihn auch, so laß dein Recht hand ab, und fahr Unden durch, und schlag von unden an sein gelenck, davon besihe die obern kleinern und mit=

lern bossen in der Figur A. des rechten Arms, und brich mit solchem schlag also von Unden ubersich durch, nach solchem ubersich schlagen ergreiff in bey dem rechten Elenbogen, unnd mit der Lincken hand greiff under dem Elenbogen an sein Arm, und trit mit dem Rechten fuß zwischen sein Beyn oder darhinder, und stoß in von dir.

Wann dir aber einer umb dein leib fehrt, es sey mit Lincker oder mit rechter, so schlag mit demselben Arm under welchem er griffen hat, außwendig an sein gelenck, und wend dich von ihm.

Item hab acht als bald er sein Fuß starck helt, so trit ihm darwider, merck in allen Ringen das er dich nicht an die gemächt stoß, also hab acht als bald er sein Fuß auff hebt zum gemecht stoß, so schlag mit deinem Kni gegen seinem auß, trit ihm als dann nach mit einem trit oder stoß.

Item so dich einer beschlossen hat, oder nach dir grifft mit offenen henden, so schauw das du ihm ein Finger ereylst, den brich ubersich, so muß er lassen oder gewinst dein vortheil sonst.

Item Ringestu mit einem gleichgefasset, so schauwe das dein bede Arm unden komen, begreiff ihn also bey der mit, und heb ihn von der erden, in dem du in also auffhebest, so schlag ihn mit einem Fuß an sein bein, und schwing ihn zur andern seiten so fellet er.

Item so dich einer umb den leib anfallet, und will dich heben unnd werffen, so setz ihm ein Kni zwischen sein beide bein hart an, so mag er dich nicht auffhehen, in dessen hab acht als bald er dich hebt, und auff welche seiten er dich schwencken will, so hilff dir auff die ander.

Merck felt dir einer unden an dein Bein (wie oben gelehrt) dich zuwerffen, so falle ihm mit dem leib auff seinen leib, und fang ihn mit der Lincken umb den halß, truck mit derselbigen hart an dich, und mitder[!] Rechten hand wart deines vortheils.

Merck wann dich einer vorwerths zu Rung will angreiffen, so hab acht mit welchem Arm er dich am ersten ergreiffen wil, denselbigen Arm ergreiffe im mit umb gewundenem arm starck, mit der andern hand aber greiff in die Mauß des andern Arms, und truck mit derselbigen von dir, wie du solches in der Figur F. an den obern bossen zur Rechten hand sehen kanst.

Merck wann dich einer ergreifft bey deinen Achseln oder Armen, so schlag mit beiden henden unden auff, unnd trenne ihm die Arm, fall ihm demnach behend mit gebucktem leib in die bein, und zeuch an dich so felt er.

Item merck in was Ringen dich einer an wil greiffen, so schauw in dem er her greifft, so thu beide feust hart zu, und stell die an beide seiten brüst, und stoß mit den Elenbogen von dir, umb dich, so schwingest dich ledig, greiff ihn behend an nach deinem vortheil.

Merck so du einen in der eyl ergreiffst bey der hand, so ruck ihn zu dir, und fahr im mit der andern hand umb den hals, das dein hand widerumb an dein Brust kom, und faß dein kleit zwing in hart zu dir, so hastu in gefangen, wie du solches an den mitlern undern bossen in der Figur F. sehen kanst.

Ergreiffestu ein bei seiner Rechten hand, schwing in auff, und gehe under seim Arm durch, und trit mit deinem Rechten zwischen sein beide bein, und greiff mit deiner rechten Hand aussen umb sein bein, ziehe sein rechten Arm wol zu dir uber deine Achsel, und heb ubersich, und wirff nach deinem gefallen.

Im antrit ergreyffe ihm sein Rechte mit deiner Rechten, und ruck den zu dir, unnd greyff eylents mit der Lincken hand uber deinem unnd seinem Arm hinuber, ergreyff ihn also bey seinem Lincken kni oder Hosen, wirff ihn auff dein Lincke seiten, wie du solches an den zweyen bossen in der Figur E. zur Lincken hand sehen kanst.

Was aber weiter in den Figuren fürgebildet, ist an ihm selber klar, Derhalben dieweil an einem andern ort hie weiter geschrieben wirt, wil ichs hiebey bleiben lassen.

Das fünffte und letste theil dises Buchs in welchem gelehrt und auffs kürtzest gehandelt wirt, von dem Fechten in der Stangen, Helleparten, unnd vom langen Spieß. DIse drey Wehr hab ich derenhalben zusamen in ein Figur gatiert, dieweil der Spieß seiner lenge halben und nach der perspectiva sich also oben in Figuren am besten geschickt hat, derenhalben dieweil dann ein jede Figur wie bißher auch geschehen, mit einem sondern Buchstaben vermerckt, sol sich der fleissige Leser das nicht irren lassen, unnd wil also die halbe Stangen als ein Fundament aller langen Wehren, zum ersten für die hand nemen, und erstlich anzeigen wie vil der Leger, demnach wie du dieselbigenins werck richten solt, lehren und beschreiben.

Von den Legern oder Huten. DEr Leger aber sein fürnemlich fünffe, nemlich die Oberhut, gerad ubersich vor dir außgestreckt unnd zu beiden seiten, demnach die Underhut auch zu beiden seiten, ferner so hastu auch zwo Nebenhuten und ein Mittelhut, letstlich die Steirhut.

Oberhut. IN die Oberhut schicke dich also, stand mit dem Lincken fuß vor, halt dein Stangen mit dem hinderen theil an deiner Brust, also das der vordern ort gerad ubersich gegen dem Himmel stande, wie du nun solche gerad vor dir anschickest, also soltu sie auch zu beiden seiten in das werck richten, und ob du wol alwegen mit dem Lincken fuß vor bleiben solt, so mustu doch mit den füssen nicht zu weit von einander komen, auff das du mit dem Lincken fuß alwegen ein fürtrit haben könnest.

Underhut. DIe mach also, stand aber mit dem Lincken Fuß vor, halt dein Stangen mit dem hindern ort an deiner Weiche, und mit dem vordern ort vor dir außgestreckt auff die erden, wann du nun also den hindern ort an deiner rechten Weiche behaltest, so gilt es demnach gleich ob du den vordern ort zur Lincken oder Rechten oder gerad vor dir außgestreckt haltest, oder führest, welches außstrecken du wandlen magst, eintweders nach seinem herfechten oder nach deinen fürgenomenen stucken.

Nebenhut und Mittelhut. ZU deren schicke dich also, stand mit dem Rechten Fuß vor, halt dein Stangen mit dem mitleren theil auff deiner Lincken hüfft, also das das kurtzer ort und hinder ort gegen dem Man, das lenger aber hinder dir außstehe, beut ihm also die Recht seiten wol dar, wie dich solches das

under Bild in der Figur A. zur Rechten hand lehrt, die Mittelhut ist die gerade versatzung vor dem Mann, daraus man dann am meisten ficht.

Steürhut. IN dise schicke dich also, stand mit dem lincken Fuß vor, unnd halt dein Stangen mit dem vorderen ort für deinem lincken Fuß auff die erden, und den hindern ort mit außgestreckten Armen vor deinem gesicht ubersich, aller ding wie du solches an dem anderen Bild zur Lincken hand in obgedachter Figur sehen kanst, Auch soltu dise Hut also machen, stand mit dem Rechten Fuß vor, und halt dein Stangen hinder dir, auch mit dem vordern ort auff die erden, so bistu geschickt zum streich.

Von dem anbinden und der Stangen versatzungen, auch ihrer theilung. DIe Stangen wirt auch in vier theil getheilt, gleichfals wie bißher von andern Wehren gelehrt, Derenhalben hastu auch vier anbind, und geschicht das erste anbinden am vordern oder eussern theil der Stangen, Das ander vor der hand, welche er in der Stangen vor führet, Das dritte in der mitte der Stangen, Das vierdte aber wirt durch das einlauffen mit dem hindern ort zu wegen gebracht, auff solche theilung und anbinde soltu sonderlich acht nehmen unnd haben, dann es sonst sorglich ist, wo man sich nicht befleißt in einem jeden theil des selbigen zugehörete stuck zu Fechten, als nemlich im ersten theil und anbind die schleg und fliegende stöß, im andern die bleiben Winden und nachreisen, und ferner in den andern die einlauffen und Ringen.

Der Versatzung aber in der Stangen seind fürnemlich auch wie der anbinden vier, deren dann die erste mit dem vorderen theil deiner Stangen von beiden seiten, Die ander vor der hand, Die dritte in der mitte, Und die vierte mit dem hindern ort volbracht wirt, Dieweil aber solche alle in stucken gnugsam zu verstehn, ist ohn von nöten von deren eim jeden in sonderheit zuhandeln.

Oberhut. Im zufechten schicke dich in die Oberhut, und nim wahr als bald er dir gegen deiner Lincken seiten zu sticht, so trit du auff dein Rechte seiten von seinem stoß aus, und Stich mit ihm zugleich hinein, im hinein stechen aber, so wende die Lange schneide gegen seiner Stangen, so felt er mit seinem stoß, und triffestu mit dem deinen.

Stoßt er dir aber gegen deiner Rechten, so trit aus seinem stoß gegen deiner Lincken seiten, und stoß abermal wie vor gleich mit ihm hinein.

Das ander stuck auß der Oberhut. Merck, im zu fechten schicke dich in die Oberhut, Sticht er als dann auff dich her es sey unden oder oben zum leib, so trit ihm (wann er dir zu einer seiten hersticht) aus seinem stoß gegen der andern seiten, und schlag gleich in solchem austretten von oben nider auff sein vordere hand, und merck fleissig in dem er dieselbige zuckt, so stoß gerad vor dir hin gegen seinem gesicht.

Ein anders, wie du ihm von Oben nider durch seine Stangen schlagen, und wider ubersich außreissen, unnd mit einer hand nach schlagen solt. IM zufechten schicke dich in die Oberhut zur Lincken, das ist das dein Stangen mit dem vordern ort, oder langeren theil uber deiner Lincken Achsel auffstehe, trit also mit dem lincken Fuß vor zu ihm, stoßt er gegen deiner Brust oder deinem gesicht zu, so spring wol aus seinem stoß gegen seiner Rechten seiten, und schlag ihm mit deiner Stangen (die du dann zu beiden henden gefast behalten solt) von Oben nider, auff die mitte seiner Stangen gantz durch, also das du durch solchen schlag mit deiner Stangen in die rechte Underhut komest, von deren (wo er ferner deinem gesicht aber zu würde stechen) Reiß mit halber schneid wider ubersich gegen deiner Lincken Achsel, gleich mit in dem du also ubersich reissest, so gibe mit deiner lincken Hand deiner Stangen den schwung, in disem schwung laß die lincke Hand ab von deiner Stangen, unnd schlage mit einer hand von deiner Rechten uberzwerch gegen seinem schlaff, der oberschlag sampt dem Riß sollen behend auff einander geschehen, als bald und in dem diser schlag antrifft, so ergreiff mit deiner lincken Hand dein Stangen wider, und verzucke die in die gerade Versatzung.

Ein anders. MErck wann du ihm also nun von Oben durch sein Stangen geschlagen, und dernach auch wider von Unden ubersich ausgerissen hast, und mit deiner lincken Hand sampt dem vor=

dern theil deiner Stangen wider ubersich komen bist, so wende als bald dein Rechte hand zu sampt dem hindern ort auch ubersich, unnd lasse dieselbige weil, dein vordern ort mit der lincken hand neben deiner Lincken zur seiten aus wider undersich sincken, unnd wende hiemit den vordern lengern theil deiner Stangen widerumb von unden ubersich gegen seiner Rechten, dises alles muß in einem huy geschehen, stoß als dann ferner mit einem austrit gerad gegen seinem gesicht, aber hab acht das du nicht allein im hinein stossen dein rechte Hand wider undersich zu deiner Brust wendest, sondern dieselbige auch wol an deiner Brust und inwendig an deinem lincken Arm im stossen für dir hin zu ihm hinein schiebest, Also hastu aus der Oberhut erstlich wie du austretten und mit im zugleich stossen solt, Zum anderen im sein Stangen von oben nider ausschlagen und nachstechen, Zum dritten wie du ihm gegen seiner Stangen von oben nider durchbrechen, unnd von unden ubersich ausreissen, auch wie du letstlich ein verführten stoß machen solt, gelehrt.

Wie du aus der Underhut mit ihm zugleich hinein stechen solt. MErck, wann du nun also im zufechten dein Rechte hand sampt dem hindern ort deiner stangen, an deiner Rechten weiche haltest, und dein vordern ort mit wol fürsich nach gehencktem leib, vor deiner Rechten zur seiten aus auff der erden ligen hast, so nim war als balt er gegen deinem gesicht hersticht, so trit mit deinem Rechten Fuß gegen deiner Rechten seiten auß, unnd mit deinem Lincken ferner gegen seiner Lincken zu ihm, stiche ihm also in dem er seinen stoß herführet, oberhalb seinem Lincken Arm zu seinem gesicht, auch soltu hiemit in dem du also mit ihm

hinein stossest, deinen Kopff wol von seinem herfliegenden stoß uber dein Stang gegen deiner Rechten seiten undersich sencken, so bistu desterbas versetzt.

Ein anders, wie du ihm sein stoß außschlagen, unnd nach stossen solt. IM zufechten schicke dich abermals mit wol fürsich gebogenem Kni, also das dein oberer leib der Stangen wol nach gesenckt sey, in die Underhut wie vor, unnd merck als bald er her stoßt, so schlage ihm seine Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken in einem ruck aus, doch also das du dich mit deiner Stangen in solchem ausschlagen nicht ferner verschlagest dann bis in die gerade Versatzung, unnd ehe dann er sich von solchem stos wider erholt und ermant, so stos ihm mit einem aussprung gegen seinem gesicht.

Ein anders. MErck wann du dich im zufechten in die Lincke Underhut verfallen hast, und er schlecht dir mit einer hand von Oben herein gegen deinem Kopff, so fahre mit beiden Armen ubersich auff, mit solchem aufffahren spring ihm wol under seinen streich hinein, versetze ihm also seinen schlag zwischen dein beide hend auff dein Stangen, als bald unnd in dem der schlag auff dein Stangen bocht, und noch im zusamen rühren ist, so zuck mit deiner Rechten hand den hindern ort zu dir, auch lasse hiemit den vorderen ort undersich sincken, führe im dasselbige zwischen seinen beiden henden under seiner Stangen zum leib, und stosse ihm also underhalb seiner Stan=

gen zwischen seinen beiden henden, für sein Brust, in dem du aber also hinein stossest, so wende deinen hinderen ort zu sampt deiner Rechten hand wider undersich, gegen deiner Brust, auff das du mit derselbige den stoß hart an deiner Brust, und inwendig an deinem Rechten arm hinein führen könnest, nach volbrachtem stoß soltu behend mit dem band wider an seiner Stangen sein, damit du dich dester baß vor seinem nachfechten schützen mögest.

Wie du ihm aus der Lincken Underhut auß seinem stoß weichen, und mit ihm zugleich hinein stossen solt. IM zufechten trit mit deinem Lincken Fuß vor, halt dein hindern ort sampt der Rechten hand in der Rechten weiche, unnd lasse den vordern ort deiner Stangen gegen deiner Lincken ein wenig zur seiten aus, vor dir ausgestreckt auff der erden ligen, unnd merck aldo als bald dein gegenfechter auff dich her stoßt, so trit mit deinem Rechten fus hinder deinem Lincken zur seiten aus, ein wenig gegen seiner Rechten seiten, und in dem du deinen Rechten fus im hinder tretten noch also nider setzest, so trit eilents mit deinem Lincken fus auch gegen seiner Rechten seiten fürter zu im, und stoß ihm oberhalb seinem Rechten arm (in dem er her stoßt) gegen seinem gesicht.

Wie du ihm seinen stoß von deiner Lincken underhut ausschlagen und nach stechen solt. ODer wann du auff gemelte weiß in der Rechten Underhut stehest, so trit abermals wie vor, in dem er her sticht gegen seiner Rechten seiten aus seinem stoß, und schlag ihm gleich mit sei=

ne Stangen von deiner Lincken gegen deiner Rechten ab, demnach stosse ihm behend abermals wie vor (ehe dann er sich wider erholt) gegen seinem gesicht.

Wie du mit Langer schneide von deiner Lincken ubersich außnemen, und durch die Rosen wider von deiner Rechten unden auff gegen seinem gesicht stechen solt. IM zufechten schicke dich in die Underhut zur Lincken wie vor, stost er dann auff dich her, so fahre mit beiden Armen auff, und schlage im seinen stoß mit dem vordern theil deiner Stangen von deiner Lincken ubersich, gegen deiner Rechten mit Lnager schneide aus, also das du in solchem ausschlagen mit deiner Stangen gantz ubersich durch kommest, wende demnach dein Stangen wider neben deiner Rechten von unden auff, unnd stich von derselbigen wider ubersich gegen seinem gesicht.

Wie du ihm sein Stangen außrucken und nach stechen solt. MErck wann du im zufechten in der Underhuten eine kommest, unnd er nicht arbeiten noch stossen will, so laß dich mit geberden mercken und ansehen, als woltestu dich aller erst umb sehen was dir für stuck zu Fechten seyen, als bald und in dem er aber sein Stangen also von ihm ausstreckt, so rucke ihm die in einem uhnversehenen ruck oder schlag aus, unnd stoß ihm behend (all dieweil er nach mit seiner Stangen vom genomnen stoß daumelt) gegen seinem gesicht, in

disem ausschlagen soltu fleissig wahr nemen, das du dich (wie nechst auch angeregt) nicht mit deiner Stangen dem ausschlagen nach zu weit auff die seiten verfahrest, sonder schlage ihm die seine (wie gelehrt) in einem ruck aus, auff das du mit deiner Stangen behend wider gerad vor seinem gesicht seyest, und also den stoß volbringest ehe dann er sich wider ermant.

Wie du auß der Mittelhut fechten solt. Im zufechten schicke dich in die Mittelhut, auff solche weiß wie das grosser Bild in hievor getruckter Figur A. zur Rechten hand anzeigt, unnd nim wahr als bald du ihn erlangen kanst, so wirff ihm dein Stangen mit deiner Rechten hand uberzwerch durch sein gesicht, zu solchem wurff gibe deiner Stangen mit deiner Lincken hand ein starcken schwung, unnd laß dieselbige hiemit von der Stangen ab, auff das deine Stangen in disem wurff dester geschwinder durch sein gesicht und umb dein Kopff fliegen könne, in dem aber, das dein Stang also durch sein gesicht und umb dein Kopff fleugt, so trit auch mit deinem Lincken Fuß fürt zu ihm, unnd greyff under des, dieweil dein Stangen im herumb fliegen noch in der lufft ist, mit deiner Lincken hand wider an dein Stangen, und schlage ihm zum andern von deiner Lincken gegen seiner Rechten durch das gesicht, auch gegen seiner Stangen durch wo er die vor ihm führet, diser schlag soll mit beyden henden verricht werden, also das du nach endt des schlags in die Rechte Underhut kommest, dieweil dein Stangen aber also in disem schlag in die Underhut verfallet, wirt er dir behendiglichen gegen deinem gesicht (welches dann mit solchem verfallen enblöst wirt) herstossen, deren halben so trit mit deinem Rechten Fuß eilents auff dein Rechte seiten, unnd stoß mit im zugleich auch gegen seinem gesicht hinein, doch das du im hinein stossen die Lange schnei=

de sampt dem hindern theil der Stangen gegen der seinen gewendet, unnd deinen Kopff wol aus seinem stoß uber dein Stangen entzuckt habest, so bistu versetz.

Oder nach dem du also durch disen schlag in die Rechte Underhut verfallen bist, und er deiner gegebenen Blösse zu stost, so Reisse mit halber schneide ihme sein herfliegende Stangen ubersich, gegen deiner Lincken Achsel aus, zugleich mit solchem Ausreissen führe dein Stangen oben umb dein Kopff, und schlage ihm von deiner Rechten aussen uber seinem Lincken Arm, disen schlag soltu auch mit beiden henden herumb führen, hie zwischen hab acht ob er dir (dieweil du disen schlag also herumb führest) zum gesicht stossen wölle, so bald er dann solches thut, so führe den hinderen ort im herumb fahren dester niderer vor deinem gesicht herumb, unnd lasse den schlag dester geschwinder fliegen, Versetzt er dir aber den schlag mit hangender Stangen, so merck in dem dein Stang auff die seine bocht oder felt, so bald wend auch den hindern ort ubersich, und stoß ihm ober oder underhalb seiner Stangen zum leib.

Ein anders, wie du dich vor ihm verkehren, oder ubergeben, ausnemen und nachschlagen solt. IM zufechten schicke dich auff obgemelte form, in die Mittelhut zur Lincken seiten, unnd trit also bald mit deinem Lincken Fuß hinder deinem Rechten zu im, also das du in solchem umbwenden, ihme den Rucken zu wendest, in dem du dich aber also vor ihm umbwendest, wirt er dir eilents gegen deinem gesicht herstechen, in meinung das zu ereylen, derenhalben so erhebe in solchem hindersich treten dein beide hend zu sampt dem hinderen theil deiner Stangen, also das das vorder theil derselbigen gegen der erden hanget, behendiglich ubersich ausgestreckt gegen

seiner Lincken, und schlag ihm in solchem deinem umbwenden, seinen herkommenden stoß mit deiner hangenden Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken zur seiten aus, und laß die selbige durch ein schwung vollend umb den Kopff fahren, in dem du aber also mit deiner Stangen herumb fahrest, so laß die Lincke hand (nach dem du mit derselbigen deiner Stange einen sterckern schwung gegeben hast) ab, und schlag mit einer hand einen starcken geschwinden streich zu seinem Lincken ohr, Dises ist ein geschwind stuck, welches im ersten angriff wol angeht, dann mit deinem umbwenden reitzestu ihn zu stossen, stost er dann, so nimstu ihm gleich in solchem umbwenden sein Stangen aus, und triffst ihn gewiß, so er ernstlichen gestossen hat.

Dise bißher gelehrte stuck aus den seiten Legern, hab ich darumb erstlich setzen wöllen, damit wann du durch Verschlagen, Verstossen oder Versetzen in derselben eines ankomen werest, dich dester füglicher wissest wider zu ermanen, auch dich in folgende stuck dester baß wissest zu richten, dann in disen langen Wehren komstu gleichfals wie auch in bißher verrichten Wehren, in vollem Fechten immer aus einem in das ander, in welchen du dich demnach nicht lang erst bedencken must was dir zu thun sey, sonder mit den nechst fürfalleten stucken fürtringen.

Nun in die gerade Versatzung aber, wie ich sie hie genent hab, schicke dich im zufechten also, wie dich die zwen bossen in hievor getruckter Figur fürbilden und lehren.

Das erste stuck im eussersten anbinden. SO du ihm mit deinem eussersten theil deiner Stangen an das eusserste der seinen anbindest, so truck ihm dieselbige in einem uhnversehenen starcken ruck zur seiten aus, soch also das du mit der deinen dem austrucken nach nicht verfahrest, sonder stoß im behendiglichen, von seiner Stangen ab, für dir hin zu seinem gesicht, und das eilents ehe dann er sich vom austrucken erholt hat.

Ein anders, wie du nach dem außrucken durchfahren und auff der andern seiten stossen solt. SO du aber in solchem ausrucken gewahr wirst, das er mit seiner Stangen so behend wider ankompt, also das du ihn mit gelehrtem stoß nit ereylen kanst, so thu ihm also, Ruck im seine Stangen abermal auff ein seiten wie vor auch, und laß dich mercken als woltestu wie vor stossen, aber als bald und in dem er mit seiner Stangen wider her zu gegen deiner eylet, in meinung deinen stoß zuversetzen, so fahr du dieweil er noch herwischt, under derselbigen seiner Stangen durch, und stoß ihm auff der andern seiten mit einem aussprung eilents unnd gewaltig zum gesicht, Dises ist ein geschwinder durchgang, wann du einem also sein Stang ohnversehens außruckest, demnach behend unden durch fahrest, und auff der andern seiten hinein stost.

Ein anders, wie du ihm die Stangen außrucken, und zu seinem fürgesetzten bein schlagen solt. IM zufechten bind ihm von deiner Lincken hand, mit deinem eussersten theil an das eusserste seiner Stangen, und truck ihm die in einem unversehenen ruck gegen seiner Lincken hand auß, unnd zucke dein Stangen behend wider zu ruck, gegen deiner Lincken umb deinen Kopff, laß hiemit dein Lincke hand von der Stangen ab, unnd schlage mit einer Hand von deiner Rechten starck uberzwerch, mit einem weiten zutrit deines Rechten fusses durch sein füß, ergreiffe demnach dein Stangen dieweil dieselbige im streich noch also durch fahrt, wider mit deiner Lincken hand, und schlage als dann den andern mit beiden henden, von deiner Lincken schlims

gegen seiner Rechten achsel durch, also das du nach ende des schlags in die rechte Underhut kommest, von deren stoß ihm nach obgeschriebener form zu seinem gesicht.

Oder wann du also zu seinem fürgesetzten bein uberzwerch durchschlechst, so schauw das du dein Stangen im durchschlagen wider auff deiner Lincken seiten mit deiner Lincken hand ergreiffest, als bald du die ergriffen hast, so zuck dein hindern ort zu deiner Rechten an dein Brust, und mit der Lincken fahr wol mit ausgestrecktem Arm in die Stangen hinein, in dem du aber dein hend also in der Stangen von einander zeuchst, so wende dein Stangen gegen seiner, und schlag im dieselbige (in dem er her stöst) auch auß, also das du dein Stangen gewaltig und starck mit außgespanenem Lincken Arm wider in die gerade Versatzung bekommest, und stoß als dann behendiglich gerad für dir hin zü seinem gesicht nach.

Ein stuck wie du den Hirnschlag machen solt. DEn treib also, im zufechten binde im mit deinem eussersten theil deiner Stangen in sein eusserste an, aldo laß dich mit geberden mercken als sehest du dich ernstlich umb, wo oder wie du ihm gegen seinem gesicht stechen wöllest, als bald er das mercken wirt, so wirt er fleissig war nemen auff dein abgohn, auff das er dir behend in dem du abgehest nach stossen könne, Derhalben wann du dich am aller ernstlichen stellest, sam du alben zu stechen wollest, so ruck dein hindern ort eilents ubersich, und mit der Lincken hand aber schwing die Stangen zu ruck, gegen deiner Lincken umb den Kopff, unnd schlag ihm also mit einer hand ohnversehens gerad von oben zu seinem Kopff, unnd ob er under dessen schon herstechen wirde, so geht ihm derselbige doch nicht an, dann du bist ihm zu geschwind mit dem schlag auff seinem Kopff, Dise und derglei=

chen stuck stand den mehren theil in der Practick, nemlich da du dein wider fechter mit ohnversehener behende ubereylest, wann er sich dessen am wenigsten versicht.

Ein anders mit dem schöfferstreich. MErck wann du deinem gegenmann wie bißher gelehrt, angebunden hast, so verkehre dein Rechte hand heimlich an deiner Stangen, unnd verführe ihn dieweil mit geberden, auff das er dein fürnemen nicht mercke, als dann wan er sich des am wenigsten versicht, so trit mit dem Rechten Fuß eilents zu im, und schlag hiemit uber die hand einen gewaltigen und geschwinden streich, gerad von Oben zu seinem Kopff, also das du mit deinem obern leib dem schlag nach wol undersich gesenckt standest, fahre als dann behendiglich mit deiner Stangen wider auff, unnd trit zugleych auch mit deinem Rechten Fuß wider zu ruck, auch greyff underdes mit deiner Lincken hand wider an dein Stangen, damit du dich wider mit versatzung stercken mögest, Zu dem vorgehenden Hirnschlag, Zu disem Schöfferstreich kanstu dir auch raumen, nemlich wann du ihm die Stangen erstlich ausruckest, oder ihn sonst mit andern stucken hinderst, auff das du ihn mit dem Schöfferschlag ereylest ehe dann er wider auffkompt.

Wie du von seiner Stangen umbschlagen und uberschiessen solt. WEyter wann du im zufechten sein eusserste theil der Stangen mit deinem eussersten erlangen kanst, und er ist dir hart an deiner Stangen, so hab acht als bald er dir mit gewalt zur seiten austrucken wil, so zuck dein Stangen behendiglich (in dem er dir solche außtruckt) umb

deinen Kopff mit beiden henden, und schlag in mit solcher aussen uber seinen Lincken Arm, mit einem außtrit zum Kopff, als bald diser schlag antrifft, so schiebe dein Stangen eilents uber die seine nach bey seinen henden, wie du solches in der Figur G. hernach gezeichnet sehen kanst, wann du ihm also sein Stangen gefast und gespert hast, so magstu ihm also dann mit dem hindern ort eingehn und stossen, oder mit dem langen theil für sein gesicht schlagen, fehrt er aber mit dem ort auff, und arbeit sich under deiner Stangen herfür, so folge im von unden nach, es sey mit stossen Winden oder trucken.

Wie du ihm durchgehn solt. MErck ist dein gegen fechter mit seinem band hart ahn deiner Stangen, und truckt von im, so fahr unden durch, und stoß auff der andern seiten, Oder in dem er dir also dein Stangen austruckt mit seinem harten anbinden, so fahr abermal hart an seiner Stangen (dieweil er noch also truckt) unden durch, und Ruck ihm die mit einem neydlichen schlag von der andern seiten auß, und stoß behendiglich nach, ehe dann er sich ermant hat.

Ein anders. Bindet dir einer hart an dein Stangen, so halt ihm mit deinem band hart wider, truckt er auch gegen der deinen, so fahr eilents unden durch, und thu sam du stossen woltest, thus aber nicht sonder zuck wider unden durch, unnd stoß ihm zu der seiten gegen welche du ihm erstlich angebunden hast.

Wie du in den Banden fehlen leren solt. Das mercke fleissig wann du einem von deiner Lincken seiten angebunden hast, so nim fleissig wahr und fühle eben, als bald er von deinem Band abgeht, es sey unden durch oder sonst zu arbeiten, so stosse ihm dieweil er noch also abgeht, gerad für dir hin gegen seinem gesicht.

Ein anders ist der bruch auff das vorige. WAnn du im Band gewahr wirst, das dir dein gegen Fechter auff dein abgehn acht nimpt, und dir dieweil du abgehest zur Blöß stossen will, so laß dich mit geberden mercken als wollestu ernstlich von seiner Stangen abgehn und stossen, und wann du vermeinest das er sich am aller besten zum nachstossen geschickt hab, so gehe mit deiner Stangen gehlingen auff die seite aus, ab, von der seinen, sam du wie gesagt stossen wöllest, thus aber nicht, sonder in dem er mit seinem stoß hereylet, so schlag ihm den auff die seiten aus, und stoß als dann erst vervollen hinein, dann wann er so gehlingen hereylet, kanstu ihm sein Stangen leychtlichen ausnemen, und ihn wol ereylen ehe er sich wider erholet.

Also soltu auff mercken und wahrnemen, was dein gegen Fechter auff dich Fechten und treiben wölle, das du ihn eben in seinen eigenen stucken fangest, als nechst hievor an disem der dann geneygt wahre bald nach zustechen, Derenhalben mustu dich vor demselben fürsichtlich unnd gewahrsam blössen, unnd zu solchem blössen dich mit geberden also stellen, als wehre dir das ungefehr unnd unwissen widerfahren, oder habest dich deinem begirigen stoß nach mit unwillen verfallen, auff das er hiedurch dester ehr unnd begirlicher zu stossen angereitzt werde, mit welchem stossen oder schlagen er sich selber vergibt unnd blöst, als fast das er so behendt

schwerlich wider auff komen und sich erholen mag, ehe dann du ihn ereylet habest, Dises aber wirt in der Helleparten noch weiter durch Exempel ausgeführt werden.

Ein verfüher stuck. IM zufechten wann du mit einem angebunden hast, und keiner wil von des andern Stangen abgehn, so stich im mit ernsthafften geberden zu seinem fürgesetzten fuß, damit blössestu dein gesicht, zu welchem er behendiglich her stossen wirt, als bald, und in dem er dann herstost, so trit du mit dem vordern Fuß zur seiten aus, folge mit dem Rechten, und stoß ihm von unden uberhalb seiner Stangen (in dem dieselbige zum stoß herfleugt) gegen seinem gesicht, und entzucke ihm auch hiemit deinen Kopff wol von seinem stoß hinder dein Stangen, so triffestu ihn (dieweil er noch hersticht) in sein gesicht, Oder wann du ihm zu seinem Fuß stöst oder schlechst, und er dieweil deinem gesicht zu stost, so schlage ihm sein herfliegenden stoß aus, und springe zugleich in solchem ausschlagen zur seiten aus seinem stoß, und stoß behend und eilents nach.

Wie du mit einer hand aussen uber seinen Lincken arm zu seinem gesicht stossen, mit dem hindern ort durchwinden, und zur Rechten achsel schlagen solt. HAstu einem vornen von deiner Lincken gegen seiner Rechten angebunden, er aber ligt still und arbeit nicht, so trit mit deinem hindersten Rechten fuß auff dein Rechte seiten, und gehe hiemit auch mit deinem vordern ort hart an seiner Stangen unden durch, unnd stoß ihm behents und ohnversehens von deiner Rechten uber seinem Lincken arm zu seinem gesicht, im hin

ein stossen aber, so laß die Lincke hand von der Stangen, und gib die Rechte seiten dem stoß wol nach, auff das du von uberzwerch dester weiter hinein langest, in solchem stossen wende die rechte hand mit sampt dem hindern theil der Stangen ubersich gegen deiner Lincken, und zuck dein Stangen hiemit umb dein Kopff, auch spring in disem umbzucken behends auff dein Lincke seiten, schlage ihm also schlims gegen seiner Rechten achsel, Diser schlag zu sampt dem stoß sollen behends auff einander und zusamen getrieben werden, spring als dann zu ruck, auff das du dein Stangen wider sicher mit deiner Lincken hand aufffangen und ergreiffen mögest.

Ein anders, wie du mit dem stoß durchwinden solt. DEm thu also, im zufechten so du ihn in gerader versatzung findest, so stoß ihm gericht von deiner Rechten gegen seiner Lincken hand, die er dann in der Stangen vor führet, im anfang aber, so laß dich doch mit geberden mercken als woltestu ihm in sein angesicht stossen, wann du nun mit deinem vordern ort nahet an sein hand komest, so fahre under seiner Stangen durch und trit hiemit auch mit deinem Lincken Fus wol gegen seiner Rechten seiten aus, in solchem aus tretten nim dein Kopff wol mit, und wende also deinen vordern ort im durchstossen aussen uber seinem Rechten Arm zum gesicht, im hinein stechen aber, wende dein Rechte offene hand wol ubersich, an deinem inwendigen Lincken arm hinein, so gehet der stoß desto dieffer.

Ein künstlichen und geschwinden stoß gegen dem der nicht arbeiten, sonder starck in der versatzung ligt zu brauchen. MErck wann du im zufechten deinen gegenpart in gerader Versatzung findest, so schicke dich auch also, und laß dich mit geberden mercken, als woltestu dich aller erst umbsehen was dir

zu fechten sey, under des aber, wann er sich dessen am wenigsten versihet, so trit mit deinem rechten Fuß eilents gegen seiner Lincken seiten aus, und stosse ihm oberhalb seiner Lincken hand (die er dann in der Stangen vor führet) gerichts seiner Brust zu, doch also das du sein Stangen mit der deinen nit rührest, in disem stoß führe dein Rechte hand wol gegen deinem Lincken arm, und auff demselbigen hinein, zu dem so wende hiemit dein Lincke offene hand ubersich umb, so geht der stoß dester dieffer, und triffst eben auff solche weiß an, wie dir solches an dem Bilde zur Lincken hand in der Figur E. fürgestelt.

Ein anders, wie du mit einem stoß ubersich durch sein gesicht stossen. TRinget dein gegenfechter im band auff dich, so bleibe mit deiner Stangen auch hart an der seinen, als bald ihr beide so nahet komen seind, also das die Stangen im anfang des anderen theils zusamen rühren, so bleibe under des mit dem band hart an seiner Stangen, und stosse den hindern ort mit deiner Rechten hand von dir, also das dein vorderer ort auff seiner Stangen gegen seiner Rechten achsel aussehe, zu dem so trit auch mit deinem Rechten Fuß wol auß gegen seiner Lincken seiten, und stosse ihm mit deiner Stangen (doch das du mit deren hart auff der seinen bleibest) gegen seiner Rechten achsel, im hinein stossen aber, wende dein Rechte hand mit dem hindern ort wider zu dir, gegen deiner Brust umb, also das deine Finger an deiner brust und die offene hand oben stehe, wann du also, dieweil du mit deiner Stangen hart auff der seinen bleibest, gegen seiner Rechten achsel stossest, und im hin stossen dein hindern ort wider zu dir wendest, so gehet dein stoß ubersich, und triffst ihn in sein gesicht, er muß aber sehr behendt und mit sterck ins werck gericht und volführet werden.

Zugleich mit disem stoß führe dein Stangen mit beiden henden ubersich, und schlage behend von oben nider gegen seinem gesicht wider nider, in solchem schlag aber, spring mit deinem rechten Fuß noch ferner gegen seiner Lincken seiten umb.

Ein anders, wie du vor ihm hart an seiner Stangen fehl stechen, und lang nachschlagen solt. IM zufechten komme nicht zu nahet auff den Mann, und merck in dem er nicht arbeiten wil, so stosse ihm gegen seiner Rechten seiten, hart an seiner Stangen hinein, als bald er den stoß wehrt, und gegen seiner Rechten abweist, so lasse dein Stangen neben seiner Rechten ablauffen, und zuck die mit der Rechten hand umb den Kopff, und schlage ihm mit einer hand ein geschwinden streych zu seinem Lincken ohr.

Ein guter streich im ubergehen. DEn treib also im zufechten, so bald du ihm sein eusserste theil der Stangen, mit deinem eussersten erlangen kanst, so behalt dein vordern ort gerad vor seinem gesicht, und wende dich in dessen wol auff dein Rechte seiten, also das du ihm den rucken zuwendest, und in dem du ihm den rucken darwendest, dieselbige weil trit auch mit deinem Rechten Fuß hinder deinem Lincken zu ihm, mit solchem trit wende dich für vollen auff deine Rechte seiten umb, unnd schlag mit einer hand, nemlich mit deiner Rechten hinden herumb, gerad von oben zu seinem Kopff, Diser schlag geht sehr wol an wann du in recht machest, dann ob er wol in dem du dich zum streich umbwendest herstöst, so kan er dich doch nicht langen, dieweil du ihm an seinem vordersten ort an=

gebunden hast, und ob er dich schon erlanget, so rühret er dir blößlich den Rucken, du aber triffst ihn gewiß wann er herstöst, auch laufft der streych so geschwindt, das er vor demselbigen zu keinem stoß kommen kan, du magst auch in solchem umbwenden den streych uberzwerch von der mitte herführen.

Ein anders, mit einem Mittelschlag. ALso, wann du im zufechten sein Stangen vornen mit deinem vorderen theil erlangen kanst, so zucke dein Stangen gehlichen umb deinen Kopff, und schlage mit einer hand uberzwerch von deiner Rechten gegen seinem Lincken ohr, zu solchem streich trit mit deinem Rechten Fuß wol gegen seiner Lincken seiten zu, unnd in dem dein streich antrifft, so greiff mit deiner Lincken hand hart vor deiner Rechten wider in die Stangen, und zeihe dieselbige dein Stangen mit deiner Rechten hand wider an dein Brust, in dem du aber also dein Stangen an dich zeuhest, so fare mit der Lincken hand für dir hin in die Stangen hinein, wo weit biß dein Arm ausgestreckt auff deiner Stangen lige, und also die Lincke hand (als ein schilt) auff der Stangen vor deinem gesicht führest.

Die stöß verzucken. WAnn du deinem gegen fechter vornen angebunden hast, oder in der Versatzung vor ihm stehest, und er nicht arbeiten will, so stosse ihm ernstlichen zum gesicht, mit einem weitern zutrit deiner Lincken Fusses, unnd mercke under des fleyssig, so er bereit ist deinen stoß ab zutragen unnd zu versetzen, so volfühere denselbigen nicht, sondern zucke den eylents wider zu

dir durch dein Lincke hand, also das du dieselbige Lincke hand gantz aus gestreckt vor deinem gesicht habest, zugleich in dem du also dein Stangen wider zu dir zeuchst, so stelle dich mit ernsthafften geberden, als woltestu unden durchgehn, und auff der andern seiten stossen, zu solchen verzucken und geberden, mustu deinen vordern Fuß meisterlichen auff heben und wider nider setzen, auff das es nicht anders scheine, dann als stechest du alben zu auff der andern seiten schon daher, aber in dem er jetzt deinem stoß entgegen zur seiten ausfehrt, denselbigen ab zuweisen, so stosse du nur wider gerad für dir hin an das selbige ort, davon du erstlich gezuckt hast, Dises alles sol behendiglichen zugehn, und mit allen umbstenden ernstlich volbracht werden.

Wann er aber vor dir arbeiten und auff dich herstossen würde, so setze im den stoß mit deiner Stangen in einem ruck ab, und führe dem absatz oder der versatzung behend ein stoß nach, aber auff dem weg in dem du hinein stossest, so zucke den selbige wider, sam du abermal unden durch stossen woltest, so wirt er demselbigen eilent begegnen wöllen, in dem er aber der andern seiten zuwischt, in meinung zuversetzen, so stosse gerad vor dir hin abermal an das ort von welchem du gezucket hast.

Mit disen gezuckten stössen kanstu auch alle Leger brechen, Exempel also, findestu deinen widerfechter in der Underhut zur Lincken, so stosse ihm gerad gegen seinem gesicht, und nim war in dem er mit seiner Stangen aufffehrt dein stoß aus zuschlagen, so zuck den ohnvolbracht ein wenig wider an dich, und fahr behends unden durch, und stoß ihm auff seiner Lincken seiten (dieweil er noch im ubersich fahren ist) uber seinem Lincken arm zum gesicht, fehrt er deiner Stangen aber nach, so fahr wider unden durch, unnd das so lang biß du dein gelegenheit ein Blöß zu ereylen ersihest.

Winden. BIndet dein gegenmann von seiner Lincken gegen deiner Rechten, hart an dein Stangen, und tringt mit gerader Versatzung hart auff dich hinein, also das du mit keinem stuck von seiner Stangen abweichen darffest, so bleib mit dem Band hart vor seiner hand an der Stangen, tringe mit dem vordern ort gegen seinem gesicht, auff das er gezwungen werdt auff zufahren, so bald er mit seiner Stangen ein wenig auff in die höhe kommen ist, so bleib mit dem vordern ort in dem allem gleichwol nach an seiner, und mit dem hindern winde im behendiglichen von deiner Rechten gegen seiner Lincken, oben uber die seine, truck ihm die undersich, und schlag ihm mit dem vordern theil (also das dein Lincke hand uber dein Rechte kom) auff sein Kopff, wie dir solches die mitlern bossen in der Figur D. hievor anzeigen.

Ein anders. IM zufechten binde ihm von deiner Rechten seiten gegen seiner Lincken starck an sein Stangen, und arbeite ihm mit dem vordern theil abermals gegen seinem gesicht, damit er gezwungen werde sein Stangen etwas in die höhe zu führen, als bald und in dem er noch ubersich aufffehrt, so bucke dich, und spring mit deinem Rechten Fuß hinein zu ihm under sein Stangen, under des bleibe gleichwol mit dem vordern theil hart an seiner Stangen, und mit dem hinderen theil gehe mit solchem zusprung under der seinen durch, unnd wend mit demselbigen auff seiner Rechten seiten uber sein Stangen, so kompt das vorder ort hernach, mit welchem schlage ihn auff seinen Kopff, oder trucke mit deinem hindern ort (in dem du ubergewunden hast) undersich, und reisse mit demselbigen zugleich auch auß, stoß ihn mit dem vordern ort gegen seinem ge=

sicht, ist er aber so starck im ubersich trucken, also das du ihm sein Stangen mit deinem hindern ort nicht undersich zwingen kanst, so winde ihm den vordern theil (in dem du mit dem hindern darzu getrungen, aufffahren müst) von unden auff, dieweil er ubersich tringt, neben seinem Rechten arm zu seim gesicht, wo er dir aber (in dem du mit deinem hindern ort uber seine Stangen windest) mit seinem hindern ort aufffahren und oben uberwinden wolte, so wende eilents von deiner Lincken, mit deinem vordern theil gegen seiner Rechten, uber seinem Rechten arm hin uber umb sein Kopff, und faß ihn mit deiner Stangen umb seinen hals, ruck hiemit auff dem Lincken seiten zu dir.

Oder bind ihm von deiner Rechten gegen seiner Lincken an, und bleib also mit deinem vordern theil hart an seiner Stangen, mit dem hindern ort aber wende in einem zu tritt deines Rechten fuß, von unden zwischen sein hand und Stangen hinein, Reiß damit ubersich aus, wie dir solches die mitlern bossen in nach getruckter Figur F. anzeigen, arbeite als dann ferner nach deinem vortheil.

Item binde ihm von deiner Lincken gegen seiner Rechten, hart vor seiner hand in sein Stangen, bleib mit demselbigen vordern ort hart an seiner Stangen, unnd mit dem hindern winde im (mit einem zusprung deines Rechten fusses) uber seiner Stangen, und uber sein Rechte achsel umb sein halß, trit under des nach ferner mit deinem Rechten fuß hinder sein Lincke, wirff ihn uber dein Recht bein, wie du solches in hievor getruckter Figur C sehen kanst.

Ein Stangen nemen. ES begibt sich offt das beide Stangen in der mitte zusamen gebunden werden, wann sich nun solches mit dir begibt, so bleib mit deiner Stangen an der seinen, und lasse dein Linck hand

ab, verkehr die, und greiff damit beide Stangen, und fahre demnach mit dem hindern ort under seiner durch, ruck also mit der Rechten hand ubersich zu dir, so muß er die lassen, oder wann du ihm mit deinem Rechten fuß hinder tritst, fallen.

Treiben. DAs ficht also, wann du im zufechten mit deinem Rechten fuß vor bist, desgleichen auch die Lincke hand in der Stangen vorführest, so erhebe dein Stangen mit beiden henden ubersich gegen deiner Lincken achsel, schlage also (mit einem nach fernern zutrit deines Lincken fusses) gegen seiner Rechten, von oben an seiner Stangen zu seinen Fingern starck durch, biß in die rechte Underhut, mit wol nach gehencktem leib, als dann Reisse starck wider ubersich durch sein Stangen, biß wider in die Lincke Oberhut, er stosse hie zwischen wann er wölle, so nimstu ihm solche mit dem von oben niderschlagen, und von unden ubersich ausreissen aus, dises treib ein streich drey, vier oder fünffe, mit sterck von unden zusamen, so lang biß du dein gelegenheit zu stossen ersihest.

Ein stuck aus dem Treiben. IM zufechten so bald du den Mann erlangen kanst, als bald treibe schlims von oben und unden, wie nechst gelehrt starck zusamen, wann du nun ein streich vier getrieben hast, so thu zum letsten als woltestu abermals gantz ernstlich unnd stercker dann vor, gegen seiner Rechten achsel schlagen, aber im herab schlagen, so führe dein Stangen lüstig behendiglich hart an seiner Stangen unden durch, unnd trit in solchem durchfahren wol gegen seiner Lincken seyten aus, stoß also in dem du durchgangen bist, von der andern seiten uber seinem Lincken arm zu seinem gesicht.

In allem Fechten nim fleissig war, das du dich in keinen weg abreytzen oder verführen last, auch deine stöß ohn sonderlichen vortheil im Vor nicht ledig stossest, findestu aber deinen gegen fechter in einer solchen Hut darinnen er dir ein Blöß dargibt, so soltu ihm nicht freffel zu derselbigen stossen, sonder schauwen ob du ihn mit verzuckten stössen auffbringen, demnach durchwechseln mögest, wo er aber in seinen fürgenomenen Legern zu lang verharret, so kanstu in ohnversehens wol ereylen, wann er sichs am wenigsten versihet, hastu ihm aber angebunden, und darffest aber entblössens halben nicht wol (im Vor) stossen, so führe einen stoß hart an seiner Stangen hinein, und füle im hinein stossen eben, ob er dir wölle deinen stoß ausnemen oder ausschlagen, als bald du das entpfindest, so gehe mit deinem stoß unden durch, unnd hilffe seiner Stangen vollen gegen der seiten, gegen welcher er dir ausgeschlagen hat, oder stoß im dieweil er nach ausschlecht auff der ander seiten hinein, empfindestu aber das er mit dir zugleich stossen will, so biß nicht zu geh mit deinem stoß, sonder verhalt den fein heimlich oder ohnmerksam, so lang biß er im vollen herstossen ist, als bald er dann herstöst, so führe im seine Stangen in deinem hinein stossen aus, als dann stosse deinen angehebten stoß für vollen hinein, Also soltu in allen stucken nicht zu geh sein, sonder auffmercken was er für habe auff dich zufechten, damit du ihm dester füglicher begegnen könnest.

Ein anders aus dem durchfahren. TReibe abermals wie vor durch sein Stangen, ein mal zwey, und wann er sichs am wenigsten versihet, so falle gehlingen under seiner Stangen durch, unnd reisse ihm demnach eylents sein Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken undersich aus, und laß hiemit dein Stangen umb den Kopff fahren, und schlage mit einer hand lang nach, Ehe dann ich aber mit diser Wehr schliesse, will ich zu voren di andern auch uberlauffen, und durchgehn, dieweil ohne das dise drey Wehr aus einem grund gefochten werden.

Von der Hellenparten. OB wol mein fürhaben nicht ist alhie an disem ort von einem jeden Hauw und Stich insonderheit zuschreiben, so hab ich doch nicht umbgehn wöllen, dise sechs Häuw in der Helleparten anfangs hieher zusetzen, als die nicht allein zur übung dadurch der leib zu aller behendigkeit angeführet werde nützlich, sondern vil mehr einem jeden der sich in dergleichen Wehren zu ernstlicher gegen wehr geschickt machen wil nötig, darumb so magstu die vor allen dingen lernen und manlichen von dir treiben, und hauwen wie volget.

Kreutzhauw in der Hellenparten von oben. ALso, führestu dein Lincke hand in der Stangen vor, so komme mit deinem Lincken fuß im zufechten auch vor, unnd Hauwe den ersten mit außgestrecktem Arm von deiner Lincken, von oben gegen seiner Rechten schlims durch sein gesicht, und neben deiner Rechten zu ruck hindersich durch, also das dein blat neben deiner Rechten oben wider uber und fürschiesse, auff das die spitz deiner Helleparten gegen deines widerparts gesicht stande, aller ding wie du bißher vom Ochsen gelehrt bist, von dannen Reisse als dann mit deinem hocken uberort, undersich gegen deiner Lincken, also das dein blat der Helleparten neben der selbigen auch hindersich zu ruck durch, und gantz füruber laufft, damit du mit deiner Helleparten zur Lincken in die Oberhut kommest zum vorigen Hauw, und Hauwe also wider wie vor von deiner Lincken von oben schlims gegen seinem gesicht durch, und treib das führter wie jetz gelehrt, ein hauw etlich hindersich und fursich, dem Mann gegen seinem gesicht nach außweisung des uberort kreutz durch.

Kreutzhauw von unden. KOmme aber mit deinem Lincken fuß vor, und führe dein Helleparten wie vor in der Oberhut zur Lincken, von dannen hauwe mit der scherpffe des blats, neben deiner Lincken von unden gegen seiner Rechten, ubersich uberort durch sein gesicht, mit solchem Underhauw fahre mit beiden Armen hoch, also das du nach ende des Hauwes

dein Hellepart mit beiden henden zur Rechten seiten hoch neben deinem Kopff haltest, unnd die spitz abermal dem Mann gegen seinem gesicht stande, hiemit wende dich wol auff dein Rechte seiten, also das du ihm dem halben theil deines Ruckens zukehrest, und Reisse als bald neben deiner Rechten von unden schlims uberort ubersich gegen seienr Lincken durch sein gesicht, also das dein Hellepart nach ende des Risses hinder deiner Lincken achsel außsehe, so stehestu also zu einem gezuckten Oberhauw, von dannen wende die scharpffe schneide deines blats wider neben oder hinder deiner Lincken undersich, und Hauwe abermal neben deiner Lincken von unden schlims ubersich gegen seiner Rechten uberort zu seinem gesicht durch, und wende dich mit solchem Underhauw abermals wol gegen deiner Rechten seiten, auff das du wider wie vor, mit dem hocken deiner Helleparten neben deiner Rechten von unden auff ubersich gegen seiner Lincken durch sein gesicht reissen könnest.

Treiben uberort durch den mann. STand mit dem Lincken Fuß vor wie alwegen, unnd führe dein Helleparten in der Rechten Oberhut, auff solche weiß wie das eusser und ober kleiner Bild zur Rechten hand anzeigt, von deren Reisse mit deinem hacken gegen seiner Lincken zum gesicht, undersich gegen deiner Lincken durch, also das dein Helleparten hinder dir gegen der erden außsehe, von dannen als bald Hauwe demnach wider von deiner Lincken, mit dem scharpffen blat gegen seiner Rechten uberort schlims durch sein gesicht, biß wider in die vorige rechte Oberhut, von dannen Reiß mit dem hocken wider undersich gegen deiner Lincken, unnd fürter auff dise weiß treib mit deiner Helleparten schlims uber deinen fürgesetzten schenckel, von oben und unden uberort starck durch sein gesicht, einmal etlich biß du dein gelegenheit ersihest, wie du in stucken vernemen wirst.

Ein ander treiben. IM zufechten Hauwe mit dem blat, von deiner Lincken gegen seiner Rechten schlims von oben durch sein gesicht, also das du mit solchem hauw biß in die Rechten Underhut kommest, von deren reisse behendiglich wider gegen seiner Lincken schlims ubersich durch sein gesicht, biß wider in die Lincke Oberhut, auff solche weiß solt

du geschwindt unnd starck von Unden und Oben gegen einander durchbrechen, auff das du ihm hiemit alle seine Stich abtragen könnest, und schauwe aber under deß fleissig auff dein gelegenheit, wie du hiezwischen ein Blöß ereylen mögest.

Dise vier Thribhäuw, nemlich die ersten durchs Kreutz, und die zwen andern uberort, soltu alwegen ineinander treiben, und undereinandern abwechseln können, auß welchen dann andere Treiben mehr folgen werden, wie du aber auß diser und dergleichen Wehr Fechten solt, will ich dir in der ordnung etliche stuck nach einander setzen, wie volgt.

Das erste stuck auß dem Oberhauw. IM zufechten wan du für deinen Man in gerader Versatzung oder felt Hut, so nahet zu ihm komen bist, also das beide Blat zusamen binden oder rühren können, so erhebe dein Helleparten zu sampt deinem Lincken fuß, der dann vor stehn sol, eylents ubersich, und Hauwe uhnversehenlich behend gegen seiner Rechten, hart an seiner Helleparten, von Oben gegen seinen henden starck durch nider, unnd im herab hauwen, so Wechsele hiemit under seiner Helleparten durch, und Stich als bald auff der andern seiten, das ist, gegen seiner Lincken seiten zu seinem gesicht.

Das ander stuck aus dem Oberhauw, lehrt dich wie du dein Helleparten geger deiner Lincken umb den Kopff zucken, und gegen seiner Lincken durch hauwen, demnach gegen seiner Rechten zum gesicht stechen solt. FIehrestu dein Lincke hand in der Stangen deiner Helleparten vor, so mercke als bald du im sein Blat mit dem deinen erlangen kanst, so erhebe deine Helleparten mit beiden henden eylents ubersich, und Hauwe außwendig gegen seinem Lincken arm (welchen er in der Stangen vor hat) von Oben nider, mit einem fernern zutrit deines Lincken fusses, starck durch, auff das du nach ende des hauwes, durch weit von einander tretten, mit dem obern leib wol nach gesenckt standest, disem durchhauwen wirt er eylents nach stechen, Derwegen merck fleissig das du (in dem er hersticht) mit dem rechten Fuß hinder deinem Lincken außtrettest, unnd schlage ihm (dieweil

du also außtrittest) sein herfliegende Helleparten mit deinem Blat auß, dan dieweil er sich mit dem eylents nachstossen sehr in die schweche gibt, kanstu seine Helleparten leichtlich so vil außschlagen, und dermassen schwechen, das du ihm (ehe dann er sich wider erholt) sicher und wol zur Blösse stechen kanst.

Ein anders auß disem Oberhauw. MErck wann du also in der geraden Versatzung zu ihm kommest, unnd er nicht arbeiten will, so erhebe deine Helleparten abermals in eyl wie vor, und thu als woltestu ihm wider also außwendig zu seinem Linken arm hauwen, du solt aber denselbigen Hauw nicht antreffen lassen, sonder dieweil er mit seiner Helleparten, den hauw zu versetzen nach abfehret, so fahr du under der seinen durch, und Stich ihm auff der andern seiten mit einem austrit gegen derselbigen, zum gesicht, in disem hinein stechen dieweil du dich etwas in die schwech gibst, und blössest, wirt er dir mit stechen behendiglichen zueilen, desselbigen seines stossens nim in deinem hinein stechen fleissig war, und fahre ihm dieweil er also herstosset, mit deinem Blat uber sein Stangen, Reisse also eben in dem er her stoßt, auff seiner Stangen her, mit deines Blats hocken zu dir, so ergreiffestu ihm damit seinen hocken, unnd nimst im seine Helleparten, als bald du ihm sein Helleparten etwas außgerissen hast, so stosse eilents wider gerad für dir hin, gegen seinem gesicht.

Regel. ALs offt du nun also neben seiner Hellenparten nach seinem Arm, oder der Hand zu, von Oben nider durchhauwest, es geschehe solches ihn damit auff zubringen, oder auß seinem vortheil abzulocken, oder ihm sein hand oder Arm damit zuletzen, So merck fleissig, in dem du mit deiner Hellepart under der seinen durchfellest, ob er dir nachstechen wölle, als bald er solches thut, so fahre behend mit uberzwerchem Blat wider ubersich, und schlage ihme also seinen herfliegenden stoß von Unden ubersich auß, unnd stoß ihm behendiglich ehe dann er sich wider erholt, gewaltiglich nach.

Auß dem Underhauw. IM zufechten schicke dich in die Lange gerade Versatzung, von dannen erhebe deine Hellepart ubersich in die Oberhut, und dieweil, du aber also dein Helleparten ubersich hebest, dieselbige weil verkehr dein Lincke hand,

in der Stangen, also das du sie gefast habest, wie dich das Bild in der Figur H. zur rechten Hand lehrt, und Hauwe neben deiner Lincken seiten von Unden gegen seiner Rechten, mit dem Blat schlims ubersich durch, biß in die Oberhut, sticht er hiezwischen, so Reisse[24] ihm den mit dem Underhauw ubersich auß, demnach Reisse mit dem Blat wider uberort gegen deiner Lincken undersich, und lasse umb den Kopff fahren, Hauwe also mit einer hand gerad und lang von Oben hinein, Dises stuck wan du das geschwindt treibest, so geht es dir wol an.

Ein anders. BInde ihm von deiner Lincken gegen seiner Rechten, mit deinem Blat an das seinige ahn, und rucke ihm dasselbige in einem uhnversehenen truck von dir auß, zucke behend wider gegen deiner Lincken umb den Kopff, in solchem umbzucken (nach dem du hiemit der Stangen einen schwung gegeben hast) lasse die Lincke hand ab, und Hauwe also mit einer hand, von deiner Rechten uberzwerch von Unden gegen seiner Lincken zum Kopff, als bald strecke dein Rechte offene hand wider von dir auß, unnd ergreiffe mit derselbigen dein Hellepart (die dann noch im von Unden ubersich fahren ist) wider, Hauwe demnach behendiglichen mit beiden henden von Oben nider, mit einem außtrit gegen seinem Kopff, mit disem hauw soltu ihm (wo er under des herstechen wurde) seinen Helleparten nider Dempffen, und demnach behendiglichen nachstechen.

Ein Stuck auß dem Mittelhauw IM zufechten wann du fur den Mann komest, so erhebe dein Helleparten in die Oberhut, aller ding wie dich das Bild in der Figur G. zur Lincken hand lehrt, und Hauwe von dannen mit beiden henden uberzwerch gegen seiner Rechten, dem gesicht und der Helleparten zu starck durch, wende demnach eilents dein Blat ubersich, und Reisse also bald herwider von deiner Rechten gegen seiner Lincken, auch uberzwerch, und starck gegen seinem gesicht, und der Hellepart durch, zucke hiemit dein Hellepart gegen deiner Lincken, mit beiden henden umb den Kopff, und Hauwe von Oben nider gegen seinem Lincken Arm den er vor führet, und dem gesicht zu durch, Stiche ihm letstlichen gerad seinem gesicht zu, nach, Mit disen zweyen uberzwerchen Mittelhäuwen, Reissestu ihm sein Helleparten von einer seiten zur andern auß, und zwingest ihn also, das er sich muß engsten, wie er sich mit seiner Helleparten in gerader stercke erhalte, derenhalben kanstu in wol (dieweil er sich also bemühet zuerhalten) mit dem Oberhauw ereylen.

Reissen. MErck, als bald dir einer mit seinem Blat an das deinige hat angebunden, so fahr mit deinem Blat an seiner Stangen ein wenig uber seines, also das du mit dem deinen uber das seinige hinein komest, und wend mit demselbigen uber sein Stangen, auff solches Reisse behend und starck undersich zu dir, und ruck im also sein Wehr in die schwech, Stich also auff dasselbige behend an seiner Helleparten ubersich gegen seinem gesicht, fehrt er in eyl ubersich den stoß abzuwenden, so Wechsel behend (in dem er aufffehrt) unden durch, und Stich ihm einem außtrit auff der andern seiten hinein, das gehet zu beiden seiten.

Wie du dich mit dem durchwechseln und Reissen, gegen dem der bald nachstößt, halten solt. SO du einem von deiner Lincken seiten angebunden hast, so Wechßle ihm mit unachtsamen versaumlichen geberden durch, damit er dester ehe zu zustechen angereitzt werde, als bald er nun (in deinem durchwechseln) hersticht, so wend mit deinem Blat uber sein Stangen, und Reisse abermals zu dir, gegen deiner Lincken, wie du zuvoren gegen deiner Rechten gerissen hast.

Item Stich auff einer seiten, doch mit fürsichtigkeit hinein, und merck fleissig ob er (in dem du hinein stichst) mit dir zugleich hinein stechen wölle, so bald du das gewahr und innen wirst, als bald wende mit deinem Blat uber sein Stangen, und Reiß eben in dem er hersticht, mit deinem Blat undersich zu dir, stoß behendiglich ehe dann er sich wieder erholt, gegen seinem gesicht, so wirstu ihm die Hellepart außreissen und treffen.

Oder Wann du also in deinem hinein stechen fülest, das er mit dir zugleich stechen will, so verhalt dein stoß fein heimlich und uhnmercksam, und trit hiemit wol beseits auß zu ihm, auch trucke ihm zugleich sein Stangen eilents underisch von dir, schiebe also mit solchem undersich trucken, dein Helleparten auff der seinen hinein, uber sein achsel hinauß, fasse ihn mit deinem Blat umb den Halß, Reisse ihn mit demselbigen zu dir, wie du solches an den mitlern bossen in der Figur I. sehen kanst.

Weiter merck wann du einem mit deinem Blat angebunden hast, und er nicht arbeiten will, so gehe in eil und uhnversehens vom Blat ab, und trit ein wenig gegen der seiten, gegen welche du angebunden hast, auß, Stich

hiemit behendiglich gegen seinem gesicht zu, im hinein stechen aber nim war, ob er dir den stich versetzen und außschlagen wölle, thut er das, so lasse dein Blat undersich sincken, ergreiff ihn damit (dieweil er noch also im außschlagen ist) bey seinem fürgesetzten bein, und Rucke dasselbige zu dir, wie du solches in der Figur K. sehen kanst.

Stehestu vor einem in voller arbeit, so laß dich mit geberden mercken, als stechestu ernstlich, und blösse hiemit (doch fürsichtig) dein gesicht, auff das er dardurch angereitzt werde zustechen, als bald er demnach hersticht, so ergreiffe ihm mit deinem Blat das seinige, und Reisse hiemit also (eben in dem er hersticht) undersich zu dir, so nimstu ihm aber sein Helleparten wie oben, davon besihe die Figur D.

Wie du ihm die Helleparten vornen an halß setzen solt. SChicke dich mit deiner Helleparten in gerade Versatzung, und nim fleissig wahr als bald er gegen deiner Rechten herein zum gesicht sticht, so trit du under des behendiglich gegen seiner Rechten auß, unnd fahre ihm mit dem uberzwerchen Blat an seinem Halß, wie du solches in der Figur A. hievor sehen kanst, tring also gewaltiglichen zu ihm, im hinein tringen aber laß dein Stangen ein wenig durch beide hend (auff das du dester neher zu im kommest) hinder dir außfahren, und trit ihm wider seinen fürgesetzten schenkel, so felt er.

Oder so dir einer gegen deiner Rechten zum gesicht hersticht (wie vor) so spring abermals in dem er hersticht, gegen seiner Rechten zu ihm, unnd winde ihm hiemit zugleich mit deinem Blat oder gantzen Helleparten Oben uber die seine, wie dir solches an den zweyen obern bossen zur Rechten hand in der Figur F. fürgebildet, arbeit im nachmals gegen seinem gesicht, nach deinem gefallen. Bruch, so bald dir einer auff solche weiß oder dergleichen uberwindet, so lauffe ihm mit dem hindern ort ein.

Im zufechten schauwe wie du ihm sein Helleparten hinder seinem Blat, mit deinem uberzwerchen Blatt aufffangest, oder im anbinden dieselbige also ergreiffest, aller ding wie solche in der Figur M. hernach furgemohlet ist, und lasse ihn darvon nit abkomen, sonder führe ihm die seine hiemit ubersich, unnd nim fleissig wahr, als bald er ubersich abgeht, so Stich gerichts für dir hin (dieweil er nach abgeht) gegen seiner Brust, oder dem gesicht zu, deren eines du dann gewiß haben wirst, Hat dir einer auff jetz gelehrte weiß dein Helleparten gefast, und wartet auff dein abgehn, so rucke dein Helleparten ubersich ab, und in dem er als dann herstoßt, so wende das hinder ort

ubersich, und sencke die Helleparten vornen undersich, schlage ihm also seinen herkomenden stich mit hangenter Helleparten (auff solche weiß) aus, wie das Bild zur Rechten hand in der Figur B. hievor anzeigt und lehrt, als dann stich im eilents nach der nechsten Blöß zu.

Fuhret dir einer wie oben gelehrt, dein Hellepart zu hoch ubersich, so bleibe oder trucke ihm hart auff seine blat, und lauffe im underdes mit dem hindern ort hinein, winde im mit demselbigen oberhalb oder underhalb seiner stangen zwischen die arm, oder umb sein hals, hindertrit ihn zum wurff.

Wann du nun also dein Helleparten vor deinem man (der dann nicht arbeiten wil) in gerader versatzung mit dem Lincken fuß vorstehest, so hebe deine hindere hand eilents ubersich, die vorder aber, sampt dem blat, lasse gegen deiner Lincken undersich sincken, und zucke dieselbigen also mit beiden henden gegen deiner Lincken umb den kopff, zugleich in dem du also umb den kopff umdzuckest[!], dieselbige weil trit auch mit dem Lincken fuß wol auß gegen seiner Rechten, und Hauwe hiemit gewaltiglich von deiner Lincken gegen seiner Rechten durch sein gesicht, in dem du aber also herhauwest, so merck ob er zu versetzen auffgefahren sey, so bald du das ersihest, so far behendiglich auch mit der hindern Rechten hand ubersich, und laß die Helleparten vornen etwaß undersich sincken, wechsele also neben seinem Rechten arm undersich herumb, und stoß ihn dieweil er noch mit beiden henden in der höhe, für die brust, wie dir dann solches an den kleinen mitlern bossen in der Figur K. fürgebildet ist.

Item hauwe abermals also einen hohen rund streich, von deiner Lincken mit einem außtrit gegen seiner Rechten, in dem er aber aufffehrt den zuversetzen, so zucke dein Helleparten wider gegen deiner Lincken, von welcher lincken hauwe als dann uberzwerch durch sein fuß, und wende auff der andern seiten behendiglich mit einem Riß, wider gegen seiner Helleparten.

Auch soltu fürnemlich mercken als offt du ein Rundstreich thun wilt, ob er dir underdes dieweil du mit deiner Helleparten herumb zuckest, zu stechen wil, als bald er hersticht, so Hauwe ihm mit dem Rundhauw von oben auff sein Helleparten, nahet hinder seinem blat, schauwe aber das du zu solchem hauw wol gegen seiner Rechten außgetretten seyest, als bald du im also sein Hellepart triffst, so Reisse gegen deiner Lincken seiten undersich zu dir, so numstu im sein Helleparten.

Item stich im ernstlichen gegen seiner Rechten zum gesicht, und im hinein stechen aber lasse dein vorder ort (dieweil er den stich abtragen und versetzen wil) undersich sincken, zucke hiemit dein Hellepart mit beiden henden gegen deiner Lincken umb den Kopff, und hauwe also mit beiden henden gerad von oben, mit einem fernern zutrit deines Lincken fuß, im zum kopff, mit disem hauw, dempstu im sein Hellepart (wo er anders herstechen wirt) zu grund, eyle bald mit dem stoß gerad für dir hin.

Etliche brüch auff die Leger, oder wie du ihn sonst angreiffen solt. BEgegnet dir einer in der Oberhut, und begert dir deine stich zu dempffen, so thu als woltestu ernstlichen gegen seinem gesichte stechen, damit du in herab reitzest, im hinein stechen aber nim fleissig war, als bald er mit dem Oberhauw herab felt, so trit underdes behendiglichen zur seiten auß, zucke auch hiemit dein Helleparte under der seinen herfur, und falle im mit derselbigen von Oben auff die seine, Reisse ihm die mit deinem blat undersich zu dir, stich im als dann erst volkomen vom riß ab, gegen seinem gesicht. Oder trauwe im zu seinem gesicht zustechen, und in dem er mit seiner Helleparten herab fellet, so zucke dein Helleparten mit einem außsprung gegen der seiten auß, und stich ihm oberhalb der seinen zum gesicht.

Findestu einen in der Underhut, so falle im unversehener weiß mit deiner Hellepart hart hinder seinem blat, auf die seine, wie dir solches in der Figur G. fürgebildet, halt in ihe so lang auff, biß du dein gelegenheit ersihest zu arbeiten. Oder stich im ernstlich gegen seinem gesicht, so wirdt er gehlingen aufffahren, in willens deinen stich auß zuschlagen, derhalben lasse in die nicht rühren, sonder verzuck und wechsel (dieweil er noch aufffehrt) unden durch, und stich ihm auff der andern seiten hinein, magst ihm auch von der andern seiten außschlagen, als dann erst nach stechen.

Findestu einen in der Nebenhut, so treibe in mit einem verzuckten stich auff, als bald er nun auffgehet, so wechsele behendiglich durch, und ergreiffe im von der anderen seiten seinen hocken, mit dem deinen, unnd reisse zu dir, und schawe wo du ihn sonst mit stossen ereylen kanst.

Findestu einen in gerader versatzung, so binde im mit deinem blat an das seine an, unnd merck fleissig wann er am ernstlichesten, auff dein abgehn warnemen wil, so hebe eilents den hindern ort ubersich, und sencke das blat neben seinem undersich, damit reitzestu in (dieweil du hiedurch bloß wirst) das er ohne verzug nachstossen wirdt, als bald er nun hersticht, so hastu zweyerley stuck gegen im zutreiben die gut seind, als erstlich wann du also dein Helleparten last vornen undersich sincken, und den hinern ort ubersich gehebt hast, so trit in dem er jetz hersticht, mit dem Rechten fuß wol gegen seiner Lincken zur seiten auß, und wende den hindern ort wider undersich gegen deiner weiche, zu dir, und stiche in disem undersich winden zugleich mit ihm, gegen seiner Lincken zu seinem gesicht, in dem du also hinein stichst, so bucke deinen kopff wol auff dein Rechte seiten, uber dein Helleparten stang, auff das

du ihm dein gesicht (welches er gewiß vermeint zu treffen) hiemit entziehest. Fürs ander wann du vor ihm dein Hellepart hast undersich sincken lassen, so gehe also mit hangendem blat, under seiner Hellepart gegen deiner Lincken durch, als bald er dieweil hersticht, so wende abermals den hindern ort undersich zu dir, und schlag ihm hiemit sein Hellepart von deiner Lincken seiten auß, als dan ehe er sich wider erholt, soltu in mit dem stich getroffen haben.

Ein Zornhauw. IM zufechten schicke dich in die felthut, das ist in gerader versatzung, doch das du den hindern ort lassest hinder dir auß etwas durchgehn, als bald dir nun einer zusticht, so nime im seinen stich gegen deiner Lincken aus, und laß dein Hellepart hiemit gegen deiner Lincken umb den kopff fahren, im herumb zucken aber, lasse die vorder Lincke hand ab, und greiff mit derselbigen hinder deiner Rechten hand an das hinder ort deiner Hellparten, Hauwe im also mit beiden henden das blat gegen seiner Lincken zum Kopff.

Es hauwe oder schlage dir einer von Oben was er wöl, so verkehr dein vordere Lincke hand in der stangen, fahr also mit beiden henden hoch auff, und spring hiemit wol zu im under seinen streich, fang im den zwischen dein beiden hend winde im under oder oberhalb ein, und setz ihm an.

Oder hauw ihm uberzwerch von Unden dargegen, wechselt er durch, so Reise du ihm nach. Nun wil ich weiter auch zum langen Spieß, etwas von demselbigen in kürtze zu handlen, fürt schreiten, als dann letstlich mit einer gemeinen lehr uber dise drey Wehr beschliessen.

Fechten im Langen Spieß. SO vil nun den langen Spieß anlanget, hastu erstlich die Leger, deren seind sechs als da ist die Oberhut zum schlag, Mittelhut, und der Olber, demnach die Oberhut auff deiner Lincken achsel zum stoß,

Item die Underhut auff deinem fürgeseckten kni, sampt der Dempffhut, wie dann solche in der ordnung nach einander beschriben, als dann folgen die drey furnemsten stöß, als der Ober zum gesicht, der Under zum gemecht, der dritte de Brust zu, in welchen dreyen die andern alle verfast unnd begriffen, Demnach zum letsten die stuck auß den Legern, sampt ihren anhangenden Bruchen.

Oberhut. ZU deren schicke dich also standt mit dem Lincken fuß vor, und halte das hinder ort deines Spieß mit der Rechten hand, an der Rechten weiche, und mit der Lincken führe denselbigen mit dem vordern theil ubersich vor dir her.

Mittelhut oder gerade versatzung. WAnn du nun den hindern ort (wie jetz gelehrt) an deiner Rechten weiche behaltest, und last das vorder theil deines Spiesses undersich sincken, also fern biß das dasselbige deinem gegenfechter in sein gesicht stande, so heist es zwischen der obern und undern, die Mittelhut oder gerade versatzung, Wann du als dan den hindern ort ferner hinder dir außgehn lassest, also das du dein Spieß in der mitte auff jetz gedachte form, den vordern ort gegen seinem gesicht führet, so wirt solches die Feldhut genant unnd geheissen, darumb dieweil der lange Spieß ohngefahrlich auff solche form der mehrer theil im felt zur gegenwehr also geführet wirt.

Nebenhut und Wechsel. FIehre deinen Spieß mit dem hindern ort, wie oben bey der Oberhut gemelt, an der Rechten weiche, und lasse das vorder theil desselbigen gerad vor dir außgestreckt auff der erden ligen, doch das du den mit beiden henden also gefast habest, damit du denselbigen nach deinem gefallen, so offt das not sein wirdt, zu einem stoß durch das gewicht auffschwingen mögest, wann du nun deinen Spieß, das hinder ort mit der Rechten hand in derselbigen weiche, die Lincke hand aber im Spieß hinein außgestreckt und mit dem vordern theil auff der erden führest, zu welcher seiten als dann das vorder theil verruckest, es sey gegen Rechter oder Lincken seiten, so heist es die Nebenhut.

Wechsel aber, wann du von einer seiten zur andern abwechselst, dann sonst kein Leger darin man still steht, von ihm selber wechsel genant kan werden.

Oberhut zum stoß. WAnn du im zufechten mit dem Lincken fuß vorkommest, unnd hast deinen Spieß vor deiner Lincken hand auff deiner Lincken achsel ligen, wie dir dann solches an dem obern Bilde zur Rechten hand, in der Figur C. furgebildet, so hastu es recht gemacht, magst also hierauß Fechten, wie du hernach gelehrt wirst.

Underhut. ZU deren schicke dich also, stand abermals mit dem Lincken fuß vor, und halt dein Spieß mit der Lincken hand auff deinem vorgesetzten kni, also das der vorder ort ubersich, dem man gegen seinem gesicht stande, fast auff solche form wie dir das grosser Bild im spitz zu vorderst am Buch under dem Tittel anzeigt.

Dempffhut. WAnn du mit dem Lincken fuß vorstehest, und deinen Spieß mit dem hindern ort inwendig an deinem Rechten schenckel angesetzt, auch mit außgestreckter Lincker hand, auff das weitest so dir immer müglich, in den Spieß stangen hinein griffen hast, also das du deinen Spieß in gewaltiger stercke in einem weiten stand, aller ding wie dir solches in Figur I. zur Lincken hand fürgemahlet, vor dir her führest und haltest, so hastu es recht gemacht, kanst ihm also hierauß seine stangen undersich dempffen, und auff halten nach deinem gefallen, darumb dann dise Hut Dempffhut geheissen und genant wirdt.

Von Stössen wie du die frey fliegendt ins werck richten solt. DIeweil aber von aller hand stossen, nach der lenge in stucken folgen wirt, wil ich dir allein den Ober und Understoß (wie die ins werck zu richten seind) anzeigen also. Führe deinen Spieß in der Oberhut, auff d einer[!] Lincken achsel, davon hievor gelehrt, gibe also deinem Spieß vornen einen heimlichen schwung, unnd trit under des mit deinem Lincken fuß furt, stoß also mit disem fürtrit (dieweil dein Spieß noch im vorigen schwung ubersich fleugt) für dir hin gegen seinem gesicht, also das deine beide arm nach ende des stoß, auff das weitest außgestreckt seyen, indes dieweil dein Spieß wider undersich gegen der erden sinckt, soltu mit dem Lincken fuß noch ferner fürttretten, und dein Spieß (ehe dann er volkomen zu der erden gesuncken ist) mit beyden henden wider zu dir ziehen, auch dein obern leib dem Spieß noch undersich sencken, und denselbigen hiemit auff dem wol fürsich gebogen kni in die Underhut sincken lassen, also das der vorder ort dem man in sein gesicht stande.

Stoß von unden. WAnn du nun deinen Spieß in der Underhut hast, so gibe demselbigen vornen abermal einen schwung, unnd in dem selbigen schwung stosse mit beiden henden fürsich auff, gegen seinem gesicht, als bald deine Arm durch solches gegen seinem gesicht stossen, auff das eusserste gestreckt seind, so zucke denselbigen mit wider auffgerichtem leib (ehe dann er den schwang undersich zufallen bekommet) wider hindersich zu dir auff die Lincke achsel, in die Oberhut.

Wann du dise zwen stich zusampt dem fliegenden recht machen und treiben kanst, so werden dir die andern alle zu Fechten dester leichter werden, Nun will ich ferner ein Leger nach dem andern, die stuck darauß anzuzeigen und lehren fürnemen, Dieweil aber von der ersten Oberhut, hernach bey den Brüchen, auff die Leger füglicher gesagt wirt, will ich mit der andern Oberhut meinen anhab nemen, auß welcher ficht also.

Fechten auß der Oberhut. SOvil nun die stuck und das Fechten im Spieß belanget, will ich dich zu vorderst ermant und erinnert haben, das du fleissig achtung geben wöllest, auff die Vor und Nachstöß, wie ich dir dann alle stuck (wo es nötig sein wirdt) in dreyerley weg zu verzichten, anzeigen und lehren wil. Und zum ersten, wann du in der oberhut, also, das du dein Spieß auf der Rechten achseln ligen hast, mit deinem Lincken fuß vorstehest, und er dein gegenfechter stoßt gegen deiner Lincken her, so trit mit deinem Rechten sprungsweiß wol gegen seiner Lincken, aus seinem stoß, stoß also zugleich mit ihm hinein, auch lasse im hinein stossen, die Lincke hand vom Spieß ab, unnd wende hiemit dein Rechte seiten deinem stoß wol nach, wann du nun also behendiglichen außgesprungen, auch im hinein stossen dein Recte hand gegen deiner Lincken ubersich gewendet, und den Rechten arm dapffer außgestreckt hast, so fehlet er, und triffestu, nach dem du dich nun also verstossen, so rucke als bald den hindern ort mit der Rechten hand wider ubersich zu dir, in dem du aber deinen Spieß also zu dier ruckest, so trit mit dem Rechten Fuß wider zuruck, und dieselbige weil greiff auch mit der Lincken hand wider an dein Spieß, mit der Rechten hand winde mit gewalt undersich so schwinget sich dein Spieß vornen wider ubersich, und bringest denselbigen also wider in dein gewalt.

Ein gut stuck auß diser Oberhut. WAnn er aber nicht zu erst stossen noch arbeiten will, so erhebe deinen Lincken fuß, unnd lasse dich mit geberden mercken, als woltestu gewaltiglich gegen ihm von Oben stossen, thu es aber nicht, sondern tritt mit deinem auffgehebten Lincken fuß weiter fürt zu ihm, und im wider nider setzen desselbigen, stosse von der achseln gegen seinem gesicht, Disen stoß lasse aber wie gemelt nicht fürtgehn, sonder verschwing deinen Spieß eben in dem jetz gemelten fürttretten und nidersetzen deines fusses, mit dem hindern theil undersich auff dein fürgesetzt Linck kni, in die Underhut, aldo wart, dieweil er ohn zweiffel bald nachstossen wirdt, dann so du jetzgemelten stoß mit ernsthaftten geberden recht geführet hast, so scheint es nicht anders, dann als habestu dich verstossen, derhalben er dardurch angereitzt wirt, mit seinem stoß zu eilen, unnd verstoßt sich hiemit selbs, denselbigen stoß (welchen so bald er den herführet) nim ihm mit einem seiten schlag (doch das du mit demselbigen nicht verfahrest) auß, und stoß vom schenckel gerad für dir hin, gegen seinem gesicht.

Fechten aus der Underhut. SChicke dich in die Underhut also, das du deinen Spieß auff deinem fürgesetzten kni, das das vorder ort gegen des mans gesicht stand, ligen habest, davon du oben gelehrt bist, und nim aldo fleissig wahr auff sein herstossen zu welcher seiten er herstoßt, so trag ihm seinen herfliegen stoß mit verwenden ab, unnd trit zugleich gegen der andern seiten mit den hindern fuß aus, und stoß also zugleich mit ihm hinein.

Im Vor arbeiten. WIll er aber nicht zu erst stossen, sonder wartet auff den deinen, so binden ihm in die mitte seiner stangen an, und fühle aldo ob du ihm die in einem eyligen und uhnversehenen, truck auff ein seiten außrucken könnest, demselbigen truck nach, lasse behend dein Spieß fürt schiessen gegen seinem gesicht, Oder so du ihm also hast angebunden, so wechsel fürsichtiglich einmal zwey, under seinem Spieß zu beiden seiten durch, und merck under des fürs erste fleissig auff welche seiten er sich deinem durchwechseln nach verfahren wirt, das du ihm dieweil behendiglichen mit stossen zur Blöß eylest, Fürs ander wann dir einer nun also durchwechselt, so nim fleissig war, wo er sich mit

seinem Spieß im durchwechseln zu weit undersich oder auff ein seiten vergibt, wie das dann leichtlich geschehen kan, so stoß ihm dieweil der also durchwechselt, fürsichtig und behend zum gesicht, Fürs dritt eben darumb dieweil du vermerckest das er dir auff dein durchwechseln lauren, so wechsele im erst durch, unnd merck aber fleissig dieweil du vor ihm also durchwechselst, auff sein herstossen, als bald sein stoß herfleugt, so schlage im den mit einem seiten schlag auß, und stoß behendiglich nach, Wirstu gewahr das dich einer mit seinem durchwechslen zum stoß anreytzen und umb denselbigen betriegen will, so thu als verstandestu das nicht, und stoß ihm ernstlich doch fürsichtig, also das du deinen Spieß nicht auß deinem gewalt fahren lassest, hinein ihm zu, unnd in dem er dir den will außschlagen, so wechsel mit deinem stoß unden durch, so schlecht er nicht allein vergebens auß, sonder verfehret sich auch mit seiner Stangen zu weit auff ein seiten, damit er die ander seiten blöst, darumb stoß im dieweil er also außschlagen will, nach deinem durchwechseln auff der andern seiten hinein.

Mittelhut. IM zufechten schicke dich in die Mittelhut, gegen welche seiten er dir als dann hersticht, so trit du auff die andere seyten, und stoß mit ihm zugleich, im hinein stechen aber, so wende die Lange schneide gegen seiner Stangen, damit du seinen stoß dester sicherer hiemit von dir abweisest.

So er dir aber zu deinem undern leib herstossen wirt, so hebe den hindern theil deines Spiesses ubersich, unnd lasse hiemit das vordertheil desselbigen undersich sincken, und schlage ihm hiemit seinen herfliegenden stoß zwischen dir und ihm, mit hangender Stangen zur seiten auß, und stoß ihm behendiglich mit wider ubersich gewender stangen zur Blöß. Begegnet dir aber dein gegenfechter in gleicher Hut, so binde ihm mit ernsthafften geberden an, und ehe er sich des versihet, so trucke ihm seine stangen mit einem neidlichen truck zur seiten auß, und in dem er sich gegen deinem außtrucken sperren und widerhalten will, so fahr eylens under seinen Spieß durch, und stoß auff der andern seiten mit einem außtrit hinein.

Dempffhut. MErck wann du im zufechten (nach außweisung obgemelten Bildes, in der Figur I. zur Lincken hand) in die Dempffhut ankommen bist, so behalte deinen Spieß in gewaltiger stercke, also das er dir denselbigen nicht

leychtlich außschlagen noch außrucken möge, und nim wahr stoßt er gegen dir her, es seye gleich gegen Rechter oder Lincker seiten, so trit von seinem stoß zur seiten auß, und stoß mit ihm zugleich hinein, oder setze ihm seinen herfliegende Stangen ab, und stoß abermal mit einem außtrit gegen ihm hinein, oder Dempffe ihm sein Stangen (in dem sie zum stoß herfleugt) von Oben nider, und stoß behendiglichen ehe dann er sich wider erholt, gegen seinem desicht, fühlestu aber das er so behendiglich mit seinem Spieß ubersich fehrt, also das du ihm mit dem stoß nicht ereylen kanst, so wechsele (in dem er ubersich sehrt) under seinem Spieß durch, unnd stoß auff der andern seiten hinein.

Wo er aber zu erst nicht stossen wolt, sonder stelte sich gleichfals in starcke versatzung, so binde ihm hart in die mitte seiner Stangen, und trucke ihm dieselbige hart undersich von dir, helt er hart wider, und truck ubersich, so fahr eylents und behend unden durch, und falle ihm von der andern seiten wider seinen Spieß, truck abermal mit gewalt undersich von dir, und das treibe von beyden seyten, so lang biß du ihn ermüdest unnd krafftloß machest, also das er den nicht lenger in seinem gewalt erhalten mag, stosse ihm als dann (dieweil er also mit seinem Spieß noch baumelt) der nechsten Blösse zu.

Herwiderumb wann dir einer also hart ahn deinem Spieß ligt, und will dir die also zur seiten undersich austrucken, so nim dich an als woltestu hart widerhalten, und dargegen trucken, aber in dem wann er sich dessen am wenigsten versihet, so wechsele eilents under dem seinen durch, und fall ihm von der andern seiten wider an seinen Spieß, und trucke im den eben gegen der seiten, gegen welche er dir deinen außtrucken hat wöllen, so zwingestu ihm den undersich, also das er sich schwerlich ohngeletzt oder ohn schaden wider erholen mag.

Will dir dein gegenfechter, von wegen deines außtruckens under deinem Spieß durchgehn, so falle ihm alwegen (dieweil er noch also im durchwechseln ist, von der andern seiten mit dem band hart an sein Spieß, und das gegen beiden seiten, ihe lenger ihe weiter uber die mitte seiner Stangen, damit er an keinem ort zu früchten noch durchkommen könne oder möge, so lang biß du dein gelegenheit zustossen ersihest.

Nebenhut. IM zufechten führe deinen Spieß mit dem vordern ort ein wenig zur seiten auß auff der erden, aller dings wie das ober Bild zur Lincken hand, in der Figur C. anzeigt, als bald nun einer gegen dir hersticht, so trit be=

hendiglichen gegen seiner Lincken seiten, wol auß seinem stoß, und erhebe hiemit deinen Spieß in einem schwung von der erden, stosse also mit ihm zugleich hinein, oder nim ihm seinen herfliegenden stoß mit halber schneide ubersich aus, und stoß behendiglich nach.

Will er aber nicht zu erst stossen, sonder führet seinen Spies gerad vor ihm her, so erhebe deinen Spies eilents und schlage im mit einem seiten schlag den seinigen starck aus, als bald stoß behendiglich nach, helt er aber starck herwider, so fahr nach solchem schlag behend unden durch, und stosse auff der andern seiten mit gewaltigem austretten hinein. Wann dir einer deinen Spieß (wie nechst gelehrt) ausschlagen wolt, so wechsele, (in dem er also herschlecht) unden durch, und stoß ihm (dieweil er mit seinem Spieß also verfellet, auff der andern seiten hinein.

Standt aber mit dem Lincken fuß vor, halt dein Spieß mit dem hindern ort an deiner Rechten weiche, unnd mit dem vorderen ort gegen deiner Lincken seiten ausgestreckt, auff der erden, wann du nun also vor einem stehest in diser Hut, und er dein widerfechter stoßt gegen dir her, so trit mit deinem Lincken fuß wol gegen deiner Lincken seiten aus seinem stoß, erschwing hiemit deinen Spieß, und stoß (in dem du austretten bist, und er herstost) oberhalb seinem Spieß zugleich mit ihm hinein, oder schlag ihm seine Stangen mit der deinen auß, als dann stoß eylents und behend nach.

Das ander theil vom langen Spieß. Brüch auff die Leger im Spieß, sampt andern geschwinden stucken. IM zufechten findestu einen in der Dempffhut, so führe deinen Spieß in der Oberhut zum streich, und schlage als bald von Oben nider gegen seiner hand (die er im Spieß vor führet) durch, mit disem schlag wirstu ihn dahin reitzen, das er behendiglich nachstossen wirt, derenhalben Reisse deinen Spieß in einem schwung starck wider ubersich, schlage ihm hiemit seinen stoß aus, und stosse behendiglichen nach.

Wie du an seinem Spieß herab schlagen, durchwechseln, und auff der andern seiten hinein stossen solt. ODer binde ihm mit gleicher Hut von deiner Lincken seiten an sein Stangen an, und schlage an seiner Stangen durch nider, gegen seinen fingern, im schlag aber so wechsele under seinem Spieß durch, und stosse behend mit einem außtrit, auff der andern seiten hinein. Gegen die aber, die nicht bald nachstossen, gebrauch das stuck also, Nach dem du ihm wie oben gemelt, angebunden hast, so schlage ihm abermal wie vor, an seiner Stangen zu seinen fingern nider, und fahre ihm hiemit unden durch, trauwe ihm auff der andern seiten mit ernstlichen geberden zu stossen, in dem er aber deinem stoß entgegen fahren, und denselbigen versetzen will, so wechsel eilents wider durch, auff das er mit seinem versetzen vergebens verfahr, und stoß ihm mit einem außtrit eben auf der seiten (an welcher du den schlag volbracht hast) hinein.

Ein anders. ITem Wechsele abermals mit obgemeltem schlag durch, und schlag von der andern seiten krefftiglich uberzwerch wider seinen Spieß, und (dieweil er noch also daumelt) so stosse im zur Blöß, Oder wo er hart wider helt, so wechsel durch, und stoß auff der andern seiten. Führestu aber deinen Spieß in der Oberhut zum streich, und er stoßt gegen dir her, zu welcher seiten er dann herstost, so trit du auff die ander, und schlage an seinem Spieß von oben nider, als bald in solchem schlag der vorder ort seinem gesicht gleich kommen ist, so schiebe den Spieß für dir hin, und mach also aus dem schlag ein stoß.

Durchwinden. MErck wann einer in gerader versatzung, oder sonst in einer Hut darinnen er sein Spieß gerad vor ihm herführet, dir begegnet, so binde im von deiner Lincken gegen seiner Rechten an, reitze in aldo mit geberden, trucken und trauwen auff allerhand weiß, so lang biß er stoßt, und in dem er demnach herstoßt, so gehe mit dem hindern theil deines Spieses, under dem seinen gegen deiner Rechten durch, und wende mit demselbigen gegen deiner Rechten ubersich, also das du im seinen Spieß mit solchem ubersichwenden, gegen deiner Lincken abtragest, davon besihe das ober Bild in der Figur D. zur Lincken hand, setze im demnach dein Spieß inwendig ans sein brust.

Regel. ALs offt du einem (der bald und leichtlich zum stoß zu bewegen ist) mit dem eussern theil deines Spieses uber die mitte des seinen ahngebunden hast, so kanstu ihm gegen welche seiten du wilt, mit dem hindern theil in einem abtrit durchwinden, und ihm durch wenden und austretten mit demselbigen uberisch fahren, damit du ihm seinen Spieß gegen der seiten, von welcher du durch gewunden hast, nicht allein abtragest, sonder erholest dich auch hiemit an zusetzen und zustossen nach deinem gefallen, zu solchem durchwinden gehört ein sonderliche bescheidenheit, auch das du des fühlens gewiß seyest.

Ein Bruch. BEgegnet die einer in der Oberhut zum stoß, also das er sein Spieß auff seiner Lincken achsel ligen hat, so stelle dich in den Wechsel zur Lincken, das ist die Lincke Underhut, von dannen schlage ihm mit dem deinen starck wider sein Spieß, so nimstu ihm denselbigen von der achsel, ehe er sich dann vom schlag wider erholt, so stoß der nechsten Blöß zu. Hergegen wann dir einer deinen Spieß von deiner Lincken achsel wolt ausschlagen, so wechsel eben in dem er herschlecht, under seinem Spieß durch, auff das er mit dem schlag verfehle, und stosse ihm dieweil er nach also im verfahren ist zur Blöß, Wilt du einem seinen Spieß wie oben gelehrt, ausschlagen, und wirst gewahr das er dir durchwechseln will, so nim dich an sam merckestu es nicht, und schlage gleichwol mit ernsthafften geberden gegen seinem Spieß, in solchem schlag aber behalte deinen Spieß gleichwol in voller gewalt, damit du eben in dem er durchgeht, mit einem austrit zu stossen bereit seyest, oder auch von der andern seiten disen schlag entgegen ausnemen könnest, und als dann erst volkomen nachstossest.

Ein anderer Bruch. FIndestu deinen gegenfechter in der Nebenhüten eine, so stelle dich sam stossestu ernstlich der Blösse zu, in dem er aber ubersich aufffehret, deinem stos zu begegnen, so zucke den deinen wider an dich, und Wechsel hiermit under seinem Spies durch, stos also auff der andern seiten hinein.

Nachreisen. WAnn einer vor dir in der Underhuten eine steht, und wil als dann ubersich gehn in die Oberhut, so nim war in dem er noch im auffschwingen ist, so stoß ihm nach, so triffestu ihn auff solche weiß, wie dir das in der Figur, A. an den obern bossen fürgemahlet ist, Dises nachstossen soltu in allen banden wahrnemen, das du so bald er abgehet, und noch im abgehn ist, nachstossest.

Regel. VOm verstossen merck dise Regel also, wann du dich mit einem begirigen stoß, auff was weiß das geschehen sey, verstossen hast, so spring mit dem vordern fuß zu ruck, und zucke das hinder ort ubersich, wie du solches an dem obern Bilde zur Rechten hand, in hievor getruckter Figur H. sehen kanst, thrage ihm also alle seine nachstöß ab, und greiffe under des mit der Lincken hand wider in dein Stangen, erschwing dieselbige wider in dein krafft und volmacht, biß in die Huten (so dir gelegen) eine, wie dir dann solches die übung weiter offenbahren wirdt.

Ein ander gut stuck damit du ihn aus seinem vortheil abreitzen kanst. FIehre deinen Spieß in der Underhut auff deinem fürgesetzten schenckel, unnd gibe demselbigen durch bewegliche gewicht einen schwang, in dem sich nun also das vorder theil deines Spieses ubersich schwinget, so stosse gleich im demselbigen schwung, mit ausgestreckten armen ubersich gegen seinem gesicht, dieweil als dann dein Spieß im eussersten flug ist, so wirdt er eilents (nach dem er deinem stoß entwichen) nachstossen, darumb zucke dein hend noch höher uber dein kopff, und sencke das vortheil deines Spieses undersich, schlage ihm also seinen herfliegenden stoß mit hangendem Spieß zur seiten auff solche form aus, wie dir dann solches das ober Bild zur Rechten hand in der Figur M. anzeigt, erschwinge eilents deinen Spieß, und stoß ehe dann er sich erholt, nach.

Ein anders. ITem führe deinen Spieß in der Oberhut, und mercke in dem er herstoßt, so sencke das vorder theil, und schlage ihn abermals aus, unnd vollende wie vor, Aus disem stuck seind vil andere stuck zunemen, doch gehört ein starck Mann darzu.

Wie du deinen Spieß mit einer hand erschwingen, und hinein stossen solt. IM zufechten schicke dich mit deinem Spieß nach außweisung des obern kleinern Bildes, zur Lincken hand in der Figur L. für den man, als bald er demnach herstost, so erschwing deinen Spieß von deiner Rechten gegen deiner Lincken, vor deinem gesicht herumb, wie du solches an obgedachtes Bildes geberden mercken kanst, also das du im in disem schwang mit dem hindern theil deines Spieses den seinen ausschlagest, oder im austretten aus seinem entweichest, in dessen trit zugleich auch mit deinem Lincken hinder deinem Rechten zu ihm, also das du im den rucken zukehrest, und stoß also noch in krafft unnd gewicht des ersten schwungs, neben deiner Rechten zuruck ubersich gegen seinem gesicht, zu solchen stoß trit auch mit dem Rechten fuß hindersich zu im, als bald der stoß volbracht, und in dem dein Spieß noch vornen auff die erden falt, so bleib mit dem Rechten fuß stan, mit dem Lincken aber trit ein weiten schrit von ihm, und sencke den obern leib wol vom man, fürsich uber dein Linck kni, welches dann wol fürsich gebogen sein soll, und zieh hiemit den hindern ort mit der Rechten hand zu dir, biß hart neben dein Lincken fuß, auff die erden, unnd wart alda auff sein herstossen, so bald er demnach herstost, so schwinge deinen Spies gewaltig, abermal mit einer hand von deiner Lincken ubersich gegen deiner Rechten, zu solchem schwung trit mit deinem Lincken fuß gleich in einem sprung, wol aus gegen seiner Rechten, stoß also mit einer hand (dieweil dein Spieß noch also in der lufft durch krafft des schwungs fleugt) von Oben gegen seinem gesicht und merck das du in disem allem, deinen Spieß bey dem hindern ort also gefast solt haben, das im halten des Spieses, der kleine finger mit dem halben handschlag der Stangen werts hinein, und der daumen sampt dem zeiger, vornen am ort heraus stehe.

Ein anderer stoß mit einer hand. LEgere dich auff solche form für den man, wie dir solches an dem obern Bilde, in der Figur B. zur Rechten hand fürgestelt, und anzeigt ist, und schiebe dein Spieß in eim ruck, also mit einer hand von dir, und ruck den eilents mit dem hindern ort gegen deiner Lincken ubersich wider zu dir, auff das er sich eben in solchem rucken vornen ubersich heb und erschwing, in disem ubersich schwingen trit wol auff dein Rechte seiten gegen ihm, und stoß abermals mit einer hand gegen im.

Einlauffen. EInlauffen im Spieß seind zweierhand, ein geschicht mit dem hindern, das ander mit dem vordern ort, das mit dem vordern ort threib also, Binde ihm von deiner Lincken hart gegen seiner Rechten, an sein Spieß stangen an, und merck in dem er herstost, so trit du mit deinem Rechten fuß gegen seiner Lincken, mit wol fürsich gebucktem kopff aus seinem stos, und wende zugleich mit deinem hindern theil, under seinem Spieß gegen deiner Rechten durch, im durchwenden aber führe das hinder theil deines Spies behend, auch gegen deiner Rechten ubersich, damit du ihm seinen stos gegen deiner Lincken seiten abtragest, under des gehe mit deinem Kopff zwischen deinen beiden armen gegen deiner Rechten durch, und lasse zugleich auch die Rechte hand vom vordern ort ab, und greiff mit derselbigen (in einem behenden zusprung gegen seiner Lincken seiten) für dein Lincke hand, wider an dein Spieß, also das dein hinderer ort ob deiner Lincken achsel ausgang, so versetzestu und triffst eben auff solche weiß wie dir solches in der Figur E. an dem obern Bild zur Lincken fürgemohlet ist.

Ein anders. ITem setze den hindern ort deines Spieses an den dein Lincke hüfft, und schauw wie du ihm ursach gebest, das er dir gegen deiner Lincken seiten herstosse, als bald er herstost, so lasse die Rechte hand von dem hindern ort ab, und lasse dasselbige hinder ort neben deiner Lincken zuruck hindersich durchschiessen, auch spring zugleich mit deinem Rechten fuß gewaltiglich gegen seiner Lincken seiten hinein, und greiff under des mit deiner Rechten hand für deine Lincke hinein, wider an dein Spieß, und lauff abermal nach außweisung obgemelter bossen hinein.

Das ander Einlauffen mit dem hinderen ort, treib gegen die welche im Fechten ihren Spieß vornen ubersich führen, dann wan ihr einander habt angebunden, und im band bleibent, mit beiden Spiesen hoch uberisch kommen seind, so kanstu ihm mit dem hindern ort einlauffen, nach deinem vortheil und gefallen.

Letstlich damit ichs auff dißmal belschliesse, so soltu wissen, das du in deren Wehren keinem, se sey in Stangen Helleparten oder Spieß, dich leichtlich aus deinem vortheil geben, nach daraus abreitzen lassen solt, du habest in

dann nicht allein gewiß, sondern solt auch fleissig bedencken, ob du ohn schaden deine Wehr wider vom gethonen stoß in deinen gewalt bringen, und bey zeit seinem nacheilen (wo dir dein stoß gefehlt het) entspringen unnd versetzen mögest, Findestu aber deinen gegenfechter zu seinem vortheil in einem Leger, so stosse nicht ohne sondern vortheil zu seine Blöß, sonder schauwe, wie du ihn mit anbochen, rucken, durchwechseln, und trucken, biß weilen auch mit verzuckten stössen, auß seinem vortheil auffbringen, und abreitzen könnest, unnd als bald er ab oder auffgehet, oder anfacht zu arbeiten, so greiff und fach deine stuck an, zu dem so soltu fleissig in allen anbinden auffmercken und fühlen, ob er hart oder weich im widerhalten sey,

Item ob er bald oder langsam nachstosse, auch im hinein stossen also fürsichtig und bescheiden sein, auff das wo du under dem hinein stossen fühlest, das er behend nach oder zugleich stossen will, so soltu denselbigen stoß nicht volnführen, sonder aus demselbigen in ein absatz verwenden, und als dann erst volkomen nachstossen, also in allen stucken mache dich geübt, und im Fechten bald bedacht.

Ein kurtze lehr wie du deinen Spieß in in ernstlichen sachen zu Feld brauchen, und nach deinem vortheil führen solt. DEr Spieß vordert einen starcken ernsthafften und besosten man, der seinen Spieß wisse fürsichtiglich zu regieren, auch seine stoß gewiß ansetzen, und zu rechter zeit ins werck richten könne, dann es leicht geschehen kan, das du mit einem fehl stoß, in uhnwider bringlichen schaden (sonderlich dieweil der Spieß von seiner lenge wegen, ein fürtrefflich gewicht hat) gerahten und komen kanst, derhalben soltu dich befleissen, einen rechten underscheid zwischen dem Vor und Nachstossen zuhalten, dessen ich dir dann durch volgende exempel, ein kurtze lehr und regel geben will, dann wie bald sich einer verstossen, so er zur uhnzeit unnd doll angreifft, bezeuget gnugsam die erfahrung.

Nun für das erste, begegnet dir dein feindt mit gleicher Wehr, das ist mit gleichem Spieß, so nim war ob er geh und zornig sey mit seinem angriff, also das er eylet am ersten zustossen, so nim dich an, und stelle dich mit ernsthafften geberden, als woltestu ihm seinen vorstoß ablauffen, und zuvoren komen, damit bewegestu ihn das er noch mehr mit seinem vorstoß eylen wirdt, aber du solt (ob du dich wol also stellest) nicht zu erst stossen, sonder schlage

im seinen stoß in einem ruck auff ein seiten, und setze im ins gesicht, ist er aber so starck mit seinem Spieß, also das du dir mit dem ersten ausschlagen nit so vil raum machen kanst, also das du in treffen mögest, so thu im also, nach dem du im den ersten ausgeschlagen hast, und er erholt sich behendiglich wider, so schlage im dieweil er noch seinen Spieß wider nachsich oder zusich zeucht, von der andern seiten auch darwider, wann du dise zwen außschleg recht machest, so wirt dir gewiß so vol blatz werden, das du ihn in einem augenblick, ehe er sich recht erholt, in sein gesicht stechen kanst, dann dem der also begirig und zornig stost, ist leichtlich sein Spieß zu nemen und auszuschlagen.

Ein ander stuck. IM angriff füre deinen Spieß mit dem eisen wol undersich, ein wenige gegen deiner Lincken seiten aussehent, also das dir dein gantz gesicht entblöst ist, dadurch er auch angereitzt wirdt, demselbigen mit einem stich zu zu eylen, als bald er hersticht, so fahre auff mit beiden henden, und schlage im seinen herfliegenden stoß, von deiner Lincken mit Langer schneid von unden uberisch gegen deiner Rechten aus, zu solchem außschlagen springe mit deinem Lincken fuß wol gegen seiner Rechten aus, zu im und stich im behendiglich (ehe dann er sich vom ausschlagen wider erholt hat) augenblicklich oberhalb seiner Spießstangen in sein gesicht.

Wann aber dein feind auch fürsichtig und nicht zu erst stossen wolt, derhalben dir nicht gebiren wolt, auch also zu stehn, sondern mußt zu erst stossen, so thu im also, Im angriff (nach dem du deinen Spieß erschwungen) so füre einen gewaltigen stoß mit grimigen geberden, neben seinem Spieß gegen seiner Rechten hinein, aber in solchem hinein stechen verhalt dein Spieß gleichwol in gewaltiger sterck, und lasse das eisen in disem stich, wo du ihn nicht treffen kanst, zur seiten aus ein wenig undersich sincken, sam habestu durch etwas hindernus mit ohnwillen verfehlt, du aber solt dich mit dem (das du deinen Spieß ein wenig auff ein seiten faren last) zu einem gewaltigen ausschlag erholen, und in dem er eben hersticht, so spring mit deinem Lincken fuß wol gegen seiner Rechten zu im, und schlag im hiemit seinen Spieß in solchem zutrit gewaltiglich ubersich, von deiner Lincken gegen deiner Rechten aus, und fahr in dessen mit beiden henden ubersich, und stich im oberhalb seinem Spieß in sein gesicht, Dises alles verstand wann du dein Lincke hand im Spieß vor fürest, wo du aber die ander vor fürest, so mustu die stöß sampt dem stuck gegen seiner Lincken füren und vollenden, gleich wie du es zuvoren gegen seiner Rechten volbracht hast, auch soltu hie mercken das es im werck nicht so lang zugaht, als lang sie darvon gelehrt und geredt wirdt, sondern muß alles

augenblicklich geschehen und zuwegen bracht werden, Was aber weiter von solchen stucken von nöthen, wirdt an einem andern ort, wie auch von den uhngleichen Wehren, nach der lenge dargethon und gelehrt werden.

Correctur im Schwerdt.
Folio. Pag. Parag. Lini.
1 1 2 vor am meisten gebreuchlichsten liß am gebreuchlichsten.
6 2 3 letsten vor den buchstaben B. liß C.
28 2 1 19 vor abzutzest liß abzuckest.
32 2 vor den buchst. G. in der Fi. liß C.
33 2 2 2 vor verhauren liß verharren.
36 1 4 1 vor erbangen liß erlangen.
36 2 1 2 vor mim liß nim.
36 2 1 11 vor higur liß figur.
45 1 28 vor fellen liß fehlen.
48 2 2 6 vor gem liß dem.
51 2 2 7 vor allo liß also.
61 2 1 11 vor atm liß arm.


Correctur im Rappier.
Folio. pag. parag. Lini.
52 1 1 15 vor bleiden liß bleiben.
58 1 4 2 vor kline liß kni.
64 1 3 3 vor duch liß durch.
78 1 2 5 vor fein liß sein.
85 2 1 7 vor behendigich liß behendiglich.


Ende dises Buchs.


Getruckt zu Strasburg bey Thiebolt Berger am Weynmarckt zum Treubel.

  1. Originally printed "am meisten gebreuchlichsten", but corrected on Ⅲ.47v.
  2. Originally printed "B", but corrected on Ⅲ.47v.
  3. "st" ligature inverted.
  4. Typo: wolt, könne.
  5. Originally printed "abzutzest", but corrected on Ⅲ.47v.
  6. Originally printed "verhauren", but corrected on Ⅲ.47v.
  7. "t" is upside down.
  8. Ⅲ.47v indicates that this was printed "erbangen" and needed to be corrected to "erlangen", but that's not true in any copy available for consult.
  9. Originally printed "mim", but corrected on Ⅲ.47v.
  10. Originally printed "Higur", but corrected on Ⅲ.47v.
  11. Originally printed "Fellen", but corrected on Ⅲ.47v.
  12. Originally printed "gem" (with an inverted g), but corrected on Ⅲ.47v.
  13. Originally printed "allo", but corrected on Ⅲ.47v.
  14. Originally printed "Atm", but corrected on Ⅲ.47v.
  15. The first 't' is inverted.
  16. Terminal 'e' is inverted.
  17. Originally printed "bleiden", but corrected on Ⅲ.47v.
  18. Originally printed "klnie", but corrected on Ⅲ.47v.
  19. Originally printed "duch", but corrected on Ⅲ.47v.
  20. Second "e" is rotated 180 degrees.
  21. Originally printed "fein", but corrected on Ⅲ.47v.
  22. Ⅲ.47v indicates that this was printed "behendigich" and needed to be corrected to "erlangen", but that's not true in any copy available for consult.
  23. Misnumbered 87r.
  24. A stroke makes this look like "Reiffe".